Indiana Tribüne, Volume 30, Number 15, Indianapolis, Marion County, 10 September 1906 — Page 7
Indianer Tribune. 10
Tyrann Ehre
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(Fortsetzung.) Wie lange noch?" fragte sie ihi leise. Er versuchte es mit einem möglichst grimmigen, barschen Ton. Was sollen solche Reden? Sie sind ganz gesund. Nur ein wenig schwach und autzer Ordnung gekommen. Ist das vielleicht ein Wunder? Zuerst der Typhus, dann Na ja Sie wissen schon, was noch das hält kaum ein Pferd aus. Viel weniger noch so'n zartes Püppchen. wie Sie eins sind. Aber wir bringen Sie schon wieder in die Höhe. Keine Angst. Sobald es herbstelt, packen wir Sie ein und schicken Sie nach dem Südens So lange darf ich also doch noch bleiben?" Er verstand den tiefen Sinn ihrer Sprache nicht. Das freut Sie wohl, was? Na. aber da unten ist's doch noch schöner wie hier. Lauter goldene Sonne und lauter Lachen. Sie werden uns das ja alles nachher erzählen, wenn Sie wieder mit frischen, rothen Backen heimkommen." Sie nickt träumerisch. Heimkommen" hat er gesagt. Das war ein schönes, tröstliches Wort und es sollte sie freuen, seinen Zauber bald zu schmecken. Tarenberg stand am Fenster seines Arbeitszimmers und sah dem davonrollenden Wagen nach, der Herrn von Wiedenhöfft zur Bahn brachte. Nun wußte er, daß er dem Schicksal immer noch nicht arm und elend genug war. Daß es ihm auch das letzte nehmen würde, was ein Fünkchen Licht in sein Herz brachte. Nora lag im Thurmzimmcr. wo die viele Sonne war und träumt? von der Zukunft. Aber in das strahlende Bild schob sich immer wieder eine dunkle Hand und löschte die Sonne aus. Der Sckimpf, den ihr Adda von Wachenhusen angethan hatte, peinigte sie mit hartem Faustschlag. Er setzte sich auf ihre Brust und nahm ihr den Athem. Und zwischm den Druck der Hand und ihren Schmerz schob sich Hans Weddos Gestalt. Wie ein Märtyrer erschien er ihr. Traf sie denn einzig das stolze Mädchen, das so unbarmherzig zu Gericht zu sitzen verstand, wenn sie das Geheimniß ihrer Abkunft mit in das Grab hinein nahm? Nein, ihn, der um ihres Vorhandenseins willen alles hingegeben hatte, die äußere Ehre, seinen Beruf und die Liebe, den traf sie ebenso hart wie jene, die zu strafen ihr gutes Recht war. Im Innersten. Aber hatte man ihr nicht an der gleichen Stelle den Dolch in das Herz gestoßen? Gewiß! Aber doch nicht er. Eine andere, die nicht wußte, die nach dem bloßen Schein verurtheilte und verächtlich machte. Das änderte nichts. Litt sie nicht auch für die Schuld der Mutter? Das muß nun einmal so sein. Man kann zwei Menschen, deren Herzen sich ernst gehörten, nicht mit demselben Geschenk Verschiedenes geben. Nicht dem einen Qual und dem anderen Glück. Sie werden beide des nämlichen Gefühls theilhaftig, weil sie noch nicht aufgehört haben, sich zu lieben. Adda von Wachenhusen aber darf nicht aus ihrer Hand den Frieden empfangen. Deshalb müssen sie beide weiter leiden, einer um des anderen willen, wie sie auch leidet, in unaussprechlichv- Sehnsucht nach dem Mann, dessen Schwester sie haßt. Wenn sie ihn noch einmal, bevor sie fort mußte. wiedersehen dürfte und ihm sagen: Ich bin rein und Deiner werth. Darum küsse mich ein letztes Mal!" Und in dem Bewußtsein seines Glaubens an ihre Unschuld sterben könnte. Das wäre die Sühne, die ihr das Schicksal schuldig ist Die Tage verrauschen. Die Sense geht. Das Gold der Halme häuft sich zu breiten Schwaden auf und unter den Stoppeln ringt sich der junge Klee zur Sonne empor. Eine Vollmondnacht leuchtet nach dem senge7.ten Tage, dessen Inhalt Schweiß und Mühe gewesen, über dem Bild der Erfüllung. Die ganze Welt ist voll silbernen Lichtes und volle? Stunden, in denen die Sehnsucht die Hände ringt, das Begehren erwacht und die Kraft erlischt, welche den Willen hütet. Auch Tarenberg steht unter ihrem Bann. Er hat vo: dem zierlichen Schreibtisch der Mutter Platz genoramen. der unberührt von den vorgenommenen Veränderungen in der Ecke seines Arbeitszimmers, das einst auch das ihre war, steht. Wand an Wand mit diesem liegt das Krankenzimmer der Schwester, damit er ihr nahe sein kann, wenn sie seiner bedarf. . Er liest noch einmal seines todten Baters letzten Willen. Fürwahr! Ein hartes, unerbittliches Schriftstück, nur zu verstehen von dem, der um seiner Liebe willen tausendfache Qualen erduldete, in loelcher Art sie auch sein mochten. Verständigt und gebilligt deshalb auch heute von ihm. Als er das vergilbte Blatt an seinen alten Platz zurück gelegt hat und das Gewahrsam schließen will, gehorcht vlökli die fader seinem Druck nicht.
Er neigt sich vor. um den Grund des Hindernisses heraus zu finden. Irgend ein Gegenstand scheint durch die ruckartize Bewegung des Aufstoßens, die den Tisch erschüttert hat. sich vor den Mechanismus geschoben zu haben. Endlich gelingt ihm dessen Entfer-
Er hält ein verblaßtes Bild, das
schon Jahre hindurch in seinem Versteck gelegen haken mag. in der Hand. Was geht es ihn an, wen es darstellt. Schon will er es wieder hinein schieben, da fällt sein Blick auf die steile, markant: Schrift, welche die Rückseite trägt. Seine Augen werden groß und starr. Jetzt kann er es nicht mehr ungesehen zurück legen, jetzt hat er ein heiliges Recht zu wissen. Dies Rech: ist stärker als der Wille der Todten, die ihm den Namen vern Noras Vater vorenthielt. Er liest die Buchstaben. Morgen komme ich zu Dir und sichere mir mein Glück, um es niemals wieder aus der Hand zu geben! Eberhard Klaus von Wachenhusen." Darunter die Jahreszahl und dqß Datum, von denen er aus dem Mund der Mutter weiß, daß es die Zeit ist, in der sie dem Geliebten ihrer Jugend das Jawort gab. noch eh? sie den Inhalt des Testaments kannte. Tarenberg wandte das Bild. Die schlanke, elegante Gestalt seines Obersten, im Gesicht den sieghaften Ausdruck, den die sichere Aussicht auf ein schwer errungenes Glück gibt, füllte die andere Seite. Adda und Jürgen von Wachenhusens Vater war auch Noras Vater. Das ift der Schluß der Tragödie. Als Tarenberg endlich imstande ist. nach dieser Entdeckung den ersten klaren Gedanken zu fassen, greift er zur Feder. Nur jetzt keine Nachsicht und Schonung mehr. Der Oberst soll dies Bild zurück haben mit derWidmung von seiner Hand: Hiernach werden Sie wissen, was Sie zu thun hab.m." Nicht mehr. Es wird schon den beabsichtigten Zweck haben. Ein Wortbrüchiger wird er um dessentwille-n nicht, nur ein Richter. Und ein fre.er Mann, von dessen Seele die drückende Last gewälzt und dessen Herz in das verlorene Recht der alten Liebe und alten Freundschaft wiederum eingesetzt wird, wenn es das Winseln um Vergebung annimmt. Er hat jetzt die Gewalt. Er kann den stolzen, harten Mann als elenden Heuchler entlarven und Jürgen das Schwerste anthun. Wie ihn das packen und zerbrechen wird! Demüthigen und in den Staub treten. Das Götzenbild, vor dem er mit den anderen in blinder Anbetung kniete, zerschellt. So soll es auch sein. Klein müssen sie werden, wie dieHun)e. Trümmer und Scherben ihr Leben, rin Blatt, das der Wind in den Mühlöklch jagt, ihre starke, blüthenweiße C-Hre. Und er wird dabei stehen und lachn, jauchzen, wenn sie wimmern und chr Elend voll machen durch Hohn und Spott. Ein stolzes, hohes Gefühl. Er kann sie quäken und verderben, wenn er will. Eine Stunde mag darüber vngangen sein. Eine Ewigkeit, in der elles Denken brach lag. Seine Gedanken setzten nach öieser Zeit wieder da ein, wo sie stehen g:blieben sind. Wenn er will. Acer er will nicht. Es ist ja !,och alles für ihn aus und vorbei, llnl- sie sollen ihre Ruhe behalten und ibren Vater. Und als er das bei sich beschlossen hat, verschließt er das Bild wieder in das Dunkel, aus dem es sich hevv.orrang. Dann will er aufstehen. Da kommt der a.anze furchtbare Jammer dieser Enthüllung noch einmal über ihn. Ist es nicht viel zu schwer, als daß er es ganz allein zu tragen vei mag. Ist es nicht seine Pflicht, den Wann, der Klaus Wiedenthal in die Verweislung trieb und den kleinsten Fehltritt mit unnacknchtlicher Strenae strafte, hinfort um des Geietzes. das übe; der Wahrung der Menschlichkeit seine schützende Hand hält, unschädlich zu machen? Die Zeit vergeht. Sein Geist kämpft noch, während das Herz doch schon längst beschlossen hat. Warum willst Du hassen. wi ich doch nur lieben konnte?" hat die Mutter in ihrer Sterbestunde gesagt. Ein Schluchzen erschüttert seinen Körpcr. Er wird ihm nicht Richter sein. Die jammervollen Laute dringen an Noras Ohr. Sie ift noch immer nicht eingeschlafen. Sie braucht so wenig Schlummer. . Da drinnen iveint Hans Weddo. Sie weiß cL. Da muß sie bei ihm sew. Er hat ja niemand als sie in dieser Stunde. Ob sie wohl Kraft genug hat, um aufzustehen? Vielleicht geht es. Sie tastet sich empor. Der silberne Strahl umschwebt sie und geht vor ihr her. Sie ist matt und hilflos wie ein Kind. Wenn das Sterben so leise und so müde naht, dann kann Nr Schluß doch gar nicht so weh thun, wie sie sagen. Ein paar Mal taumelt sie an die Wand des Zimmers. Das Schmerzgefühl, was sie sich dabei zufügt, weckt ihren Willen. Endlich ist sie an seiner Thür. Mit zitternden Händen findet sie den Drücker. Wie schwer er nachgibt! Nun ist sie bei ihm. Auch um ihn so viel Licht und Zauber. Sie bat recht gehört. Er weint. Wie ein Engel steht sie da. Das lange, schleppende Nachtgewand liegt in weichen Falten um ihre abgezehrten Glieder. Ein heiliges Leuchten steht in ikrem. Gesbt.
Nora, was willst Du um diese
Stunde?" Bei Dir sein. Du bist ja auch bei mir, wenn die Schmerzen kommen." Sie schwankt ein wenig. Er sieht sie starr an, als sähe er sie heute zum ersten Mal. Aber er hat sich scharf in der Gewalt. Sie darf nicht aufgeregt werden, und sterben muß sie. ohne ihren Vater zu kennen. Geh. Kind. Du wirst Dich erfälten!" stammelt er. Ob sie fühlt, wie schwer ihm die Beherrschung wird. Sie geht nicht. Schick mich nicht fort!" bittet sie leise. Sieh, ich weiß, daß ich sterben muß. Schüttle nicht den Kopf! Es thut gar nicht weh." Nora!" Still, still. Hans Weddo! Komm, denke, ich sei die todte Mutter. Hat sie nicht auch manchmal mit Dir T.'änen vergossen, von denen die Welt nichts ahnte?" Ihre Schütter ruht an seinem Haupt. Er zieht sie ?u sich heran. Durch das dünne Gewebe fühlt er ihr Zittern und ihre Angst um ihn. Da nimmt er sie auf den Schooß. Ihr Herz klopft an feiner Brust, und ihre Arme liegen um seinen Hals. Ein Herz, ein Menschenherz bei ihm in dieser schrecklichen Nacht So sitzen sie stumm bei einander und weinen. Erst als der letzte silberne Strahl aus der Welt schleicht, trägt er sie in ihr Bett zurück. Sie ist in seinen Armen eingeschlafen. Ein Lächeln liegt um ihren Mund. Wenn er wüßte, was es besagt! Deine Thränen sollen getrocknet werden, mein Bruder, denn Du stehst mir höher, als mein Swlz und meine Rache. Am nächsten Tage hat Nora an Adda von Wachenhusen geschrieben. Die alte Wirthschafterin, die schon ihrer Mutter diente, hat den Brief zur Post besorgt. Ganz heimlich, ohne daß jemand eine Ahnung davon hatte, wie sie es wollte. Denn einer Sterbenden sind sie gern gefällig. Er ist ihr sehr schwer geworden, dieser Brief. Die Finger hatten niesn Kraft genug, um die Feder zu halicn und das Herz wand sich in den letzten, schwachen Zuckungen des Kampfes, Sein Inhalt lautet: Die Lebende wollte Ihnen nicht Klarheit geben, nachdem Sie so un barmherzig gewesen waren, denn sie haßte Sie zu sehr. Die Sterbende muß es thun, denn ihr Haß ist dahin. Zerbrochen von den Thränen, die Hans Weodo um Sie vergossen hat. Deshalb danken Sie es ihm, daß Sie wissen dürfen. Nicht mir. Ich stehe an der Pforte des Todes und brauche nichts mehr an irdischem Glück. Damals haben Sie es mich nicht aussprechen lassen, heute aber müssen Sie stillhalten. Meinen Vater kenne ich nicht. Mol aber meine Mutter. Sie war die Freiin von Tarenberg. Verstehen Sie nun, was ich Hans Weddo bin? Eine Schwester. Ein in Sünden geborenes Kind und dennoch eines Blutes mit ihm. Den Namen meiner Mutter durfte ich nicht tragen, damit kein Schatten auf die Ehre ihres Sohnes fallen taürde. Ach. wenn sie wüßte! Man nannte mich nach der alten, treuen Dienerin Dorette Fiedler, die bis zu ihrem Tode für mich gesorgt hat. Dann erst gab man mir in der einen Hand die Wahrheit, in der anderen das Verbot, sie jemals zu verhüllen. Ich war ein Kind. Ich habe damals schwören müssen, das Geheimniß meiner Geburt zu wahren, aber wußte ich denn, was ich damit that? Niemand weiß, was sein Thun einst wirkt. Darum respektire ich den Schwur auch nicht als bindend. Wir Frauen sind zum Halten eines Ehrenwortes lange nicht stark genug. Das ist das heilige Vorrecht der Männer. Hans Weddos Mund blieb stumm. Sein Ehrenwort ungebrochen. Daran ist Ihr Glück zerbrochen und das seinige auch. Ihres Bruders Freundschaft und meine Ruhe. Indem ich den Schleier hebe, bau? ich alles wieder auf. Hans Weddo weiß nicht, daß ich Ihnen schreibe. Nach diesem werden Sie zu ihm kommen, nicht wahr? Aber warten Sie noch ein klein wenig damit! So lange bis ich nicht mehr bin. Ihr Wort, das mich in das Wasser trieb, hat seine Härte eingebüßt. Fch kann Ihnen jetzt vergeben, weil ich seine Ursache verstehe. Durch die Qual der Liebe, welche zur Verzweiflung wird, wenn sie sich beschmutzt glaubt. Ihre Liebe ist trotzdem nicht gestorben, denn die meine lebt auch noch. Sagen Sie daö Ihrem Bruder. Ich schäme mich dieses Geständnisses nicht. Für mick existiren die Gesetze, denen die Lebende unterstellt wäre, nicht mehr. Nun kann ich Ihnen auch Glück wünschen. Von ganzer Seele und von ganzem Herzen, denn ich weiß, es wird alles zum guten Ende kommen. Sie werden den Mut, finden, zu Ihrem einstigen Verlobten zurückzukehren, als eine Reuige. Bittende, die nickt abläßt, um sein Herz zu werben, wenn es sich Ihnen in hartem Mannesstolz verschließen wollte Dies alles sehe ich mit den Augen voraus. welche die Ewigkeit schärft. Es wird mir das Sterben leicht machen. Nora." 22. Kapitel. Obersten von Wachenhusen ? I Gestalt erhob sich soeben von C der Spitze der Kasinotafel. Hoch aufaerichtet, jugendlich und kübn stand er da. Seine 2lu.
gen onnten unö in lemem icoari ae
schnittenen Gesicht leuchtete die Flamme der Begeisterung. So hatten ihn seine Offiziere noch niemals gesehen. Es wurde ihnen schwer, zu glauben, daß der Anlaß, der sie an dieser Stelle zusammenführte. der Festtrunk zu Ehren der beiden jugendlichen Offiziere, die heute den Fähurichsrock ableaen durf ten. die Veranlassung dazu gegeben haben sollte. Es mußte etwas anderes. Tiefgehendes und Bedeutungsvolles sein, das ihn selbst ergriffen und aus der allzeit zur Schau getragenen Gleichgiltigkeit gegen die Freuden seiner Untergebenen heraus schleuderte. Ein Mann von seiner Veranlagung und seinen Grundsätzen erregt sich nicht um jeden Wechsel in ihrem Leben. Jürgen von Wachenhusen saß am unteren Ende der Tafel und verwandte kein Auge von dem Vater. In diesem Augmklick entsprach er wieder vollkommen dem Bilde, welches der Sohn sich als einen Jdealbegriff von dem Manne zurechtgelegt hatte, der an der Spitze eincs Regimentes zu stehen hat!e. Ein Held in der Noth, ein Rächer der Ehrlosiikeit, aber auch ein warm emvfindendcr. dankbarer Mensch im Glück. Und das Glück war für den Oberst kommen. Seine Stimme erfüllte zwingend und mächtig den gewaltigen Saal. Athem lose Stille rings umher. Ich leere mein Glas auf Ihr Wohl. Herr Leutnant von Sauerstatt und Herr Leutnant Kunhausen. Seien Sie des heutigen Tage, der Ehre, die Ihnen zu Theil wurde, und des Vertrauens, das man in Sie setzt, t'matdenk bis in das Grcisenalter! Arb'ei ten Sie alle an dem Werk, das t übernehmen und fortsetzen durfte, weiter in meinem Sinne. Verbessernd, verschärfend und ausrottend, wo mit milden Mitteln nichts geholfen werden kann. Ich werde allezeit mein alte? Regiment im Auge behalten und stoz sein, wenn Sie es zu einem musterhaften, unübertroffenen stempeln. Seinc Majestät, unser allergnädigster Herr und Kaiser, hat in Gnaden geruht, mich zum Brigadekommandeur der zehnien Feldartilleriebrigade in Führersbofen zu ernennen. Nehmen Sie Alle deshalb schon heute meinen Dank für Ihre Unterstützung, Ihr Anpassen und Verstehen in meinen Jdeenkreis entgegen. Gedenken Sie, wenn ich nicht mehr die Ehre habe, hier an der Spitze zu stehen, der Worte, die einst ein Größerer und Berufenerer als ich gesprochen hat: Wer da strauchelt, den laßt fallen, Aus Schtvankcnden werden doch nur Va fallen. Vasallen find Sklaven und schänden bio Reihe. Tas Hccr braucht Helden, der Kaiser brauch, Freie.' Jürgen seufzte hoch auf, als bei Vater geschlossen hatte. Das war er
wieder, der Fels, der starr und ehern in der Brandung steht, an dem die Weichen zerschellen und die Harten ihre Kraft stählen. Und wieder wie damal? bei der Unterredung mit der Schwester kam in seine stolze Seele das Gefühl, dem er begeistert Worte verliehen hatte. Es muß etwas im Korps vorhanden sein, das wie ein Fels dasteht, gleichviel, ob man stch die Stirn an seinen Kanten blutig schlägt. Er gehört nun einmal dahin." Und heute fügte er in Gedanken noch einen Passus hinzu. Das Schönste und Erhabenste dabei ist. daß er an stch selbst tausendmal größere und schärfere Ansprüche stellt, als an seine Untergebenen." Die Regung. die ihn, als er an jenem dunstigen Frühlingsmoraen von dem Duell heimkam, beschlichen hatte, war längst verflogen. Die einsamen Tage der Festungshaft hatten ihn innerlich viel reifer und klarer gemacht. Den' Schmerz um den Verlust des einstigen Freundes und der Lehre, die sein warmes Herz damit empfangen zu haben glaubte, nahmen sie freilich nichts von ihrer Härte. Aber ste trugen auf leisen Schwingen etwas wie Zukunftshoffnung in seine Seele. Die Gewißheit, daß 'sein Leben nicht immer so leer und kalt wie ient bleiben könnte. Als er eine Stunde später durch die warme, sternenhelle Augustnacht an der Seite des Vaters heimging, erstarkte das schrankenlose Gefühl der Bewunderung in ihm und gebar die scheue, heiße Zärtlichkeit des Kindes. Er hätte stch am liebsten dem Vater an die Brust geworfen und gebeten: Lehre mich zu werden, wie Du es bist, aber lasse mich zuvor einen Blick in Dein Herz thun." Was war das aber auch für eine Nacht! Wieviel Weichheit. Sehnen und Wünschen schsich in ihr mit leisen Füßen über die duftende Erde. Die Kasernenuhr verkündete die Mitternachtsstunde. Die Wachenhusenschc Villa lag grau und schlaftrunken in der Fülle von Licht und Schönheit vor ihnen. Nur aus Addas Fenster floß auf die rothen Kletterrosen, deren dor niae Arme die Nordseiie des Hauses eng umschlungen hielten, matter Lich terglanz. Farblos und nüchtern nahm er sich in dem duftenden Märchenland aus. wie ein Seufzer, d:r zum Himme' will und doch nicht dorthin gelangen kann, weil Erde. Wollen und Sterne voller Jauchzen und Frohlocken sind. Vater und Sohn hatten stch gute Nacht" gesagt. Der Oberst wollte noch arbeiten. Ein Weilchen blieb Jürgen unschlüssig am Fuße der Treppe stehen. Es zog ihn fast gewaltsam in die stille, lichte Sommernacht hinaus, die über alles ungestüme Sehnen ihre weicbc Hand hält. Demn aber besann er stch. Er stie? die Stufen empor und klopfte bei Adda an. (Fortsetzung folgt.)
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