Indiana Tribüne, Volume 30, Number 7, Indianapolis, Marion County, 31 August 1906 — Page 6
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Europäische Nachrichte.
ZVUrtternberg. Stuttgart. Auf dem steilen Hasenbergwege zerschellte infolge Bruchs der Bremse ein mit sieben Perfönen besetztes Automobil an einem Baume. Der Bescher, Privatier Schönwalder. aus dem Staotiheil Cannstatt, dessen Frau und zwei Kinder wurden schwer verletzt. Das dritte Kind, der Chauffeur und ein Dienstmädchen blieben unverletzt. Bonlanden Letztens stürmte der etwa 28 Aahre alte Bauernsohn Fritz Adam von hier vom Fuhrwerke des Plattenhardter Boten, gerieth unter die Räder des beladenea Fuhrwerks und blieb auf der Stelle todt. D ü r n a u. Unlängst wurde die 32 Jahre alte Ehefrau des Landwirths Jakob Geiger, aeb. Baumami, die sich während eines Gewitters auf freit m Felde befand, vom Blitz getroffen und sofort getödtet. Die uage Frau hin terlätzt außer ihrem Manne zwei kleine Kinder. G m ü n d. Stadtbaumeister Franz, der seit etwa 20 Jahren im Dienst: der Stadt stand, hat seinem durch Erhängen ein Ende gemacht. Es wird angenommen, datz Franz in einem Anfall von Schwermuth den oerzweiselten Schritt gethan ai. H e u t i n g s h e i rn. Der zweijährige Knabe des Ludwig 5durrle hier fiel in einem Auaenblrck. wo er ohne Aufsicht blieb, in ein Gesäß mit Wasser und ertrank darin. M ö hr i nq e n. Kürzlich wurde hier das 25jährige Jub'äum des Fildersängerbundes gefeiert. Der festgcbende Verein ..Sängerlust Möhringen" hatte alles aufgebotei, :m das Fest schön und würdig zu gestalten. Der Ort war prächtig dekorirt. Oberthalheim. Letztens schlug der Blitz in das Haus des Zimmermanns Lutz. Wohnhaus und Scheune brannten ab. R o t t w e i l. Dieser Tage konnte die hiesige, etwa 500 Mann zählende Feuerwehr das 50jähr'.ze Jubiläum ihres Bestehens begehen. S t e i n r e n a ch. Letztens ließ sich der 15 Jahre alte Taqlöhner Adolf Hermann von hier bei Neustadl von einem Zuge überfahren und wa? auf der Stelle todt. Tübingen. Hier hat sich in seiner Wohnung ew 22jähriger Student, Namens Hahn, m der Aufregung über einen auszutraqenden Ehrenhandel durch einen Schuß in den Kopf getobtet. W i e s e n st e i g. Die goldene Hochzeit feierten der frühere Kreuz wirth Th. Aierle und feine Ehefrau, gtb. Merz. Der König hatte xnt Jubelpaar einen goldenen Beck)er überreichen lassen. Das greise Ehepaar erfreut sich noch bester Rüstigkeit. Maden. Karlsruhe. Konful Karl Model. ber Lnhaber einer der bedeutendsten süddeutschen Eonfektionshäuser, Firma S. Model, ist an einem Schlaganfall. 63 Jahre alt, gestorben. B ü h l e r t h a l. Hier erschoß der 20 Jahre alte Sohn des hiesigen Lcmdwirths A. Stolz die 18jährige Tochter der Gärtnerswittwe Kaufer. Die näheren Umstänc; sinÄ unbekannt. Ewattingen. Aolerwirth Kammerer wurde beim Holztransport von einem Scheit so schwer an den Kopf getroffen, daß er bewußtlos vom Platze getragen werden mußte. F r e i b u r g. Kürzlich wurde der 55jährige Banarbeiter Wagner von einem Personenzuge überfahren und fo schwer verletzt, daß er kurz darauf verschied. Der Verunglückte war schwerhörig. Der Professor der Theologie Dr. K. Rückert schenkte der hiesigen Universität 30,000 Mark als Stipendium, dessen Erträgnisse Studirenden der Theologie und Philologie zu wissenschaftlichen Reisen zufließen sollen. Heidelberg. Die hiesige Studentenschaft beruft eine große ProtestVersammlung gegen den Ausbau des Ottoheinrich -'Baues ein. Im Falle der Restaurirung soll die Meidung der Universität erfolgen. K a r t u n g. Letztens ereignete sich hier em schwerer Unglücksfall. Der 60 Jahre alte verheirathete Landwirth Marbach stürzte beim Kirschenbrechcn vom Baume und erlitt schwere Verletzunqen. i L a Hr. Die hiesige Cichorienfabrik Daniel Völcker. die Weltruf genießt, beging dieser Tage die Feier ihres hundertjähriyen Bestehens. Die Firma hat aus diesem Anlaß der Stadt 20,. 000 Mark gestiftet. uc a n n T) t x in. Haupneyrer a. D. Dr. Gustav Meuser, ein Rassauer von Geburt, der seit 1871 im badischen Schuldienst war und bis 1899 die Reue Badiscke Schulzeitung" redigirte, ein verdienter Vortcnnvfer und Führe., der libenrlen Lehrerschaft, ist nach kurzem, schwerem Leiden gestorden. Muggensturm. Hier wurde kürzlich die ftrau des Bahnwärters Knooloch beim Ueverschrenen der Geleise von einem Güterzuge erfaßt; es wurden ihr beide Beine abgefahren; der Tod trat sofort ein. NuSplingen. In einem Sessel sitzend erhäng i aufgefunden wurde der Ende der 60er Jahre stehende hiesige Landwirth Fidel Löffler. Er war Wittwer. kinderlos und vermögend. Waö den von ieber mit dem Schicksal
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getrieben hat, ist unbekannt. Nheinptarz. Albers weile?. Vor Kurzem hat sich der verheirathete Weinhändler Karl Braun von einem Güterzuge auf der Strecke Annweiler - Landau überfahren lassen und wurde tödtlich verletzt. Der Grund zu Sem SelbstMordversuch liegt in Furcht vor Strafe. Braun war beschuldigt, an verschiedene kiesige Personen gemeine Briefe geschrieben zu haben. Er sollt sich dieserhalb vor der Strafkammer verantworten. Bellheim. Dem Vahnarbeiter Josef Reichlinq setzte Frau PH. Stein hier ihr vierjähriges Kind auf den Wagen. Das Kind fiel herunter, wurde übufahren und war sofort todt. Franke nthal. Ertrunken ist in einem im väterlichen Garten befindlichen, mit Wasser gefüllten Fasse das vierjährige Töchterchen des GärtnerS Wagner von hier. Das Kind wollte cmS dem Fasse einen hereingefallenen Gegenstand fischen, wobei es ausrutschte und in das Wasser fiel. Ludwigshafen. Letztens zünbeten der 5 Jahre alte Heinrich Keller, Sohn des Fabrikarbeiters Keller, und die 4 Jahre alte Hedwig Kaufmann, Tochter des Bäckermeisters Kaufmann, auf dem eisernen Abortdecke! einer Abortgrube im Hof in der Marienstraße ein Feuerchen an. Die Gase der Grube entzündeten sich und der Deckel wurde mitsammt den Kindern einige Meter weit geschleudert. Die Kinder erlitten Verletzungen. Neustadt. Der Buchhalter des Weinhändlers Deutsch. Johann Zwick. der im Welnprozeß gegen Deutsch in Frankenthal als euge vernommen werden sollte, hat sich in seiner Wohnung hier erhängt. iLNaß Lstyringen. Straßburg. Letztens starb hier nach längerem Leiden der i.i weiten Kreisen durch seine Verdienst um die Erschließung der Vogesen und um die Herausgabe des bekannten Vogesenführers bekannte Buchhändler Kurt Mündel. Schon bald nach dem Kriege war er nach hier gekommen und begann in unermüdlichen Wanderungen die bis dahin nur in ganz wenigen Punkten bekannten und besuchten Vogesen zu erforschen. Burgfelde n. Ein trauriger Unglücksfall ereignete sich kürzlich hier. Der erst 42 Jahre alte Fuhrhalter Creising war mit dem Anschirren eines störrischen Pferdes beschäftigt, als dieses plötzlich ausschlug und Creising so unglücklich an die Schläfe traf, daß er niederstürzte und nach wenigen Augenblicken todt war. Der Verstorbene hinterläßt eine Wittwe mit sieben unversorgten Kindern. Saarburg. Die Eheleute Konstanz Pierron-Joudain, früher Hotelbesitze? Hierselbst, 82 bezw. 81 Jahre alt, haben kürzlich ihre diamantene Hochzeit gefeiert. Sand. Die Walzmühle von Albrecht Huck Hierselbst ist durch Feuer zerstört worden. Man beschränkte sich darauf, die Nebengebäude zu retten. Saaralben. Hier ermordete der :n den 30er Jahren stehende Arbeiter Jakob Geuringer seine dem Trunke ergebene Ehefrau, indem er sie in seiner Wohnung überfiel und ihr zahlreiche Messerstiche in den Kopf, den Leib und die Brust beibrachte. Meckkenvurg. Alt-Schwerin. Auf einem hiesigen Neubau wurde der Zimmermann Leppm aus Malchow von herabstürzenden Balken so unglücklich getroffen, daß er mehrere Rippenbrüche sowie innere Verletzungen erlitt. Der Verunglückte wurde in das hiesige Krankenhaus gebracht. Die übrigen auf der Unfallstelle befindlichen Arbeiter konnten sich noch rechtzeitig in Sicherheit bringen. B a n d e k o w. Letztens stürzte der Erbpächter - Altentheiler Franz Nieland beim Heuladen von der Scheune auf die Diele und war sofort todt. B ü tz o w. Im Kreise seiner Kinder und Enkelkinder feierte das Schmiedemeister Voth'sche Ehepaar das Fest der goldenen Hochzeit. Dem Jubelpaar, das körperlich wie geistig rüstig ist. gingen zahlreiche Glückwünsche und sonstige Aufmerksamke:ten zu. L u d w i g s l u st. Letztens entstand in dem an der Sandstraße gelegenen Wohnhause des Schlachter meisters Triebe Feuer, wodurch die oberen Raume zerstört und dte unteren stark beschädiat wurden. Das Mobiliar wurde meistens gerettet. Bewohnt wurde das Haus von Triebe und seinem Schwiegervater Glaser Wiese. Malchin. Das Arbeiter Johann Dreyer'sche Ehepaar ierselbst feierte unlängst das Fest der goldenen Hoch zeit. Der Großherzog erstellte das Jubelpaar durch Uebersendung eines - - - s A 4. k rr i i GluawunsHscyreioens uno emes Geld geschenkes. Rostock. Vor einiger Zeit stierte die Firma Conrad Lehment hierselbst die fünfzigjährige Wiederkehr des Tages, an dem der jetzige Inhaber. Conrad Lehment, die Dampfkornbrennerei und Likörfabrik in der Kröpelinerstrahe übernahm. Zunächst wurde dem Jubilar ein Ständchen vor ferner Pnvatwohnung darge-brcbt.
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Der Zkraketzler. von ?. Nituchenegger. An einem schönen Sommernachmit. tag wanderten zwei Touristen die Landstraße entlang, welche zu einer Grenzstation führte, um dort die Reist mit der Eisenbahn fortzusetzen. Sie führten ein etwas erregtes Gespräch, das seinen Grund in einem Vorgang auf der Zollstätte hatte, die dicht hinter ihnen lag. So was lasse ich mir einfach nicht bieten!" sagte der Eine zu seinem Gefährten. Ich reise doch schon fünfzehn Jahre für unser Haus und kenne den Zauber durch und durch. Man hat mich Dutzend Male mit Musterkoffern passircn laen, ohne daß es nöthig gewesen wäre, alle Gepäckstücke zu öffnen, und heute macht man mir schachteln auf. die ich im Rucksacke trage. Na. ich hab's Ihnen auch gesagt, denn ich lasse mir nicht Alles gefallen, wie Sie, Herr Strohberger!" Mein lieber Kollege Bayerlein," versetzte Strohberger, Sie als Reiseonkel dürfen ja etwas mehr Lebhaftigkeit für sich beanspru.?n, aber ich habe dafür kein Verständniß. Ich liebe die Ruhe, den Anstand und den Frieden. Durch Ihre Heftigkeit haben Sie uns Beide den unangenehmsten Folgen ausgesetzt. Sie haben ja förmlich gewüthet. Einer Behörde gegenüber soll man doch kluger Weise nicht den Krakehler loslassen!" Was?" entgeznete gereizt Vaherlein. ich ein Krakehler! Das sollte mir ein Anderer sagen! Aber Sie mit Ihrer Lammsgeduld, der Sie gewohnt sind. Alles mit sich thun zu lassen, sind gar nicht fähig, den Standpunkt eines unabhängigen Menschen zu beurtheilen, der sich einfach um sein Recht wehrt!" Aber wie!" ergänzte Strohberger; man kann sein Recht würdig und ruhig wahren, aber nicht wie ein Wilder ich liebe dies einfach nicht und ich gestehe Ihnen offen, ich würde doppelt so gerne mit Ihnen reisen, wenn Sie nicht bei jeder Kleinigkeit so entschuldigen Sie den Ausdruck krakehlen würden!" Hör'n S' mir doch mit der Moralpredigt auf," entgegnete Bayerlein, Sie haben auch Ihre Eigenheiten, wie jeder Mensch." Aber krakehlen werden Sie mich nie hören, nie nie!" rief Strohberger aus. Sein Gefährte erwiderte blos: Natürlich nicht!" Tann fing er an, eine bekannte Melodie zu pfeifen und ging schweigend seinen Weg weiter, wie auch sein Genosse. So kamen sie zum Städtchen, wo sie sich auf kurze Zeit trennten. Bayerlein schritt direkt auf den Bahnhof zu, während Strohberger noch einen kleinen Einkauf zu besorgen vorhatte und deshalb einen Laden aufsuchen wollte. Bayerlein begab sich in die BahnHofrestauration, wo er eine Kleinigkeit zu stch nahm, und dann auf seinen Gefährten und den Bahnzug wartete Er trat vor die Thüre des Lokales und entdeckte, daß sich vom Bahnsteig aus eine wundervolle Fernsicht biete. Um diese bequemer zu genießen, holte er sich einen Stuhl aus dem RestaurationsLokale und setzte sich gemächlich draußen fest. Kaum saß er ein paar Augenblicke dort, da erschien der Kellner vor ihm und sagte: Mein Herr, Sie werden entschuldigen, aber da dürfen Sie nicht sitzen; Sie müssen den Stuhl wieder hereintragen!" Ueberrascht sah Bayerlein auf den befrackten Boten und entgegnete scharf: Was soll ich? Wenn Sie sich nicht augenblicklich unsichtbar machen, dann werde ich Sie verschwinden lassen ohne Apparat! Verstanden?" Der Kellner stammelte etwas und entfernte sich. Bayerlein schlug die Beine übereinander und setzte sich erst recht fest; sein Oppositionsgeist war in ihm wach geworden. Noch hatte er sich die Sache nicht ganz klar gelegt da trat der Restaurateur zu ihm hin und bemerkte ihm in höflicher, aber entschiedener Weise: Mein Herr! Ich muß Sie bitten, den Stuhl wieder in's Lokal zu stellen, denn es ist strengstens verboten, aus dem Restaurationsraumc Jnventarstücke zu entfernen und ebenso ist der Aufenthalt hier nicht gestattet!" Nun fuhr ihn Bayerlein wüthend an: Was ist nicht gestattet? Glauben Sie, ich reise das erste Mal? Eine solche Krähwinklergeschichte ist ja dock zu bunt! Der Stuhl, auf dem ich sitze, ist für die Reisenden angeschafft worden; der Bahnsteig gehört den Reisen den; wo anders stehen Bänke für das Publikum an diesem Platze bereit! Ich bleibe hier, und möchte Den sehen, der mir das verwehren kann!" Der Restaurateur brummte etwas in den Bart und ging. In Bayerlein kockzte eS bereits wie in einem feuerspeienden Berge, es mußte bei der nächsten Gelegenheit zum Ausbruch kommen. Und es kom dazu. Es dauerte wenige Minuten, da mrschirte ein uniformirter Bahnbediensteter auf den Frevler zu und rief in befehlendem' Tone: ..Was fallt denn Ihnen ein? Da darf Niemand 'raussitzen! Augenblicklich tragen S' den Stuhl hinein!" .Was soll ich?" brüllte wuthschnaubend Vaverlein. Für wen halten Sie mich eigentlich, Sie Tapvschädel? Wisen i? w?n nr N fr - 008 eine Art, Passaa zu !tm Wer bat Ihnen befohlen, so mit mir z sprechen? ... Das will ich doch sebrn. wer mir verbieten kann, daß ick,
ais Passagier hier sine uno aus ven Zug warte!" Der Stationsdiener war etwas unsicherer geworden und entgegnete: Da hilft Alles nichts, das ist eine Anordnung des Stationsvorstandes, und wir müssen darnach handeln!" Das muß ein netter Strohkopf sein, dieser Stationsvorstand der soll nur einmal kommen dann kann er was hören!" Nun wurde der Stationsdiener wild. Das werd'ich gleich berichten, dann können Sie's mit ihm ausmachen!" sagte er und ging zum Chef, um Alles zu melden. Bayerlein wich nicht vom Platz und war bereit, der ganzen Welt Trotz zu bieten. Da erschien wieder eine Person am Bahnsteig es war Strohberger, der eben schweißbedeckt und keuchend anlangte. Gott sei Tank," ruf er, ich habe schon geglaubt, ich würde den Zug versäumen; ich bin gelaufen, daß ich fast nimmer auf den Füßen stehen kann!" Da blitzte etwas im Gesichte Bayerleins auf und er sagte zu Strohberger: Da hat's noch Zeit mit dem Zug setzen S' Ihnen da auf den Stuhl; hier können S' gemüthlich ausruhen und haben eine prachtvolle Aussicht! Ich bin schon lang genug dagesessen!" Strohberger nahm das Anerbieten ebenso dankbar als arglos an und erwiderte: Sie sind halt doch ein Prachtmensch, trotzdem Sie ein so hartnackiger Krakehler sind!" Er ließ stch mit einem behaglichen Ah!" auf der Stuhl fallen und Bayerlein zog sich durch die Restauration zurück. Da kam es von der Ferne, das Verhängniß, in Gestalt des Stationsck?? der wie ein Tiger auf den armen Strohberger losstürzte: Herr!" schrie er ihn an. was glauben Sie denn eigentlich? Glauben Sie. eine Behörd.' lasse mit sich Spott treiben, Sie Ausbund der Frechheit?" Strohberger war so überrascht, daß er nichts zu erwidern wußte, sondern den hohen Chef nur sprachlos anglotzte. Das machte diesen noch giftiger. Jetzt frae ich Sie," schrie er, wollen Sie augenblicklich den Stuhl in die Restauration hineintragen, oder nicht?" Nun stieg dem guten Strohberger doch auch das Blut zum Kopf. Erlauben Sie mir, Sie Mensch Sie. den ich aor nicht kenne, wie kommen Sie dazu, mich wie Ihren Hausknecht zu behandeln? Sie sind offenbar betrunken und wissen nicht, mit wem Sie sprechen ich werde das Beschwerdebuch verlangen!" Und ich werde Sie arretiren lassen!" rief der empörte Beamte. Was?" rief Strohberger, mich arretiren? Das versuchen Sie einmal. Sie Trunkenbold im Dienst!" Noch einmal sagen Sie so etwas," kreischte der Chef da fuhr der Zug in die Station. Ter Beamte mußte in sein Bureau, und Strohberger sah ihm mit hochaeröthetem Gesichte nach, wie einer, der bereit ist, jeden Kampf aufzunehmen. Da ergriff ihn Jemand beim Arm es war Bayerlein; dieser zog ihn mit sich fort und sagte: Steigen S' nur schnell ein, sonst wird die Geschichte für Sie unangenehm . . . Sie sind ja ein 'Hauptkrakehler! . . . Und Sie wollen mir Vorwürfe machen? Wissen Sie nicht, daß man einer Be hörde aeaenüber um keinen Preis krakehlen soll?" Ausrede. Richter: ... Sie und die beiden andern Herren wurden wegen nächtlicher Ruhestörung durch Schreien, Johlen und Einwerfen von Laternen aufgeschrieben. Sie waren anscheinend betrunken!" fztn Richter, wir als Mitglieder eines Abstinenzlervereins!" Ja aber warum thaten Sie denn das?" Aus Agitationszwecken damit die Schlemmer sehen, daß mcr. auch ohne Alkohol Radau machen kann!" Senüht. Fremder (mißtrauisch das Bett betrachend): Hoffentlich logirten n letzter Zeit immer anständige Leute in diesem Zimmer?" H a u s k n e ch t : O, da dürfen Sie unbesorgt sein; in diesem Bett hat noch keiner geschlafen, der weniger als Zwei Mark Trinkgeld gegeben hat." Africk7tig. Reicher Rentier (den sein Freund beim Kouponschneiden antrifft): Ja. ja. man hat's nicht leicht, da muß man stch auf seine alten Tage noch als Schneider herumplagen SrlNau. Kaufmann (als der kleine Moritz durchaus auf's Karussel will): Wozu brauchst Du Dich erst aufs Karuslel zu Moritzl ... wo sich ja dreht die ganze Erde!" Dorbercirung. G a st (der eine Forelle ißt, zum Alpenwirth): Sagen Sie mir, was kostet denn &z yorelle. die ich da esse?" Wirth: Aber bitt' schön, essens nur weiter, lassen Sie sich den Appetit nickt verderben!"
Acl7 r-iciitig. Gast: Ich werde noch etwas warten mit der Bouillon; je länger sie kocht, desto besser wird sie doch!" Kellner: Ja, das wohl; aber je mehr davon verkauft wird, desto düni ner wird sie auch!"
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von Msrg.?rkthk .Stadler. Ich habe nen guten treuen Freund, dem ich diese Zeilen widme. Ungezählte Male haben wir auf mühevoller Wanderung Sonnenschein und Sturm miteinander ertragen. Nichts vermochte uns zu trennen, selbst nicht Ungeduld oder Heftigkeit auf meiner Seite, mit der ich so manchen verscheuchte; unverändert zeigte er mir dasselbe treue Gestcht. Zwar er ist nicht schön, und sein Gewand schlicht, und oftmals, wenn ich auf meiner Wanderschaft vornehme Bekannte des Weges kommen sah, habe ich unauffällig einen Seitenpfad eingeschlagen. Ich bin auch wohl einmal in eleganter Umgebung in Versuchung gewesen, ihn zu verleugnen ich schäme mich, es zu bekennen, aber ich will ehrlich sein. Er seinerseits hat mir als wahrer Freund niemals geschmeichelt oder meine Schwächen beschönig!, o nein, er war ein strenger Erzieher. Manch liebes Mal, wenn ich beginnen wollte, des Lebens Last zu vergessen, wenn sich der Geist frei und fessellos und kühn emporschwingen wollte über Grat und Spitze, über Gletscher und Eis dann war er es. der mich einzusehen zwang, wieviel größer und stärker es ist. ruhig die Bürde lastender Alltäglichkeit weiter zu schleppen, ganz gleich, ob das Joch bisweilen ein wenig drücken will oder nicht, wenn es gilt. ein hohes Ziel zu erreichen, und trotz der schweren Last das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Er hat dann redlich das Seine gethan, mir diese Last so leicht wie möglich zu machen! Und manch anderes Mal, wenn die Eitelkeit und Thorheit der Welt mich lockte mit ihrem Ueberschätzen der tausend kleinen Dinge, die sie gern für groß und wichtig ausgibt, wenn ich selbst auf eine böse innere Stimme zu hören begann, die mir zuraunte, daß ein anderer Begleiter auf langer Reist mir vielleicht ein leichteres Leben in Behagen. Wohlhäbigkeit und äußerem Glanz ermöglichen könne, dann las ich in seinen ehrlichen Mienen: Unsere Freiheit willst Du aufgeben? Die wir unser Königreich, unser Hab und Gut. Heimath und Herdstille in uns selbst fanden, uns willst Du zu Sklaven machen? Und wessen? Feiger Dienerseelen. eitler Thoren, gütiger ffahrtgenossen auf der Lebensreise. die für jedes Nachgeben um unsertwillen das Dreifache von uns verlangen. Deiner eigenen eiteln Schwäche Sklave willst Du sein? Du Tröpflein im Meer, so winzig Du bist, bist Tu dennoch nicht so gering, daß Du Deinen Werth durch eitlen Tand erhöhen mühtest!" Und wenn ich diese Worte bei seinem Anblick deutlich zu vernehmen meinte, wandte ich mich von den prunkenden anderen und legte seine Arme um meine Schultern. Tu hast recht, mein Alter. Wir beide zusammen sehen auf eine Welt mitleidig herab sie vermag uns nichts zu geben!" Und wie hat mich, wenn wir nach langem geduldigem Aufftieg den Gipfel erreichten, seine Treue belohnt und gelabt! Das öde, unwirthliche Schutzhaus ward durch ihn zum fröhlichen Zecherstübchen, die harte Bank wandelte er zum weichen Pfühl. Und wenn trotz alles Mühens keine lockende Ferne sich uns aufthat: in ihm ruhten weise Worte, er gab die Möglichkeit zur Arbeit und damit Lebensmuth! Nun sind wir beide älter geworden seit jenem Tage, da wir zum erstenmal mitsammen in die grüne Weite hinauszogen. Langsamer als damals wandert mein Fuß, und sein schmuckes Gewand ward wettergrau. Aber wir wissen nun, was wir aneinander haben, icr vertraue ihm und er stützt sich auf mich. Entweder miteinander oder gar nicht wandern wir beide gipfelan! Wir trennen uns nicht mehr! ' Und wenn ihr eines ähnlichen Freundes euch rühmen dürft, haltet ihn hoch in Ehren. Einen besseren findet ihr nicht! Ich vergaß, seinen Namen zu nen nen Rllcksack" heißt er. Wenn zwei st reiten... Ein Streit zwischen der Brauerei in Clarksburg. W. Va.. und der Rey-mann-Brauerci in Wheeling, W. Va., bereitet den dortigen Wirthen große Freude. Kürzlich hatte die Clarks-burg-Brauerei erklärt, sie werde ihren Kunden Eis für 10 Cents per 100 Pfund liefern. Die Reymann-Braue-rei in Wheeling lieferte darauf den Wirthschaften und sonstigen Kunden das Eis ganz kostenlos und die ClarksBrauerei antwortete damit, daß ste allen ihren Eiskonsumenten das Bier stei lieferte. Die Reymann-Brauerei ging nun noch weiter und versprach, ihren Konsumenten fünf Jahre lang das Bier unentgeltlich zu liefern. Traute dem Depositenkästen nicht. Eine Frau Mary Grabolski, die in einem Tepositenkasten einer Cincinnatier Bank 5386 hatte, und ihr Geld dort nicht mehr für sicher hielt, entnahm diese Summe dem Kasten, um ste an einem sicheren Platz unterzubringen. Sie hatte das Geld aber nur kurze Zeit in ihrem Besitz, als es ihr in einem Straßenbahn-Waggon gestöhlen wurde. Als sie ihren Verlust bemerkte, erhob sie ein solches Geschrei, daß die Car angehalten wurde, und die Passagiere gaben sich alle Mühe, ibr zu helfen, den Dieb ausfindig zu ma chen. er war aber bereits entkommen.
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