Indiana Tribüne, Volume 30, Number 9, Indianapolis, Marion County, 3 September 1906 — Page 7

Jndiana Tribune, 3 September 1906

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re loman VS 6. tubowski o-o-oo-o-o (Fortsetzung.) Und nun hört Adda dieselbe e schichte noch einmal. Noch weiter ausgesponnen, mit Einzelheiten gespickt, klar und einfach, so recht zum Glauden mundgerecht gemacht. Sie kann sich nicht mehr aufrecht erhalten. Sie wird zusammen brechen. Davor hat sie brennende Angst. Das muß auf jeden Fall vermieden werden. Keiner darf merken, wie es um sie steht. Die Sticknadel fährt tief in das zarte Handgelenk. An dem Schmerrz wird sie sich aufrecht erhalten. Eine wird aber trotzdem ihren Schmerz gewahr. Die junge Leutnantsfrau mit der hellen Stimme. Sie möchte aufspringen und den Geschwätzigen den Mund zuhalten, ihnen in Zorn und Ingrimm entgegen rufen: Seht Ihr denn gar nicht., was Ihr anrichtet? Wie Ihr das Mädchen mit rr v r . ii C i tä uren Pseuen martert uno quaur Und ich glaube es doch nicht," sagt sie aus der menschlichen Barmherzigkeit heraus, ganz laut und fest, denn Leutnant von arenverg in em Cyrenwann. -, . ! s W l Xit Anoern werfen iyr vtttervoie Blicke zu. sollte oas man etn etwas itarker w - t. . M r ri - r t r i 4. I Ausorua ietn, :teDiiej agt o:t ettau und ihre Stimme zittert ein weniq dabei, sollte Ihnen vielleicht noch die Empfindung für die Größe des öffentlichen Aergernisses, das er frier ourch unstreitig verunacht, avgeyeni Und damit das Bewußtsein vou der Wichtigkeit der Standesehre? Werstehen Sie mich nicht falsch. Ich verurtheile nicht etwa, was er thut. Ich . . . -. i i verurtyetle nur, wo er es imn. .tarn v r r v r I lich hier, unter unsern Augen, so daß unsere Töchter davon hören und barüber erröthen müssen. Warum cer legt er den Schauplatz seiner Liebesthaten nicht in eine Weltstadt, fernab v n rK . von i. einer annion. nann wuroe ihm memano übelnehmen, was er gethan hat. selbst wenn man davon erführe." Die kluge, gesund denkende Frau. der diese lange Rede gegolten hat, wenn sie auch an die Allgemeinheit gerichtet zu sein scheint, versteht die darin . m -d i r oargetyane njcorai ntcyt. yre Genienr. r, r I oen reveuir: gegen o ANicvauungen der Aelteren. Aber der Respekt vor der Frau des Mannes, der sich völlig von ihren Anti- und Sympathien leiien iai, octni ne ruotg oieioen. ricyte: ncy nur em wentg empor uno , , t . . c I fragt velchetven: ,Jcd vttte um ZtterZeung. wenn taz mir eine gütige Belehrung erbitte. Was yar otc tanoesevre Mit einem er- . 1 l l l , c i c -t. i m I oamt zu toun. oen ocyinnen uno mc r - r c ern e oertrameins auf oen 'carii werfen, uno der geeignet ist. Ehre uno Gluck für alle Zeit zu zerbrechen?" .Ich Pflege mich nicht Mit den genannten Dienstboten zu unterhalten, rau eurnant von nzmc. Aber gnaOige Frau sagten Oocy Allerdings sagte ich aber ich hät'e nichts gesagt, wenn nicht noch ein . rt. pri.-r c. I

anoerer uoer auen mtxm neqcnoer verleben sollte. Er. Jüraen. hat seiBürge im Hintergrund stände. Näm- nem Vater beute eröffnet, dan Leut-

ti f nrn ftt : i n. I iicd mein ncann. genügt onen l. , r s n oas rneucicvK r ii nr p . I Äova von zacyenyuien wann aut lyrem wyl. Sie kann nicht mer aufrecht sitzen. In wildem Taumel flieat ha3 Zimmer mit nsl seinen lAef V v n -V ... ...w 99999 w I - w O KJ . v cm

gennanoen uno eneu vuz flmäfi erwachen wird. Das darf nicht VW . . W)m U aP. fam Nil iltUhr;0n I '

.auycii. iuu yiui iciu auuu.u, -t , j . Irin Vertheidigen mehr - aus vor0Cl I r i .. . . r n ir Dtc junge, tapfere fieutnantsftau hat sie bis an die väterliche Villa ger . 1 . rr' V" I . . . srZ.tA . !., ISinnA It hnn I ituti. ii uit v-ingiyt, un. nun Addas Li creiehen und üa aus igren ueiiajtein iog, ,u ufx uai .l. ll ,. v l-,-.'.. . . . . r ; Tj.rLi 1 f Ci I" . uic Mac iwMrijnn. ,U.H u sie anch, was man dem bebenden,todI iTS' Sn-'ZL ', T Klassen Madchen an ihrer heue angethan hat. Sie mochte sie an s Herz nehmen und trösten, aber sie ist sich nicht sicher, ob jemr das nicht noch weher thun würde. Vor dem gußeisernen Thor, das von dem Wachenhusen'schen Wappen, die Schlange mit dem Löwen im Kamp?. gekrönt wird, verabschiedet sie sick. Adda schleppt sich mit müden Füßen uem 8lnmcn, Vvew. r fv-; yci, uxt 111 ua nu,mu gcijcn iüiu, vi. Treppe hinunter kommt. Er schickt den Diener fort und trägt lic uu, ? einen 'armen m ua vu,n. .. r! m w s...n:. I I rvr," n , n- rhelle Madchenstubn Er bettet sie sorglich lost ihr die Sachen und ttiA 2L l"rr Z:rS Z T IT 1 r . ' von dem wissen, was sie sich sagen werkn. Jürgcn ahnt, wcshalb di Schwe- , , ... . ster zusammen gebrochen ist. Der brennende Wunsch, ihr über das PW ff5 rasende Wuthgefuhl tn chm n Er kniet an ihrer Seite und gibt chr all vic iang,i c,Bccu zu haben Minte Endlich schlagt sie die Augen auf. Er wmite auffchluchzen al.s er chren wjwiiuicn cHo nxVl uuu doch lächelt er. um ihr Muth zu machen.

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das Strahlen des Glücks. h h,r nfcnfr.ffeTt

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n yuu.. tu hj - w eigene Meinung dur)blicken zu lajien. ??Ä1?L Ä Es liegt ihm dW in diesem Augentolz matt. Ohnmachtig oricht sie auf .2 rtsa v... ..n,ruui.

Sie sieht scheu umher. Was ist nur

mit ihr geschehen? Em dunkler Sch!er liegt über ihrem Gluck, den muß sie fort haben, denn er hüllt es ein und verbirgt es, daß sie meinen könnte, es sei verschwunden. Aber er läßt sich nicht fortreißen, er ist mit ihm Oer!r:.cbfen. Ihr Glück ist dunkel geworden und ihr Glaube erschüttert. Nun steht sie wieder in der Wirklichkeit. Ein Schrei kommt von ihren Lippen. Sie umklammert oen ruoer mit t::Den Armen. Jürgen, sage mir die Wahrheit! Hast Du auch davon gehört daß Hans Weddo " Sie kann nicht vollenden. Ein Wahnsinniges Grauen schüttelt sie. Er streicbslt ihr Haar und legt ihr Hauvt an sein Herz, Still gain still. Abdachen. Tu bist doch ein Soldatenkind. Wein' Dich aus " G ist's wahr, Jürgen? Du eißt " ' w-iß nichts gar nichts " u weißt doch etwas. Quäl' mich doch nicht so sehr! Sie haben es heute schon übergenug gethan. Sei dock barmherzig, Jürgen! Ich habe keine Mutter, zu der ich in dieser schwen Stunde aeben könnte, und keinen Mter, der mich anhören und verstehen würde. Ersetze Tu mir beide halte . . . ., mZm . mich. Jürgen laß mich klar jehen! b Du es glaubst, will ich wissen." glaube es noch nicht. Adda." ch nicht aber Du meinst, daß die Zeit kommen wird?" Davor bewahre Dich und mich der fob? 0tt. Denn wenn ich es glauben muß, schieße ich ihn über den Haufen 00Cr tv mich, je nachdem der Zufall ' 9 1 gerade gelaunt ist." ($r sagt es ganz ruhig und kaltblü' tig. Der Anblick der gebrochenen, blassen Sckweüer. die er beute zum ersten Mal weinen sieht, verhalf ihm jUr Klarheit. ya hat das Wort, oas ihm die robe Kraft und das Muß, das die Ehre gebieterisch ausspricht, zudiktiren. nicht mehr gehört. Sie hat schon wie- . . y J der die Besinnung verloren. Die Klarheit ist da. Jürgen von Wachenhusen weiß jetzt, was er zu thun hat. Gestern Abend, nachdem er Tettau aufgesucht und um eine Unteri - i edung qebeten hat, spielte er den Svion. Wi ein Dieb hat er sich an den ftoforurnen. an dem einst ftmu Wacktmeister 5irse stand, aescklicken. Stundenlang bat er warten müssen, che Tarenberas bobe Gestalt in den svärn& erleuchteten ftlur eintrat. Er hat qesehen. hier mit seinen beiden gesun1 ocn Auen, wie er neben ihr gesessen 3 ' . ' ' . hat, wie er sie zum Abschied küßte, eradweas in das kleine .immercken (ioa r,;n smarter Blick, kein Vorhang. feine Jalousie machte ihm Schkvierig?nten. Mas er aesebcn. aenüate iam - - J l f v ' als Beweis, einen weiteren braucht er nickt beste es auck Adda aesaat. Kur; nd knavv. denn die Weichheit hilft . ' : tzt nichts mehr. Sie wird ihre Sch? t J 1 ' ' heute noch mit ihm in Ordnung brin en er erst morgen. Sein Vater muß zuvor mit ihm svrecken. Das kann ibm nicht aes.nkt werden. Er mun erst wissen. ie eit seine Verlogenheit geht. Er muß wissen, ob er sein Ehrenwort gibt, s.j rxt aU Vater seiner Tocktm ;nnT verlanaen wird, verlangen n-uf, wenn : s:ch etwa auf's Leugnen - ' . ' - . nant von Tarenbera bis gestern Addas J 9 Verlobter aewesen ist. , ist todt. An ihrer Stelle lebt öle Ver chtung. Aber er weiß nicht, ob das Irrn .. . lfX.1V - - - sir . . T YT . rjjniicto IM eniimeiv:norn 'llgeuvull - m,.& nun s s5--f.rPT.mor. viit ii i - iv -v l. 1tm ftf,ItM,fiHfl ... ,Mrhen " j r u - - , ... -i siy r y- -iafrt. .it . nnnn ST. n y I uhu uii, iwu git-vii 31 .uitiiun. jvi k - , rJ 7nti l h nnnn XV krn.r ' s ' u s;f w v...- - wv. . ' .... .... sein blühenden Karriere halh ein falsches Wort zu geben. Es fcci eine l(eine r. wird eben bei ihm hme gemacht. S so einen nicht hc ' ' Sonst ist die Strafe hart genug. .16. Kapitel. Leutnant von Tarenberg steht ro seinem Oberst. Mit knappcn Worten hat der Vorgeletzte ok bunten Gerüchte, du über Hans Weddo im Umlauf sind, wtedergeqeren Er hat es ängstlich vermieden, ferne I ivviivv - - üt u sein, der über den Offizieren f ... co:m..S mnfo 51I seines Regiments Wache zu halten bat, damit in das alte Ehrentonto kein Defizit komme. Sein väterliches Gefühl. lt. 0rrriiu ?.,r UU3 ui uit vvu.wvv .w;.vv . . 1 . . . - bctrf crft fpätcr spchen. scharf und kalt stellt er die einzelnen Fragen. 5r muß sich dabei innerlich zusammen reißen, um ein starkes 0 ?..Jr xa ,ln,-Ä . J.wswm . 7?71 7. Xi, JJVUMl, VVIl n vhi mmtn sondern auch den Untadlichften n moralischer Beziehung gehal. ten hat, beweist ihm. wie mangelhaft 'kMe Menfchenkenntniß w Das versetzt seiner Eitel!it empfindlichen Swß und gibt seiner Stimme bei dem beginnenden einen eiskalten Klang. IN Sie in Abredt stellen, Herr geuwant von Tarenberg. daß Sie nt I " - - L

I rrtnrt !Vr scftSfiTft :nn fir ronrnta hsiit.

iii, uuv viru wvv vw wii.i v v.

nahezu drei Monaten in dem auf dem Stadtfelde belegenen Jnspektorhaus

ein Mädchen eingemiethet haben, für dessen gesummten Unterhalt Sie Sorge tragen?" Nein, Herr Oberst, das bestreite ich nicht." Tarenberg steht gerade und aufrecht. Seine Stimme ist ganz ruhig. In seinen Augen liegt ein heller. zuversick)tlicher Schein. Das anfängliche Erschrecken über die ihm durch seinen Oberst gemachten Enthüllungen, die in sorgfaltigem Aufbau alle Momente, aus denen man seine Schuld heraus lesen kann, enthalten, ist überwunden. Er hofft, daß er mit dieser Stunde die Klarheit und Sicherheit zurück erobern wird, die ihm in der letzten Zeit abHanden gekommen ist. Auch das unnatürliche Verhältniß, daS sich zwischen Jürgen und ihm heraus gebildet hat und dessen Ursache er nun endlich kennt, wird aufhören und die alte treu? Hingabe wiederkommen. Das Wort. das er seiner Mutter auf dem Sterbebett gab, will und tann er nicht brechen. und dennoch wird er von seinem Kommandeur als ein freier, gerechtfertigter Mensch gehen. Das traut er der Kraft seiner Persönlichkeit zu. Der Oberst fragt weiter: Ich bitte Sie ferner um. Auskunft darüber, ob Sie eben dasselbe Mädchen wiederholt aufgesucht und zweimal, einmal am 29. Dezember, das andere Mal am 11. Januar je eine Nacht mit ihr unter demselben Dach zugebracht haben." Tarenberg verliert nun doch das frohe, hoffnungsfreudige Gefühl. Sein: Hände ballen sich zusammen, als möchten sie den Feind, der dies Materia! heranschaffte, zermalmen. Wie gemein das alles ist, wie ekelhaft! Ich habe das Mädchen sehr oft befucht, Herr Oberst. In der Zeit von; Dezember bis Januar sogar täglich. Und zwar gewöhnlich zur Abendzeit. Sie schwebte damals in Lebensgefahr und meine Gegenwart beruhigte sie. Später, nachdem die Genesung sicher war, in regelmäßigen Zwischenräumen von drei zu drei Tagen. An den beiden von Herrn Oberst bezeichneten Daten verbrachte ich thatsächlich die Nächte im Jnspektorhaus. Em plötzlich her einbrechendes Unwetter machte mir dü Rückkehr in die S:adt unmöglich." Ich möchte Sie noch weiter be mühen, Herr Leutnant von Tarenberg. Halten Sie das, was ich nunmehr, Ihrem eigenen Zugestanomß zufolge, als unumstößliche Wahrheit annehmen da,f, was sich die Frauen der Untergebenen erröthend zuflüstern, an dem die Gattinnen der Kameraden Aergerniß nehmen, ja, ich darf wohl sagen, an dessen Verlauf die ganze Stadt Antheil genommen hat, nicht als geeignet. die Standesehre zu verletzen?" Nein! Denn das, was Herr Oberi: gleich den Andern aus diesen Geruchten herausgelesen haben, ist ein großer Irrthum. Ich selbst habe niemals diese ernsten Konsequenzen, die auö einer Kenntniß meiner Privatange: legenheit kommen, ins Auge gefaßt Wohl habe ich, als mir das Schicksal die Teschützerrolle über ein unmüdiges, noch völlig kindliches Mädchen aufzwang, -in heimlichem inneren Grimm da.-egen rebeliirt. Doch nickt die Angst vo, dem. was die Leute sagen könnten entzündete ihn. Ich war so sicher, daß die Menschen, an deren Meinung und Achtung mir allem gelegen ist. trotz aller Gerüchte an mich glauben würden. Diese Sicherheit ist mein einziger Fehler in der von Herrn Oberst dar gethanen Angelegenheit. Sonst habe ich keinen zu bekennen. Ich habe nichts gethan, worüber ich nöthig hätte, zu erröthen. Nur der Schein ist gegen mich. Wollen Herr Oberst gütigst an neomen, oay oas .taöchen eine erwandte von mir fei, die ich in meine Obhut zu nehmen feierlich gelobt habe Mehr darf ich nicht darüber sagen. Ein Ehrenwort bindet meine Zunge, und Herr Oberst werden nicht wollen, daß ich ein Wortbrüchiger werde. Eine Verwandte, zu der man sich nicht bekennen will, pflegt man nicht in derselben Stadt unterzubringen, in der man selbst gezwungen ist, zu leben Man hält sie sich möglichst fern, ohne sie dadurch die ihr aus irgend einem Grunde zugedachten Wohlthaten entbehren zu laen. Eine Verwandte befucht man nicht täglich und nächtlich und man kußt sie auch nicht, Hei Leutnant von Tarenbcrg, besonders nicht, tenn sie jung und schon ist. Thu man es doch, so jongliri man zum min'" dcsten sehr unvorsichtig mit seiner äußeren Wohlansiändigkeit und kann sich sehr leicht um den Platz bringen, den man, dank seines Berufes, in der ge sellschaftlichen Welt einnimmt. Merken Sie wohl auf! Diesen an sich milden Ausdruck habe ich für die Verirungei nes völlig ungebundenen ülcannes Für jemand dem das freie Verfü gunsrecht über Herz und Hand nich mehr zusteht, der, wenn er seinen Nu befleckt, den Ruf einer Andern ebenfalls beschmutzt, habe icy emen schärferen Ausdri. Wollen Sie mir helfen ihn zu finden? Wie würden Sie z. V. einen Mann nennen, der seine Geliebte in derselben Stadt, m welcher seme Braut lebt unterbringt und zu der Letzteren geht wenn ihm noch dir Küsse der ersteren aus den Lippen brennen?" Einen Schuft, Herr Oberst. Und was würden Sie mit diesem hm Schuft thun, Herr Leutnan von Tannberg?" Ich würde versuchen, ihn aus dem Httr zu entfernen, damit sein Beisvie nicht auf die jüngeren Elemente cnt-

);eaenö w.rn iann, wenn ich an des btxrz Oe-ste e"' wäre." Sie haben viel Muth. Herr Leutnant von Tarenberg, sehr viel Muth!" Hans Wcddo macht ein paar hastige, taumelnde Schritte nach vorwärts. Er

hat plötzlich die strafte Haltung, m der er die ganze Zeit über verharrt hat, eingebüßt. Herr Oberst glauben daß ich das thun könnte trotzdem Herr Oberst wissen, wenn ich die Worte vorher richtig verstanden habe?" Sie haben sie ganz richtia verstanden. Mein Sohn hielt es für seine Pflicht, mir von dem bestanden habenden Verhältniß' Kenntniß zu geben. Trotzdem ja! Ich habe Sie heute zu mir befohlen, um ein ernstes, aber auch ein letztes Wort in dieser Angelegenheit zu sprechen. Mit dem Recht, das ich als Ihr Oberst und der Nater meiner Tockter hake. Als jener befehle ich. daß jede Wiederholung der unsauberen Geschichte in Zukunft unterbleibt. Äls dieser gebe ich meinem Bedauern darüber Ausdruck, daß mein Kind kein besseres, reineres Gefühl bei ihrer Wahl bewiesen hat. Ich spreche damit auch völlig im Sinne meiner von dem Inhalt unserer Unterredung unterrichteten Tochter. Daß ich nach den: heutigen Tage jede Annähcrun? an sie untersage, bedarf nach all diesem kaum mehr der Erwähnung. All das nimmt mir natürlich von meinem Glauben an Ihre militärischen Fähigmten nicht das Geringste. Ich will Ihnen gern bei Ihrer Versetzung in ein anderes Regiment behilflich sein. Hiermit betrachte ich unsere Unterredung als beendet." Herr Oberst!" Tarenberg schreit es heraus. Sein Gesicht ist verzerrt. Die Adern Ziehen sich, in der Gegend der Schläfe, wie dicke, blaue Stränge an der weißen hohen Stirn hinauf. Sie darf noch nicht zu Ende sein. Rebmen Herr Oberst das Letzte zurück!" Das kann ich nicht, Herr Leutnant von Tarenberg. Ich habe noch niemals etwas von dem widerrufen, was ich nach ruhiger Ueberlegung aussprach. wie ich mich niemals von einem äugenbllcklichen Gefühl zu Nicht beweiskräftigen Verdächtigungen hinreihen ließ. Wer nicht stehen kann, muß fallen. Wer gefallen ist, muß sehen, wie er auö eigener Ztrast wieder aus die Futze kommt. Gelingt ihm das nicht, so muß er eben da unten liegen bleiben. Ich helfe niemand in die Höhe. Das geht wider mein Prinzip." Ich will ja auch Herrn Obersts Hilfe nicht, ich will nur. daß man mir glaubt. Er hat vergessen, daß er vor demselben Mann steht, der über die Meldung von Klaus Wiedenthals Verschwinden mit einem eiskalten Achselzucken und über den Wehschrei eines, verzweifelten Mutterherzens mit dem siahlharten Es ist das Beste für ihn" quittirt hat. Er denkt in diesem Augenblick, daß er einen tief empfindenden. warmherzigen Menschen vor sich hat. Und diesen Menschen muß er rühren. Er muß ihn in sein Her-, sehen lassen, er muß aufdecken, was an Liebe und Schmerz da drinnen ruht. Aus diefem Gefühl heraus umklamwert er die Hand des Obersten. Der aber lächelt. Ein besser wissendes, ein ganz klein wenig verächtliches Lächeln, das Tarenberg um den Rest seiner Fassung bringt. Glauben crr Oberst mir immer noch nicht daß ich schuldlos bin?" keucht er atbemlos. ..Rein. Herr Leutnant von Taren -berg. Dazu bin ich zu alt geworden. Meinen Sie vielleicht, ich hätle Ihnen von allcdem. gesprochen, wenn mir nich! von durckaus glaubwürdigen Leuten vougiwge Bewetft Ihrer Schuld gegeben wären. Verlangen Sie, daß ich diese ,Lügner' heiße?" Und wenn ich nun mein Ehrenwort geben würde, daß nichts zwischen mir und jener vorgefallen ist gar nichts, was dem Recht, das meine Braut' an mich hat, einen Abbruch thun könnte?" Durch die schlanle, sehnige Gestalt des Obersten geht ein scharfer Ruck. Bedenken Sie wohl, Herr Leutnant von Tarenberg, was Sie damit thun' Ich brauche Ihnen doch vorher nicht die Heiligkeit und Bedeutung solchen Wortes vorzuhalten?" Rein, das brauchen Herr Ob:r'. nicht. Das ist mir in Fleisch und Blut übergegangen. Wäre es anders, stände ich heute nicht als der Getretene, Verachtete, der ich unschuldig sein n'.uß, an dieser Stelle. Und damit dies endlich ein Ende hat, gebe ick Herrn Oberst mein Ehrenworts daß ich niemals, w.' der in Gedanken noch Thaten, Ihrer Tochter die Treue gebrochen und niemals jenes Mädchen mit einer sündigen Empfindung berührt habe." Es ist aanz still nach diesen Worten. In den harten Zijgen des Obersten znckt es ein paar Mal auf, als wenn sich ein Krampf löste. Dann geht er auf Tarenberg zu, hält ihm die Hand entgegen und sagt langsam: Ich danke Ihnen, lieber Tarcnberg. Die Angelegenheit ist damit für mich erledigt. Es thut mir yerzucy ieio. daß diese Mißverständnisse gewesen sind. Wollen Sie sich, bitte, nunmehr zu der angesetzten Instruktionstunde beaeben." Schwerfällig nimmt Tarenberg die Hacken zusammen und geht hinaus Ueber den langen Sammetläufer, der die Schritte dämpft, an dem Äogenfenster des Erkers vorüber, unter dessem rosenrother Malerei er Adda zum letzten Mal leichter. Herzeus geküßt hat, an den fliesenden und tanzender. Amoretten des Vestibüls vorbei, dic

teppichbelcgten Stufen der Treppe hinunter. Eine dumpfe Betäubung liegt auf ihm. Wie eine schwere, tastende Hand, welche die springende Feder in dem Mechanismus des Hirns nicht zu finden vermag. Niemand begegnet ihm. .Um diese Stunde pflegt die Dienerschaft im Souterrain, Fräulein von Mechtritz in ihrem Gemach und Iürgen in der Reitbahn zu sein. Nur Adda wird in ihrem Stübchen weilen. Vielleicht wcint sie um ihn. Brennende Sehnsucht legt sich ihm auf das Herz. Wenn er jetzt bei ihr sein dürfte, ihr in die Augen sehen, ihren Mund küssen und ihre Thränen trocknen! Es gehl aber nicht. Er steht still und athmet schwer. Wenn man sich seit frühester Ingend an straff in der Gewalt gehabt hat. jeden Schritt überlegend, bevor man ihn ging, jedes Wort abwiegend, bevor man es sprach, dann kommt plötzlich wie ein Orkan der Wunsch, es ein einziges Mal anders zu machen. Die harte Hand von dem pochenden Herzen zu nehmen und es schlagen und tobe:-, zu lassen, wie es begehrt. Warum soll er nickt zu ihr gehen? Ist sie nicht seine Braut? Ist jener, der ewig Sklave des Sollenden" bleibt, überhaupt würdig, ein Vollglück zu genießen? Der rosenrothe Schimmer von dem Bogenfenster schwebt aus der Höhe wie eine lockend? Hand über seinem Haupt. Langsam, wie einer, der schlafwan delt, tastet er stch die Treppen wieder hinauf. Und wenn es nur ist, um eine Sekunde sein Haupt auf die Schwelle ihres Stübchens zu legen. Er fühlt, das wird ihn gesund machen. Mit scheuem Blick streift er rechts und links die Reihe der Thüren. Da, die weiße mit dem silbernen Drücker ist es. Eine dünne, leichte Scheidewand trennt sie von einander. Ein paar armselige Bretter und doch eine ganze, unendliche Welt, wie im Fieber schlagen seine Zähne zusammen. Seine Sehnsucht wächst. Er kann sie nicht im Zaum halten, wenn er noch länger vor dieser kleinen, weißen Thür steht. Ihm ist's, als fühle er ihre kühle, weiche Hand auf seinen pochenden Schläfen. Nur eine nzige Thür, die ihn hindert. ihr nahe zu sein. Er sinkt an der Schwelle auf die Knie. Ein Stöhnen entringt sich seiner Brust. Was mag ste bei alledem geiit-

ten haben? Er wirft die Arme an dem Holz empor und bettet seinen darauf. Vielleicht, daß er ihren Athem hört. Da drinnen regt sich etwas. Ein Knistern, wie es leichte Seide gibt, tönt an fein Ohr, darnach ein Wimmern, als wenn ein Kind weint, das sich seiner Thränen schämt. Er weiß nicht, wie es gekommen ist. Er sieht in dem hellen, duftigen Mädchenstübckcn, dicht vor dem Lager, auf dem Adda von Wachenhusen im losen Morgengewand ruht. Der Arzt hat gewollt, daß sie sich schonen soll. Sie ist viel zu schwach. um ungehorsam zu sein. So liegt si? nun den ganzen Tag und weint. Ihr Gesicht sieht er nicht. Das hält sie tief in die Kissen gepreßt. Nur das dunkle, weiche Haar und das Zittern des losen Kleides, in der Gegend, wo das Herz ruht. Er kann sich nicht still von dannen schleichen. Er muß zuvor ein Wort von ihren Lippen hören, und ihre Hand muß er haben, die über dem Rand des Lagers hänat, weiß und schmal, als hätte sie die Kraft verloren, das Glück zu halten. Er stürzt zu ihr hin und legt die Hand auf seine brennenden Augen. Jürgen." saat sie ganz leise, ohn? sich zu rühren, denn sie meint, daß die f lei: gekommen ist. die ihr die Entscheiung durch den Mund des Bruders bringt. Jene Entscheidung darüber, ob der Mann, dem sie ihr Herz gab. nur ein haltloser, irrender Mensch oder auch ein Ehrloser ist. Bist Du endlich da? Was hat der Vater ge. sagt?" Adda," flüstert er, ich bin es. Ver zeih, dafr ich zu Dir kam! Ich mußt: Dich fehen. Hören, daß Du an m& geglaubt hast, trotz allem, womit sie Dein Herz gemartert haben mögen. Hans Weddo, um Gottes willen geh fort! Wenn Jürgen käme! E. könnte ein Unglück daraus kommen." Warum soll ich vor ihm fliehen, Adda? Meinst Du. ich fürchtete mich : Wir beide sind eins bis in alle Ewlg keit. Da.zrii darf auch er sich nichj auflehnen. Sie richtet sich auf und sieht ihn an Ihre Augen haben immer noch den lce ren. jammervollen Blick, der ihren Bru der zur Verzweiflung treibt. Sie zeigt zur Thür hin. J (yori etzung folgt) Gefoppte Unterthanen Ein Unbekannter telephonirte neulich unter falschem Namen von Ostcndk aus. wo die Prinzessin Elisabeth vo? Belgien einem fraben Ereianiß ent geaensah, an den in Brügge station:?ten Militargouverneur von Weitstem dein, daß diese- fr?h? Ere::niß &r eingetreten sei. und zwar handle es Hrf: um einen junqen Prinzen, unte: Glockenklang wurden in Brügge au allen öffentlichen Gebäuden die Fahnen gehißt. Als dann aber eine Stunde später der Gouverneur sich ielegraphisct an den Sekretär des Plinzen Albert ir Ostende wandte, erwies sich die frohe Nachricht als falsch. Leider war indeß mt Ente weitergeflogen, und so kam es. daß verschiedene belgische Städte ohn? .Grun m Flaggenschmuck prangten.

Allerlei für'S HauS. Pinsel, dieman zum Broniren gebraucht hat, wäscht man soofort m Benzin aus und läßt sie reihängend in der Luft trocknen. Gegen Kopfschmerz Man schält von einer Citrone ein Stuck der Schale, von der Größe eines ZehnPfennigstücks, so daß kein WeitzeS daran bleibt, und legt es an eine d Schläfen, wo es fest anklebt. Nach kurzer Zeit soll der Kopfschmerz sich verlieren. Nach dem Genusse fetter Speisen oder fetter Saucen vermeide man es, kalte Getränke zu sich

zu nehmen; denn das fctt gerinnt dadurch im Magen, trennt sich von den andern Speisen und schwimmt, weil leichter, obenauf, was schmerzhafte , Empfindungen in der Herzgrube u. s. j w. verursacht. Bei Entfettungskuren wird übrigens das Trinken während und nach dem Essen von dem betreffenden Arzte auch verboten. Erneuerung schwarzer Spitzen. Um schwarze Spitzen zu waschen, so daß dieselben schwarz und steif werden, verfahre man wie folgt: Man wasche die Spitzen, nachdem sie sorgfältig ausgebürstet sind, in gutem Braunbier mit einem geringen Zusatz von Spiritus, drücke sie leicht zwischen den Händen aus und Plätte sie zwischen Seidenpapier trocken. Die Spitzen werden durch dies Verfahren wieder wie neu. Das Anbrennen der Milchspeisen ist nur durch Achtsamkeit zu verhüten; ist es geschehen, so kann der angebrannte Geschmack nicht mehr ganz entfernt, nur gemildert werden. Das Anbrennen der Milch, über das am meisten geklagt wird, laßt sich am besten vermeiden, wenn man den Milchtopf stets mit kaltem Wasser gefüllt hinstellt und ihn nicht austrocknet, wenn die Milch zum Feuer gegeben wird. Bei Reis, Suppen und dicken Speisen, die langsam gekocht werden müssen, ist es gut, erst em kleines Stück Butter im Topf verlaufen zu lassen, und ste. wenn sie angekocht sind, an die Seite zum längs--men Weiterkochen zu stellen. Angebrannte Speisen dürfen nicht gerührt oder abgestoßen werden, schüttet man das Gemüse oder die Suppe gleich ab, wenn man merkt, daß sich ein Bodensatz gebildet hat, und kocht offtn im andern Topfe weiter, so merkt man meistens keinen Geschmack, erst das Durcheinanderrühren verbreitet ihn durch und durch. Bei angebranntem Braten muß man das Schwarzgewordene abschneiden und den Braten mit frischen Zuthaten von Fett unter häufigem Begießen mit frischer Sahne fertig zubereiten. Japanische Vasen, Teller, K ä st ch e n usw. dürfen weder mit heißem noch lauem oder kaltem Wasser gereinigt werden, da der Lack Schaden leidet. Man träufle auf ein weiches, reines Wollläppchen einige Tropfen feines Oel und reibe damit die japanifchen Gegenstände sorgfältig überall ab; dann bestreue man sie leicht mrt Mehl und entferne dieses wieder, wdem man es mit einem sauberen Leinentuche hinwegreibt. Die Poliwr wird so wieder tadellos schon und nimmt keinerlei Schaden. Ein Mittel gegen Brotschimmeln. In Landhaushaltungen, wo man gewöhnlich größere Mengen Brot auf einmal bäckt, pflegt letzteres bei Aufbewahrung im Keller leicht schimmelig zu werden. AlS erprobtes Mittel gegen diesen Uebelstand empfiehlt es sich, das frisch gebackene Brot, sobald es aus dem Oftn kommt, in einen Mehlsack zu siuken, in welchem noch etwas Mehl zurückgeblieben ist, und zwar so, daß die Oberrinden des Brotes aufeinander zu liegen kommen. Hiernach bindet man den Sack zu und hänt ihn an einem luftigen Orte freischwebend auf. Auf diese Weise läßt sich das Brot vier bis sechs Wochen aufbewah-. ren, ohne trocken zu werden oder auch nur eine Spur von Schimmel anzusetzen. Vor dem Gebrauch legt man es eine Nacht in den Keller, damit es wieder geschmeidig wird. Tannenzweige frisch zu erhalten. Das dunkle Grün der Nadelgehölze wird in mannigfacher Weise zum Schmuck des Heims verwendet; es nimmt sich auch mit den dazu gehörigen Zapfen wunderhübsch aus als Wand- oder Eckdekoratwn, als Hintergrund von farbigen Strohblumen, Disteln u. f. w., die sich von dem dunklen Grün leuchtend und wirkungsvoll abheben. Oft knüpfen sich auch liebe Erinnerungen an die Zweige; man sieht in Gedanken wieder den Weihnachtsbaum erstrahlen, oder man gedenkt einer froh verlebten Reisezeit, von der sie heimgebracht wurden. Aber nur zu bald verblaßt das Grün, fallen die Nadeln, und von der ganzen Herrlichkeit bleibt nichts als ein dürres, trockenes Reis. Wer dieS vermeiden und die Zweige recht lange mit grünen Nadeln erholten möchte, braucht nur ein einfaches und wenig kostspieliges Mittel anzuwenden. Man bereitet eine Mischung von Glycerin und Waffer zu gleichen Theilen. In diese Flüssigkeit werden die Zweige hineingesteckt und etwa 10 Tage darin belassen. Nach dieser Jmprägnirung läßt man sie trocknen und kann sie dann getroft verwenden, ohne das Abfallen der Nadeln befürchten zu müssen.