Indiana Tribüne, Volume 30, Number 5, Indianapolis, Marion County, 29 August 1906 — Page 7

Jndiana Tribüne, 29 August 1906

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Tyrann Ehre tlumatt von si. Cuboiuskt (Fortsetzung.) Tarenberg seufzte bei dieser ö$ richt tief auf. Ist es denn etwas Ernsthaftes, Hans Weddo, etwas, zu dem Deine Anwesenheit absolut nothwendig erscheint?" Nein, geschäftliche Angelegenheiten." Tu Glücklicher, wenn ich blos einmal an Teiner Statt die erwähnten geschäftlichen Dinge erledigen dürfte. Was muß das für ein stolzes Sefühl sein. Gelder anlegen und abheben zu können. Unsereins liest das blos mal an grauen Regentagen in alten Schmökern." ..Meinst Tu wirklich, Wachenhusen. daß im Reichthum solch unendlich groheö Glück liegt, wie Du Dir das ein-bildest?-Was denn sonst, mein Lieber? Willst Tu durch Deine tiefsinnige Frage etwa die Behauptung aufstellen, daß Du d?n Deinen mit kaltem Läckieln in die Binsen g?h:n sehen könntest?" Wenn mir Addas Liebe und meine zwei gesunden Hände und Füße blieben, dann ja." Ich glaube, ich habe es Dir schon einmal gesagt, Edler ron Tarenberg. Du bist und bleibst das sonderbarste Gewächs, das jemals auf pommersckem Treck gewachsen ist, und ich wiederhole es heute aus tiefster Ueberzeugung heraus. Mir ist bei dem bloßen Gedanken an Deinen Verlust plumerant geworden. Hast Du vielleicht einti Ehatreuse bei der Hand?" ..Kannst Du es Dir nicht merken. Jürgen, daß ich nicbts weiter an Spirituoscn. wie guten, alten Arrak zu dem abendlichen Grog im Hause führe und alle Schnäpse und Schnäpschen, namentlich Vormittags genossen, für durchaus schädlich halte?" Nee, Alter, wozu auch? Endlich wirst Du meine ewige Fragerei doch satt bekommen und Dir in stummer Rengnation welchen anschaffen. Nun aber adieu." Und hinaus war er. . m m . Tarenberg schrieb, bevor er sich bei seinen Vorgesetzten meldete, den Brief an Nora. Er sah ein, daß schon in dem bloßen Versuch, sich freimachen zu wollen, unter den obwaltenden VerHältnissen eine arge Pflich-.nerletzung gelegen hätte, die er sich niemals vergeben haben würde. Daß er, sobald die Kameraden wieder dienstfähig wurden. die Reise nach München ausführte, stand bei ihm fest. Aber zwischen Vorsatz und Ausführung hat von jeher der mächtige Wille des Schicksals gelegen, der die Menschen schob nach seinem Ermessen. 12. Kapitel. war heute ein sehr schwerer. unerquicklicher Tag gewesen. Tarenberg hatte zuerst die Reitstunde der Unteroffiziere und die der alten Fahrer geleitet. Das schlimmste aber waren Leutnant Merlitts Rekruten. Die Kerle hingen wie die Backpflaumen auf den Sätteln. Zusammengeduckt und verängstigt hielten sie mit den Beinen krampfhaft ihren Gaul umklammert. Es war zum Gotterbarmen! Keinen Schluß, keine Haltung. keinen Muth. Mit dem Schrittreiten und der Volte ging es einigermaßen. Da behaupteten sie wenigstens noch ihren Sitz. Beim Traben fing's an. Bautz. flog einer ab vautz. strampelte der andere auf dem losen, sandigen Boden der Reitbahn. Beim Galopp erreichte ihr Elend den HöhePunkt. Sie lagen zappelnd und pustend neben einander, als wenn Stümecke, der zur heißen Sommerszeit in seines Leutnants Wobnuna auf die Fliegen erfolgreiche Jagd machte, zum Menschenklappen kommandirt gewesen wäre. Für Tarenberg konnte darin doch eigentlich kein Grund zur schlechten Laune liegen. Es war auch mehr eine leichte Traurigkeit, die sich bei ihm geltend machte. Nach sieben Wochen dursten die Rekruten nicht mehr in solchem Zustande sein. Der kleine Merlltt nahm es eben nicht ernst mit seiner Aufgabe. Er betrachtete den Dienst lediglich als eine unangenehme Unter brechung seiner Mußestunden und die Ausbildung der Rekruten als eine gymnastische Uebung seiner Lungen. Er vertiefte sich nicht in seine Aufgabe, studirte die Eigenthümlichkeiten der einzelnen Leute nicht, sondern schor sie alle, von dem athletischen Bauernsobn an bis herunter zu dem schmalbrüstigen. m der Uniform hängenden Schnei dergesellen über einen Kamm. Herr gott noch einmal! Das ihm übergebene Material war nicht werthloser, wie das der verflossenen Jahrgänge, nur der Mann, der es abschleifen und zu einer straffen Macht heraus schälen sollte. taugte nichts zu dieser Arbeit. Tarenberg saß an seinem Schreibtisch und wog den Federhalter unschlüssig m der Hand hin und her. Bei dem Gemüthlichen" im Kasino hatte er sich mit Arbeit entschuldigt. Es war auch wirklich keine leere Ausrede gewesen Er hatte viel durch sein Fernsein Dersäumt und benöthigte dieser stillen

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Abendstunden vollauf, um nacHzükommen. Aber nun konnte er nicht arbeiten. Seine Gedanken irrten umher und ließen sich nicht auf einen Punkt festnageln. Der Wind heulte sein eintöni'es Lied durch die Straßen und schwere Regentropfen klatschten geaen die Fen''terscheiben. Es war ein finsterer, unheimlicher Abend für Einsame und für solche, die heimathlos umherirren mußten. liaienrerg vssneie oie oberen nopse der Litewka. Es preßte und engte ihn heute alles ein. Tann horchte er plötzlich aufmerksam hinaus. Es war ibm gewesen, als wenn sich schwerfällige Tritte die Treppe hinauf schleppten.

Aber er batie sich natürlich geirrt. Das gleich'." 'ßige Tropfen des Äegens verursachte das tappende Geräusch. W:? sollte auch wohl an dem unheimlichen Abend freiwillig das Zimmer verlassen? Stümecke hatte Urlaub, die Kameradcn saßen, soweit sie nicht auf ihre? Jude bei Grog und Kognak ihre Influenza ausschwitzten, im Kasino und die Stunde, die den Briefträger herführen konnte, war längst vorüber. Mit schnellem Entschluß tauchte Tarenberg die Feder von neuem ein. um sich gewaltsam zu ernstem Nachdenken zu zwingen, iarnu wuroe er tue aucNichtsthun und Unzufriedenheit gcbo rencn Sw.n?stau,chunen am besten verscheuchen. Aber er mußte sie dech wieder aus der Hand legen. Ein leiser Ton. als wenn jemand mit kraftlosen Händen den Knopf der elektrischen Klinge! be rührt habe, zitterte durch d'.s Zimmer. Wer konnte um diese Stunde zu ihm kommen Ein Heines, unerklärliches Angftaefühl stieg in ihm hoch, ähnlich dem, das damals in ihm gewesen war, als der Bote das Telegramm aus Hohen-Litzen gebracht hatte, das ihn an das sterbelager seiner Mutter rief. Er zündete die Kerze an und ging hinaus. Es war, als ob seine Hand beim Oeffnen der Flurthür bebte. Eme dunkle, schmale Gestalt stano draußen. Ein Mädchen. Er konnte ihr Gesicht rn dem durch den scharfen Luftzug hin- und her irrenden Schein der Flämmchen nicht erkennen. Sie stand regungslos und kielt das .s)auvt tief gesenkt. Darf ich fragen, was Sie zu rntt führt?" fragte er höflich, oder sollten Sie sich in der Hausnummer geirrt haben?" Ta klang ihm ein Ton entgegen, der ihn bis in's Innerste traf. Hans Weddo, vergib Mir ta konnte nicht anders." Der Leuchter entglitt seiner Hand und die Kerze erlosch. Es war gern; dunkel um sie her. Aber er bedürfte des Lichtes auch nicht mehr. An der hilflos jammernden Stimme erkannte er sie. Nora," sagte er leise, liebe, kleine Schwester, was haben sie Dir gethan?" Sie schluchzte wild aus und warf die Arme um seinen Hals. Schick' mich nicht wieder fort, Hans Weddo," flehte sie. thu's nicht. Die Nacht ist so kalt und dunkel, und ich fürchte mich so sehr." Sei ganz ruhig. Kind! Du bleibst bei mir. Komm berein. Tu sollst mn erzählen, was Dich fortgetrieben hat. Danach wollen wir gemeinsam überlegen, was weiter zu thun ist." Volle? Freude will sie ihm folgen. Aber die Füße gehorchen ihr nicht mehr. Die Aufregung der letzten Tage war zu gewaltig für das zarte Mädchen. Sie taumelt gegen die Wand und brich: haltlos zusammen. Ta nimmt sie Tarenberg auf seine Llrme und trägt sie in den Lehnstuhl am Kaminfeuer, der früher in HohenLitzen an dem Fenster der Thurmstube gestanden hat, in der die viele Sonne war. Vei dem Schein der Lampe sieht er. daß ihr Körper von Fieberschauern geschüttelt wird. Ihre Brust keucht und die tiefen Augen glühen förmlich au? dem schmalen Gesicht heraus. Sie ist ja krank. Vielleicht sogar todtkrant. Er fließt ihr Arrak "in und reibt ihre eiskalten rnnoe. Allmäliq verlier! sich das ruckartige Zucken der jungen Glieder und die Flamme in den dun keln Sternen erlischt. Sie wink rubiger. Sie murmelte etwas. Er neigt sein Ohr zu ihrem Munde herab. Ich habe Hunger. Han? Weddo." sagt sie in heißer Scham und deckt die Hände uoer das Gesicht Er schämt sich auch, daß die Tochter seiner Mutter vor Entkraftung. einer Bettlerin qlcii, zusammen brechen und wie eine Diebm. wenn es ganz ounttl ist. zu ihm schleichen muß. Im Küchenspinde werden vielleicht ein paar Fleiichreste stehen. Er eilt hinaus und stellt bald dar auf einen Teller mit allem, was er vor fand, vor sie hin. Gierig nimmt sie ein paar Bissen Tann schiebt sie alles zurück und ) ihn angstvoll an. Er muß den wehen, gequälten Blick, der ihm das Herz er reißt, aus ihren Augen forthaben. Er muß ibr die Angst nehmen. Ztt ix: chelt er ihr dunkles, volles Haar und zieht ihr behutsam die lose Jacke aus. So, mein Norachen. Uno wenn Du Dich nachher kräftig und erholt genuq fühlst, dann erzahlst Du mir. Da glaubt sie endlich, daß sie blei ben darf. Sie hascht nach seiner Hand und vreßt ihre Lippen darauf. Sie ,, ( r r 2JJ22? M ner schlanken, kühlen Rechten. Behütsam schiebt er den feinen Kopf zurück und legt ihn an sein Herz. Dann küßl n ihren Tnnb.

Ein heiliges Gefühl, das nicht an

das. was die Menschen sagen konnten, denkt, ist in ihm. Das Gefühl, daß er sie schützen und hüten muß. um der Barmherzigkeit und Menschenqüte halber. die das vornehmste unter den Geboten, die das Herz befolgen muß. ist. Und nun erzähle mir. waö Dich zu diesem Schritt betooacn hat sagt er endlich gütia und löst ihr mattes Haupt aus seinen ?lrmen. Sie steht träumerisch vor sich nieder. Ihr ist jetzt so warm, so unendlich geborgen zu Muth. Das Schreckliche, das sie beinahe in den Wahnsinn ge trieben hat, verliert seine Macht. Si. erinnert sich seiner gar nicht mehr gan,' genau. Undeutlich und verworren, wii ein Gespenst taucht es bei der Erinne rung an die Vergangenheit in ihre: Seele empor. Sie muß erst nachsinnen. Die schmalen Hände an die Stirn gelegt, sitzt sie da und versucht ihre um ruhigen Gedanken zu sammeln. Allmälig gelingt es ihr auch. Aber du Angst, die vorher von ihr geflohen war steht nun doch wieder in ihren Auen Nachdem Frau Pastor H'.dding etstorben war." begibt sie langsam unl schwerfällig, als müsse sie die palender Worte erst aus dem Schatten der rer ganaenen Tage hervorgraen, kam bfa andere. Schelling hieß sie. Fräuleir Gertrud Schelling. Es fiel mir a,leu( am ersten Abend ihrer Ankunft als fam derbar auf, daß ungefähr um die Mit ternachtsstunde eine Männersiimml durch die dünnen Wände in rneir Schlafzimmer klang. Ich konnte keim Ruhe finden. Die letzten Tage warcr zu schrecklich gewesen. Ich war fc wund und zerschlagen von allem, Wal mit ihnen zusammen hing, daß ich mick nicht zurechtfinden konnte." Konntest Du verstehen, was sie mi' einander sprachen, Nora?" warf Ta renberq ein. Nein, sie dämpften ihre Stimmen Nur ihr Lachen klang hart und häs an mein Ohr. Sie saßen in dem Zim mer, in dem vor einigen Tagen Frau Pastors Leiche gestanden hatte. halb haßte ich ihr Lachen. Auch la serklingen hörte ich. Als ich aber am nächsten Morgen nach alledem fragte, lachte sie mich aus. hieß mich eine kleine Närrin und schlug mir vor. Brom oder sonstige Beruhtgungsmittel vor dem Zubettgeben einzunehmen, um diesen Sinnesiäuschum gen, wie sie es nannte, in Zukunft zu entgehen. Ich that ihr aber nicht den Willen. Ich fühlte, daß irgend etwa: Schreckliches m meiner Naye vorging und wollte Gewißheit yaven. was e: sei. Das. was ich an jenem erst?:' Abend hörte, wiederholte sich rege! mäßig. Aber ich sprach nicht meb darüber. Ich mußte sie völlig ii Sicherheit wiegen, um mich überzeugen zu können. Jetzt unterschied ich mi, dem durch die Angst geschärften Ob: verschiedene Männerstimmen. Das Lachen und Gläserklingen wurde im mer lauter und ungenirter. Sie hatte es durch geschickte Fragen gleich am ersten Tage von mir heraus bekom men, daß sich für die nächsten Wochen niemand um mich kümmern werde. Deshalb ließ sie jede Rücksicht beiseite 5ich habe natürlich zuerst überlegt, o: ich Dir oder dem Sanitätsrath Dun kcr von meinen Entdeckungen schreiben sollte. Aber aus der Ferne hättet Ihr mir ia doch nicht helfen können. Tarenberg war sehr blaß geworden. Und was thatest Du da. Nora?' fragte er. in der Angst, etwas Schreck, liches hören zu müssen. Ich ging eines Abends nach langem Kampf mit mir in das Zimmer, aus dem das Gewirr der Stimmen bis zum grauen Morgen zu ertönen pflegte. Sie waren sich so sicher, daß sie nicht ein mal abgeschlossen hatten." Sie zit terte und barg ihr Antlitz in den Sammet des ehnftuhls. Es war schrecklich. Hans Weddo. unsagbar schrecklich, was ich da gesehen habe Aber das war noch nicht das Schlimmste. Sie sprangen zwar ent setzt von ihren Sitzen empor, aber die SÄelling beruhigte sie sogleich wieder mit häßlichen Worten, deren Smn itf nicht verstand. Da legte de jüngste der beiden Männer den Arm um meine Taille und versuchte mich an sich zu ziehen. Verzweifelt flehte ick die Schelling um Hilfe an. Sie hal mir nicht. Sie lachte nur spöttisch und rief mir zu: .Was hat Sie denn hier her getrieben? Hm. der blasse Neid Na, nun will ich Ihnen auch groß müthig erlauben, mit uns zu genießen. Dann verschwand sie mit dem älteren der beiden in das Nebenzimmer. Nm war ich mit jenem und meiner Todes angst allein. Ach, Hans Weddo, wenn ich da nicht solche Une entroste gehab hätte, stände ick, heute nicht vor Dir Ich läge irgendwo im Wasser und kein Mensch brauchte mehr für mich zu sor gen. Wie ich es fertig gebracht habe, mich der rohen Kraft zu erwehren, weiß ich heute nicht mehr. Ich kann Dir auch nicht sagen, was er wollte, ich schäme mich zu unsagbar davor. Ich habe ge schlagen, gebissen und gekratzt. Abe zuletzt erlahmte ich doch. Wir rocrei m hartem Kampf an jenem Tisch, au dem. neben den Resten einer üppigen Mahlzeit. Glaser und Flaschen umbc standen, gekommen. Da ergriff ich cinc der Flaschen und schlug auf ihn ein m zähem Entsetzen, ohne zu wissen, wo hin meine Schläge trafen. Er ließ ab von mir. .zch glaube, er blutete. ?n I i v v.w.v.v. . , Augenblick bin ich zur Thu hinaus gestürzt, auf die Straße und zum Bahnhof weiter. Fünfzig Mar hatte ich in der Tasche. Die reichten gerade für das Billet, .da Jacket und

den Hut, die ich mir irgendwo unter-

Wegs kaufen mußte, denn ich hatte nur ein Tuch um die Schultern. Nicht wahr. Hans Weddo, ich konnte doch nicht anders, als zu Dir kommen? Wo sollte ich in meiner Angst und Verzweiflung denn fönst wohl hiraehen?" Tarenöerg war von der schlichten Darstellung, die einen Abgrund von chl?chtiokeit bara. erschüttert, Da Herz ryar trnn wey uno m lerne Augen stiegen heiße Thränen. Ja, ja. wohin hätte sie sonst auch gehen können, wenn nicht zu ihm? Höchstens noch in das Unglück, in die Schande. Es wäre ihr gar kein anderer Ausweg geblieben. Das rüttelte an ihm. Es warf die Vorurtheile mit starker Hand in Scherben und zerbrach im Loraus alles, toal Menschenwort und Menschentücke gegen hn aufbauen könnten. Die, welche lieb hatten, würden auch dann an ihn glauben, selbst wenn sich die Verleum dung mit dunkeln, schmutzigen e schichten zu ihnen, vcre. Es galt nur noch die Frage zu beantworten, wo er die Schwester unter bringen sollte. Daß er ste bis zu des Sanitätsrath Tunkers Rückkehr in Trautenberg behalten würde, stand bei ihm fest. Das kleine, zurzeit unbewohnte Jnspektorhaus hinter der Stadt, für das der Besitzer seit lanaer Zeit einen Miether suchte, fiel ihm ein. Ja, das würde gehen. Die spätere Zukunft müßte ihr dann einen Beruf geben, der ihr junges Leben ausfüllte und ihre Kraft in Anspruch nahm. Emen Beruf, dem sie gewachsen war und dessen Ausübung ihr Freude machte. Das würde das Richtige sein. üür heute mußte sie natürlich bei ihm bleiben. Es ging nicht anders. Er mußte ihr nach dem trostlosen Umherirren eine Nacht voll ruhigen Schlafes gönnen. Vielleicht erlosch dadurch die Fieberhitze in ihrem abgezehrten Gesicht und der stoßweise und aufgeregt über die Lippen kommende Athem wurde m den starkenden Stunden, in denen er über ihre Ruhe Wache halten wollte, wieder ruhig. Er begleitete sie bis an die Schwelle seines behaglichen, eleganten Schlafgemaches. Nun schlaf gut, kleine Nora," sagte er weich. . Und Tu. Hans Weddo. wo wirst Du bleiben?" In dem schönen, weichen Lehnstuhl, Schwesterlein." Laß mich doch lieber dort." Nein, Kind, geh' nur. Du brauchst eine gute Nacht sehr nöthig, damit Tu morgen mit hellen Augen in Dein einstweiliges Heim einziehen kannst." Sie sieht ihn scharf an. Wenn ich nun aber krank würde. Hans Weddo?" Er erschrickt. Vorher, als bei ihrem veränderten Aussehen der gleiche dunkle Gedanke in ihm aufblitzte, hat er ihn nicht zu Ende denken können. Nun sie ihn anrübrt. muß er es thun. Ihr entgeht sein plötzliches Erblas sen nicht. Es thut ihr so leid, daß sie ihn geängstigt hat. Es wird ' schon wieder vorüber gehen." sagte sie tröstend, und nun gute Nacht, lieber, guter Hans Weddo." Aber sie glaubt nicht an das, was sie soeben gesagt hat. VOODOO Es ist auch wirklich nicht vorüber gegangen. Das Fieber, das vielleicht schon wochenlang in ihr glühte, ihr Lebensfreude und Arbeitslust nahm, mit bleierner Müdigkeit und jenem niederdrückenden Gefühl der Entbehrlichkeit, das schweren Krankheiten häufig voranzugehen Pflegt, auf ihr lag, ist endlich zum Ausbruch gekommen. Vielleicht deshalb so schwer und heim tückisch, weil sie es verstanden hat. sich so lange dagegen zu wehren. Tarenberg hat eine furchtbare Nacht erlebt. Er hat gemeint, daß sie ihm unter den Händen sterben müßte und doch nicht den Muth gehabt, zu einem Arzt zu stürzen, weil er wußte, daß der einzige, zu dem er volles Vertrauen besaß, erst gegen Morgen von einer Operation heimkehrte. So hat er denn allein versucht, durch kalte Umschläge die zunehmende Fieberhitze zu bannen. Seine ganze starke Manneskraft mußte er gegen das schwächliche Mädchen anwenden, um sie im Bett zu halten. Um sechs Uhr morgens endlich konnte er zu dem alten Generalarzt a. D. Wiedenhöfft, welcher der einzige Freund seines verstorbenen Vaters gewcsen war, gehen. Der kam, obgleich noch nicht aus dem Reisemantel heraus, sofort mit ihm. Er ließ kein Wort des Erstaunens fallen, als er das june. wunderschöne Mädch??. in Tarenbergs Wohnung erblickte. Zurückgezuckt war er freilich und fein Blick hatte Tarenberg seltsam feindlich gestreift. Tyvhüs," fagte er nach der gründlichen Untersuchung kurz. Aller Wahrscheinlichkeit nach der schwerste Fall von .Abdommalis.' " (Fort etzung folgt.) D e n elf giftigen Pilzarten, die man kennt, stehen 40 efr bare gegenüber. Aegstlici7. Parvenu: Jean, daß Sie mii ja nicht dem Herrn Opernsänger vom Fisch serviren!...Es könnte ihm eine Gräte im Hals stecken bleiben und ich habe ihm bereits das Honorar aus-aebändiat!"

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