Indiana Tribüne, Volume 30, Number 2, Indianapolis, Marion County, 25 August 1906 — Page 6
Jndlana Tribüne, 2S August 1906
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Europäische Nachrichten. Provinz Hannover. Badenfiedt. Ein schwerer Unfall erettznet sich hier auf der Saline. Der Arbeitn Bath hatte daS Unglück, in einen Kessel mit kochender Sole zu fallen. Er erlitt erhebliche Verletzungen durch Verbrühen und wurde mittels Fahrbahre inö Henriettensiift geschafft. Estebrügge. Ein Fuer, dem fast zwei Menschenleben zum Opfer gefallen wären, äscherte das Quast'sche. von dem Arbeiter Rieck bewohnte Kötnerhaus in dem nahen Hohe vollständig ein. E i n b e ck. Sein 40jähriges Dienstjubiläum beging in Metz der Generalleutvant v. Uslar, Kommandeur der 34. Infanterie - Division. Er ist einer der wenigen noch aktiven deutfchen Offiziere, die aus der vormals !aml0verfchen Armee hervorgegangen md. Generalleutnant von Uslar ist der älteste Sohn unferes früheren Bürgermeisters von Uslar und hier geboren. Göttingen. Der Prwatdozent für systematische Theologie an der hiesigen Universität, Dr. R. Otto, ist zum a. o. Professor ernannt worden. Hameln. Der älteste Sohn des
Holzhandlers Theodor König, MrttnHaber des Geschäfts, hatte das Un glück, durch einen Holzboden durchKUtreten und mit dem Kopf auf einen Haufen Dielen zu schlagen, daß er einen Schädelbruch davontrug. Der allgemein beliebte Mann, welcher Familie zurückläßt, ist nach kurzer Zeit, ohne das Bewußtsein wieder erlangt zu haben, verstorben. Münder. Ein recht bevauerliches Unglück passirte der hier zur Kur weilenden f?rau Rechnmrgsrath Schmidt aus Hannover. Letztens wollte die bereits 72jährige alte Dame mit ihrem 78jährMN Gatten durch die Wermuthstraße zum Mittagessen gehen. Zu eben dieser Zeit fuhr der etwa lOjähna? Heinrich Klünder, Sohn des Schäfers Klünder hierselbst, mit einem Kinderwagen in vollem Galopp über die Straße und stieß die alte Dame mit dem Wagen derart an, daß dieselbe zu ?falle kam und sich einen Bruch des Oberschenkels zuzog. Wilhelmshaven. Das Fest der Silberhochzeit feierte kürzlich Heinrich Gathemann, Hilfsarbeiter beim Hafenbau. Vor einiger Zeit wurde der Schreibersmaat Kuhling von der 2. Werftdivision im nahen Forst bei Upjever erschossen aufgefunden. Provinz Wstfcrren. Münster. Der a. o. Professor der klassischen Philologie an der yiesigen Universität, Dr. K. Hosius, hat einen Ruf als Professor nach Greifswald erhalten. Bielefeld. Professor Dr. Wibrand, der bekannte Alterthumsforscher und Vorsitzende des Historischen Vereins für Minden - Raoensberg, der 31 Jahre dem hiesigen Gymnasium als Lehrer angehörte, ist plötzlich im Alter von 67 Jahren gestorbcn. Dortmund. In Abwesenheit der Eheleute Springmeier brach in deren Wohnung, Amalienstraße 28, Feuer aus. Hinzukommende Leute öffneten gewaltsam die Thür und fanden die zweijährige Tochter der Eheleute verbrannt vor. Gröblingen. Von der eigenen Dogge zerfleischt wurde das zweijährige Kind des Kötters und Tischlers Wicnke hierselbst. Der Hund wurde von dem auf die Hilferufe seines Kindes herbeieilenden Vater sofort erschossen. Herford. Hier brannte die Mühle und Mühlenbauanstalt von Bullermann an der Mindenerstraße ab. Das Feuer, das rasch um sich griff, soll durch Selbstentzündung von Benzin, welches zum Betriebe eines Motors Verwendung fand, entstanden sein. I s e r l o h n. Der Arbeiter Hombeck glaubte seinen Freund durch den Arbeiter Burg beleidigt. Um stch zu rächen, lieh er ein Messer und schlich dem Burg in dessen Schlafzimmer nach. Dort muß er ihn beim Auskleiden betroffen und sofort niedergestochen haben, man fand nämlich die Leiche entkleidet über dem Bette liegend; das ganze Zimmer schwamm im Blute. Nach der That hat sich der Mörder ruhig, als wäre nichts oorgefallen, auf einer Kammer neben der Mordstelle zu einem A?beitskollegen zu Bett gelegt. Er wurde verhaftet und in's Untersuchungsgefängniß abgeführt. K a st r o p. Der Invalide Wilhelm Nasemann feuerte nach einem Wortnchsel auf seine Frau mehre Revolverschüsse ab. Eine Kuge! traf die Frau in die Herzgegend und der Tod trat sofort ein. Schüsse, die der Mensch auf seine Töchter abfeuerte, gingen glücklicherweise fehl. Nafemann, der m den nahen Stadtwald geflüchtet war, wurde alsbald vnhaftet. Minden. Als eine Abthetkung Fahrtenschwimmer beim Schwimmen der 1. Compagnie des Hannoverischen Pionier - Bataillons Nv. 10 nach beendetem Schwimmen aus dem Wass rückte, sank plötzlich der Pionier Brockmann, welcher als einer der letz-
ten oa Vtffftt verney. unrer. r Unfall wurde sofort bemerkt, jedoch gelang es erst nach einiger Zeit, den Verunglückten zu bergen, obgleich von den Mannschaften des Rettungsdienstes und mehreren genxmdtenSchwimmern der Compaanie eifrigst getaucht wurde. Die Wiederbelebungsversuch blieben erfolglos. 'NtzeirrproVinz. Köln. Aus Anlaß seines 80. Ge. burtstages ist Commerzienrath Sigmund Aschrott der Rothe Adlerordcn III. Klasse mit der Schleife verliehen worden. Bonn. Der Inhaber der weltbekannten Wirthschaft Zum Hähnchenhierselbst, Hofwirth Johann Rieck, ist vor Kurzem gestorben. In seinem Lokal verkehrten die meisten der in den letzten 30 Jahren hier immatrikulirt gewesenen Studenten, darunter der deutsche Kaiser, der Kronprinz, Prinz Eitel Friedrich, der Großherzog von Mecklenburg, der Herzog von Koburg und andere. Duisburg. Die 34 Jahre alte Ehefrau Nischke versuchte einen Ofen mit Petroleum anzumachen. Von den zurückschlagenden Flammen wurden die Kleider der Unvorsichtigen erfaßt. Sie erlitt fürchterliche Brandwunden, denen sie alsbald erlag. Düsseldorf. Die Brüder Adolf und Friedrich Deis geriethen letztens in einem Hause an der Ackerstraße wegen eines geringen Geldbetrages in Streit, w dessen Verlauf Friedrich Deis seinen Bruder durch einen Dolchstich in den Hals tödtete. D ü l k e n. Hier stürzte der beim Bau des Thurmes der katholischen Kirche beschäftigte Hülfscrbeiter Selters ab; er war sofort todt. Vor einiger Zeit versuchten im Stadtwald der Kaufmann Franz Wesener und die 16'jährige Tochter des Steindruckers Bümsen sich durch Salzsäure zu tödten, da der Vater des Mäi chens den Verkehr der beiden nichi duldete. Beide Lebensmüde wurden ins Rellinghauftr Krankenhaus gebracht. Wesener wurde jedoch alsbald wieder entlassen, da sein Zustand sei nen Anlaß zu Befürchtungen bot. Ob nun bei ihm das Gift erst später gewirkt hat, oder ob er nachher nochmals von der ätzenden Flüssigkeit ge trunken hat, man fand ihn fpäter in der Nähe von Werden in höchst be denklichem Zustande am Wege liegen und schaffte ihn ins Krankenhaus zu Werden. Hückeswaqen. Seit einiger Zeit wurde der Fabrikarbeiter Emi Frohnhaus. vermißt. Letztens ist nur seine Leiche in der Nähe von Wippn fürth aus der Wupper gezogen worden Man nnnmt an, daß der jung Manr auf dem Wege zur Bahn in der Dunkelheit den Weg verfehlt hat und in dii hochgehende Wnpper gestürzt ist. S u l z b a ch. In dem hiesiger Knappschaftslazarett starb der Fahr, steige? Remshagen von hier, welche: vor einiger Zeit in der Grube durck herabfallende Kohlenstücke tövtlich verletzt worden war. "gfrornna $beftctx-'glatlau. Kassel. Sein 25jähriges Arbeitsjubiläum konnte Schmied Hein rich Winzenborn hier kürzlich feiern. Seit Juni 1881 ist er in der Lokomotivfabrik von Henschel und Sohr thätig. A l t e n st ä d t. Das zweijährig! Söhnchen des Schuhmachers Valentin, der in Cassel beschäftigt ist, fiel in Abwesenheit seiner Eltern von bei Treppe herab, so unglücklich auf dn Schläfe, daß Gehirnblutung eintrat die in kurzer Zeit den qualvollen Toi des Kindes herbeiführte. E s ch w e g e. Vermißt wird bei Stadtarbeiter Albert Rathgeber vor hier, der sich vor Kurzem aus feinet Wohnung entfernte. Da man seiner Rock an der Werra auf dem Hirtenrafen gefunden hat und Rathgcbe: sich demnächst vor der Strafkammei in Kassel in einem gegen ihn schwe: benden Strafverfahren verantworter sollte, so wird angenommen, daß ei den Tod im Wasser gesucht und ge funden hat Frommershausen. Bein Abbrechen eines alten Hauses stürzt der Zimmermann Reier von hier sc unglücklich eine Stockwerkhöhe in du Tiefe, daß er einen Armbruch, Verletzungen am Kopfe und solche irr Innern erlitt. Reier wurde durch dn Sanitätskolonne in das Landkran kenhaus überführt. Hünfeld. Ein Sohn des Oekonomen Mijller schnitt sich beim Sä gen an der Kreissäge eine Hand ab Seine Ueberlieferung in das Landkrankenhaus Fulda erfolgte sofort. M a r b u r a. Der a. o. Professoi für Kirckengefchichte an der hiesiger Universität, F. Wiegand, hat einer Ruf als o. Professor nach Greifswalt erhalten und angenommen. Nieder g ren z eba ch. Der Arbeiter Johannes Schtoalm von hier, welcher in der Sandgrube bei Treysc verunglwkt war, ist bald darauf ir der Klinik in Marburg seinen schwe ren Verletzungen erlegen. S ch m o I k a t d n. Auf trauria,
Weise kam das 2jährige Tvchtercher des Schreines Georg Friedrich Heller, in der Wadhausstraße wohnhaft, mn's Leben. Die Kleine spielte mit ihrem alberen Bruder vor der Hausthür. Wähnd des Spiels entfernt sich das Kind. Als die Mrrtter nach snm VerbW fragte und sich auf die Suche
vegcrb, farib fe da5 jKnrv ytmer dem Haufe mit dem Kopse fn einem Regenwasserfaß steckend todt vor. Wie sich das Unglück ereignet hat, ist nur mnthmaßlich zu sagen. Die Kleine hat mit Kartoffeln gespielt, diese in daS Wasserfaß geworfen urrd wieder herausgeholt. Hierbei hat sie wahrscheinlich das Gleichgewicht verloren und ist in das Faß. das nur ca. 20 Centrmeter Wasser enthielt, gestürzt. Da keme Hilfe zur Stelle war, ist das bebaurnswerthe Kind erstickt. Wiesbaden. An der Ecke Kaiser Friedrich - Ring und Luxemburgs straße wurde das 3jährige Kind des Streckenarbeiters Peter Mertz von einem Bierfuhrwerk der Kronenbrcruerei überfahren und so schwer verletzt, daß es nach kurzer Zeit starb. ZÜitterdeutscHe Staaten. Alten bürg. Vor Kurzem ist hier, noch im rüstigsten Mannesalter stehend, Senator Kanfmcm Theodor Koehler gestorben. Braunschweig. Kürzlich badete sich der 56 Jahre alte Gelegenheitsarbeiter Adolf Gude auö Meißen in der sog. Langentiefe der Oker zwisehen Neustadtriug und Oelper und ertrank dabei. Dessau. Beim Baden in der Mulde ertrank der 16jährige Sekundaner Probst, der einzige Hohn seiner in dem nahen Oranienburg wohnenden Eltern. Gera. Ihr 25jähriges Arbeitsjubiläum feierten der Schlosser Paul Stadler und die Appreturarbeiterin Anna Lieder bei der Firma Morand & Co. Die Jubilare erhielten aus diesem Anlaß von ihren Arbeitgebern ein namhaftes Geldgeschenk. Hateshausen. Durch ein mächtiges Schadenfeuer wurden hier die Scheune und Stallungen des LandWirthes Ernst Wille eingeäschert. Lieben stein. 5 seinem La
dengeschäft stürzte der Schultheiß fröhlich hier und erlitt einen Oberchentelbruch. Leider stellte sich inlge der erlittenen Verletzungen eine o gerinae verzthatiakeit em. dan Fröhlich nach kurzer Zelt verschied. O h r d r u f. Der bei einem LandWirth in Wechmar in Dienst stehende 19jährige Sohn des Schreiners Franz Messing hier wurde von einem Pferd geschlagen und in das Krankenhaus u Gotha übergeführt, wo er alsbald seinen schweren Verletzungen erlegen Pohlitz. Vor Kurzem brannte hier das große Schimmel'sche GastHaus, das auch zugleich von vier Famtlien bewohnt wurde, nieder. Das Feuer soll in eier Eck des großen Saales ausgekommen sein. Man vermuthet Brandstiftung. Rositz. Hier wurde der dreijährige Sohn des Grubenauftehers Breuer von einem zwölfjährigen Knaden, dem ein geladenes Gewehr in die Hände gefallen war. aus Unvorfichtigkeit erschossen. AacHfen. Dresden. Dieser Tage feierte Pfarrer Blanckmeifter an der Trimtatiskirche sein 2Sjährizes Amtsjubilmrm. cr . - et äL. i i , rg-sial. er jttf ernuzer it vermißte Grftwirth Richter von tst m Schwouewktz bei Dablen todt anfgefunden worden. EberSbrunn. Den Tod durch Erdrosseln hatdaS 2 Jahr alte 5drd des BergaroZrs Schürer hier gefunden. Es fiel vom Sofa und wurde mit dem Hais zwischen Tisch und Sofa einaetlemmt. Hilft kam zu fpät. Görbersdorf. Kürzlich beging hier daS Haubold'sche Ehepaar das gokdene Ebejubilaum, umgeben von 8 Kir?dern. 33 Enkeln und 3 Urenkeln. K i r ch b e r g. Bei der Reparatur eines durch Blitz beschäorgten Giebels an einem hiesigen Gut fiel der im 47. Lebensjahre stehende Bergarbeiter Grüner infolge Fehttritts so Unglücklich vom Gerüst, daß er bald darauf an den erlittenen inneren Verletzungen starb. N e st a d t. Vor einiaer Zeit feierte der Messerschmied Sachse sein 60jähriges und der Privatus Fischer sein. 50jähriges Jubiläum als Mitglied der hiesigen Schützengesellschaft. Oberlochmühle. Kürzlich vergnügten sich mehrere junge Leute tos Walde mit Revolverschießen. Als ein Schuß versagte, legte der Holzdrechsler Harzer die Waffe aus den Bäckergesellen Mrtin an und drückte ab. Der Schuß ging los und traf Martin in den Unterleid. P i r n a. Disr Tage konnte Etadtverordnetenvorfteher Kommerzienrath Gustav Haensel hierselbst das 25jährige Jubiläum als Stadt verordnetenvorsteher begehen. S ch k o r ti tz. Ein tief bedamrlicher Unglücksfall ereiffnete sich kürzlich hier. An emer Biegung der Dorfstraße stand unbeaufsichtigt das G schirr des GutSdesttzers Müller aus Großhermuth. !fa dem Augenblicke, all gerad ein Fleischn wagen aus Grimma in ckvaS schnellem Tempo daher gefahren toi, wurde der 10jÄhrige Schulrrtabe Mriodr4ch Franz 5Uarmann, der wohl btn entgsaMkvsumeuden Geschirr aSMthtA gedacht, von erukm Pferde des GutSbefitzerS MiMer derartig durch Huffctzlay verletzt, daß er bwtztto und utttber. strömt ffuainmenKrack. Der sofort telephonisch herbgrfne Arzt stellte SMdelbruch fest.
Der KlaolerschMssel. Sine heitere Geschichte von Friedrich Thleme Du mußt fie besuchen, Hans", rklärte meine kleine Frau kategorisch. Sie würden es mit Recht als eine Vernachlässigung empfinden. Und es find doch fo liebe Menschen!" .Ja, gewiß", seufzte ich. Indessen das ununterbrochene, entsetzliche Klavierspiel von Rosa und die langweiligen Vorlessngen meines lieben Schwaaers Bernhard in den Zwischenpausen es war zum aus der Haut fahren, als ich voriges Jahr die drei Tage dort war! Morgens, kaum daß ich am Frühstückstisch Platz genommen, das obligate Klaviersolo Rosas bis 102 Uhr dann Ablösung durch Bernhard, der kapitelweise mir sein neues Werk über die Entstehung der DezimalRechnung vorlas, Nachmittags Fortsetzung, Abends desgleichen. Ich reiste am dritten Abend wie gerädert ab!" .Wer weiß, ob es diesmal so schlimm werden wird," begütigte meine Frau lächelnd. .Mein guter Bruder nimmt es übel zwei Tage mußt Du ihm opfern." .Ob es so schlimm werden wird? Ich bitte Dich schreibt er nicht schon verheißungsvoll genug: Du wirst erstaunt sein über Rosas Fortschritte; außerdem bin ich gespannt, was Du zu meinem neuen, fast beendeten Werke über die algebraischen Gleichungen sagen wirst." Wir redeten noch lange hin und her, aber das Fazit war das unvermeidliche: ich mußte Schwager Bernhard besuchen! Natürlich: ich war noch keine halbe Stunde anwesend, als meine Nichte sonst ein recht chübsches und liebes Kind von 16 Jahren sich bereits am Klavier in ffwsitur setzte. Paß mal auf. Onkelchen eine Sonate von Beethoven." Du wirst staunen. Hans", fügte mein Schwager bedeutfam hinzu, .sie fpielt jetzt wirklich großartig." Und sie spielte, spielte, spielte Vater und Mutter lauschten gespannt, ich spielte nervös mit den Fingern und blickte von Zeit zu Zeit verstohlen auf meine Uhr. Ob nur alle Sonaten so lang sind? Endlich! Und kaum klappte sie das Instrument zu. so sagte Schwager Bernhard: Jetzt hör' mal, HanS es steckt kolossale Arbeit und enormes Studium drin, ich denke, es wird Dir Freude machen und Genuß bereiten." .Es strengt Dich zu sehr an", warf ich mit einem verzweifelten Versuche, den Kelch abzuweisen, ein. Er lächelte. Mich nicht." Und los ging es. Und während sein gutmüthiges Antlitz in allen mimischen Wirkungen des höchsten Gewisses strahlte, machte ich alle Schrecken tödtlichen Gelangweiltseins durch. Es kribbelte mir in den Gliedern, der Kops juckte mich, die Augen thränten, die Beine schliefen mir ein. abwechselnd das rechte und das linke. Gott sei Dank, das Mädchen nahte, den Tisch zu decken. Wir essen eme halbe Stunde später", schnaubte er der Störerin ärgerlich zu ich knickte zusammen auch diese letzte Hoffnung dahin! Doch keiner verzweifle, denn, wie Wieland so schön sagt, in der trübsten Nacht der Hoffnung letzte Sterne schwinden !" Die segensreiche Einrichtung der Briefpost hat schon manchem Glück gebracht, und auch mich erlöste der Bote des Weltverkehrs durch einen Geldbetrag, den in Empfang zu nehmen mein Schwager eilig das Zimmer verließ. Nun war ich allein eine Minute nur war mir vergönnt eine diabolifche Idee durchzuckte mich. Mein lieber Schwager hatte, ehe er hinausging, seine Brille auf das Manuskript gelegt ohne Brille konnte er nicht lesen. Ich erariff die Brille, riß das Klavier auf, legte sie in Rosas Notenbuch, barg dieses im Innern des Marterwerkzeugs, dann schloß ich letzteres sorgfältig zu und steckte den Schlüssel in die Westentasche! So nun spiele. Rosa, nun lies, Bernhard! Inzwischen ward gedeckt. Noch war nicht emmal abgedeckt, da sprang sie schon zum. Piano. Wer hat denn den Schlüssel abgezogen? Du. Papa?" Nein!" Du, Mama?" Warum nicht gar!" Sie. Auguste?" I wo, Fräulein!" Du hast ihn gewiß selber abgezogen und vergessen, wo Du ihn hingelegt!" meinte die Mutter ärgerlich. Nein. Mama, wirklich nicht." Aber Du hast doch vorhin gespielt seitdem ist Niemand an das Klavier gekommen." Man suchte, suchte, suchte. .Welches Vech", erklärte ich tückisch. Und ich höre das Spielen gerade fo geint" Als eine Stunde infolge des Suchens vergangen war, fagte Schwager Bernhard: Wer weiß, wo er ist! Darauf ttnnen wir jedenfalls nicht warten. Inzwischen lese ich Dir mein Opus weiter vor." 5ch bin ungemein gespannt darauf." Er nahm das Manuskript vor und suchte nach der Brille. .Zum Kuckuck
ich hatte sie doch hier zwischen fefc Blätter gelegt. Wer hat sich denn wieder daran vergriffen? Du Emiüe? Ich habe mehr zu thun, als muh um Deine Brille zu klMmernt" Auch Rosa hat sie nicht tzh auch Auguste nicht! Das Suchen begann von neuem. Wie ich aus da gegenserttgen Auslassungen entnah, war eS durchaus nichts seltenes, daK man nach der Brille forftbte, aber so total weg war sie noch nicht aewes. Schließlich wurde der Schwager wirklich böse aber Frau und Tochter zahlten es ihm heim wenn die Brille gefehlr habe, sei er noch immer der schuldige Theil gewesen! Kurz, es herrschte eine Aufregung im Hause, die unbeschreiblich war! Rosa war ganz unglücklich, der Schwager niedergeschlagen. die Schwägerin außer sich. Auguste verschnupft einen Moment erblickte ich sogar die Gefahr nahe, daß man den Schlosser holen wollte, um daS Klavier zu öffnen alle Schlüssel hatte man vergeblich probirt und daß Bernhard den Kauf einer neuen Brille ernstlich in Erwägung zog. Aber man hoffte doch immer wieder und suchte weiter und so kam glücklich die Stunde der Abreise heran. Da holte ich den verhängnißvollen Schlüssel heimlich aus der Tasche und bugsirte ihn unbemerkt in Bernhards Schnupftabaksdose, die auf der Kommode lag. Und da er keine lange Zeit vergehen ließ, bevor er sie benutzte, so bemerkte er bald, daß unter dem duftenden Pulver eiwas klirrte, er suchte danach und bielt den Klavierschlüssel in der Hand. Da ist er!" rief er bestürzt. Siehst Du. daß Du ihn gehabt hast", triumpbirte seine Gattin. Aber wie kommt der in mein Dose ? Ich habe ihn doch bisher nicht bemerkt! Wahrscheinlich hat er sich der Quere nach festgepretzt.Rosa war nach dem Instrument gesprungen, schloß es auf, griff nach ihrem Notenbuch plauz, fiel die Brille heraus! Auf's neue allgemeine Verblüffung. Da ist sie " Papa, was Du für Geschichten machst!" Wie schade, daß ich Dir nicht dccS Manuskript noch vorlesen kann " Wie schade. Onkel, daß Du fort mußt ich hätte Dir so gerne noch etwas vorgespielt " Ich beoaure eS am meisten. Kmder. aber leider ist keine Zeit mehr dazu. Wenn ich wiederkomme, holen wir Alles nach." Meinem armen Schwager erging es natürlich noch schlecht wegen seiner Vergeßlichkeit. Als er mit mir am Zuge stand, schaute er mir ganz wehmüthig in's Gesicht und äußert nachdenklich: Hans, weißt Du ich finde, mein Gedächtniß läßt nach. Ich will doch einmal zum Arzt gehen der letzte Vorfall war zu auffällig." Ich rieth ihm, es ja nicht zu versäumen . . . . und fuhr vergnügt da von
Ein wunverNttxe Zhlenspel. Als ich jüngst an einem Sonntag Nachmittag so schreibt ein Berliner am Goldfischteich im Thiergarten vorübergehend das Drei - Komponisten - Denkmal" betrachtete und mir die Zahlen der Todesjahre der großen Meister Haydn, Mozart und Beethoven einzuprägen suchte, machte ich eine merkwürdige Entdeckung: daß nämlich diese drei Zahlen 1791, 1809 und 1827 in einem wunderlichen Verhältniß zueinander ständen. In allen spielt die heilige Musenzahl 9" die dominirerrde Rolle, gleich als hätten die hehren Göttinnen der Kirnst wie im Leben ihrer Lieblinge so auch bei ihrem Scheiden von der Erde bestimmend eingewirkt. Der erste, der, allzufrüh, zu den Sternen emporstieg, war Mozart, im Jahre 1791. Addirt man die einzelnen Komponenten dieser Zahl zusammen 1 plus 7 plus 9 plus 1 so ergiebt sich 18, gleich 2 mal 9. Achtzehn Jahre später, im Jahre 1809. schloß Haydn seine melodienreichen Lippen für ewig. Auch die Zahl 1809 ergiebt, in den Komponenten zusammenaddirt. 18. Und toieder nach 18 Jachren, im Jahre 1827, trauerte die Welt um ihren erhabensten Tondichter, Beethoven. Auch die vier Ziern diesr Jahreszahl 1827 ergeben zusammenaddirt 18. Ebenso wenn man die drei Todeszahlen 1791, 1809 und 1827 zusammenrechnet, so erhält man als Summe die Zahl 5,427. aus der wieder bei Addition der Einzelzisfern die 18 hervortritt. Eine Erklärung hierfür findet sich in dem arithmetisehen Gesetz, daß jede Zahl, die aus der Manipulation, welcher Art sie auch sei. mit Neunen entsteht, w ihrer Quersumme stets diese 9 wieder aufweisen mnß. Manchmal wie bei 11 mal 9 gleich 99 tritt d 9 zweimal, in größeren Zahlen auch dreimal, viermal usw. auf. Zum Schluß sei noch ein lustiges Quidprocruo rzählt, von dem ich zur selben Zeit, am selben Ort dort vor dem Denkmal thatfächlich Zeuqe wurde. Ein Ehepaar auö dem Volke betrachtete sich das Monument. Auf die Herme des großen Josef deutend, sagte der Mann zu seiner Frau erklärend. Und dn hier ist der. der die Loreley geschrieben hat Heinrich Haydn."
