Indiana Tribüne, Volume 30, Number 12, Indianapolis, Marion County, 6 September 1906 — Page 5
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Jnbiana Tribüne, 6 September 1006 s
JMcrurbau Zcit-Tavcllc. I. U. T. System. .I toast Sonntag, den M. Mai 1906,' Züge verlassen Indianapolis. Muncie ck Marion Division, awrence, ForroMe, Pendleton. nderson. Aorktown, Muncie, Middletomn, Alexandria, ummitville, Fairmount. Gas City, Ion ,ro und Marion.
4 00 5 06 6 00 7 06 8 00 9 05 10 00 11 00 11 06 12 00 Vm. Bm. Bm. Bm. Bm. Vm. Vm. Bm. Vm. Mttg. 1 05 Nm. 2 00 Nm. 3 05 Nm. 4 00 Nm. 5 00 Nm. 5 06 Nm. 6 00 Nm. 7 06 Nm. 8 00 Nm. 9 05 Nm. 11 30 Nm. Limited. ogansvort & Peru Division, armel, NobleSville, Cicero, rcadia, AUanta, Tipton, okomo. Galvefton, aiton, Logansport, Miami, Bunker Hill, Peru und Elwood. 5 00 Bm. 1 45 Nm. 5 43 Vm. 3 00 Nm. 7 00 Vm. 3 45 Nm. 7 45 Vm. 6 00 Nrn. 9 00 Bm. 5 45 Nm. 9 45 rn. 7 00 Nm. "11 00 Bm. 7 45 Nm. 11 45 Vm. 9 00 Nm. 1 00 Nm. 11 30 Nm. Limited. Zug um 11:30 AbendS der Jndiana T,S-LoganSport tDivision geht nach Peru statt Logansport. Reue spezielle Bedienung nach Ft. Wahne. - Züge vnlafsen Indianapolis um 7:00 und i:O0 Uhr Vormittags und. 3:00 und 7:00 lhr Nachmittags, machen die Fahrt nach st. Wayne in 4 Swnden und 40 Minuten. euer Zug Marion Flyer Verläßt arwn 7:56 Vormittags und 1:55 Nach ittagS ; Verläßt Indianapolis 11:00 Bor ttttag und 6:00 Nachmittags ; hält blos in nderson und Alexandria an. Anschließende Linien erreichen Dayto, Ohio, Ft. Wayne, Huntington, Wabash, fontaine, Swayzee, Greentown, Hartford Uy, Montpellier, luffton. Winchester, Union City, Greenville, O., und Zwischew Katwnen. Fracht und Passagier.Office Termin Wartezimmer. Telephon M 175. Indianapolis & Eaftern. znmtted Züge für'Richmond und allen untten in Ohio, welche verbunden find mit ektrischen Linien, um 8:10 und 11:10 Bor ntags, 2:10 und 5:10 Nachmittag und :I0 Abends. Locale Züge für Richmond id Zwischenftationen von 6:00 Uhr Bor mittags an und dann jede Snde. auSge ommen die Limited Zeit, bis 9:00bendS :TOQ Uhr AbendS auSaelaffen). Letzter Zug ach Greenfield um 11:30 Uhr Abends. Indianapolis & Martinsville. rfte Morgen, Car um 5:10 Uhr MorgenS. Dann von 6:30 Uhr Morgens jede Stunde oi 11:30 Uhr AbendS - ausgenommen die Stunden 8:30 und 10:30 Uhr Abend. Indianapolis Coal Traction So. Aüge laufen stündlich von Indianapolis ach Plainfield von 5:00 Uhr Morgen bis 11:00 Uhr AbendS ; ausgenommen die Stun den 8:00 und 10:00 Uhr Abend. Indianapolis & Northwestern. Zuge laufen stündlich von 5:00 Uhr Morgens bi 9:00 Uhr AbendS. Anschluß in Lebanon für Thorntomnund.CramfordSville, Der Zug um 10:00 Uhr .AbendS fährt blo iiS nach Lebanon. Der Zug um 11:30 Uhr AbendS fährt bi ach Frankfort, Anschluß in Lebanon für ErawfordSville ; derselbe fährt in der Sonn, tag Nacht bloS bis nach Lafayette. Limited Züge für Lafayette fahren ab u 8:10 und 11:10 Uhr Morgens, und 2:10. 5:10 Nachmittags und 7:10 Abend. Für Crawfordsville um 10:45 Vormittags und 4:25 Rachmittags. INDIANAPOLIS BREWIN6 CO. Düsseldorfer... Das Bier, welche auf der Weltausstellung zu St. LouiS den Preis erhielt als Der Welt Standard Für Vollkommenheit In PntS und Quarts, laschen Tcp't. Tel. 578 und 69. Indianapolis Brewing Co Dr. i. H. Yacier Teutscher Ttner.Arzt Office: Schellhouse'SLeih-Sta 818 tt bsh . Telephone: Reu. im lt. Main 11. Wohnung : 1 131 atztson Neuer 'Phone
TS erste französisHe Opfer von 1870. Aus dem kleinen Friedhof von Chateaurouge vei Äuzenosis in Loiyringen hat am Jahrestage De Beginns der ein jeliieircn im IctzlenFeiozuge eine tleine Tentnialsweihe staltgesunden. $uz das erste Opfer auf französischer ?eiie, den Douanier !onty. wurde ein Denkstein enthüllt. An der Feier betheiilglen sich Behörden der deutschen und franzocyen Regierung. Von ouaroriiciert war zur militärischen hrenermcisung eine Abtheilung vom 70. Infanterieregiment nebst Musit befohlen, JJicntt) ist in der Nacht vom 23. zum 24. Juli 1870 den Tod fürs Vaterland gestcrben. Das deuische Generalstalswert über den Krieg von 187071 entyält folgende Einzelheiten über den Zod des jetzt mit einem Dentmal geehrten französischen GrenzWächters: Von Saarlonis vorgeschickte Patrouillen waren von sranzösiichen Douaniers beschossen worden und Haiten zwei Pferde verwren. Infolgedessen setzte fid) die 8. Kompagnie des Regiments 3c. 70 am 24. Juli in Besitz des Zollhauses bei Schreckling und führte die Zoll'kasse mit sich fort; zwei DoUaniers waren dabei gefallen, vier in Gefangenschaft gerathen; diesseits Leutnant ö. Alten verwundet. Mit den zwei gefallenen Douaniers waren Monty und Lejuste gemeint. Monty lag thatsächlich todt auf dem Felde der lhre. Lejuste war nur schwer verwundet worden und lebt heute noch in Thoune-la-Long als pensionirter Brigadier. Körperliche Beschwerden uinderten ihn leider an der Theilnahme bei der Denkmalweihe für seinen Kameraden. Das Denkmal, eine einfache Trauersäule, ist auf Kosten des
Gräberverschönerungs-Vereins Souvenir franais" in Nancy durch die Bildhauer Altmayer und Marion erstellt worden. Es trägt die Inschrift: A la mmoire du douanier fran,ais Pierre Monty. n & Schwerdorf le 18 septembre 1815, mort pour la patne 5 la brigade Schreckling dans la nuit du 3 au 24 imllet 1870. A nous K souvenir, ä lui l'immortalit6. NntiscmitisÄie Genossen. In letzter Zeit sind mehrfach köstliche Proben von sozialdemokratischem Antisemitismus durch die deutsche Presse gezangen. Jetzt leistet sich eine neue besonders hübsche Entgleisung in dieser Richtung die sozialdemokratische Breslauer Volksmacht", indem sie an eine vom Direktor der Hamburg-Amerika-Linie, Ballin ausgegang:ne Dienftatmoeisung folgende Bemerkungen knüpft: Seine Majestät Herr Ballinleben. Herr Albert Ballin ist der Freund Wilhelm II. Er gebietet vielen Tausenden, die jedem Wink von ihm wenn sie ihm nicht gerade mal nebenbei einen Strich durch die Rechnung machen gehorchen. Er ist Grohadmiral der qrößten Handelsflotte der Welt. Fürsten sind seine Gäste, und der deutsche Kaiser fährt ihn auf einer Pinasse höchsteigenpersönlich nach einem Besuche auf der Kaiserjacht an Bord seines Schiffes zurück. Was Wunder, rann der kleine Jude mit der ordenbesäten Brust schließlich selbst die Allüren eines Angestammten" sich aneignet, und wenn er reist wie ein echter Gottesgnadenmann." Dazu bemerkt das Berliner Tageblatt": Mansche oben!" hieß es vor nicht allzu langer Zeit im Vorwärts". Das Zentralorgan ist, seitdem Frau Rosa Luxemburg in die Redaktion eingetreten ist. etwas vorsichtiger geworden. in der Provinz aber scheinen die Genossen aus ihrem Herzen keine Mördergrube zu machen. Was sagen di: Herren Singer. Stadthazen, Haase und dre anderen dazu? Xi: Reste der Tausend von Mar saU". Bekanntlich wird mit den Sau send von Marsala" von den Jwlie liorn ein parriotischer Kult getrieben, der h'i-t'chna,! und verständlich ist; hat doch VaribaldiS glänzende Expedition nach Sizilien den Grund zur italieni kbxn EncheU gelegt. Leider wurde aber mit den ..Tausend" viel gemocch, und statt mir den Jaliren abzunehmen, schien die glorreiche Schaar (die eine beioiidere Staatspension er hälti immer mevr anzuwachsen: ja ein Neapeier Blatt behauptete sogar, .uic den 1,000 des Wahres 1860 seien allmählich . . . 40,000 geworden. Du wahren Tracheiizävne des Jason! Nun wird soeben eine auf amtlichen Quellen berildende Statistik verönc'tttlicht, die iMa.eiide darthut: Von den 1072 Freiwilligen Gariöaldio waren am 1. uli die'es alireo noch 233 am Leben, darunter sind die be 5annteuen: der Ungar General Türr (llrhelx'r de Kanals von Karin . General Steian anzio, Garik 'u Schwiegersohn und Präsident des .Ha fenkonsortiums von Genua, der Le bensretter Garibaldis. Abgeordneter Elia, der Bildbauer Tassara, der frühere Minister Miceli, endlich Zena tor Cucchi, der 1870 von der iralie' nischen Lin5eii ins deutsche Haupt quartier entsandt wurde und mit Bis marck verhandelte, um eine eventuelle Hilfsaktion Viktor Emanuels für Na poleon u vereiteln. T reinig der Ueberlebenden wobnen in Mailand und der Lombardei, neununddreiszig m Venetie-i und Trienl und nur ein einziger in Nom.
TaS enetmnitz ocs Nordpols".
An den idyllischen Ufern der Panke, dort, wo die Bäume des Pankower Schloßparkes rauschen, war ein Schauspiel in Vorbereitung, das den letzten Akt eines vor einem Jahrzehnt oft gegebenen Stückes bilden sollte. Das Stück spielt am Nordpol. Nansen war fein Helö, und die Handlung wickelt sich unter den Schrecken des ewigen Eises ab. Dr. Wilhelm Meyer, der fruhere Leiter des Berliner Wissenschaft!!chen Theaters Urania", hatte das Schauspiel in Szene gesetzt, und von einer eigenen Bühne, die sich WanderUrania" nannte, war es in den verschiedensten Städten Deutschlands zur Aufführung gebracht worden. Aber nur ein kurzer Sommer war dem Nord-pol-Stück beschieden. Es war in der eisigen" Theilnahmlosigkeit festgefroren, und man eilte, den Fundus an Requisiten und Maschinerien von dem zum Wrack gewordenen Unternehmen in Sicherheit zu bringen. So war die Fram" der Wander-Urania glücklich nach Pankow bugsirt worden. Dort im Schloßpark, in einem Holzstall, ging sie in Dock, und alles, was sie an Bord gehabt und was sie als Erlebtes auf Pappen und Leinwand mitgefühlt hatte, wurde darin verstaut. Acht lang Jahre hatte Nansens kühner Zug in der von Dr. Meyer verfaßten Darstellung so an den Ufern der Panke geruht, als die Erinnerung daran noch einmal geweckt wurde. Das Geheimniß des Nordpols" stand zur Auktion. Was dort lag an bemalten Stücken aus Leinwand und Pappen, an Eisentheilen und Holzgerüsten, Beleuchwngskörpern und Maschinerien, darüber gab ein Katalog Aufschluß, den der einstige Conferencier des Unternehmens aus einem Kanzleibogen vorlas. Da hörten wir von einer 300 Quadratmeter umfassenden Wandeldekoration, von Wind-, Donner- und Aechz"-Maschi-nen. von Beleuchtungskörpern und Lichtanlagen und von anderem mehr, das dieses Chaos in seinem Schoß bergen sollte. Nur eine kleine Schar von Bietern war erschienen, unid in ihnen lebte auch nicht ein FUnkchen von dem Wagemuth der Männer, zu deren Berherrlichung ernst dieses ganze, nun o wirre Durcheinander geschaffen worden war. Als der Auktionator zum Gebot aufgefordert hatte, fand sein Ruf nur ein einziges schwaches Echo: Hundert Mark!" Dann blieb es still, bis der Conferencier sich erbarmte und sich selbst bis auf 3000 Mark trieb. Das aber war auch der äußersteGrad", den die Auktions-Exvedition erreichte. Sie wurde, ohne daß ein Zuschlag erfolgt war, für beendet erklärt, und es war den Erschienenen wie fo vielen Nord polfahrern ergangen: resultatlos kehr ten sie heim! Das Svjährige Jubiläum der Stoff lcntheerfarbe hat ihrem in London lebenden Ent oeaer uiiam .enry' Estinn ac e Ehrungen gebracht. Der große englische Gelehrt, erfreut sich noch vollftändiger Frifche. Es war beschlossen werden, rm ein Oelporträt zu überreichen, das nach seinem Tode Eigenthum der Nation wird. Außerdem wurde eine Marmorbüste des Erfinders rn dem Gebäude der chemischen Gesellschaft aufgestellt und ein PerkinFonds geschaffen, der dazu dienen soll. die chemische Forschung zu fördern. Die ganze wissenschaftliche Welt betheiligte sich an diesen Ehrungen, auch Deutschland war würdig vertreten. Geheimrath Professor Dr.Emil Fischer überreichte im Namen der Deutschen l&oe?rn.tfi '''ieie" schal' mann-Medaille. Er erinnerte daran, daß der Name Perkin seit zwei Dekaden das Verzeichniß der Ehrenmitglieder der Gesellschaft schmücke. Er freue sich, es aussprechen zu dürfen, wie sehr der deutsche Chemiker dafür dankbar sei, daß Sir William Perkin seine Wissenschaft gefördert und einen neuen Zweig der chemischen Industrie ae schaffen habe. Auch die Universität Heidelberg huldiate dem c?r" ..: Forscher, indem sie. ihn zum Ehrendoktor ernannte. Eine vornehme Viehhirtengesell schaft. Im blühenden Städtchen Cihuela in Spanien, Provinz Aldovar, sind die Äiehhirten m den Ausstand getreten. Der Lohn, für den sie ihre bukolischen Pflichten erfüllen sollen, schien ihnen allzu karg bemessen. In Cihuela aber t durch dielen streik eine arge Verwirrung entstanden. Das Städtchen ist reich an Weidevieh, das alle Tage auf die Futterwiesen getrieben werden soll. Und nun giebt es plönlick keine Hirten. Es zeigte sich jedoch, daß der Hirtenoerus allen anoeren sozialen Bcrufen vorangeht, denn die bürgerliche Bevölkerung von Cihuela hat schlantweg zum Hirtenstab gegris-?- i'nd Feder, Meißel und Lanzete- . oiicrn aus der Hand gethan. Die ieqlesitzcr von Cihuela treiben nun täglich ihre Kühe und Schafe selbst auf die Weide. Unter den neuen Hirten befinden sich: der Bürgermeister, ein Gemeinderath, der Eemeindesekretär. ein Advokat, zwei Aerzte, eine Jngenieursgattin. die Nichte des Pfarrers, zwei reiche Bürgerstöckter und last not least eine liebreizende, junge Komtesse. Die neue bukolische Idylle soll munderbar lauf die Gemüther gewirkt haben. Zahlreiche Verlobungen stehen in der neuen Hirtenkolonie bevor.
Information nd Etikette. Es ist in diesen Tagen viel darü
ber geschrieben worden, daß der In formationedienst des Kaisers nicht in der Weise geregelt sei, wie es in: öffentlichen Interesse gewünscht wer den müsse. Auf der einen 3ciie wur de deii verantwortlichen Rathgebern ter Krone der Vorwurf gemacht, den Herrscher nicht über die Stimmungen des Voltcö zu unterrichten, und wur de es beklagt, daß der Kaiser der berufenen Vertreterin dieser Stimmuw cicn, der Presse, nur ein gerinaes Maß von Achtuug entgegenzubringrii scheine: aus dem anderen Lager ward erwidert, keiner der lebenden Monarchen halte so eng Fühlung wie SSil belln II. mit dem vorwärtöschreitcndey Leben, keiner wähle wie er ' zu seinem Nmgaiige ohne Rücksicht aus die Etikette die Führer in den Reihen der Industrie, der Kunst, der Wissen schait und der Technik. Man kann auf diesen Widerstreit der Meinungen wohl das altbewährte. ein wenig trivial, gewordene Wort anwenden: daß die Wahrheit in der Mitte liegt. ?lber da einmal von der Etikette gesprochen wurde, so mag daran erinnert werden, daß diese etwas überlebte und altmodische Tame noch beutigen Tages an den Hösen eine viel größere Macht ausübt, als gemeinhin geglaubt wird. So be steht zum Beispiel eins ihrer Gesetze darin, daß im Gespräche, dessen ein Souverän einen niedriger Geborenen ehrt, es niemals dieser niedriger Ge borene ist, der im Gespräche den Gegenstand wechseln oder auch mir eine abweichende Wendung geben darf. Es ist gewiß in hohem Grade onzuer kennen, wenn Kaiser Wilhelm II. beute einen Gelehrten, morgen einen Großkaufmalin, dann wieder ei?'.en Bildhauer oder Maler an seine Tafel ladet und Zwiesprache mit ihm hält, ks sollte aber nicht vergessen werden, daß traft dieses ungeschriebenen hon fchen Gebotes die Zwiesprache sich stets nur auf die Dinge erstreckt, die der Moiiarch selbst berührt wissen will. Und diesesGebot ist allen ürsten so sehr in Fleisch und Blut über gegangen, daß sie gewohnt sind, je dem Verstoße dagegen durch eiu faches Uebechören oder durch Beend:gilng der Unterhaltung die niye abzubrechen. Gewandte Höflings sollen freilich die Kunst verstehen, ganz allmählich und sacht ihres er lauchten Partners Gedankengang so zu lenken, daß er schließlich von selbst an dem Punkte anlangt, wo ihr In teresle von vornherein stand, aber Kaiser Wilhelm II. ist sicherlich nicht der Mann, solches Versteckenspiel nicht alsogleich zu errathen. Man erzählt sich, daß auf derNord' landt'ahrl leichter als sonst sich Gele genbeit biete, das br des Kaisers zu gewiiinen, der sich hier als Kamerad unter Kameraden gibt, und daß von den Männern, die er zur Theilnahme an dieser brt beruft, mancher eine Art von heimlichem Wunschzettel mir nimmt, für dessen Reichhaltigkeit die guten freunde und Verwandten forgen. Niemand wird dem Höchüeit im Lande das Recht versagen wol len, das der Unterste genießt: seinen Verkehr zu suchen, wie und wo es ihm paßt. Und doch muß man es bedauern, daß den 5i aiser auf seiner Meerreise, in seinen Ferien", wie er diese Zeit wohl selbst im Scherze nennt, nicht Persönlichkeiten umge ben, die, unabhängig und deshalb unempfindlich gegen die Wirkungen der kaiserlichen Gnade oder Ungna de, zu freierer Sprache den Muth finden könnten. An Gelegenheit dazu würde es schwerlich fehlen: hat der Kaiser doch den hübschen Brauch eingeführt, daß an jedem Tage zwei andere seiner Schisssgäi'te bei der Hallptmabl'eit recht? und links zu seinen Seilen sitzen. Aber es wird auch allen schon bei Antritt der Fahrt eingeschärft, sich jeder Anspielung auf politische Ta geöereignisse zu enthalten, vorauege setzt, daß der Herrscher nicht selbst ein solches Thema anschlägt, so gechieht doch das letztere, wie man hört, ziem lich häufig, und dann äußert sich der Kaiser über Ereigilisse und über Per sonen oft in überraschend ungezwun gener und markanter Form. Ein neues belgisches Schnlschiff. Das belgische Schulschiff Comte de Smet de Naeyer', das im April dieses Jahres mit 33 Mann feiner Besatzung unter recht merkwürdigen Umstanden gesunken ist, wird nun einen Nachfolger erhalten, dem hoffentlich glücklichere Fahrt beschieden ist. Die Association maritime", die unter Protettion der Regierung vor ein paar Iahren das Schulschifrunterneymen in's Leben rief, um für die belgische Handelsflotte allmählich ein wohlgeschultes Offizierkorps nach dem Muster anderer schiffahrttreibenderLänder heranziehen, hat den englischen Segler Linlithgowshire", eine eiserne Dreimastbark von 1452Bruttotonnen, erworben. Es ist freilich kein neues Fahrzeug, sondern schon im Jahre 1877 in England gebaut, allein es gehört zur hochsten Klasse in Lloyds Register und ist 1902 in Hamburg aufs Genaueste auf seine Seetüchtigkeit geprüft worden. Für seinen neuen Zweck wird die Association das Schiff in sorgfältigster Weise ausrüsten lassen, um allen erwarteten Einwänden, daß kein neue? Schiff erworben worden sei, entgegentreten zu können.
Nur ka Wasser not !" Peter Rofegger veröffentlicht in seincm Heimgarten" folgendes amüsant Erlebniß: Meinetwegen brauchte es auf btr Welt kein Wasser zu geben!" sagte der alte Landmann. Daß er dann auch seine Milch, sein Süpplein, sein Gemüfe entbehren müsse, auch sein Glaschen Rothwein und endlich wohl gar sich selber, der zu neunzig Prozent aus Wasser besteht, daran hatte er nicht gedacht. Ten Ausspruch that er gelegen.'lich eines kleinen Fußlcidns, bei dessen Untersuchung der Arzt die Bemerkung hatte fallen lassen: Lieber Mann, Sie sollten einmal ein Bad nehmen." Gehn's weiter!" sagte darauf der Alte, indem er fast erröthete, so was hab' ich nit einmal in meiner Jugend getrieben. Die Wasserpritschlerei da,
die thät mir wohl nit gut thun. Bi meln Lebtag oft genug naß geworden bis auf die Haut. Hab' darauf allemal Schnupfen bekommen oder Zahnweh oder Gliederreißen. Naß vertrag ich nit." Aber doch inwendig." lachte der Arzt. Wenn man Durst hat, ist Wasser das Allerbeste." Durst hab' ich wunderselten," antwartete der hagere Alte. Da muß ich schon nit recht gesund sein, wenn ich einmal Durst hab'." Aber Sie trinken doch Wein?" Alle Abend ein Viertele. Nit aus Durst. G'rad nur aus Genaschigkeit, möcht' ich sagen. Und daß Einer ein bissel frischer wird. Wasser! Glaub' nit, daß ich zwei Eimer Wasser getrunken hab', mein Lebtag. Meinetwegen brauchte es aus der Welt kein Wasser zu geben. So thu' ich auch nit viel schwitzen. Bleib' gcrn trocken, 's wird eh mit dem Menschen auch nit viel anders sein, wie mit dem Holz. Wird's oft naß, so fault's beizeiten. Ich wär' soweit noch frifch." Allen Respekt!" sagte der Arzt. Mögen wohl schon nahe den Siebzig sein?-" Ei, was nit noch! Sechsundachtzig bin ich. Schon um etliche Wochen drüber hinaus." Der Arzt hat vom Baden nichts mehr gesagt. Ein glänzendes Geschäft. Moritz Teitelbaum, ein hübscher, junger Mann von keineswegs martialischem Aussehen trotz der schönsten Säbelbeine der Welt schwärmte unbändig für Rosine Feigenblatt, das anmuthige Töchterchen des alten Vierdebändlers Evbraim ??eiaenblatt. i i r kj j i Sie war schön, gut, gebildet und bekam vlerzlgtauseno Man mit, aver er hätte Rosine Feigenblatt auch mit weniger Geld genommen, denn er fühlte, daß er ohne sie nicht leben konnte. Die ganze Schwierigkeit bestand nur darin, beim alten Feigenblatt seine Werbung anzubringen. Dieser im Pferdehandel ergraute würdige Mann kannte nur ein Gesprächsthema: das Geschäft. Wie konnte er da mit ihm von feiner Liebe reden? Endlich hatte er die richtige Methode gefunden. Mit wichtiger Miene suchte er den alten Feigenblatt auf: Ich komme, Ihnen ein Geschäft zu proponiren . . . ein glänzendes Geschäft . . . reine zwanzigtausend Mark zu verdienen für Sie und zwanzigtausend für mich . . . !" Zwanzigtauftnd Mark!" stammelte Feigenblatt. Ehrlich und reell?" Vollkommen ehrlich und reell, so wahr ich Moritz Teitelbaum heiße!" Erklären Sie sich deutlicher, lieber Teitelbaum!" Gut! Nicht wahr, Sie haben eine Tochter?" Ja, Rosinchen! Sie soll mir leben hundertzwanzig Jahr!" Sie geben ihr vierzigtausend Mark Mitgift?" Gewiß, geb' ich meinem einzigen Kind vierzigtausend Mark!" Hören Sie nun gut, Herr Feigenblatt! Ich nehm' Rosinchen mtt bws zwanzigtausend Mark die übrigen zwanzigtausend Mark verdienen Sie!" Der alte Feigenblatt war so überrascht, daß er nur Ja und Amen sagen konnte. Es war übrigens das erstemal in seinem Leben, daß er an einem Tage zwanzigtausend Mark verdient hatte! Irrr M?srt?ad. Jhna hat s' fest erwischt, die Gicht! Wieviel Bier hamm S' denn trunken im Tag?" O mei, so a sieb'n a acht Maß!" Da war a mal a Braumeister bei uns, der hat alle Tag' fünfzehn Maß trunken, den hat's a net ärger g'habt!" A net ärger? So, bal i wieder g'sund bin, sauf i aa suchzehne!" Wdel. Dame: Sie wollen durchaus nur ein Mädchen mit sehr großer Mitgift heirathen?" H e r r : Ja, ich will meine Frau für alle Zukunft versorgt wissen." Sssik. Die Kinder machen ja einen entsetz, lichen Lärm!" Das hört sich nur i an, weil es eine stille Straße ist." SodenktiSfr Ssl?. Braut: Sage, Emil, wie findes Du das, was ich gekocht habt?" Bräutigam: ,O. ich heiratd Dich doch."
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