Indiana Tribüne, Volume 30, Number 11, Indianapolis, Marion County, 5 September 1906 — Page 7

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Tyrann Ehre Roman von K. i u b 0 ni 5 h i i O K)KHX)K-0-0-0-C-0 (Fortsetzung.) Noch schlafen die Anderen alle im Haus. Es ist kaum 5 Uhr. Der Bäkkerjunge hängt den Beutel mit dem Morgenimbiß an den Knopf der Tarenberg'schen Flurthür. Er gähnt so heftig dabei, daß sein blasses, überwachtes Gesicht zu einer lang gezoaenen. auflehnenden Anklage gegen die Ungerechtigkeit des Schicksals wird. Sein Meister gönnt ihm nicht viel Ruhe. Fritze hierher Fritze dahin, so geht es den ganzen Tag. Ach. und der hat so viele Stunden. Auf und runter, von der bittersten Kälte in die glühendste Backofenhitze hinein act man ihn. Und das alles thut er für ein paar trockene Semmeln, die der Tag vorher mitleidig übrig läßt und für die immer gleichen Pellkartoffeln mit dem ncaeren Salzhering von dem er alle al den Kopf kriegt, wenn des Meister Jüngster ihn nicht schon vorher verspeist hat. In bern Fall darf er sich ein wenig Salz zu den Kartoffeln nehmen. Ein Herrenleb'-i führ! er also nicht. Er taumelt schlaftrunken zur Seite und stößt dabei an einen weichen Gegenstand, von dem er genau weiß, daß er sonst nicht da gcwesen ist. Er denkt, daß es Stümecke sein wird, der sich einen Spaß mit ihm machen will, oder der Fleischerhund von untn, vor dem er eine so schreckliche Angst hat. Andere kennt er hier im Haus noch nicht. Ein Schwefelholz flammt in feinen roth gefrorenen Händen auf. Gleich darauf erlischt es wieder. Er hat es vor Schreck fallen lassen. Keiner von beiden ist es. sondern ein Fräulein. Ein ganz vornehmes, feines Fräulein mit einem richtigen Hut. wie ihn die Frau Meisterin an Sonn- und Festtagen bei dem Kirchgang auf dem Kopfe hat. Blos daß die hier viel freundlicher und schöne? drunter ausschaut. Fritze hat plötzlich gar keine Angst mebr. und die Müdigseit ist auch verschwunden. ..Wollen Sie bei den Herrn Leutnant." fragt er schüchtern. Nora Fiedler ist zuerst erschrocken. Als sie aber dem blassen, mageren Jun en in das Gesicht gesehen hat, weiß sie, aß es keiner von jenen ist, die böse Zungen haben. Dazu sieht er viel zu müde und zu hungrig aus. 3a," sagt sie freundlich, zu dem will ich. Aber ich habe mich verfrüht und möchte ihn durch vorzeitiges Klingeln nicht aus dem Schlafe stören." Fritze wird ganz roth. Herrgott, muß die aber gut sein! denkt er bei sich. Sein Meister zieht ihn alle Morgen an den Haaren aus d?m Bett. Und das Klingeln thut doch nicht mal weh. Er trägt den Korb mit den kleine und großen, den krummen und geraden Semmeln energisch ein Endchen weiter. Dann entzündet er ein zweites Schwefelholz. Diesmal brennt es richtig zu Ende. Er stößt eins der angelehnten Glasfenfterchen zurück, dessen Riege! offen bleibt, damit er sich auf dem Rückwege den geleerten Beutel heraus langen kann, wenn Stümecke ihn nach draußen zu hängen vergißt, schiebt den dünnen Arm bis zur Klinke herunter und öffnet so die Thür. Sein Gesicht strahlt voll Stolz und Wichtigkeit. So." sagt er ganz glücklich, rni können Sie rin." Nora entnimmt dem Täschchen ein Geldstück und drückt es ihm in die Hand. Seine Finger zittern, als er mehr gefühlt wie gesehen hat, daß es ein Markstück ist. In der Freude seines Herzens beugt er sich zu dem Riefenkorb herunter und tastet einen Salzsuchen heraus. So einen ganz harten, braun gebackenen mit mächtig vie Kümmel darauf. Er hat das Aussuchen bon den Besten im Griff. Den schiebt er in Noras Hand. Ich nehm' ihn nich etwa dem Meister nee nee ich bezahl ihn nahstcns ganz richtig." beruhigt er sie. ihr Zögern bei der Entgegennahme als Zweifel an seiner Zuständigkeit aus legend. Essen 'n man ruhig. E hält so lang als drei gewöhnliche Sem mels vor." Und wie der Wind saust er die Treppe hinunter. Nora schiebt sich vorsichtig in den Korridor. Sie ist froh, daß sie auf diese Weise, unbemerkt vom Burschen oder den andern Hausgenossen, herein gekommen ist. Sie hat die ganze Nacht kein Auge zuthun können. Der Brief hat sie zu sehr gequält. Vielleicht droht dem Bruder wirklich ein Unglück, dessen Ursache sie ist. Fragen muß sie ihn deswegen. Da sie morgen mit dem Frühzug zu ihrer neuen Heimstätte fahren wird, bleibt ihr nicht viel Zeit zum Abwarten und Ueberleqen. Die frühe Morgenstunde war die einzige. von der sie wußte, daß er bestimmt zu treffen sei. Tagsüber war er im Dienst und Abends, wenn er zum Abschiednehmen kommen würde, konnte sie nichts mehr ändern, was es zu änoern gab. Schwester Ulrike ahn nichts von ihrem Fernsein. Sie ha ihren Schlummer nicht stören mögen sondern sie durch ein paar Zeilen be ruhigt. Sie zieht den namenlosen Brief, den sie sich gestern doch noch von Schwester Ulrike zurück nhetkN bat

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lesen. Aufathmend steht sie vor seiner Thür still und legt ihr Ohr heran. Sie hat ein Geräusch von Schritten gehört. Sollte er gleich ihr nicht schlafen haben können? Tann klopft sie an. 18. Kapitel. n stummer Erwartungsangst s.cken sich die beiden Menschen, denen die zwingende Hand des Schicksals oeaen ihren willen . rm I ue r ndo der ?.usammenaeköriakeit auf?ezwunger hat. gegenüber. Nora fürcktet. djfc sie durch ikzr Erscheinen den Mann, der ihr so viel Weichheit und Liebe entgegen bringt, in seinem .7.rtq?s"'bl verletzen könne. Hans J -J m I Weddo wiederum wagt kerne Frage nach dem Grunde, der sie verführt, auö Angst, etwas Neues, Schreckliches hören 5'.i müssen. Hang Ieddo." sagt sie endlich in leiser Aitte. erscbrick nicht, daß ich ZU Dir komme. Niemand, außer dem kleinen Frübstücksboten. bat mich aesehen. Er öffnete mir auch die Thür, so daß nicht einmal der Bursche von meinem Hiersein weiß. Es ist nur eine unaufschiebbare Frage, die ich an Dich nt richten habe HanZ Weddo hat ihre letzten Worte Nickt mel?r gehört. In semem Gesicht zucken die Lichter der Verzweiflung und malen ibm graue Schatten um Augen und Mund herum. So lange er allein war. bat er sich zu bebcrrschen vermöcht. Nun er ein Herz in seiner Nähe weiß, das für ihn schlägt und all' sein Weh mit empfinden wurde, wenn es darum wüßte, verläßt ihn die Kraft zu noch weiterer Beherrschung. Ein Herz? Warum gibt er nicht der Wahrheit die Ehre und sagt, das einzige Herz?" Es ist doch so! Die andern beiden hat der Lebenssturm von dem seinen gerissen. Sie gehören ihm nicht - rr- r.' rn . y i M C I mehr. Er hat sein Recht an ihnen auf-! geben müsse., Wilder Trotz und grimmige Auflehnung gegen dieses Muß kommen über ihn. Und wenn sie Dich schon gesehen bätten. Nora." sagt er heiser, die ganze Welt meinetwegen um so beser." Sk erschrickt vor Dem rauhen Klang der rerzweiftlten, haßerfüllten Stimme. Seine maßvolle Ruhe ist dahin. Seine Lippen gittern. Sie sieht ihn schars an. Um Gottes willen, Hans Weddo. was ist geschehen? Tu bist ja krank!' Er schüttelt dn Kopf und zwingt sich zum Scherzen. Der mißlungene Versuch wirkt erschütternd. .Gesund und frisch bin ich. kleine Nora. nur ein wenig übellaunig, weil es heute schweren Dienst geben wird ..Warum verbirgst Du mir die Wahrbeit? Bin ich sie nicht werth? Sie nimmt den Brief heraus und chiebt ibn in seine Hand. Lies das hier! Und wenn Tu auch dann noch meinst, mich mit einer Ausflucht beruhigen zu können, weil Tu Dein Leid allein tragen willst, so entqegne nä Dir: Thue es, aber sage mir. welche Schu'd ich dabei auf mich, auf jenes Mädchen, das Deine Braut gewesen sein soll, und auf Dich geladen habe!" Er überfliegt den Inhalt mit den Augen. Danach ballt er tfrn zusammen c i ii i v v r und tritt mit den Füßen darauf. Rübr' ihn nicht wieder an, Nora!" Und warum nicht?' Weil Tu Dich schmutzig machen könntest." Sie sinnt ein Weilchen nach. Ich verstehe Dich eben so wenig. wie ich den Brief verstand, trotzdem ich n i t cv . p mir fce ganze ayk oen Hops zermari rs ri. - v iii icrtc. ir-er u mtm, was er rea?u:ei. Deine Verzweiflung, Dein Aussehen sieben mit diesen Zeilen in engstem Jusammenhang. Leugne es nicht! Ich sehe es Deinen Augen an." Und wenn es so wäre. Nora. und wenn ich nun meine besonderen Gründe hätte, dennoch gegen Dich darüber zu schweigen?" Bedeute ich Dir wirklich so unendlich wenig, daß Du mich Deines Vertrauenö für unwürdig hältst? Wenn Du wüßtest, wie bitter weh es mir thut, daß Du mr niemals von Deiner Liee gesprochen yast. Ich yatte lo gern für Euer Glück gebetet, so gern bescheiden aus der Nerne mich daran erfreut und gewärmt. Du hast mir dies nicht vergönnt. Nun gib mir we nigstens mein Recht, durch daö ich da .Wissen' fordern kann, um gut zu ma chcn zwischen Euch beiden, wenn e etwas gut zu machen gibt." ,-sl3 xi vorrei ceine eoe uno ' Tif.:. rt-.v i.Vi rwi rfc ir v meni unua jmu wvu uio ceneyi rouuiu; iiu, uu ux; unminend an Euch frevette sl., , . X .TL I" . S oar ce,.ano:n Iillillrna? nur IN oer inmiaung aiwnziuxrxz 'cen,coen. Und Du hast aus eigener Kraft jenes Unwahre fortgeschoben Jivai nill)i gang, jlvzu. viiiic oxici nigkeit habe ich noch zu thun, ehe es so weit ist." Sie umklammert seine Hände und schmiegt sich an ihn. 3ch fühle, Du verbirgst mir etwas Schreckliches. Ich bin doch kein Kind mehr. Liebst Tu diese Adda von Wachenhusen, von welcher der Brief spricht, nicht mehr?" Er fühlt, daß er nicht länger fest bleiben kann. Sie wird ja auch den Koth, mit welchem sie jene Zeilen bewarfen, nicht als solchen erkennen, azu ra ue zu reuill). n r. ... r I AO) nece ne genau o liari uno rfc. w r" . r n . heiß wie vordem, Nora," sagt er leise IY f 1 C u - - & A MMM j l y ' A I. a W XI mzi)x inciii . mw it 9m r.iich wieder geliebt. Si? hat meinen

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gelegen." Und warum ist daö plötzlich alles 3U Ende Um muH T Ja man hat ihr gesagt, daß ich Dich liebte und sie damit des Rechtes v . p v r c . oeranut naoe, gut oas ue einen zuuspruch hat." Nora zittert. In der ganzen nackten Häßlichkeit versteht sie das Gerücht freilich nicht. Sie fühlt nur, daß er weeu mqz cujuancs, uqzn uiireup v' r.3 irv v..rr. 1 heü ihr nicht zum Bewußt ein kommt, um ein grotzes, unenöliches Gluck vetrogen wurde. Das hat man ihr gesagt." stöhnt 1. und Oarum o mein Gott! Plötzlich klammert sie sich an der Lehne t v i m, mm i i pes Poterltuyles fest. Uno öit Addi von Wc.5.enhusen hat einen Bruoerr ja, Kind." Cr W in demselben Regiment wie ptu, fsiZier?" ,..;saaber warum sraafl Du das?" ..Weil ich wissen möchte, ob er Dein Freund ist. Als Bruder Deiner Braut wäre das nur naturlich. Er lächelt bitter. Ebenso natürlich, wie es j"tzt unnatürlich wäre, wenn er mich nicht mit seinem Haß verfolgte." Sie sieht mit leerem 8!M in die Weite. Hat er etwas gesagt? Il-r ist es nur wie ein wildes R.-.usch?n vor den Ohren. Sie muß völlige Gewißheit haben. Wie sieht er aus. Hans Weddo." hncA Ti otbemlos weiter, groh. icyiank, Mono, mit langer, roigci Narbe auf der linken Wange?" Er rüttelt sie hart am Arm. Woher weißt Tu das alles?" Ich weiß nichts, gar nichts." Du lügst, Nora!" Und wenn es so wäre?" Er preßte ihre feinen Handgelenks zusammen. " I Die volle Wahrheit will ich wissen Ich habe ein Recht dazu." Die rolle Wahrheit lernen wir Nie mals kennen. Han Wedro. Sie uns, glaube ich. auch nicht gut." Laß das jetzt, Nora. Ich habe öde: Deiner Ehre zu wachen, und darur. fordere ich klipp und klar eine Ant wort. Woher kennst Du den Mann dem ich morgen mit der Pistole in de; Hand gegenüber stehen werde?" Es ist, als ob Nora plötzlich gemach sen wäre. Ein heiliges Feuer strahl' aus ihren Augen. Ihre Seeh fite;4 aus dem dunklen, engen Raum, in m sie sich wund und weh gestoßen hat, v. die unendliche, strahlende Helle. Su empfindet in diesem Augenblick das was ihr Jürgen von Wachenhusen an ghan hat, nicht mehr als Schmach Sie kann auch nicht mehr darüber wei nen. Ein athemloser Jubel füllt ihi Herz. Wenn er sie auch liebte, wie sie fm Mit demselben starken, reinen Gefh', das vielleicht schon mit ihnen geboren ist, wenn er nicht danach fragte, was Vater oder Mutter in sündiger Lieb? gefehlt haben. Dieser Gedanke läßt sie von dem zuckenden Herzen, das ihr sc sehr gebrannt hat. den verhüllenden Schleier heben. Es wäre dann ja keine Sünde mehr dabei. Sie will dem Bruder Rede stehen. Er soll ihre Anttvort haben. Und wenn ich ihn kennen würde wenn er mich geküßt hätte und wenn ich ihn liebte was dann?" Nora, um Gottes willen, sage mir alles, verhehle mir kein Wort, ich Es schmettert plötzlich durch dir mit Straßen, es lockt und sammelt hellem, klingenden Ton. I w -J Trara - tara trarararara! f;n 9rr(irmrmnslT hnmmi nrm bergs furchtbare Aufregung ein. Der Dienst ruft. Stümecke stürzt in das Zimmer. Herr Leutnant Herr Leutnant es wird Alarm geblasen." Tarenberg greift nach Säbel und Mütze. Stümecke rafft ein paar Ge genstände zusammen. Nora geht in der ersten Bestürzung unbemerkt, wic sie kam. Sie fliegt die Treppen hinunter und hastet durch das trübe Grau des Morgens. Sie braucht nicht mehr länge? müßig abseits zu stehen. Jetzi kommt ihre Arbeitszeit Vielleicht wird das Vorgenommene zu schwer und zu demüthigend für sie sein. Aber das halt sie nicht an seiner Ausführung ab. Gethan muß es auf jeden Fall werden, das ist sie dem Glück deS Bruders, das sie zerbrochen haben soll, schuldig. c ift um hk Mittagszeit, wenige v w o Stunden später, nachdem Noras Ge spch mit Tarenberq so iäh unterbro tmtrfm w TOnfmrw I O " UU,..UV,U,Vll schen Villa herrscht jene vornehme mru)C otz der Erledigung der nö tilgen: Arbeiten durch die gut geschulte Dienerschaft nicht gestört wird. Der Oberst ist im Begriff, in das Kasino zu geyen. um oem General, oer yeute das Artillerieregiment um eine Stund: süßen Morgenschlummers gebracht hat. Gesellschaft zu leisten. Wie er jetzt, straff und elegant, die Treppen herun ter kommt, geschmeidig und von fast jugendlicher Schlankheit, jede seiner Bewegungen voll zwingenden Willens, kann man die Meinung im Korps, die ihm eine glänzende Zukunft voraus sagt, begreifen. Solche Leute, wie er, klettern bis in die höchsten Spitzen. Möglichst wenig Gefühl, möglichste fia Das fteolen verfönliAer AmöAen i j i i 7'" 7 7 - - - r tnt tadellose Neraann?ns.,it nnd it-nen Schneid, der zerbricht und über Bord . ' rf . was sick auf seinem Eraberunas

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alles besaß der Qberst von Wachenhusen in den Augen seiner Vorgesetzten reichlich. Seine Beförderung zum Generalmajor war für die nächste Zeit in Aussicht genommen. Das hob sein Selbstgefühl und ließ ihn seine Grundsätze als eitel Weisheit ansehen. Jetzt biegt er um das üppige Arrangement der Blattpflanzen in der unteren Halle. Der hohe Kristallspiegel wirft sein Bild zurück. Ein schöms, kraftvolles Bild, in dessen Gestcht nur ein Zug von Grausamkeit stört. Plötzlich stutzt er. Dort, fast verborgen von den dichten Fächern der Palmen, steht ein Mädchen. Wie ein zartes, wunderschönes Gemälde anzusehen, das aus der Tiefe der Vergangenheit zu des Obersts Gegenwart empor stieg. Er hat bisher das auc'enblickliche Gefühl stets unter der Maske kühler Gleichgiltigkeit zu verbergen verstanden. Heute gleitet sie ihm fort. Das süße, junge Gesicht wirkt sonderbar auf ihn. Die Vergangenheit, mit der er längst abgeschlossen zu haben meinte, wird wieder wach. Er muß vor langen Jahren das nämliche ('e sich! geseben haben, auch das kleine, schwärzliche Mal, das sich unterhalb des linken Ohrs ein wenig nach abwar's zieht, kennt er. Hat er das nicht tausendmal als blut-'nnger Offizier und auch noch sväter geküßt? Ach. dieses schreckliche Später!" Wenn er es aus seinem Leben ausbrennen, heraus graben hätte können. Wie wobl wäre ibm dann. Er

vrauchte nicht mehr so steinhart uno unerbittlich zu sein, wenn es das nicht für ihn gäbe. Das Haar freilich, in das er einst seine Augen und Lippen preßte, war von lichtem Blond gewesen, nicht so, wie das dieses Mädchens. Und die damals geliebten Sterne tiefblau und strahlend, während die Fremde dunkle, schn ermüthige hatte, wie sie Adda besaß. Das Blut stieg ihm zu Kopf. Was sollte der Vergleich? Es war eine große Sinnestäuschung, nichts weiter. Und dennoch der kleine, stolze Mund, der Schnitt des ganzen Gesichtes und vor allem die eigenthümliche, hall schüchterne Haltung des Kopfes, erinnerten ihn immer von neuem an die Frau, welche die Weichheit und Menschengüte seines Lebens ausgemacht hatte und die trotzdem sterben mußte, ohne daß er ihre Vermeidung erzwäng Wenn er nur die Stimme des Mäd chens hören dürfte. Er hatte den sü ßen. verschleierten Klang jener anderen noch so gut im Gedächtniß. Er legte. unter dem Zwang dieses Wunsches, di; Hand an den Helm und verneigte sich, leicht. Zu wem wünschen Sie, mein gnä diges Fräulein?" Rora hob das Gesicht zu ihm em por. Zu Fräulein von Wachenhusen, srf seif. Er athmete auf. Die Stimme klang durch die mühsam unterdruckte Aufrcgung hart und spröde, und die Augen wußten nichts von der jubelnden Seligkeit jener anderen, deren Verlust ihm das Dunkel gegeben hatte. Sem schar fer Blick musterte ihr einfaches Kleid und blieb an einer kleinen Kette haften, die sich mit mattem Glanz von dem Schwarz des Gewandes abhob. Wieder griff das eiskalte Gefühl in sein Jnneres. Die Kette war ihm wohl bekannt Waren ihre feinen, goldenen Drähtchen nicht früher durch ferne Hände gegln ten? 5)atte sie nicht um einen schlanken. weißen Mädchenhals gelegen, damals, als er noch jung, hosfnunosfreu dia und wcick war? Und hatte er den Hals und das Kettchen nicht tausend mal aeküßt? n dem Medaillon, das an dem Kettchen hing, hatte sein Bild gerubt Was mochte es bellte bergen? Er mußte es wissen. Gleich darauf zwang er ein verächtliches Lächeln in sein Gestalt. Di wirst kindisch, mein Bester," sollte (: besagen. Die Anstrengung? der letz ten Tage mit ihren vielfachen Vorle rettunqen für den lohen Bemch, von dcm er d?:rch die Freundlichkeit seiner einflußreichen Bekannten rechtzeitig er fahren hatte, muntc.i selbst auf das stärkste Nervensystem ungünstig ein wirken. Gab es nicht tausend diese niedlichen Male auf schlanken Mäd chenbälfen und vielleicht noch mehr bil tiqer, federleichter (Äolotettchen Mi altmodischen Andänaern daran? Er riß sich zusammen und drückte auf der silbernen Knopf der elektrischen Klin gei, oamit oer Diener ote remve zu seiner Tochter fähre. Sicherlich wa sie eine j?ner vielen, d'.e täl'ch kamen um iraend etwas für ihre vereine zu erbitten. Als wenige Minuten später der alte Johann auf leisen Sohlen über die Sammetläufer glitt, wandte er sich zu Gehen. Aber das Straffe, Jugendliche war nicht medr in seinen Bewegungen. Er empfand ein eigenartiges Zittern in den Knieen. Sein Gang erschien langsam und schwerfällig, als hänge sich die Vergangenheit mit drückenden Gewich'cn an ihn. In dem großen Empfangszimmer mit dem ernsten, tieftn Roth an Wänden und Möbeln stehen sich eine Viertelstunde später Adda von Wachenhusen und Nora gegenüber. f (Fort etzung folgt) Durch Einspritzung von S e e w a s s e r unter die Haut sind bei 24 an Tuberkulose erkrankten Personen in einem Pariser Hospitale günstige Resultate erzielt worden.

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