Indiana Tribüne, Volume 30, Number 2, Indianapolis, Marion County, 25 August 1906 — Page 5
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I Jndiana Tribüne, 2Z August 1906
Jntcrnrban Zeit-Tabelle ?J. U. T. Syftem. I rast Sonntag, den 20. Mai 1906. Züge vnlaffen Indianapolis. Muncie & Marion Division, awrence, Fortoille. Pendleton. Andersen. Korktown, Muncie, Middletomn, Alexandria, Gummitville, Fairmount. Gas City, JoneS oro und Marion. 4 00 5 05 6 00 7 05 00 9 05 10 00 11 00 11 05 12 00 Vm. Vm. Bm. Bm. Vm. Vm. Vm. Bm. Vm. Mttz. 1 05 Rm. 2 00 Rm 3 06 Nm. 4 00 Nm. 5 00 Nm. 5 05 Nm. 6 00 Nm. 7 05 Nm. 8 00 Nm. 905 Nm. 11 30 Nm. Limited. Logansport & Peru Division. Garmel, NobleSville, Cicero, rcadia, Atlanta, Tipton, Kokomo. Galveston. alton, Logansport. Miami, Bunker Hill,
Peru und Elwood. 5 00 Vm. 1 45 Nm. 5 45 Vm. 3 00 Nm. 7 00 Bm. 3 45 Nm. 7 45 Vm. 5 00 Nm. 9 00 Vm. S 45 Nm. S 46 Vm. 7 00 Nm. 11 00 Bin. 7 45 Rm. 11 45 Vm. 9 00 Nm. 1 00 Nm. 11 30 Nm.
Limited. Dtr Zug um 11:30 Abend der Jndiana ,ol-LozanSport ZDiviston geht nach Peru nftatt LoganSport. eue spezielle Bedienung nach Ft. Wayne. Auge verlassen Indianapolis um 7:00 und 11:00 Uhr Vormittags und 3.00 und 7:00 hr Nachmittags, machen die Fahrt nach Ut. Wavne in 4 Swnden und 40 Minuten. euer Zug Marion Flyer Verläßt Marion 7:55 Vormittags und 1:55 Nach ittags ; Verläßt Indianapolis 11:00 Bor mittags und 5:00 Nachmittag? ; hält blos in Underson und Alexandria an. Anschließende Linien erreichen Dayton, Ohio, Ft. Wayne. Huntington. Wabash, afontaine, Swayzee, Greentown, Hartford iro, Montpellier, Bluffton, Winchester, Union City, Greenvikle, O., und Zwischen Kationen. Fracht und Passagier, Office Termin artezimmer. Telephon M 175. Indianapolis & Eaftern. rmited Züge für' Richmond und allen unkten in Ohio, welche verbunden find mit ektrischen Linien, 'um 8:10 und 11:10 Bor ittags, 2:10 und 5:10 Nachmittags und :10 Abends. Locale Züge für Richmond id Zwischenstationen von 6:00 Uhr Vor mittag an und dann jede Stunde, ausge ommen die Limited Zeit, bis 9:00 AbendS (7:00 Uhr Abends ausgelassen). Letzter Zug ich Greenfield um 11:30 Uhr Abends. Indianapolis & Martinsville. Erste Morgen-Car um 5:10 Uhr Morgen, ann von 6:30 Uhr Morgen? jede Stunde vi 11:30 Uhr Abends; ausgenommen die wnden 8:30 und 10:30 Uhr Abends. Indianapolis Coal Traction Co. güge laufen stündlich von Indianapolis ach Plainfield von 5:00 Uhr Morgens bis 11:00 Uhr Abends ; ausgenommen die Stun den 8:00 und 10:00 Uhr Abend?.. Indianapolis & Northwestern. Auge laufen stündlich von 5:00 Uhr Mor, gens bis 9:00 Uhr AbendS. nsch'.'.'.ß in Lebanon für Thorntownund'Cransordsville. Der Zug um 10:00 Uhr Abends lährt bloS bis nach Lebanon. Der Zug um 11:30 Uhr Abends sährt bis nach Frankfort. Anschluß in Lebanon für ErawfordSville ; derselbe fährt r t ,x Sonw tag Nacht blos bi nach Lafayette. Limited Züge für Lafayette fahren ab u :10 und 11:10 Uhr Morgens, und 2:10, 5:10 Nachmittags und 7:10 Abends. Für ErawfordSville um ;10.45 Bormittags und 4:25 Nachmittags. h. G. Sponsel Backerei. 1030 Süd Gaft Straße. Butterringe 10c. Echter Pumpernickel. Feinstes Roggenbrod. Malzbrod. M ; I t Marktkand 5 fi und Columbias . - - " Grocery üo. euer Telephon 9361 kltkkkkMHHHHHHHHHHHHHHHHtk EDWARD W. MES8MR 1025 Madifon ve. Alleiniger Agent der berühmten Williams Pumpen NO TRIX" "TO FIX". -Aaranrtrt eine olzvnmp anl se gemach?,' Reparaturen an Pumpen werden prompt und billig äuasth. Aepararuren an Häusern wie mlege nenn Rinnen oder bringen neuer AbflutzeKh au Zmn oder galvaniftrte Giten werde jeder Seit gemacht.
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Der Smpfehlnngsdrkf.
kmmoreSke vsn Reinhold tTtrnairo. Professor SwhweTm, der berühmte Kliniker, hatte nach Beendigung feiner offtziellen Sprechstunde oben damit bt sonnen, in seiner hastigen und etwas fahrigen Art die eingelaufenen Briefschaften zu öffnen, als ihm ein Diener die Karte eines Besuchers nebft einem verschlossenen Briefe überreichte. Der Professor nxirf einen flüchtigen Blick auf die Karte, die einen ihm völlig unbekannten, alltäglich klingenden Namen trug, und ritz den Umschlag des ibrtftZ herab. Aber er hatte noch nicht damit begonnen, ihn zu lesen, als sich eine zweite Thür des Arbeitszimmers öffnete, und Fräulein Nelly, des Professors jüngstes Töchterchen, rosig und lieblich wie immer auf den Vater zueilte, um sich vor dem gewohnten Vorrnittagsspaziergang von ihm zu verabschieden. Gewiß ließ ihr Benehmen auch sonst nichts an kindlich liebevoller Wärme zu wünschen übrig, so herzig und so gärt sich wie heute aber pflegte sie doch nur bei ganz außergewöhnlichen Anlässen $u sein. Uno der Professor machte sich un Stillen schon auf die Kundgabe eines cmsschweifenden Wunsches gefaßt, weil sie gar nicht aufhören wollte, mit ihrem weichen Händchen kosend feine Wange zu streicheln, in den drolligsten Schmeichelworten zu ihm zu reden und ?hn dabei aus den glänzenden braunen Augen gar schelmisch und zugleich sonderbar flehend anzusehen Aber als er sie dann auf diese sonst ganz untrüglichen Anzeichen hin aufforderte, mit ihrem Anliegen herauszukommen, schüttelte sie lachend und erröthend das Köpfchen, um zu versichern, daß sie nichts derartiges in petto habe, Ich wollte Dich nur in gute Laune versetzen. Väterchen recht gute Laune! Die armen Menschen, die Dich aufsuchen, haben in der Regel große Angst vor Dir. Da möchte ich mal ein gutes Werk thun und Dich recht, recht freundlich gegen Deinen nächsten Besucher stimmen. Darf ich hoffen, daß es mir gelungen ist, Herzensvätercken?" Der Professor versetzte ihr einen scherFhaften kleinen Streich auf die alühende Wange und schob sie zur Thür. Für derartige nrseweise Experimente bin ich nicht da, Du Wettkrhere! Nun soll mich der Nächste, der kommt, erst recht von meiner allerfchlimmsten Seite kennen lernen." Sein Aussehen mußte die Rauheit feiner Worte wohl einigermaßen Lügen strafen; denn Fraulein Nelly schaute gar nicht sehr betrübt drein, als sie die Thür hinter sich zuzog. Der Professor aber bemerkte erst jetzt, daß der Diener noch immer wartend am Lwsgang nach dem Vorzimmer stand. Er suchte auf dem Schreibtisch nach der Visitenkarte; denn er hatte den Namen des Gemeldeten inzwischen vollständig vergessen; da er sie aber nicht gleich finden konnte, griff er nach dem zwischen den anderen Papieren liegenden Briefe, der dem Besucher wohl als ein Einführungsschreiben hatte dienen sollen, und wars einen Blick auf die Unterschrift. Der Name, den er da las, war der eines ihm wohlbekannten Kollegen aus der Reichshauptftadt, und mit einer folchen Empfehlung war dem unberannten Fremdling ohne Weiteres die Thür des Allerheittgften erschlossen. Eintreten lassen!" hieß es. Und dann, als der Namenlose, ein recht hübscher und stattlicher, aber ersichtlich äußerst verlegener junger Mann, die Schwelle überschritten hatte, wies der Professor nrit einer leichten Handbewegung nach dem neben dem Schreibtisch stehenden Stuhle hin: Bitte, nehmen Sie Platz!" Während der funge Mann mit hochbescheidener Verbeugung dieser Aufforderung Folge leistete, laö der Profefsor den Brief des Kollegen. .Ein eingebildeter Kranker," hieß es da mit der unter Kollegen gebotenen Offenheit, ein ganz gesunder, aber etwas hypochondrisch veranlagter iunger Mann, den ich zu seiner Beruhiaung an Sie empfehle. Er hat die fixe Idee, am Herzen und allen möglichen anderen edlen Organen zu leiden. Und es wird schon einer Autorität wie der FhriaM bedürfen, um ihn von diefem Wahn, der in Wahrheit sein einziges Leiden ist, zu kuriren. Er ist aus bester Familie, wohlhabend, gut unterrichtet und würde sicher zu einem brauchbaren Menschen werden, wenn es gelänge, ihm seine närrischen Krankheitsgedanken auszureden.Professor Roßwein warf einen rasehen, prüfenden Blick auf den eingebildeten Patienten, der in der Thar fo frisch und blühend aussah, als man's einem fungen Manne nur immer wünschen kann. Kleiden Sie sich bitte aus!" befahl er in feiner männiqlich bekannten, kurz angebundenen Weise. Der Angeredete aber wurde roth wie ein Mädchen, und eine grenzenlose Bestürzung spiegelte sich auf seinem Geficht. Herr Professor wollen verzeihen aber" Na, was denn? Nur keine thörichte Zimperlichkeit! Meinen Sie, daß ich'? Ihnen an der Nase ansehen taun, waö mit Ihnen los ist?" Doch der andere zögerte noch immer. Ich weiß nicht t ist 5 ift doch wohl nicht nöthig. Herr Pros. imr
JOb ei nöthig ff Cd nicht, mutz h am Ende besser beurtheilen können. Also entweder odal Weine Zeit ist gemessen!" Der jjenge Mann wagte nun wirblich keinen Mderspruch mebr und trä hüllte einen wohlgebauten Oberkörper, dessen Bruftraum und Musrutatur khm nach der Ansicht deö Professors Anwartschaft auf eine Lebensdauer von hundert Jahren gaben. Der Professor klopfte und horchte und stellte zwischendurch allerlei Fragen, die ihn über die Möglichkeit erblicher Belaswng vsrt über die bisherige LebenSweise des Rathsuchenden unterrichten sollten. Endlich richtete er sich wieder auf und sagte kopfschüttelnd: Kerngesund! Und das mit dem Herzen pure Einbildung! Mackt Ihnen manchmal ein bißchen zu schaffen nicht wahr? Hat aber bei jungen Leuten Ihres Alters nichts zu sagen. So was geht vorüber." Nie hatte der Professor auf einem Menschenantlitz ernen Ausdruck so
vollkommener Ratlosigkeit gesehen, als ihn das Gesicht des Patienten zeigte. Wenn ich Sie recht verstehe, Herr Professor wenn der Herr Doktor in seinem Briefe eine Andeutung gemacht haben sollte " Freilich hat er das können Sie sich doch denken! Aber ich wiederhole Ihnen: es hat nichts zu bedeuten. Vorübergehende Wa.lung.en weiter nichts." O nein, Herr Professor! Da ist von einer vorübergehenden Wallung nicht die Rede. Es ist heiliger Ernst." Heiliger ? Eine sonderbare Ausdrucksweise. Wissen Sie, junger Mann ich will Ihnen einen Rath geben. Das beste Mittel, mit der Geschichte fertig zu werden, ist, daß Sie sich so bald als möglich verheirathen. So ein frisches, gesundes Mädel wird Sie schnell genug von all' Ihren Herzensbeschwerden kuriren." Aber das ist ja mein glühendster Wunsch! Und wenn ich nur den Muth gchabt hätte " Ach was. Muth! Sie können doch eine Frau ernähren, nicht wahr?" O ja! Ich verfüge über ein ganz ansehnliches Vermögen. Und meine Aufsichten für eine erfolgreiche Laufbahn sind die allerbesten!" Und woran fehlt'S? Haben Sie nicht Courage genug, sich dem Mädel zu erklären?" Wenn Sie mir nicht zürnen wollen, Herr Professor wir haben uns schon vor drei Monaten in Berlin unsere Liebe gestanden." Weshalb sollte ich Ihnen denn zürnen. Sie wunderbarer Heiliger?" Sie sind zu gütig! Es war doch vielleicht nicht ganz richtig, so hinter dem Rücken der Eltern " Ein rechter Kerl versichert sich immer erst des Mädchens, ehe er bei den Eltern anklopft. Jber warum haben Sie denn das nicht nackher gethan?" Sie sagte mir, ihr Papa wäre so streng und so unzugänglich. Ich zitterte vor einer Abweisung und wußte nicht, wie ich es anfangen sollte, mit meiner Werbung herauszukommen." Na, eigentlich können Sie nicht gut verlangen, daß ich Ihnen auch noch dafür ein Rezept aufschreibe. Aber weil Sie mir mit Ihrer prachtvollen Gesundheit und ihrem rechtschaffenen Gesicht nicht übel gefallen, will ich ein Uebriges thun und Ihnen noch einen Rath geben. Stellen Sie sich einfach in Lebensgröße vor den Vater Ihrer Angebeteten hin und sagen Sie: Ich bin ein ordentlicher Kerl, gesund, gescheit und reich genug, um ein Mädchen, das mich lieb hat, glücklich zu machen. Ihre Tochter hat mir gesagt, daß sie mich gern hat, und es gibt also nicht den allergeringsten Grund, aus dem Sie uns Ihre Zustimmung verweigern könnten. Bringen St das fertig oder nicht?" Wenn Sie es mir anbefehlen, Herr Professor " Anbefehlen ist Unsinn! Aber für einen Menschen von Ihrer Konstitution wäre es geradezu eine Schande, wenn er nicht einmal so viel Courage im Leibe hätte." Da richtete sich der junge Mann, der noch immer in Hemdärmeln und offenem Halskragen dastand, zu ds Professors nicht geringer Ueberraschung hoch auf und sagte: Ich bin ein ordentlicher Kerl. Herr Professor, gesund, gescheit und reich genug, um ein Mädchen, das mich lieb hat. glücklich zu machen. Fräulein Nelly hat mir gesagt, daß sie mich gern hat. und Herr, sind Sie des Teufels? Wer gibt Ihnen ein Recht, den Namen meiner Tochter " Aber der junge Mann ließ sich nicht aus der Fassung bringen, sondern fuhr mit erhobener Stimme fort: Und es gibt also nicht den allergeringsten vernünftigen Grund, aus dem Sie uns Ihre Zustimmung verweigern könnten." Professor Rvßwein war starr. Herr Herr ja. zum Henker, ich weiß ja noch nicht einmal Ihren Namen " Hofmüller, Herr Professor Assessvr Hofmüller. In dem Empfehlungsbriefe Ihres Freundes, des Herrn Doktor Stahlschnndt Meines Freundes Stahlfchmidt? Ja, was heißt denn das? So sind Sie am Ende gar nicht der eingebildete Kranke, den der SanitatSrath Natlsius an mich empfohlen hat?" I Er wühlte pUter den auf dem
Schreibtisch Reaerrden Papkren mrd hatte schnell die Ursache der unliebsamen Verwechslung ergründet. Denn da laa ricktia der Brief seines alteu
Universitätsfreundes. dann ihm der ; Ueberbrinqer, der Assessor Hofmüller, i auf das Wärmste und Angelegentlichste als ein achtungswerther und tüchtiger junger Mann empfohlen wurde. In feiner aewohnten Flüchtigkeit hatte der Professor statt des beim Eintritt feiner Tochter u gelesen aus der Hund gelegten Einführungsschreibens einen der vorhin eröffneten Pofteingänge ergriffen und in sehr natürlicher 5donsequenz den darin avisirten Hypochonder vor sich zu sehen geglaubt. Und Professor Roßwein war nicht der Mann, andere für seine Fehler büßen zu lassen, so wenig als er der Mann war, sich der überwältigenden Komik der Situation zu verschließen. Wohl sah er dem jetzt wieder ganz ver-1 dutzten Assessor ein paar Sekunden lang mit der drohenden Miene eines zürnenden Jupiters in's Gesicht doch nur. um alsdann in ein schallendes Gelächter auSffubrechen. Darum also wollte meine Tochter mich dem nächsten Besucher zuliebe durchaus in aute Laune verseken! Nun, mein Lieber, es mag eine etwas ungewöhnliche Art gewesen sein, in der Sie sich bei mir als Freier eingeführt haben, aber die schlechteste war es siche lich nicht danken Sie dem Himmel, daß die ärztliche Untersuchung ein so günstiges Resultat gehabt hat. denn im anderen Fll wütde ich mich schwerlich dazu verstanden haben, Sie für heute zum Mittagessen zu bitten. damit Sie Ihre Berliner Bekannt' schaft mit meiner Nelly auffrischen können. Da ich aber noch zwei andere Töchter habe, werde ich meine Patienten vorsichtshalber künftig doch etwas eingehender um die wahre Natur ihrer Herzaffektionen befragen, ebe ich ihnen mit meinem ärztlichen Rathe diene." Der HeTenmeister. Humoristische Skizze von N. Pollaezek. Der alte Herr lächelte. Ich habe ja in meinem Leben manchen schlauen Trick erdacht und manches Kunststück, bei dem dem Publikum der sogenannte Verstand siehen blieb, aber ich bin doch ein Stümper gegen meinen Gehilfen Antoine gewesen. Schade um den Burfchen, er ist früh gestorben, sonst hätte er es weiter gebracht als ich, der ich nur behaglich von meinen Renten lebe." Wieso hätte er es weiter gebracht?" Weil er pfiffiger war als ich, das hat er einmal bewiesen." Erzählen Sie. Monsieur Lavigne. "Gern, also hören Sie. Es war in meiner Anfangszeit, ich bereiste mit Antoine nur kleinere Städte im Süden, und Sie können es mir glauden, es ging uns nicht immer zum besten. Münzen aus der Luft in einen Zylinder zu zaubern, ist leicht, sie aber aus der Taschen jener Kleinstädter in die unserigen überzuführen, war schwer, sehr schwer. Einmal ging es uns zum Erbarmen. Unser Unstern hatte uns in einen Ort geführt, der durch seine schöne Kathedrale ausgezeichnet ist und durch Handel und Manufaktur viel Geld verdient, aber eine Bevölkerung besitzt, die nicht werth ist. den Ehrennamen Franzosen zu führen. Wir machten auf unseren Plakaten die schönsten Versprechungen und lobten unsere geheimen Künste über den grünen Klee, aber keine Katze kam in den Saal, den wir gemiethet hatten. Unsere Vaarschaft fing an. zusammenzuschmelzen, der Wirth behielt unsere Koffer sorgfältig im Auge. Wie gern hätten wir uns unsichtbar gemacht, aber, sapristi, das geht nur auf der Bühne. Ich sah den ZeitPunkt kommen, wo man mich und Antoine ohne Apparate" auf die Straße setzen würde. Wie ich nun eines Abends, da die Vorstellung wegen mangelnden Besuchs ausfallen mutzte, meinem Antoine mein Leid klage, springt er Plötzlich, wie von der Tarantel gestochen, auf, stößt einen Jubelruf aus und schreit dann immer zu: Uns ist geholfen, uns ist geholfen. Mit Mühe, bringe ich ihn wreder zur Ruhe und verlange Näheres zu erfahren, aber er fragt zunächst, ob ich ihm fünf Franken und ein Packet Kerzen bewilligen wolle. Natürlich sagte ich ja. Gut denn, Patron", sprach er nun, schreiben Sie sofort Zettel aus, Sie w.ürden morgen die Glocke der Kathedrale jede beliebige Stunde anschlagen lassen, die irgend ein Zuschauer angeben würde." Ich dachte natürlich, daß es bei ihm rappele, und hielt mit diese? Meinung nicht hinter dem Berge, aber er blieb bei seinen Worten, und so that ich schließlich nach seinem Willen. So ern Gascogner ist ja ew Windhund, aber ein kluger. WaS soll ich Ihnen sagen, diese Ankündignng zog. Schon im Laufe deö Vormittags wurden fast alle Billets abgesetzt, und der Wirth fing wieder an. mich mit Hochachtung zu behandeln. Am Abend stritt man sich an der Kasse um die Platze und schließlich war der Saal ausverkauft.
Das war gewH sehr schön und hätte mich freuen sollen, aber, aber, mir bangte vor dem Moment, da ich das versprochene Kunststück zum befien aeben sollte. Vergeblich bat ich Antoine, mir doch mitzutheilen, wie er mir aus der Patich helfen wolle, er verweigerte es radezu und bat mich nur, unbesorgt zu sein. ES würde alles klappen, und ich würde einen Triumph seiern. Zunächst aoskvirte ich natürlich mein gewöhnliches Programm und, obgleich ich unsicherer war als sonst, wie sehr begreiflich, so amüsirten sich die Stockfische im Parkett doch recht gut. Freilich, das merkte ich wohl sie lauerten auf die pi&ce de r6sistan ce. Ich hatte gezögert und gezögert, aber warum eigentlich, einmal mußte ich ja doch anfangen. Antoine, der mich auf der Bühne unterstützt hatte, gab mir endlich einen Wink: Jetzt ist es Zeit", und dann verschwand er. Ich stand allein. Es war mir, das gestehe ich offen, recht bange ums Herz, ich redete hin, und her und endlich bat ich, man solle mir eine Stunde zuru fen. Drei Uhr", schallte es von unten herauf. Drei Uhr," wiederholte ich und hob wie beschwörend die Hand nach der Richtung, in der ich den Thurm vermuthete.
Einige Sekunden verstrichen, die mir wie Ewigkeiten vorkamen, der Angstschweiß trat mir auf die Stirn, denn nun mußte die Empörung des Publikums gegen mich losbrechen, da aber, was war das? Drei feierliche Glockenfchläge hallten dumpf herüber, kein Zweifel, das war die Glocke der Kathedrale. Ich stand wie versteinert, auch das Publikum war einen Moment todtenftill, dann brach es in tosenden Beifall aus. Und jetzt rief man mir fünf Uhr" zu. Ich zweifle noch immer, aber wiederum wiederholte ich die Zahl und hob mit feierlicher Gebärde die Hand. Bumm, bumm, bumm, bumm, bumm. Die Glocke parierte musterhaft. Ich wußte nicht, was ich mir denken sollte. Die Leute unten aber waren jetzt gewiß, daß ich mehr als Brot essen könne, und klatschten sich die Hände wund. Nun überkam mich ein gewisser Uebermuth. Ich nannte keck die mir zugerufene Zahl, ich vertraute fest darauf, daß die gute Glocke ihre Schuldigkeit thun würde. Sie täuschte mich nicht, und das Exp:riment gelang immer. Endlich machte ich ein Ende und verließ unter unendlichem Beifall is Podium. Natürlich stürzte ich sofort zu Antoine und traf ihn sehr vergnügt und reisefertig. Unser? Rechnung hatte er schon bezahlt, einen Wagen bestellt, ja er ließ mich nicht einmal zu Abend essen, sondern vertröstete mich auf das Huhn und die Flaschen Wein, die er als Reiseproviant mitgenommen hatte. Der Wirth, der wie umgewandelt war, beschwor uns vergebens, zu bleiben, und versprach uns goldene Berge von der Wiederholung der Vorstellung, aber Antoine war unerbittlich. Ich wäre gern geblieben, aber er packte mich halb mit Gewalt in die Kutsche, und bald rollten wir davon. Jetzt endlich bequemte er sich zum Reden und befriedigte meine brennen, de Neugierde, wie er das Wunder zustände gebracht habe. Nichts leichter als das", sagte n lachend. Sie Patron, gaben mir fünf Franken und die Kerzen. Das Geld qab ich dem Glöckner, und von den Kerzen stellte ich so viel brennend ans Fenster, wie er Glockenschläge abgeben sollte. Und nun wissen Sie, warum ich es eilig hatte. Solche Scherze macht man nur einmal. Halloh, Kutscher, beeilt Euch." Bei Tagesanbruch waren wir weit vom Schutz. Schade um meinen Antoine, r war munter und pfiffig, ein echter Gascogner. Die Sttu nickte. ,uuii lium iai .yiuuwuyu . und Eckebard aelana und als (X-lnfi i.Af irfy ST -r nr f ntf ich Wein aus Capri soff jung Werner's Lied erklang" hat Joseph Victor von Scheffel gebeichtet, und daran erinnert eine allerliebste Geschichte, die der amerikanische Botschafter in Rom, Henry White, erzählt. Zwei Engländer gingen nach einem reichlichen Diner an der Bai von Sorrent spazieren. Die See ging hoch, der Schaum bespritzte sie und dann sah Einer, daß ihm eine Statue zunickte. Haben Sie diese Statue nicken sehen. Dick Gewiß, Tom!" Sicher?" Ganz sicher. Ich glaube, das ist dte Wirkung dieses schweren CapriWeines. Ich denke, wir thun besser schlafen zu gehen, damit wir nicht eingelocht werden. Sie suchten also die Ruhe und fühlten sich nicht wenig erleichtert, lö sie der Kellner am nächsten Mo?gen beim Frühstück fragte: Haben Sie, als Sie gestern Abend aus waren, den Erdstoß verspürt?"
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