Indiana Tribüne, Volume 30, Number 3, Indianapolis, Marion County, 27 August 1906 — Page 5

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Jutcrnrbau Zett-Tadcllc.

ZI. XL T. Shfte. I ratt Sonntag, den 20. Mai 1906.! Züge verlassen Indianapolis. Runcie ck Rarion Division. Kawrence, Forroille, Pendleton, nderson, Korktown, Muncie, Middletomn. Alezandria. unrmitville, Fairmount. Gas itn, Jones ooro und Marion. 4 00 5 06 6 00 7 05 00 9 06 10 00 11 00 11 06 12 00 Bm. Vm. Bm. Bm. Bm. Vm. Bm. Bm. Vm. Mttg. 1 05 Nm. 2 00 Nm. 3 06 Nm. 4 00 Nm. 6 00 Nm. 5 05 Nm. 6 00 Nm. 7 06 Nm. 8 00 Nm. 9J06 m. 11 30 Nm. Limited. Logansport 6: Peru Division. Tarmel, Noblesville, Cicero, rcadia, Uanta, Tipton, Kokomo. Galvefton. alton, Logansport, Miami, Bunker Hill, Peru und Elwood. 5 00 Vm. 1 45 Nm. 5 46 Vm. 3 00 Nm. 7 00 Bm. 3 46 Nm. 45 Vm. 5 00 9h. 9 00 Bm. 5 45 Nm. 9 45 m. 7 00 Nm. II 00 Bm. 7 46 Nm. 11 45 Vm. 9 00 NM. 1 00 Nm. ill 30 Nm. Limited. Der Zug um 11.30 Abend der Jndiana. ,oN-LoganSport ZDWision geht nach Peru nftatt Logansport. eue spezielle Bedienung nach Ft. Wayne. Aüge verlassen Indianapolis um 7:00 und 11:00 Uhr BormittagS und 3:00 und 7:00 Uhr Nachmittags, machen die Fahrt nach Ut. a?ne in 4 Swnden und 40 Minuten. euer Zug Marion Flyer Verläßt Marion 7:56 Bormittags und 1:56 Nachittaqs ; Verläßt Indianapolis 11:00 Bor mittags und 6:00 Nachmittags ; hält blos in Underson und lexandria an. schließende Linien erreichen Davton, Dhio, Ft. Wahne, Huntington, Wabash, fontaine, Swayzee, Greentown. Hartford Mich, Montpellier, luffton, Winchester, Union City, Sreenville, O., und Zwischen, Kationen. Fracht, und Passagier.Osfice - Ternnna Wartezimmer. Telephon M 176. Indianapolis & Eaftern. Numted Züge für' Richmon und allm HMntten in Ohio, welche verbunden find mit ektrischen Linien, um 8:10 und 11:10 Bor, mittags. 2:10 und 6:10 Nachmittag und 3:10 bend. Locale Züge für Richmond id Zwischenftationen von 6:00 Uhr Bor, ittags an und dann jede Stunde, anSge. ommen die Limited Zeit, lnS 8:00 Abend 7fl0 Uhr Abends ausgelassen). Letzter Zug ach Sreenfield um 11:30 Uhr Abends. Indianapolis & Martinsville. Erste MorgeN'Ear um 5:10 Uhr Morgen. Dann von 6:30 Uhr Morgens jede Swnde oift 11:30 Uhr AbendS ; ausgenommen die VWnden 8:30 und 10:30 Uhr Abends. Indianapolis Eoal Traction Co. güge laufen stündlich von Indianapolis ach Plainfield von 5:00 Uhr Morgen bis 11:00 Uhr Abends ; ausgenommen die tun den 8:00 und 10:00 Uhr AbendS. Indianapolis & Northwestern. Züge laufen stündlich von 6:00 Uhr Mor, gen bis 9:00 Uhr AbendS. Anschluß in Lebanon für Thorntomnund CramfordSville. Der Zug um 10:00 Uhr Abends fährt blos hiS nach Lebanon. Der Zug um 11:30 Uhr Abend fährt bis nach Frankfort, Anschluß in Lebanon für ErawfordSville ; derselbe fährt in der Sonn, tag Nacht blo bi nach Lafayette. Limited Züge für Lafayette fahren ab u :10 und 11:10 Ubr oraenS. und 2:10. 5:10 Nachmittag und 7:10 Abend. Für j CramfordSville um 10:45 BormittagS und 4:26 Nachmittags. EDWARD W. ME88MER 1025 Radrson Ave. lletnia Agent der berühmten Williams Pumpen N0 TRIX" T0 FIX". JBatanttxt eine Holzvumpe au Visen gemacht.' Reparaturen an Pumpen werden prompt und billia ausgefKhrt. Reparaturen an Häusern ane Gmlege euer Rinnen oder bringen neuer Abluszrbhrk au Zmn von galvanifirte Eisen werde zu jede Ant gemacht. I h. G. Sponsel I Bäckerei. J030 Süd Eaft Straße. Butterringe 10c. Echter Pumpernickel. Feinste Roggenbrod. Malzbrod. Marktftand 56 und Columbia j 1 Grocery Co. euer Telephon 9391

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Traumldnn.

N Von Georg Gerve. Mncher Wirklickkeit enthoben, Vcüde Augen, schlafunchüllt. Gold'ne Mädchen, zart verkben, Zaubern stltzeS Traumgebild. Blauer See und bunte Wiesen, Kinder spielen Ringelreih, Sei du. gold'ner Traum, gepriesen. Ich bin Kind und sorgenfrei! Schnell im Traun: die Jahre fliehen, Wetter webt sich das Gebild, Aus dem See die Nachen zreben. Und das weihe Segel schwillt. Leise lad' ich durch die Wellen. Vor mir fitzt die schöne Maid. Heiße Liebesworte quellen Aus der Bruft voll Seligkeit. Und ich küß. wie einst vor Zeiten. Meines Mädchens rhen Mund, aß das Ruder mir entgleiten. Stößt da Schifflein auf den Grund. Ach. erwacht! Der Traum zerstoben, Ist dahin die Seligkeit. Gold'ne Fädchen. abgewoben Nackte, rauhe Wirklichkeit! Ein Wiedersehen. Novellette von Emma HaushoserVkerk. Immer, wenn er an seine Jugend dachte, dann stand ihm Resas leidenschaftliches Gesicht vor Augen ihre ?irüngrauen Augen, die so glühen onnten vor innerem Feuer, ihre vollen trotzigen Lippen. Wie sie ihn geliebt hatte! Jahre waren seitdem vergangen. Er hattt Carriere gemacht. Er war mit achtundvierzig Jahren Ministerialrath. Man prophezeite ihm sogar, daß er noch Minister werden würde. Auch seine Häuslichkeit ließ nichts zu wün schen übrig. Es ging alles am Schnürchen; dafür sorgte seine gute Amalie mit ihrer musterhaften Ordnung und Pünktlichkeit. Recht temperamentvoil war seine Frau ja nie geWesen. Nein! Nicht einmal in den Flitterwochen hatte er ihr seelisches Phlegma zu erschüttern vermocht. Aber dafür war sie pflichttreu und korrekt und das patzte auch so viel besser für die Gattin eines höheren Beamten. Nur manchmal, mitten in einem Concert oder bei einer ergreifenden Scene im Theater oder wenn er e4umal ausnahmsweise eine mühige Viertelstunde zum Nachsinnen hatte, dann packte ihn die Erinnerung; dann wärmte er sich das Herz bei dem Gedanken an jene Gluth, die einst zu ihm emporgelodert war. an der er entsagungsvoll vorübergegangen war. Nicht ganz entsagungsvoll. Er war doch eme Weile auch recht verliebt gewesen. O, die süßen, verstohlenen Küsse, die er mit Resa auf dem Heimweg aus einer Gesellschaft unter dem Regenschirm, zuwei len ganz keck hinter einer halboffenen Thür getauscht hatte! Aber sie war nicht etwa so ein klei nes Mädel, mit dem man nicht viel Umstände zu machen braucht. Nein eine höhere Tochter, aus guter FamiIre. Eine, die man heirathen muß. wenn man sie besitzen will. Wenigftens ein Mann mit Grundsätzen wie er. Er hatte ja auch an das Heirathen gedacht; natürlich. Sie konnte eigentlich erwarten, daß er sich mit ihr verloben würde, sobald er eine Anfiellung hatte. Aber seine Mutter! Gott, wie hatte die gute selige Mama sich über seine Neigung für Resa alteriren können! Wein! Das ist keine Frau für Dich. Heinrich! Eine Kunstschülerin! Nun der Vater ist Professor! Die Familie sehr angesehen in Würzbürg. Das ist ja alles schön und gut. Aber sie ist doch seit Jahren nicht zu Hause. Sie wohnt in einer Pension; sie zeichnet, sie malt. Wo soll sie denn Sinn und Verständniß für eine gediegene Häuslichkeit herbekommen? Sie hat ja keine Ahnung, was es heißt, einen Haushalt führen. Und die freien Manieren! Schon ihre Haltung! Ihr Anzug! Für mich hat sie etwas Emanzipirtes! Todtunglücklich müßtest Du werden, mein armes Kind!" Er war nicht taub geblieben für diese Warnungen. In Resas Charakter war ja in der That so mancher Zug, der auch ihm fremd anmuthete, der ihn beunruhigte. So ein Freiheitsdrang, so eine stolze Gleichgiltigkeit gegen kleine Alltagssorgen, die ihm gar nicht so unwichtig erschienen. Auch ihre trotzige Ehrlichkeit machte ihn oftmals fchaudern. Wozu den Leuten auf die Nase binden, toal man von ihnen dachte? Man kam doch so viel weiter mit geschmeidige? Höflichkeit, mit ein bischen kluger Heuchelei! Ach. der Abend, der letzte, als sie sich bei dem Künstler - Maifest trafen! Es war die entscheidende Stunde. Er hatte jetzt eine Anstellung als Assessor und mußte am nächsten Tage abreisen. Etwas peinlich war ja dieses Loswinden, zu dem er sich entschlössen. Er hatte seinen Schmerz über den Abschied so eindrücklich bewnt, daß sie wohl verstehen mußte, nun war alles zu Ende zwischen ibnen: So leb' denn wohl! Es wär' so schön gewesen! Sie war krampfhaft lustig. Aber es war ein Ton in ihrem Aachen, der ihm anö Herz griff. Und dieser Weg zur Bahn, Arm in Artn mit ihr, durcb die wunderbare Maiennacht.

mnwehi von süßem Bluihendufi. Sie Wurde immer stiller und stiller, und ,hr Gesicht bleicher und bleicher. Dann in der Stadt, nachdem sie sich von den Bekannten getrennt, mußte er sie noch ein paar Schritte weit beylenen. Sie sprachen gar nicht mchr. Er erinnerte sich recht Wohl, daß er eine Höllenanaft gehabt vor einer Scene vor emem Verzweiflungsschrei ans ihrem Munde. Ihre Augen, ihre heißen, todttraurigen Augen hatten einen Blick, der ihn quälte, beklemmte. Wie er sie in dem dunklen Hausflur noch einmal küßte, da hing sie an seinen Lippen wie eine Sterbende. Fast wären in diesem Augenblick alle seine vernünftigen Vorsätze zuschänden geworden. Ach, wie schwerwiegend ist doch oft so ein kurzer Moment für ein ganzes Schicksal! Er hatte sich beherrscht. Er war abgereist. Sie hatten sich nicht mehr gesehen. Später, nach Jahren, erzählte ihm eine Dame, die damals mit Resa in derselben Pension gewohnt, wie furchtbar das arme Mädchen gelitten hatte. Sie hatten alle gemeint, sie würde sich ein Leid anthun. Nächte lang hatte sie gewewt und geschluchzt. Sie hatte keinen Pinsel mehr angerührt, sie hatte in ihrem Zimmer gesessen und geschrieben, Briefe, die sie nicht abschickte, die sie wieder zerritz und verbrannte. Wie eine Schwerkranke, theilnahmslos, hatte sie hingelebt, wochenlang, monatelang. Man hatte Herzweh bekommen, wenn man ihr in die verstörten, trostlosen Augen schaute. So war er einmal geliebt worden! Es hatte ihn gerührt. Es rührte ihn noch immer. Denn sie war unverheirathet geblieben, das arme Ding! Sie hatte die eine grohe Leidenschaft ihres Lebens nie vergessen. nie verwunden, wie es schien. EineMalerin! Ach Gott! Wenn er ihren Namen in einem Ausstellungs-Kata-log las, dann dachte er mit einem angenehmen, mitleidigen Gruseln, mit einem Lächeln wohligen Bedauerns, daß er die Brandfackel in dieses Herz geschleudert, daß er dieses Dasein zerstört hatte. Ja, ja, so ist das Leben! Die Mädchen sind übel dran! Aber sie hat doch einmal einen Herzensfrühling gehabt! Sie hat doch etwas erlebt! Für eine Frau bedeutet das ja so viel: eine Erinnerung!

An einem Sommernachmittage hatte er einen Bekannten aufsuchen wollen, der in einer der neuen Villenkolonien draußen vor der Siadt wohnte. Er traf niemand zu Hause und wurde von einem Platzregen überrascht. Da er keinen Schirm mitgenommen, suchte er unter dem nächsten Dache Schutz vor den Wasserfluten. Es war ein kleines, originelles Häuschen. eigentlich eine elegante Hütte, hinter der noch ein paar prächtige Waldbäume standen Nach einer Weile kam ein DienstMädchen heraus und sagte höflich: Der Herr möchte doch eintreten" Der Sturm war allerdings unangenehm nach der vorherigen Glühhitze, und so mchte er von der Erlaubniß Gebrauch. . Er wurde in ein ziemlich geräumiges Zimmer geführt, in dem viele Studien an den Wänden hingen, was einen frischen, lustigen Eindruck hervorrief. Gar nichts Stilgerechtes, ar nichts Kostbares; aber das ganze ln einem eigenartigen Geschmack, mit einer originellen Färbung. Als die Besitzerin eintrat, verbeugten sie sich beide erst sehr steif voreinander, schauten sich dann prüfend an und riefen in emem Athem: Nein, welcher Zufall!" Sie! Herr Ministerialrath!" Sie, gnädiges Fräulein!" Sie bot ihm nun einen Platz an, setzte sich ihm gegenüber, und sie plauderten bald ganz behaglich. Draußen rauschte der Regen immer stärker nieder. Es blitzte und donnerte. Sie ließ Kaffee bringen und sie steckten sich beide Cigaretten an. Er wunderte sich eigentlich im Stillen, wie wenig gramdurchfurcht und welk ihr Gesicht war. Sie hatte gar nichts von dem hergebrachten Typus der alten Jungfer. Sie glich auch nicht dem Bild, das er sich seit Jahren von ihr geschaffen; er vermißte den Zug stiller Resignation, sanfter Wehmuth, mit dem sie ihm immer vor Augen gestanden hatte. Sie war ja sehr verändert. Fast zwanzig Jahre! Die gingen nicht spurlos vorüber. Aber in ihrer ganzen Erscheinung war so etwas Sicheres, Klares, Zufriedenes, das ihn fast ärgerte und verletzte. Er hätte doch erwartet, daß das Wiedersehen mit ihm sie etwas mehr verwirren und erschüttern würde. Er selbst, er. der Mann, der' Würdenträger, war doch im ersten Moment ver legen gewesen. ..Ganz einsam leben Sie also hier?" sagte er nach einer Weile mit dem leisen Mitleid, das er nun einmal nicht zu unterdrücken vermochte. .Leider viel zu wenig einsam." erwiderte sie lachend. Ich komme wirklich erst jetzt im Sommer, wenn alles auf dem Lande ist, zum Arbeiten. Sonst hat man ja immer mehr Verkehr als gut ist .Ja, ja. Sie kennen jedenfalls sehr viele Kolleainnen." meinte er etwas herablassend. 0 natürlich. Auch Collegen,ich habe so manchen Freund, der ger hei mir eine Tage Thee trinkt oder

auch mal ganz nnangesag 'vrmag oder Abends komrk, auf gut Glück. Was sind wir in diesem Zimmer schon oft lustig gewesen! Im Winter, da brenne ich freilich meistens durch nach Italien. Ich mag gar nicht frieren! Daran sieht man. daß man alt wird, nicht? An dieser Sehnsucht nach Wärme, nach Sonne! An Capri knüpfen sich mir ja so herrliche Erinnerungen, daß ich mich gleich wieder verjünge in dem sonnigen Blau!" .Unsereiner muß wohl auch im Winter auf dem Posten bleiben und darf gar nicht daran denken, daß es anderswo schöner wäre," sagte er etwas kühl und von oben herab. Er fand es nicht hübsch von ihr, daß sie sich solche Mühe gab, ihr ben in rosigen Farben zu malen. Wozu die Verstellung? Er wußte ja doch, daß sie mit ihrem heißen Herzen als Einsame nur eine gebrochene Existenz weiter geschleppt haben konnte, er wußte ja, in welch furchtbaren Kämpfen sie diefe scheinbare Ruhe errungen. Ein etwas weicherer Ton, ein elegisches Anklingen an die alten Erinnerungen wäre mehr nach seinem Geschmack gewesen. Ja, ja, wer die Würde hat, hat auch die Bürde! Sie sind ja jetzt ein großes Thier!" sagte sie lustig, ganz respektwidrig. Sie lag zurückgelehnt in ihrem Sessel, blies nachdenklich die Rauchwölken aus ihren Lippen und schaute ihn eine Weile schweigend an. Finden Sie es nicht auch schreck lich drollig, nach Jahren an seine alt Verliebtheit zurückzudenken?" begann sie plötzlich mit einem Freimuth, der ihn verblüffte. Ein bischen verliebt

.waren Sie ja auch, nicht wahr, wenn auch mit gemäßigterer Temperatur! Aber ich! Sie haben ja keine Ahnung, wie toll ich gewesen bin. Es ist doch eigentlich eine rechte Grausamkeit der Natur, daß sie solchen Schabernack mit uns treibt, uns so blendet, narrt und berauscht, bis wir einen Menschen gar nicht mehr in seinen wirklichen Umrissen sehen, nein, in einer Strahlenglorie, in einer schimmernden Dunstwolke." Nicht die Natur ist grausam, Resa," sagte er mit würdigem Ernst. Nein, das Schicksal, unser modernes Leben, das so große Herzensopfer von uns fordert, das uns nicht gestattet. einem heißen, jungen Gefühl nachzugeben." Obwohl ihr Ton ihn recht seltsam berührt, fand er es doch am Platz, hier eine nachträgliche Entschuldigung auszusprechen, sein Gewissen zu entlasten, das ihm doch manchesmal Vorwürfe gemacht, wenn er an sein rasches Losreißen von ihr zurückdachte. Dem Schicksal" kann man ja so vieles aufbürden. Statt zustimmend zu nicken, statt mit, einem Wehmuthschimmer in den Augen zu seufzen, ihm mit sanftem Lächeln der Verzeihung die Hand zu drücken, lachte ste unbefangen auf: Aber, ich bitte Sie, Hm Ministerialrath! Wir beiden hätten ja miserabel schlecht zueinander gepaßt. O. ich habe Ihre Mutter ja einstmals als meine bitterste Feindin betrachtet. Ich habe sie ehrlich gehaßt. Seitdem aber habe ich ihr alle meine bösen Gedanken abgebeten. Sie war eine kluge Frau. Ihr Verstand war nicht umnebelt, wie der meine. Sie kannte Sie und fühlte instinkttv, wie fremd unsere beiden Naturen sich gegenüberstehen mutzten. Es war ja ein solches Glück für uns beide, daß das Schicksal", oder sagen wir lieber ehrlich Ihre gute Mama ein Veto einlegte " Es freut mich von Herzen, gnädiges Fräulein, daß Sie mit so großer Liebenswürdigkeit über meine selige Mutter urtheilen, daß Sie, trotz Jhres einsam verbrachten Lebens, ohne jeden Rest von Bitterkeit auf jene Jugendliebe, auf jene Jugendthorheit, wie Sie wohl sagen würden, zurückschauen können," bemerkte er etwas pikirt. Gott sei Dank!" rief sie vergnügt. Heutzutage brauchen wir Frauen uns auch nicht mehr als Schiffbrüchige zu betrachten, wenn uns ein Liebestraum in die Brüche ging. Man muß nur etwas Kraft und Muth im Leib haben und die Sentimentalität über Bord werfen. Mt einem Beruf, mit ein klein bischen Talent und emem lebk.aften Wohlgefallen an feiner Freiheit kann man sich ein recht erträgliches Leben zimmern, als weiblicher Junggeselle. So ein Sturm geht vorüber, wie der da draußen, der mir die Freude dieses Wiedersebens verschaffte; es wird wieder blauer Himmel hinterher!" Sie schüttelten sich lachend die Hände. Aber er hatte doch ein Gefühl der Enttäuschung. Dieses neue Weib", das mit einer großen Leidenschaft so gründlich fertig wurde, behagte ihm gar nicht. Er war ärmer geworden um eine schöne Illusion von rührender Treue. Immer och Hidalgo . Ein armer spanischer Flickschuster war dem letzten Augenblicke seines Lebens nahe. Sein einziger Sohn und Erbe der natürlichen Dürftigkeit ftagte ihn. ob er ihm auf dem Todtenbette noch Lehren hinterlassen wollte. Mt snrrender Stimme sofft der Sterbende: Äerytß nie. mem Sohn, Di ch auf der unserer ffwnMe würdigen Höhe zu -haltend

Deutschland s Außenhandel

Eine neuerdings erschienene Handelsstatisttk macht über den AußenHandel Deutschlands in den ersten sechs Monaten dieses Jahres folge, :de interessante Angaben: Der Gesammtumsatz im deutschen Außenhandel ist während des ersten Semesters 1906 ganz gewaltig gestiegen: er belief sich auf mehr als 47, 005 Millionen Tonnen gegen 43,819 in der Vergleichzeit 19. Die Zunähme beträgt demnach rund 1 Prozent. Bei einem zusammenfassenden Vergleich des deutschen auswärtigen Handels ist wohl zu berücksichtigen, daß durch die Aenderung der Handelsstatisttk am 1. März 1906 einige Mengen in Stück, Faß, Hektoliter oder Flaschen angegeben sind und deshalb in der Gesammtsumme sehlen. Diese Mengen sind aber nicht so erheblich, um den Vergleich nnt dem Vorjahr unmöglich zu machen. Sie würden eher das Bild zugunsten des laufenden Jahres noch etwas verschieben. Die starke Entfaltung des deutschen Handelsverkehrs in den letzten Jahren erhellt daraus, daß der Gesammtumsatz im laufenden Jahre um rund 30 Prozent höher war als im ersten Halbjahr 1900. Gegenüber den Krisenjahren 1901 und 1902 i er noch weit stärker gestiegen. Die Handelsumsätze Deutschlands stellten sich tn den ersten sechs Monaten der nachstehenden Jahre in Millionen Tonnen, wie folgt: 1900 : 36,12- 1901: 85.82; 1902: 35.45; 1903: 40.02; 1904: 40,90; 1905 : 43,82; 1S06: 47,00. Zhe gewaltige Steigerung von 1908 auf 1906 fällt in die Augen. Zerlegt man den Gesammtumsatz nun m Ein- und Ausfuhr, so ergibt sich eine auffallende Verschiedenheit in der Bewegung der Ein- und Auöfuhr. Während die Ausfuhr eine äußerst kräftige Zunahme aufwies, ist die Einfuhr nur wenig gestiegen. Die Einfuhr ging von 25,27 Millionen Tonnen im ersten Halbjahr 1905 auf 26.22 Millionen Tonnen im gleichen Zeitraum 1906 oder um circa 4 Procent hinauf. Dagegen stieg die Ausfuhr von 18,55 Mill. Tonnen im vorigen Jahre auf 20.78 Millionen Tonnen oder um 12 Prozent. Die geringe Emfuhrsteigerung ist durch den Wegfall des starken Kohlenimports, der 1905 ftattfanö. veranlaßt, wogegen die starke Zunahme der Ausfuhr von der Einschrälkung herrührt, die der Kohlenexport 1905 erfuhr. Die gefammte Ein- und Ausfuhr stellte sich im ersten Halbjähr seit 1900 in Millinoen Tonnen, wie folgt: 1900: Einfuhr 20.25. Ausfuhr 15.87; 1901: Emfuhr 29.77, Ausfuhr 15.05; 1902: Einfuhr 19.66, Ausfuhr 15,79; 1903: Einfuhr 21,72, Ausfuhr 18,30; 1904: Einfuhr 22,30.Ausfuhr 18,60; 1905: Einfuhr 22,27, Ausfuhr 18,55; 1906: Einfuhr 26,22, Ausfuhr 20,78. Ein Zeicben für die günstige Entwickelung des deutschen Hanbelsverkehrs im laufe.den Jahre ist es, daß im zweiten Quartal die Ausfuhr noch erheblich größer war als im vorigen Jahr, trotzdem schon das erste Vierteljahr eine bedeutende Steigerung gebracht hatte. Durch die Erhöhung der Zollsätze hat demnach der deutsche Exvort bisher keine Einschränkung erfahren; vielmehr hat er sich auch nach der Aenderung der Zölle noch kräftig weiter entwickelt. Die Einfuhr dagegen ist nach der reichlichen Verforgung im ersten Quartal im zweiten hinter der vorjährigen Ziffer zurückgeblieben, sie ist in?eß immer noch stärker als 1QAA Hoffnungsvolle Backfische. Weißt Du, Mieze, ich abe es gern, wenn Papa so hmter uns geht! Findest Du das nicht auch nett?" Gewiß; wer das dann so sieht, muß denken, wir werden von einem älteren Herrn verfolgt!" Betrachtung. Merkwürdig, immer g'rad' dann, wenn man in gehobener Stimmung ist, liegt man gewöhnlich auf der Er den!" Unter den europäischen Natio nen hat Rußland die längsten Telegraphen - Verbindungen; dann kommen Frankreich, Deutschland und Großbritannien. Friedrich der Große orb nete für ganz Preußen die Erricb tung von Blitzableitern an. verbot aber glerchzeitig, auf seinen Schlössern welche anzubrinSen.

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