Indiana Tribüne, Volume 30, Number 15, Indianapolis, Marion County, 10 September 1906 — Page 6
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Enrapäische Nachrichten.
'ZroVinz 'MrandttSurg. Berlin. Robert Schweichel, der langjährige Vorsitzende des Vereins Berliner Presse", feierte in geiftiger Frische seinen 85. Geburtstag. Nicht blos als Romandichter und Verfasser anregender Reiseschilderungen wird Robert Schweichel hoch geschätzt, sondern auch durch seine Charaktereigenschaften gewann er stets viele Sympathien. Eine Reihe von Jahren hindurch redigirte er die Deutsche Romanzeitung". Von einem Automobil todtgefahren wurde der 29jährige Radfahrer Otto Steiner auS der Barbarossaftraße 9. Bei einem schrecklichen UnglückSkall im Eisenbahnbetrieb hat der 24jäh rige Rangirer Frredrich Belling aus der Wilhelmstraße 76 im benachbarten Lichtenberg den Tod gefunden. Belling hatte auf dem Bahnhof Lichtenberg - Friedrichsfelde Dienst at than und war durch ein unglückliches Versehen zwischen die Puffer zweier Guterwagen gerathen. Der Brustkorb wurde ihm dabei vollständig eingedrückt. Auf dem Transport nach dem hiesigen Krankenhause Friedrtchshain starb er. Auf den F?chrHerrn Franz Krüger, der von einem Vergnügen zurückkehrte, wurde im Thiergarten ein Mordanschlaa verübt. Krüger wurde durch Schrotschüsse, die ein etwa 18jähriger Mensch auf ihn abfeuerte, im Gestcht schwer verletzt. Der Thäter entkam. Es handelt sich offenbar um einen Racheakt bei Personenverwechsluna. In der Zweiganstalt (Verzinneret) der Berliner Firma Wolf, Netter und Jakobi in Adlershof bei Köpenick ist ein größerer Unfall voraekommen. Sechs Arbeiter waren damit beschäftigt, eine schwere Gisenplatte in aeschmolzen Metallmasse einzulegen. Als die Leute die Platte hoch über den Schmelztiegel hielten, entglitt ihnen plötzlich die schwere Last und stürzte in das geschmolzene Eisen hinein. Nach allen Seiten spritzte die glühende Masse und traf vier Arbeiter. Am schwersten verletzt wurde der Gießer Hermann Woytas auS Cöpenick. Er wurde an beiden Füßen am Kopf, im Gesicht und an den Armen schwer verbrannt und mußte in ein hiesiges Krankenhaus eingeliefert werden. Auch die drei anderen Arbeiter, darunter zwei aus Berlin, sind durch das glühende Eisen übel zugerichtet worden. Potsdam. Verliehen wurde: Dem Oberregierungsrath von Tzschoppe hier und dem Rentner Emil Junghenn zu Schöneberg bei Berlin der Kronenorden dritter Klasse, dem hiesigen praktischen Arzt Dr. Paul Heinze der Kronenorden vierter Klasse. Charlottenburg. Der Ingenteur Müller von hier, der bei der Allgemeinen Elektrizitätsgesellschaft in Berlin thätig ist, war mit seinem Freund, dem Ingenieur v. R.. in einem Segelboot von Pichelsdorf aus auf die Havel gefahren. Beide sind nicht zurückgekehrt; dagegen hat man das gekenterte Segelboot an der Schwaneninsel im Fahrwasser treibend aufgefunden. Die beiden Ingenieure find zweifellos gekentert und haben dabei den Tod in den Fluthen gefunden. Friedrichshagen. EisenbahnTelegraphenmeister a. D. Julius Ost.--waldt erhielt den Kronenorden vierter Klasse. Provinz Hstpreußen. Königsberg. Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich bei den Abbruchsarbeiten zur Freilegung des königlichen Schlosses in der Altstädtischen Bergstraße. Der Arbeiter Doder, Kreuzstraße wohnhaft, war damit beschäftigt, ne Kelleröffnunz an dem Hause Altstädtische Bergstraße 34 mit Brettern zu vernageln, als plötzlich aus noch nicht festgestellter Ursache ein schwerer Balken ausder oberen Etage herunterstürzte und Dober mit einer solchen Vehemenz am Hinterkopf traf, daß er zusammenbrach und die Besinnung verlor. Der sofort herbeigerufene Krankenwagen Krackte den Schwerverletzten nach dem städtischen Krankenhause. Braunsberg. Im Stall neben dem Wohnhause des Fleischermeisters Ludwig Böhm entstand Feuer, das auch dieses Wohnhaus und das Wohnhaus der Wittwe Hohmann ergriff und alle drei Gebäude in Asche legte. Mehrere Arbeiterfamilien haben ihre unversicherte Habe verloren. Groß - Neu hoff. Beim Motorradfahren ist der Ziegeleiverwalter Neusitzer schwer verunglückt. Er wollte auf der Chaussee zwei Fuhrwerken ausweichen und fuhr dabei über einen Steinhaufen die Böschung hinab. Neusitzer erlitt schwere Verletzungen am Kopfe. L e n g a i n e n. AIS das 2jährige Söhnchen des Abbaubesitzers KönigSmann auf dem Hofe spielte, entfernte es sich, ohne daß jemand es bemerkte, fiel in ein naheliegendes Torfbruch und ertrank. Minge. Kürzlich vermißte die Besitzerfrau Klaweit ihren fünf Jahre alten Sohn. Nach längerem Suchen entdeckte die Mutter in einem ain Ufer der Minae stehenden Kahn drei Mohrrüben, die sie vor einiger Zeit ihrem Kinde gegeben hatte, und wurde nunmehr die Minge nach dem Kinde
abgesucht, dessen Leiche venn aucy gefunden wurde. Przytulbe. In der sogenannten Tiefen Kutte ertrank beim Baden der 18 Aahre alte Schüler Mölcher. Queden. Ein schweres Unglück ereignete sich in dem nahen Tauchelsee.
,Der Kutscher Kahlke hatte im Auftrage seines Herrn mit einem zweispännigen Fuhrwerk mehrere Aus- ! flügler nach dem nahen Stadtwalde GLrlitz gebracht. Während diese sich 1 im Walde mit 5dartenpielen vergnügten, gerieth das in der Nahe deS Sees stehende Fuhrwerk aus nicht bekannte? Ursache in daö durch seine tiefen Abgründe gefährliche Gewässer, ud Kutscher uud Pferde ertranken. Zfrovinz Westpreußen. Dangig. Der 23jährige ApotheKr Josef Glücksmann versuchte sich dadurch das Leben zu nehmen, daß er in seiner an der großen Mühle belegenen Wohnung einen Revolverschuß gegen feinen Kopf abgab, der aber nicht sofort tödtlich war. In bewußtlosem Zustande wurde der Schwerverletzte mittels Sanitätswagens nach dem chirurgischen Stadtlazareth gebracht, wo er der erlittenen Verletzung erleben ist. u h n 1 e e. Das Bauaescyaft Wetde konnte auf ein lOOjäyriges Bestehen zurückblicken. Der jetzige Jnhaber, Max Melde, hat den Betrieb ganz bedeutend erweitert. Pangrik - Kolonie, Schwer verunglückt ist die hiesige MaurerWittwe Matern. Sie war bei der Heuernte in Lärchwalde beschäftigt und fuhr auf dem Heuwagen mit heim, als sie plötzlich vom Wagen fiel und sich derart verletzte, daß sie bestnnungölos liegen blieb und in's Elbinger Krankenhaus gebracht werden mußte. Riesenburg. Der an dem Ver. größerungöbau des Deutschen Hauses bier beschäftigte Zimmerpolirer Rosenbaum aus Mortuna stürzte von dem Gerüst des ersten Stockwerks hinunter. Trotz der geringen Höhe fiel der Mann, welcher bereits über 60 Jahre alt ist, so unglücklich, daß er ofort in das Krankenhaus einbette'ert werden mußte. Neben anderen chweren Verletzungen wurde dort festgestellt, daß er sich eine gefährliche Nierenverletzuna zugezogen habe. S t u h m. Kürzlich starb Hauptmann Hugo Philipsen - Barlewitz. eines der angesehensten Mitglieder unseres Kreises. Seit 1874 war er Amtsvorsteher und Mitglied des Kreisausschusses und seit etwa 30 Jahren Kreisdevutirter. Als preußischer Reserveoffizier hat er 1848 aehalfen, den badischen Aufstand zu unterdrücken, und 1866 gegen Oesterreich hat er dem Vaterlande treue Dienste geleistet. Warmhof. Mit Essigessenz hat sich das Sy2 Jahre alte Söhnchen deS Arbeiters Balkusa vergiftet. AlS die Mutter auf einen Augenblick hinausging, kletterte das Kind auf ein Spind und holte die Flasche herunter. Die Mutter kam gerade dazu, als das Kind einen Schluck von der Essenz trank. Es starb unter qualvollen Schmerzen. Arovinz sommern. Stettin. Die Rettungsmedaille am Bande ist dem Töpfersparkstraße 14 wohnenden Monteur Paul Noeldner verliehen worden, der am 14. September v. I. den Schiffszimmermann Carl Feldt aus der Gefahr des Ertrinkens gerettet hat. Die Auszeichnung wurde ihm durch den Polizeipräsidenten überreicht. A l t d a m m. Der Dachdecker Franz Jaenisch, welcher in der Holzbearbeitungsfabrik der Firma W. Stange & Co. hier arbeitet, gerieth, als er an der Cylindersage beschäftigt war, so unglücklich in dieselbe, daß ihm sämmtliche Finger der rechten Hand abgeschnitten wurden. F a l k e n b e r g. Hier ereignete sich ein sehr bedauerlicher Unglücksfall. Der Besitzer Garbrecht, ein Mann in den fünfziger Jahren, mähte mit einer Maschine Getreide. Bei der Frühstückspause ließ er die Pferde mit der Maschine stehen. Plötzlich scheuten die Thiere und gingen durch. Der Besitzer wollte die Pferde noch anhalten. kam jedoch dabei zu Fall und gerieth in die Maschine. Der linke Arm und das linke Bein wurden völlig aufgeschnitten und zerfleischt. I a r m e n. Aus Liebeskummer in den Tod gegangen ist das Dienftmädchen Emma Hacker von hier. Sie hatte einen Schweizer von einem benachbarten Gute zum Bräutigam; dieser ist nun seit einigen Wochen verschwunden, ohne je wieder Nachricht von sich zu geben. Kürzlich ist das Mädchen, welches erst 16 Jahre alt war, unterhalb der Zuckerfabrik in eine Torfgrübe gesprungen, und da niemand den Vorgang gesehen, ertrunken. K a m m i n. Die goldene Hochzeit beging daS Hotelbesitzer Ziebell'sche Ehepaar im nahen Berg - Dievenow. Wussow. Der Kuhfütterer August Braun von hier, der auf einem die Oder abwärts fahrenden Heuvrabm besckäfttat war und verchwanD, ist in der Oder bei HevwtgA.11. - im ,"k I ir r r .' l ui?e ai ueicye aufgefunven worden. h ist. wie sofort vermutbet wurde. von dem Prahm in's Wasser gefallen und ertrunken. Zamplhagen. Nach einem Brande vermißte man den Höteu-
gen rig zgoppe. tsr wuror jpsuv, unter den Trümmern als verkohlte Leiche hervorgezogen. Zanow. Frau Commerzienrath Eschenbach hat auf Wunsch ihres verftorbenen ManneL den AlterS-Ren-tenfondS der Arbeiter von 30,000 auf 100,000 Mark erhöht. Provinz KcHteswtg.Lkorstein. A l t o n a. Der 16jährige Schiffsjunge Schädel stürzte, als er ein Beiboot am Ewer Johanna" befestigen wollte, in die Elbe und ntrank. Die Leiche wurde sväter gefunden. A p e n r a d e. lM Unglück ereignete sich hier auf der Flensburaer Chaussee. Der achtundsechzigjähnge Handelsmann Rasmussen befand sich mit seinem Fuhrwerk auf dem Wege nach Sonderburg, und zwar auf dem steilen Berge vor Lundsbergkrug, alö das Voetmannsche Automobil von entgegengesetzter Seite herkam, Daö Pferd wurde scheu und der Wagen stürzte um, und Rasmussen gerieth unter seinen mit schweren Kisten beladenen Wagen. Schwerverletzt wurde er iles Krankenhaus gebracht. G l U ck st a d t. Verliehen wurde das Allgemeine Ehrenzeichen dem pensionirtm Kanzleigehülfen Gottfried Weber, dem Fleischbeschauer Heinrich Ewers und dem Lohndiener Theodor Vurmeister Hierselbst. H e i d e k a m p. Beim Holzfahren den steilen Berg bei Fleischgaffel herunter kam das Holz ins Vorwärtsrutschen. Dadurch kam der auf dem Wagen sitzende Sohn des Hufners Wagner Hierselbst zum Hinunterfallen und schlug mit dem Kopfe auf das Geländer der Brücke, der dadurch ganz aufplatzte. Außerdem ging ihm noch der schwerbeladene Wagen über die Schulter, so daß der junge Mann sofort den Tod fand. Rendsburg. Ein betrübender Unglücksfall ereignete sich in hiesiger Stadt. Der Kaufmann Schmidt bestieg seinen Neubau, um sich aus Anlaß der Richtfeier mit Photographiren zu lassen. Oben angekommen, stürzte er vor den Augen sämmtlicher Zuschauer auf die Straße, wo er schwer verletzt liegen blieb. Rabenholz. Der früher in Angeln und weit über dessen Grenzen hinaus bekannte Viehhändler Chr. Boysen von hier ist in Flensburg, wohin er vor längerer Zeit übersiedelte, verunglückt. In seinem Hause war Feuer ausgebrochen, und zwar so plötzlich, daß er sich nicht retten konnte. Er wurde von Mitgliedern der Feuerwehr zwar noch lebend aus dem brennenden Hause geholt, hatte aber so starke Verletzungen erlitten, daß er nach der Diakonissenanstalt gebracht werden mußte, wo er bald darauf starb. 'Aror-rnz ScHresten. B r e S l a u. Der Margaretenstraße S wohnende Arbeiter Gustav Lilge fiel von der Lessingbrücke in die Oder und ertrank. Gleichzeitig wurde bei der Werderbrücke die Leiche des seit mehreren Tagen vermißten Handlungslehrlings Alexander Tillner aus der Oder gezogen. Die 50jährige Doktorjubelfeier beging der ord. Professor der slavischen Philologie an der hiesigen Universität, Geh. Reg.-Rach Dr. phil. Wladislaus Nehring. Brieg. Während einer Stadtverordnetensitzung vom Tode ereilt wurde hier der 64jährige Stadtverordnete, Buchhändler Bänder. Er hatte soeben die zur Debatte stehende Angelegenheit in längerer Ausführung besprochen, als er Plötzlich, vom Schlage getroffen, zusammenbrach. E i ch e n a u. Drei Kinder von 22 4 Jahren, die auf der Straße umherliefen, wurden von der Straßenbahn überfahren. Das 2jährige Kind Jurczok war sofort todt. Die Kinder Wowro (3 Jahre) und Zpenkalla (4 Jahre) sind leicht verletzt worden. G l a tz. Die 9 Jahre alte Tochter des in der Nähe der Halben Meile" auf Nieder - Schwedeldorfer Gemarkung wohnenden Schmiedemeisters Strauch wurde im Chausseegraben der Chaussee von hier nach Reinerz unweit der väterlichen Wohnung ermordet aufgefunden. Die Kleine war auf dem Wege zur Schule in NiederSchwedeldorf. wo sie vom Mörder überfallen und an ihr anscheinend ein Lustmord verübt wurde. Dem Kinde war die Schlagader und die Luftröhre durchstochen, außerdem zeigte es schwere Verletzunaen am Unterleibe. Als Mörder der Jda Strauch wurde der 31 Jahre alte Arbeiter, Häusler Ernst Nentwig aus Seifersdorf, festgenommen. Der Thäter ist geständig. Je schen. Ein gräßlicher UnglllckSfall ereignete sich beim Abbrechen der hölzernen Ueberführungsbrücke auf dem Bahnhofe Lossen. Der im Alter von 50 Jahren stehende Btmmerpouer Franz Prersner von hier stürzte bei der Arbeit von der Brücke herab und schlug mit dem Kopfe so heftig auf einen Pfahl, daß ihm der Schädel in der Schläfengegend zertrümmert wurde. Gleichzeitig wurde der Unglückliche von einem um, stürzenden Balken getroffen. Der Tod trat auf der Stelle ein. P a w l o w i tz. Der 68jährige Contraktarbeiter Joseph Paschenda trieb Kühe von der Weide nach Hause. Plötzlich scheuten die Thiere vor einem auf Stelzen gehenden Knaben und schleiften den Mann eine Strecke weit. Er erlitt derartige innere Verletzunaen, daß er noch in derselben Nacht öarb.
Meik Haversack's Schreibebrirf.
So.461. m w r 'VCSj j Veöbrter Mister Edithor! Wisse Se, was ich gedahn hen. Miper Edithor, ich hen mich e Latt gekauft. Un wisse Se, was ich gehn un duhn? Ich bilde mich e Haus un dont ju fergett it. Bei Baldrians hen ich 's nit mehr stende könne. Wann die Piebels krehsig wer'n das is e alte Storie, dann fange se im Kopp an un die Selma Hot im Kopp angefange. Do hen ich zu mich gesagt: Meik, hen ich gesagt, du besser Skidduh, sonst häppend dich auch noch er des Menschliches un du verlierst mehdie auch noch V$ bis'che Verstand. Ich sin dann zu in Riejel-Ssteht-Mann gange un hen gefragt, ob er ebbes diesentes for n,ich hält. Juhbettschuhrleif, er Hot ebbes gehabt! Lotte Hot er gehabt, do is eine schöner un besser wie die annere gewese un er Hot mich die Ettwentetsches in so gliehende Farwe geschildert, daß es mich nit lang genomme Hot, zu beiße. Er Hot mich e Mäpp gezeigt, do Ware schöne Stritte mit schöne Vildings un schöne SeitwahkS un SchehdtrieS druff gemolt, un ich hen zu mich gesagt. Meik, hen ich gesagt, wann du do e Lati kaufe duhst, dann machst du kein Mißtehk. Er Hot mich for die Latt fünf Hunnert Dahler gefragt un ich hen noch zwanzig Dahler erunner getschuht un mitaus daß ich die Latt gesehn hen, eckzept an Pehper, hen ich en Kohntrackt gefeint gehabt; dann hen ich e paar von meine Freunde von meim Bahrgen verzählt un die hen gesagt, daß ich en verdollte Fühl aus mich gemacht gehabt hätt, bikahs ich hen gekauft, mitaus daß ich gesehn hen was ich kaufe. Well, hen ich gesagt, ich will Euch emol ebbeS sage, der Kohntrackt is an en Sonndag geseint. is also no gut, wann ich mien sein will, un ich bitte euch, geht heut Mittag emol mit mich nach den Allatment, do gucke mer emol, wi es aussieht. Do Ware se einverstande un ich hen e Boggie aus den Liwlveriefiehbel geholt un mtx sin enaus gedriwwe. Wie mer an den Platz komme sin, do iS alles gewese. wie der Ehtschent gesagt Hot, eckzept, daß keine Stritte un kein Seitroahk un kei SchehdtrieS dogewese sin. ES Hot die letzte paar Däg arig gereaent gehabt un in Konsekwenz war das ganze Allatment gefloddet. Ener von meine Freunde Hot gesagt, unner die Zerkumstenzes könnt ich nit tschodsche. Mehbie die Stritte un Seitwahks un SchehdtrieS wäre all unner Wasser; ich sollt lirwer noch emol hingehn, wann das Wasser fort wär. Well, Mister Edithor, ich hen die Beschicht dorchin un dorchaus nit gegliche un es Hot puttinier zu mich geguckt, als ob ich getschietet wär. Well, ich hen e Bielein zu den Ehtschent gemacht un hen ihn gesagt, was ich auSgefunne hen. Mein liewer Mister Mann, hen ich gesagt, unner die Zirkumstenzes könne Se nit wunnere. wann ich meine Sicknetscher zurückziehe." Is dat so, Hot er gesagt, ei geß awwer nit, waS gefeint is, das is gefeint, un wann Sie fo schmart sin, wie se prietente. dcmn hätte Se erschi gucke solle, befor daß Se gefeint hen. Was vorbei is. das is vorbei." Do druff hen ich grad gewart gehabt. .Jetzt will ich Jhne emol ebbes sage, hen ich gesagt, wann Sie mich fonnie komme, dann komm ich noch viel fonniger. Den Kohnträckt reffjuhs ich m das is all was ich duhn, wann Sie c..:ol daS Pehper angucke wolle, dann wer'n Se ausfmne, daß die Sicknetscher an en Sonndag gemacht is worde un en Konträckt an en Sonndag is nogut." Do Hot er so schmart geschmeilt. daß ich am beste gegliche hätt ihn eine zu pehfte. Sie brauche nit so schmart zu gucke, hen ich gesagt, hole Se sich emol Jhne Jbren Konträckt herbei un dann wer'n Se kanwinzt sein." Mister Scheriff, Hot er gesagt, sin Sie ganz schuhr, daß Sie den Konträckt an en Sonndag gefeint hen?" Do sin ich awwer doch so mähd geworde wie alles un ich hen ihn e PieS von mein Meind gewwe, das war auteseit. Er Hot awwer nit die lieft Ettenschen dazu geveht; iS an feine Sehf gange un Hot den Konträckt geholt. So fchloh. daß ich ihn hätt helfe könne, Hot er das Pehper auSenanner gemacht un Hot mit dem eine Auqe gewinkt. Mister Scheriff, Hot er dann gesagt. WaS war am Sonndag for en Deht?" Do hen ich gesagt am Sonndag wär der sechSunzwanzigfte gewefe. Korrekt, Hot er gesagt, jetzt plies un gucke Se emol uff den Konträckt." Ich hen geauckt un do Hot iwwer meine Sicknetscher gefianne der siwweunzwanzigfte". Denke Sie denn, Hot er Widder gesagt, en Riejel Efteht Mann iS so grien, daß er so en Mißtehk mache dt? Ich weiß qut genug, daß mer am Sonndag ken Pehper ekording tu Lah seine kann un do hen Sie ein-
kacy am nächste Dag geseind. sehn, daß Sie jetzt nit mehr ausbäcke könne. Un was wer'n Se denke, der Feller Hot jetzt aestart, mich daunzukahle, daß es e Schebm war. Glauwe Sie denn, Hot er gesagt. Sie könn e Latt for e paar Hunnert Dahler an e Stritt kaufe, wo nicks wie zwanzig Dausend Dahler Pildings stehn duhn? Stritts, wo Se mit e Auto mobilch Hingefahr wer'n? Natt motsch. Wann das Wasser auS die Stritt fort is, dann könne Se die Seitwahks sehn un die SchehdtrieS auch. Bis jetzt sins noch kleine Schrimps von Bäumcher, awwer warte Se nor emol zehn oder fufzehn Jahr, dann sin se schön un groß. Sie sin auch nit gleich so e feschter Hannes gewese. Ich sin schuhr, daß Sie noch emol arig froh sin. daß Se von mich gekauft hen." Well, damit iS die Sach gesettelt gewese. Ich hen mein Meind schon uffgemacht, daß ich mitaus Dieleh mich e HauS bilde un wann ich an die Stritt der Peionier sind. In mein nächste Schreiwebrief kann ich Jhne mehbie schon die Dietehls von mei Bilding mittheile. Mit beste Riegards, JuhrS trulie Meik Habersack, Eskweier un Scheriff von Appel Jack, Holie Terrer Kaunrie. Die Buikanwark auf dem Vesuv.
In den Berichten über den letzten großen Ausbruch des Vesuvs wurde häufig des Observatoriums gedacht, das sich auf einem westlichen AuSläufer der Somma erhebt und als seift mische und meteorologische Station dient. Es stellt sich als ein Prachtbau dar, dessen Bedeutung für die wissenschaftliche Erforschung deS Vulkanismus iirdeß, nach der Ansicht von Fachmännern, nur gering ist. Prof. Dr. I. Stoklasa von der TechNischen Hochschule in Prag, der sich im Mai zum Vesuv begeben halle, um dort wissenschaftliche Studien zu machen, berichtet jetzt über seinen Besuch des Observatoriums. Es ist sagt er, ein Gebäude, dessen Aeußeres einen vielversprechenden Eindruck macht. Um so größere Enttäuschung bereitet unö daS Innere. Die Einrichtung ist ungemein primitiv und beschränkt sich auf physikalische In strumente, die in dem Laboratorium einem einzigen Zimmer untergebracht sind. Dem kgl. Observatorium mangelt es sogar an der nothwendigsten Einrichtung zur qualitativen chemischen Analyse. Diese ärmliche Ausrüstung des Laboratoriums ist der geringfügigen Jahresdotation zuzuschreiben. Das Observatorium und Laboratorium gewiß des interessanteften Vulkans der Welt sind. waS die primitiv Einrichtung betrifft, wahre Unika. Uebereinstimmend geben wir der Ansicht Ausdruck, daß es nothwendig ist, das jetzige Observatorium zu reformiren und eine reich ausgestattete internationale Versuchsstation mit geophysikalischen und chemischen Laboratorien zu errichten. Ein derartiges Institut wäre ein Seitenstück zu der Internationalen biologischen Station in Neapel.Hierzu bemerkt eine deutsche Fachzeitung: Diesem letzten Vorschlage des Prof. Stoklase können wir nicht zustimmen. Die Idee eines Observatoriums auf dem Vesuv ist überHaupt verfehlt. WaS man dort wöhrend einer Eruption wahrnehmen kann, ist nicht viel mehr als was auch an entfernten Orten gesehen wird. Sichere Warnungen vor Ausbrüchen kann daö Observatorium nicht ertheilen und. gemäß allen Erfahrungen, über daS Wesen deS Vulkanismus schwerlich etwas Entscheidendes lehren. Bessere Resultate alS auf dem Vesuv selbst sind zu erzielen, wenn an mehreren Orten rings um den Vulkan kleinere Stattonen für feismographische Beobachtungen errichtet werden. Daß Prachtbauten nicht nöthig sind, um wichtiae Wissenschaftliche Ergebnisse zu erzielen, lehrt ein Blick auf das einfache Gebäude der kaiserlichen Centralstation für Erdbebenforschung in Straßburg. Anwalt nd Präsident. Ein französisches Blatt erzählt: In einem sehr langweiligen ErbschaftsProzesse, der vor einer Pariser Civilkammer zir Verhandlung kam, lieh der Anwalt dS Kläger, ein noch sehr junger, aber sehr selbstbewußt auftretender Jurist, schon seit zwei Stunden die sanften Wellen seiner Beredsamkeit in die Ohren der troftlos und verzweifelt dreinschauenden Richter rieseln. Plötzlich machte er mitten in einem Satze eine Kunstpause, Nun. Herr Rechtsanwalt fragte zerstreut und gelangweilt der Vorsitzende, worauf warten Sie?" Ich warte", erwiderte in scharfem Tone der Advokat, bis der Herr Richter neben Ihnen auS feinem Schlummer erwacht sein wird!" Oh", entgegnete mit feinem Lächeln der Präsident, vielleicht will er mit dem Aufwachen warten, bis Sie fertig sind!" . mi DaS Neue Palais bei Pot. dam enthält etwa 200 Zimmer. Im Jahre 1904 wurden in London 23.269 neue Häuser erbaut. Die Säule ncacteen (Quiöcos) erreichen Höhen bis zu 24 Fuß.
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