Indiana Tribüne, Volume 30, Number 4, Indianapolis, Marion County, 28 August 1906 — Page 7
Tyrann Ehre
Vornan A. 1 u b 0 w s K i (Fortsetzung.) Na, Emmi, dem ist nicht so. DaZ thu' i, weil i Dich lieb hab', so lieb, daß i Frohsinn und Lebenslust verlieren müßt', wenn Du mich fortschickst. Damals hab' i auch so was ähnliches gesagt, meinst Du. An kleiner Unterschied ist doch dabei. Damals ging' an mein' Eitelkeit und meinen Jungenstolz, heute geht's an mein Herz und an mein Mannesglück. Aber wenr Du mich net magst dann will i trotzdem gehen." Starr und trotzig sieht sie vor ihm. weiß bis in die Lippen, ein echtes Münchener Kindl'. das sich nicht ergeben kann, weil ihr Stolz dagegen schreit. Otto Hüssinger hat bereits den blanken Messingdrücker in der Hand. Da löst sich das Starre. Trotzige in ihr. Sie stürzt auf ihn zu und umllammert ihn mit beidin Armen. ..Net geben!" schreit sie heraus. I hab' Dich ja auch lieb, viel länger, als Tu mich, schon damals ach Tu lieber Gott!" Und er küßt sie, wieder und immer wieder. Und die lustige, tapfere Emmi Brandhuber, die alle Schicksalspuffe hingenommen hat. ohne zu mucken. weint wie ein Kind an seinem Herzen. Als Emmi Brandhuber am Abend desselben Tages spät von einer ihrer Damen heimgeht, fliegt auf dem Bürgersteig in der Nähe des Bahnhofeeine schlanke Gestalt an ihr vorbei. Sie hat ein dunkles Tuch um die Taille geschlungen und trägt keinen Hut. Der Schein der Gasaterne fällt auf chr Gesicht. Er zeigt em verzwe:feltes Mädchenantlitz, blaß und schmal und qleichiam erstarrt tor Entsetzen. Emmi Brandhuber stößt einen Schrei aus. Um Jesu und Maria toll len, die Nora Fiedler! Wo will die denn um diese Stunde rnn. Fräulein Fiedler, warien's doch auf mich, i, die Emmi Brandhuber. bin's ia. Was Haben's denn? I bring' Ihnen sicher heim," schreit sie hinter ihr her. Aber jene hört nicht. Sie stürzt weiter, in die dunkle Nacht hinaus. Emmi Brandhuber hat sie trotz ihres Swrmlaufes nicht einholen können. und ist schließlich seufzend und köpfschüttelnd nach Hause gegangen. 11. Kapitel Leutnant von Tarenlerg stand auf ! der Freitreppe seines Schlosses in Hohen-Litzen und sah nacb dem rauchenden Trummerhau fen hinüber, der dicke, "Ußige Wolken zum Himmel schickte. Gestern hatten an dieser Stelle noch die vier Lehmkaten, die den sechs Tagelöhnerfamilien des Hauptgutcs Wohnung gaben, gestanden. In der letzten Nacht war das Feuer zum Ausbruch gekommen. Ueber den Ursprung wußte niemand etwas. Der Kleinste aus dem Dreivierteldutzend des Vorarbeiters Ziemer merkte zuerst, daß etwas nicht m Ordnung sei. Er war aus süßem Schlummer emporgeschreckt und hatte mit den der ben Fäustchen wild um sich geschlagen. Dabei traf er ein paar geschwisterliche Pausbacken, denn in den Ziemerschen Kinderbetten lagen sie zu dritt bei einander. Du, Voter, rok ne so schlimm! hatte er schlaftrunken gelallt. Er hielt die dicken Rauchwolken, die in dem engen Stübchen umher schwebten, nämlich für Erzeugnisse aus seines Vaters Pfeife. Aber es waren die ersten Dünste von den flammenden Zungen gewesen, die draußen an dem mit Stroh und Wacholder gepolsterten Außenkleid der Lehmwände voller Gier empor leckten. Als die. anderen ebenfalls über dem Kratzen im Hals und der immer starker werdenden Athemnoth aufwachten und ein jämmerliches Geschrei erhoben, lohten bereits die Glutben über dem Kamin, gerade wo der Topf mit dem Buttermilchsklieben für den nächsten Morgen stand. Der Wilhelm, der Aelteste. der immer den größten Hunger hatte, wollte ibn noch retten, weil er ihm das Kostbarste zu sein dünkte, aber er kam nicht mehr dazu. Der Rauch biß ihm so scharf in die Augen, daß er die Stelle nicht sin den konnte. So nahm er denn blos den dreijährigen Bruder auf den Arm und stürzte in die klare Novembernacht hinaus, deren heller Sternenschein vor dem Meer des Lichts, das zu einem immer machtigeren anwuchs, verblich Die völlig kopflose, verzweifelte Mutter der neun Ziemerkinder saß eine Stunde später am Torfbrunncn und hatte ihre Kinderschaar um sich versam melt. Das Unglück hatte ihr alle Willenskraft und ruhige Ueberlegung qeraubt. Sonst hätte sie nicht so absolut unthätig, die Hände im Schooß gefau tet. dasitzen können. Sie hätte sonst wenigstens den Versuch gemacht, etwas von dem, was jetzt in hellen Strahlenbündeln gen Himmel schoß, zu ret ten. Da war vor allem die alte, wurm fischige Truhe vom Urgroßvater her Die barg das, was sie mit Hunger und rastloser Arbeit in fünfzehn Ehezahren zusammen gerafft hatte, daS haarfein gesponnene Flachs, die vielen Ellen buntkarrrrteS Bezüaenzeugihr altes
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Ar, .t,.. srbmücken sollte, und das 'V -r v. v. ' - ..-y j elangduch Mit oen reioen Hunoert markscheinen, die von dem vielen zärtlichcn Streicheln schon ganz farblos ge:i-ccn waren, jlom war cer rauischätz der Töchter. Nun war das alles bin. aufgezehrt ron dem gieriger Mund. Wie riel mal hatten die Hinder sich von dem Erlös satt eilen können. Aber das Schwein und die Kuk waren lvenigstens geratet und ooi allem die Kinder. Sie begann du Cy,r-.fplrtVfA ii .'-. U s a rr IM mp-yrr v;iiLuiiyy c ju Muum ivubisch, wie sie früber in guien Tag!' die Karwfselwae m ihrem kleiner Gärtchen auf den Knieen kauernd, da bei voller Le.v-en das Steck trockem r? y. r. c'. . s .-stri s u .UIU ibi'Ji IC. iluUUU, UCAUUll Es rrar eigenthümlich sie icir immer blos bis sech5, und es nufctcr doch neun sein. Da? machte, die Au gen wollten in der zuckenden SSeleuctv hing nicht recht ihre Dienste thu. Ge blendete gn sehr. Sie fini von ncilin an. TieSma. nannte sie die Namen. Tie junger meldeten sich sämmtlich. Aber als sit W.crtf ::na, Guste" rief, blieb alles still. Tan sprang sie wie eine Furie toir V?den auf uno stürzte zu den brennen den Katen hin. Sie wollte sich in dctt Sprühn und Knattern werfen, abei man riß sie zurück. Min Kinner. min MäkeZ. roim inerte sie lere, sei sün inbl've." Ta nahm sie einer an die Hand und führte sie weg. wieder an den Lxunner zurück, aber er leg. bevor er wiedei ging, den fiolgbetfel über di' Oeffnunc und dasSchloi zur Sicherheit vor. denn Wasier hatten sie jetzt vom chlos übergenug. Die andern, die bei dem Feuer zurückgeblieben waren, fuhren sich mii dem Handrücken über die Auen niu lüfteten die blauen, eig?n gewebten Jacken vorn Halse, es würgte und preßte sie dort etwas mit starker Faust. Prasselnd schoß einen Augenblick spater das Holzmerk der Ziemerschen Katc in sich zusammen. ("t Nr. iVTrÄrr 0" '- iVsr 'n nsi)1 NUN leinen VraillWay uno mm rau kleid mel?r itotiftt. Sie waren bei dem der sie hinfort keinen Mangel mehr leiden lassen würd?. E:n Greis nabln mit schwerfälligen Fmgcrn die MÜNZ vom Haupt, um ein Vaterunicr für ibre Seelen zu bcu;. Als er aer an die Stelle kam T'in Wille aischee." k?nn:e er nicht irener. Das demüthige, ergebungövolle Wo-:! wollte noch nicht über seine Zitternden Lippen. Crr war der Großvater der drei Ziemermädelchen. Mt Milch und 2.;arbrot, kalter Hafergrütze und Kartoffelbrei hatte er sie aufgepäppelt. während die junge Schwiegertochter Herrendienst that. Das Feuer raste weiter. Die Spritzen konnten wenig c:urichten. denn das Holzwerk war trocken und li?n:g und Zpe gegen die zu erwartende Kälte angebrachten Schutzwände standen beim ersten Funkenregen in hellen flammen. Dazu war die Windrichtung die denkbar ungünstigste. Als die Raaschener Spritze angerasselt kam. land sie nichts mehr zu thun. Die Katen waren hinüber. Aber Menschenleben waren keine weiteren zu beklagen. Sobald das erste Morgengrauen berauf dämmerte, hatte man Tarenberg telegraphisch nach Hohen-Litzen gerufen. Der bejahrte Verwalter mochte nicht allein die Verantwortung für die nächsten nothwendigen Anordnungen übernehmen. Er war sofort gekommen. ES gab viel zu thun. Zuerst galt es. den Leuten eine Unterkunft zu verschaffen. Tie Frauen wurden bei den Kätnern des Litzener Vorwerks untergebracht. Tie Männer mutzten sich mit einer.r vorläufigen Quartier in den Ställen und auf den Scheunfluren begnüqen. Die Kinder, siebzehn an der Zahl, nahm er mit zwei ihnen zur Pflege und Obbut bestellten Frauen in dem linlen. bisher unbewohnten Flügel des Schlosses auf. In wenigen Monaten, vorausgesetzt, daß es einen gelinden Winter geben würde, konnten die neuen Katen fertig gestellt sei.i. Bis dabin mußten sie sich eben mit dem vorhandenen Raum begnügen. Ter entstanden? Schaden würde durch die Versicherung gedeckt sein. So lag also für Tarenberg kein Grund zum Betlagen eines pttuniären Verlusts vor. Nur die kleinen, unschuldigen Kinder. die einfach in dem ersten Schreck und Entsetzen vergessen waren, kamen ihm nicht aus dem Sinn. Und die leeren Augen ihrer Mutter, die oben in einem Fremdenstübchen saß und stumm und starr in ihren Schooß hernieder sah. Wenn sie doch erst Thränen und Worte finden möchte! Worte hat sie später gefunden. Abei es waren wilde, unverständliche Laute, vor denen die Men'chen flohen. Der alte Großvater ist immer bei ihr geWesen, hat sie gewartet und getröstet, obgleich sie gar keinen Trost verlangte. Ibre Seele war bei den todten Kindern und ihr Geist in der hellen Novembernacht. die so viel Jammer und Dunkel für sie brachte, für alle Zeit eingeschlafen. Sie hat niemanden ein Leid zugefügt, nur das Licht konnte sie nicht vertragen. Wenn die Sonne oder der Mond, eine Lampe oder Laterne zu ihr berein schien, wurde sie wie ein wil des Thier. So ließ man sie also im Schatten und gönnte ihr das Oberstübchen im Schloß, aus dem sie. sieben Womit nach dem Brande., der Mund des himmlischen Vaters zu sich und ihren Kindern rief.
Drei arbeitsreiche Tage und Nächlk hat Tarenberg auf seinem Besitz zg:bracht. Es ist trotz aller Mühen unt btx großen Verantwortung, für dersrfachgemäße Erledigung er 'sich natur gemäß das richtige Verständniß ers mühsam erwerben mußte, ein wunder bar erhebendes Gefühl dabei in flfcr erwachi. (5twas, das bisher in dem frischen Soldatenleben keine Zeit zur. Sprechen fand, die Liebt, zu sein.e? Scholle. Diese stolze Liebe, die nin der recht versteht, der ein Stück cor den Vätern ererbtes Eigenthum in seinem Besitz hat. Wenn er das Auge über die weiten abgeernteten Felder schickte, wenn e: sah. wie der Pflug die Stovvelr herumriß, wie er grub und schaffte un wie der leichte, warme Duft aus dei Erde empor stieg, dann wuchs und txstärkte eö in ihm. Es erfüllte ihn mi! Schaffensfreudigkeit und dem Verlan gen, die junge, gesunde Kraft auf seinem Grund und Boden zu erproben. Das alte Tarenberg'sche Blut, deffer, Quelle im Grundbesitz entsprang, reatk sich in ihm. Er fühlte es. er hätte ein tüchtiger Landwirth sein können, wen;er nicht ci. leidenschaftlicher Solda! gewesen wäre. So ließ sich dariib". überhaupt nicht streiten. Seine 'e? gangenheit war hier, in dem. was Flei' und Tüchtigkeit seiner vorfahren erworben und gehoben hatten, festgelegt. Seine Hoffnung. Streben und seine Zukunft wurzelten in der Liebt zum deutschen Heer, in jener reinen Begeisterung, die meint, daß er auf seinem Platze unentbehrlich sei. Er betrachtete sich als ein Glied jener endlosen Kette, deren Aufgabe es sein muß. allmälig alle Schwache, die zur Zeit noch hindernd und hemmend aus der gesunden Entwickelung der militärischen Ausbildung liegen, zu überwinden. Und weil er sich bei dieser opferwilligen Arbeit für durchaus
nothwendig hielt, weil er mit Leib und Seele seinem König diente, würde e sich damit begnügen, alljährlich ein paar Wochen auf Hohen-Litzen zu ver leben. Zuerst allein. Später aber. wenn die junge Tannenscaonung am Liener See. den der Mund der Leute das Modderauge" nannte, um einige Schuß in die Höbe gewachsen war. mit seiner Add, mit seinem heißgeliebten jungen Weibe. Er arbeitete angestrengter denn je dem gesteckten Ziel entgegen. Seine Sprach kenntnisse vertieften sich ud sein militärisches Wiyen wurde fester und klarer. Manchmal ertappte er sich auf dem brennenden Wunsche, die paar Jahre, die noch um seiner Grundsätze willen bis zu seiner Heirath in's Land gehen mußten, einfach verschlafen zu dürfen. Er hatte es nicht glauben wollen, daß die Gewißbeit, die Geliebte in absehbarer Zeit ganz zu besitzen. Nicht starker als die Beherrschungskraf sein sollte. Und nun war es doch so. Als er in seiner Trautenberger Wohnung ankam und die Post durchsah, die auf seinen Befehl nicht nach Hohen Litzen nachgesandt war. weil er bei der Meldung des Unglücks voraussah, daß seine Anwesenheit nur wenige Tage nothwendig sein würde, fiel ibm zuerst ein Brief mit des Sanitätsraths Tun kers markanter Handschrift in die Augen. Der alte Her? war keiner jener Ge sprachigen, deren Zungen und Federn gleill)lchnell zu arbeiten pflegen. Ta renberg hatte erst eine kurze Nachricht während der Zeit ihrer Bekanntschaft von ihm erbalten. Es galt damals den Kaufabschluß des kleinen Hauses. das jetzt Frau Pastor Hedding und Nora bewohnten, herbe: zu fuhren. Es würde also wohl etwas Wich tiges sein, das er ihm zu sagen hatte. Das Datum auf dem Poststempel, den Tarenberg in seiner ruhigen Art zuerst pruste, war das des Tages vor seiner Abreise nach Hohen-Litzen. Der Brief mußte alo sofort, nachdem er gefah rfiri Ynnr rinnet rtn men ltn (W ichvitii tVH V. U.l.iUttl vi i. inik.i;. den Umschlag aus und begann zu lesen: Sehr geehrter Herr von Tarcnberq! Ich erfülle hiermit die traurige Pflicht. Sie von dem Tode meiner Schwester, der Frau Pastor Hedding, in Kenntniß zu setzen. Sie erkrankte an einer schweren Lungenentzündung. deren Verlauf innerhalb zweier Tage den oben erwähnten, traurigen Ausgang nahm. Fräulein Fiedler war somit ohne Rathgebenn und mutterliche Aufsicht. Ich habe sofort die nöthigen Schritte gethan, um Ersatz zu beschaffen und bereits eine Dame engagirt, die gute Zeugnisse auszuweisen hatte. Ob sie sich in Wahrheit auch für die Pflege von Fraulein Fiedlers innerem Men schen eignet, konnte ich nicht mehr fest stellen. Meine schon vielfach hinaus geschobene Erholungsreise, die 'wiederum durch die Krankheit und den Tod meiner Schwester eine Verzöaerung erleiden mußte, nimmt morgen ihren Anfang. Ich fühle mich m elend und ruhebedürftiq, als daß ich noch langer auf sie Verzicht leisten konnte. Ich hoffe aber, daß Sie. sehr aeehr ter Herr von Taren ,g, einöedenk Ihres damaligen Vorsatzes. Zeit finden werden, sich persönlich über die Tauglichkeit der Dame zu orientiren wenn Fräulein Fiedler irgend welche ernsthafte Bedenken in den Briefen an Sie aussprechen sollte. Erscheint ihr die Dame vorläufig einigermaßen erträglich, so liegt meiner Ansicht nach kein Grund für Sie vor. diese Reise zu unternehmen. Ich würde dann bei meiner Heimkehr, die in sechs Wochen erfolaen dürfte. Beobachtungen anstel
len, oeren eiuiiai im rtpnen i einer
Zeit mittheile. Meine Adresse ist bis dahin: Salo am Gardasee, Pensionat Schiavroni. (rgebenst Dr. Dunker." Tarenberg stützt den Kopf in die Hand, nachdem er den Brief zusammen gesatiet in die helle Gluth des Kamlnicuers geworfen hat. Noras lekte Zeilen waren bereits acht Tage in seineu Handen und bis zu der üblichen nächsten Nachricht würde noch eine eben so lange Zeit verstreichen müssen. Er glaubte nicht daran, dast ste ibn zu stcb rief, selbst wenn die neue Hausaenossin im höchsten Grade ihr Mißfallen hatte. )azu war sie zu bescheiden, aber auch zu stolz. Sie hatte in ihren letzten Briefen keine Frage mehr nach dem Zeitrunkt seines Wiederkommens gethan. Sie wollte ihn sicher nicht zwingen, etwas auszuführen, wozu ibm nach ihrer Meinung das innere Vedürfrnfc hhl? Ov er einiach. ovne auf oen maiy des Sanitätsraths zu hören, erneuten Urlaub nahm und zu ihr fuhr? Wn verängstigt und erschreckt ne durch die Nähe des Todes sein mochte! War es nicht seine Pflicht, zu ihr zu eilen und ihre Seele mit zartem Trostwort wieder in's Gleichgewicht zu brin gen Freilich lagen ernste Bedenken gegen die Wiederbolung eines Urlaubsgesuchs vor. Er hatte bereits in diesem Jahre viel öfter als die andern fern iein müssen und dürfte sich nicht wundern, wenn man ihn abschlägig mit seiner Bitte beschied. Aber versuchen wollte er es trotzdem. Als das bei ihm feststand und er bereits die Feder zu einem Brief an die Schwester in der Hand bielt. ging die Klingel. Leutnant von Wachenhusens helle, übermüthige Stimme erklang auf dem Korridor. ..Ist Ihr Her? Gebieter wieder im Lande. Stümecke?" fragte er den grinsenden Schlesier. der Mit heimlichem Ingrimm die von den verwünschten Civilisten in Hohen-Litzen seiner Meinung nach total ruinirten Sachen seines Leutnants wieder in Ordnung zu bringen versuchte. Zu Befehl. Herr Leutnant!" Na. dann freien 5Deg! Anzumelden brauchen Sie mich nicht, mein obn." damit legte er ab und hing die Mütze an den Haken. ,n Tag, Alterchen, wie geht Dir's? ich habe alles im Stich gelassen, um q in ferner neuen Wuroe. als av--ebrannter Großgrundbesitzer, in Au genschein zu nehznen," lagte er einen Augenblick später und hielt Tarenbergs Rechte fest in der seinen. Tann hörte er ihm aufmerksam zu. Das hübsche, lachende Gesicht trug in dem Augenblick, als er von dem Tod der Ziemermädchen hörte, einen nachdeutlichen, ernsten Ausdruck. Darf ich Deiner Adda das alles erzählen?" fragte er beinahe knabenhaft verlegen. Es erging ihm. wie den meisten übermüthig und froh veranlagten Menschen, er schämte sich, sein tiefes Gefühl zu zeigen. Siehst Du," fuhr er hastig fort, das ist so recht was für em Mädel. Da kann sie das eigentliche Frauengefühl bethätigen und zeigen, wozu der Herrgott solche kleinen, weichen Hände, die zu aller ernsthaften Hantirung viel zu schade erscheinen, geschaffen hat." Natürlich sollst Du ihr alles mit meinen innigsten Grüßen erzählen und recht ausführlich dazu." entgegnete Tarenberg. Was Du aber mit Deinen letzten Worten ausdrucken willst, verstehe ich nicht recht. Für die Leute ist gut gesorgt. Sie sind sämmtlich uittergebracht und leiden keine Noth. Das glaube ich gern. Frecherr Hans Weddo von Tarenberg." sagte Wachenhusen jetzt wieder in seinem alten, fröhlichen Ton. es wird aber doch noch manches geben, woran Euer Gnaden trotz des ehernen Pflichtce wußtleins nicht zu denken geruhten Zum Beispiel die Röckchen, Strümpf chen. Kleidchen und anderen Kledazen. die dem Kleinzeug dabei mit verbrann sein mögen, denn Du willst doch nicht die Stirn haben, zu behaupten, daß jeder Wurm, wie weiland Adam und Eva, nur ein Schürzchen und ern Fei genblatt zur Bekleidung nöthig hat." Tu bist doch furchtbar praktisch. Jürgen, iaqte .arenrerg in eyrncyem Erstaunen. Taran habe ich allerdings nicht gedacht, und wenn Adda da ihre Nächstenliebe bethätigen wollte, so wäre das wunderschön. Es werden a auch einst ihre Leute sein, denen ste damit Gutes erweist." Na, siehst Du," freute sich Wachen husen, dabei merkst Du auch gleich warum der liebe Gott neben Euch idea len Knöpven uns nüchterne Alltagsmenschen in die Welt gesetzt hat. Aber Tu wolltest vorher, ehe ich mit meiner großartigen Idee kam, noch etwas sraaen. Ja, Jürgen, ich möchte nämlich gleich morgen wieder für einige Tage verreisen. Meinst Du, daß ich dazu ohne Schwierigkeiten Urlaub bekom men könnte? Du kennst Deinen alten Herrn doch in diesem Punkt schließlich besser wie ich." Ach ja." seufzte Wachenhusen. das stimmt. Und deshalb kann ich Dir nur den freundschaftlichen Rath geben. Dir diesen Zahn schleunigst ziehen zu lassen, mein Alter. Urlaub gibt n Dir jetzt auf keinen Fall. Ausen und Merlitt haben nämlich Influenza, und
unsere ganze hochwohllöbliche Batterie steht augenblicklich ohne Dich auf drei Leutnantsaugen, wenn Du mein Monokle mitzählst." (Fortsetzung folgt.)
Msenvut,
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