Indiana Tribüne, Volume 30, Number 8, Indianapolis, Marion County, 1 September 1906 — Page 1

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Vrschetnt feven Nachmittag. Jahrgang 30. " Indianapolis, Ind., Samstag, 1. September 1906. No. 8. . ' ' ; 1 " : """" " 1 """"

Fabrikgebäude abgebrannt Großer Schaden an Maschinen und Eigenthum. Ein Feuer, welches kurz nach 6.30 Uhr Samftag früh im Gedüude der Eureka Refrigirator Eo.. Temple Ave. und Nowland ausbrach, äscherte die ge sammte Anlage ein, einen auf etwa $60,000 geschützten Verlust verursachend. Das Feuer entstand dadurch, daß eine Fackel, die der Engenieur Burt Hossman beim Oelen seiner Maschinerie trig, in die Bodenöffnung, in welcher das große Schwungrad lauft, hinein fiel und das Oel'in derselben in Brand setzte. Sofort schlugen die Flammen auf und ehe man ftch der Gefahr recht bewußt war, stand bereits der im Keller belegene Maschinenraum in Brand. Die zur Zeit anwesenden Angestellten der Fabrik formirten eine Eimerbrigade, konnten aber gegen die Flammen, welche mit immer größerer Wuth um sich griffen, nicht ankämpfen, so daß bald dieser Theil der Fabrik ein Flam. menmeer war. Inzwischen waren die ersten Feuer wehrleute zur Stelle gelangt, doch war es bald ersichtlich daß das ganze Ge büude rettungslos verloren war. Feuerwehrleute erbrachen die Office und brachten die Bücher und Officein richiungen hinaus, der große eiserne Geldschrank aber fiel durch den brennen den Fußboden in den Keller. Gleich beim Eintreffen dea Feuer wehr wurde ein zweiter Alarm abge geben, doch ließ sich zur Rettung der Anlagen nur wenig thun und das ganze Innere des großen Fabrikgebäudes wurde ein Raub der Flammen. Die Hitze des Feuers war zeitweise so groß, daß eS völlig unmöglich war sich dem Feuerherde zu nähern. Bezüglich der Pläne der Companie für die Zukunft läßt ftch zur Zeit wenig sagen, da erst nach Durchficht der mit dem Geldschranke im Keller liegenden Papiere, genauere Information zu er halten sein werden. Die Companie be schüftigt über 60 Leute.

Kleine Diebftahle. EmeryAlbertson von Brigde Port. Ind., meldete gestern der hiesigen Polizei, daß ihm in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag 100 junge Hühner von der Plymouth Rock Raffe gestohlen worden find. Er ersucht die Polizei nach den Hühnern Ausschau zu halten, da er vermuthet, daß dieselben auf den hiefigen Markt gebracht wor den find. John F o r s e e, 830 Arbor Ave., beklagt den Verlust eines Federbetts. Dasselbe wurde ihm am letzten Freitag auS seinem Stalle gestohlen. Bnudschnh. In der gestrigen Versammlung des Bundschuh kamen während deS geschüft, lichen Theiles der Sitzung ausfchließ lich trockene Routinegeschüfte zur Ver Handlung. Den Vorfitz in der Nach feier, welche deS Wechselreichen genü gend bot. führte Dr. Otto Doeppermann. Daß der Bundschuh, der zwar über eine UnterftützungSkaffe verfügt, aber die Geselligkeit zur Hauptfrage macht, über gute Singkrüste verfügt, wurde in zufriedenstellender Weise oe monftirt. David Prichett. 203 Good Ave., wurde von den Radlerpoliziften Mullin und Hall unter DiebftahlSan klage verhaftet. Louis E t h e r au New Au gufta. Ind.. ein Milchhandle, wird fich gegen die Anklage, minderwerthtge Milch verkaust zu haben, verantworten müffen. W i l l i e Zimmer auS Eleve. land, O., Fred McDonald, der angeb lich keine Heimath hat, und John Reed US LouiSville, Ky., wurden von den DetectivS Kinney und Morgan ver haftet. Gegen Reed wurde die Anklage deS Diebftahl? erhoben. Er soll einer hiesigen Zeitung Exemplare ihrer AuS gäbe entwendet haben.

Ehrlich währt am längsten.

Leichtsinnige Handlungen haben schwere Folgen. Georg Möller von No. 428 Süd DelowareStraße, ein Metallpolirer in Diensten der Armstrong Surgical Co., wurde gestern von den DetectivS Gerber und Larsh verhaftet und unter die An klage deS GroßdiebfiahlS gestellt. Möller ist beschuldigt, seinen Arbeit, gebern während der Zeit seines Dien fteS, so nach und nach, Apparate und Gerüthe im Werthe von annühernd $200 gestohlen zu haben. Er ver. suchte, laut Angaben der Polizei, die. selben zu verkaufen, und wurde von den DetectivS angeblich dabei angetroffen, als er mit einer ganzen Handtasche voller Instrumente im Sprechzimmer eines Arztes erschien und dieselben dort anbot. Nach Aussagen von Sapitün Bray soll Möller die Diebstühle eingestanden haben, doch scheint er fich der Schwere seines Verbrechens, da er die Sachen nur einzeln nahm, anscheinend gar nicht recht bewußt. Verfehlte Speknlatio. Ed. Newton, 623 Süd Missouri Str., wurde gestern Abend vom Hu manitüts'Beamten Al. Smith verhaf tet und die Anklage des KleindiebftahlS wurde gegen ihn erhoben. Emith hatte am Vormittage ein alteS Pferd condemnirt, hatte dem Besitzer aber er laubt. seinen Wagen zuerst nach Hause zn fahren, hatte demselben ader die Verpflichtung auferlegt, daS Pferd dann zur Station zu bringen, damit dasselbe beseitigt werde. Der Besitzer soll das Pferd dem Newton übergeben haben, damit derselbe dieses in der Station abliefere. Anstatt nun diesen Auftrag auszuführen, soll Newton da? Pferd einem Händler verkauft haben. Smith, der das Pferd dort sah und sofort wieder erkannte, stellte R-cherchen an und Newton wurde verhaftet. Blutige Familiea-Fehtze, Mit einer klaffenden Wunde über dem rechten Auge wurde letzte Nacht kurz vor 12 Uhr Robert F. Dosfitt, 302 Marion Ave., zum DiSpensarium gebracht, von wo er, nachdem er ver bunden morden war, nach Nummer Sicher abgeführt wurde. Dosfitt kam gestern in betrunkenem Zustande nach Hause und fing Händel mit seiner Ehe Hälfte an. Sein Schwager Leo Stan ley der im Nebenhause, 804 Marion Ave. wohnt, hörte die rauhen Worte des Betrunkenen und suchte ihn, indem er seiner Schwägerin beiftand, zu be schwichtigen; durch diese Einmischung entstand ein Wortftreit zwischen den Männern, welcher zu Thätlichkeiten ausartete, in deren Verlauf Stanley seinem Schwager Dosfitt einen Schlag beibrachte, welcher die oben erwähnte Folge hatte. Die Beamten Dillon und McKinney, welche zufällig in der Nähe waren. schlichteten den Streit und stellten die Ruhe wieder her. indem fte die streiten den Schwäger in separate Zellen der Polizeiftation unterbrachten. Stanley wurde wegen Schlägerei angeklagt und Dosfitt wegen Trunkenheit und Ruhe ftörung urretirt. Nabekannter Arbeiter vernglnckt. Beim Neubau der Laycock Manusac turing Eo. an der Lafayette und 10. Straße stürzte gestern Nachmittag einer der dort beschäftigten Arbeiter von einer Platform im zweiten Stockwerke in den Keller hinab. Der Unglückliche fiel auf den Kopf und blieb in befln nungSlosem Zustande liegen. Da er erst einige Tage dort in Dien ften stand, war sein Name keinem der Beamten und Mitarbeitern bekannt und er wurde nach dem Hospital beföt dert. Sein Zustand ist besorgnißer regend und bis heute früh hatte der Verunglückte das Bewußtsein noch nicht wieder erlangt.

Luftige Tage

Verleiten Farmer zu dummen Streichen. Einige recht angenehme Tage scheint der aus Summittville stammende junge Farmer Elarence Campbell fich wäh rend der Zeit seiner Anwesendett in In dianapoliS verschafft zu haben. Der endgültige AuSgang der EScapaden scheint dem Manne aber recht ansehn liche Kopfzerbrechen zu verursachen. In Begleitung seines Advokaten erschien Campbell, der übrigens vor einigen Tageu bereits verhaftet war, in der Polizeiftation. um fich mit Hilfe der Polizei in den Besitz einiger Diamau tenschmuckftücke zu setzen, die er einer Dulcinea verehrt hatte, welche mit ihm zugleich eingelocht war, und die natür lich diese Sachen dem Polizeiclerk hatte übergeben müffen. In dem vom Poli zeichef angestellten Verhöre ergab es ftch, daß Campbell dem Mädchen die Sachen übergab und daß er folglich sein Eigen thumörecht auf dieselben aufgab. Chef Metzger bedeutete dem Farmer, daß er seine Rechte im Gericht anhängig ma chen könne, daß aber die Polizei, da kein direkter Diedftahl nachzuweisen sei, in der Sache keine Jurisdiktion besitze. Es ergab fich übrigens während des Ver hörs, daß Campbell noch andere Ge schenke austheilte und daß er z. B. einer anderen Schönen $100 schenkte, damit fich dieselbe gleichfallöeinen Dia mantring kaufe. Mittel Ambulanz zur PolizeiStation. Seine eigene Verhaftung, besorgte gestern Walter Jacobs, ein Reisender aus St. Louis, der beim Bahnhofe von einem ausfahrenden Zuge fiel, fich das Geficht abschrammte und dann, als er das Blut gewahrte, für das Herbei schaffen der Ambulanz sorgte. Jacobs hatte augenscheinlich mit den hiefigen Berhältniffen nicht gerechnet und hatte keine Ahnung, daß Dispensarium und Polizeiftation in demselben Gebäuoe find. Während der Fahrt ergab es fich nämlich, daß Jacobs ur geheuer ge laden hatte und zwar in solchem Maße, daß eS nicht rathsam erschien, ihn in seinem Zustande zu entlassen. Er wurde deshalb eingelocht und Anklage der Trunkenheit gegen ihn erhoben. Erhält da Gnadenbrot. Eine vom HumanitütSbeamten Al. Smith beantwortete Aufforderung. welche ihn zur Wohnung des 2825 Brookfide Ade. wohnhaften Herrn I. H. Heffner rief, erwies fich als völlig unbegründet, lieferte aber den Beweis, daß eS in diesem Lande noch Leute giebt, welche selbst einem Thiere, nach dem dasselbe seine Dienste in jüngeren Jahren treu erfüllte, daS Gnadenbrot nicht verweigern. Herr Heffner besitzt nämlich ein altes Familienpferd, wel cheS. nachdem eS jetzt 32 Jahre alt ge worden, natürlich keine Dienste mehr leisten kann, welches aber trotz alledem mit eingeweichtem Brot und anderen leicht zu beißenden Sachen gefüttert wird. Wer der Mann war, der die Unter suchung veranlaßte, ließ fich nicht er Mitteln. Die Untersuchung ergab, daß das alte Zihier nur noch dazu benutzt wurde, im langsamen Tempo nach der Bückerei zu fahren, um sein Brot zu holen, und eö ergab fich, daß dieser Weg nur auS dem Grunde zurückgelegt wurde, um dem alten Thiere einige Bewegung in frischer Luft zu vergön nen. Sitzung der Sicherheits -Behörde. In dem gestrigen Verhör deS Feuer wehr mannes Grady und deS Leutnants Samuel Dorsey, welche von dem Chef der Feuerwehr wegen Nachlässigkeit im Dienst bei der Behörde angeklagt waren, wurden beide des Vergehens schul dig befunden. Grady wurde auf 2 Tage und Dorsey auf 3 Tagen vom Dienst fuöpendirt. Heute bend TurtelSuppe im Taubenschlag. Jacob Schulmeyer.

. o. n. W.

Hebt ihre Grohloge in Jndiana auf. Wie gemeldet wird, ist an die einzel nen Logen des alten Orden der Ver einigten Arbeiter die Nachricht gesandt, daß die Großloge von Jndiana nach dem 1. September nicht mehr bestehen wird, und daß die kleineren Logen im Staate ebenfalls aufgegeben erden sollen. DaS Gleiche soll in allen an deren Theilen des Landes geschehen. Der Orden ist einer der ältesten Unter ftützungg Organisationen im ganzen Lande, indem derselbe vor beinahe vier zig Jahren gegründet wurde. Die Organisation hat eine große Mitglie derzahl in allen größeren Städten auf zuweisen. Der Beschluß kommt als eine große Ueberraschung und wurde lediglich gefaßt, um alle Ausgaben auf ein Minimum zu reduziren. Von nun an giebt es keine Auslagen mehr für die Unterhaltung einer Großloge, und keine weiteren Beitrüge für kleinere Lo gen, fondern die Mitglieder schicken ihre monatlichen Beiträge an den SupremSchatzmeister H. B. Dickinson nach Buffalo. Die per capita Steuer ist von 25 Cents monatlich auf 17 Cents rednzirt worden. Die höheren Beam ten des Ordens glauben, daS die neue Ordnung eine Ersparniß von Taufen den mit fich bringen, uno daß die AuS lagen ganz bedeutend reduzirt werden. Die neuen Regulationen stellen den Or den auf eine gleiche BafiS mit den re gulären LebenSverficherungS Gesell schuften. Einbruch. Mit leeren Händen abgegangen. Durch Ausschneiden eines Fliegen fenfterS verschafften fich in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag Lang finger Eingang in die Wohnung von M. L. Day, 310 West Nord Straße. Dieselben richteten eine große Unord nung in den Zimmern des HauseS an, verschmähten aber merkwürdiger Weise jegliche Beute. Denn eine Unter suchung ergab, daß nichts genommen worden war. Wahrscheinlich verfehl ten sie. die richtigen Gegenstände zu finden, und zogen vor, mit leeren Hän den abzuziehen, um an einem anderen Platze ihr Glück zu versuchen. Nachbarn wollen gesehen haben, wie zwei Schwarze das Haus verlaffen ha den. Die Polizei ist eifrig bemüht, die Gauner zu erwischen, bevor sie mehr Unheil anrichten. i . Eine Detictiv.Geschichte. Charly Sheets, ein hiesiger Geheim Polizist, der an der New York, nahe der AlabamaStraße, wohnt, hatte in CharleSton, Jll., mit Räubern einige Erfahrungen, die ihm noch lange im Gedächtnisse bleiben werden. Der Mayor genannter Stadt wandte fich an eine hiesige Agentur um Hilfe, da in letzter Zeit viele Ueberfälle und Einbrüche verübt wurden und feine Polizeiforce augenscheinlich nicht im Stande sei, den Burschen das Hand erk zu legen. Sheets erhielt den Auftrag, die Sache zu übernehmen. Als Bummler verkleidet, langte er als blinder Passagier eines Frachtzuges dort an, und es gelang ihm in seiner Verkleidung, fich mit dem gesetzlosen Elemente der Stadt bekannt zu ma chen. Er wurde beauftragt, an einem Ueberfalle theilzunehmen, weigerte fich aber, da ihm die Sache zu gering war, worauf dann ein Plan vereinbart wurde, einen Geldschrank zu sprengen. Sheets, der die Polizei benachrichtigt hatte, betheiligte ftch an der Affaire, und während der Arbeit wurde dann die ganze Bande überrumpelt und fest, genommen. Er mußte aber aus der Stadt entfliehen, um den Spießgesellen der Bande zu entgehen. Das StaatS'Comite der Republikaner wird am kommenden Mittwoch Nachmittag . in Sitzung treten Die Vorarbeiten der Campagne sollen in Angriff genommen werden.

Aus dc Gerichten.

Polizeigericht. Ein verunglückter Rechts gelehrter. Einige erheiternde Momente im Po llizeigericht lieferte Michael Traugott, ein Wirth von 604 Süd Illinois Str., der unter Anklage des thätlichen An griffe? fich zu verantworten hatte. Während Richter Whallon nämlich mit der Verhandlung eines anderen Falle beschäftigt war, stand Traugott plötzlich auf und hielt dem Richter eine Ansprache, in welcher er demselben daS Gesetz und die Rechte eines Bürgers unter demselben klarlegte. Richter Whallon, der anscheinend in Trau gott'S Rechtsfähigkeiten kein großes Vertrauen hatte, ließ denselben aus dem Gerichtssaale entfernen und unter Anklage der Trunkenheit stellen. Trau gott'S Argumente hatten augenscheinlich ihre Wirkung völlig verfehlt. Wurden verurtheilt. Die auf gestern Nachmittag angesetzte Verhandlung des Fred. Heier Falles nahm einen für die Angeklagten un günstigen Verlauf. Nach längerem Zeugenverhöre, in welchem eine Anzahl Polizisten auf den Stand gerufen wur den. um ihr Erfahrungen bezüglich Heier's Wirthschaft kund zu geben, entschied Richter Whallon zu Ungunften der Angeklagten. Heier wurde mit $100 und Kosten bestraft. Alle Besucher des LokaleS, mit Ausnahme von Marion I. Thornberg, den der Richter entließ, erhielten 110 nebst Kosten. Bürgschaft wurde von Allen gestellt. Martin Hole, der neulich verhaftete Aufwürter in einer Erfri schungSBude beim Riverfide Park, wurde im Polizeigericht mit 110 nebst Kosten und mit $20 nebst Kosten be straft. Joseph Finkelftein, un ter Anklage deS thätlichen Angriffs, wurde zu 10 nebst Kosten verdonnert. Er legte Berufung ein. L e e H o u st o n , der fich öffent lich in ungeziemender Weife betrug, er hielt außer einer Strafe von $50 nebst Kosten noch 30 Taze Haft aufgebrannt. Lawrence Bradley, der auf den Polizisten William Morgan schoß, wird später zum Verhöre gelan gen. ; Richter Whallon erhöhte seine Bürgschaft von 500 auf 82500. Jugendgericht. Daniel Caß, 12 Jahre alt, von Cumberland, Ind., der fich wegen GroßdiebfiahlS zu verantworten hatte, wurde schuldig befunden und nach der Jndiana Knabenschule in Plainfield gesandt. Dem Ehepaar LouiS KnauS wurde gestern von Richter StuhbS die Obhut der drei Kinder, welche aus der Ehe entsprossen find, entzogen. Dieselben wurden in dem Guardian Home unter gebracht. Der Richter begründete seine Handlungsweise mit dem unmorali schen Lebenswandel des Gatten. Scheidungsklagen. Martha Ann Reed verklagte ihren Gatten Jofiah Reed auf Scheidung. Der Bund wurde im September 1883 geschlossen und die Eheleute lebten bis zum Mai 1906 zusammen. Der Ehe ist ein Kind entsprossen. Der Klage gründ ist Pflichtvernachlüsfigung. Sie fordert die Obhut des Kindes. Mary Zellenger strengte gegen ihren Gatten John W. Zellenger eine Klage auf Scheidung an. Die Ehe wurde am 12. Oktober 1899 geschlossen uud Paar lebte bis zum 1. Mai 1902 zu sammen. Grausame Behandlung und Pflichtvernachlüsstgung sind die Gründe der Klage. Sie fordert ihren Müd chennamen Mary Bright wieder führen zu dürfen. Alle Officen im Courthause, mit Ausnahme der Office der Gesund heitSbehörde, werden am Montag ge schloffen sein. Chas. Baaske'S Südseite Kneipe. 1291 Süd Eaft Str.

Nachrichten aus Jndiana. EvanSville. Die Familie des wackeren deutschen Mitbürger Capt. William Eßlinger ist durch den Tod ihre? Sohnes und Bruders Fred. K. Eßlinger in tiefe Trauer versetzt worden. Fort Wayne. Heute Morgen wurde der Bremser der Wabash Bahn I. A. Felitz eine kurze Strecke westlich von der Calhoun Straßenkreuzung und in der Nähe des Wabash RundhauseS so schwer verletzt, daß er im Hospital, wohin er gebracht worden war, seinen Verletzungen erlag. S h e l d o n. Ein wichtiges Eceig niß feiern die deutschen Lutheraner von Sheldon und Umgegend nächsten Sonntag. Montag und Dienstag, nämlich das 50jährige Jubiläum der evangelisch lutherischen St. Markus

Gemeinde. Für diese Feier find große Vorbereitungen getroffen. B e d f o r d. Ernst TankSley ist aus Heltonville nach hier zurückgekehrt und hat in den Blue Hole Steinbrüchen Anstellung genommen. Er benachrich ttgte die Staatsbehörden, wo er zu jederzeit zu finden fei. TankSley scheint keine Sorge zu tragen, daß er durch eine Anklage behelligt werden könne und steht anscheinend der Zu kunft ruhig entgegend. Polizeiliche. John W a l l a c e, ein ZeitungS hündl'. auS Peoria. JllS.. der über sein.-.n hi-figen Aufenthalt, obgleich er bereit mehrere Wochen in der Stadt ist, keine Aufklärung geben konnte, wurde von Detektiv Splan in Haft ge nommen. H o r a c e M a t t h e w S, 525 Oft 23. Straße, und Edward Jngleö, 614 Oft 22. Straße, wurden gestern von den Geheimpolizisten Krüger nnv Aökin unter Einbruchs Anklage verhaftet. Beide find Knaben im Alter von 13 Jahren. Andrew AdamS aus Ko komo und John Gibson aus PittSburg. Pennsylvanien, die urner Anklage der Trunkenheit verhaftet wurden, geriethen fich in einer Zelle der Station in die Haare und machten einen derartigen Radau, daß Sergeant Low die Radier Polizisten zu Hilfe rufen mußte. Beim Eintreffen derselben hatte der größere AdamS den kleineren Gibson unterge kriegt und war gerade dabei, ihn nach den Regeln der edlen ttlopffechterkunft zu bearbeiten. Er wurde in die Dun kelzelle gesteckt. Unter der Anklage, ein Haus in verbrecherischer Abficht betreten zu ha den. wurde der 838 Braosha Straße wohnhafte Fred Smith verhaftet. Smith soll an dem Einbrüche in Kel ler'S Grocery. Ecke Eaft und Prospect Straße, betheiligt gewesen sein. Der Steindrucharbeiir Michael Kos in Wauwatosa. Wis hat seine Neugierde mit dem Verlust von zwei Fingern und einem verletzten Daumen bezahlt. Er wollte .blos mal Probiren", ob ein Dynamithütchen auch explodirte, wenn ma ein brennendes Streichholz daran halte. Und siehe da. es ging! Leider aber verlor der vorwitzige Mike auch zwei Finger dabei. Nachdem seine Kameraden einige Stunden vergeblich nach den verlorenen Fingern sucht hatten, schickten sie ihn endlich in einem Ambulanz wagen nach Hanf. In Scbenectady im Staate New York hat sich James G. Weffon, einer der beliebtesten und bedeutendsten Citats - Clowns dieses Land, erschossen. Sem Bühnenname, unter dem er dem großen Publikum bekannt war uno unter dem er seine grohen Ersolae erzielte, lautete Jim mcl Der Lebensmüde, der in leerer Zeit an einer beginnenden Gehrrnerw. chuna. litt und infolge der Krankheit häufrg melancholisch war, hat ein Alter von 47 Jahren erreicht. Im ledren Frühjahr noch trat er im Madefern Square Garden in New Dort w Barnum & BailevS Schaustellung auf, und im Mai war er im Hagenbecschen Mrcus in Buffalo thätig. Seit dem Jahre 1875 erfreute Jim West das amerikanische Publikum mit feiner seßhaften Kunst.