Indiana Tribüne, Volume 30, Number 4, Indianapolis, Marion County, 28 August 1906 — Page 6

Jndiana Tribüne, 28 August 1906

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Europäische Nachrichten.

ScHwetz. Chur. Nach lang Krankheit siarb in Chur Prof. h. K. Muoth, ein vortrefflicher Historiker, etwa 64 Jahre alt. L u t r y. Kürzlich hat anläßlich eines Hausftreites eine dem Trunke ergebene Wäscherin, Frau Lale, ihren Ehemann, der Kammfeger war, mit Axthieben auf den Kopf getödtet. Plaffeyen. In der Bäcknei von Ried, einem Weiler unweit von hier, ist kinlöl 4ßn Brand ausgebrochen. Durch heftigen Wind angefacht, theilten sich die Flammen sofort den anderen Gebäuden des Weilers mit und griffen alsbald auf die HLusn unseres Dorfes über, so daß in kurzer eit 42 Häuser dem Feuer zum Opfer fielen. Schaffhausen. Der Regie rungsrath überreichte seinem Mit gliede Dr. jur. Grieshaber, welcher dem Collegium seit 1866, d. h. seit Einführung der Volkswahl, angehört, zum Zeichen der Anerkennung und des Dankes für die geleisteten Dienste und die bewiesene Collegialität eine prachtvolle goldene Uhr mit entsprechender Widmung. Sitten. Letztens schloß der be. kannte hiesige Weinhändler Varone Allenspach eine Wette ab, die ihm daS Leben kostete. Um 5 Liter Wein wollte er die Rhone durchschwimmen. Er ertrank. St. Gallen. Der Regierungsrath wählte neu in den Verwaltungsrath der Bodensee - ToggenburgBahn Regierungsrath Riegg und zum Sekretär des Baudepartements Dr. Gmür. HesterreicH''N.ngarn. Wien. Kürzlich ist der 66jährige Private Avlf Heckler, Leopoldstadt, Scholzgasse No. 11 wohnhaft, von seinen beiden Söhnen Salomon und Meyer Heckler behufs Untersuchung seines Gersteszustandes zmn Polizeicommissariat Leopoldsta-dt gebracht worden und nach der Untersuchung wurden die Söhne angewiesen, beim Vater bis zu seinnn Transport zu bleiben und ihn zu überwachen. Doch die Söhne ersuchten dringendst, ihnen den Transport allein zu überlassen, da ja der Krank harmlos sei und ihnen trotz feines Zustandes Zutrauen entgegenbringe. Als die Ambulcnz der Freiwilligen Rettunssgesellschcrft erschien, übernahmen zwei Sanitätsdiener den Kranken und führten ihn m Begleitung der beiden Söhne zum AmbulanMvaen auf die Straße. Als nun Heckler m's Coup6 steigen sollte, zog er ein verborgen gehaltenes großes Taschenmesser hervor und führte einen Schnitt gegen den Hals. Er durchschnitt sich die Luftröhre und starb trotz sofortiger Hilfe nach wenigen Augenblicken. Der 26jährige Kutscher Karl Jllek, Rudolfsheim, Diefenbachgasse 50 wohnhaft, gerieth mit einem Kameraden in einen Streit. Jllek wurde von seinem Gegner in die linke Brustseite gestochen und lebensgefähr lich verletzt, da die Stichwunde bis an's Herz reichte. Die Rettungsgesell schaft leistete dem Verletzten entsprechende Hilfe und trausportirte ihn in'S Sophiensvital. Der Thäter wurde verhaftet. Im Schönbrunner Vorgarten hat sich ein junger Mann durch einen gegen die linke Stirnseite abgegebenen Revolverschun lebensgefährlich verletzt. Er dürfte mit dem 25jährig.rn Geschäfts-diener Adolf Leder, Favoriten, Jagdgasse 1a wohnhaft, identisch fein. B o z e,n. Auf der Jlmenspitz tm Ultenthale stürzte Dr. Heinrich Lempel aus Königsberg (Preußen) ab, indem er auf einer vereisten Felsplatte ausglitt. Er wurde bedeutend verletzt, aber von seinen Begleitern gerettet. G ö st i n g. Letztens ging hier ein furchtbares Unwetter nieder, dem auch ein Menschenleben zum Opftr fiel. Der Schaffer auf der Attems'schen Besitzung Hierselbst, Franz Mild, wurde vom Blitz getroffen und war sofort todt. Mild hinterläßt eine Wittwe, die seit längerer Zeit krank j ist, sowie vier unmündige Kinder. G r a z. Vor Kurzem ist der Professor der Chirurgie an der hiesigen Universität, Dr. Ludwig Ebner, ein hervorragender Operateur, in einem hiesigen Sanatorium plötzlich gestoroen. Innsbruck. Der Kaiser-Berg-führer Kehrer stürzte am Kaisertörl beim Viehsuchen ab und blieb todt. Unterwaltersdorf. Unlängst wüthete hier und in der Umgebuna ein fürchterliches Gewitter mit zahlreichen Blitzschlägen. Der Schnitter Roth, 35 Jahre alt, verheirathet, Vater dreier Kinder, uud der Schafbirte, Minerowitsch, 74 Jahre alt. ledig, wurden auf dem Felde vom Gewitter überrascht und durch einen Blitzschlag getödtet. Wiener - Reu st ad t. Aus dem Neustädter Canal wurde von Passanten die Leiche eines Mannes gezogen, der auf Grund eines bei ihm vorgefundenen Abschiedsbriefes als der in Wien, 6. Bezirk, Müllergasse 8 wohnhafte Fritz Schafranek identifizirt wurde. Der Selbstmörder war Porzellanmaler und erst 20 Jahre alt; er scheint die That in einem Anfalle von Geistesstörung verübt zu haben. ixexxx&xtvQ. Luxemburg. Die Schriftsetzer

Ludwia Kauffeld. ??ranz Crendal und

Antoine Frieres feierten dieser Tage ihr 50jähriges Jubiläum als Jünger Gutenberg's. Disserdingen. Herr Wach meister Hostert beging sein 50jährigeö Dienstjubiläum, zu gleicher Zeit snen Geburts- und Namenstag. Limpertsberg. Ein 16 Jahre altes Mädchen aus Arlon, Namens Marie Lambere, glitt aus und stürzte in den gepflasterten Hof. Die Unglückliche erlitt einen Schädelbruch und verschied in der Klinik, wohin man sie verbracht hatte. W e i m e r s k i r ch. Durch eine Feuersbrunst wurde der Schuppen des Unternehmers Matthias Goblet mit den Futtervorräthen, Geräthschaftea und Maschinen zerstöre zrovrnz Brandenburg. Berlin. Aus dem Fenster gestürzt hat sich der 42 Jahre alte Sattler Albert Neumann aus der Gartenstrahe 3. Seine Ehefrau trennte sich vor einiger Zeit von ihm. Seine anfänaliche Niedergeschlagenheit artete in Tobsucht aus. Nachbarn konnten nicht zu ihm gelangen, da die Wohnung verschlossen war, und wollten daher den Zugang gewaltsam öffnen. Bevor dies jedoch geschehen konnte, schnitt sich Neumann die Pulsadern auf und stürzte sich aus dem vierten Stock auf den Hof hinab. Mit zerschmetterten Gliedern blieb er todt liegen. Die verstorbene Frau Lichtenstein hat der Stadt Berlin 22,000 Mark vermacht mit der Bestimmung, daß 20,000 Mark zu einer Stiftung verwandt werden, aus deren Zinsen bedürftige Frauen und Kinder beiderlei Geschlechts ohne Unterschied der Confession unterstützt werden sollen. Der Rest von 2000 Mark soll dem städtischen Asyl für Obdachlose überwiesen werden. Der bekannte Prähistoriker Geh. Regieningsrath Dr. med. Albert Boß. Direktor der vorgeschichtlichen Abtheilung des königlichen Museums für Völkerkunde, ist nach längerem Leiden gestorben. Auf der Militärbahn gerieth der dienstthuende Pionier Apel von der 1. Compagnie der Betriebs - Abtheilung beim Rangiren so unglücklich unter die Lokomotive, daß ihm beide Beine abgefahren wurden. Er starb eine Stunde nach der Einlieferung in das Tempelhofer Garnisonlazarett. Eine bekannte Vertreterin der Frauenbewegung, Fräulein Alice Salomon, wurde von der philosophischen Fakultät zum Doktor promovirt. Seit 1899 leitet sie die Mädchen- und Frauengruppe für soziale Hilfsarbeit, die der Ausbildung zur Wohlfahrtspflege dient. Beim Baden ertrank der Beamte des Polizei-Präsidiums Gustav Steuer, Friedenstr. 108. Steuer, der herzleidend war. hatte in der Badeanstalt von Siebert in Tegel gebadet. Bdm Zurückschwimmen in das Bassin der Anstalt sank er plötzlich unter und wurde kurz darauf als Leiche gelandet. Potsdam. Nach kurzem schweren Leiden ist hier im Alter von 63 Jahren der Generalarzt a. D. Dr. med. Georg Herter gestorben. Britz b. Eberswalde. Hilfswärter Thürnagel ist durch den Stettiner Schnellzug durch Ueberfahren getödtet worden. Der Kopf wurde vom Rumpf getrennt. Er hinterläßt eine Frau mit sechs Kindern. Landsberg a. Warthe. Beim Baden in der Warthe ertranken die diesigen - Tischlerlehrlinge Richard Jeschke und Wilhelm Stein. Lichtender g. Auf der Entenjagd ist der hiesige Gemeindeschöffe Sternstein, Direktor der Terraingesellschaft Frankfurter Chaussee, tödtlich verunglückt. Sternstein, der sich nach seiner Jagd in Wellmitz bei Frankfurt a. O. begeben hatte, ist infolge eigener Unvorsichtigkeit bei der Entenjagd in der Oder ertrunken. Schwante. Gutsbesitzer Berlin hatte mit einem neugekauften Pferde eine Ausfahrt unternommen, als ihm auf der Berliner Chaussee ein nach Berlin fahrendes Automobil entgegenkam. Das Pferd scheute, wandte sich um und schleuderte den Wagen gegen einen Telegraphenpfahl. Wilhelmsruh. Der Werkzeugmeister der Firma C. L. P. Fleck Söhne, Reinickendorf, Gustav Schultze. hier wohnhaft, feierte als siebenter Jubilar genannter Firma sein 25jähriges Geschäftsjubiläum. Von seinen Chefs sowie vom Fabrikpersonal wucden ihm prächtige Geschenke zu seinem Ehrentage dargebracht. Anläßlich der Feier fand ein äußerst gemüthliches Fest statt. Provinz Hstpreußen. Königsberg. Der a. o. Professor der klassischen Philologie an der hiesigen Universität, Dr. H. Schöne, erhielt einen Ruf nach Basel als Nachfolger von Prof. Dr. Alfred Körte, der Bethes Lehrstuhl in Gießen übernimmt. Alt - Katzenheim. Der Instmann Barfnick hatte ein kleines Geschwür auf der Backe, das er sich bei der Feldarbeit abkratzte. Nach zwei Stunden verspürte er schon ein heftiges Stechen, das er aber nicht beacht tete. Am anderen Morgen mußte er sich nach Palmnicken in's KrankenHaus begeben, doch war es leider schon zu spät, denn im Krankenhaus derstarb er infolge Blutvergiswng. Er hinterläßt eine Wittwe und zwei kleine Kinder. Bohnau. Beim Baden Ertrank

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Scheffer. Charlottenhof. Ein bedauerlicher Unglücksfall ereignete sich auj dem hiesigen Gute. Die fchlechtgeladenen Garben eines hochbeladenen Erntewagens rutschten herunter, wobei die 16jährige Scharwenkerin Rose mit herabstürzte und einen complicirten Knöchelbruch erlitt. Eydtkuhnen. Für außerordentliche Leistungen während des starken Güterverkehrs im Monat Februar d. I. wurde dem Stationsassistenten Rappmund der Kronenorden 4. Klasse und dem Schirrmeister Schwankt das Allgemeine Ehrenzeichen verlieben. Johannisburg. Bei dem siebenten Sohne der Glaser'schen Eheleute hat sich der Kaiser als T..üfpathe eintragen lassen und den Eheleuten auch, eine Unterstützung bewilligt. K o b e l n. Vom Blitz erschlagen wurde bei einem kurzen, aber schweren Gewitter auf einer Wiese der zwölfjährige Sohn des Eigenkärtners Ritsch von hier. Zwei andere Kinder, die mit dem ErscHagenen zusammensaßen, wurden betäubt, erholten sich aber wieder. Bei demselben Gewitter fuhr später der Blitz in ene Scheune des Abbaubesitzers Pohl, die emgeäschert wurde. M e m e l. Nach schwerem Leiden ist der in weiten Kreisen bekannte Rentier und Obervorsteher der Memeler Schützengilde. Stadtrath Johaun Fürstenberg im Alter von 64 Jahren gestorben. Er war als Vorstandsmirylied des Ostpreußischen Hausbesitzerverbandes und des Ostpreußischen städtischen PfandbriefInstitutes bis kurz vor seinem Tode thätig. Ortelsburg. In große Betrübniß wurde die Familie des Beitzers aschwski aus Achodden verekt. Jkn zwei Tagen Farben dorteibst drei Kinder und eine erwachsene Tochter von 2 Jahren an Scharlach. Saalfeld. Sattlermeifier Fischer von hier konnte sein 50jähriges Meisterjubiläum feiern. Die HandWerkskammer ließ ihm den Ehrenmeisterbrief durch den Vorstand der hiesigen Sattlerinnung überreichen. Auch wurde der Jubilar von der Innung durch ein Ehrendiplom ausgezeichnet. Jrovinz WekZpreußen. Danzig. In der Nähe deö Leuchtthurmes wurde in Neufahrwasser von Fischern eme männliche Leiche geborgen. Wie festgestellt wurde, ist der Ertrunkene der Sohn des Navigationsschullehrers Doebler von hier, der erst vor Kurzem die Steuermannsprüfung bestanden hat. Es ist anzunehmen, daß der junge Mann, der häufig an Schwindelanfällen litt, auf einem Spaziergang aus der Mole verunglückt ist. . . 'Vp E l b i n g. Im hiesigen Gerichtsgefängniß hat sich der 26jährige Strafgefangene Johann Schostakowski aus Posilge, der vom Elbinger Schwurgericht wegen Raubes zu fünf Jahren Zuchthaus verurtheilt worden war und in das Graudenzer Zuchthaus gebracht werden sollte, erhängt. Hohen st ein b. Danzig. Der Arbeiter Otto Rhode aus Sanslau stürzte bei der Rückfahrt von hier in der Nähe seines Wohnortes vom Pferde, der schwere Wagen ging über seinen Körper und verletzte ihn dermaßen, daß der Tod schon nach einer Stunde eintrat. Rhode hinterläßt eine Wittwe und ein Kind. K a r t h a u s. Ein großes Feuer hat hier an der Park Straße sieben Häuser vollständig zerstört, darunter die von Wissalowski, Butschkowski und Frau Kuklinski. Die Abgebrannten sind nur zum Theil versichert, viele arme Leute sind betroffen, so daß die Mildthätigkeit in Anspruch genommen werden muß. L u l k a u. Bäckermeister Stielau hatte sich Lysol besorgt, um eine Wunde an seinem Schweine zu kühlen. Die Tasse mit dem Lysol wurde auf einen Schrank gestellt. Das 2y2jährige Kind des Stielau kletterte zedoch mittels eines Stuhles am Schranke hoch und trank aus der Tasse. Das Kind starb unter großen Schmerzen. O r l e. Beim Baden ist im hiesigen See der Jnstmannssohn Richard Lettke von hier, der im 13. Lebensjähre stand, ertrunken. Nach heißer Tagesarbeit ist er erhitzt ins Wasser gegangen und, obwohl des Schwimmens kundig, und wahrscheinlich infolge eines Herzfchlages vor den Augen anderer Schulkinder die ihn nicht retten konnten, untergegangen. Pagelkauermühle. Das dem Mühlenbesitzer V. Schmidt gehörige Familienhaus, w welchem der Besitzer selbst wohnte, brannte vollständig nieder. Es konnte nichts gerettet werden. Schmidt erleidet großen Schaden, da er nur sehr mäßig versichert war. 5cur dem Umstände, daß es vor und bei dem Feuer regnete, ist es zu verdanken, daß die übrigen Gebäude von dem Brande verschont geblieben sind. Senslau. Der Arbeiter Rohde von hier stürzte bei der Rückfahrt von Hohenstein in der Nähe seines Wohnortö vom Pferde; der schwere Wagen ging über seinen Körper und verletzte ihn derart, daß er nach einer Stunde starb.

Eine KNndlingspartic mit FiSsöury. Ein wie erstaunliches Konzentrationsvermögen, ein wie fabelhaftes Gedächtniß, eine wie riesige GedankenarVeit dazu gehört, eine so große Anzahl von Blindlingsvartien zu spielen, wie sie Pillsbury, der große, jetzt verstorbene Schachmeister, oft an mehreren aufeinander folgenden Tagen bewältigte, kann nur der ermessen, der solchem Gehirnturnier einmal beigewohnt hat. Vor etwa drei Jahren spielte der amerikanische Meister auf die Einladung des Hamburger Schachklubs mit 24 der stärksten Spieler Hamburgs in dessen Vereinscaf6, ohne ein Brett zu sehen. Von diesen Partien gewann er sechzehn, acht blieben unentschieden, verloren hat er keine einzige. Das Spiel begann um 8 Uhr und war um 2 Uhr zu Ende. In eiuem länglichen Raum saßen die 24 Spieler, einige von ihnen durch Freunde berathen, hinter den Brettern. In einer Nische desselben Raumes hatte der Meister Platz genommen, den Brettern den Rücken zuwendend. Er konnte von seinem Platze, auch wenn er sich umwendete, kein einziges Brett sehen, zumal die Spieler von einer dichtge-

! drängten lautlosen Zuschauerschar umgeben waren. Der erste Spieler eröffnet den Kampf mit dem üblichen Zug des Königsbauern, der Ausrufer übersetzt den Zug in die englische Terminologie, und so geht es fort, bis die i ersten Züge auf allen 24 Brettern durchgespielt sind. Das dauen kaum ' zwei Minuten. Dann macht der erste , Spieler seinen zweiten Zug. und wiederum wird auf allen 24 Brettern der zweite Zug gespielt. Daß die ersten vier oder fünf Züge von einem geübten Blindlingsspieler auf edem Brett Schlag auf Schlag und fast ohne Besinnen beantwortet werden, ist nicht so besonders erstaunlich, weil sie in den meisten Fällen durch die Theorie festgelegt sind. Nach dem vierten oder fünften Zuge aber eröffnet sich eine mit jedem weiteren Zuge sich steigernde Fülle von Möglichkeiten, die durchdacht werden müssen, und wenn auch hier im Augenblick, in dem das Brett und der Zug des Spielers ausgerufen wird, ' dem Blindlingsspieler nicht nur die Situation vollkommen klar vor Augen steht, die durch seinen vorigen Zug geschaffen wurde, nachdem er dreiundzwanzig andere gleich tomplizirte Situationen sich klar vergegenwärtigen muhte, sondern auch der Gegenzug fast ohne Besinnen oder nach ganz kurzem Nachdenken erfolgt, wie es bei Pillsbury der Fall war. dann steht man vor dieser fast übermenschlichen Vorstellungskraft wie vor einem Räthsel. Denn man muß bedenken, daß der Blindlingsspieler, bevor er seinen Gegenzug macht, sich nicht nur das Brett vorstellen muß, wie es aussah, als sein Gegner den vorigen Zug that, sondern daß er. um den besten Gegen- ' zug zu finden, sich auch vorstellen muh. wie jedes einzelne Brett nach vier bis fünf oder gar mehr Gegenzügen aussehen würde, wenn fein Gegner seine Züge mit diesem oder jenem Zuge beantwortete. Die Stellungen, die sich auf der Grundlage des nur geistig erschauten Brettes in einer kurzen Zeitspanne im Gehirn des Blindlingsspielers spiegeln müssen, sind fast unzählbar und wachsen von Zug zu Zug; sie werden um so zahlreicher, je stärker der Gegner ist; denn um so sorgfältiger müssen alle möglichen Kombinationen im Voraus erwogen werden. Bei der Stärke der Spieler, die Pillsbury in Hamburg aegenüberstanden, mußte er im Durchschnitt auf jedem Brett mindestens fünf bis sechs Züge und Gegenzüge und oie durch sie geschaffenen Stellungen durchdenken. bevor er einen Gegenzug machte. Er brauchte dazu in keinem Falle länger als drei Minuten, in den meisten Fällen aber eine wesentlich kürze re Zeit. Wenn er trotzdem keine Parti verlor und sechszehn gewann, so ist das um so staunlicher, als seine Gegner zu jedem Zuge so lange Zeit zur Ueberlegung hatten, bis die Reihe wieder an sie kam und ihm gegenüber auch dadurch im Vortheil waren. Trotz der absoluten Konzentration aller Gedanken, die während der gan zen sechs Stunden auch nicht einen Augenblick erlahmen durfte, merkte mai' dem Gesichtsausdruck Pills bury's kein Zeichen der ungeheuren Anspannung an, in der sein Gehirn sich befinden mußte; nur ab und zu bedeckte er die Augen mit der Hand, um durch keinen Lichteindruck gestört zu werden ; aber er sprach auch zuwei len mit seiner ihm gegenüber sitzenden Frau ein paar Worte, die in gar kei ner Beziehung zum Schachspiel stan den. Es laßt sich wohl kaum eine großer Gohirnanftvengung denken als die, die zu einer so meisterhaft durchgeführten Monstn-BlindlingSpartie ge hört; und es ist leicht begreiflich, daß auch ein so erstaunlich konjwuirtes Gehirn wie das Pillsburd's häufigen Gewaltteiswngen von solcher Art schließlich srlisgen mußte. Dr. K. M. G e m Ü t h X ch. Frau (zu ihrem in der Nacht heimkehrenden Manne): Scheusal ich kann Dich nicht sehen!" Mann (angsheitert): Augenblick, Alte ich werde gleich Licht anma-chen."

Die deutsche Ardeiterkolonie in London.

Für die stellenlosen Deutschen in London, deren es bekanntlich sehr viele gibt, ist vor wenigen Jahren eme Arbeitercolonie geschaffen worden. ES hat sich diese Einrichtung für unsere Landsleute sehr bewährt und alS außerordentlich segensreich erwiesen. Die zur Aufnahme Empfohlenen melden sich auf dem Londoner Bureau der Colonie, 201 High Street, Shoreditch, E., und werden dann per Bahn nach der Farm"', nach Ware gesandt, von wo sie in zweistündigem Marsche die Colonie Libury Hall Munden (Ware, Herts), erreichen. Hier können sie sich nun durch Arbeit über Wasser halten. Solche, die sich die Rückreise nach der Heimath, d. h. nach Hamburg. Bremen, Köln oder auch Paris verdienen wollen, erhalten sie bereits nach Ablauf von zwei Monaten bewilligt. Andere, die nicht nach der Heimath wollen oder dürfen! werden so lange zu halten versucht, bis sich für sie durch Vermittelung des Londoner Bureaus eine geeignete Stellung gefunden hat. In den nun fünf Jahren ihres Bestehen sind 2434 Hilfsbedürftige aufgenommen, wovon etwa 600 in Stellungen kamen, 900 in die Heimath zurückgesandt wurden, 200 aus der Heimath Unterstützung erhielten und wieder für sich sorgen konnten. Nur 250 waren wirklich arbeitsscheu. Das vergangene Jahr war für die Colonie besonders erfolgreich, zumal da ver Kapitalfonds durch die Schenkung von 6000 Lstrl. aus dem Kaiser WilHelm H. - Fonds die Höhe von 20,000 Lstrl. erreichte und nunmehr Sir Ernest Cassel ein früher gegebenes Versprechen durch Zahlung von 5000 Lstrl. einlösen konnte. Da aber trotzdem so viele Gesuche um Aufnahme abgelehnt werden mußten, so will man ihn noch weiter vergrößern, wozu auch auf die Unterstützung der Teutschen in der Heimath gerechnet wird. Sei Standpunkt. Mein jetzt achtjähriger Bude war so erzählt eine deutsche Matter als Kind mit seinen dunklen Augen und dunklen Locken der Liebling all Damen und mußte sich überall, wohin er kam, von ihnen liebkosen lassen. Das wurde ihm aber auf die Dauer so zuwider, daß er jedesmal, wenn wir irgendwo mit ihm hingehen wollten, erst fragte: Sind da olle Damen?" Und wenn olle" Damen da waren, so war er nicht zu bewegen, mitzugehen. Neulich verlobt sich nun ein junges Mädchen, das uns gerade gegenüber wohnt. Da sahen die Kinder, wie sich die Braut dem Bräutigam auf den Schoß setzt und ihn küßt. Als das der achtjährige Knirps sieht, ruft er. die Hände auf dem Rücken durch das Zimmer wandernd: Na. da wird die Geschichte nicht lange dauern!" Erstaunt frage ich: Warum denn, mein Junge?" Und er gibt die Antwort: So was läßt sich doch ein Mann nicht gefallen!" Bekenntniß. Weinproduzent (als eine Reblausepidemie auftritt: Gottlob, mir macht sie mi,!" Ter Tröster. Aber. Kathi. was soll denn das?! Sie haben ja. trotz meines Verbotes, schon wieder Ihren Soldaten in der Küche!" Dös is ja a' anderer, gnä' Frau; der tröst' mi', weil mir der Jakob untreu wor'n is!" Durch die Blume. Herr: Sie sind also noch zu keiner Entscheidung gekommen, gnädiges Fräulein! Fällt Ihnen trni die Wahl zwischen dem Assessor ud mir so schwer?" D a e: Die Wahl nicht . . . abr Jbnen meine Entscheidung mitzutbeilen....!?" Festtag. Kommis (zum anderen): Warum ist bei euch geschlossen?" Die Frau meines Cfcrfs ist durchgebrannt, da haben wir alle einen halben Tag frei gekriegt!" Immer zerstreut. Frau: Eben ist uns die Todesanzeige von Deinem Studiengenossen 3L zugekommen." Professor: .So. denkt du auch wieder einmal an mich?"