Indiana Tribüne, Volume 30, Number 9, Indianapolis, Marion County, 3 September 1906 — Page 5
Jndiana Tribüne, 3 September 1906
Jnterurbau Zeit-Tabelle.
I. U. T. System. 15 ratt Sonntag, den 20. Nai 1906.1 Züge verlassen Indianapolis. Run ci eck Marion Division, wrence, Fortville, Pendleton, nderson. Aorktown, Muncie, Riddletomn, Alezandria, ummitville, Fairmount. Gas Citv, Jones'
soro und Marion. 4 00 m. 1 05 Nm. 5 06 8rn. 2 00 Nm. 6 00 Vm. 3 06 Rm. 7 OK Bm. 4 00 Nm. 8 00 Vm. 5 00 Nm. 9 05 33m. 5 05 Nm. 10 00 Bm. 00 Nm. 11 00 Bm. 7 05 Nrn. 11 05 Vm. 8 00 Nm. 12 00 Nttgs. 9 05 Nm. 11 30 Nm.
Limited. KoganSport & Peru Division. Tarn!, Nobleiville, Cicero, rcadia, Uanta, Tipton, okomo. Galvefton. alton, LoganSport, Miami, Bunker Hill,
Peru und Elwood. 5 00 Bm. 1 45 Nm. 5 45 Vm. 3 00 Nm. 7 00 Bm. 3 45 Rm. 7 45 Vm. 5 00 Nm. "S 00 Bm. 5 45 Rm. 45 Bm. 7 00 Rm. 11 00 Bm. 7 45 Nm. 11 45 Vm. 9 00 Rm. 1 00 Nm. 11 30 Nm.
Limited. D Zug um 11:30 Abends der Jndiana mis-LoganSport lDivision geht nach Per Mstatt LoganSport. eue spezielle Bedienung nach Ft. Wahne. üae verlassen Indianapolis um 7HX) und 11:00 Uhr BormittagS und 3:00 und 7:00 Uhr Nachmittags, machen die Fahrt nach It. Wayne in 4 Stunden und 40 Minuten. euer Zug Marion Flyer Verlaßt arwn 7:55 Bormittags und 1:55 Nach ttagS ; Verläßt Indianapolis 11:00 Bor. ttagS und 5:00 Nachmittag ; hält blos in Andersen und Alezandria an. Anschließende Linien erreichen Davto, vhw, Ft. Wayne, Huntington, Wabash, fontaine, Swayzee, Greentown. Hartford Tity, Montpellier, Bluffton, Winchester, Union City, Greenville, O., und Zwischen Kationen. Fracht, und Passagier. Office Termin artezimmer. Telephon M 175. Indianapolis & Eaftern. Dmited Züge für' Richmond und allen Vuntten in Ohio, welche verbunden find mit ktrischen Lmien, um 8:10 und 11:10 or. Mittags, 2:10 und 6:10 Nachmittags und K10 Send. Locale Züge für Richmond id Zwischenftationen von 6:00 Uhr Vor tttagS an und dann jede Swnde, auige ommen die Limited Zeit, bis 9:00 bendS CfcOO Uhr Abends ausgelassen). Letzter Zug ich Greenfield um 11:30 Uhr bends. Indianapolis & Martinsville. Crste Morgen-Car um 5:10 Uhr Morgens, an von 6:30 Uhr Morgens jede Swnde vi 11:30 Uhr Abends; ausgenommen die Stunden 8:30 und 10:30 Uhr Abendö. Indianapolis Eoal Traktion Co. Aüge laufen stündlich von Indianapolis ach Plainfield von 5:00 Uhr Morgen biS 11:00 Uhr bendS ; ausgenommen die tun den 8:00 und 10.00 Uhr bendS. Indianapolis & Nortyweftern. Züge laufen stündlich von 5.00 Uhr or, gens bis 9:00 Uhr Abends. Anschluß in Lebanon für Thorntomnund,EramfordSville. Der Zug um 10:00 Uhr .Abends fährt blos biö nach Lebanon. Der Zug um 11:30 Uhr Abends fährt bis ach Frankfort, Anschluß in Lebanon für ErawfordSville ; derselbe sährt in der Sonw tag Nacht blos bi nach Lafayette. Limited Züge für Lafayette fahren ab u 8:10 und 11:10 Uhr Morgens, und 2:10. 5:10 Nachmittags und 7:10 Abend. Für ErawfordSville um 10:45 BormittagS und 4:25 Nachmittags. t I AM F0R W0MEN Water Motor WashingMachrnes Cor. Noble and Michigan New Phone 113 Maas Bros. 55555555555555555555555555 LEO LANDO, ( Optiker vC8 w 142 R. Pennsylvania Str. Hpttter fkr Bnlleu Operngläser WtT Brillen werden nach den beste Vtetboden den Augen angepaßt. knMiche Augen werden schmerzlos ein.
im.
Ein Reform-Vorschlag. Von Wilhelm Falkeisen, Basel. Jedes Jahr, wenn die Sonne beginnt Kötzer zu steigen, erwacht wieder derselbe Wunsch, und diesem möchte ich im folgenden Ausdruck geben. Mag sein, daß er manchem sonderbar klingt und er seine Erfüllung für ganz nebensächlich hält. Ich glaube jedoch, daß mehr damit zusammenhängt, aÜ man auf den ersten Blick vermuthet, und deshalb halte ich es der Mühe werth, einmal davon zu reden. Jedes Jahr frage ich mich nämlich, wann wir es wohl einmal dau bringen, unsern Fuß von dem lästigen Zwang der Mode zu befreien, wann wir endlich mit dem strumpffreien Fuße in Sandalen natürlich durchdringen! Zunächst handelt es sich im vorliegen den also nicht um das Barfußgehen. Es waren ja allerdings schon Ansänge in dieser Richtung da. Soviel mir bekannt, unternahm zuerst ein Berliner Verein Wanderungen mit bloßen Füßen, wie ich annehme, in Sandalen. Ob diese fortgesetzt wurden. weiß ich freilich nicht. Auch in München war es vor einigen Jahren nichts Seltenes, dann und wann einen strumpflos vorbeipassiren zu sehen, ohne daß man viel Aufhebens davon machte. Etwas früher brachte 5neipp das Barfußgehen auf, und wenn man sich einmal damit vergnügte, so war man Kneippianer", man war mit einer Etikette versehen. Das Etikett:ren ist ja überhaupt Mode. Damit ist
aber nichts gewonnen, denn mit Ka I IIIUfl3 yilL'VHHVU, lVUll 111 7V' lwesen erreicht nisn gewöhnlich wegenug; bekanntlich ist man sozusten nig sagen mundtodt, sobald man einmal w eine Kaste verwiesen. Mittlerweile kam das Varfußgehen wieder erwaö ab, und sogar die famosen Münchener Sandalen mit schräger Kappe werden meines Wissens nicht mehr hergestellt. Zu einer wirklichen Reform sind also die Anhänger unserer Sache in diesem Stück nicht durchgedrungen. Ware es aber nicht möglich, m dieser Richtung doch noch eine Bresche zu schlagen? Freilich scheint es leichter zu sein, ein Luft- und Sonnenbad zu errichten, dessen Bau und Unterhalt Summen erfordert, als die scheinbare Kleinigkeit, den strumpffreien Fuß" zu erkämpfen! Allerdings! Denn im Luftbad bewegen wir uns eben doch immer noch nur unter uns", eö ist damit noch keine Reform in die Oeffentlichkeit, in das alltägliche Leben hinausgetragen. Das aber wünschte ich! An emen solchen Anfang würde sich jedoch sicher noch mancher Fortschritt in derselben-Richtung ungezwungen anreihen. Oder irre ich mich? Daß es ein Unsinn ist. den Fuß so ängstlich zu verhüllen und die Enthüllung als unanständig zu bezeichnen, daß auch kein praktischer Grund dazu vorliegt, außer für solche. die schwere Arbeit z verrichten haben oder die speziell auf den Otternfang ausgeben, und daß endlich aus hyaienischen und ästhetischen Rücksichten die möglichste Befreiung des Fußes zu begrüßen wäre, das brauche ich wohl nicht erst hervorzuheben, und ch setze deshalb alle dies Punkte als bekannt voraus. Ich habe es ewige Zeit hindurch redlich versucht, mit gutem Beispiel voranzugehen, mußte jedoch bald einsehen, daß einer allein hier nicht durchzudringen vermag, und beschränke mich deshalb jetzt nur noch auf das Mögliche. Nur Sonntags draußen auf dem Lande, da lege ich allen Zwang beiseite, obschon eö merkwürdig genug aussieht, wenn die Dorfbewohner am Sonntag in ihrem Staate" stecken (und dabei fast so arg schwitzen, als bei ihrer Feldarbeit), und wir Städter dann in Hemdärmeln, barfüßig und barhäuptig zu ihnen hinauskommen. Daö wollen sie gar nicht verstehen und schneiden dazu ihre bald dummdreisten. bald höhnischen Gesichter. Wie schon gesagt, meine Versuche blieben ohne Nachahmung, auch kein einziaes Mitglied der Naturbeilvereine am Ort hat es gewagt, mit dem conventionellen Zwang zu brechen. Wie wäre eS aber, wenn sich in jeder Stadt auch nur wenige Lebensreformer sagen wir nur 15 oder 20 zusammenthun würden, um hier Wandel zu schaffen? Anfänglich vielleickt nur an Sonntagen würden sich diese Wackeren erdreisten, ohne Scheu und consequent mit strumpflosen Füßen zu erscheinen. Nicht gerade immer beisammen gerade dies nicht! sondern jeder für sich. Man würde sich anfangs freilich vielem Gerede aussetzen, aber nach und nach würde sich die liebe Mitwelt sicher an den Anblick gewöhnen und die Neuerung, vielleicht bälder. als man denkt, ganz praktisch und angenehm finden und gar nicht mehr anstößig! Und wenn die Erwachsenen die Bahn einmal frei gemacht, so könnten auch die Kinder zur Mithilfe herangezogen werden. Zur Avantgarde eignen sie sich schlecht, weil sie zu viel unter dem Spott der Mitschüler zu leiden haben. Es könnte dann vielleicht gehen, wie seinerzeit in dem Schweizer Wörishofen, in Affoltern am AlbiS. Dort hatte eine weife und fortschrittlich gesinnte Schulbehörde den Schulbesuch mit bloßen Füßen untersagt. Als dann aber die vielen Kurgäste barfuß herumliefen, da wurde die Bestimmung wieder aufge boben zum allgemeinen Jubel der Schuljugend. Und hätte es die All-
gemeinheit einmal begriffen, daß man wirklich auch ebensogut ohne Strümpfe existiren kann, so könnte man einen Schritt weiter gehen, sich noch etwas mehr an die Öffentlichkeit wagen; dann könnten dielleicht auch unsere Frauen mitmachen Bei solchen Versuchen müßte jedoch ein Hauptfehler, der meistens gemacht wird, vermieden werden, nämlich der Verstoß gegen das Schönheitsgefühl. Will man einmal mit einer Neuerung hervortreten, so sollte dies unbedingt in einer gefälligen Form geschehen, denn nur dann wird man durchdringen. Die nackten Füße in unschönen Sandalen steckend und mit aufgekrempelten Hosen daherstapfend das sieht freilich unschön genug aus und fordert den Spott heraus. Und mit Recht! Unsere Beinröhren oder Wadenfutterale passen eben nicht zu den Sandalen. Wenn man keine KnieHosen tragen will, so sollte man gekürzte Hosen wählen. Nicht übel wären wohl auch die bayerischen Wadenstrümpfe (nur Wadenstück ohne Fuß). diese jedoch nur zur Verzierung, nicht als Bekleidung. Auch für die Sandalen sollte eine hübsche Form gewählt werden. Daß die jetzt allgemein üblichen, halboffenen, pantoffelartigen Sandalen ein Unding sind, brauche ich wohl nicht erst zu sagen. Diese Form ist die charakterloseste Halbheit, die je aufgekommen, ganz entsprechend der Eharakterlosigkeit der Masse, die denkfaul nur im conventionellen Strome schwimmt. Der Grundbegriff der Sandale, die ein durchaus bequemes, der Fußform genau angepaßtes Schuhwerk sein soll, ist ganz übersehen. Diese Sandalen" laufen ebenso gleichmäßig spitz zu wie der Modeschuh, mit Verfluchung der charakteristischen Ausbeugung des Fußes, welche durch die Zehen gebildet wird. Und nun soll man mit Strümpfen bekleidet in diesen Dingern gehen, die nach der allgemeinen Ansicht genug Luft zulassen! Ich muß gestehen, da ziehe ich es im Sommer bei weitem vor. in einem gewöhnlichen weiten Schuh ohne Strümpfe zu gehen; denn auf diese Weise hat weit mehr Luft Zutritt zu den Füßen, als wenn dieselben, mit Socken bekleidet, in den engen sogenannten Sandalen stecken. Aus diesem Grunde trage ich bei warmer Witterung schon längst keine Sandalen mehr, wenn ich sie nicht ohne Strümpfe tragen kann. Letztere sind im Sommer unbedingt lästig und deshalb auch ungesund. Will man aber in den üblichen Halbgeschlossenen Sandalen strumpftos steinige Wege benutzen, so ist man erst recht angeführt, denn fortwährend spritzen kleine Steinchen und Sandkörner hinein, die einen nöthigen, Halt zu machen, um diese Störenfriede zu entfernen. Ganz anders in offenen Sandalen. Da stört der Sand nicht, weil er von selbst durch die Bewegung des Fußes wieder herausfällt. Doch nun die Form der Sandalen. Mr hat biö jetzt keine der vorgeschlagenen. die bei uns hergestellt werden, recht gefallen wollen, und ich möchte deshalb auf eine englische Sandale hinweisen, die hauptsächlich aus Riemen gebildet ist. Dabei läuft von der Svitze her ein vorn verbreiterter Riemen über die große Zehe weg am
Fußrücken hinauf und umfaßt einen andren, der quer über den Fuß läuft. Die Ferfe wird von einer Kappe umschlössen. So ist der Fuß vor etwaigem Anstoßen an Steine gesichert, und hinten hat er einen festen Halt. Andere Formen krssen auch die große Zehe frei, haben keine Kappe und können nur ohne Strümpfe getragen werden. Ich habe mir von der ersterwähnten Art welche machen lassen und kann versichern, daß es möglich ist, darin recht schichte Wege zu gehen und weite Märsche zu unternehmen. Eigentliche Bergtouren sind fteilich ausgeschlossen, doch handelt es sich hier auch nicht gerade darum. Also eine hübschere Form sollte sich für die Sandalen finden lassen und dazu eine bessere der Hose. Hier wäre schöpferischen Geistern Gelegenheit geboten, etwas wirklich Neues. Praktisches und hoffentlich auch Geschmackvolles zu ersinnen, und so könnte dem armen, verkannten und gequälten Fuße wieder zu seinem Rechte verhalfen werden. Der strumpflose Fuß würde vielleicht sogar salonfähig", wenigstens unter vernünftigen Menfchen. Zum strumpffreien Fußc wollen dann aber auch steife Kragen, Hemdenbrüste und Manschetten nicht mehr recht stimmen; eine Reform unten würde eine Wandlung auch nach oben rufen und eire Befreiung von allerlei Zwana anbahnen. Vorerst müßte aber einmal eine naturaemäße" Wanderkleidung geschaffen werden, die sich angenehm tragen würde und sogleich ein gefälliges Aussehen hätte eine deutsche Tracht für Wanderer! Müssen denn alle für Sportzwecke einigermaßen brauchbare Bekleidung?stücke aus England oder Amerika kommen? Und sollen wir in alle Ewigkeit dazu verdammt sein, unö durch die aedankenloö nachahmende Industrie diese allzu nüchternen und meistens auch mit herzlich wenig hygienifchem Verständniß hergestellten Gebilde einfach aufzwingen zu lassen, weil kein Deutscher den Muth hat, etwas Bessere an ihre Stelle zu setzen?
N,che ff.
Von Otto StSnoel-DieSdors. urral Der Anker wird gelichtet! aur warrend dreht die Welle sich, toch Westen ist das Aug' gerichtet. matt das Aöendroth verblich. Und ist die Sonne auch schieden. Mir zeigt den Weg der Äbendstern. Scun äelK eö fort im Landfrieden nus schnellem Schiff zur schonen Fern i Daö Lüstchen spielt, die Segel schwellen. Mich fübrt ein onädim? Gescbick. Schnell tragen mich des MeereS Welle Au dir, zu dir. mein LebenSglück. Wen man Pech hat. Humoreske von Lothar Pöttke. Es gibt Tage, an denen einem alles schief ge Das Pech beginnt . ' M ri1 i i V 9 j I oeim ÄUfneyn rmo yon aucy man eher auf, bis man Abends die Decke über die Ohren zieht. Auch dem Registrator Hieronymus Gurkensalat ergeht es heute so. Schon beim Aufstehen verfehlt er den Pantoffel und berührt mit bloßem Fuße den eiskal ten Fußboden, was bei ihm stet mindestens zwanzigmaliges Niesen zur Folge hat. Nachdem er endlich die Pantoffel entdeckt und hineingeschlüpft ist. tritt er auf die Schlafrockschnur, verliert den Pantoffel abermals und fällt der Länge nach hin, recht unsanft den Erdboden küssend. Stöhnend erhebt er sich, sucht wieder nach dem Pantoffel, wobei ihm das neue Malheur begegnet, zwischen seiner großen Zehe und dem gigantischen Stiefelknecht eine recht chmerzliche Karambolage herbeizuhren. Endlich hat er den Pantofel wieder und will nach seiner Gewohnheit aus dem Fenster schauen, wobei er in der Schlaftrunkenheit in kler Wucht mit dem Kopf gegen die ur zur Hälfte heruntergelassene Jalousie rennt. Polternd verzichtet er daher auf den Blick und eilt zur Wasserflasche, um seinen erschlafften Gaumen mit kühlendem Naß zu ererquicken. Klirr, kling, die Wasserflasche liegt am Boden, Gurkensalat hat, anstatt den Hals der Flasche, in der Zerstreutheit den Stöpsel umklammert. Auf dieses Geräusch hin erscheint Hiernonymus' rundliche Wirthin, bringt den Kaffee und läßt sich von ihrem Miether den angerichteten Schaden mit 1,30 M. ersetzen und verschwindet. Ach, der Kaffee," denkt Gurkensalat, der soll mich nach all dem Ungemach stärken." Au," brüllt er "nd speit gleichzeitig wie ein Kater. Natürlich. Die freundliche Wirthin hat den Kaffee siedendheiß in das Zimmer gebracht, und der arme Gurkensalat' verbrühte sich schwer, als er eiligst den stärkenden Lalxtrank zu sich nehmen wollte. Aber inzwischen ist es iy2 geworden; es wird Zeit, daß der Herr Registrator sich für den Gang in's Bureau rüstet. Nun schnell die Schnürstiefel her, patsch, da reiht der Senkel. Hieronymus schimpft, aber was hilft es, er muß ein neues Band einziehen, was bei seiner vor Erre gung zitternden Hand keine kleine Mühe ist. Endlich ist auch das erledigt. Er leichtert stürmt er hinaus, auf der Straße angelangt, entdeckt er, daß er sein Frühstück oben liegen gelassen hat. Also nochmals die vier Trep pen hinauf. In seinem Zimmer findet er das Frühstück nicht und brüllt dafür seine Wirthin mit einer wahren Löwenstimme an. Diese ist auf'S höchste empört. Es steckt doch in der Rocktasche!" erwidert sie gekränkt. Und thatsächlich! Da sehen beide Semmela aus besagter Tasche groß und breit hervor. Herrn Gurkensalat fehlen die Worte. Nein, so ein Pech! Er stürmt auf's neue hinunter. Selbstverständlich! Da fährt ihm die Elektrische vor der Nase wea. Er muß acht Minuten auf die nächste warten, schwießtriefend und abgehetzt kommt er in'S Bureau und wird vom Chef, der heute recht rosiger Laune zu fein scheint, ziemlich schroff angeranzt. Nun, das war Gurkensalat im Friede seines Herzens ziemlich gleichgültig, und so quittirte er die Grobheiten des Prinzipals nur mit einem Lächeln und einer Verbeugung, als wenn ihm die größten Schmeicheleien gesagt würden. Die Post, die der Hausdiener hereinbrachte, enthielt auch zwei Briefe für ihn. Den einen. der die Handschrift seiner Braut trug, öffnete er erst gar nicht, denn er traf ja doch am Abend mit ihr zusammen. D?r zweite war von seiner Tante aus Naumburg. Sie theilte ihm mit. daß sie 1 Uhr 20 Minuten auf dem Potsdamer BahnHof einträfe und 1 Uhr 40 Minuten vom AnHalter Bahnhof Weiterreise. Er möchte sich doch einstellen, denn sie würde sich freuen, ihren Neffen einmal wiederzusehen. Die gute Tante," dachte Hieronymus gerührt, erinnert sich noch mal ihres Neffen, sie will ihm gewiß nie das letzte Mal mit einem 20 M.Stück unter die Arme greifen." Kaum konnte er es abwarten, daß eö 12 Uhr schlug. Dann bestieg n die Straßenbahn nach dem AnHalter Bahnhof. Der Schaffner erschien, um zu kassiren, Hieronymus faßte w
die Tasche und zog sie len zurück. Natürlich! Er hatte wie gewöhnlich das Poetemonnaie in'S Pult gelegt und bei dem eiligen Weggange aus dem Geschüft vergessen, es herauszunehmen. 5kn der einen Tasche fand er Glück noch einen Groschen, den opferte er, um den Fahrschein dafür in Empfang zu nehmen. Die Bahn fuhr fürchterlich langsam, ungeduldig spähte der Registrator zum Fenster hinaus. Bitte die Fahrscheine." ertönte e plötzlich, ein Kontrolleur stand vor ihm. Hieronymus faßte m die Tasche, fand aber das Billet nicht. Verwirrt suchte er überall, aber daö Unglückspapier fand und fand sich nicht. Der Kontrolleur wurde ungeduldig, einige im Wagen sitzende junge Mädchen fingen an zu kichern. Hieronymus wurde roth und blaß, aber das Billett war und war verschwunden. Ich muß Sie bitten, ein neues zu lösen!" sagte streng der Kontrolleur. Em neues? Niemals, ich habe ja kein Geld bei mir." Au! Das war Herrn Gurken-
salat wider Willen entschlüpft. Das Kichern der jungen Mädchen ging in laute Heiterkeit über, Hieronymus erhob sich und verließ stolz aufgerichtet den Wagen, nicht ohne ein halblautes für die Mädchen geltendes alberne Gänfe" zwischen den Zähnen zu murmeln. Er war nicht gut zu Fuß, und so sehr er sich auch abäscherte. er erschien erst auf dem Bahnhof, als der Zug sich wieder in Bewegung setzte. Aus einem Eoup sah er noch die Haube seiner Tante und bemerkte, wie sie ihm einige Kußhände zuwarf. Dahin die 20 Mark," stöhnte der Registrator, sich auf eine Bank nieverlassend; er krampfte seine Fäuste in den Taschen, da knisterte es merkwürdig. In der Tasche war ein Loch, das er erst jetzt feststellen konnte, und der Fahrschein war in der Vertiefung des Futters wohl geborgen. Was half jetzt aller Aerger? Hieronymus mußte zum zweiten Male den Weg nach dem vom Anhalte? Bahnhof eine Stunde entfernten Geschüft unternehmen. Ganz erschöpft langte er dort an, Gott dankend, endlich im weichen Bureausessel ruhen zu können; denn der Chef kam Nachmittags vor fünf Uhr nicht wieder und verschaffte auf diese Weise dem Personal einen gefunden Mittagsschlaf. Endlich ging auch der Nachmittag dieses schweren Tages für Herrn Gurkensalat vorüber, und er eilte auf Flügeln des Omnibusses zur Uraniasäule, allwo er sein trautes Liebchen erwarten wollte. Er stand und stand, aber die Holde kam nicht in Sicht. Es mochten wohl zwei Stunden vergangen sein, da fiel ihm endlich der Brief, den er heute früh erhalten hatte, ein. Er öffnete ihn und entnahm aus dem Schreiben, daß die zukünftige Gattin wegen dringender Angelegenheit nicht kommen könne, er also nicht am gewohnten Rendezvous - Platze erscheinen möge. Den gequälten Mann konnte das in Anbetracht der vielen Leiden, die er heute schon ausgehalten hatte, nicht mehr erschüttern. Er ging nach Hause und beschloß, bei seiner Wirthin ein opulentes Abendbrot einzunehmen, daö ihn nach allem Drangsal enischäoigen sollte. Freudig klomm er die vier Treppen hinauf. Da neuer Schreck. Seine Wirthin war in's Theater gegangen und hatte den Schlüssel zur Speisekammer mitgenommen. Sollte er nochmals heruntergehen? Unter keinen Umstanden. Und so endete dieser denkwürdige Tag für Herrn Gurkensalat damit, daß er hungng iirs Bett ging. Am ersten vorbet. Der Sturm war vorüber und der Himmel hatte sich aufgehellt. Der Kapitän war Tage lang ohne Schlaf gewesen. Er stellte einm alten Jrländer ans Steuerrad und begab stch nack unten, um auszuruben. Halten Sie auf den Stern da zu", sagte er im Weggehen. Sie eyen ihn doch?" Ja, ja, Herr!" Bald darauf schlief der Kapitän und der 5irländer nickte nicht minder ein nzmiicken drebte iick das Sckiff. und als der Jrländer erwachte, sa er den Stern hinter sich. Er rannte spornstreichs nach der ajüte hinunter und pochte donnernd an die Tbür. Was giebt's?" tönte eine Stimme von drinnen. Was. es giebt?" antwortete der Jrländer. Einen neuen Stern brauche . Am ersten sind wir vorbei. Er weiß Bescheid. An einem deutschländischen Volk fest tritt ein Einbeimiscker alö schwarzbemalter Wilder" auf und verzehrt mit scharfen, fletschenden Zähnen rohe Raupen und Fische. Ein Knabe nähert stch dem Wilden". Da rief der Impresario: Geh weg, der frißt Dich!" Antwort des Kabei: Der ftißl mi nit, d isch mei 0011'"
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