Indiana Tribüne, Volume 30, Number 14, Indianapolis, Marion County, 8 September 1906 — Page 7
Jnbiana Tribüne, 8 September
5 Tyrann Ehre I 11 o in st n X JL von A X K.' i u I o w 0 k i X
(Fortsetzung.) 30 Starrheit, die auf den Mienen der andern gelegen hat. löst sich mit dem Augenblick, in dem das Spiel mit den Menschenleben zum Abschluß gebracht ist. Der Generalarzt untersucht die Wunde. Der Schußkanal ist eine Hand breit über dem Herzen, zwischen der zweiten und dritten Rippe. Sonderbar! Ihm ist es gewesen, als hätte Wachenhusen viel tiefer gehalten. Aus der linken Tasche des Ueberrockes ist bei dessen Zusammenlegen ein kleiner Geqenstand heraus gefallen. Ausen bückt sich und hebt ihn auf. Es ist Adda von Wachenhusens Bild. Die Kugel hat es durchbohrt und ist jedenfalls durch das Hinderniß, das sich ihr entgegen stellte, von ihrem eigentlichen Weg abspringend, ein paar Centimeter höher gegangen, als es ohne diese Störung der Fall gewesen wäre. Das kleine, kreisrunde Loch durchschlug gerade den Satz, den sie einst voll jubelnder Verheißung auf die Rückseite ihres Bildes schrieb: Dem bis in den Tod." Jürgen von Wachenhusen hat sich gegen einen Baumstamm gelehnt, weil er fühlt, daß er ohne Halt nicht mehr lange fest stehen kann. Jetzt ist Herr von Wiedenhöfft endlich fertig. Der Verband sitzt. Eine Lebensgefahr besteht, gottlob, nicht," sagte er kurz, der starke Blutverlast schwächt naturgemäß, aber die Kugel wird sich leicht heraus nehmen lassen, hoffe ich." Ein Aufathmen läßt sicki hören. Nur in Merlitts finsterem Gesicht zuckt es in schlecht verhehlter Enttäuschung. Nun wird man den elenden Streber doch nicht los," denkt er voller Ingrimm. Dann wendet er sich mit kurzem Gruß und wechselt ein paar Worte mit Wachenhusen. Als der zustimmend nickt, winkt er den Kutscher heran. Jürgen folgt ihm schwerfällig. Er kann das blasse Gesicht des einstigen Freundes nicht länger ertragen. Das rothe Blut, das wie ein Purpurfaden auf dem weißen Sand liegt, entzündet in seinem Hirn einen Feuerbrand. Er will nach Hause. Aber er kommt nicht auf den hohen Tritt des Wagens hinauf. Seine Kniee zittern zu sehr. Da steigt der alte Kutscher vom Bock herab und hebt ihn in den Fond. Dann traben die Schimmel an. Sie wittern den Stall und gehen wie der Wind. Die andern folgen erst eine Viertelstunde später nach. Ihre Pferde scheinen sich kaum von der Stelle zu bewegen. Jede Erschütterung muß vermieden werden. Herr von Wiedenhöfft hält den bewußtlosen Tarenberg fest im Arm. Er ist voll Ingrimm und Wuth gegen das giftige Gewürm, das sich die Bosheit der Menschen nennt. Er mochte es zertreten und ausrotten, wenn seine Macht dazu ausreichte. Ave: mit solcher Kraft wird wohl niemals eines Menschen Hand gesegnet sein. Der Oberst von Wachenhufen ftebt aus der Freitreppe seiner Villa und schaut nach dem Wagen aus, der den Sohn seiner Berechnung nach jetzt heim bringen muß. Er hat die letzte Nacht keinen Schlaf finden können. Deshalb ist er auch vor zwei Stunden bei dem donnernden Geräusch, das der Wagen auf der Rampe verursachte, an's Fenster gegangen. Er hat seinen einzigen Sohn davon fahren sehen vielleicht in den Tod. Und seitdem wartet er nun. Ist sein ganzes Leben eigentlich etwas anderes als ein einziges Warten gewesen? Sie sitzen ja alle am Weg: und lauern auf die Ereignisse warum er nicht auch? Ein jeder will das Beste erhäschen, und doch fassen es nur die Rücksichtslosen und Steinharten, die über ihre Vordermänner fortschreiten. Er ist in der letzten Zeit nicht mebr der Erste dieser Siegenden gewesen. Er fühlt, daß etwas in ihm erlahmt ist das macht, er findet keinen Schlaf. Er wurde die Erinnerung an die goldene Kette nicht mehr los, die das schlichte Schwarz jenes Kleides hob, welche? das dunkelhaarige Mädchen trug. An ihr wand sich die Vergangenheit als ein endloses Seil herauf, in dessen Schlinge sein Wille erstickte. Sie ging mit ihm zu Tisch und zu Bett. Er wurde sie nicht wieder los. Und dock, wußte er nichts Positives. Eine Aeh?lichkeit. ein bischen Gold. Das wa? alles. Aber die Stimme, die nicht Ruhe gab. fügte in unermüdlicher 5Tr beitsfrevdiakeit die einzelnen Momerrte zusammen und schuf eine Geschichte daraus. Warum ging die Freifrau von Tarenberg damals nach jener Stunde, in der er sich vergessen hatte, auf Reisen, sich von ihrem Kinde, das sie während der Sonntc.ge um sich sah, trennend? Just elf Monate war sie fern gewesen. An jedem Morgen stand die Hoffnung von neuem mit ihm auf: Heute ruft sie Dich es kann ja nach diesem gar nicht anders fern." Aber sein Hoffen blieb unerfüllt. Die Briefe, die er an s nach Hohen-Litzen sandte, kamen als unbestellbar zurück. Da hatte er es
nicht länger ertragen könnend Er war Tag undNacht gefahren, um in HohenLitzen über ihren Aufenthalt Erkund!gungen einzuziehen. Wenn sont niemand Genaues über ihn wußte, so hoffte er doch von der alten Dorette Fiedler, die ihn, als er das lchte Mal von ihrer Herrin ging, mit bitterem Vorwurf angesehen hatte, über alles Auskunft zu erhalten. Aber er traf sie nicht an. Sie war mit der Freifrau auf Reisen gegangen. Da mußtk er endlich glauben, daß er sie für all? Zeit verloren hatte. Zuerst konnte et nicht darüber fort kommen. Dann isi sein Mc.nnesstolz erwacht und hat die brennende Scham getödtet. Er hat die Erinnerung an die heiß geliebte Frau aus seinem Herzen gerissen und sich gegen alles verhärtet, bis ihr Sohn in sein Leen trat. Ta erhob die Bergangenyeit noch einmal ihre Stimme. An ihrem Kind, dem der Vater fehlte, wollte er gut machen, was er der Mutter that. Er zog ihn in sein Haus. Er ließ ihn fühlen, daß er seine Fähigkeiten hoch einschätzte, ja, er hätte ihm sogar sein Kind anvertraut. Alf das häßliche Gerücht zu ihm kam, batte er sich seiner menschlichen Aufwalluno geschämt. Aber nur. so lange er nicht in Hans Weddos Augen gesehen hatte. Es waren ihre Augen. Die konnten nicht lügen. Er war nur um des harten Muß" haibr so streng mit ihm verfahren. Er glaubte ihm, ohne sein Wort. Ja, mehr als das. Wie er das Mädcken vor sich sah, stieg eine Ahnung in ihm auf. Was half es, daß er si verlachte? Sie kam wieder. Die Mittheilung, die ihm Jürgen von dem Verlauf der Unterredung zwischen Addc? und ihr gemacht hatte, dieses Andeuten einer gewissen engen Beziehung zu Tarenberg, die wegen der Grausamkeit seiner Tochter nicht völlig zum Ausdruck gebracht wurde, gab feinern Ahnen das Wissen. Er bewunderte Tarenberg. Es gehörte ein selten starker Charakter dazu, das Geheimniß, dessen Offenbarung ihn glänzend rehabilitiren konnte, zu wahren. Daß er den Namen ihres Vaters nicht kannte, lag auf der Hand. Zu solcher Verstellung vor ihm wäre seine gerade Natu. nicht fähig gewesen. Zudem hätte diese Enthüllung auch der Freifrau zu unähnlich gesehen. Und als ihm das alles zur Klarheit geworden war. wollte er zu seinem L?ohn und zu seiner Tochter gehen und ihnen sagen: Ich h'n der Schuldige. Ich ganz allein. Was ich Euch von der untadligen Ehrenhaftigkeit, die keine Schwäche und keinen Fleck hat, vorlebte, war eine Lüge; denn ich habe die Verzweiflung und Hilflosigkeit einer schwachen Frau ausgenutzt, wie es nur ein Ehrloser thut." Was aber roä:en die Konsequenzen hiervon gewesen? Adda hätte sich dem Geliebten reuig an's Herz geworfen und Jürgen seine Verzeihung erzwungen. Kein Mittel hätte er unversucht gelassen. Die Jugend ist ja so leidenschaftlich. Das war nur das Natürliche. Wie aber stand er dabei? Als einer, den die Kinder verlachen, weil sie inne wurden, daß seine Lebensprinzipicn durch die Angst vor dem Schandfleck feiner Vergangenheit aufgebaut sind. Was konnte er noch dem Korps sein, wenn die alte Geschichte bekannt wurde? Ja. wenn sich die Sache hätte einfach tc' tschweigen lassen. Aber das war undenkdar. Wie stand er selbst im Fall der Nichtenthüllung vor den Offizieren seines Regimentes da, wenn er nach dem Geschehenen den Held der vermeintlich unsaubern Geschichte als Schwiegersohn in die Arme schloß? Und was wurde aus dem heimathslosen Mädchen, das fraglos sein Kind war? Sollte er sie Adda als Schwester zuführen, Vaterpflichten an ihr erfüllen und ihr , Kindesrechte einräumen? Dazu würde ihn Tarenberg zwingen. Wie er auch ganz gewiß nach dem angethanen Schimpf eine öffentlich? Aufklärung des wahren Sachverhalte? verlangen würde und verlangen könnte. n iedem ftafl war sein Schicksal da5 gleiche. Er machte sich unglücklich, um andern das Glück zu geben. Er würde gehen müssen, die Leitung seines Regiments einem andern über-
lassend einem Würdigeren. Und gehen konnte er nicht. Er vermochte die Frucht, die er durch harte Selbstzucht groß gezogen hatte, nicht im Stich zu lassen. Denn die Zeit der Reife stand vor der Thür. Deshalb schwieg er und ließ die Iag auf Menschenleben in der Buchener Harde zu. Sie würde ja nicht das schlimmste Ergebniß haben. Und schließlich wer sagte ihm denn, ob nicht trotzdem alles eine groß Einbildung sei? Seine Nerven verloren eben die Svannkraft. Das war nach dem, was er ihnen zumuthete, nicht zu rerwundern. Aber wenn sie ihm nun heute den Eohn todt heimbrächten. Was dann? 5n der ?erne bob sich eine Staubwolle empor. Sie hatte einen rölylichen Schimmer, als mischten sich Blutstropfen hinem. Es war aber nur der Staub von den zerfahrenen Ziegelsteinen, welche die Löcher des Wiesenweges ausfüllten. Allmälig wurde ein Wagen sichtbar, in schlankem Trab von dem Schimmelgespann bewegt. Da wußte der Olerst. daß sein Sohn unverletzt geblieben war, denn mit emcm Todten oder Ver unalückten fährt man nicht so schnell. Er ging in das Haus hinein und nahm vor dem Tisch Platz, auf welchen der Bursche die Fruhpost gelegt hatte fbitrh fiel ibm ein Brief mit Taren-
be'rgs großen,' eckigen Buchstaben in die Augen. Sein Abschiedsgesuch. Er konnte seine Blicke nicht wieder davon los reißen. Er hielt den Brief immer noch in der Rechten, als fein Sohn zu ihm kam. Da legte er ihn endlich fort. Er nahm Jürgens Hand in die seine. Einen Augenblick hatte es den Anschein, als fluthete ein starkes Vatergefühl in ihm. Aber er zwang es nieder. Nur nicht weich werden und nicht kindisch. Wie ist es für Tarenberg abgelaufen?" fragte er. Seine Stimme klang seltsam heiser. Schlecht, Vater. Ich traf ihn beim ersten Gang. Aber er wird mit dem Leben davon kommen."
Das freut mich für ihn. Und wcnrri er selbst einen kleinen Knacks behalten sollte es käme bei der Ausübung seines zukünftigen Berufes nicht so sehr darauf an." Wie meinst Du daZ. Vater?" Er bittet um seinen Abschied." Als Jürgen das Gesuch gelesen hatte, taumelte er zur Thür hinaus. Seine Kraft war zu Ende. Alles zerbrochen, alles vernichtet durch Mc Wildheit, die sich nicht zähmen licß. Freundschaft, Liebe. Karriere. Als er an sein Zimmer kam, stufte er. Adda er mußte ja zu ihr. Mühsam tastete er sich weiter, bis er neben ihr stand. Sie saß auf dem Diwan mit dem rosengeschmückten Ueberzug und hielt die Hände gefaltet. Stumm und regungslos, als feien ihre Gedanken weit weg. Ihre Haltung veränderte sich auch nicht, als er nahe bei ihr war. Sollte sie jubeln, daß der Bruder unverletzt geblieben? Ja, das war ihre Pflicht, denn der andere durfte sie nichts mehr angehen. Es mußte ihr gleichgiltig sein, ob er in dieser Swnde zu den Lebenden oder den Todten zählte. Sie hätte sich sonst mit ihrer Liebe fortgeworfen. Aber es war ihr nicht gleichgiltig. Sie hatte Todesangst um ihn und wagte doch nicht, seinen Namen auszu sprechen. Nur ansehen wollte sie d?n Bruder, seine Augen in die ihren zwirn gen, um zu wissen, ob das Kainsmal auf seiner Stirne stände. Als sich ihre Blicke trafen, verlor Jürgens Gesicht den starren Ausdruck, der ihm etwas Steinernes verliehen hatte. Mit eimm Wehschrei stürzt er zu ihr hin und bettete sein Haupt in ihren Schooß. Todt," stammelte sie, mach's kurz Jürgen!" Da erzählte er ihr von der verflossenen Stunde auf der Haide und von dem Wiedersehen, das er nach der überwundenen Todesgefahr mit dem Vater hatte. In seiner Stimme lag bei dem Letzten ein Klang wie Haß. Es war ihm zum ersten Mal zum Bewußtseir gekommen, daß des Vaters Kälte nicht in straffer Selbstzucht, sondern in dem Mangel an Menschlichkeit bestand. 21. Kapitel. ünfmal hat seitdem der Mond gewechselt. Die Welt steht im Zeichen der Ernte. Aus dem Samenkorn ward die druckt mit dem Gold ber Reife und der köstlichen Verheißung, daß sie wiederum zu hundertfältigem Segen bereit fei. Mit dieser Vollendung schließt der Kreislauf, um sich ein wenig später zu neuem Beginnen im Keim fortzusetzen und anzudauern, bis in alle Ewigkeit. So ruht die Erwartung des Bergangenen. Der Glaube an das Gegenwärtige und die Hoffnung auf das Zukünftige als ein unzertrennbarer Begriff in einander. Die Hand des Dieners sät und die Kraft des Herrn fegnet. damit die Ernte kommt. Aber es muß auch ein feiner und ein treuer Diener sein. Einer, der nicht nur heraus jjiehi. sondern auch wieder gibt, damit der Boden nicht geschwächt werde. Einer, der nicht nur will, sondern auch kann, denn die Kunst, aus der Erde zu nehmen, ohne sie zu schädigen, sich zu bereichern und jene. auch, muß gründlich erlernt sein. Die Tarenbergs hatten sie verstanden. Was der Urahn plante, erfüllte der Enkel. Was der Vater beaanr volleirdete der Sohn. So war es bis zu dem Augenblick gewesen, in dem der letzte Sproß des alten Geschlechtes plötzlich mit der Meinung hervocirai die Pflicht gegen das Vaterland sei noch größer und heiliger, als die gegen die eigene Scholle. Er hatte sie fremden Händen anvertraut, ihr feine Kraft und Jugend entzogen, um sie dem Heer zuzuwenden. Das hatte sich gerächt. Wak ward sein Lohn für die treue Arbeif, begonnen mit feuriger Vegeisterunq. beendet auS harter Nothwendigkett? Ein ehrenvoller Abschied, auf seine', Wunsch allerdings. Aber das wollte nichts sagen. Wenn das Wünschen dem Müssen entspringt. so ist das Gezwungensein" der Vater. Aber das war doch nicht das einzige. was er sich errungen hatte? O nein! Die schwere Zeit der Krankheit und jene zwei Monate Festungshaft, in denen das Blut seiner Väter die unterdrückte Bewegungsfreiheit zurück erlangte, kamen hinzu. Matt und kraftlos hatte ihn nun die Scholle wieder. Aber sie zürnte ihm ob seiner Treulosigkeit nicht. Sie nahm ihn und bai Mädchen, dem er einst an derselben Stelle nicht Schwcsternrechte geben zu können vermeint hatte, willig auf. Und grünte und blühte und gab ihren S?-
gen her, wie vordem, denn er war ein Kind jener andern, die ihr wohl gethan hatten. Hans Weddo von Tarenberg wußte ihr Dank dafür. Er lernte unermüdlich. Er rang um ihre Gunst und bezwang seine innerliche Wundheit durcb den Balsam der Arbeit. Ganz allmälig lernte er es ertragen, an dem Vergangenen zu rühren. Die Bitterkeit gegen die Menschen milderten sich zum Vorwurf gegen das Schicksal herab. Nur das Gefühl, das 'sein Heiligstes gewesen, stand abseits und wand sscb in Scknnerzen. Seine Liebe. Die würde bleiben, so lange er war. Wenn die Glocke draußen Feierabend gebot und die Sonne mit rotbem Schein das Gold der Felder segnete, dann saß er mit tyoxa in der Buchen laube am Karpfenteich, tief im Innern de? alten Parkes, wo die Nachtigallen ihr Nest hatten. Wer die beiden so sah, den Mann, von der Sonne gebräunt, voll ruhigen, Gewußten Ernstes, durch ' drungcn von dem Wunsch, auch hier seinen Platz auszufüllen, das Mädchen um ihn bemüht in liebevoller Fürsorge und Zartheit, fast zu schön, u durchsschtig, um die Härten des Lebens dauernd zu ertragen, üler ihncn ml um sie her ein Schleier von unaussprechlicher Zartheit, der nahm d?r Eindruck in sich auf. als hätte der Frieden just hier seine Heimath. Aber so weit waren sie noch lang', nicht. Wie jener Schleier, aus den letzten Strahlen der untergehenden Sonrn gewoben, sein Schillern wechselte, wie seine Fäden vom purpurnen Roth zum satten Violett übergingen und zuletzt als schwefelgelber Schein über ihren Häuptern lagen, so wechselten die Empfindungen ihres Innern beständia Sie spielten sich nur gegenseitig M Rollen der Zufriedenen vor schrieen, sobald sie allein waren, i. ihrer verlorenen Liebe. Nora auch Sie konnte den Mann, der ihrem Munde die Reinheit genommen und ihr ein wenig später das Leben wieder gab. nicht vergessen. Es war bah schwere Blut ihrer Mutter, das es nich: dazu kommen ließ. Aber es gab bod; noch etwas, das stärker und peinigender war, als diese Qualen. Die körperlichen Schmerzen, die ihre Brust zusammcnpreßten und ihr Herz zersta chen. Das. was einst der alte Sanitätsrath Dunker zu viel Innerlichkeit und der Generalarzt eine nothwendige Umbildung im Organismus, hervorgebracht durch die schwere Krankheit, genannt hatte, war das Erbtheil ihrer Mutter. Nur daß es sich bei ihr aus dem Boden der Erschöpfung schneller zur Vollendung entwickeln würde. Eines Tages sah Hans Weddo zum ersten Mal. wie schmal und durchsichtig die Schwester geworden war. Er hatte bisher so viel mit sich zu thun gehabt, daß ihm der Blick für ihr Leiden verloren gegangen war. Nun es ihm aber offenbar wurde, erschrak er. Die Aehnlichkeit mit der Mutter in jener Stunde. die sie ihm nahm, war noch niemals so scharf wie jetzt hervorgetreten. Das war dieselbe durchsichtige Blässe, mit jenen abgegrenzten Flecken purpurnen Rosenschimmers, derselbe Ausdruck in den Augen. So tief, so wissend, gleichsam verklärt durch die Nähe der Ewigkeit. Wenn sie ihm auch noch genommen würde! Das einzige, das letzte, was ihm von Menschenliebe und Treue geblieben war. Er schrieb den nämlichen Abend an den Generalarzt und bat ihn um sein Kommen. An Doktor Manke mochte er sich nicht wenden. Er vertraute seinem Blick nicht sonderlich. Nora widerstrebte heftig. Aber es half ihr nichts. Was sollte ihr noch die Bestätigung dessen, das sie längst wußte? Wieviel Verstellung müßte das im Gefolge haben! Hans Weddo wurde durch die Gewißheit, daß sie in nicht zu langer Zeit von ihm gehen mußte, aus dem mühsam erworbenen Frieden gerissen, denn, wenn sie ihm auch nicht unentbehrlich wäre, fehlen würde sie ihm doch. Daran aber noch nicht aernn. Er mußte, sobald e? die Wahrheit über ihren Zustand erfuhr, heucheln, sich in die Rolle des Unwissenden und Hoffenden hinein zwingen, um ihr nicht weh zu thun. Ihr, die sie wiederum schwiea. um von ihm den Jammer, daß sie wissend sei. abzuwen den. Was war das nur alles? Der Tod soll licht sein und klar, und man soll durch ihn bis in die Ewigkeit schauen können. Warum ging sie nicht zu ihm, lehnte ihr Haupt an sein? Schulter und flüsterte ihm zu: Du sollst wissen, daß ich mein Schicksal kenne, mißgönne mir das Glück nicht!" Es erschien ihr fast wie etwas Großes. Köstliches, daß sie sterben durfte Nur das dunkle Thor, das sie vorher zu passiren hatte, ängstigte sie. Das ianae Krankenlager und das Wartenmüssen auf das Licht, das sich an dem Stein der Dunkelheit entzündete. Darum hielt sie sich mit beinahe übermenschlicher Kraft möglichst lange aufrecht. Sie wollte nicht hilflos und unnützlich sein. Aber einmal mußte es ja doch kommen. Als sie den rathlosen Blick des ersahrenen Arztes und das leichte Zittern seiner sonst so sicheren Hand gewahrte. lächelte fin -. (frort etzung folgt.)
Der Elephant wird in Indien nicht selten vor den Pflug gespannt, mit dem man das Reisfeld be-stellt.
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