Indiana Tribüne, Volume 30, Number 5, Indianapolis, Marion County, 29 August 1906 — Page 6

Jndiana Tribüne, 29. August 1906

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(Lnropaische Nachrichten.

Provinz Jjfommexn. Stettin. Tödtlich verunglückt ist der Fleischergeselle Arthur Schmökel. Er kam mit einem Wagen, auf dem sich Schlachtvieh befand, vom Güterbahnhofe, um das Vieh nach dem Schlachthofe zu bringen. Als ihm die Peitsche aus der Hand fiel, griff er vergeblich danach, sprang dann vom Wagen herab, blieb jedoch mit einem Fuße an dem Wagenschwengel hängen, stürzte nieder und gerieth unter & Väder. Da er sich -noch immer festhlelt, wurde er eine Strecke weit mitgeschleift und blieb schließlich todt liegen. A l t t r a m m. Die Leiche des seit dem 8. Januar vermißten Kanoniers Albert Rackow von hier ist dieser Tage bei Natztow in der Persante gefunden und in das Garnison-Laza-rett gebracht worden. Nackow hat aus Liebesgram seinem Leben ein Ende gemacht. Beigard. Bei einem Brande wurden insgesammt zwanzig Gebäude zerstört. Ein ganzer Häuserblock liegt in Schutt. Der Schaden beträgt nahe an 100,000 Mark. 32 Familien sind obdachlos, nur wenige sind mit geringen Beträgen versichert. ES liegt Brandstiftung vor; das Feuer ist an drei Stellen zugleich ausgebrochen. Greifswald. Bei bestem Wohlsein stierte der im 76. Lebens iahre stehende Töpfermeister Elmrfch, in der Steinstraße wohnhaft, sein 60jährigeö Bürgerjubiläum. Die Herren Rathsherr Albonico als Vertreter deö Maaiftrats und Dehnell als solcher des Mrgerfchaftlichen CollegiumS überbrachten dem Jubilar die Glückwünsche der Stadt. K a m m i n. Hier brannte die große Schneidemühle von Gebrüder Beutel nieder- der Schaden belauft sich auf weit über 100,000 Mark. Rummelsburg. Der Sohn des Sckuhmachermeisterö Clemenz und der Eigenthümer Franz Schröder aus Rohr waren damit beschäftigt, Netze von dem Schwantenfee zu holen. ttrber fiel der Kahn um und beide ürzten in den See. Während eS lemenz gelang, sich zu retten, ertrank der 26jährige Schröder. Sassenburg. Hier ertrank kürzlich beim Fffchen der Eigenthümer Fritz Teske. welcher dem Fischereipächter auöhilfeweise fischen half. Ubedel. Ein betrübender Unalückkfall hat sich hier zugetraaen. Der feit vielen Jahren bei dem Mühlenbesitzer E. Maß in Dienst stehende Mehlfahrer Hermann Warmbier ist beim Baden in der Gozel ertrunken. Der Ertrunkene hatte ein Alter von 27 Jahren und stand bei seinem Brotherrn in gutem Rufe. Wanderin. In seltener Rüstigkeit fnerte kürzlich das pensionirte Streckenwärter Stolzmann'fche Ehepaar im Kreise seiner Kinder und Enkel das Jubiläum der goldenen Hochzeit. Provinz Schieswtg-Korstcin. Schleswig. Das Dienstmädchen Sophie Clausen Hierselbst lag in der Nacht lesend im Bett, als die Vetroleumlampe umfiel. Das Mädchen wurde erheblich an den Händen und am Leib verbrannt. A l b e r s d o r f. Die goldene Hochzeit feierten hier die Eheleute Buhmann und Frau. Buhmann ist Kampfgenosse von 184851 und schon seit 15 Jahren Vorsitzender im Kamps genoss enverein. Burg i. D. Hier feierten Christian Libing und Frau, geb. Reimers, im Holsteinischen Hause das Fest der goldenen Hochzeit. Beide sind noch ziemlich rüstige Leute. Libing ist Veteran von 1848 51, er diente beim 13. Bataillon, 2. Compagnie. Er ist 75 Jahre, se.ne Frau dagegen 81 Jahre alt. Libing war lange Jahre Nachtwächter in unserem Ort. E d d e l a k. Die hiesige freiwillige Feuerwehr beging kürzlich ihr 25jähriges Stiftungsfest, woran ein Theil der freiwilligen Feuerwehr Aoerlak theilnahm. Hohn. Beim Heufahren gerieth der fünfjährige Sohn des Schmiedemeisters Schrum unter die Räder eines Wagens, wobei ihm Kopf und Schulter so zerquetscht wurden, daß er nach kurzer Zeit verstarb. Holt. Der 15jährige Dienstjunge Schwarz von hier wurde von einem Pferde auf den Kopf getreten und erlitt einen schweren Schädelbruch. Bewußtlos wurde er ins Lecker Krankenhaus eingeliefert. Kronsmoor. Der frühere Landmann Prehn Hierselbst wollte Schweine bei der Schweinemästerei abliefern. Unterwegs löste sich in Rad vom Wagen und Prehn wurde vom Bock gegen einen Baum geschleudert. Der Bedauernswerthe erlitt einen Schädel- und Beinbruch. Der Wagen wurde noch einige hundert Meter weiter geschleift. Nübelmoor. Kürzlich ertrank hier der 22jährige Hofbesitzerssohn Peter Ludwigsen aus Stenderup bei Westersatrup. P r e e tz. Ein trauriger Unglücksfall ist der 84jährigen Mutter des hiesigen Schlächtermeisters Haack widefahren. Die alte Frau war allein zu Hause und wollte auf dem Hofräum mit einem Stock eine fremde

Katze fortjagen, weil der große, an w K,rte lieaende Ziehhund versuchte,

das Thier zu ergreifen. Der Hund verstand die Sache verkehrt, warf die schwächliche Frau zu Boden und brachte ihr schwere Bißwunden am Kopf und Körper bei. Der Hund hat die That mit dem Leben büßen müssen. Schafhaus. Dem Oberbriefträger Heinrich Schall Hierselbst wurdas Mgemeine Ehrenzeichen verliehen. S L r u p. Der Handlungsgehilst Püschel von hier ist bei einer Radtour durch einen Sturz an abschüssiger Stelle tödtlich verunglückt. T!svovn& Schlesien. B r e s l a u. Der Schlesische Bankverein feierte am 17. Juli den Gedenktag seines 50jährigen Bestehens. Es wurde eine Gedenkschrift ausgeaeben und 200,000 Mark für Gratiftkationen und Wohlfahrtszwecke zur Ausschüttung gebracht. Seit eininiger Zeit vermißte man den 28 Iahre alte Kaufmann Emil Wedekind, der hier in der Promnihstraße 42 wohnte. Dieser Tag zog man seine Leiche bei OSwitz auZ der Oder. Er hatte sich ertränkt. Hier starb im besten Mannesalter nach schweren Leiden der in weiten Kreisen als Notar und Rechtsanwalt bekannt gewordene Justizrath Callomon. Der Verstorbene. der zu den ersten hiesigen Anwälten zählte, hat sich auch in zahlreichen Ehrenämtern verdient gemacht. Czernitz. Der Bergmann Paul Helis badete in dem auf den Bruchfeldern der Charlottengrube befindlichen Teiche. Er gerieth in eine tiefe Stelle und ertrank. E u l a u. Generaldirektor Leistikow von dem bedeutenden Eisenhüttenwerk Wilhelmshütte Hierselbst ist nach kurzer Krankheit im Alter von 66 Jahren gestorben. Jan o witz. Der Blitz schlug in das Wohnhaus des Schneiders Wittek und tödtete die in der Wohnstube im Wochenbett liegende Ehefrau des Wittek. Das vierzehn Tage alte Kind der Wöchnerin blieb unversehrt. K r a p p i tz. Mehrere Kinder spielten an der Verladerampe der Oder, an welcher ein Dampfer festgemacht hatte. Bei dem Versuche, sich an dem Tau des Dampfers zu schaukeln, fiel das 7jährige Söhnchen des Tischlermeister R. Schmidt in den hochangeschwollenen Strom und fand durch Ertrinken seinen Tod. Landeshut. Das 50jährige Dienstjubäum beging der Gerichtsdiener Nmmann Hierselbst. Reichthal. Die Oberin des hiesigen St. Josefs-Stiftes. Schwester Boleslawa, beging ihr 35jähriges Ordensjubiläum. Der Jubilarin gingen zahlreiche Gratulationen in der verschiedensten Form zu; im Namen der Stadt beglückwünschte sie Bürgermeister Urbantzvk. Scbmiedeberg. Der hiesigen Schützenailde ist aus Anlaß der 200jährigen Jubiläumsfeier, welche vom 7. 10. Juli unter zahlreicher Betheiligung auswärtiger Schützengilden stattfand, vom Kaiser ein goldener Schützenadler verliehen worden. T i l l e n d o r f. Rentier Dürre und seine Ehefrau feierten in seltener geistiger und körperlicher Frische das Fest der goldenen Hochzeit. W a b n i tz. Der Abgeordnete v. Kardorff feierte mit seiner Gemahlin das Fest der goldenen Hochzeit, v. Kardorff ist 79 Jahre alt und konnte in diesen Tagen auf eine 40jährige Thätigkeit als Parlamentarier zurückblicken. Provinz gofen. Posen. Ein schweres Unglück ereignete sich im Munitionsschuppen der im Fort Rauch untergebrachten 7. Compagnie des Fußartillerie - Regiments No. 5. Einige Unteroffiziere und Mannschaften waren mit dem Verpacken von Munition beschäftigt. Auf bisher unaufgeklärte Weise explodirte plötzlich eine Platzpatrone für 10 Centimeter - Geschütze, wodurch die östliche Giebelwand des aus Fachwerk bestehenden Munitionsschuppens vollständig zertrümmert wurde. Der im siebenten Jahre dienende Unteroffizier Rothe erlitt schwere Verletzungen am rechten Oberschenkel und oberhalb des rechten Auges. Durch einen Sanitätswagen wurde er nach dem Garnisonlazarett gebracht, wo er kurz nach seiner Einlieferung an den Folgen der erlittenen Verletzungen starb. Weiter wurde durch die Explosion der bei der 8. Compagnie dienende Sergeant Franz nicht unerheblich am Rücken verletzt, während ein Kanonier weniger schwere Verletzungen erlitt. A 1 b e r t o s k e. Der 5jährige Knabe Pausch zündete das Haus seiner Eltern aus Aerger darüber an, daß er von seiner Mutter gestraft worden war. Das Haus brannte nieder. Vromberg. Hier erschoß sich der Zimmermeister Berndt in seinem Bureau. Er galt als sehr reich, war Besitzer eines großen Holzgeschäfts und einer Ziegelei und verwaltete mehrere Ehrenämter. Ueber den Grund des Selbstmordes ist nichts bekannt. F o r d o n. Die siebenjährige Tochter Hilda des Bahnarbeiter Strobbe, welche kürzlich infolge der Explosion einer Petroleumlampe am ganzen Körvkr. schreckliche Brandwunden-

litt, ist im Krankenhause zu Bleichfel-

ve tyren Verletzungen erlegen. Hohensalza. Kürzlich wurde der frühere Fuhrwerksbesitzer Ignatz Hermann von hier mit durchschössenem Kopf auf dem evangelischen Friedhofe todt aufgefunden. Mißliche Familienverhältnisse haben den sonst noch rüstigen Mann in den Tod getrieben. K r o t o s ch i n. Controlleur Dreschke feierte hier w voller Mstigkeit sein 60jähriges Dienstjubilaum. O t t o r c w o. Kürzlich brannte hier das Schulische Gasthaus nieder. Ra witsch. Der Gerichtssekretär Tyrankiewicz Hierselbst beging fein 50jähriges Dienstjubiläum; aus diesem Anlaß wurde ihm der Charakter als Kanzleirath verliehen. Schroda. Ein Wagen eines Wirths aus Pentkowa überfuhr kürzlich das 2V2 Jahre alte Kind des Arbeiters Jereszyk. wobei dieses lebensgefährlich verletzt wurde. Z d u n y. PostVorsteher Grade, der über dreißig Jahre das hiesige Postamt verwaltet hat, ist gestorben. Er hat auch viele Jahre der Stadtverordnetenversammlung angehört und sich um die Weiterentwicklung der Stadt große Verdienste erworben. Provinz SacHlen. Magdeburg. Regierungsrath Frommann von der ProvinzialSteuerdirettion fiel in einem Caf6 in der Nordftont plötzlich um und verstarb an Herzlähmung. Standesbeamter Christian Rothkopf erhielt den Kronenorden vierter Klasse. A k e n. Auf der Fahrt mit einem Motorboot stürzte der Proviantanfahrer Schuster über Bord und ertrank trotz sofortiger Rettungsversuche. Jedenfalls hat ein Schlaganfall dem Leben Schuster's ein Ende gemacht. B a r b y. Das sechsjährige Söhnchen des Bauunternehmers Maydorf von hier fiel aus der Schoßkelle des Geschirrs seines Vaters, wurde überfahren und erlitt schwere Verletzungen. D a h l e n. Landwirth Tüngler von hier verunglückte auf einer Fahrt nach Tangermünde. Er gerieth infolge Scheuwerdens seiner Pferde unter den Wagen und trug so schwere Verletzungen davon, daß er im Tangermünder Krankenhause starb. Großneuhausen Vor dem hiesigen Bahnhof wurde der Arbeiter Christoph Geyer von hier von einem Zuge überfahren und sofort getödtet. Halber st ad t. Ihre goldene Hochzeit feierten die W. H. Brügge'sehen Eheleute. Hauptmann v. Holtzendorff vom 27. Jnfanterieregiment hier wurde auf dem Uebungsplatz Altengrabow von einem Blitzstrahl getödtet. Marienborn. Auf dem hiesigen Klostergut stürzte der Knecht Heinrich Junge von seinem Geschirr hinab, gerieth unter die Räder und wurde auf der Stelle getödtet. Osterhausen. Geschirrführer Becker aus Eisleben gerieth hier unter seinen Wagen, wurde überfahren und erlitt so schwere Verletzungen, daß er alsbald starb. Sangerhausen. Die Ehefrau des Zuschneiders Kühne stürzte beim Fensterputzen aus bedeutender Höhe herab und zog sich so schwere Verletzungen zu, daß sie unter großen Schmerzen starb. T h a l d o r f. Das zweijährige Söhnchen des Maurers Otto fiel beim Spielen in ein Faß mit Futtervorräthen und fand denTod durch Ersticken. Unter - Krieg s stedt. Der Raubmörder Greie, der den Schlosser Herzog bei Leipzig ermordete, wurde auf Grund des Signalements hier von dem Zimmermann Karl Gaudis erkannt. Gaudis verständigte alsbald den Gendarmen, worauf die Verfolgung des Mordbuben aufgenommen wurde. Er bedrohte seine Gegner zuerst mit einem Messer, beging aber gleich darauf Selbstmord, indem er sich die Pulsadern und den Hals durchschnitt. W o r b i s. Kreisarzt Dr. Felix Kraemer erhielt den Kronenordn vierter Klasse. rovrnz Kcrnnover. Hannover. Der wegen Todtschlags von Leipzig aus verfolgte Tischler Köhler und seine Geliebte, die angebliche Schauspielerin Lange, wurden hier von der Criminalpolizei festgenommen. Köhler drohte bei der Festnahme, den Beamten zu erschießen, ergriff aber dann die Flucht und sprang in die Leine. Er wurde aber bald wieder aus dem Wasser gezogen. Alfeld. Ein Schadenfeuer zerstörte im benachbarten Gerzen das Wohnhaus des Hopfenhändlers W. Kuckuck, während der Besitzer selbst in Hannover bei Verwandten zum Besuch weilte. B r i n k. Hier feierte der Tischlermeister Justus Lorentz und seine Ehefrau Marie, geb. Pieper, das seltene Fest der goldenen Hochzeit. Dem Jubelpaar, das sich noch einer allgemeinen Rüstigkeit erfreut, wurde von Pastor Gerlach - Langenhagen das vom Kaiser gewährte Ehrengeschenk im Betrage von 50 Mark überretcht. E m d e n. Capitän Arm Vn vom Logger Jda" der hiesigen Fischerei-Aktiengesellschaft Neptun" ist auf hoher See über Bord geschlagen und ertrunken.

Meik Habersack's Hchrelbebries.

WmAm.

Veohrter Mister Edithor! Well, der Fonn is jetzt im Gang. O, ei tell juh, wann es nit weae mei Schapp wär, dann wär ich aus die Taun fort, un Apple Jack, Holie Terrer Kauntie, hätt mich nie nit mehr gesehn. Sie könne schuhr genug noch riemembere, was ich Jhne in mein letzte Schreibebrief rieportet hen; ich meine die Selma ihren Striek mit die Ettjukehschen von die Kids. Ich hen, wie Sie wisse, alles qetreit, sie davon abzubringe, un hen sogar en Spietsch gemacht, der von Schiller hätt sein könne bei den Weg: hen Sie noch e paar Kappies von Jhne Jhrn letzte Jschuh?, ich möcht gern meine Freunde in die alte Kontrie riemembere , awwer alles Hot kein Gu gedahn; o, ei tell juh, die Selma Hot n Kopp, der is wie en Klotzkopp, was do emol drin is, das kann mer noch nit mit en Dreschflegel eraus kloppe. Also, am folgende Morgen, wie ich noch in die Klapp gelege hen, do hen ich daunstehrs e Rumorn un en Foß gehört, daß ich gedenkt hen, Baldrians dehte muhfe. Ich hen mich so langsam gedreßt, un wie ich daunstehrs komme sin, do Hot in den Liffingruhm e Peijenno gestanne, un die Selma Hot druff erum geklimpert, daß mich die Haar zu Berg gestanne hen. Das war awwer noch nit all. Es war auch e Fiddel da, was mer uff deutsch e Weiolien rufe duht. Die Kids hen um die Instruments erum gestanne un hen Fehses gemacht, wie e Heerd Kättel, wann se in Front von den Schlahterhaus stehn duht. Die Buwe hen jn die Instruments ihren Finnisch gesehn, das meint den Doht von ihre persönliche Freiheit, Die Selma Hot dann bekannt gemacht, daß heut Mittag die Lessens starte dehte. Se hätt for jedes Instrument en speschel Tietscher geheiert un deht auch noch Tietschers for Rehzittehschen un Gesang un Dehnzing kriege. .Selma", hen ich gesagt, sag mich nor emol for Pittiesehis, welcher von deine Buwe soll denn Dehnzing lerne? Wie kannst du auch nur for en Moment denke, daß einer von die Fellersch fehnzie Danze lerne kann? Wei die hen ja Füß wie Laibbrote, odder wie Brickstein - Mohlds un bieseids das hen se auch krumme Bein. Das wär e Seit, wann die mit en fehnzie Danz an e Stehtsch eppiehre dehte. wei, die ganze Welt deht ja lache." O, ei dont noh", Hot die Selma gesagt, ich kann do nicks lächerliches finne. Off Kohrs die Buwe hen nit ecksäcktlie die strehteste Bein, un ihre Fieß sin auch nit die kleinste, awwer was macht das aus? Ich hen mein Meind uffgemacht, daß die Kinncr ettjukehtet wer'n solle, un dont iu fergett it. ich fickse's auch". Do war also nicks zu mache. Well, hen ich gesagt, dann deht ich gleiche noch e annere Kwestschen an dich zu richte: Welches von die Kids soll denn singe lerne?" Der Kuni," Hot die Selma gesagt. For Hewwens Sehks". hen ich gesagt, der Kuni, wei der Hot ja noch nit so viel Muhsick in sich wie e Tomehtokänn. Wann der starte duht zu singe, das reizt ja das Volk zu e Rcffoluhschen auf, das gibt ja das reinste Blutbad, un wann sich die Bolies da nit enei lege duht, dann deht ich die ganze Fohrs dißtschartsche". Do is awwer die Selma mähd aeworde. Se sagt, in die erschte Lein deht mich das gar nicks angehn, was sie mit ihre Buwe mache deht, un dann noch e anneres Ding, deht ich auch nicks von verstehn, un sie wär schuhr, wann Jemand den Schwanegesang aus den Trubaduhr singe deht, dann deht ich denke es wär Ach du liewer Äujuftin". So, das Hot mich for e Weil gehalte. Ich sin fort, un sin erscht am Obend Widder beim komme. Wann ich awwer eckspecktet gehabt hen, daß jetzt alles ruhig wär. do sin ich arig mißtehken gewese. Jn den Parlor Hot der Fred sei Fiddellessen gehabt, un in den Liffingrubm war den Emil seine Peiennolessen. Ei tell juh. das war fiers. Ich hen emol w e stille Sommernacht in die Kontrie geschlofe. un do sin wenigstens siwwe Dutzend Katze zu ere Mäßmietung zusammekomme un hen gebeult un gehallert, daß ich puttieniehr krehsig geworde sin. Awwer das war Kinnerspiel gege den Ohreschmaus, wo ich jetzt in die Selma ihren Haus hen höre müsse. Jn selle Minnit hen ich en heilige Schwur geleistet, daß ich das Bißneß noch ein Dag mehr stende wollt, un wann dann kein Stav dazu geputt deht wer'n, dcrß ich dann meine Dotts Päcke un losschiewe deht. Ich sin in mei Ruhm gange, un nach t paar Minnits. do Hot uff eemol die

Muhsick gestappt. Ich hen e ferchterlicheS Gekrisch un Gehaller gehört. Stuhl sin umgefaüe, un Disches sin verbroche worde. Was die Kränk iS dann do die Mätter. hen ich gedenkt. Du besser gehst enl gucke. Ich sin daunstehrs gange, un do hen ich awwer ebbes schönes gesehn. Die Selma un der Christ hen an den Fwhr gelege un hen sich ganz schrecklich verhammatscht, die Kids hen Part in den Wahr genomme, u ein Part Hot den Christ geholfe un der andere Part die Selma. Ich hen awwer reiteweg genohtißt, daß die Pluhrallithee den Christ essistet Hot un die Selma einmal nach den annere mol in die Rivvs gepohkt Hot. Ich hen mich mit dem Uffgebot meiner ganze Strengs dazwische gesterzt un hen die streitende Parteie ausenanner gedriwwe. Jetzt hen ich erscht ausgefunne. was der Trubel war. Der Christ Hot trotz seiner Schofsgeduld den Radau nit mehr stende könne, un do is es zum Krach komme. Well, wie ich das ausgefunne hen, do hen ich mich mitaus noch e Wort zu sage, Widder geduckt un hen mich noch en Siegesschopve genehmigt. Jn Familie - Effehrs duhn ich nit gleiche uffzumickse. Mit beste Riegards, Juhrs trulie Meik Habersack. Eskweier un Scheriff von Appel JStk, Holie Terrer Kauntie. Die ZeUgsz,ige.

Der Zeitungsanzeige widmet eine deutschländische Zeitschrift eme kurze Besprechung, worin es heißt: Wie wenig selbst gewiegte Geschäftsleute mit den wichtigsten Bedingungen einer nutzbringenden Ankündigung vertraut sind, das kann Jeder an den Jnsero ten seines Blattes beobachten. Der eine kann sich nicht genug thun in der Anhäufung von Beiworten, der andere holt die unglaublichsten und unmöglichsten Vergleiche vom blauen Himmel herab, der dritte phantastrt eben drauf los. Wem rein gar nichts einfallen will, der macht sich doch wenigstens auf großem Raume breit und meint, wenn er mitten in das weiße Feld einen kleinen Tupfen Text hineinsetzt, so sei das äußerst vornehm oder gar künstlerisch angekündigt. Dann wieder wird der theuer erkaufte breite Platz durch ganz sinnloses Nebeneinanderstcllen und Auszählen aller nur erdenklichen Sachen im wahrsten Sinne des Wortes vertrödelt ein solches Durcheinander muß ja viel mel)r abschrecken als anziehen. Wovon hängt denn nun aber die Wirkung einer Annonce ab? Zunächst und zu allererst davon, wie der Raum ausaenutzt und als ein in sich geschlossenes Ganzes typographisch ' aufgebaut ist. Dies planmäßige Formen und Abgrenzen, dies Vertheilen des Buchstabenschwergewichts innerhalb des Raumes ist es, was den meisten Ankündigern, also den Geschäftsleuten aller Art noch gar nicht als Problem ihrer Zeitungsreklame aufgegangen zu sein scheint. Warum lassen sie sich von den Setzern ihr zugemessenes Feld immer nur rechteckig füllen? Ist der Kreis, die Ellipse, kurz die geschweifte oder auch die mehrfach gebrochene Linie nicht geradeso berechtigt und unter Umständen wirksamer? Hat man viel Text unterzubringen, so hebe man ein Schlagwort oder mehrere kräftig heraus, so daß mindestens dieses dem Leser, der doch die Anzeigenseiten meist nur durchfliegen" wird, in's Auge fällt und im Gedächtniß haften bleibt. Von der anekdotischen Illustration, die früher häufiger war, ist man glücklicherweise abgekommen. Aber deswegen brauchte man noch keineswegs auf Witz und Humor ganz und gar zu verzichten bei Gegenständen, die dergleichen zulassen. Die sögenannten neuzeitlichen Annoncenwitze jedoch, die meist auf irgend einem Vexirscherz beruhen, sind meist nur läppisch und gauz und gar nicht witzig. Betrachtet man gar die MerkWorte, z. B. die für gewisse Nährmittelfabrikate und künstliche Getränke, so wird man selten auf ein Wort swßen. das wirklich einen AnschauungSwerth hat und sich infolgedessen dauernd in's Gedächtniß gräbt. Meist kokettiren diese Neuprägungen mit ihrer fremdsprachlichen Herkunft und sind zudem fast immer so sprachwidrig gebildet, daß sie eben nur durch ihre Absonderlichkeit ausfallen, ohne für länger haften zu bleiben, d. h. nachhaltiger, die Aufmerksamkeit erregend, zu wirken. Werden sie wirklich einmal in's geliebte Deutsch übertragen, wie die Cakes einer Bielefelder Fabrik. so gebiert der stolze Wettbewerb aus Alldeutschland auch eben nur die Knusperchen das ist nicht gerade viel." Gelbe, weiße und andere hellfarbige Angorafelle sind durch Abreiben mit heißem Reismehl zu reinigen. Dieses toir in einem kupfernen oder Messingtesftt unter stetem Umrühren mit einer Holzkelle erwärmt. ES muß sehr heiß sein, darf aber nicht bräunen. Beim Abreiben der Felle zieht man am besten Handschuhe an. Durch Klopfen ist schließlich daö Mehl aus dem Fell zu entfernen und das aar wieder in die rechte Lage zu brrngen; eventuell ist ein recht weiter Kamm zu Hilfe zu nehmen.

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