Indiana Tribüne, Volume 30, Number 8, Indianapolis, Marion County, 1 September 1906 — Page 5
Jndiana Tribüne, l. September 1906
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Jlltcrurban Zeit-Tabelle.
I. N. T. System. 'I ftraft Sonntag, den 20. Mai 1916.! Züge verlassen Indianapolis. Runcie & Marion Division. awrence, Fortville, Pendleton, nderson. Aorttown, Muncie, Middlewmn, lezandria. mmnitville, Fairmount, Gas City, Jones voro und Marion. 4 00 5 06 0 7 05 00 05 10 00 11 00 11 05 12 00 33m. Bin. Bm. Bm. Bm. Vm. Vm. Bm. Vm. Mttg. 1 05 Rm. 2 00 Rm. 3 05 Rm. 4 00 Rm. 5 00 Nm. 5 05 Rm. 6 00 Rm. 7 05 Nm. 8 00 Rm. 9 06 Rm. 11 30 Nm. Limited. LoganSvort & Peru Division, armel, Noblesville, Cicero, rcadia, Uanta, Tchton, Äotomo, Galvefton. Walton, LoganSport, Miami, Bunker Hill,
Peru und Elwood. 5 00 Bm. 1 45 Nm. b 45 Vm. 3 00 Rm. 7 00 Bm. 3 45 Rm. 7 45 Vm. 5 00 N. "S 00 Vm. 5 45 Nm. 46 Bm. 7 00 Rm. '11 00 Bm. 7 45 Rm. II 46 Vm. 9 00 Nm. 1 00 Rm. 11 30 Nm.
Limited. Zug um 11.30 bendS der Jndiana. -LoganSport .Division geht nach Peru Itatt Logansport. Reue spezielle Bedienung nach Ft. Wavne. Aüge verlassen Indianapolis um 7HX) und a;00 Uhr Vormittags und 3.00 und 7:00 Uhr Nachmittags, machen die Fahrt nach Ft. Wayne in 4 Swnden und 40 Minuten. euer Zug Marion Flyer Verläßt Marion 7:55 Vormittags und 1:55 Räch, mittags ; Verläßt Indianapolis 11:00 Bor. tags und 5:00 Nachmittag ; hält blos in nderson und Alexandria an. Anschließende Linien erreichen Dayto, Dhio, Ft. Wahne. Huntington, Wabash, fontaine, Swayzee. Greentown, Hartford mit9t Montpellier, Bluffton. Winchester. Union City, GreenviSe, O., und Zwischen Rationen. Gracht, und Paffagier. Ossice Termin artezünmer. Telephon M 175. Indianapolis & Eaftern. Mied Züge für Richmond und allen Wunkten in Ohio, welche verbunden find mit ttrischen Linien, um 8:10 und 11:10 Bor. mmags, 2:10 und 5:10 Nachmittag und :10 Abends. Locale Züge für Richmond nd Zwischenftationen von 6:00 Uhr Bor. ittags an und dann jede Swnde, auSge ommen die Limited Zeit, bis 8:00 bendS tTßO Uhr Abends ausgelassen). Letzter Zug nach Greenfield um 11:30 Uhr Abends. Indianapolis & Martinsville. Erste Morgen-Car um 5:10 Uhr MorgenS. ann von 6:30 Uhr Morgens jede Stunde vi 11:30 Uhr AbendS; ausgenommen die Stunden 8:30 und 10:30 Uhr AbendS. Indianapolis Eoal Traction Co. Aüge laufen stündlich von Indianapolis ach Plainfield von 5:00 Uhr MorgenS biS 11:00 Uhr AbendS ; ausgenommen die tun den 8:00 und 10:00 Uhr Abends. Indianapolis & Nortyweftern. Züge taufen stündlich von 6:00 Uhr Mor, gens biS 9:00 Uhr AbendS. Anschluß in Lebanon für Thorntoninund.CramfordSville. Der Zug um 10:00 Uhr Abends fahrt blos biS nach Lebanon. Der Zug um 11:30 Uhr AbendS fährt biS ach Frankfort. Anschluß in Lebanon für CrawfordSville ; derselbe fährt in der Sonw tag Nacht bloS bis nach Lafayette. Limited Züge für Lafayette fahren ab um 8:10 und 11:10 Uhr Morgen, und 2:10. K:10 Nachmittags und 7:10 AbendS. Für Erawfordsville um 10:45 Vormittags und 4:26 Nachmittags. "I 4M F0R W0MEN I Water Motor WashingMachines Cor. Noble and Michigan New Phone 113 , Maas Bros. ckckckckckckckckckckckckckckckckckckckckckckckck LEO LANDO, 142 N. Pennsylvania Str. Hauptquartier für rillen ,d Operngläser mr Brillen werden nach den besten Metboden den Auge angepaßt. ztliche Augen werden schmerzlos ein eit.
Im Dunkel.
Von M. Holthaufen. Im Dunkel wohnet das Erinnern. Der helle Tag scheucht es zurück. Da bleiben rnbig wir im Innern. Und klar und sicher ist der Blick. Doch wenn, im Dämmerlicht verschwom men, Die Welt der Wirklichkeit entschwand. Ist seine Zeit der Macht gekommen, Da packt eö unS mit starcker Hand. Die Stille raunt uns in die Ohren: Es war! ES war. wird nie mehr fetnr Und alles. waS wir je verloren. Das lebt mit unS, wenn wir allein. - Mondschlöffer. Von Hans Lies. Eilig kam der junge Leutnant v. Neukirch nach Hause, warf die Mützk auf den Tisch, die Handschuhe in den Mützenboden und schnallte hastig den Säbel ab. Wisotzki!" Keine Antwort. He! Frau Pögert! Hochverehrt! Frau Pögert!" rief er auf den Flur hincms. Es blieb alleS ftill. Natürlich bei dem schönen Wetter ausqeflitzt," brummte er ärgerlich und betrachtete mihmuthig die Unordnung in seinem Zimmer. Zwei halb gepackte Koffer sperrten dik Deckel wie ein paar unschöne Kiefer auf, bereit, noch so und so viel Dinge mehr in sich aufzunehmen, als ihnen schon einverleibt waren. Alle Schubladen halb oder ganz herausgezogen, alle Stühle mit Hosen. Uniformstücken, Wäsche belegt für seine ordnungsliebende Militärseele ein geradezu fürchterlicher Anblick. Wisotzki! Himmelhund!" Er wußte, die Anstrengung seiner Lungen fruchtete nichts, doch überzeugte er sich noch durch Augenschein, daß der Himmelhund, der Bursche, wirklich nicht da war. Bett, Kleiderecke, Waschgefäß, Fußboden, alles wie geleckt. Auf dem einzigen Stuhl des Raumes der Tornister feldmarschmäßig gepackt und zugeschnallt, auf dem Mantel oben der blitzblanke Helm, an der Stuhllehne das wohlgeputzte Gewehr, nur zum Zugreifen. Der Kontrast in seinem Zimmer fiel dem jungen Offizier doppelt unangenehm auf die Seele. Es war sonst so adrett hier, geradezu mollig, namentlich Abends, nach beendetem Dienst, wenn Erna oder Lucie oder ... Es klingelte. Hat das Trampelthier auch noch den Schnepper vergessen!" Wüthend ging er öffnen, ein Dutzend Flüche auf den Lippen. Ein Briefchen, Herr Leutnant 'n Abend." Was grinste der Kerl so dämlich? Diese Postboten werden alle Tage frecher! Und ..Briefchen" sagt so'n Schlemihl! Der hat seine Sachen abzugeben und den Rand zu halten! Ohne Gegengruß warf er die Thür in's Schloß. Drinnen am Fenster öffnete er daS Briefchen. Trude schrieb, er möchte heute doch noch bestimmt ..im Geschäft" kommen; es wäre gestern so süß, aber zu kurz geWesen, viel zu kurz, und sie würde ihren zuckersüßen Bubi" doch nun ganze schreckliche vierzehn Tage nicht wiedersehen; wozu diese miserabligen Truppenübungsplätze" eigentlich erfunden wären; auch möchte er ihren kleinen Taschenspiegel mitbringen, den sie bei ihm vergessen hätte, und ganz bestimmt bis zum Lokalschluß bleiben. Bubi lächelte geschmeichelt. War sie auch nur eine ganz gewöhnliche Kellnerin, 9 kitzelt immer, sich geliebt zu wissen. Um zwei Uhr Nachts war Lokalschluß, um vier Uhr trat das Batillon zum Abmarsch an, also bestenfalls eine Stunde Schlaf, und in's Kasino und zum Zahlmeister mußte er noch, einen Pump oder einen Vorschuß 'rausquetschen, und eine Feldmütze mußte er sich eigentlich auch noch besorgen nee, Kindchen, nee! Wat nich jeht, det jeht nich! Und dieser Schweinekerl, dieser Wisotzki! Kommt noch immer nicht weiterpacken, und um acht Uhr müssen die Sachen spätestens bei der Compagnie sein, sonst gibt's morgen gleich beim Antreten einen Mordsanschnauzer. Nervös strich er sich über die feuchte Stirn und streifte mit einem fassungslosen Blick das Chaos in seinem Zimmer. Himmelkreuzbombenschockschwere s Er vollendete nicht. Er hörte draußen am Schlüsselloch herumkratzen. Das konnte Niemand anders sein als der Himmelhund, das Trampelthier, der Schweinekerl Wisotzki, fein Bursche und Mädchen für alles! Bubi stellte ch in Positur, jeder Zoll geschwollen, furchtbar, vernichtend. Der sollte erfahren, was es heißt, seinen Leutnant so infam im Stich zu lassen. Der Bursche trat herein, ein kleines. längliches Packet in der Linken, ein größeres, rundes in der Rechten. De Handschuh, Herr Leitnant." Wisotzki stand stramm und hob das kleine längliche Packet in die Höhe. Hab' warten müssen, se waren nich fertig. Un 'ne Feldmitz " Das Mädchen für alles zeigte die große runde Tüte vor hab' ich auch gleich mitgebracht." Leutnant v. Neukirch wollte loi
wettern, wie er in seinen 21 Jahren noch nicht gewettert hatte. Angesichts der unerwarteten Feldmütze sänftigte sich sein Zorn. Und die Packerei, du Esel!" war alles, was er noch an Galle zusammenbringen konnte. Was wir nich haben, Zönnen wtr nich vacken," antwortete Wisotzki und machte sich seelenruhig an den großeren der beiden Koffer. Das wir" und die Pomadigkeit des Burscher. schvckirten den Herrn Leutnant doch mächtig. Und der Kammerunteroffizier!" schrie er, der kann auch nicht packen, was er nicht hat, Dussel, dreidammlicher!" Werden in der halben Stund noch zwanzigmal fertig. Herr Leiuant brauchen nu blos zu befehlen," sagte der Dreidammliche gelassen, als hätten seine ziemlich Zeräumigen Ohren nichts Besonderes vernommen. Nur gute Menschen schimpfen gut, dachte er. und sein Leutnant wäre sogar der beste Mensch von der Welt gewesen, wenn er nur etwas mehr Geld gehabt hätte. Die Koffer wurden in der That rechtzeitig fertig und Bibi unternahm sogleich seine Pumpreise. Der Zahlmeister hatte ein verstocktes Gemüth, aber bei einem Kameraden gelang's, eine Doppelkrone loszueisen. Bubi war heilfroh, gab Wisotzki das verauslagte Mützengeld zurück, stürmte zu Trude und war morgens vier Uhr, als das Bataillon zu einem 30-Kilometemarsch antrat, im glücklichen Besitz von sechs Mark fllnfzig Pfennigen. Auf dem Truppenübungsplatz war es vor Langeweile bald kaum zum Aushalten. Die Bezeichnung miserabiig" war noch viel zu schmeichelhaft. Bubi vermißte nicht weniger als alles, natürlich auch das Kleingeld, das dazu erforderlich war, um für den Stumpfsinn draußen herum im Kasino Entschädigung zu suchen, im perlenden Sekt und im erregenden Spiel. Bon der Commandozulage. die mit dem Truppenübungsplatz verbunden war, drei stolze Mark pro Tag , hatte er seinen Pump beglichen und danach nur gerade soviel übrig, um die laufenden und nöthigsten Ausgaben an Essen und Trinken zu leisten. Nur eines vermißte er nicht: seinen Burschen, den Himmelhund, den unverqleichlichen Wisotzki. Er war in dieser kritischrn Zeit in der That unvergleichlich. Bubi hätte beim ersten Anblick seines Barackenzimmers umfallen mögen. So was Nüchternes, Unfreundliches, Commissiges von Einrichtung hatte er sick nicht träumen lassen. Wisotzki sorgte durch peinlichste Ordnung und Sauberkeit dafür, daß in diesen echt preußischen Stil" ein Schimmer von Behaglichkeit kaur. Aber was half das alles. Acht Tage waren erst herum, die bessere Hälfte" stand noch bevor, schwerer an Dienst, unerträglicher anStumpfsinn. Dts Eintreffen des Commandirenden Generals brachte den jüngsten Offizieren etwas neugierige Abwechselung, den älteren doppeltes Albdrücken. Nach der ersten Besichtigung im Gelände, die sechs Stunden dauerte, schimpfte man durch alle Chargen gleichmäßig. Und nun stand ein fürchterlicher Sonntag vor der Thür, wo man sich nicht mal über den elenden Commiß Lgern konnte und vor Langerweile hätte direkt in die Grube fahren mögen. Bis um Mittag wurde geschlafen, dann erhob man sich, an allen Gliedern zerschlagen, von den harten Lagern. Mindestens eine Stunde wurde angezogen, weiße Hosen, wer sie hatte, Litewka, Schnurrbartbinde, auch wer sie nicht brauchte, Nägelfeilen, alles tip top. Dann der entsetzliche Nach--mittag, bis endlich um sieben Uhr die gemeinsame Tafel stattfand, und dann der noch entsetzlichere Abend, nicht einmal Regimentsmustk, da die irgendwo außerhalb ein Concert gab Himmelelement, Abwechselung! Es war nicht Bubis Seele allein, die danach schrie. Aber was, wie, wo? Neben dem Lager stand ein kleines Städtchen, eines der elendesten Provinznester, voll von Kühen und Kindern. Bubi wußte, es waren da zwei oder drei Kneipen, eine sogar mit Damen" - Bedienung, aber bis 10 Uhr Abend waren die von Soldaten undUnteroffizieren überschwemmt und nach 10 Uhr hatte an Alltagen Niemand mehr Lust, sich herumzutreiben. Aber heute war Sonntag, irgend einen lohnenden Spaziergang gab es nicht, ein Ausflug zu Wagen war zu theuer, wo sollte man hin, Exerzierplatz, Lager und Kasino. Bubi, wohlausgeruht wie er war, platzte geradezu vor Thatendrang. Wisotzki!" Herr Leitnant!" Du warst doch gestern Abend in der Stadt. Was ist da eigentlich los?" Der Bursche sah seinen Herrn und Gebieter ziemlich verständnißlos an. Ich meine, da gibt es doch verfchiedene Lokale." Wisotzki's Gesicht nahm einen fast blödwitzigen Ausdruck an. Hatte er was verbrochen Bischen molum war er ja gewesen, eine Holzerei hatte es auch gegeben, aber er war dabei nicht betheiligt und pünktlich zu Hause gewesen. EinS sogar mit weiblicher Bedienung. wie mir gesagt wurde." forschte Bubi weitn.
Na, wenn de? Leitnant befehlen " Raus mit der Sprache, HimmelHund!" rief Bubi wüthend. Na, die weibliche Bedienung poussirt mit zwei Dutzend auf einmal und meist Vierzig es se auch." Und fönst?" Im Goldenen Löwen, da is's noch am besten. Da is 'n Garten und da gibt's Krebse " Krebse? Jetzt schon?" Ja. ganz schöne große, die Herren Einjährigen haben viel gegessen, und da is auch so'n Dina. so mit'm Blechtrichter, das so Mustk macht und gedreht wird. Und das spielt auch das Lied, wo das Lied, wo das " Was für ein Lied?" Wenn der Herr Leitnant befehlen, das Lied, wo das Freilein zu Hause immer singt, vom Mond und von Schlössern und vom lieben Schatz " Elender! Und du sagst das erst jetzt?" Bubi wäre dem Burschen am liebsten an die Gurgel gesprungen. Natürlich meinte er es nicht so schlimm. Im Gegentheil. Es ist eigenthümlich, was für Freude unter Umständen die lächerlichsten Kleinigkeiten machen können. Bubi war überglücklich. Schlöffer, die im Monde liegen, Bringen Kummer, liebster Schatz, Dich im vollen Glück zu wiegen, Hast du auf der Erde Platz." Wie oft hatte er das von Trude gehört! Die Melodie ging ihm nicht mehr aus dem Kopf, und die Erinnerung an seine Trude" erfüllte ihn mit einem um so lebhafteren Freudentaumel. als seine ganze Leistung ihr gegenüber bisher in einer stupiden Ansichtskarte bestanden hatte. So unglaublich kann man in ein paar Tagen versimpeln! Bubi war wüthend und fröhlich zugleich. Das Lied mußte er von dem Phonographen hören und Krebse mußte er auch essen, koste es, was es wolle. Der Vorsicht halber machte er Kasse. Drei Mark 60 Reichspfennige war sein augenblickliches Vermögen. Also hübsch solide im Kasino, dann ein paar Kameraden überredet, und so gegen 10 Uhr Abends losgezogen mit so elastischen Schritten war Bubi noch nie durch die holperige Lagerstraße bis an das andere Ende gegangen wo der große Bau des Offizierkasinos mit stolzer Gebärde auf die kleinen Baracken niedersah und die lustig im Wind flatternde Fahne anzeigte, daß Seine Ercellenz der Herr Kommandirende General" sich die Ehre gab, zu den Mitbewohnern deses miserabligen" TruppenÜbungsplatzes zu zählen. Natürlich waren ein paar Busenfreunde Bubis mit von der Partie und als es endlich Neun geschlagen hatte? machte man sich, vier Mann hoch, sachte und erwartungsvoll auf die Strümpfe. Na, sehr verlockend schaute der Goldene Löwe" gerade nicht aus. Der Garten war noch gestopft voll von Uniformen, und daS kleine verräucherte Haus schien schon halbtodt dazuliegen. Das Quartett zögerte, die Schwelle zu übertreten, aber Krebse und Schlösser, die im Monde liegen, das gab jBubi schließlich doch den Muth, mit einem Satz die paar Stufen hinaufzuspringen und den Leithammel zu machen. Drinnen fand man ein ganz passables kleines Zimmer, der Wirth komplimentirte einige Unteroffiziere hinaus, der Stift deckte ein reines Tischtuch auf, Bier und Krebse wurden bestellt und dann löste sich die immerhin beklommene Stimmung, sobald man allein war, zunächst mal in ein homerisches Gelächter aus. Na und der Jraph", Bubi?" ulkte einer der jungen Dachse, der sich durch einen hervorragend schönen Scheitel bis in den Nacken und glänzend weiße Zähne auszeichnete. Wo steckt das Unthier?" Scheint auch im Mond zu liegen," meinte der lange semmelblonde Bendorf. Erst Futter, dann Musik," beschied sie Bubi, obwohl er vor ErWartung zitterte, einen Ton von dem Unthier zu vernehmen, von dem hier im Zimmer und im Garten nichts zu entdecken war. Die Krebse und das Bier kamen, und man machte sich gleich Heißhungerigen über die ziegelrothen Schalenviecher her. Anfang Mai ist das ja ein besonderer Leckerbissen. Die Thoraxe und Scheeren krachten, und Bubi wollte gerade ein exquisites Schwanzstück in den Mund bugsiren, als er plötzlich die Hände sinken ließ, auch die anderen hörten wie auf Kommando mit Knacken und Kauen auf: durch den Radau nebenan und im Garten hörte man ganz deutlich ein eigenthümlich wie aus einem Bauch geschmettertes Musikstück mit allerlei reibenden, heiseren Nebengerauschen: der Phonograph! Hört ihr, Kinder?" Bubi war ganz Ohr, ganz Erwar-. tung, ganz weg. Waren's auch nicht die Mondschlösser, so war es doch ein flotter Marsch, den man nebenan kräftig applaudirte, und vor allem die Gewißheit, daß der köstliche Apparat da war und funktionirte, ohne daß man eine vielleicht blamable Frage nach ihm hatte thun brauchen. Freilich gab'S nun noch eine harte Geduldsprobe. Die Gesellschaft nebenan amüsirte sich offenbar Herrlich mit dem ulkigen Instrument, viel
zu herrlich für die Ungeduld der vier Harrende und insonderheit AubiS, und als der Stift wieder einmal kam, um eine frische Lage zu bringen, schnarrte ihn der Mann mit dem tadellosen Scheitel im schneidigsten Leutnantston an: Sagen Sie m deiner, kann man das Ding da nicht auch mal haben?" Zu dienen, Herr Leutnant, gewiß, sofort!" Sogleich erschien der Wirth und stellte einen kleinen Tisch in's Zimmer. der Stift schleppte einen ganzen Stapel schwarzer, runder Notenblätter" herum, und dann kam der Apparat selbst, mit der Walze und dem großen Blechtrichter, der Phonograph in Lebensgröße. Zerren b rauchen stimmen, Fritz dreht." Und nun ging's an's Aussuchen, als ginge es um Leben und Seligkeit. " Erst 'n Marsch," meinte Bendorf. Hier, der alte Dessauer." Nein, hier: die Parade". Kinder, Kinder!" rief Bubi wie im siebenten Himmel, ich hab's, ich hab's!" Und dabei drückte er eine der schwarzen, steifen, löcherigen Scheiben wie einen Talisman so entzückt an seine junge Heldenbrust, daß Fritz, der Stift, sich erlaubte, ganz indiskret in seiner Ecke zu lächeln. Natürlich konnte nur eins nach dem anderen gespielt werden, aber endlich kamen auch die Mondschlösser heran, und die junge Leutnantsgesellschaft war einstimmig der Ansicht, daß das bisher das schönste gewesen sei. Bubi war so begeistert, daß er gleich sechs Ansichtspostkarten auf einmal bestellte und an Trude, Lene, Erna, Lotte, Jeanette und Grete je einen feurigen Erguß vom Stapel ließ. Es ging schon stark auf Zwölf. Nebenan und draußen war es nach und nach stiller geworden; hier drinnen herrschte Leben und Freude, der Phonograph schnurrte unermüdlich und Fritz, der Stift, war ebenso unermüdlich, immer neue Platten aufzulegen immer neues Bier heranzuschleppen und immer wieder die Mondschlösser abzuleiern. . Es war auch ein zu einziger Genuß. Opernstellen, Lieder, Couplets, Märsche, alles war da; Sachen, mit denen jeder irgend eine Vorstellung, ein Erlebniß, eine Erinnerung verknüpfte, hörte man in dieser tröstlosen Einöde, man trank, und sang die Melodien mit, man fühlte sich wie durch Feenhände aus dem gräulichen Kommiß-Alltag emporgehoben, und man machte ganz respektablen Radau und kommandirte Fritz wie einen Rekruten, mit einem Wort: man war
glücklich wie schon lange nicht. Aber alles Glück hatte ein Ende. Um 1 Uhr Nachts erschien der Wirth auf der Bildfläche und gebot höflich aber bestimmt Feierabend. Man parlamentirte noch etwas, dann hieß es zahlen!" Was man 'rausbekam, blieb auf dem Tisch liegen. Hier. Fritze, koof dir 'n Ritetrschloß, aber keens im Mond!" Man lachte und stülpte sich die Mützen auf's Ohr und wollte heiter und friedlich zur wohlverdienten Ruhe gehen. Und der Phonograph, meine Herren?" . Famoses Ding!" lachte der tadellos Gescheitelte, jarnich erwartet! Kommen morjen wieder!" Fritz, wieviel Platten haben die Herren gespielt?" beharrte der dicke Wirth. Achtundvierzig," sagte die kleine Bestie und log mindestens ein Dutzend dazu. Macht 9 Mark 60," erklärte der Wirth. Pro Platte und Walze 20 Pfennig." Die vier Leutnants waren im Augenblick ernüchtert, Bubi war geradezu entsetzt. Er hatte keinen Pfennig mehr in der Tasche. Man hatte allgemein geglaubt, der Apparat stände den Gästen kostenlos zur Verfügung. Na. das war ein Irrthum und die Verlegenheitspause glücklicherweise ziemlich kurz. Der lange Bendorf griff in die Tasche und warf mit unvergleichlicher Nonchalance ein Zehnmarkstück auf den Tisch des Hauses. Der Rest zum Einölen des Apparates, Herr Wirth." sagte der Semmelblonde und machte eine steife, ironische Verbeugung, der sich die anderen sofort anschlössen und dann schwatzend und lachend hinauszogen. So'n Ruppsack," meinte )er Vierte draußen. Ach was,"' erklärte der tadellos Gescheitelte, Bendorf kriegt nach seinem Tode ein Monument aus weißem Marmor mit einer schönen Lyra drin, und damit basta!" ..Dann seid ihr die Leidtragenden, jetzt bin ich's," antwortete er komisch verzweifelt. Na, Kinder, "lachte Bubi, wer weiß, was uns noch alles bescheert ist. Und wenn die Schlösser im Mond und Goldenen Löwen" auch Kummer bringen, schön war's doch, und das ist im Leben allemal die Hauptsache!" EinPhänomen. Ich kann Ihnen gar nicht sagen, wie gespannt ich auf das erste Alpenglühen bin!" Da werden Sie auch ihr blaues Wunder sehen, Fräulein!"
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