Indiana Tribüne, Volume 30, Number 10, Indianapolis, Marion County, 4 September 1906 — Page 7
Zndiana Tribüne, September 106.
Tyrann Ehre
loman von si. i Ul)0 111 9b 1 Fortsetzung.) Hinaus!" sagt sie tonlos und hart. Und wenn ich nun trotzdem bleibe, mit dem heiligen Recht, das mir meine Liebe gibt?" Du wirst gehen. So viel Ehre hast Tu doch wohl noch?" Adda warum glaulst Du jenen, die mich verlästerten, mehr wie mir?" Muß ich nicht, wenn sie mich doch dazu zwingen?" Er sinkt in die Kniee und legt sein Haupt in ihren Schootz. Sie soll Glicht sehen, daß er weint. Glaubst Du denn, daß ick heute zu Dir gekommen wäre, wenn ick mich dessen schuldig fühlte, was die Menschen sagen? Daß ich alles dergessen würde, die Heide draußen, die das gehört hat, was wir uns sagten, unsere Schwüre und Deine Frauenwürde? Denkst Du noch an den Voael, Adda, der aus dem Nest gefallen sein mochte und sich verirrt hatte? Dn hast geglaubt, ohne zu wissm, daß er einen Platz in jenem Nest zu beanspruchen hatte. Du hast ihn aufgenommen und ihn hineingesetzt, dorthin, wo er von rechtswegen hin gehörtr. Hast Du denn für den nackten, halb verhungerten Vogel mehr warmes G:fühl übrig, wie für mein zuckendes Herz?" Sie ist fast obnmächtig vor Schreck und Angst. Die Liebe, die sie in Qual und brennender Scham gestorben wähnte, ist gar nickt todt. Nur der Stolz will haben, daß sie im Grabe bleibt. Und dieser Stolz gibt ihr aucb jetzt die Kraft zu sprechen: Warum hast Tu Deiner Mutter nicht von mir gesagt? Ick weiß es jetzt. Die Andere stand dazwischen. Warum wolltest Du das Geheimniß unserer Verlobung auf jeden Fall wahren? Aeltere Verpflichtungen geboten es. Und ich habe Dich doch so lieb gehabt so lieb, wie man seinen Gott hat. Seit Tu da warft, habe ich alles andere vergessen müssen. Das war wohl sündig. Jetzt aber ist der Zauber, der mich an Dich band, zerrissen. Und nun geh! Ich schäme mich so sehr für Dich." Er will sich hochringen. Es muß alles ein Ende haben, auch sein Betteln. Da acht die Thür. Ein Mann kommt herein. Jürgen! Er sieht das todtenblasse Gesicht der Schwester und die ausgestreckte Hand. die sie zurückzunehmen vergaß und ihn, der das Beste seiner Jugend und das Heiligste seines Mannesalters ver than und weggeworfen hat, nahe bei ihr. Da weiß er nicht mehr, was er thut. Ein rothes Flammenmeer ist vor seinen Auaen. kr sprinat vorwärts und reißt den Knieenden mit der tollen Kraft des Verzweifelten empor, so daß er gegen den spieen Drahtknopf des Rubebetts taumelt. Dann sagt er s.anz ruhig und kalt blütig: Du hast zwar soeben meinem Vater das Ehrenwort gegeben, daß Tu rein und schuldlos bist. Aber das macht bei mir nichts. Ich gloube Teinem Ehren wort nicht. Du bit ein Lump." Hans Weddo gurgelt etwas. Sie verstehen es nicht. Er fahrt mit der Hand nach der Wange. Ein ferne Blutbächlein, dessen Quelle der spitze Draht gebohrt hat, rinnt ihm über baü Kinn auf den Sammetkragen herab. Adda ist aufgesprungen. Sie weiß waS hierauf folgen muß. Sie klam mert sich a Jürgen fest. Nicht das nicht das!" wrmmei' sie in Todesanqst. Er schüttelt sie ab. S?m Gesicht ist hart und ftarr. In Diesem Augenblick hat er sprechende Aehnlichkeit mit sei nem Vater. Tarenberg setzt die Mütze auf und geht hinaus. Er hat kein Wort qe sprachen. Wozu auch? Was sie sich noch sagen müssen, wir!, schon gesagt werden. In starrer Ruhe geht er den BürgerPeig entlang. Er kann ganz sachgemäß Über die nöthigen Schritte nachdenken. Die Kameraden müssen vor seinem ctu stigen Auge Revue Passiren. Nicht einen vergißt er. Er überlegt hin und her, mit derselben Gründlichkeit, mit der er jedesmal, wenn die neuen Rekruten eintraten, über neue Mittel und Wege, die etwa zur Vervollkommnuna tn ihrer Ausbildung verhelfen konnten, nachgedacht hat. wen er von ihnen bitten soll, sein Sekundant zu sein. Endlich entschließt er sich für den dicken Hauvtmann Müller von der dritten Batterie, weil er weiß, daß der ein LnibauMeber rft. 17. K a v i t e l. uf weichen, dunklen Schwingen Jrl fliegt die Dämmerung vom O' Himmel. Alles Scharfe und Kantige gleicht sie aus. Die kahlen Aeste der Eichen bekommen zarte, versöhn immende Konturen. Um das Jnspektorhäuschen wallt ein Meer von auf- und niedergehenden Dunftwogen. In dem Hinterftübchen. auf dem einfachen, altmodischen Sofa mit dem buntblumigen Cretonnebezug sitzt Nora und hält ein Briefblatt mit krausen, schwer zu entziffernden Buch-
staben w der Hand. Sie versteht den Inhalt nicht. Jhie Augen irren fremd zu Schwester Ulrike hinüber, die eifrig an ihrem Nähzeug stichelt. Was wollen die Worte des Briefes, dessen Verfasser sich feige im Dunkel hält, von ihr?
,Tem Mann, der Ihnen nahe steht. droht O.'fahr. Es wird Pznen daran t:qen, dieselbe abzuwenden. Ich weiß nicht, wie weit Sie in Ihrer Abgeschlössen t:eit von seinem eigenen Leben unterrichtet sind. Ob Sie überhaupt rissen, daß er. bevor Sie hierher kamen, mit der Tochter des Obersten von Wachenhusen heimlich verlobt war. Tieö Verhältniß hat naturlich durch Ihr Auftauchen einen Bruch bekommen. Man )t nicht so diskret gewesen, oer Braut Ihr Vorhandensein zu verheillichen. Man hat ihr gesagt, daß Sie ältere Rechte an ihren Verlobten haben, als sse. Denen ist sie denn auch aewichen. Wn Frauen finden das ganz in m . . - " r c ttk 't. oer Krönung, mmer puciq oer intim nach, sonst haben es die feinen Herren zu beau?ln. Nur d:e Manner thun. als billigten sie diese einfache Rechnung nicht. Besonders der Bruder der gewesenen Braut soll die Sache tragisch Wt M 1 V . , ncymen. Man munren auenct in oer Stadt. Auch daß dieser Bruder der beste Schütze des ganzen Regiments ist. Versteben Sie. worauf ich hinaus will. Vielleicht gelingt es Ihnen, das Schlimmste abzuwenden. Eine, die es gut mit Ihnen und Herrn von Tarenberg meint." Nora ist lanqst mit dem vesen fertig. Nachdenklich starrt sie vor sich bin. Dan schiebt sie den Brief in Schwester Ulrikes fleißige Hand. Lesen Sie das hier! bittet ste. Ich fasse den Sinn der Zeilen nicht." Ueber daö friedliche Gencht der rynefter fTintl ein? TtAIi TO'riffc CT WUflVk I.Vi . al vniv itwiv iv.;v. -w hat mit ihren klaren Augen in manch dunkles, verboraenes Weh hrnerngeleuchtet, manche köstliche Perle auf dem Grunde scheue? Menfchenseelen. aber auch manche schmutzige Untiefe, in deren Sumpf die Blüthen der Reinheit erstickten, heraus gefunden. Es hätte der bittenden Worte des alten Generalarztes nicht bedurft, die sie auf das allerdings sonderbare, aber völlig reine Verhältniß der beiden jungen Men schen hinwiesen. Sie hatte diese Reinheit selbst empfunden. Und was er noch späte? von Nichtfragen und Nichtneugieri?i'cin" murmelte, war durchaus Überflüssig gewesen. Sie hatte das Fragen längst verlernt. Für sie war das menschliche Herz ein Buch, in dem nur immer gerade dessen Augen das Recht zu lesen haben durften, denen Gott dieses Recht verlieh. Ihr Blick hat sich durch das stille Innenleben vertieft und geschärft. Darum erkennt sie auch sofort, daß dieser Brief etwas unsagbar Schmutziges enthält. Aus dem Wunsch heraus, die Jüngere so lange wie möglich vor der Berührung mit dem Unreinen zu bewahren, schiebt sie ihn in die Tasche und schweigt. Nora verfolgt diese Bewegung aufmerksam. Warum sagen Sie mir nicht Ihre Meinung?" fragt sie leise und ängstlich. Das milde Gesicht lächelt ein wenig. Ich will Ihnen ein Märchen erzählen, Nora. Es ist ganz kurz. Ein Kind wollie einmal in das Sonnenland fliegen. Torthin, wo das große Licht und die goldene Wahrheit sind. Und als es in der Strahlenfülle da oben schwebte, inmitten des Geheimnißvollen und Glänzenden, als ihm nichts mehr verborgen und rätselhaft erschien, da verloren die geblendeten Augen plötzlich den Glanz. Es war blind geworden. Weil es alles gesehen hatte und alles wußte, war nun alles zu einer großen, unendlichen Finsterniß geworden, auch die Sonne und das strahlende Licht. Ta merkte es, daß im Nichtwissen das Glück und der Lebensgenuß liegen." An Noras Seele geht die tiefe Weisheit. die in de? Leh?e des Märchens verborgen liegt, wie ein Klang, der aus weiter, weiter Ferne kommt, vor über. Was soll ihr daS? Ihre Gedanken setzen dort, wo sie vorhin stehen geblieben sind, wieder ein. Wenn Hans Weddo wirklich um meinetwillen die Braut verloren hätte, bann wäre es meine heilige Pflicht, zu ihr zu ihr zu gehen und sie zu fragen. weshalb ich thr im Wege gewesen bin," murmelt sie. Aber wem war sie nicht im Wege? Der Grashalm hat sein Plätzchen, das er nicht herzugeben braucht für die siolzeste Rose, de? Vogel sein Nest, das Thie? seinen Stadl und das Kind sein Recht an die Eltern. Nur sie hat nichts. aar nichts von solchen Reckten. VarmHerzigkeit bietet ihr einen Unterschlupf Ihr Nest ist ein auS Mitleid und Angst zurecht gestutztes Eckchen. Sie legt den Kopf auf den Tisch und weint leise vor sich hin. Es ist noch etwas anderes als die Heimathlosigkcit. was sie schmerzt. Ter amt in dem Brief hat die Ver aanaenbeit in ihr aufgerührt. Die brennende Scham, in de? sie damals. nachdem Wachenhusen sie verließ, zu '-ückblieb. kam sonst nur in den langen. du.lkcln Nachtstunden zu ihr, wenn die Anderen schliefen. Heute tonte der Klang früher durch ihre Seele. Und dieser Mann, den sie nicht vergessen konnte und dennoch zu hassen die Pflicht hatte, sollte der Bruder des Mädchens sein, das um ihretwillen des Köstlichsten beraubt wurde? W wirr und kraus das alles war. S fand sich mit ihren gequälten Gedanken nich mehr zurecht. Schwester Ulrike veov achtete ein Weilchen das ruckartige He ben und Senken der schmalen Schul tern. Dann legte sie das Nähzeug bei feite und richtete mit ihrer sanften
Hand das Haupt der Schluchzenden
empor. Was haben Sie, mein Kind?" ..Heimweh. Schwester Ulrike." Die Andere nickt still. Sie kennt das. Auch sie hat dies Ringen und Suchen nach einem Ort. an dem sie ihr müdes Haupt betten und ihre geängstiqte Seele bergen konnte, durchgemacht, llnd ist am Ende doch voller Ruhe und Klarheit geworden. Ob sie recht ha ben, die Menschen, die da sagen, die Wunschlosigkeit sei Stumpfsinn und das demüthige Ertragen der Höhepunkt der Kraftlosigkeit in der gehetzten und zerprügelten menschlichen Kreatur .' Schwester Ulrike weiß das nicht. Si? fühlt nur, daß danach der Fried? kommt und das ist ihr aenug. Mit einer unendlich zärtlichen Bewegunq legt sie Noras Kopf an ihr Herz und sagt voll freudiger Zuversicht: Selii sind, die Heimweh haben, denn sie sollen nach Hause kommen." Die Nacht ist ganz still und ganz dunkel. Kein Laut stört die Ruhe derer, die schlafen wollen. Wenn nur das Blatt in dem großen Hauptbuch der- menschlichen Schuld nicht gewesen wäre, auf dem es aufgezeichnet ist, daß das Wollen an dem Nichttönnen sie? ben muß. Wer sich nun aber ohnc Schuld weiß? Der ist ein Weltweise.-, der die Sünde zertreten hat. Einer von denen, die über der Materie stehen. Für die sorgt die göttliche Weishcit nicht vor. Nur für die Müden und Verzweifelten, zu denen auch Tarenberg gehört. Er will nicht schlafen. Er will grübeln. Hinein fassen, sich hinein zwängen in den Rachen des unergründlichen Wortes Warum." Seine Kraft ist von dem bittersten Schmerz seines Lebens zerbrochen, sein Wille todt. Und doch arbeiten die Gedanken rastlos hinter seiner Stirn. Die Jahre ziehen an ihm vorüber. Ter Tag, an dem Jurgen von Wachenhufen und er Freunde geworden sind, taucht wie ein heller Punkt unter den Bildern der Zeit empor. Beinahe sechs Jahre sind seither vergangen. Was die Jüng lingshaft in scheuer Zärtlichkeit gesät, hat die Treue sorglich gepflegt. Ein junges Bäumchen ist daraus geworden. Gesund und abgebartet, weil das Ac.er land, das ihm Aufnahme gewahrte. gut war. Und aus dem Bäumchen wuchs der Baum, unter dessen Schatten sie Kühlung und Rast fanden, aus des sen Zweigen sie ihre Arbeitsfreudigkeit und ihre Begeisterung schnitzten, von dessen Blüthen sie brachen, als sie Männer wurden. Ein starker, machtvoller Baum, von dem sie meinten, daß seine Früchte dereinst dem deutschen Heer und dem deutschen Vaterland zugute kommen sollten. Aber als sie ein wenig später ihre Augen zu dem grünen Laub empor hoben, weil sie wähnten, daß ei um die Erntezeit sei, da war der Baum nicht mehr da. Ruchlose Hände hatten ihn gefällt, und mit seinen Früchten spielten die Kinder auf der Straße Nur eine von all' den Hunderten hatte er noch unverletzt gefunden. Sie war hart und stachllch und ließ sich nicht zertreten die Ehre. Aber der Mann, der sein Oberst und der Vater des Mädchens, das ihm einst gehört hatte, war, memte, daß auch sie bereits be schädigt sei. Er hatte ihn freilich zuletzt vom Gegentheil überzeugt. Aber daß es überhaupt dessen bedürfte, der Form, die im Sold der Aeußerlichkeit sieht, obschon ihr Inhalt das Heiligste der Innerlichkeit ausmacht, das hatte Tarenbergs Stolz zerschmettert. Das andere, das nachher kam, traf sem Herz. Auch die Kugeln würden das nicht wieder heilen können, selbs'. wenn sehr viel Blut aus den Wunden flösse, zum Kühlen und Reinwaschen Tarenberg hebt den Kopf und legt die Hanl an die Seitentasche, wo das Portefeume ruht. Dorthin hat er Ad das Brief gesteckt, den er vorfand, als er von ihr kam. Er war vor jener Stunde geschrieben, in der er auf den Knieen um ihre Liebe gerungen hatte. Dieser Zwischenfall war in dem von Jurgen entworfenen Programm sicher lich nicht vorgesehen gewesen. Er zog ihn heraus und las ihn noch einmal Meine Liebe hat nicht sterben wollen." schrieb sie, auch dann noch nickt als mein Glaube an Deine Treue in's Wanken kam. Nun aber ist sie todt, denn mein Glaube brach gänzlich zusammen und erstickte sie Der Ring, den Du mir einst gegeben hast, ich gebe ihn Dir heute zurück. Eine Bitte, die letzte, knüpfe ich daran. Gib ihn nicht der anderen! Ich habe ihn zu oft geküßt. Wirf ihn fort, wie Du mich fortgeworfen hast. Denke nicht, daß ich baltlos zusammen geb?ochen bin. weil Tu meine Liebe mit Fü ßen tratest. Ich bjn ganz sta?k. Nur Jurgen ist dem Wahnsinn nahe. An seinem Schmerz ermaß ich die uns widerfah?ene Schmach in ih?em ganzen Umfang. Hans Weddo, wa?um hast Tu uns das gethan? Lebe wohl! Du wi?st fo?tgehen nach vicsem, weit fo?t. Wi? ou?sen uns niemals wiede? begegnen. Mein Bild und die wenigen Briefe wirf in's Feuer, wenn Du es nicht schon aethan hast. Zurücknehmen aus Deiner Hand kann ich t nicht mehr. Sie ist ml? dazu nicht rem genug. Adda kon Wachenhusen. Als er jetzt zu Ende ist, wankt er auf seinem Sitz. Dann wirft er die Arme über die Holzplatte des Tisches und sein Haupt darauf. Es würgt und reißt an ihm. Es zwickt ihn wie mit glühenden Zangen und schneidet sein Herz iN tausend Stucke,
Warum hat sie de? elenden Verleum-
dung geglaubt? Oder sind die Beweije, die gegen ihn sprechen, so stark. oan ste nicht anders handeln durfte? Dann gibt es nur ein Mittel, um ber Qual ein Ende zu setzen. Er muß das Wort, das ihm die sterbende Mutter abgerungen hat, brechen. Er ist sicher. oan ste ihm desweqen nicht zürnen wi?d. Sie kann das. was aus dem Schweigen entstanden ist. nicht gewollt haben. Soll e? es wi?klich thun? Sich selbst davon f?ei machen, weil sie ibn nicht meh? lösen kann. Niemand weiß von oer letzten, grausigen Stunde zwi schen ibnen beiden nur er und sein Gewissen. Das wird er zu beruhiaen verstehen. Die Todte und die Lebend: stehn sich in 'ckarfer Forderuna aeaen über. Welche hat ein stärkeres Recht? gewaltige Kraft der jungem Liebe, von der er gemeint bat. daß st: zerbrochen sei, kommt wieder über ibn. Stark und fordernd. Tie Wunde, die ihm Adda schlug, thut nicht mehr so brennend weh. Die perlangt ihr Recht. Es soll ihr werden. Darum kann, man ihn noch lange keinen Ehrlosen sckclten. Nein, das kann man i-e'x Gott nicht. Regungslos verharrt er. Er wagt kein Glied zu rühren. In ihm ist's wie Auferstehungsfieber. Vielleicht, dag Jüracn, wenn er weiß, mit leisem Wort abbittet; dann wird alles wieder, wie es vorher war. Alles still und gut. alle Qual und aller Jammer. T?e Zeit verrinnt die Uhr tickt weitem. Ta?enbe?gs Seele füllt sich mit scheuem Hoffen. Da kommt die Todesstunde, die er am Bett der Mutter in Hohen-Litzen mit durchgekämpft hat. Sie spricht mit ernstem, traurigem Munde an seinem Ohr: Weißt Du wohl noch, was sie damals gesagt hat. Ich will es Dir in's Gedächtniß zurückrufen, weil es scheint, daß Tu es vergessen bast. Ein Wort von mir," hat sie damals gesprochen. und meine zertretene Frauenehre kam zu ihrem Recht. Tie Schande wäre mit dem Augenblick davon geflogen, mit dem ich fein Weib wurde. Er fieberte nach diesem Wort. Aber c3 blieb ungesprochen. Um Deinetwillen mein Sohn. Dir brachte ich dies un geheure Opfer Dir ganz allein." Er stöhnt auf. Sei barmherzig. Mutter ich bin doch auch Dein Kind." Tie Verzweiflung raunt ihm zu: Dem Lebenden muß man sein volles Recht geben, aber dem Todten darf es verkürzt werden. Das ist Weisheit." Das Gefühl, das m der lauteren Ehre wurzelt, erhebt dageaen Einspruch. Weisheit? Vielleicht. Aber daneben Feigheit und Schwäche. Den Namen der Todten mit hinein ziehen und beschmutzen, selbst wenn Du damit die Wahrheit sprichst und diese Wahrheit ihr nicht mehr weh thun kann streift das nicht hart an der Ehrlosigkeit vorbei? Und seine Liebe, die nicht hergeben konnte, was ihr einst gehörte, weicht dem großen, starken Gefühl des Kindes, das sich scheut, die Schmach der Mutter zu enthüllen. Tie Nacht vergeht. Stumm und feierlich gleitet sie weiter. Immer mehr verhüllend, schützend, ausgleichend. je älter sie wird. Sie deckt alles zu: Schande. Herzweh und Nacktheit. Gleich weichen Mutterhanden, unter deren Berührung das Schlechte gehiligt wird. Rastlos, mit müden, schweren Füßen tastet ste sich vorwärts. Bis der Morgen kommt. Grau, nüchtern, regenschtver! Da steht Tarcnberg endlich auf. um die Uniform zu wechseln. Ter erste, fahle Tagesschein, der in sein blasses Gesicht sieht, zuckt zurück. Es wird wieder ganz dunkel im Zimmer, wie es für den Schmerz gut ist. Das Licht taugt nicht für solche Augen, welche die ganze Nacht bitterlich geweint haben. Das weiß die Allmacht, die das Licht und die fimsterniß in der Hand hält, ujtVftiiW&ch. eung folgt.) Konfessionelle Kriegcrvcrcine. , In Wiesdorf bei Solingen besteht seit langer Zeit ein Kriegeroerein, dem in Emtrachl Katholiken (in oer Mehrheit) und Evangelische angehörten. Bis dahin wurde die Fahne des Vereins immer bei den kirchlichen Prozejsionen und Festen der Katholiken mitgeführt. Als aber das evangelische Element in letzter Zeit wesentlich erstarkte, wünschten die EvangelisäM. daß die Fahne des Vereins in den Prozessionen etc. nicht mehr mitgeführt werden möge, denn sie gebore einfach nicht dahin, sintemalen katholisch-kirchliche Feste und Kriegervercine doch zwei ganz verschiedene Dinge seien. Die Katholiken aber achteten des Einspruches ihrer evangelischen Kameraden Nicht, sondern beschlössen einmüthig, die Fahne nach wie vor bei jenen Anlässen mitzuführen. Nunmehr traten sämmtliche Evangelische aus dem Kriegerverein aus und gründeten einen neuen Verein, der nun lediglich aus evangelischen Mitgliedern besteht. Es dürfte in Deutschland wohl kaum ein zweiter Ort existiren. wo ein evangelischer und ein katholischer Kriegerverein besteht. In Japan tionale Feiertage, der eine davon, der gierenden Kaisers, der zweite. Ter 11 gibt es nur drei na Der 1. Januar l,k Geburtstag des reder 3. November ist . Februar aber wird am umfänglichsten gefeiert: es ist der Tag der Krönung Namens Jimmu. des ersten Kaisers
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