Indiana Tribüne, Volume 30, Number 5, Indianapolis, Marion County, 29 August 1906 — Page 1

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Unter den Rädern eines Zuges

Hauchte Thomas Egger sein Leben au. An der Massachusetts Avenue und ural Straße Kreuzung der Bahnge leise wurde heute kurz vor Mittag Thomas Ezger, 2207 Wheeler Straße wohnhaft, von einem Zuge getroffen und augenblicklich getödtet. Egger ftand im Begriffe, südlich ge hend. die Geleise zu überschreiten, als er von dem auSfahrenden New York Central Zuge getroffen wurde. Er wurde etwa 20 Fuß über die Geleise hinweg geschleudert. Nachbarn, welche den Unglücksfall bemerkt hatten, waren sofort zur Etelle geeilt, dem Unglücklichtn Hilfe zu leisten, jedoch war der bejahrte Mann leider so fürchterlich verstümmelt, daß er unter ihren Händen seinen Geist aushauchte, ehe ürzt liche Hilfe zur Stelle sein konnte. Die Leiche wurde nach dem städtischen Todtenhause gebracht und dort bis auf Weiteres aufgebahrt. Personal-Notizen. Herr und Frau Jacob Z w i e S l e r von Dayton, C, El tern von Frau Carl HaaS. Ecke Wyo ming und High Straße, verweilen hier auf einer kurzen Besuchsreise. HerrLouiSH. Vollrath, der wohlbekannte Grocerift. No. 125 West Morri Straße wohnhaft, feierte am Dienstag im reise zahlreicher Freunde seinen 60. Geburtstag. Kleine Staötnenigkeiten. Ella S e r g e b e r und Libe McKee, die einen kleinen aus seinem ttöftg entwichenen Affen einzufangen sich bemühten, erhielten im Kampfe mit dem kleinen Bierhünder mehrere Biß wunden. Die unter dm Auspicien der Y. M. C. A. jahrlich veranstalteten Wettschwimmen werden am kommenden Samstag im Broad Stipple Park abgehalten. F r e d. B l u e, der in Van Camps PräserveN'Fabrik in da Maschinenge. trieb gerieth. ist seinen Verletzungen erlegen. Die Home Brauerei hat daS zweistöckige Backfteingebäude an der Nordweft'Ecke der Cruse und South eaftern Ave. zum Preise von $15,000 erworben, um die Osficen der Com pagnie dorthin zu verlegen. Die vor 45 Jahren in Boston ge gründete American Pharmaceutical Society wird in der kommenden Woche hier ihre Versammlung abhalten. Sitzg der Schulbehörde. In der gestrigen Sitzung der Schul behörde wurden wegen Abwesenheit mehrer Mitglieder nur die dringenften Routine . Geschäfte erledigt. George Merritt, welcher seit 30 Jahren Truftee der Gregg Fonds gewesen ist, reichte bei der Behörde seine Refignation ein. Sein hohes Alter von 80 Jahren giebt er als Grund seiner Handlung an. Die Behörde beschloß vor dem 15. Sept. eine Spezialfttzung anzuberaumen, um sich Über die Spielplatz'Fragen zu be rathen, denen George Merritt ein große? Jntereffe entgegen dringt. Dampfer Irene-. New York, 29. Aug. In den Bureaus des Norddeutschen Lloyd traf die Meldung ein, daß der Dampfer .Prinzessin Irene, aus welchem Wil liam JenningS Bryan ein Paffagier ist. heute früh 1.40 Uhr den Nantucket Leuchtthurm pasftrte. Mit dem Dam pfer ausgetauschte Eignale besagen, daß an Bord alles wohl ist. Man erwartet die Landung gegen 3 Uhr heute Nachmittag. Fünf Arbeiter getödtet. L o v e l a n d, O., 29. August. Fünf Arbeiter wurden nahe dieser Stadt getödtet. Dieselben waren, um einem nahenden Frachtzuge au? dem Wege zu gehen, auf ein andere Geleise getreten, als fie von einem Passagier zuge getroffen wurden.

Nagekhe Erfahrung Macht ein hiesiger Privat Detektiv in Ohio.

R. G. Ballard, ein hiesiger Privat Detektiv, der nach Hamilton, Ohio, abgereift war, um einen des Mordes Verdächtigen zu verfolgen, wurde geftern dort verhaftet und vom Mayor mit einer recht gefalzmen Strafe be dacht. Ballard, der ftch anscheinend in seiner Würde ein wenig zu groß vorkam, soll nämlich mit einem Kentuckier Namens Alexander eine Controverse gehabt haben und er ist beschuldigt seinen Re volver gezogen und Alexander mit dem Tode bedroht zu hlben. Der Mayor bestrafte ihn mit $5 nebst Kosten und 30 Tagen wegen Tra genS verborgener Waffen; $10 nebst Kosten wegen Keilerei ; ungehöriges Betragen $5 nebst Kosten und wegen Schießens innerhalb der Stadtgrenzen $10 nebst Kosten und 30 Tage. Ballard soll den Vorsatz ausge sprachen haben, oas Detektiogeschüft an den Nagel zu hängen, sobald er au diesen Unannehmlichkeiten befreit ist. vergangene Tage Das Thema der Germania Loge. Die gestern Abend abgehaltene Sitzung der Germania Loge No. 129 I. O. O. F. gestaltete sich zu einer schönen Gedenkfeier, in welcher vieler, vor Jahren geschehener Ereigniffe ge dacht wurde. Den Anlaß lieferte die Verlesung einer im Jahre 1865 in der Germania Loge vom Bruder Tobias Bender ge haltenen Rede, welche seinerzeit in der Office des hieran Jndiana Volks. Malt" in Pamphketform gedruckt wurde. Besonderen Eindruck machten die Worte deS Bruder Bender in welchen er auf den kürzlich beendeten Bürgerkrieg hingewiesen hatte. In liebevollen Worten gedachte er der Gefallenen und mit glühcnder Beredtsamkeit entfachte er das Mitgefühl der Ordensbrüder für die verlassenen trauernden Hinterblie denen. Auch ein altes Gedicht, welches bei Jnftallirung einer der ersten Ood Fellow Logen vorgetragen wurde, ver fehlte seinen Eindruck nicht. Bruder ChaS. I. Schmidt. Br. Meyer und andere der alten Mitglieder erzählten von den Vorgängen früherer Tage, vom Geiste und Opfermuth der Gründer. Nach Schluß der Sitzung fanden sich die Brüder in der Banquet'Halle ein, wo dieselben als Gäste des Mozart Club noch eine angenehme Zeit ver brachten. Central Labor Union i Sitzung. In der Versammlung der Central Labor Union wurden folgende Delega ten zur Jndiana Staats Convention der Federation of Labor, die am 25., 26. und 27. September abgehalten wird, erwühlt: Frl. Anna Kirby. E. W. McGin. nis. Henry Friedman. Henry Simon, John Hugheö. Die Angelegenheit der Festlichkeit, welche am Abende des ArbeiterTageS in der Südseite Turnerhalle abgehalten werden sollte, kam zur Sprache, die von der C. L. U. geplante Festlichkeit wurde abgesagt und die Halle wurde dem Arbeitertag'Comite übergeben. Blatter i milder Form. Laut den beim Secretär der Staats GesundheitSbehörde eingetroffenen Mel düngen find in vier CountieS des Staa te, Marshall, PulaSki, Starke und Fulton die Blattern in milder Form aufgetreten. Die Berichte zeigen, daß fast zweihundert Fälle der Behörde gemeldet wurden. Da bei Eintritt kühlerer Witterung gewöhnlich auch die Krankheit einen heftigen Charakter an nimmt, wurden die Einwohner ersucht sich der Impfung zu unterziehen. Auch viele Fülle von Typhus wurden gemeldet, doch ist glücklicherweise auch diese nur in einer milderen Form vertreten.

Kollision

Straßenbahnwagen mit einem Möbelwagen. Mehrere Personen verletzt. Die Verletzten. s Herbert Shepherd, 2311 W. Morris Straße. Frau Kline und Säugling, Mafia chusettS Ave. und Eaft Str. Charles Norton, 2311 W. Morris Straße. Ein großer Menschenauflauf wurde gestern Nachmittag gegen 5 Uhr an der Ecke der Nord Pennsylvania und St. Joe Straße, durch den Zusammenstoß einer Nord Pennsylvania Str. Car mit einem Möbelwagen verursacht. Herbert Shepherd, 2311 West MorriS Str.. fuhr mit einem vollgeladenen Möbelwagen aus der St. Joe Straße, um die Pennsylvania Straße zu pas firen, als ein Nord Pennsylvania Stra ßenbahnwagen angefahren kam, den er von der St. Jce Straße nicht sehen konnte. Er trieb die Pferde an, um dem Anprall auszuweichen, jedoch zu spät. Mit einem furchtbaren Krach erfaßte der Waggon den Möbelwagen und kippte ihn um. Durch den Stoß wurde Herbert Shepherd vom Bock geschleudert und zog sich eine schwere Quetschung deS Ellenbogens zu. Der Unglückliche u urde im städtischen Ambulanzwagen nach dem Stadt Hospital gebracht, grau Kline und Säugling und Charles Newton, die sich in dem Möbelwagen befanden, kamen mit leichten Schräm men davon. Der Wagen und die Möbel waren durch den Anprall stark befchä digt worden, und nahm es eine geräume Zeit in Anspruch, daS Geleise aufzuräumen, um den Verkehr wie der freizugeben. Die Paffagiere der Car kamen mit einer starken Erschütte rung und dem Schrecken davon. Der Pleasant Run AbzngSkanal. Eine Versammlung der betheiligten GrundeigenthumS'Befitzer und der Be hörde öffentlicher Arbeiten wird heute Abend 8 Uhr in der Office der Behörde abgehalten, um die Angelegenheit deS Pleasant Run AdzugS.CanalS zu be sprechen. Der fast vier Meilen lange AbzugScanal, der von derKeyftone Ave., etwas südlich von der Prospect Str., aus dem Nordufer des Pleasant Run bis zum White River sich erstreckt, kann nämlich nicht ausschließlich den Straßen folgen, und man wird deS halb genöthigt sein, denselben durch Privatgebäude zu führen. Zweck die ser Versammlung ist nun, die Rechte zu erwirken. Die Privat Ländereien zu durchqueren, ohne zum ttondemnie rungSverfahren schreiten zu müssen. Die Kosten deS Abzugskanales belaufen sich auf annähernd $130,000. Chaffenr entlassen. Fred Scanlon. der Chaffeur, welcher vor mehreren Wochen Philip Moeß mer beim Bahnhofe überfuhr, wurde im Polizeigerichte entlassen. Scanlon brachte Zeugniß ein, daß die Straße zur Zeit des Unfalles mit anderen Gefährten derart blockirt war. daß eS unmöglich war,auSzubiegm oder rechtzeitig anzuhalten. Scanlon brachte Moeßmer seiner Zeit nach Hause und sorgte für Arzt und Medizin. Moeßmer behauptete, daß Scanlon im Ulk auf ihn zugefah ren sei und daß er sogar noch die Schnelligkeit erhöhte. Radlerpolizist Müllen, der auf den Zeugenftand gebracht wurde, sagte au, daß Moeßmer zur Zeit Scanlon von aller Schuld frei sprach. Wirthschafts - Nebernahme. Meinen freunden zur Räch richt, daß ich die Führung derWirthschaft 1553 Columbia Ave. übernommen habe. Kran, WeUacher, gr.

Thörichter efihlsdnsel.

Zuchthauskleidung giebt eS nicht mehr in der Reformanftalt. Die Tage der gestreiften Anzüge in der Jefferfonviller Reformanftalt find gezählt. ES wird hinfort nur grauer Stoff getragen werden, und die beiden ersten Grude sind durch besondere Knöpfe ausgezeichnet. Leute dritten Grades werden bis zu ihrer Besserung in Einzelhaft geschickt, doch ist daS jetzt nur bei Wenigen der 1100 Insassen der Fall. In den Tagen deS alten, südlichen Jndianaer Zuchthauses wo man die Strüffinge noch nicht verhätschelte trugen dieselben schwarz und weiß gestreifte Anzüge, die den Vortheil hat ten, daß man den Sträfling auf wei tere Entfernung hin erkennen konnte. Unter der Administration A. T. HertS wurde dann die Anstalt die Reformanstatt, und die Anzüge wurden dann in drei Grade getheilt. Der dritte unterschied sich nur wenig vom alten Ko ftüm. Heutzutage erhalten diese Bur schen geschneiderte. sehr hübsche Anzüge. Der Hauptnachtheil dieses Systems liegt darin, daß ein entsprungener Sträfling sehr schwer als solcher er kannt werden kann. Der Entlassene aber kann den Anzug ruhig weiter tra g.n. Früher gab man den entlassenen Sträfling die Kleider wieder, die er bei der Emlieferung getragen hatte, und da kam es dar. daß einer der Burschen im Sommer in Winterkleidung er schien, und umzekehrt. Auf die Weise machten dann die Jefferfonviller Klei derhändler glänzende Geschäfte. Diese hatten dann ihre RunnerS", die sich oft massenhaft einstellten, wenn die Entlassung eines Sträflings bevorstand. Oft geriethen fich die RunnerS- in die Haare, und das Kaufobjekt" kam dabei häufig am Schlechtesten weg. Diese gute, alte Zeit" ist jedoch längst vorbei. Der Wechselfälschung angeklagt. Auf einen Verhastöbefehl hin, welchen Edwin D. LogSdon erwirkt hatte, wurde gestern Pearl M. Dunn von Frankfort, Ind., von den Geheimpoli ziften Morgan und Kinney hinter daS eiserne Gitter gebracht. Dunn wird von LogSdon beschuldigt, am 5. Juli einen Wechsel, auf 5500 lautend, zahl dar in der Capital National Bank ge fälscht zu haben, indem er den Namen seines Onkels als Aussteller benutzte. LogSdon. der mit dem Onkel von Dunn persönlich bekannt war, indosfirte den Wechsel. Nachdem der Wechsel in Zah. lung gegeben war, will der Indossant in Erfahrung gebracht haben, daß daS Papier gefälscht war, worauf die Ver Haftung deS Dunn erfolgte. Für die Freilassung desselben wurde eine Bürg schaft von 83000 gefordert. Hnudd esiver melde fich. In der Office des Stadt.Controlleurö find jetzt beschäftigte Tage. Die Eigenthümer der Hunde, die Handelsleute und die FuhrwerkSbefltzer find endlich zur Erkenntniß der Thatsache erwacht, daß in der Lizensenangelegenheit nicht weiter gespaßt wird, und daß den Saumseligen recht unangenehme Dinge bevorstehen. Am Montag er schienen mehr wie 100 saumselige Be fttzer von Hunden und die Zahl der gefternZahlenden wird auf 200 geschätzt. Die Polizisten haben ihre Rundreise angetreten und Verhaftungen werden erwartet. Vermißt. W. W. H o w a r d, 30 Süd Cavitol Ave., ersuchte gestern die Polizei, Recherchen nach dem 37.jährigen Jaö. Green, 30 Süd Capital Ave., anzustrengen, welcher seit mehreren Tagen spurlos verschwunden ist. Die Eltern des Vermißten find sehr besorgt, da fie vermuthen, daß demselben ein Leid angethan ist. Andere find der Mei nunii, daß ftch Green nach Seymour, Ind., begeben hat.

Hin letzter Mahrs.

Hohe Zeit für eingewanderte Deutsche, ihre Bürgerpapiere zu erlangen. Jeder deutsche Eingewanderte, der beabsichtigt, fich dauernd hier niederzulassen und seine Bürgerpapiere zu erwerben, thut wohl daran, die einlei tenden Schritte zu seiner Naturalisation zu thun. Seit das neue NaturalisationS'Ge setz angenommen wurde, werden die Beamten täglich von Leuten überlaufen, welche noch in den letzten Stunden eine Unterlassungssünde gut machen wollen. Unter denjenigen, welche fich täglich einsinken, haben viele schon zwanzig Jahre und darüber in den Ver. Staaten gewohnt und nur die strengen Be. ftimmungen des neuen Gesetzes veranlassen sie jetzt, noch vor dem Inkrafttreten des neuen NaturalisationS'Ge setzeS ihre ersten Papiere herauszuholen. Zwar ist daS neue Gesetz nicht annähernd so scharf, wie die zuerst eingereichte Gesetz Vorlage ; denn dieselbe hätte für einen guten Theil der Einwanderer beinahe prohibiiiv gewirkt, da im Falle ihrer Annahme ein Ein gewanderter hätte englisch sprechen, lesen und schreiben müssen, um die amerikanischen Bürgerpapiere zu erlangen. DaS neue Gesetz tritt am 29. September in Kraft. Fairbank. Auch gestern Ab?nd hatte fich eine stattliche Anzahl Mufikliebhaber eingebunden, um den Klängen der Weil's Kapelle zu lauschen. Der Carneval der Musiker- ist eine der bisher hier nicht gehörten musikalischen Novi täten und dieselbe verfehlte ihre Wirkung nicht. Der Carneval der Solisten entstand während der Weltausstellung, und zwar fand er fei nen Ursprung darin, daß viele der Be sucher bezweifelten, daß in einer Ka pelle von 50 Musikern jeder Künstler u. Solist sein könne. Weil bewies dieses in schlagender Weise dadurch, daß er eine Anzahl seinerlMusiker Soli spie. len ließ. Mit der Zeit entwickelte sich auö diesen Anfängern diese so unge Heuer populäre Vortragsweise, welche bis jetzt nur in Weil'S Kapelle zur An Wendung kam. Frecher Diedftahl. Einer der verwegensten Gaunerstreiche wurde gestern in der Wohnung der Frau JameS gleicher, 851 English Ave., augeführt. Ein Mitglied der Gesellschaft, welche daS Mein und Dein nicht beachten, paffirte gestern daS Haus 851 English Ave. Da er daS Fenster der Schlafftube offen fand, machte er Halt und nahm eine Untersuchung vor. Auf einer Kommode, welche in der Nähe deö Fensters ftand, bemerkte er mit Rundblick ein Schmuckkästchen, das mit einem Griff durch das FenSer in seinem Besitz war. So be reichert setzte er unbehelligt seinen Weg fort. Kurze Zeit darauf betrat Frau Flet cher das besagte Zimmer und vermißte daö Kästchen, in welchem fich zwei Diamantringe befanden. Sie machte der Polizei eine sofortige Meldung, welche eifrig bemüht ist, deS verwegenen Diebes habhaft zu werden. Butier erhält man kühl und frisch, indem man auf einen großen Teller einen Dessertteller umgekehrt legt, auf diesen die Butter gibt und darüber einen passenden, neuen, in Wasser getauchten Blumentopf stülpt, dessen Loch man mit Salizylwatte verstopft. Man gießt nur auf den Rand des großen Tellers Wasser, durch dessen Aufsaugung und Verdunsten eme erhebliche Kühlung er reicht wird. Man wechsele mit zwei Töpftn ab. Soll die Butter länaer gehalten werden, so salze man sie stark und wasche das Salz vor dem Gebrauch wieder aus. Ranzige Butter waskhe man aus und knete sie mit frischer Milch oder Sahne durch. Zu Kochzwecken kann man die Butter auch aus lassen, doch verliert sie dadurch ihr Aroma. In England la ckirt" man die eingestampfte Butter mit einem Zuckerguß.

Nachrichten aus Jndiana. New A l b a n v. Gestern fand eine Sitzung des Aussicht, und Unter-suchungö-ComiteS des EtadtrathS statt, in Uebereinstimmung mit den in der Extrafitzung am Samstag Abend ge faßten Beschlüssen. Diese weisen das Comite an, die Annahme des Canal syftems durch den ArbeitSrath zu un tersuchen, welcher Maßregel vom Stadtrath und dem Stadtanwalt op ponirt wurde. Allem Anscheine nach stehen fette" Prozesse in Aussicht. Was das Jmpeachment" Verfahren gegen Mayor Grose anbetrifft, so hat eS wenig Zweck, dasselbe einzuleiten, da der Mann ohnehin nur noch etliche Tage im Amte bleibt. E v a n 3 v i l l e. Die Deutsche Gesellschaft hat beschlossen, im Laufe des nächsten Monats eine Müssender sammlung in dem größten der hiesigen Theater abzuhalten und mit besonderer Energie gegen den angedrohten Sonn tagözwang zu proteftireu. Mehrere Redner sprachen sich dahin auS, daß man mit solchen ZwangSmaßregeln der Unmüßigkeit nicht zu steuern vermöge, die Erfahrung lehre vielmehr, daß daS Gegentheil damit bezweckt werde. Zudem seien solche Maßregeln geeig net, den Ardeiter vollends um die wenige, ihm noch vergönnte Erholung zu bringen. Unter den Rednern war auch Pastor Lange, der Prediger der großen St. Johanniö-Gemeinde dieser Stadt, welcher ebenfalls aus den angedeuteten und anderen Gründen gegen Sonntagszwang eintrat. Das an den Stadtrath gerichtete Ge such ist bereits mit Tausenden von Un terschriften versehen, und man hofft daher, daß es dieser Körperschaft gelin gen werde, wenigstens einen indirekten Druck auf den Mayor auszuüben und ihn zum Einlenken zu veranlassen.

Polizeiliches. Der Neger ChaS. Wilson, welcher am Neubau 619 Fort Wayne Ave. beschäftigt ist, meldete gestern der Poli zei, daß ihm wahrend der Arbeit seine Uhr aus seiner Hose, welche er in einer Bude aufgehängt hatte, gestohlen worden ist. Eine Anklage, geistige Getränke an Minderjährig verkauft zu haben, brachte gestern den Wirth Anzell Huber, 2101 West MorriS Str., hinter Schloß und Riegel. Der Verhaftö befehl wurde von Joseph B. Kempf erwirkt, der den Wirth beschuldigt, seiner Tochter Lillian May Kempf, 17 Jahre alt, am 25. August Bier verkauft zu haben. Für die Freilassung deS Verhafteten wurde eine Bürgschaft von 1500 verlangt. Kleine Diebftähle. P. F. S a r r, 806 Nord Eaft Str., meldete gestern der Polizei, daß den Bewohnern in Nummer 719 Nord Eaft Straße eine eiserne Badewanne nebst Gestell entwendet worden sei. Die Ge genftünde find seit letzten Freitag ver mißt worden. Frau L. Zoschke, 522 Bevel Ave., beklagt den Verlust eines Bün dels Zeug, welches fie in ihrem Stall aufbewahrt hatte. Drei Knaben sollen mit einem Wagen in der Alley hinter dem Hause gesehen worden sein, und vermuthet man, daß diese den Dieb stahl ausgeführt haben, da später auf deren Wagen einBundel gesehen worden ist. Der Sohn der Frau Herman Zoschke, 2321 Oft Michigan Str., meldete den Vorfall der Polizei. Inder gestern Bormittag abge haltenen Versammlung des demrkrati schen Staatö'ComiteS, wurde S. E. Cox als der erste nominirte Kandidat des dritten Congresfionellen DiftrikteS anerkannt. Zenor, der OppofitionSKandidat für die demokratische Nomi nation war weder in der Versammlung anwesend, noch war derselbe offiziell vertreten. Man vermuthe!, daß der selbe sich nicht mit der Entscheidung de KomiteS zufriedenstellen wird und daß er versuchen wird, unabhängig erwühlt zu werden.

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