Indiana Tribüne, Volume 30, Number 14, Indianapolis, Marion County, 8 September 1906 — Page 5
Jutermban Zeit-Tabelle.
I. U. T. System. II rt Sonntag, den 2. Mai 190. Züg verlassen Indianapolis. Runeie ck Marion Division, awrence, Fortville, Pendleton, nderson. Korttown. uneie, Middletomn, Alexandria. ummitville, Fairmount. Gas Ctty, Joneövoro und Marion. 4 00 5 06 00 7 05 00 9 06 10 00 11 00 11 06 12 00 Bm. Lm. Bm. Bm. Bm. Bm. Bm. Bm. Bm. Mttg,. 1 06 Rm. 2 00 Nm. 3 06 Nm. 4 00 Nm. 5 00 m. 5 06 Rm. 6 00 Rm. 7 06 Nm. 8 00 Nm. 9 05 Rm. 11 30 Nm. Limited. Logansport & Peru Division. Marmel. Roblesville, Cicero, rcadia. tlanta, Tipton, Äolorno, Galvefton. alton, Logansport. Riami, Bunker HiU. Peru und Elwood. 6 00 Bm 1 46 Rm. 6 45 93m. 3 00 Rm. 7 00 m. 3 46 Nm. 7 46 Vm. 6 00 N. 00 Bm. 6 46 Nm. 46 Bm. 7 00 Nm. 11 00 Bm. 7 46 Nm. 11 45 Vm. 00 Nm. 1 00 Rm. 11 30 Nm. Limited. Der Zug um 11.30 bendS der Jndian, i-LoganPort iDwision geht nach Peru Hftatt LoganSport. Neue spezielle Bedienung nach Ft. Wahne. Aüge verlassen Indianapolis um 7:00 und 11:00 Uhr BormittagS und . 3:00 und 7KX) Nhr Nachmittags, machen die Fahrt nach fi. aune in 4 Stunden und 40 Minuten. euer Zug Marion Flyer Verläßt Marion 7:56 Bormittags und 1:55 Nach ittagS ; Berläht Indianapolis 11:00 Bor mittags und 6:00 Nachmittags ; hält b loö in Underson und lexandria an. Anschließende Linien erreichen Dayto, vhio, Ft. Wayne, Huntington, Wabash, Sfontaine, Swayzee. Greentown. Hartford Gitu, Montpellier, Bluffton, Wwchefter. Union City, GreenviSe, O-, und Zwischen Kationen. Kracht, und Paffagier, Office Termin Wartezimmer. Telephon M 176. Indianapolis & Saftern. nmted Züge fürl Richmond und allen unkten in Ohio, welch verbunden find mit Kktrischen Linien, wn 8:10 und 11:10 Bor, tags, 2:10 und 6:10 Rachmittag und :I0bendS. Locale Züge für Richmond Ufa Zwischenftationen von 6:00 Uhr Bor. ittagS an und dann jede Stunde, auöge ommen die Limited Zeit, bis 9:00 Abends (7:00 Nhr Abends ausgelaffen). Letzter Zug ach Greenfield um 11:30 Uhr Abend. Indianapolis & MartinSville. Urfte Morgen.Car um 6:10 Uhr Morgen. Dann von 6:30 Uhr Morgens jede Stund tzi 11:30 Uhr Abend: ausgenommen die Stunden 8:30 und 10:30 Uhr Abends. Indianapolis Coal Traction Co. güge laufen stündlich von Indianapolis ach Plainfield von 6:00 Uhr Morgen bi 11:00 Uhr Abend ; ausgenommen die Stun, den 8:00 und 10:00 Uhr Abend. Indianapolis & Northwestern. Aüge laufen stündlich von 6:00 Uhr Mor gen bi 8:00 Uhr Abend. Anschluß in Lebanon für Thorntownund.CrawfordSville. Der Zug um 10KX) UhrIbend fährt blo bis nach Lebanon. Der Zug um 11:30 Uhr bendS fährt bi muh Frankfort, Anschluß in Lebanon für ErawfordSville ; derselbe fährt in der Sonn, tag Rächt blos biS nach Lafahette. Limited Züge für Lafayette fahren ab um 8:10 und 11:10 Uhr orgenS, und 2:10. 6:10 Nachmittags und 7:10 Abends. Für rawfordSville um 10:45 Vormittags und 4:26 Nachmittags. INDIANAPOLIS BREWIN6 CO. Düsseldorfer... DaS Bier, welches auf der Weltausstellung zu St. LouiS den Preis erhielt al Der Welt Standard Für Bollkommenheit I Ptttts und Quarts, Flaschen Dep't. Tel. 578 und 690. Indianapolis Brewing Co Dr. i. H. facter Teutscher Ihierrzt Office: Schellhouse' Leih Stall 818 Ast ab.sh t telectjone: Ren. um lt. Mam 11. Wohnung : lfSB .dtfon Im Reun 'Phone
Ter lehte Blitz.
Von D. Feutzner. Auf schwarzer Heide stand, die mächt'gen leite In schnzülen Lüften badend, eine Eiche chon war'n im steten Wechsel tausend ;satre An ihr vorbeigcrauschr, doch ungebrechen, Cb auch Gcwitterftürme um sie tobten. 5v chaut ste der dunklen rnutft m3 Gesicht. Zu ihren Fücn, von ihr treu beschützt Cl 1 r m m . . P W . -vor onnenscyem uno yrcgcnsaicnicrn, war Ein lieblich eideröslein aufacblüht: Wie Schnee, mir Morgcnrölheschimmer mt Bermischt, geschmückt mir einem Diadem Aus Perlen, die der Morgenthau gcgosscn. Stand's da und frcure sich des jungen Gebens. Schon hart' die Sonn' drei Viertel ihres Laufs Vollendet und sckiuf lange Schatten, als Im Westen eine schwarze Wolkenmauer U r. t wl m i J tV Yi r unetmnet) trage yoycr stieg, oi ste Der Siurmfchn von ibr selbst ae-i-r- L, "w JT. boren pechchte. So riß ste schnell den Himmel unterwölbte. Ein banger Schauer schüttelte das Röslein, Und ängstlich barg's das holde Angesicht In einem ranz aus zartem Blattgewind. Warum so ängstlich, Kind?" rief da die Eiche. Bist du nicht unter meinem Schutz geborgen Vor Sinrm, vor Blitz und Donner? And're Wetter Wie dieses hört' ich über meinem Haupte Und lachte ihrer Wuth. Die Stadt dort in Der Eb'ne sah ich aus der Erde wachsen. Und bei den Jagdgelagcn roher Heiden Hab ich den Sonnenstrahlen schon gewehrt. Ich sah den starken Ur die Eb'ne stamtosen, Den Elch an mir sich seine Schaufeln wetzen. Sah ganze Völker kommen und in Staub Versinken große Reiche." reffe Blitze Durchzuckten in gezackter Bahn die Luft, Als wollten sie den Erdball jäh zerspalten. Der Donner sang im mächtigsten Crescendo. Die Vöglein schwiegen still, cheu flüchtcte DS Wild ins Dickicht, und der Mensch stand staunend Vor dem aewalt'gen Toben der Natur. Vergleichend seine winz'ge Macht mit der Gcwalt'aen, rohen Krafr der Elemente; Von heil'ger Andacht war sein Herz erfüllt Doch stolz und majestätisch wiegte sich Die Eiche in deS SturmeS Odem. Vorüber zog das Wetter. Selt'ner zuckten Die Feuerschlangen aus der Wolke Schootz, Und schwächer rollte schon des Donners Stimme. Vorüber!" rief die Eiche zu dem Röslein. Minuten noch und freundlich lächelnd küßt Die Sonne deine Aeuglein wieder auf. Doch ich . . Ein greller Blitz es war der letzte Begleitet von dem Jubelruf deS DonnerS, Schoß auf den tausendjährigen - Gigant Und spaltete ihn in zwei Theile, rachend Zerbrachen die gewalt'gen Aesie bei Dem schweren Fall. Und dumpf erklang die Ode 'Des Sturmes um den Srnrz des stolzen Riesen. Lügen haben kurze Keine. Humoreske von Hagi. X Soeben fuhr der Schnellzug in K ein. In einer Abtheilung dritter Klasse saß ganz allein Herr Kerster. der Besitzer einer kleinen Fabrik, an dem Fenster. Noch drei volle Stunden sollte es dauern, bis die langweilige Fahrt ein Ende fand. Der Zug sollte unsern Kerzen in den ?cyooß seiner Familie zurückführen. Von seinem Weibchen und seinen Buben wurde er gewiß schon sehnsüchtig erwartet, obwohl er me heiße, innige Liebe seiner kleinen Frau eigentlich gar nicht verdiente. Er war nun einmal nicht dazu veranlagt, sich in die Rolle des ehrbaren, sittenstrengen Ehemanns hineinzufinden. Einen kleinen Seltensprung von dem Wege des soliden Gatten, der kerzengerade, ohne irgend welche Abwechslung, dahin führte, machte er gar so gerne, insbesondere, wenn er sicher war, daß sein Frauchen nichts davon erfuhr. Der Anblick einer feschen Frauengestatt entflammte sein leicht entzündliches Herz zu hellem Feuer, das im Nu alle Mahnungen seines sich leise regengenden Gewissens verzehrte. Sah er einen kleinen Mund, niedliche Füßchen. ein paar schelmisch blickende Augen usw., so war er unrettbar verloren. Dann dachte er nicht an Weib und Kind und griff mit Befriedigung an die rechte Westentasche, wo er auf seinen Reisen grundsätzlich den Ehering verwahrte. Jetzt stand er auf. um aus dem Fenster die Leute zu mustern, die in K. einstiegen. Es war wenigstens eine kleine Unterbrechung in der langen Fahrt. Da kam ein schlankes Fräulein in Begleitung eines modisch gekleideten Herrn gerade auf den Wagen zu. Ein zärtliches Abschiednehmen, und das Fräulein stieg ein. Im Coupe angekommen, legte s:e ihr Gepäck rasch auf die Bank, um sodann zum Fenster zu eilen. Der
Zug setzte sich aber soeben wieder in
Bewegung, so daß ste nur nocy mu dem Taickentub einen stillen Abschiedsgruß hinauswinken konnte. ersten hatte tyr m erngegeniommenoster Weise Platz gemacht, und als sie nun tyr lsepacr veriorgte, war er lyr dabei in liebenswürdigster Weise behüsuch. Was war natürlicher, als daß sich unser Kersten gerade dem Fräulein aeaenüber niederließ. Was konnte nun anders folgen als ein heimltches gegenseitiges Beobachten, das vom Schaffner unterbrochen wurde, der d:e Karten der Zugestiege nen kontrolliren kam. War es Zufall, daß die Karte, die der Schaffner dem Fräulein zurückgeben wollte, auf den Boden fiel? Unser Kersten war wu ein Blitz mit der Hand auf dem Boden, um die Karte aufzubeben. .Er konnte sich nicht enthalten, rasch einen Blick auf dieselbe zu werfen. Das Frauletn fährt auch nach B? Da haben wir ja ein gemeinsames Reiseziel." Die Bemerkung begleitete er mit einem zündenden Blick in die sanften blauen Augen seines lieblichen Gegenübers. Das Fräulein nickte freundlich und nahm dankend die dargereichte Karte. Unser Freund war nicht der Mann, der einen gewönnenen Vortheil nicht ausgenützt hätte. Er begann bald eine lebhafte Conversation, auf die auch das Fräulein, anfangs zwar etwas spröde und stockend, später aber ganz lustig und heiter einging. Die Zeit verflog den beiden in der angenehmsten Weise, während der Zug seinen Weg durch Flur und Thal verfolgte. Bald fuhr er in den BahnHof von A. ein, wo es einen Aufenthalt von zehn Minuten gab. Kersten rief einen Kellner herbei und ließ sich ein kleines Frühstück besorgen. Eine Flasche Melniker, einige Schinkensemmeln und ein paar saftige Birnen. Auf dem Fensterbrettchen breitete er sodann seine Schätze aus, brachte aus seiner Handtasche einen Reisebecher, füllte ihn mit dem herrlichen Weine, bot ihn dem Fräulein dar und lud es gleichzeitig ein, an dem Frühstück theilzunehmen. Ohne Zieren, Zögern, Zaudern ging dies selbstredend nicht ab. Aber schließlich siegte doch ein nagendes Gefühl, das sie in der Nähe ihres Herzens spürte, und sie griff herzhaft zu nach Speise und Trank. Die zehn Minuten waren bald um. und die Schaffner warfen bereits die Thüren zu. Da eilte noch rasch eine niedliche junge Dame auf den Perron und schaute spähend die Fensterreihe entlang, als ob sie jemanden suche. Kersten sah gerade zum Fenster hinaus, als ihn das weibliche Wesen erblickte, freudig seinen Taufnamen rief und fogleich auf den Wagen zueilte. Der Schaffner öffnete nochmals die Thür und half der Dame galant beim Einsteigen. Nun galt es für Kersten kaltes Blut zu beniahren. denn die Dame, die im Augenblicke in die Abtheilung treten mußte, war seine Frau. Im Nu war sein Plan fertig. Rasch ergriff er die Hand des ahnungslosen Fräuleins, das gerade in eine saftige Birne biß, und raunte ihr mit eindringlicher Stimme zu: .Soeben steigt meine Frau ein. Sagen Sie zu allem ja. Sonst gibt's was. Sie sind die Frau meines Freundes Schulze." Im nächsten Augenblicke lag Frau Kersten in den Armen ihres Gatten, und er begrüßte sie, wie es sich für einen zärtlichen Ehemann geziemt. Die Liebkosungen waren zwar etwas stürmisch, denn Kersten war noch nicht ganz Herr der Situation. Das Fräulein saß. starr und 'steif in der Ecke und wußte nicht, wie es sich verhalten sollte, denn Frau Kersten blickte etwas mißtrauisch über die Schultern ihres Mannes zu dem Fenster hin. wo das Frühstück ausgebreitet lag. .Das ist aber nett, liebe Emma. So eine Ueberraschung!" rief Herr Kersten mit übertriebener Freude aus. Das paßt aber ausgezeichnet. Kannst Du Dich noch an meinen guten Freund Schulze erinnern? Dies ist seine Frau. Hier. Frau Schulze, stelle ich Ihnen mein Weibchen vor." Ach, die Gattin Deines Jugendfreundes, von dem Du mir schon so viel erzählt hast?" entgegnete Frau Kersten und begrüßte mit freundlichem Lächeln die nunmehrige Frau Schulze. Und nun lasse Dir erzählen, wie ich zu der angenehmen Reisebegleitung kam", setzte Herr Kersten fort. Heute Morgen stehe ich in K. gerade beim Schalter, um meine Karte zu lösen, da kommt mein Freund Schulze mit seiner Gemahlin daher. Du kannst Dir meine Freude vorstellen, als ich so gute Bekannte sah. Und welch' glückliche Fügung! Frau Schulze fährt nach D. Schulze ist aber aeschäftlich verhindert, sein Weibchen zu begleiten, so daß er seine Frau bid B. unter meinen persönlichen Schutz und chlrm stellte. Wie Du siebst (er deutete dabei auf das Frühstück), lasse ick es mir angelegen sein, den Platz d abwesenden Gatten so gut wie möglich auszufüllen." Kersten hat?e dies alles so natürlich und heiter vorgebracht, daß daö leise Mißtrauen, das Frau Kersten emvfand. allmäblicb verscbwand.
Auf diese Weise überkam aucv da
Fräulein, das nun zur Frau Schulze geworden war, eine gewisse Sicherheit, so daß es die aufgezwungene Rolle ganz geschickt spielte. Die beiden Frauen waren auch bald im besten Gespräch. Es dauerte nicht lange. so kam man auf die Kinder zu sprechen. Unser Kersten rutschte etwas unruhig auf seinem Sitze hin und her. Jetzt konnte es kritisch werden. Und der kleine Fritzel? Das muß ja ein prächtiger Junge sein nach den begeisterten Schilderungen meines Mannes," bemerkte unter Anderem Vixau Kersten. Fritz wird jetzt drei Jahre aut Nicht wahr, Frau Schulze?" instruirte Herr Kersten. Ja. drei Jhre," erwiderte diese. Und die kleine Erna?" erkundigte sich Frau Kersten weiter. Wird im nächsten Monat vier." entgegnete mit Todesverachtung Frau Schulze. Sie hatte blitzschnell zu Kersten hinübergeschaut. Dieser blickte sie aber nur verzweifelt an. Er wußte es nämlich augenblicklich selbst nicht. Aber wie ist das nur mögl:ch?" nef Frau Kersten. Oder sollte ich mich derartig irren? Mein Mann erzählte mir doch vor nicht langer Zeit, daß Fritz ein Schwesterle 3 O. da da das wird wohl ein Mißverständniß sein." unterbrach sie stotternd Herr Kersten, Du meinst die kleine Liddy. die ist jetzt ein Bierteljahr alt. Erna dürfte schon vier Jahre alt sein." Dem Fräulein wurde die Geschichte etwas unbehaglich. Doch was konnte sie jetzt machen? Hatte sie A gesagt, mußte sie auch B sagen. Kersten bemühte sich krampfhaft, das Gespräch auf andere Dinge zu bringen. Er schaute dabei beständig aus dem Fenster, ob nicht bald die Station B. käme. Inzwischen lud er die Damen ein, doch von dem vorzllglichen Weine zu trinken, der gar nicht beachtet wurde. Endlich eiu Pfiff! Der Führer bremste. Kersten athmete erleichtert auf. Der Zug fuhr in B. ein. 3. Nach der in üblicher Weise erfolgten Verabschiedung verließ Kersten mit seinem Weibchen den Bahnhof. Am Ausgange schielte er nochmals nach rückwärts zu dem Fräulein hin, und ein tiefer Seufzer entschlüpfte seinen Lippen. Frau Kersten athmete gleichfalls erleichtert auf, denn sie hatte Wichtiges ihrem Männchen zu berichten. Anna, die Stütze der Hausfrau oder kurzweg das Fräulein" genannt, hatte sie plötzlich vor zwei Tagen verlassen müssen, da ihre Mutter schwer ertrankt sei. Frau Kersten habe soort bei einem Vermittelungsbureau m P. um Ersatz angefragt, bis heute aber keine Antwort erhalten. Und da sie vermuthete, daß ihr Männchen heute nachHause käme, und in der Hoffnung, vielleicht in A. etwas Passendes zu finden, fei sie kurz entschlossen nach A. gefahren, um dort Nachfrage zu halten und dann möglicherweise mit ihrem lieben Männchen nach Hause zu fahren. So kam man inzwischen bei dem netten Heim der Familie Kersten an. Schon an der Gartenthür wurden Papa und Mama von den beiden munteren Knaben mit stürmischer Freude empfangen, und Hans, der altere, schwang jubelnd eine Depesche. Daö neue Fräulein kommt, das neue Fräulein kommt!" riefen beide wie aus einem Munde. Kersten nahm die Depesche und las laut: Fräulein Jda Balders wird sich um 11 M Uhr vorstellen." Da kann sie ja jede Minute kommen", bemerkte Frau Kersten und eilte in's Haus, wo man die alte Köchin geschäftig herumhantiren hörte. Man hatte sich kaum von dem Reisestaube befreit, da ertönte auch schon die Glocke an der Hausthür. Das konnte nur das Fräulein sein.. Die Kinder sprangen eilig zur Thür, um zu öffnen. Nach einigen Minuten kam Hans schon wieder zurück, um zu melden, daß Fräulein Balders mit Fritz nachfolge. Frau Kersten stand auf, um dem Fräulein entgegenzugehen; doch sie blieb, als die Thür geöffnet wurde, wie angewurzelt stehen denn im Rahmen der Thür erschien Fräulein Balders, die sie vor einer Stunde als Frau Schulze kennen gelernt hatte. ingemachte Früchte und Charak terveutung. Merkwürdige Beobachtungen hat :in offenbar besonders scharfsinniger und scharfsicktiaer Franzose gemacht: ez will aus dem Kompott, das die Hausfrau auf den Tisch stellt, mit nfchlbarer Slckerbeu den Charak ter besagter Hausfrau herauslesen können. Eine besondere Vorliebe für Erdbeer- und Himbeerkompoit zeigt eine künstlerische, an geistreichen Ein fällen reiche Natur an. Wer Jobanmsbeeren und Avrnosen auf den Tisch bringt, ist zu Fleiß und Sparamkeit aeneiat. wahrend Quitten, Aevfel und Fruchtmus ein gesunde Urtheil erkennen lassen. Wer hatte geglaubt, daß d:e eingemachten rllchte so wenig verschwiegen sein können?
vom AuSllmoe.
Als Hochstapler verhaftet wurde von der Münchener Polizei der Bildhauer Arthur Sollmann aus Koburg. Er hat verschiedene Koburger Künstler und Studenten in München sowie verschiedene Thüringer Landsleute, wie Professor Ernst Liebermann. Professor Rücker sowie auch den in München lebenden Prinzen Ernst von Sachsen-Meinin-gen. durch falsche Empfehlungsbriefe beschwindelt. Die Polizei erkannte in ihm einen alten Betrüger, auf den der Staatsanwalt schon lange fahndet. und sie recherchirt gegenwärtig in den vielen Städten, in denen er Gastrollen gab, nach weiterem Material, denn die Polizei vermuthet, daß dieser Kunde seit Jahren seinen Lebensunterhalt durch ähnliche Hochstapelei in den verschiedenen Städten Deutschlands bestritten hat. Der jugendliche Schriftsteller Erich Salbey aus Erfurt ermordete Nachts seine Geliebte, die 31jährige Fahrkartenverkäuferin Elise Gebhardt, durch einen Revolverschuß. Hierauf richtete der Mörder die Waffe gegen sich selbst und verletzte sich schwer. Trotz seines jugendlichen Alters er war am 17. März 1884 in Erfurt geboren hat Erich N. Salbey unter dem Pseudonym Rudy v. Sarnek und R. Lorek schon verschiedene Romane, Novellen. Gedichte usw. verfaßt und war auch Chefredakteur der in Leipzig erscheinenden Zeitstimmen Mit seinen literarischen Erzeugnissen bat er aber wenig Erfolg gehabt. Vor einiger Zeit machte er unliebsam von sich reden, indem er fremde Novellen mit seinem Namen gezeichnet und sie dann als sein geistiges Eigenthum hatte drucken lassen. Dabei kam auch zutage, daß er vor Jahresfrist mit zwei Buchbesprechungeu eines Wiener Schriftstellers in gleicher Weise verfahren war. was aber damals von dem Geschädigten aus Mitleid mit Salbey nicht veröffentlicht worden war. I n C o u r t r a i, der rührigen belgischen Industriestadt, wurde kürzlich das Denkmal enthüllt, das zum Gedächtniß an die am 11. Juli 1302 geschlagene Sporenschlacht errichtet worden ist, jenen Sieg der flandrischen Weber über das stolze französische Ritterheer, das 1200 Ritter und über 1000 Kriegsknechte auf dem Wahlplatze ließ. Die von den Siegern gesammelten goldenen Sporen des Gegners hingen lange als Trophäe in einer Klosterkirche. Das Denkmal an diesen großen Sieg des flandrischen Bürgerthums ist eine Schöpfung des Bildhauers G. Devreese. Am Fuße des hohen Sockels liegt, mit seinem Pferde hingestürzt, der schwer geharnischte Führer der Ritter. Graf Artois, sterbend, mit zerbrochenem Schwert. Die Hochreliefs zu beiden Seiten des Postaments stellen Abschied und Heimkehr des flandrischen Bürgerwehrmannes dar. Auf dem gothischen Sockel erhebt sich eine weibliche Figur, die Verkörperung Flanderns, die in der Rechten weitausholend die Waffe der flandrischen Bürger schwingt, den Goedendag", eine Art Sense; die Linke drückt die Standarte der Sieger wider die Brust. Das Denkmal hat eine Höhe von zwölf Meter. Die Gruppe der Flandria mit dem Löwen ist in Bronze ausgeführt, alles andere in belgischem sogenannten Blaustein". Ein großer S ch m u g g -lerprozeß bat in Turin begonnen. Auf der Anklagebank sitzen 34 Männer und eine Frau, darunter Eisenbahnbeamte, Gaftwirthe. Großindustrielle und Grundbesitzer, die zusammen ein Schmugglerkonsortium bilden, das nachweisbar seit zwei Jahren, vermuthlich aber schon seit viel längerer Zeit, einen umfangreichen, vorzüglich organisirten Schmuggelbetrieb mit Seidenwaaren aus Frankreich nach Italien betrieb. Der Werth der Waaren, die unverzollt über die italienische Grenze geschafft wurden, beträgt Millionen. Daß der Betrieb so lange Zeit ungehindert aufrecht erhalten wurde, ist dem Umstände zu verdanken, daß fast sämmtliche subalterne Bahnbeamten auf der französisch-italienischen Strecke bis Modane in den Handel verwickelt sind. Schon vor längerer Zeit war es dem Zollbeamten Buffa in Modane aufgefallen, daß am französischen Postamt in Modane enorme Mengen von Seide anlangten, die für Modane und Umgebung bestimmt waren. Nun galt es, den Weg zu finden, auf dem die Waaren über die Grenze geschafft wurden. Durch einen scharfen Ueberwachungsdienst gelang es festzustellen, daß die Schnzuggler die Eisenbahn für den Transport der Waare benutzten. Die Pakete wurden von bestochenen Zugführern und Heizern auf den Lokomotiven und Tendern mitgenommen und sodann nach dem Du-chfahren der Zollgrenze auf' die Strecke geworfen, wo sie von anderen Bahnbeamten aufgelesen und in Verrnahrung genommen wurden. Den Bertrieb an italienische Firmen besorgte eine gewisse Frau Clerinda Jside Marra. die sich auch unter den Angeklagten befindet. Die Absender sind meist Lyoner Seidenfirmen, darun-, auch solche mit bekanntem Namen.'
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