Indiana Tribüne, Volume 30, Number 15, Indianapolis, Marion County, 10 September 1906 — Page 5

Jndiana Tribüne. 10 September 1906

S

Jutcrurban Zeit-Tabelle.

I. U. T. Syfte. 13 ftraft Sonntag, bin 20. Mai 1908.! Züge verlassen Indianapolis. Runcie 5? Rarion Division. awrence, Fortville, Pendleton. nderson. Horttown, Muncie, Middletown, Alezandria, ummitville, Fairmount. GaS City, JoneS ooro und Marion. 4 00 6 06 6 00 7 06 00 9 06 10 00 11 00 11 05 12 00 Nm. Bm. Bm. Vm. Bm. Vm. Vm. Bm. Vm. ttg. 1 06 Nm. 2 00 Rm. 3 06 Nm. 4 00 Rm. 6 00 Nm. 5 06 Nm. 6 00 Nm. 7 06 Rm. 8 00 Nm. 9 06 Nm. 11 30 Rm. Limited. LoganSvortck Peru Division. Tarmel, RobleSville, Cicero, rcadia. Uanta, Tipton, okomo. Galvefton. alton, LoganSport, iami, Bunker Hill, Peru und Elwood. 5 00 Bm 1 45 Rm. 5 46 Bm. 3 00 Nm. 7 00 Bm. 3 46 Nm. 7 46 Bm. 6 00 Nm. 9 00 Bm. 5 45 Rm. 9 46 Bm. 7 00 Nrn. 11 00 Bm. 7 46 Nm. 11 46 Bm. 00 Nm. 1 00 Nm. 11 30 Rm. Limited. jOtt Zug um 11:30 Abend der Jndian. V,S-LoganSport iDivision geht nach Peru MNatt LoganSport. eue spezielle Bedienung nach Ft. Wayne. Züge verlassen Indianapolis um 7:00 und 11:00 Uhr Vormittags und 3:00 und 7HX) r Nachmittags, machen die Fahrt nach It. Wanne in 4 Swnden und 40 Minuten. euer Zug Marion Flyer Verläßt Marion 7:56 LormittagS und 1:56 Räch, ittagS ; Verlaßt Indianapolis 11:00 Bor mittags und 5:00 Nachmittag ; hält bloS in nderson und lezandria an. Anschließend Linien erreichen Dayto, Ohio, Ft. Wayne, Huntington. Wabash. fontaine. Swayzee. Greentown, Hartford Aity. Montpellier, luffton, Winchester, Knion City, Greenvikle, O.. und Zwischen Rationen. Fracht, und Passagier.Osfice Termin artqimmer. Telephon M 176. Indianapolis fe Eastern. nnited Züge fürRichmond und allen untten in Ohw, welche verbunden find mit mektrischm Linien, !um 8:10 und 11:10 or. ntags, 2:10 und 6.11 Nachmittags und S:I0ben. Locale Züge für Richmond mnb Zwifchenftationen von 6:00 Uhr Bor ittagS an und dann jede Stunde, ausge. ommen die Limited Zeit, biS 9:00 bendS (7tf0 Uhr bendS auSgelaffen). Letzter Zug ach Gremfield um 11.30 Uhr bendS. Indianapolis & MartinSville. Erst Morgen-Car um 6:10 Uhr Morgen. Dann von 6:30 Uhr Morgens jede Swnde ,i 11.30 Uhr Abend: ausgenommen die Stunden 8:30 und 10:30 Uhr Abend. Indianapolis Eoal Traction Co. Züge laufen stündlich von Jndianapoli ach Plainfield von 5:00 Uhr Morgen bi 11.-00 Uhr Abend ; ausgenommen die Swn den 8:00 und 10:00 Uhr Abend. Indianapolis & Northwestern. üae lauten stündlich von 5:00 Uhr Mor. gen bi 8:00 Uhr Abend. Anschluß in Lebanon für Thorntomnund.Crawsorvsvme. Der Zug um 10:00 Uhr Abends fährt blos bis nach Lebanon. Der Zug um 11:30 Uhr Abend fährt bi ach Frankfort. Anschluß m Levanon für Erawfordville ; derselbe fährt in der onw tag Nacht blos bi nach Lafayette. Limited Züge für Lafayette fahren ab um 8:10 und 11:10 Uhr Morgen, und 2:10, R-10 Rackmittaa und 7:10 Abend. Für CrawfordSville um 10:45 BormittagS und 4:26 Nachmittags. Reinhold Stark, Haus-, Schilder-, .... und .... Fresco-Maler, Holzmalerei, ( G rainin 2 meine Spezialität. No. 408 West Raymond Str. Neuer Telephon 9733. EDWAKD V. ME88ÄER 1025 Madifon ve. wl llemiger gent dn berühmten Williams Pumpen NO TRIX" TO FIX". ilepararunn an Pnp werd prompt und MOift augef,kri. eparatur an HSulern ant Tnnlegk nener Rinne oder nbringen neuer dstudrdhrea an, Zrn der galvanistrw N werden z jede mnrantrr rint ftnlihtimh ant iftn QemaAt.

Das Hennendiandl. Tiroler Humoreske von Rudolf Greing. Die dummen Geschichten, die einem

selber passirt sind, erzählt man re gelmähig am unliebsten. Zur heilsamen Buße für unterschledüche Sunden muß ich mein Abenteuer mit dem Hennendiandl aber doch einmal auskramen. Das ist schon ziemlich lange her. Ich war damals in der. höchsten Blüthezeit der holdesten Jugendeselei. Es war in den Ferien nach meiner Gymnasialmatura. Ich enoh meine frisch erworbene Freiheit mit vollen Zügen in Gestalt einer Sommerfrische im Brandenberger Thal. Von Rattenberq im Unterinnthal aus wanderte ich an einem Julitag mit dem Rucksack am Rucken über das uralte romantische Frauenklösterlein Mariathal in die Bergeinsamkeit von Brandenberg. Durch rauschenden Buchenwald entlang der Brandenberqer Ache, deren spiegelklares Wasser einen ganz eigenartigen Perl mutterglanz hat. Völlig wie zauberische Farben von Märchenbronnen. Eine weite Strecke über einen schier ebenen Saumpfad und schließlich steil empor nach d im Hintergrund des Thals gelegenen Gemeinde Aschau. Ein richtiger Schinderweg, der einem fei Sonnengluth den letzten Schweißtropfen aus den Poren treibt. Aber droben auf den grünen Bergmatten, über die sich weit verstreut die Bauernhöfe von Aschau breiten, ist's dann umso herrlicher. Man sieht nicht allzu fern in ?er Runde. Die Welt ist eng begrenzt da droben. Umso leichter vergißt man auf die Welt draußen. Aschau hat ein einziges kleines Wirthshäusl. Ein richtiges Bauernwirthshausl, in dem es wohl einen guten Tropfen Wetn, aber in der Kost verdammt wenig Abwechslung gibt. Speckknödel, Schmarrn, Geselchtes mit Kraut, Topfenbaunzen oder Erdäpfelnudel, das macht so ziemlich die ganze Speiskarte aus. Höchstens einmal ein frisches Schweinernes, wenn gerade ein Bauer schlachtet. An Werktagen war es recht einsam in dem Wirthhäusl. Kaum daß sich hie und da ein Gast dahin verirrte. An Sonn- und Feiertagen ging es aber sehr lebhaft zu. Da kamen die Bauern und Knechte und huldigten dem Vergnügen des Kegelscheibens. Es war eine prächtige Kegelbahn beim Wirth, auf der oft hitzige Schlachten ausgefochten wurden. Schon am ersten Sonntag meiner Sommerfrische in Aschau hatte ich den Kranzelscheiber Lex kennen gelernt, der alsbald mein besonderer Freund und Vertrauter wurde. Mit seinem gewöhnlichen Namen hieß er Alexius Hupfauf und war Knecht beim Kircbebner, einem größern Bauern in Aschau. Der Lex war der besie Kegler in der ganzen Gegend. Daher auch sein Uebername Kranzelscheiber Lex. Er weihte mich in die höheren GeHeimnisse des Kegelscheibens ein. Wie man eine sogenannte Prälatenwurst" scheibt, d. h. auf einen einzigen Wurf die drei mittleren Kegel mitsammt dem König zu Fall bringt. Dann die schwierigere Technik der Kranzeln. Da gilt eö, auf drei Würfe sämmtliche Kegel mit AuSnahme des Königs in der Mitte zu fällen. Und endlich das Ideal jedes Keglers: das Naturkranzel. Das ist das oben erwähnte Kranzel auf einen einzigen Wurf. Die Naturkranzeln sind übrigens so selten, daß sie mit Jahr und Datum an den Batten der Kegelbahn angekreidet werden. In der freien Zeit, die mir das Kegelscheiben und das Herumstrapanzen in der Gegend ließ, hatte ich mich schauderhaft verliebt. Der Gegenstand meiner Verehrung war ein junges, etwa neunzehnjähriges Diandl mit dunkelbraunen Zöpfen, braunen lustigen Augen und einem herzigen G'sichtel. Das Vronele beim Gschwentnerbauern. Der Gschwentner war der reichste Bauer in Aschau. Sein Gehöft konnte wahrhaft stattlich genannt werden. Ein breit und massig hingebautes Bauernhaus mit großem Stall, Heustadel und Tennen und mit einem ausgedehnten grünen Anger. Die Gschwentnerbäuerin hatte eine geradezu leidenschaftliche Vorliebe für Geflügelzucht. Das größte Contingent stellten natürlich die Hennen. Es waren aber auch ziemlich viele Enten und Gänse auf dem Hofe vorhanden. Sogar ein welschrr Trut Hahn ftolzirte auf dem Anger umher. Für du Hennen hatte der Baue: einen eigenen Stall errichtet. Ein kleiner Theil des Tennen war zum Hennenstall umgebaut worden, zu dem vom Erdboden aus ein schmales Stiegerl hinaufführte. Für die Hennen und das übrige Geflügel hatte sich die Bäuerin eine eigene Dirn angestellt, die in Aschau allgemein nur das Hennendiandl hieß. Und dieses Hennendiandl war eben das Vronele, an die ich mein Herz verloren hatte. Natürlich hatte meine Angebetete vavon ferne Ahnung. Ueber ein paar schüchterne Versuche, mit ihr ein Gesprach anzuknüpfen, war ich nicht hinausgekommen. Und diese Gespräche drehten sich immer nur um die Hen-

nen. Bet mttm Tyema vltev ich unrettbar kleben und suchte vergebens den nöthigen Uebergang zu einer Eröffnung meiner Gefühle. In dieser verzwickten Lage kam mir der Kranzelscheiber Lex u Hilfe, den ich in mein Geheimniß nweihte. Er hatte mir mit entschieden großer Aufmerksamkeit schweigend Zugehört, lachte unter meiner Erzählung mebrmalö verschmitzt und that schließlich die schmeichelhafte Aeußerung: Weißt waö, Du bist a dalketer Teuft! OeS Stadlinger habt'S halt alle an Leibschaden im Hirn! Dö

G'schicht' mit'm Hennendiandl hast ja ganz verdraht ang'fangt! Da muaßt zum Vronele fensterln geh'n, wenn D' wissen willst, wie D' dran bist!'' Als ich ihm erklärte, daß ich so 'was doch nicht recht wagen würde, fuhr mich der Lex an: Laß Dich nit auslachen, Du Trauminit! Wenn Du Dein Herz in den Hosen hast statt dm tickt Fleck, nachher wirst nia was ausrichten bei an saubernDiandl! Uebrigens, weil's Du bist, will i 's erste Mal mit Dir geh'n und Dir 's Loaterl halten!" Ich war überglücklich, daß sich der Lex so echt freundschaftlich meiner annahm, und befand mich drei Tage lang in großer Aufregung und in spannender Erwartung der Dinge, die da kommen sollten. Denn so lanst' dauerte es noch, bis der Fensierlganq angetreten wurde. Es müsse eine stockfinstere Nacht sein, hatte der Lex gesagt. Da jetzt Neumond eintrete, hätte ich gerade die günstigste Zeit erwischt. Inzwischen hatte mir der Lex auch gesteckt, daß mich, soweit er sich auskenne, das Vronele gar nicht so ungern sehe. Stockfinstre Nacht war's, als ich mit dem Lex den Weg zum Gschwentnerhof hinauftappte. Schwere Wolken zogen am Himmel. Eine schwüle Sommernacht. Kaum daß man hie und da einen Stern öurchdlitzen sah. Ich stolperte neben dem Lex dahin, der eine kleine Leiter trug. Endlich kamen wir an den Anzerzaun des Gschwentner. Ein Gatterl knarrte. Es ging über weichen Rasen dahin. Das Gehöft war nur in ganz verschwommenen Umrissen gegen den dunklen Nachthimmel zu erkennen. Kein Lüfterl regte sich. Ein paarmal wäre ich bei einem Haar mit dem Schädel gegen einen der Bäume im Anger gerannt. . Jetzt schienen wir zur Stelle zu sein. Wenigstens machte der Lex Halt und lehnte die Leiter gegen die Mauer. Mein Herz klopfte hörbar. Da iS's Kammerfensterl vom Vrnnele!" flüsterte der Lex. Jatz pass' auf, damit 's nächste Mal 's Fensterln selber kannst!" Der Lex machte mit der Zunge ein paar Schnaggler, daß es klang wie gedämpftes Peitschenknallen. Dann begann er halblaut mit unterdrückter Stimme zu singen: Diandl, ma's Riegerl auf, Mach' mir dei' Riegerl auf, Diandl, mach' auf! Lass' mich nit lang so pass'n Da herunt' auf der freien Gass'n, Diandl, mach' auf! Diandl, Diandl, kennst mich nit, Oder is dös dei' Fensterl nit? Diandl. mach' auf!. . . Und so ging es noch ein paar Strophen weiter. Nichts rührte sich. Ich will mal z'erst aufisteig'n und a bissel anklopfen!" sagte der Kranzelscheiber Lex leise und stieg im nächsten Augenblick flink wie ein Oacherl die Leitersprossen empor. Ich hörte, wie er mehrmals klopfte. Wiederum lautlose Stille. Dann hörte ich den Lex sagen: Mir scheint, 'S Vronele rührt sich schon!" Bald darauf vernahm ich, wie sich etwas in den Angeln drehte. Gleichzeitig kletterte der Lex die Leiter wieder herunter. Sie hat's Fensterl aufg'macht!" flüsterte er. Schleun Dich, steig' ein!" Er schob mich gewaltsam zur Leiter und schob noch hinter mir nach, daß ich, ob ich nun wollte oder nicht, nach oben klettern muhte. Steig' ein!" hörte ich den Lex, der hinter mir auf der Leiter stand. Ich tastete um mich und griff eine Art Fensterbalken. Eine warme dunstige Luft schlug mir entgegen. Steig' ein!" hörte ich noch den Lex sagen. Dann schob er mich durch die Oeffnung im Gebälk durch. Ich purzelte nach vorn ins Dunkle. Noch ein kräftiger Schub des Lex, und ich war drinnen. Hinter mir hörte ich es zuschlagen und einen Riegel vorschieben. Das war das Werk weniger Sekünden. Ich tastete um mich und griff mit den Händen in lauter Stroh. Dann richtete ich mich auf und stieß mir den Kopf derart an dem Ueberboden deö Raumes, in den ich gerathen war, daß mir die hellen Funken vor den Augen tanzten und ich unwillkürlich in die Knie sank. Gleich darauf ging rings um mich herum ein Höllenspektakel los. Ein Schwingen und Flattern und ausgeregtes Gackern, daß ich vorläufig ganz betäubt war. Ich kam jedoch rasch genug zu der Erkenntniß, daß ich mich nirgend anderswo befand, alö im Hennenstall. Das in seiner Nachtruhe gestörte und durch meinen plötzlichen Einbruch ganz entsetzte Hennenvolk tobte wie wahnfinnig um mich herum. Ich schlug mit beiden Armen aus und trommelte

mn den Fausten gegen die feste Bai-

renwand. Lex!" rief ich, Lex! I bin im Hennenstall. Wir haben's Fensterl verfehlt! Mach' auf, Lex!" Keine Anrwort erfolgte. Ich glaubte jedoch ein unterdrücktes Lachen von draußen zu hören. Aufmachen, Lex! Hast g'hört!" trommelte ich weiter. Keine Erhörung. So polterte ich wohl noch eine Viertelstunde weiter. Während dieser Zeit kam - es mir zur Erkenntniß, daß der verflixte er mix einen Possen aesvielt batte. Je mehr ich wüthete, desto rasender wurden die Hennen. Daß man im Haus von dem Spektakel im Hennenstall nichts hörte, dafür fand ich erst später die Erklärung. Der Tennen lag weit nach rückwärts und war von dem Haus durch den Stall und durch den mächtigen Heustadel getrennt. Zudem gingen die Fenster der Schlafkammern alle nach vorn heraus. Bei dem gesunden cylat, den ein Bnuer hat, hätte ich also wohl noch die halbe Nacht toben können. Ich beruhigte mich aber schließlich und kauerte mich in stumpfer Verzweiflung in eine Ecke des Hennenstalles, durch dessen Thürl mich der Lex statt durch Vroneles Fensterl hatte schlüpfen lassen. Ich kam mir unsäglich vor. Ich glaube sogar, ich habe vor Zorn geweint. Mit mir beruhigten sich auch die Hennen. Sie schienen sich mit meiner Anwesenheit abgefunden zu haben. Nur hie und da flatterte eine herum. Dann aber hockten sie offenbar wieder auf. Es kommt mir vor, als ob ich einige Zeit geschlafen hätte. Neuerliches Geflatter brachte mich wieder zu mir selber. Durch die Ritzen im Holzbau des Hennenstalles brachen die Strahlen der Morgensonne. Ich hörte, wie sich Schritte näherten. Ein Riegel wurde zurückgeschoben. Das Thürl that sich auf. Der helle Morgen schien herein. Draußen stand das Vronele und lockte die Hennen. . . Bull. . . Bull . . . Bull . . .Bulliii. . ." Das Geflügel enteilte dem Stall. Zuletzt guckte das lachende Gesicht des Hennendiandls in den Stall herein Oha, da hockt noch a Gockl drin!" rief sie. Ich sprang in meiner Ecke empor, stieß mir den Schädel noch einmal damisch an, kroch durch das Thürl an dem Vronele vorüber ins Freie, setzte wie gehetzt mit ein paar Sprüngen über das Hennenstiegerl hinunter und von da fort über den Anger, hinaus beim Gatterl und weit weg vom Gschwentnerhof. Das Hennendiandl aber hörte ich hinter mir drein lachen, daß es völlig erstickte. So geschämt, wie damals vor dem Hennendiandl, habe ick mich in meinem ganzen Leben nie. Noch am gleichen Tag packte ich meinen Schnerfer" und wanderte thalauswärts, um das Zelt meiner Sommerfrische in einer anderen Gegend aufzuschlagen. Den Kranzelscheiber Lex aber könnte ich heute noch bei lebendigem Leib braten. Gesehen habe ich den Lex nicht mehr. Von der Wirthin in Aschau erfuhr ich jedoch vor meinem Abschied durch vorsichtiges Herumfragen, daß der Lex schon seit mehr als einem Jahr der Schatz des Vronele war. Aller Voraussicht nach ist er in jener Nacht, während ich im Hennenstall dunstete, selber beim Hennendiandl fensterln gegangen und hat sich recht ausgiebig über mich lustig gemacht. Vielleicht hat der Kranzelscheiber Lex im Laufe der Begebenheiten das Hennendiandl geheirathet. Vielleicht auch nicht. In jedem Fall soll ihn der Teufel holen! Die ersten Leitungen in Deutsch Utt. Die erste deutsche Zeitung erschien im Jahre 1493 zu Leipzig in Form eine Flugblattes und brachte eine umständliche Beschreibung der Beerdigunasfeier des Kaifers Friedrich. Ein ähnliches Blatt erschien 1527. Das Frankfurter Journal", welches der Buchhändler Egmolph Emmel 1616 zu Frankfurt a. M. gründete, war die erste authentische Zeitung. Im folgenden Jahre erschienen die PostAvisen", deren Titel später in Frankfurter Ober-Postamts - Zeitung" umgewandelt wurde. Von nun an entstanden neue Zeitungen in rascherem Tempo: 1618 der Fuldaische Postreuter". 1619 die Nürnberger" und Hildesheimer Zeitung" und 1655 die erste regelmäßige Zeitung in Berlin, durch Buchhändler Christian Paug gegründet. Der Leipziger Zeitung", welche 1660 erschien, folgten 1677 der Vostillon" und Die Zeitungsfama" in Berlin, 1678 Zeitungen in Hanau und 1692 in Lübeck. Von jetzt ab mehrten sich die Zeitungen so sehr, daß bald jede größere Stadt Deutschlands ihre eigene Zeitung hatte. Die erste Staatözeitung" gründete im Jahre 1632 der Postmeister Frischmann in Berlin und das erste Zeitungsverbot für Berlin datirt au dem Jahre 1672. Neu. Richter (zu einer Zeugin): . .. Sie weigern sich also, Ihr Alter anzugeben? Gut! (Zum Gerichtsdiener): Lehmann, holen Sit den gerichtlichen Taxator her!"

3fn 5tw Landstädten

Vfeddershetm bei Worms bat ew Dienftmcrdchen m Abwesenheit semer Herrschaft versucht, deren Kinder irt den Dienftknecht durch Lysol zu vergiften. Die Kinder merkten den üblen Geruch des Kaffees und tranken ihn nicht, der Dienstknect trank den Kaffee, erbrach sich aber und wurde gerettet. Das Dienstmädchen wurde verhaftet. Ein rührendes Bild aus dem Thierleben war jüngst auf einem Hühnerhof in Elmshorn zu sehen. Eine Glucke hatte ihre noch nicht ganz befiederten Küklein verlassen. Die kleinen Thiere hatten aber anscheinend noch Wärme nöthig und krochen jetzt bei dem Hahn unter. Dieser versah seinen Dienst als Kükenmutter mit größter Zärtlichkeit und gab der wirklichen Mutter nichts nach. Er duldete sogar, daß die Küken sich seinen Rücken als Lagerplatz aussuchten. Der vermeintliche Doppelselbstmord einer Kabarettsängerin und eines Kaufmanns in Frankfurt a. M. hat sich nunmehr als ein schweres Verbrechen entpuppt, und zwar hat der angebliche Kaufmann K. Maier aus Wien, der in Wirklichkeit ein Nichtsthuer war und lange Zeit auf Kosten der von ihm getödteten Sängerin Irene Ujhegyi gelebt hat, diese aus Eifersucht erschössen, weil sie sich von ihm losreißen wollte. Sie stammte aus guter Familie, lebte in angenehmen Verhältnissen und hatte schon wiederholt versucht, ihrem ausdringlichen Liebhaber den Abschied zu geben. Jetzt wollte sie nach Amerika gehen, um vollständig aus seinem Gesichtskreis zu verschwinden. Maier war zu einem letzten Erpressungsversuch gekommen, fand aber kein Gehör mehr bei seiner früheren Geliebten, erschoß sie aus Wuth hierüber und nahm sich dann selbst das Leben. Ein dänischer Matrose, der als Schiffbrüchiger aufgefischt und nach Kopenhagen gebracht wurde, berichtete über einen Angriff, den Möwen auf ihn machten. Er war 60 Meilen vom Lande entfernt von dem Deck des Dampfers Flandria" gespült worden. Als guter Schwimmer versuchte er sich seiner Kleider zu entledigen und so lange wie möglich zu schwimmen. Zu seinem Entsetzen wurde er bald öon einem Schwärm Möwen angefallen. Die Thiere kreisten laut schreiend über ihm und stießen von Zeit zu Zeit auf ihn nieder, wobei sie ihm schwere Schnabelhiebe versetzten. Ein russisches Kriegsschiff fuhr ganz nahe an dem unglücklichen Manne vorüber, ohne sein Geschrei zu hören. Nach sechsstündigem Schwimmen sah er ein anderes Schiff, das offenbar die Richtung auf ihn nahm. E war daö russische Schiff Elisa", dessen Kapitän feststellen wollte, was die Möwen veranlaßte, sich in so großer Zahl immer an derselben Stelle aufzuhalten. Zeugniß von seltener Geschäftstüchtigkeit und Gemüthstiefe legte dieser Tage ein Lithograph in Brüssel ab, der aus Anlaß einer Todesanzeige, die ihm einer seiner Kunden sandte, diesem folgenden Beileidsbrief zugehen ließ: .Die Nachricht von dem schweren Verluste, den Ihr Haus erfahren, hat uns mit aufrichtigem Schmerz erfüllt, und wir drücken Ihnen unsere tiefe Theilnahme aus. Wir bemerken, daß das Circular. worin Sie uns die Anzeige vom Tode des Herrn D. mittheilten, durch das Haus N. N. gedruckt worden ist und bedauern sehr, daß Sie nicht zuerst sich an uns zur Ausführung dieser Arbeit gewandt haben. Falls sich wiederum in Ihrem Hause ein Todesfall ereignen sollte, werden wir uns glücklich schätzen, Ihnen unser Preisverzeichniß für die Circulare au übermitteln, und sind überzeugt, daß wir in der Lage sein werden. Sie billiger zu bedienen als unsere Concurrenten. In der Hoffnung, es werde sich bald eine Gelegenheit bieten, Ihnen unsere Bedingungen bekannt zu geben, zeichnen wir". . . usw. Daß Hunde sich öfters weigern, die Gräber ihrer verstorbenen Herren zu verlassen, ist bekannt, ja man weiß von Fällen, wo sie auf See dem in die Meereswellen versenkten Sarg nachsprangen und ihr Grab in den Fluthen Mden. Folgende rührende Geschichte aber, die der Bischof von Barking in England von einem Rothkehlchen zu erzählen weiß, dürfte nur in der Phantasie eines so herrlichen Meisters wie Rethel in seinem Tod als Freund Vorweggenommen sein. Als bei der BegräbnißZierlichkeit des verstorbenen Vikars in Roydon (Essex), an der der aenannte Bischof theilnahm, der Sarg vor den Altar gestellt wurde, hüpfte ein Rothkehlchen das Hauptschiff der Kirche entlang, sich nach rechts und links umschauend, als suche es jemand, flog schließlich auf den Sarg und sang dort während des TodtenDienstes sein süßes Liedchen. Das Vögelchen war, wre der Bischof dann erfuhr, ein Liebling des verstorbenen Vikars und oft bei dessen Predigten in der Kirche anwesend gewesen, so noch zuletzt wenige Tage vor dessen Tode. Nun sang es ihm das Auferstehungslied, wie jeneö Vögelchen in Rethel'S Bilde dem alten Türmer.

Geschäfts-Kalender.

Blech, und Metall-Dächer. Vfcfi iglf-'-lfr Dachrinnen ange. fertig! und reparirt. IhoS. . Hadle 14 Kentucky ve. Reuer Phone 100. Q &L2Ü ÄJ?,e.' alvaniftrte s. uv Schikser.Dachdeckung sowie Furuau eparatnn, besorgen von . P. bbard. tu ß rn,4 .. euer Phon 7. SpezialiSen. red kurirt ohne Messer, ohne Schmerzen ie be bekannte Behandlung der IQST&h&S itnh I rt-, : crn . , M und West riyooe. r. Briabam 1 1?.,.. S4 " "r. gcgevuver Terminal Statio. Krebs Spezialifi. CSA öder dreißig Jahre erfolgreich reb. Behandlung in Jnd anu,oli oft, h r ZZZ Jllinoi Straße. " Aerzte. IMÄS 50.. Herzkrankheit. w.uuviii m , u. 00 Slaym. 65 Virginia ve. Neu 91: lt. Toftect Ml. Optiker. EMERSON DRTJLEY, E Massachusett, d.. im ersten Square. zweiter Stock, na, Sinsen geliefert. Zu onsullationen eingeladen. Automobiles. (gekauft, verkauft, veriethet, aufbewahrt und repa . ritt. Agentur für eliance asolin ar und hicago Dampf . lt, Main 14, Ren . entral arage. Oft Market Str. Tapeten. Iapeten. Ich hänge und liefere Tapeten. .cicpqgn, Main Waaren.Ablieferung. 9Bairin SstAZö nd abgeliefert. Mätztge re, se Schnelle Bedienung. 112 Sud Bennkvlvanla 6 Reu 61M; lt. Main um. . I uftin. ig. "mmmmmmmmmmm Leichenbeftatter. Mbitsett 4 ulver, Leichenbeftatter. tlS N. Zllinoi t r V.s.hhnM . Ol.,, r m t . ... am i w... vr tu 00, II, ZXlllN 9600. 3ol)nfon $af?ltr eorge. 867 assachusett de.. Telephone : eu 9 ; lt. kam 1430. tr spreche deutsch. Grundeigenthum. Milliam P. Socwell, Vrundeigenthum - gent. und 4 aldwin Block. Südweft Ecke Market und Delaware Straße. Neuer Phone im. 3 ohn Freeman. 86 Baldwin Block. Rew Phone 50: Old, Main 8600. ffeuerverficherung-Grundeigenthn. Sacob Buennagel, Zimmer 6 und , Ro. 29 Süd Delaware Straße. Powell vinkenhkfer. 146 Oft Market C träfet. V Telephon, alt, Mam 226, Patent'Auwalt und Ingenieur. hompson R. Bell, 401 Sa ebiude. Zweig 40 Office: ashington, D. ew Phone 1. Jnvalidenftühle und Rruchdänder. Bruchbänder. Wir passen und garanttren Bruch. bander. Invaliden-Stühle ,u vettaufen oder zu vermitthen. Breiette-Pugh 0.. 18 Süd Jllinoi Straße. Finanzielles. Mir leihen Seid aus Mdbeln und iano, ohne die selben wegzunehmen. Ebenso aus Uhren u Diamanten. ntral Soan To.. 2 täte Sts Idg. Karstadt Bros. Dampf-Färberei und Reinigungsanstalt. Hut.Offte.e: 1435 . Illinois tr. Brauches: 249 Virginia ve. 205 Jndiana ve. 218 . JllinoiS. Veid Vbonk INDIANAPOLIS jjjgjjj CO. Düsseldorfer. . Das Vier, welche auf der Weltausftellun zu St. Louis den Preis erhielt als Der Welt Standard Für Vollkommenheit I Pints und Quarts, laschen Dep't. Tel. 578 und 69tt. Indianapolis Brewing Co. PVVVVVV 5 "I AM FOR WOMEN Water Motor Washing Machines Cor. Noble and MichigaD New Phone 113 Maas Bros. ;

5 naan.i