Indiana Tribüne, Volume 30, Number 13, Indianapolis, Marion County, 7 September 1906 — Page 1
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y rsdrHnt jeden Nachmittag. , . Jahrgang 30. Indianapolis, Ind., Freitag, 7. September 1906 No. 13. - - - ,
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Schwere Geschütze
In der Militär Parade. Den hiesigen Bürgern wird morzen eine Gelegenheit gegeben, die Artillerie, sowie auch die Cavallerie von Fort Ben jamin Harrison durch die Straßen pa radiren zu sehen. ES wurde nämlich gemeldet, daß Capitün Lucien G. Berry, Kommandeur deS 10. Bataillons der Feld'Artillerie, seine Mannschaften auf einen Dauermarsch führen wird, der zum Theile die Straßen der Stadt in sich begreift. ES ift nicht unmöglich, daß Major Sibley von der 3. ESkaron des 2. Cavallerik'RegimentS sich an dem Marse betheiligt. Man erwar. tet, daß die Soldaten zwischen 10 und 11 Uhr durch die Hauptstraßen marschirm werden. Etwa 500 Pferde, 3 große Feldgeschütze. 600 Mann und die TranSportmagen. in schwerer voller KriegSauSrüftung, werden sich an der Sache bethetligen. Einirechergesindel Stattet ehemaligem Postmeister einen Besuch ab.
Einbrecher, welche geflem früh die Wohnung de früheren PoftmeifierS Aquille JoneS. 2002 Nord Illinois Str., heimsuchten, erbeuteten außer $10 in Baargeld auch seidene Damen kleid im Werthe von $70, wurden aber verscheucht, ehe dieselben weitere S Umschau halten konnten. Frau JoneS erwachte früh am Mor gen mit dem unheimlichen Gefühl, als ob etwas im Zimmer nicht in Ordnung sei, lag aber eine zeitlang ftill und horchte. Sie sah dann im Dämmer. lickte einen Neaer. der gerade die Isl
schen des Hausherrn untersuchte und dann fich in andere Zimmer begab. Die erschrockene grau rief um Hilfe und verscheuchte natürlich den Halunken, der aber auf seiner Flucht doch noch einige seidene Damen'KleidungSftücke mit sich nahm. Eine später angestellte Untersuchung ergab, daß ein Seitenfenfter erbrochen war. durch welches das Einsteigen in das HauS bewerkstelligt wurde. Die ge leerte Geldbörse fand man im Hof. räume vor. Teutsche schlecht vertrete. Im letzten Bericht des Sekretär Flinn. Trotzdem man gewohnt ift anzunehmen. daß die Deutschen in öffentlichen Angelegenheiten fich recht rege betheili gen und fie auch aufrichtig bemüht find, ihren Theil der Lasten deS Ge meinwesenS zu tragen, ift doch aus dem vom Polizeisekretär LouiS Flinn ge j lieferten Berichte zu ersehen, daß un sere deutschen Mitbürger auf einer Stelle wenigstens (hinter schwedischen Gardinen nämlich) recht wenig fich ha ben sehen lassen. Wenn in einer Stadt von 250.000 Einwohnern, in welcher fich doch eine nach vielen Tausenden zu schätzende deutsche Bürgerschaft befindet, unter 1344 Verhafteten fich nur 16 Deutsche befinden, dann mutz man zugeben, daß da Deutschthum fich hier recht wenig gezeigt hat. Die vom Secretär aufgestellte Lifte stellt die Amerikaner (Weiße und Neger find zusammen gerechnet) mit 1041 Vertretern an die Spitze, dann kommen die Süd'Europüer mit 29, die Ungarn mit 16, Deutschen mit 16. die Jrlün der mit 8. Russen mit 5 und die Chi nesen mit 3 Vertretern auf der Lifte der im letzten Monat Verhafteten. Was die Anzahl der Verhaftungen anbetrifft, so ift der vergangene Monat der größte in der Geschichte der hiesigen Polizei gewesen. Der Plan, ein Geschwader ver schieden Mttelmeerhüfen anlaufen zu lassen, wird mit dem Umstände in Verbindung gebracht, daß Abdul Hamid Leishman bis jetzt hat ablaufen lassen.
Nach langer Jagd gefangen.
William Donahue in das hiesige Gefängniß eingeliefert. Der seit drei Jahren von der Polizei in Chicago für einen begangenen Mord gewünschte William Donahne wurde gestern von den Geheimpolizisten Simon und Hauser und Joseph Kennedy von Chicago dingfest gemacht. Vor drei Jahren kamen William Donahue mit zwei. Kumpanen Steven Quinn und JohnLifton, am helllichten Tage nach einer Apotheke in Chicago und befahlen dem Apotheker mit vorge haltenem Revolver seine Hände hochzuhalten, worauf fie der Kasse $80 ent nahmen. So bereichert, gaben fie dem Ueber rumpelten den Befehl, sich hinter den Ladentisch zu begeben. Kaum hatte sich derselbe umgedreht, als ein Schuß aus dem Revolver des Donahue krachte. In den Rücken gesoffen, sank der unglückliche Apotheker zu Boden und hauchte nach kurzer Zeit seinen Geist auS. Die drei Burschen nahmen eiligst ReißauS. Späterhin gelangte es der Polizei von Chicago Steven Quinn und John Lifton zu verhaften. Die selben bekannten ihre Schuld und wur deu mit Gefängniß für Lebenszeit destraft. Donahue gelang es zu entkam men, und wurde derselbe seit den letzten drei Jahren von der Polizei von einem Platz zum anderen verfolgt, ohne daß eS derselben möglich war, ihn zu erwischen. Bor einigen Tagen kam der Flücht ling nach Indianapolis und bekam Beschäftigung in der Abattoir'Schläch terei. Der Aufenthaltsort des so sehr Gesuchten kam der Chicagoer Polizei zu Ohren, welchegeftern den Geheim Polizisten Joseph Kennedy nach Jndia napoliS schickte, um ihn zu verhaften. Kennedy ift ein alter Spielkamerad von Donahue und dem Polizisten genau be konnt. In Begleitung der DetectivS Hauser und Simon suchte der Chica goer Beamte den Arbeitsplatz von Do nahue auf und nahm ihn in Haft, als er nach Feierabend feine Wohnung auf suchen wollte. Die AuSlieferungSpapiere werden in den nächsten Tagen von Chicago hier eintreffen, worauf der Verhaftete nach dorthin zurücktranSportirt werden wird. Der Unterschlagnng beschuldigt, verhaftet. Auf einen Verhaftsbefehl hin, der von den Beamten der Jndiana Fuel Supply Co. erwirkt wurde, wurde gestern Carl Hampton. 520 Nord Alabama Straße, Buchhalter der oben ge nannten Firma, von den Geheimpoli ziften Simon und Hauser der Unter schlagung verdächtigt eingesteckt. Dem Verhafteten, welchem die Firma ein großes Vertrauen schenkte, wurden vor einigen Monaten mehrere unaus gefüllte Wechsel übergeben, mit der An. Weisung, dieselben je nach Bedarf aus zufüllen und für lausende Rechnungen zu benutzen. Derselbe soll das Vertrauen nicht zu würdigen gewußt und die Wechsel für persönliche Zwecke benutzt haben, und zwar soll er auf diese Weise unzefähr $800:crn fich gebracht haben. Der Verlust wurde gestern entdeckt und Hampton auf den VerhafzSbefeh! hin, den andere Beamten der Firma er wirkten, verhaftet. Für die Frei, lassung desselben wurden S1500 ge fordert. Einbrüche. Abe Selic, 1706 Nord Capital Ave., will gestern einen nächtlichen Besucher in seinem Hause gehört haben. Er rief die Polizei herbei, welche eine Untersuchung im Hause vornahm. Die selbe ergab, daß nichts entwendet wor den, auch wurde keine Spur von den Einbrechern entdeckt. Gott lieb Leukhardt, Die gemütbliche Mt", Ecke Noble und Market Str.
Nordamerikanischer Sängerbund. Exekutive in Sitzung. Wichtige Geschäfte derhandelt. Eine gemeinsame Zusammenkunft am Abend beschließt die Tagesarbeit.
Gestern Vormittag 11 Uhr trat die Bundesbehörde zur Sitzung zusammen. Bundesprüfident I. H. Deiler führte den Vorfitz. Anwesend waren: Präsident I. H. Deiler, New Orleans. 1. Vice.Präfident ChaS. Schmidt, Cincinnati, O. Sekretär A. Linck. St. Louis, Mo. Schatzmeister I. P. Frenzel, Indianapolis. Archivar F. O. Nuetzel, LouiS. ville, ftv. Beisitzer Jac. Boehm, St LouiS; W. F. Keck, St. LouiS; Joe Spohn. Chicago; JuftuS Emme. Chicago; Wm. Aren. Chicago; Franz Amberg, Cb cago; $. Schillo, PittSburg. Pa.; F. Stimpel, PittSburg, Pa.; Caspar Hebeftreit, Cincinnati. O.; JoS. Heim, Cleveland, O. Bezirksvertreter E. Haidke, Lake Crie; Christ Samm, PittSburg; Jos. Dauben. Centr. Ohio; ChaS. Liebnitz, St. Louis ; C. Lerrer, Südlicher. Nachdem der Namensaufruf ftattge funden, ernannte Herr I. H. Deiler folgende Comite: Bücheruntersuchung: Wm. ArenS, F. O. Nuetzel, Jac. Boehm. Für BeztrkS.Angelegen h e i t e n: I. Spohn, JuftuS Emme. Wm. F. Keck. . Linck, Caspar Hebeftreit. Hierauf folgte Vertagung, bis um 3 Uhr Nachmittags die Sitzung im Deutschen Hause wieder eröffnet wurde. DieNachmittagS-Sitzung. Sofort nach Eröffnung der Sitzung reichte das am Bormittag ernannte BücherunterfuchungS - Comite seinen Bericht ein, alle Bücher in bester Ordnung meldend. DaS ttomite für BezirkS-Angelegen-heiten empfielt, daß folgende Paragraphen in der Conftitution eines je den Bundesbezirkes enthalten fein und unbedingt befolgt werden sollten. Nur Bundesvereine oder solche Vereine, welche fich verpflichten solcher in nerhalb elneS JahreS vom Tage der Aufnahme an gerechnet zu werden, kön nen in einen Bezirk aufgenommen werden. Die BegleitSschreiben der BezirksVertreter wurden entgegengenommen. Das hierauf zur Verlesung gebrachte Protokoll wurde genehmigt u-d ange nommen. gleichfalls der Bericht des Schatzmeisters, sowie auch der Bericht über das ConzertProgramm. Zum Einzel'Vortrage meldeten fich Chicago. Jll. und Cincinnati, O. an. Der Antrag von Amberg. Herrn I. P. Frenzel und die zu erwählenden Herren Dirigenten dem musikalischen Beirathe beizufügen, wurde einstimmig angenommen. Hierauf besprach Herr Frenzel des Längeren die endgültige Zusammen ftellung deS Programms und befür wortete das Fallenlassen einiger Num mern, um den Sängern Mühen zu er sparen und bessere Leistungen zu er, zielen. Die Bundesbehörde, welche selber eine Verkürzung des Programmes be fürwortetete, übergab dies: Angelegen heit einem Komite bestehend aus den Herren Frenzel, Ehrgott und den bei den zu wählenden Bundes. Dirigenten. welche darüber entscheiden werden. Herr Frenzel machte bekannt, daß die Feftbehörde spezielle Liederhefte (wie in St. LouiS geschehen) herstellen lassen wird, welche den Süngem frei zur Verfügung gestellt werden. Zwei vom Pacific Sängerbund ein gelaufene Dankesschreiben wurden vom Präsidenten Deiler verlesen.
Das im Bundesorgan und auch anderweitig veröffentlichte Programm der Feftbehörde wurde verlesen und einstimmig angenommen. Die Aufstellung deS Massenchors und der Einzelchöre gelangte zur Sprache und praktische Vorschlüge wurden entgegengenommen. Hierauf erfolgte Vertagung. Heute Vormittag 10 Uhr wird die Sitzung wieder eröffnet werden. Die gemeinsame Zusam.
m e n k u n f t. Am Abend waren die Herren der VundeSbehörde Gäste der örtlichen Feftbehörde bei einem informellen Abendessen im Deutschen Hause. Kurz nach 7 Uhr ging eS zu Tische und nachdem die ersten Gänge der trefflichen Gerichte absolvirt waren. erhob fich Feftprüfident Aug. M. Kühn um in herzlichen Worten der VundeS behörde den Willkommgruß zu ent bieten. Der Präsident deS N. A. Eünger. bundeS. Herr I. Hanno Deiler, erwie derte im Namen der Bundesbehörde in markigenWorten, die zu Herzen gingen, weil fie von Herzen kamen. Er beglückwünschte die Feftbehörde über daS einmüthige Zusammenwirken in Förderung deS großen Unterneh mens und gab der Gewißheit Ausdruck, daß das Süngerfeft von 1907 in Indignapolis dem Bunde und der Be völkerung von Indianapolis zu hohem Ruhme gereichen würde. Er wies auf das Ziel deS Bundes hin, in erster Linie daS deutsche Volkslied zu Pflegen uud zu fördern und schloß mit einem Hoch auf die Feftbehörde von In dianapoliS, in welches die anwesenden Mitglieder der Bundesbehörde kräftig einstimmten. Nun folgte Toast auf Toast. Herr Amberg von Chicago sprach über den Enthusiasmus der Chicagoer Sänger für das kommende Fest und sagte, einen glänzenden Erfolg voraus. Nach ihm sprach der BundeS'VicePräsident, Herr Schmidt von Cincinnati. in bekannt launiger Weise und erklärte, daß dieCinci.matierSünger alle Kräfte einsetzen würden, um zum Erfolge des SüngerfefteS mitzuhelfen. Herr Albrecht Kipp sprach über die Pflicht der nordamerikanischen Sänger schaft ihre ganze Energie dem Volksliede zu weihen, denn dieses in erster Linie trefflich zu fingen, führe zum Er folg. Der sogenannteKunftgesang. passe nicht in den Rahmen eines Sängerfeftes. Nach ihm sprach Herr Richard Lieber von köstlichem Humor durchwehte Worte, die aber ernste und beherzigenSwerthe Lehren enthielten. Herr Joseph Keller sprach über die hohe Mission der deutschen Sängerschaft und hob besonders hervor, daß es auch deren Pflicht fei, die kulturellen und freiheitlichen Errungenschaften des Deutschthum in diesem Lande zu schir men und zu befestigen. Herr Lesser, der Vertretrr deS Bezirks Alabama, sprach besonders interessant über die Kämpfe und die Erfolge des an Zahl so winzigen DeutschthumS im Süden und bezeichnete mit begeisterten Worten Herrn Deiler als Hort desselben. In längerer Ansprache ließ Herr John P. Frmzel die noch zu erledigenden Aufgaben für daö Sängerfeft Revue pasfiren; auch er sprach kräftige Worte zu Gunsten des Volksliedes; zum Schluß brachte er ein Hoch auf den Feftprüfidenten Herrn Aug. M. Kühn und auf den künstlerischen Erfolg des Festes au. Eine kurze geschäftliche Besprechung folgte nun, in welcher Herr Deiler für den Bund und Herr Hy. Kothe, sowie ChaS. Krauß, John Bertcrmann und
Franklin Vonnegut kurze und sachliche Berichte lieferten, die beifällig aufgenommen wurden. ES mar ein Abend bei welchem der echte SängerenthufiaSmuS so recht zum innigsten Ausdruck gelangte. Heute werden die werthen Gäste, nachdem die Geschäfte erledigt find, von der FeftbeHürde mit einer Fahrt durch die schönften Theile der Stadt unierhalten werden. Die heutige VormittagsSitzung. Die Versammlung wurde am Freitag um 10 Uhr von Herrn Deiler zur Ord nung gerufen. Ein von Herrn Mottl-r eingelaufenes Entschuldigungsschreiben, sowie eine Depesche de? Herrn Leibnitz kamen zur Verlesung, ebenso eine zur Zeit eingelaufene Einladung des Nord westlichen Sängerbundes zu dessen Sängerfeft. Herr Nütze! stellte den Antrag, daß die Bundesbehörde die Feftbehörde von Indianapolis ersuche, die Beamten des Nordwestlichen Sängerbundes, sowie Herren Präsidenten des TeraS'Sängerbundeö, des PacificSängerbundes und des Noröftlichen Sängerbundes einzuladen. Der Antrag wurde angenommen. Herr Frenzel stellte hierauf den Antrag. Herrn Professor Gellert in Leipzig, den Borfitzenden des Allgemeinen Deutscheu Sängerbundes, sowie den Wiener Münnerchor zum Süngerfefte einzuladen. Der Antrag wurde einstimmig angenommen. Herr I. P. Frenzel ftellre ferner den Antrag, die Herren Professor Franz Bellinger und Professor Alexander Erneftinoff als Festdirigenten zu erwählen, welcher einstimmig angenommen wurde, ebenso daß die Leitung oe Or chefterS nicht von den beiden Fefidirigenten übernommen werden soll. Herr Nütze! brachte den weiteren Antrag ein, den Dank der Bundesbehörde
der Feftbehörde und dem Muftkverein auszudrücken, ebenso der Presse von Indianapolis. Die Bundesbehörde hält eine Sitzung am Mittwoch ab und die DelegatenSitzung findet am Samstag Morgen um 9 Uhr statt. Jeder Delegat muß mit einem Beglaubigungsschreiben versehen sein, um Sitz und Stimme zu er langen. ES jwurde auch der Antrag gestellt und unterstützt, jedem Verein ein ge druckteS BeglaubigungSFormular zu zuschicken. Ihre nie erstoröene Hofsnug. daß ihr Bruder Joses A. Col lins, den sie seit 50 Jahren nicht ge sehen hat, noch am Leben sei, hat Frau Josephine Townsend, von Bayonne, N. I., nicht betrogen. Im Jahre 1855 waren die drei Kinder Joseph 21.. William H. undJosephine tm Waisenhaus m New Nork unter gebracht worden. Joseph ka n von dort zu einem Farmer in Illinois, William zu emem solchen in Mon mouth County und Josephine fand Unterkunft in der Nähe William'S. Als der Bürgerkrieg begann, ließ sich Joseph m einem Jllmoiser Regiment I -1 n - W cn - jt cn i j i niieuen. 'Jiauf zeenoigung oes Krieges ließ er sich in Virginia nie der. Seine Nachforschungen nach Bruder und Schwester waren vergebens. Auch diese, welche immer in Verbindung geblieben waren, obgleich William später nach Williamsburg zog und Josephine sich in Bayonne verheirrathete, suchten bisher ohne Erfolg. William Collin betrachtete den Bruder als todt, wahrend Josephine nicht von der Meinung abzubringen war, daß er noch am Leben sei. In der Hoffnung, daß Joseph eines Tages um Pension einkommen würde, setzte sie sich vor langen Iahren schon mit dem Pensions - Departement in Washington in Verbinbung und erhielt regelmäßig die gedruckten Pensionsliften zugesandt. Alle Joseph Collinö, welche bisher auf der Liste erschienen, waren bei näherer Erkundigung nicht der Gesuchte. Vor weniaen Wochen stand als neuer Pensionär ein Joseph A. Collins in Petersburg, Va., auf der Liste. Volizeichef Raglan, von jener Stadt, setzte sich auf Wunsch der Ge schwifier mit dem Genannten in Verbinduna und der seit 50 Jahren gesuchte Bruder war gefunden. Jetzt sind William Collins und Frau Townsend bereits in Petersburg, wo ew freudiges Wiedersehen gefeiert wurde.
Alls dc Gerichten. Jugendgericht. Carl Winn, 14 Jahre alt, 1699 Roosevelt Ave., der dreimal vom Richter StubbS wegen Diebftahl vorbestraft gewesen ift. wurde gestern, nachdem er fich eines DiebftahlS schuldig bekannte, nach der Jndiana Knaben-Schule in Plainfield geschickt.
Rachlaß-Gericht. George W. Prange, welcher als Verwalter des Vermögen seines Vaters Friedrich Prange anerkannt wure, mußte $1500 Bürgschaft stel len. Kriminalgericht. In dem Falle von LouiS Mountjoy und Walter Hall, die fich wegen einer Schlügerei zu verantworten hatten. wurde Louis Mountjoy schuldig befunden, und um $10 und Kosten und 6 Tage Arbeitshaus .bestraft. Hall, der der Rädelsführer war, und fich schuldig bekannte, wurde zu $10 und Kosten und 5 Monate im Arbeitshaus verdonnert. Scheidungsklagen. Elizabeth Ackermann verklagte ihren Gatten Benjamin Ackermann aufSchei dung. Der Bund wurde am 26. Juni 1895 geschlossen und die Eheleute lebten bis zum Januar 1906 zusammen. Der Ehe find 3 Kinder entsprossen. Pflichtvernachlüsfigung . Trunkenheit und grausame Behandlung find die Gründe der Klage. Sie fordert die Obhut der Kinder. William H. Morrison strengte gegen seine Gattin Katherine A. Morrison eine Klage auf Scheidung an. Die Ehe wurde am 25. April 1899 geschlos. sen und die Verheirateten lebten bis zum 7. Juli 1900 zusammen. VöS williges Verlassen ift der Grund der Klage. Schadenersatzklage. Für Auguft Brown strengte Sophie Brown gegen die Noelke-Richardö Jron Works eine Klage auf 5100 Schadenersatz an. Auguft Brown war ein Angestellter der Firma und wurde am 18. Juli 1906 bei der Bedienung einer Maschine angeblich durch Nachlässigkeit derselben verletzt. Auf diese Verletzung ift die Klage begründet. Avondale SeigytS. Im Avondale giebt'S allabendlich fröhliche Gesichter. Die von den ein zelnen Künstlern vorgeführten Spezial Nummern find gut in ihrer Art und auch beim Zusammenwirken derselben klappt es stet so, daß alle Besucher mit dem Gebotenen zufrieden find. Nur Einer soll während dieser Woche im Avondale gekickt" haben, und dieser Eine war noch sogar ein Mitwirkender, er hatte aber auch ein echt dazu. In einem der Akte schlägt nämlich der Akrobat McElroy seinem Partner Tudor einen lose gefügten Eimer um die Ohren, der dann natürlich zusam men füllt, und einen großen Spektakel verursacht, ohne den Getroffenen wehe zu thun. Am Mittwoch Abend aber waren die Steifen durch Zufall zu scharf zusammen getrieben und als McElroy zuschlug und der Eimer nicht nachgab. da war daS von seinem Gefährten ge zeigte SchmerzenSgeficht einmal ein echtes. Tudor wird von jetzt ab den Eimer in feine spezielle Obhut nehmen, damit ihm die Sache nicht noch einmal pasfirt. Allen üblen Erfahrungen zum Trotz scheint der Versuch noch nicht aufgegeben zu fein, den Sultan zur Liebe des Botschafter Leishman zu zwingen. Wenn das Volk dafür reif ift-, will die chinesische Negierung die neue Konstitution durchführen. Daraufhin könnte eS das Väterchen an der Newa ebenfalls riskiren. In Deutschland hat man gegen würtig keine Zeit, fich um die Vorgänge der Weltpolitik zu kümmern. Der Bierkrieg absordirt das gesammte In tereffe der öffsntlichen Meinung.
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