Indiana Tribüne, Volume 30, Number 3, Indianapolis, Marion County, 27 August 1906 — Page 6
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Jndiana Tribüne, 7. August 19Ö6 6
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Lnrapäische Nachricht.
öcryerrr München. Letztens versuchte ein Mann mit Namen Xaver Rerser in einem Milchgeschäft an der Kazmairftraße feint Geliebte durch vier Revol-verschüsse-zu todten, verletzte sie jedoch nur leicht. Durch zwei Reoolverschüffe tödtete er sich dann selbst. Die Rettungsgesellschaft leistete bei der Verletzten die erste Hilfe und verbrachte die Leiche Reifer's nach dem Frievhofe. Der Prizregent hat das Raubmöroerehepaar Scheelhaas, das wegen Ermordung des Rentners Cramm zum Tode verurtheilt war, zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt. B a y r e u t h. Kürzlich trugen im Festspielhause ein Theatermerfter aus Meinungen und ein hiesiger Zimmermann, itt auch den Namen Zimmermann führt, eine Leiter über die Bühne. Der Theatermerster stürzte über eine Kassette und ritz Zimmermann mit sich. Während der Theatermeiste? bei dem Fall in die Tiefe mit dem Schrecken davon kam, erlitt Armmermann einen Schädelbruch und war sofort todt. Gbersbach. Hier fiel der zwei Jahre alte Kncrbe des Bahnarbeiters Nettl in einen offenen Oelbehälter und ertrank. Gronsdorf. In einem Weiher zwischen' Trwdering und hier ist ein lOjährvger 5enabe des hiefigen Oekonomen Schmidt eirunden. Hof. Der in HaBdelskrersen bekannte Kommerzienrath Karl Hernrich Inhaber der hiesigen Firma Pütwer & Sohn, ist im Alter von 66 Jabren plötzlich gestorben. Der Verdorbene war lange Jahre ein Angehörtger der liberalen Fraktion tot bayerischen Landtag und fungirte zuletzt als Handelsrichter und Mngistratsrath. M a i n b u r g. Unwert von hier ist die gräßlich verstümmelte Leicke des 35jährigen Handlangers Karl Mervdl aufgefunden worden. Die Kehle war thrrä durchgeschnitten, und Uis Messer steckte noch bis an's Heft in der Brust Als der That drtngeitd verdächtig wurde der Bauernsohn Franz Graßl verhaftet. Auch der Gütlersfohn Haltmeier von Buch und die verheira thete Elife Wagner, vulgo Hallisle", wunden in Haft genommen. Reichertshofen. Vor Krrzem wurde hier der Gütler Joseph Kürzinger von Puch beim Versuch, die firdliche Ueberfahrt trotz der geschlossenen Schranke zu überschreiten, von einem Schnellzuge überfahren und sofort getödtet. Würz bürg. Kürzlich ist während des Bcroens an unerlcnrbter Stelle bei der Luitpodbrücke der verheirathet Güterfarer Veh vor den Augen seiner Kameraden, die rhm nachgesprungen waren, in den Fluthen des Mains ertrunken. Württemberg. Stuttgart. Dieser Tage blickte der den vielen Besuchern des Landesgewerbemuseums als dienstfreundlicher und dienfterfahrener Beamter wohlbekannte Oberinspektor Röhrig auf eine 60jährige Laufbahn im württembergischen Staatsdienst zurück, aus welchem Anlaß der Jubilar durch den König mit der bis jetzt nur in wenigen Exemplaren verliehenen Großen Medaille für allgemeinenLerdienst am Gewerbe und Handel ausgezeichnet wurde. Blaubeuren. Der im hiesigen Werk der Ulmer Steinfabrik beschäftigte 18 Jahre alte Arbeiter Baier von Beinmgen stürzte, als er von einem epileptischen Anfall betroffen wurde und sich in Sicherheit bringen wollte, in den Aachfluß und ertrank. Bibetach. Vor Kurzem stürzte der 65jährige Metzgermeifter Grab in die im eigenen Hause eingemauerte Cistern und konnte nur als Leiche arrs Tageslicht gebracht werden. E h i n g e n. Ein 2y2tarrige3 Kind des Schwemehändlers 2lug,. Gaihmaier fiel in die durch dre Stadt fliehende, durchweg offene Schmiech und ertrank. Eßlingen. Durch ein Bankett, verbunden mit einem Fest:oncert, beging lehtens der Gesangverein Eintracht hier in Kugel's Saal die Jubelfeier fernes 50jährigen Bestehens. Haderschlacht. Der Metzgerund Ochsenwirth Joh. Sommer wurde von seinem Pferd an den Kopf aeschlagm und erlitt ewe Gehirnblutung, an deren Folgen er alsbald gestorben ist. Kornweftheim. Vor Ku.zem fiel in der Wirthschaft des Megers Lachenmaier der 64 Jahr- alte ?enfionirte Weichenwärter Kocyer 1o unglücklich die Kellertreppe hinab, daß er auf der Stelle todt war. Meckenbeuren. Kürzlich gerieth der mit dem Aufziehen der .Telegrapbendrähte auf dem hiesigen Pofigevaude beschäftigte Telegraphenarbeitn Flach aus Ravensburg mit dem Kopf an die elektrische Hauptlettung md wurde schrecklich verbrannt. Der Strom fuhr ihm vom Kopf aus in den Rücken und durch die Arme und verbrannte ihm an der einen Hand sämmtliche Finger. Nürtingen. Kürzlich ist der 21 Jahre alte, seit zwei Jahren hier in Arbeit stehende Schneidergeselle Buchner aus Oberbayern beim Baden im Neckar ertrunken. Ravensburg. Aus Anlaß des rn e i iv i . m.n-c a w im TUBTaicnaoricen euruens c Jta--iv-om V. 1 4
stymensabrik Welngarl ovnn. Heinr. Schatz A.-G. hat der Vorbesitzer und derzi5ige Direktor derselden eine Festschrift veröffentlicht, die w großen Zügen die Entstehung und Entwicklung der Firma auö kleinen Anfängen zu ihrer heutigen Bedeutun sMldert und als interessanter Beitrag zur Geschichte unserer yeimisehen Industrie gelten darf. Schönberg. Vor emiger Zeit starb an einem Oerzschlaa der hiesige
Stadtpfarrer Joseph Wenger. Im Jahre 1848 :n Blberach an der Nltz geboren, wirkte er seit 1892 in der hiesigen Gemeinde, in der er sich großer Beliebtheit erfreute. Tübingen. Die Ernennung des a. o. Professors für Kirchengeschichte an der evangelisch - theologischen Fakultät der hiesigen Unidersität. Dr. Theol. und Phil. K. Holl. zum o. Professor an der Berliner Universität ist erfolgt. Ulm. Letztens stürzte der 52 Jahre alte Kirchendiener Wilh. Mahler bei der Münsterstiftungspflege beim Anstreichen der Küchenveranda aus dem dritten Stock herab und brach die Halswirbel. Er war sofort todt. Wnden. Karlsruhe. Dieser Tage konnte der älteste aktive badische Feuerwehrmann. Ferdinand Maisch hier, das 50jährige Jubiläum semer Zugehörigkeit zur Freiwilligen Feuerwehr begehen. Maisch ist. zur Zeit Stabschirurg des hiesigen Feuerwehrkorps und seit 50 Jahren Chirurg der zweiten Compagnie der hiesigen Feuerwehr. B e u r e n. Hier ereignete sich letztens ein bedauerllcher .Ingluassall. Der 31 Jahre alle, verheiratete Adolf Wielatt war mit Jauchefahren beschäftigt. In dem Augenblicke, als der Wagen über einen Markstein fuhr, wollte Wielatt den herabgefallenen Deckel des Jauchefasses anbringen, wurde aber vom Wagen geworfen und erlitt einen Schädelbruch. E p p i n g e n. Auf freiem Felde wurde die Frau des Maurers Jakob Grupp vom Blitz erschlagen. E t t l i n g e n. Sparkassenrechner Hack hat sich erschossen. Die Kasse ist amtlich geprüft und völlia in Ordnung befunden worden. Es verlautet, daß Familienverhältnisse dasMotiv zu der That gewesen sind, die den stets freundlichen und angesehenen Mann in den Tod trieben. Hack war erst seit kurzer Zeit zum zweiten Male verheirathet. Gutach. Der ledige, etwa 50 Jahre alte Christian Staiger von hier wurde von einem Schnellzug überfahren und getödtet. Heidelberg. Vor Kurzem hat sich hier der 23jährige Taglöhner Julius Halter erschossen. Er sollte erne 14tägige Gefängnißstrafe wegen Sittlichkeitsvergehens antreten. I b a ch. Das Wohnhaus des Altbürgermeifters Joseph Braun wurde infolge Blitzschlages ein Raub der Flammen. Der Besitzer wurde betäubt vom Platze getragen. Mannheim. Der verheirathet Spenglermeifter Karl Jnchof, wohnhaft Stockhornstraße 32. fiel bei Vornähme von Dachreparaturarbeiten vom Dache genannten Hauses drei Stockwerke tief herunter rn den Hofräum unv MM's schwere Kopsverletzungen, daß der Tod alsbald eintrat. Pforzheim. Der Goldarbeiter Christian Bühler versetzte dem Aaenten Karl Gloß einen lebensgefährlichen Stich in den Unterleib. Beide sind verheirathet. Die That geschah auö Eifersucht. S ch l u ch s e e. Letztens wurde Sattlermeister H. Metzler auö dem See als Leiche gelandet. S t o l l h o f e n. Hier schlug der Blitz in das Anwesen des Schuhmachers und Landwirthes Friedr. Jäger, welches vollständig niederbrannte. Drei Stück Vieh kamen um. Der Schaden beträgt etwa 10,000 Mark. Ueberlingen Letztens starb !iier Professor Dr. Sevin. Er war rüher Lehrer am hiesigen Gymnasium. Im Jahre 1884 hielt er in Villingen einen öffentlichen Vortrag harmloser Art, in dem er den Sag vertrat, jede Arbeitsentlohnung richte sich nach dem jeweiligen Getreidebezw. Brotpreis". Der Vortrag schien später als Broschüre unter dem Titel Gold und Blut". Wegen dieser Veröffentlichung wurde Sevin gemaßregelt und versetzt. Er kam daraufhin um seine Pensionirung ein und 10g nach hr, wo er eine Tagesgeimng gründete. Em Artikel brachte ihn wegen Beleidigung des hiesigen Stadtraths vor die Strafkammer, die ihn zu mehreren Monaten Gesangniß verurtheilte. Es erschien daraufhin eine neue Broschüre über Die Erlebnisse des Strafgefangenen Prof. Dr. Sevin". ?lyernpfarz. Frankenthal. Eine Verzweiflungsthat wurde letztens von der 33 Jahre alten Ehefrau des in der Sveyrerftraße dahier wohnenden Fabrikarbeiters Peter Findt verübt. Die Frau stürzte sich, nachdem sie ihr zwei Jahre altes Kind herabgewvrfen hatte, aus dem Fenster ihrer im dritten Stockwerke gelegenen Wohnung. Während das Kind von einem vorübergehenden Arbeiter aufgefangen und anscheinend vor Schaden bewahrt wurde, trug die Frau
derartig schwere Verletzungen davon,
daß sie m das Spital verbracht werden mußte. Beide Bein sind gebrochen und der Unterkiefer gespalten worden. Die That ist auf eheliche Zerwürfnisse zurückzuführen. L a n d a u. Unter gräßlichen Schmerzen starb kürzlich im hiesigen Spital das 19 Jahre alte DienstMädchen Franziska Nau von Flemingen. Sie hatte gelegentlich des Weckens von Bäckergesellen eine bren nende Petroleumlampe auf den Gangboden gestellt, war mit den Kleidern der Lampe zu nahe gekommen, diese fingen Feuer und in wenigen Augen, blicken brannte das Mädchen am ganzen Körper. Die Flammen wurden wohl erstickt, die Brandwunden waren aber derartige, daß nicht mehr zu helfen war. W a ch e n h e i m. Letztens wurde in der Nähe der Rheingasse hier der nahezu 49 Jahre alte, ledige Tagner und Winzer Konrad Brenneis von hier an einem Zwetschgenbaume erhängt aufgefunden. Waö den Mann zu dieser That geführt hat, ist unbekannt. W i n z e l n. Das 6jährige Söhnchen des Fabrikarbeiters Christian Faul machte in Abwesenheit der Eltern mit Steinöl Feuer an. Dabei explovirte die Kanne und im Nu stand der ctlerne in Flammen. Nachbarsleute kamen dem aus dem Hause lausenden und lichterloh brennenden Knaben zu Hilfe. Die Beine des Kindes sirfd erheblich verletzt worden. Zwei brücken. Im Alter von 72 Jahren starb hier der bekannte Dialektdichter Karl Bruch, am bekanntesten durch seine Sammlung Lufiiges aus Zweibrücken". Srsaß'Lsttzrrttgen. Straßburg. Proftssor Dr. Wollenberg in Tübingen hat einen Ruf an die hiesige Universität als Professor der Psychiatrie und Direktor des Psychiatrischen Instituts erhalten und angenommen. Metz. Mit Schluß des Schuljahres wird der Direktor des hiesigen Lyzeums, Dr. Hermann, nach 26jahriger erfolgreicher Thätigkeit in den wohlverbienten Ruhestand treten. Sein Nachfolger wird Direktor Eduard Becker von Altkirch. ein geborener Würzburger. Mühlhausen. Im Alter von 100 Jahren und 3 Monaten ist hier die Wittwe Großjean geftorben. Sie war bis in die letzten Tage geistig und körperlich ziemlich rüstig und anläßlich ihres 100. Geburtstages viel gefeiert worden. Saaralben. Hier ermordete der w den 30er Jahren stehende Arbeiter Jakob Geuringer seine dem Trunke ergebene Ehefrau, indem er fie in ferner Wohnung überfiel und ihr zahlreiche Messerstiche in den Kopf, den Letb und die Brust beibrachte. Z obern. Der 24Zahriae Briefträger Sublon ans Forrday (Breaschthal) hatte in einer Reihe von Fällen 7 find nachgewiesen Gelder, die ihm Leute auf seinen Dienstgänaen zur Aendunq übergaben, für sich behalten. Er wurde zu 9 Monaten Gesomgniß denrrtheilt. Mecklenburg. Schwerin. Dem Divisionsprediaer Floercke hierfelbst wurde das Rlttertreuz vom Hausorden der Wendischen Krone verliehen. Frledland. Timer Tage feierte das Schlächtermeister August Krämer'sche Ehepaar das Fest der goldenen Hochzeit. Prädikant Kuhblank überbrachte im Auftrage des Großherzogs die Glückwünsche des Landesherrn und dessen Bild. Die Schlachterinnung gratulirte ihrem ältesten Mltghede unter Ueberrez chung eines Geschenks. Goldberg. Der Schulze, frühe rer Erbpächter Martens aus Bantow bei Neubukow feierte mit seiner Frau geb. Sandmann, im Hause seiner hiesigen Verwandten das Fest der goldenen Hochzeit. Der Großherzog ließ dem Jubelpaar ein Glückwunschtelegramm zugehen und verhieß dem selben die Üeöersendnng einer Bibel. Der Jubilar ist trotz semer 77 Jahre noch sehr rüstig; die Frau zählt 73 Jahre. S ch w a a n. Der Maurer Johann Heise konnte vor kurzem sein 50jähriges Bürger - Jubiläum begehen Der Grohherzog erfreute den im 79 Jayre nevenven Juottar durch em Gnadengeschenk von 50 Mark; der hiesige Magistrat spendete 30 Mark. Der Jubilar arbeitet bereits über 50 Jahre am Baugeschäft von Woderich. Hdenburg. Oldenburg. Das GeschäftsHaus der KSHn eichen tZrben, Langeft ratze zu, cnna für den Vrs von WXX) Mrrk in den Besitz des Kauf mannS L. E. Eilers über. Delmhor st. Der Brinkbe sitzer B. H. Weete - Schönemoorheide vertatst an Albert Kuchlmann - Hoy kenkamp ca. 6 Scheffelfaat Heideland, pro Scheffettaat 265 Mark. Hookfiel. Die Apotheke, die von Herrn Apotheker Otto Kraushaar käuflich erworben wurde, konnte wieder eröffnet werden. Sande. Die Frau des Arbeiters Jänkel gerieth, vom Felde lovmato, mlt ihrem dreriayrrqen Kinde mner ein Fuhrwerk aus Boberg, daö von einem Knaben qelenkt wurde. Das Kind, dem die Räder über den Kopf gingen, wurde auf der Stelle getödtet; die Frau trug schwere Verletzungen davon.
Im Kampf mit Wölfe. Eine russische Grenzpatrouille von
vier Soldaten hat in der Nähe der ruffischen Grenzstation Georgenburg einen schweren Kamps mlt sechs Wolsen zu bestehen gehabt. Die Soldaten halten, wie der Danz. Ztg." gemeldet wird, auf ihrem Nachtstreifzuge den Wald erreicht und hier Rast gemacht, um die entgegenkommende Patrouille zu erwarten. Es mochte etwa 11 Uhr Nachts gewesen sein, als sie plötzlich durch das Knacken der Aeste aufgeschreckt wurden und im nächstenAuzenblick zu ihrem Entsetzen einem Rudel Wölfe, sechs Stück an der Zahl, gegenüberstanden. Die Soldaten gaben guf die wüthenden Bestien sofort Feuer, wodurch jedoch bei der herrschenden Dunkelheit nur zwei getödtet wurden, während sich die anderen vier Raubthiere auf die Soldaten stürzten. Ein furchtbarer Kampf entspann sich, der um so entsetzlicher zu werden drohte, als die Wölfe sich auf die Hinterbeine stellten, um ihre Bisse yegen den Schlund der Soldaten zu nchten. Diese konnten in dieser Lage an das Laden ihrer Gewehre nicht denken, und so blieb die einzige Waffe das Seitengewehr. Einer der Soldaten warf dem ihn angreifenden Wolf seinen Rock entgegen, dadurch wurde das Thier stutzig gemacht, und der Mann konnte sich auf einen Baum retten. Von hier aus mußte er nun Augenzeuge sein, wie die vier bluttriefenden Bestien seine drei Kameraden buchstäblich zu zerfleischen begannen. In diesem Augenblick rückte die erwartete Nachtpatrouille an, man erkannte sofort die gefahrvolle Situation, vier wohlgezielte Schüsse krachten, und alle vier Wölfe wälzten sich neben den entsetzlich zugerichteten drei Soldaten in ihrem Blute. Den Aermsten war das Fleich von den Beinen. Armen und Backen in Stücken bis auf die Knochen berabgerissen. Ein am Unterleib schwer verwundeter Grenzwächter verstarb auf dem TransPort. Der deutsche Wühler in Rord Afrika. Mit einem großen Aufgebot sitt' licher Entrüstung hatten die berusö mäßigen Hetzer gegen Teulschlnnd die wiederholte Meldung von delttsäen Erpeditionen und Ränken in Nord afrika verbreitet. Jetzt bringt das Bureau Reuter eine Mittheilung, die volles Licht auf die geradezu frivole Art und Weise wirft, mit der derar tige Seilsationsnachrichten in die Welt gescht werden. Es handelt sich um einen Reisenden, der allerdln den deutschen Namen Hans Fischer trägt, aber englischer Unterthan und stellvertretender Resident von Kano in Nigerien ist. Von Abstammung ist er Schweizer. Er kam vor enngen Ä'conaten auf Urlaub nach England und reiste von dort im Februar nach Tri' polis ab, um auf dem Karawanenwege durch das Hinterland von Trivolis nach Kano zurückzllkehren. In Tripolis mußte er zunächst die Erlailbiliß der türkischen Behörden zu dieser Reise einholen, da der Vesl:ch des Hinterlands Fremden verboten ist. Tie englische Botschaft in Konstantinopel besorgte die nöthige Erlaubniß, und Fischer brach, lachdem sich ihm eine Anzahl von Pilgern, die aus Mekka zurüökohrten, angeschlossen hatte, am 9. Juli von Triplilis aus. Er nimmt seinen Weg nach Ka no über Mursuk, die Hallptstadt von Fessan. Der Weg führt nahezu 1000 Kilometer weit durch WilNenaebiet. Tie Reise hat, wie das Bureau Reuter hinzusetzt, nicht die gerinate politische Bedeutung Also ein englislzer Kolonialbeamter war der deutsche Wühler. Ob diese grausame Lehre die Hetzer an ihrer Arbeit hindern wird, muß man allerdings bezwei feln. Likvcstragödie in Ungarn. In Maroswasarhely besuchte der Vize-Sadthauptmann Eugen Oreskowitsch mit seiner Gattin das Theater. In Gesellschaft des Ehepaares befand sich der Leutnant im 22. Honved-Regi-ment Ludwig Fülöp, der die Frau d:S Oreskowitsch, da sich dieser zum Nachtdienst begeben mußte, nach der Vorstellung nach Hause geleitete. Von bösem Verdachte erfaßt, suchte Oreskowitsch während der Dienstzeit seine Wohnung auf. Als ihm, trotz lSn geren Rüttelns und Klopfens nicht geöffnet wurde, stieg er durch das Fenster in die Wohnung, wo er das entsetzte Paar in sehr verdächtiger Situation afnd. Oreskowitsck zog seinen Säbel, worauf der Leutnant aus seinem Dienstrevolver einen Schuß abgab, der Oreskowitsch durch die Lunge gwg und auch das verz streifte. Ter schwerverletzte Vizesiadthauptmann befindet sich jetzt in häuslicher Pflege, dürfte aber kaum am eben bleiben. Der Fall ist um so erschütternder, als OreskoMtsch aus Liebe zu seiner Gattin vor drei Jahren seine Offizierscharge abgelegt hatte. Leutnant Fülöp wurde in Hast genommen und ist in der Houved-Kaserne internirt. Wie aus Belgrad gemeldet wird, sind im serbischen Finanzminlsterium Punzirnratrizen im Werthe von 40.000 Frank abhanden gekommen. Der Diebstahl ist um so auffallenider, als die Matrizen in der Hauptkasse des Finanzministeriums unter doppelter Sperre verwahrt worde: waren.
Wo ruht Adolf von Menzel? Sonderbar mag solche Frage erscheinen. Ist doch der Meister erst im
vorigen Jahre gestorben und erinnert sich doch noch die Welt des ferllchen Begängnisses, das der Kaiser dem Ruhmeskünder des Großen Friedrich und seiner Armee" bereitet hatte. Auch weih man, daß. was an ihm sterblich gewesen, hinausgetragen worden war nach der Bergmannstraße zum Friedhof der Dreifaltigkeits-Gemeinde. Soweit reicht das Wissen der Mitwelt. Aber auf dem Gottesacker selbst wild der Wanderer vergebens nach em Grabe des Meisters suchen. Nichts verräth dem Fremden, wo der Kunst ler seinen letzten Schlaf schlä't. In der auf der Ostseite befindlichen Gräberreihe, die sich an die Erenzmauern lehnt, die den Dreifaltigkeits-Frtedhof von dem Kirchhof der Werder'schen Gemeinde trennt, liegt eine neue, umfriedete Gruststelle. In der Front sieht man ein Toppelgrab. von einer breiten Platte überdeckt, dahinter gewahrt man einen Rasenhügel, vor dem sich eine abgebrochene Säule erhebt, und daneden liegt ein epheuumsponnener Hügel. Er trägt ein kleines Holztäfelchen, un) daraus steht die Numnier 6909! Das ist Adolf von Menzels Grab! Unter dem Doppelgrab schlummern seine Eltern. Der Rsenhüzel deckt den Bruder des Meisters, und so kehrt auf engem Raume der lkame Menzel dreimal wieder. Nur er, der diesem Namen Unsterblichkeit verliehen, ruht dort namenlos, und nur das Täfelchen mit seiner Ziffer hält in den Kirchhofsregistern fest, wer unter dem epheuumrankten Erdreich ruht. Niemand zweifelt daran, daß einst dieses Holztäfelchen verschwinden und n seiner Stelle ein Monument sich erheben wird. und daß an Stelle der Kontrollnummer 6909 das Wort M?nzel" in leuchtenden Buchstaben zu lesen sein wird. Niemand bezweifelt, daß, sei eS die Familie, sei es die Künstlerschaft, dieser Pflicht Genüge leisten wir). Aber seit jenem Februartag, da man ihn hinausgetragen, sind beinahe anderthalb Jahre vergangen. Wie lange es noch währen wird, bis ihm ein Dentkmal entsteht, wissen wir nicht. Aber eben deshalb sollte biS zu diesem Tage Menzels Grab denn doch durch etwas anderes gekennzeichnet sein, als durch den Holzpfosten mit seiner Zahl 6909. Humor im Poftdicnst. Die Deihtsche Verkehrszeitung theilt aus demSchriftwechselbuch zwischen einem Postamt und'einerPostagentur einige köstlicheSchriftstücke mit. Es hndeltsichum dieErledigung einerAnfrage des Postamts an die Postagentur rot gen eines vermißten Dienstbriefes. Die Agentur antwortet: Das Schriftstück liegt hier nicht vor. Dasselbe muß dort eingegangen sein! (Dort vielleicht durch einen der jungen Herren verbummelt.) M." Darauf entgegnet das Postamt: An die K. Postagentur in D. mit dem Auftrage, sofort sammtliche Gelasse, Spinde usto., welche dort zur Aufbewahrung vonPostsachen usw. benutzt werden, genau nach etwa dort liegengebliebenen Sendungn zu durchsuchen. Das betreffende Schriftstück ifi hier bislang nicht wieder elngegangen und muß dort noch vorliegen. Im weiteren wolle die K. Postagentur , im Schriftverkehr mit dem Postamte sich demselben gegenüber für die Folge ernes angemessenen Tones befleißigen Nun kommt die Lösung des Räthsels in folgendem humorvollen schreiben der Postagentur: Zurück an das Postamt. Ja, da haben wir die Teufelei! Diesmal haben Sie nun wirklich recht! Wie ich nach Eingang des Vorstehenden im Haufe herumschimpfte und ieufelirte. sagt plötzlich meine Mutter (ste ist achtzig Fahre alt): Johannes, ick hebb dar en Deinstbreif in min Kom-moden-Lad innesloten! schull dat wol dei vermißte sin? Dar stunn. roth unnerstrecßen, uppe: Gift sehr! Do hebb ick mir jedacht, dat dei Breif mol sehr wichtig wör! un hebb em weggesloten, dat hei nich in anner Hänne keem, wil dat Du grad na de Wischen tau'm Heu malen wörst! ... und richtig! Da in der Kommodenlade lag der Brief seit dem 28. Juni. Hohes Kaiserliches Postamt! ich sage ja immer: Lange Haare, kurzer Verstand! Das Kaiserliche Postamt wolle hoch- und großmüthig verzeihen! auch die jungen Herren von wegen meines frechen Ausdrucks verbummeln". Ja. ja, lange Haare, kurzer Verstand! Schaffen Sie sich auch man nicht so viele Fräuleins bei der Post an! Wenn Sie so was, wie mit meiner Mutter, schon am grünen Holze sehen, was soll's dann erst am dürren? (mit dem letzteren meine ich in diesem Falle natürlich die Fräuleins.) Na, das wäre dann ja Gottlob! mal wieder aus Luft! Das gründlich erledigte Schriftstück füge ich nunmehr bei. Nochmals: Verzeihung! auch für meine Mutter, welche, wie ich schon sagte, 80 Jahre alt ist. Gehorsamst Johannes M., Postagent." Die Kedanketer. Serenissimus liest in einer alten Urkünde vom Jahre' 1756. Die Urkunde beginnt: In der Sitzung vom 2. September 1756 ... Kindermann," meint er plötzlich, die Leute müssen damals aber fleißig gewesen sein, sogar am Sedantage haben sie gearbeitet.
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