Indiana Tribüne, Volume 30, Number 2, Indianapolis, Marion County, 25 August 1906 — Page 4
Ä
Jnvtsma Tribüne, 95. August 1906
Jndiana Tribüne. Hansgvb von dn tdg , Indianapolis, Ind.
hantz 0 Zhudium Prüfldeut. Veschäftölocal: No, 31 Süd Delaware Straße. TEL6PH0NE 69 ftnttred tt the Pott Office oi Indiantpoli as iccond clrnsa matter. Gompers ,,?ait " utt ,,un fair-Lifte. Pröndent GomperS von der Arbeittt'Föderation Hat seine fair" und unfair"Lifte der Kongreßmitglieder fertig. Er Hat an alle Mitglieder des Repräsentantenhauses und des Bun dessenatS ein Cirkular ausgeschickt, wo rin er anfragt, ob fie mit den Förde rungen, die er (GomperS) dem Prüftdenten Stoofevelt unterbreitet hat, ein verstanden find. ES waren darin eine ganze Anzahl Wünsche niedergelegt: ein AchtftundenTag für alle Regie rungSarbeiten, Abänderung des In junctionSverfahrenS, Opposition gegen Milderung des Anti'ChineseN'GesetzeS. Stegulirung der Arbeitszeit am Pana maKanal usw. Wer diese Anfrage direkt mitjJa beantwortet und meh rere Kongreßreprüsentanten haben daS gethan wird auf die weiße Lifte ge stellt. Wer ausweichend, gar nicht oder direkt mit Nein" antwortet, wird auf die schwarze Lifte gestellt und die Ar beiter find damit angewiesen, gegen ihn zu stimmen. Ob Herr GomperS wohl Erfolg damit haben wird? Wir find daS sehr zu bezweifeln geneigt. Zu denen, welche dem Zirkular ihre Zu ftimmung nicht rückhaltlos gewährt ha den, befindet sich auch Theodor Roofevelt, Präsident der Ver. Staaten. Dem nach ist .thatsächlich das Land vor die Frage gestellt, ob es den Präsidenten Roosevelt oder den Präsidenten Gom. perS endosfiren will. Bei aller Achtung vor dem Präsidenten GomperS glauben wir dcch dieBehauptung wagen zu sönnen, daß dieZArbeiter zum Präsidenten Roosevelt halten werden. Denn wenn fte einen Freund haben, so ist eS de stimmt Präsident Stoosevelt. Er hat kaum eine einzige Botschaft geschrieben, in welcher er nicht die Interessen der Arbeiter ! vertreten hätte, und waS er bereits für die Arbeiter gethan hat, speciell in? dem Kohlenftreik, wird Herr GomperS nicht zu Stande bringen und wenn er noch hundert Jahre leben sollte. Die folgende Blüthenlese auö den Antworten.der ttongre-ßmitglieder zeigt, daß auch sehr liberale Kongreßleute wie Bartholdt von Missouri u. A. nicht mit Herrn GomperS ganz übereinftim men: Repräsentant' I. ,M. GriggS von Georgia, Vorsitzer ldeS demokratischen Kongreßcomites O.'K. Senator Charles Dick von Ohio ausweichend. eprüsentant Richard Bartholdt von Missouri (Rep.) ungewiß. Repräsentant I. E. Andru von New York (Rep.) nicht befriedigend. Repräsentant: W. 6.1 Bennett von New York (Rep.) ungewiß. Repräsentant Champ Clark von Mis sourl (Dem.) O. K. Repräseniant.'H. H. Bingham von PennsylvaniaZ(Rep.) ungewiß. Repräsentant FrankZClark von Flo rida (Dem.) lirrige Ansichten. Repräsentant D. E. Flnley von S. C. (Dem.) hat stch noch nicht erklärt. Repräsentant Wm. Calder von New York (Rep.) ungewiß. RepräsentantZJ. C. Chaney von In diana (Rep )! zweifelhast. Repräsentant Charles CurtiS von KansaS (Rep.) ungewiß. RepräfentantJohn Gill jun., von MarylandDem.) befriedigend. Repräsentant H. A. Cooper von WiSconfini(Rep.) geht nicht genügend kräftig gegenEinhaltSdefehle vor. Repräsentant ID. L. Granger von Rhode JSlandZ (Dem. ) Stimmt nicht voll mit ChineseN'AuSschlußgesetz über ein. Repräsentant Crumpacker von In diana (Rep.) feindlich. ES befriedigten vollständig: Die Re präsentanten C. B. Buckman (Rep.), Minnesota; Lincoln Diron (Dem.). Jndiana; I. I. Fitzgerald (Dem.), New York; . B. Capron (Rep.). R. I.; D. E. Finley (Dem.), E. C.; . L. Bsrtlett (Dem.), Ga.; Jack Beall (Dem.), Tera;t. I. BowerS (Dem.). Miss., und G. F. Burgeß (Dem.), TezaS. Wer nicht mit uns ist, ist gegen uns-, erklärte GomperS in einem
Schriftstücke.
Postsparkassen.
Die Chicago Turngemeinde hat sich die lobenöwerthe Aufgabe gestellt, eine volkSthümliche Bewegung zur Schaf fung von Postsparkaffen in die Wege zu leiten. Der Plan scheint gut und durchführbar. Wenn der Turnerdund sich der Sache mit Eifer annimmt und die Arbeiterorganisationen für eine MaffenpetNion zu gewinnen vermag. so ließe sich wohl ein genügender Druck aus die politischen Parteien ausüben, umZdiese zur Einschiebung einer ent sprechenden Planke in ihre Platformen zu veranlassen. Versuche zur Einfüh. rung der Postsparkassen wurden be kanntlich bereits wiederholt unternom men. und wenn fie bisher erfolglos blieben, so lag daö wohl hauptsächlich daran, daß den Bewegungen die noth wendige kräftige Unterstützung fehlte. ES handelt sich bei der Durchführung deS Gedankens ja auch keineswegs um neue, gewagte Versuche, sondern um die Uebernahme einer Einrichtung, die sich in anderen Ländern bereits als Segen für die sogenannten kleinen Leute erwiesen hat und fortgesetzt bewährt. Di Postsparkassen find, kurz gesagt, staatliche Einrichtungen, deren Sicher heit die betreffende Regierung gewähr leistet. Die Postämter find dort ver pflichtet, Sparbeträge entgegenzuneh men und an eine zur Verwaltung der Spargelder bestimmte Behörde adzu liefern. Die Rückzahlung erfolgt auf Wunsch wieder durch die Postämter und wird vom Staate garantirt. Groß britannien führte bereits im Jahre 1817 Postsparkassen ein, 1865 folgte Belgien. 1375 Japan. 1376 Italien, 1830 die Niederlande und Rumänien, 1881 Frankreich, 1832 Oesterreich, 1834 Schweden und 1835 Ungarn. In Deutschland wurden 1373 und 1835 von der ReichSpoftverwaltnng und dem BundeSrathe ernste Versuche zur Einführung von Postsparkassen unternommen, fie scheiterten aber an dem Widerstände deS Reichstages, der die zahlreichen OrtS, Schul, Fabrik und Pfennigsparkagen nicht beeintrüch tigen wollte. Da die Postsparkassen nur kleine Betrüge annehmen, geringe Zinsen zahlen und überdies für das Gefammt guthaben deS einzelnen Kunden sehr enge Grenzen ziehen, so würden die so liden starken Privatspackassen schwer lich große Einbußen an ihrer guten, ständigen Kundschaft erleiden. Für die Städter aber, die nicht wissen, wo fie mit ihren paar Spargroschen hin sollen, für das platte Land und die kleinen Orte würden fich die Poftspzrlassen ohne alle Frage als großer Se gen era?eisen. , Richt weniger als siebzehn ver schiedene AnfteckungSkeime hat ein Bo ftoner Gelehrter auf einem ZehnDol larSScheine entdeckt. Und doch giebt es nach wie vor tollkühne Menschen, die keinen Augenblick zögern, allerhand Ge fahren zu riSkiren. Die vier Jahre ihrer Unabhängig keit waren den Cubanern vier Jahre gedeihlicher Entwickelung, aber äugen fcheinlich geht eS ihnen schon zu gut, da fie wieder zu revoluzzen" beginnen. Ihre Rohzuckerproduttion hat fich in ten letzten paar Jahren nahezu verdop pclt; ihr Bestand an Schlachtthieren hat fich mehr als verdoppelt und ihre Ta bakproduktion hat fich verdreifacht. Das scheint diese unruhigen Menschen über müthig gemacht zu haben und ein gro ßer Theil von ihnen hat fich erhoben. um die Regierung des Präsidenten Palma zu stürzen. Wie eö den An schein hat. breitet fich die Revolution so rasch über große Theile der Insel aus. daß die Regierung Palma'S daran denkt, in Washington um Intervention zu bitten. Wahrscheinlich wird dieses Gesuch von unserer Administration nicht ohne Weiteres zurückgewiesen werden. Auf dem in Kiel abgehaltenen Sommerfeft der Echlarassen in Deutsch land wurde beschlossen, daß das nächst jährige allgemeine Sommerfeft in New York abgehalten werden soll. Die New Yorker Schlarassen find durch ein Kie ler Telegramm von diesem Beschluß in Kenntniß gesetzt worden. Das im Jul oder August nächsten Jahre? in New York stattfindende Fest wird zwölf Tage dauern und Ausflüge nach Philadel phia. Washington, New Haven, Boston und den Niagara Füllen einschließen. Die westlichen SchlarassenBurgen wer den fich in großer Stärke an der Feier betheiligen und tressm letzt schon um fassende Vorkehrungen dazu. Haupt sächlich richten fich die Augen der Schla raffen welt auf Eleveland, )., wo die Schlaraffia ganz besonder blüht und die deutsche GeifteS.riftokratie zu ih
nn Mitgliedern zahlt.
Steuern in früheren Iahrhundcttcn.
aroffe-. Perücken, und SchweineborfteUtacv Pre. Unmittelbar nach dem Antritt semer Regierung bestimmte Kurfürst Friedich II. von Preutzen. oer ipatere erste König, daß jeder Beamie 10 v. H. von einem Gedalt zu zahlen yabe. Bald hernach ward eine Generalkopfsieuer ausgeschrieben mit dem Mindestsatze von vier Groschen, dem auch der Aermste nicht entging. Bem Kurfursten selbst erreichte der Satz eine Höhe von 1000 Thalern, während seine Gemahlin nur 500 Thaler zu zahlen hatte. Nach der Konigskronung war man auf die Erfindung neuer Steuern bedacht. So besteuerte man oeispielsweise die Karossen in Berlin, weil sie nach Angabe der betreffenden Verordnunq das Steinpflaster der Residenz ruinirten. Besonders hohe Summen zog man aus der Besteuerung der Perücken. Jede ausländische Perücke und die vornehme Welt bezog sie aus Frankreich kostete nicht weniger als 25 v. H. Accisesteuer, während die inländische mit dem 16. Theil des Pre:ses besteuert ward. Auch die Frauen blieben von dieser Steuer nicht frei. ie mußten für ihre hohen Hauben, die sogenannten Fontangen, je 1 Thaler Abgabe entrichten. Tie Eintreibung dieser eigenartigen Kopfsteuer" hatte natürlich Schere reien im Gefolge, und es kam gar nicht selten vor. dah ein Beamter einen ehr samen Zolldefraudanten. der mit un gesiegelter" Perücke spazieren ging, auf offener Strahe seines Haarschmucks entkleidete. Nicht genug, daß man die neue Perücke besteuerte, auch das Tragen selbst kostete eine jährliche Abgabe. die an emen französischen Abenteurer Namens Papius de Laverdange verpachtet war. Ferner kostete jeder Strefel. jeder Strumpf und zeder Hut 1 Groschen Steuer. Der Genuß von Thee, Kaffee oder Schokolade war nur auf Grund eines Erlaubnißschemes in Hohe von zwei Thalern gestattet. Wenn man heute in gewissen Kreisen lebhaft für die Einführung einer Junggesellensteuer eintritt, so gab es damals eine Steuer für die unoerheiratheten Frauenzimmer, die 24 Groschen jahrlich betrug. Die merkwürdigste Steuer aber war die auf die Schweineborsien, öie ein gewisser Kommerzienrath Creutz erfunden und gepachtet hatte. Die Abgäbe trug dem Kommerzienrath ebenso viel Geld als Spott ein, so daß im Jahre 1709 ein königlicher Erlaß er folgte, der folgendermaßen lautete: Wer den Kom. Rath Creutz, oder dessen Commisen mit schimpflichen oder ehren rührigen Worten, wie schon ge schehen, angreift, soll sofort ohne weitern Prozeß mit Gefangenschaft oder andern Leibesstrafen belegt und ebenso gegen die Uebertreter des Schweinebor-sten-Handlungs-Privilegiums versahren werden." Das Nieder-Niesen. Die Wiener Zeit" schreibt: Nun ist wieder in Wien eine neue Erfindung gemacht worden, die unser Ansehen in. der ganzen gentteten Welt bedeutend heben wird. Wir haben ein neues, un gefährliches, originelles, amüsantes, harmloses Mittel zur Obstruktion gefunden. Im Wiener Gememderaih wurde ln diesen Tagen em Redner ern fach nieder geniest. Und wie einfach kommt so eine Niesdemonstration zustände! Ein Gegner reicht seinem Gestnnungsgenossen eme Dose mn Schnupftabak: Eine Prise gefällig?" Natürlich war sie gefällig, und das Niesen nahm kein Ende. Eine neue Aera der Obstruktion ist angebrochen. Fort mit den Kindertrompeten, Pultdeckein, Tintenfänern, Signalpfeifen! Schonung den trampelnden Beinen, den zischenden Lippen, den auf das Pult klopfenden Händen! Ein mihlie biger Redner wird jetzt entfach medergemest! Hapzieh! Hapzieh! Hap zieh! Wer sich nicht brav aufführt, bekommt statt der früher gebräuchlichen Nasen deren einige Dunend natür lich nur zu hören. Das Schnupfpulver wird das parlamentarische Dynamit, mit dem man jede Versammlung sprengen, jede Rede zerstückeln, jede Periode in die Luft fliegen lassen kann. Jugend und Dlter. Jedermann sollte bedenken, daß es nützlich und angenehm ist, im Alter mit der Jugend im Zusammenhang zu bleiben. Denn in der Jugend entstehen in Hülle und Fülle Ideen, Vorsätze. Entwürfe, es fehlt ihr aber das Vermögen, deren Werth und Unwerth rid tig zu beurtheilen und es mangelt ihr an Ausdauer, so daß die guten Emfälle allzu oft wirkungslos ebenso schnell verschwinden wie sie kamen, die löblichen Vorsätze Vorsätze bleiben und die schönsten Pläne nicht ausgeführt werden. In reiferen Jahren ist zwar die Urtheilskraft ausgebildet und die Ausdauer vorhanden, aber dann mangelt es meistens an glücklichen Einfällen. Darum soll der alternde Mensch nicht alle seine Schiffe verbrennen, auf denen er mit vollen Segeln, an Hoffnungen und Einbildungen reich, aber arm an Erfahrungen und Kenntnissen hinaussteuerte auf das hohe Meer des Lebens, als er noch jung war. Die Zahl der Automob I e in den Ver. Staaten wird auf 80.000 geschätzt, und man glaubt, daß daö gan Land jährlich $70,000,000 Llr das Vergnügen auöaibt.
Gefingnißarbeit.
Ti, in sämmtlich, trafanftatte des dO produzirten Werth,. Jetzt ist auch seitens des Arbeits-' bureaus zu Washington offiziell ton i statirt worden, daß die weibliche Welt, m oen liier. Staaten die viel bemerk Hälfte ist. denn es befinden sich in den 296 Straf- und Besserungsanstalten unter oen oort eingelieferten 86,036 j Personen 93.5 Prozent männliche und nur 6.5 Prozent weibliche, resp. 80.426 Männer und 5610 Frauen. Die Zahl der Insassen in Strafanstalten beträgt 74.771 und in den Besserungsanstalren 11,264. von denen 51,12 oocr oy.5 Prozent der Gesammtzahl an produktiver Arbeit. 21,403 oder 25 Pioent mit Gefängnißarbött, wie Kochen. Waschen. Reinigen etc. beschäftigt sind, 10,686 zum Nichtsthun verdammt sind und 2774 als Patienten sunanen. In den sämmtlichen Strafans.alte wurden Waaren zum Betrage vor. 533.280,940 im Jahre 1805 angefertiat. oder für $670 ver Kovf. wobei allerdings der Werth des Rohmaterial.' eingeschlossen ist. Die meisten der angefertigten Produkte in den Gefängnis, sen sind Schuhwaaren, von denen für $8,52 599 fabrizirt wurden. Es folgen cxnn landwirthschaftliche Produkte Mit ,83.8.0. leider mit $2.644.511, Mische und Stühle etc. mit $2.. 371.703, Bürsten und Besen mit $1,780,834,S'raßenarb?iten mit 81.657.170, Kohlengraben mit $1.631.346, Serlerwaaren mit 81.513.252. Bau holz mit $1,102,032 und Baumateria lien Mit $1,084.831. Im Ganzen nommen sind es 80 verschiedene Jndustrtezweiae. mit denen man sich in ,dcn amerikanischen Strafanstalten beschäftigt. Rccknet man die Bevölkerung des Landes auf 80.000.000 bis 90.000.000 Menschen, so würde durchschnitt lich je eme Person aus 1000 in einer Strafanstalt verweilen. Auch ein der artiger Prozentsatz ist ein bedauerlicher. oa es aber eine Welt ohne Verbrecher wohl nie aeben wird, so ist nur die Hoffnung ubnq, daß es bei den gro. zen Kulturfortschritten der Menscbbei! gelingen möze. den Proentsan auf damöglichste Minimum zu verringern. Künftticde Tccknischen. Der erfahrene Seereisende sucht. wenn er an Bord gekommen ist. so rasch wie möglich einen windgeschützten Platz für seinen Teckstuhl auf. Solcher Plätze, die durch die in ungerader Linic verlaufenden Wände der Deckaufbauten zufallig gebildet werden, gibt es aber auf dem Promenadendeck eines Tampfers nicht viele. Eine in neuester Zei: gemachte Erfindung, die im Deutschen Reich, in Frankreich und England bereits paten:irt und in den Ver. Staaten angemeldet worden ist, hat den Zweck, auf den. Promenadendecks Ecken und Nischen künstlich zu bilden. Die Einrichtung besteht im wesentlichen darin, daß auö Holz oder Segeltuch besiehende Querwände, die zum Abnehmen oder Aufklappen eingerichtet sind, zwischen dem Promenadendeck und den darüber quer verlaufenden Deckbalken nach Bedarf angebracht werden. Durch diese Schutzwände, an denen auch Behälter zum Aufstellen von Gläfern, Tassen u. s. w. angemacht werden können, wird die Möglichkeit geboten. Dutzend? von kleinern und gröhern Nischen zu schaffen, in denen die Seereisenden, ohne befürchten zu müssen, daß sie von Wind und Wetter zerzaust werden, und doch die erfrischende und kräftige Seeluft auf Deck genießend, sich auch bei schwerem Wetter aufhalten können. Tie von dem Direktor v. Helmolt des Norddeutschen Lloyds in Bremen gemachte Erfindung wird bereits auf den Schnelldampfern der genannten Gesellschaft mit bestem Erfolg angewandt. Bon den Reisenden wie von den Kapitänen der Dampfer liegen außerordentlich günstige Urtheile darüber vor. so dah der Norddeutsche Llovd die Erfindung auch auf allen seinen übrigen Dampfern einzuführen im Begriff ist. und ohne Zweifel auch die andern SchlffsahrtsgeMchaften in Kürze mit der Einführung der Erftndung nachfolgen werden. Schwimmende Insel. Der inmitten einer reizvollen was digen Umgebung bei dem Badeort Frauenlee in Thüringen liegende Hautsee mit seiner schwimmenden Insel macht wieder einmal von sich reden. Denn das sagenumwobene, eigenartige Stückchen Erde hat nach langem Stillstand seinen Standort dieser Tage mehrfach verändert. Es ist dies wohl dadurch zu erklären, daß infolge einer langen Reaenperiode die Insel gehoben tt?v de und das Wurzelwerk, das sie festi:lt, zerrissen ist. So konnten die im Waldkessel treibenden stürme sie leicht an einen andern Ort bergen. Seit den 70er Jahren des .?rigen Jahrhunderts hat sie nur wenig: gr'oßere Bewegungen unternommen. Ihr wunderbares Wandern hat seit den ältesten Zeiten abergläubischen Leuten Stoff zu sonderbaren Deutungen ge geben. Man glaubte, daß die Fortbe' wegung von geheimen Mächten und Kriegsgeistern besorgt werde, und so galt die Insel seit Jahrhunderten als Kriegs- und Friedensprophetin. Die Insel, die von Birken und Kiefern bewachsen ist und deren Boden aus dem Wurzelgeflecht der Bäume und Srräucher und unzähligen abgestorbenen Moorpflanzen besteht, ist in der Lage, schwerere Lasten zu tragen. .
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ARMSTRONG LAÖNDRT
Drahtlos erwischt. Der Kieler Postdampfer Prinz Waldemar" unternahm eine mehrtägige Fahrt nach Rügen. l?in Fahrgast beschwindelte in Saßnitz die Hotelbesitzer, begab sich an Bord und kehrte nach Kiel zurück. Er glaubte sich geborgen, allein oie Funkspruchstationen Arkona auf Rügen und Marienleuchte auf Fehmarn brachten ihm das Verderben. Die Kieler Polizei hatte auf diesem funkentelegraphischen Wege Nachricht erhalten und nahm den Zechpreller auf der Kieler Anlegebrücke fest. Der versicherte Bettl e r. Als Besitzer einer Lebensversicherung entpuppte sich dieser Tage ein Bettler vor dem Bezirksgericht Hernals, Wien. Der wegen Vagabundirens Aufgegriffene sollte eine ihm auferlegte Arreststrafe von 24 Stunden antreten. t i c tr..tr jc..c v :x oai aoer um .uriajuu, vumil cc um nächsten Tage seine fällige Police, die n für den Fall seines Ablebens zu Gunsten semer Tochter herausgenommen habe, einzahlen könne. Der ebenso milde als verdutzte Richter gewährte die Bitte. Seines Bürgermeistercrmtes entsetzt wurde der Gemeindegewaltige Karl Burgunder in Storkensauen. Elsaß. Burgunder lebte beständig mit den Lehrern und Lehrschwestern in Streitigkeiten. Er vergaß sich einmal soweit, einen der Lehrer in seinem Wohnzimmer am Kragen zu packen. In einem andern Fall mußte er 600 Mark Schadenersatz zahlen, weil er einen Rekruten blutig geschlagen hatte Verlegung einer Orts ch a f t. Die Ortschaft Dallas, S. D.. ist infolge des Umstandes, daß die Bahnlinie drei Meilen weit von Dallas vorbeigeführt wurde, nach Gregory, S. D., geschafft und diesem Orte einverleibt worden. Sechzehn Seeleute ertrunken. Der Schooner Stanley Jose" wurde bei Rcuschottland vom Blitz getroffen. Der Mast wurde zersplittert, roodurch das Schiff kenterte und unterging. Die aus 16 Mann bestehende Besatzung ertrank. Dänemark lwuaMihrlich etwa 2L68,000 Pfund gonig zur Ausfuhr. Südafrika deckt heute fast vollständig den Dumcmrenvuars oer Erde,
324 W. Marylanv. rftklasfige amilicnwaiche. Beide relevhon 608
L!5öÄö!5 !55!!Ä? Wechsel, Creditdriefe, Postanweisungen, auf alle Städte Europas. Schrffsschewe Von und nach Europa. Pltt- nd Verkauf ausländi schen Geldes. Frenzel Brote, No. 35 Süd Meridian Str. ercdnts National Bank. Abenteuer mit einem Panther. In dem Wohnhaus des malischen Obersten Rundle in Allahabad, Indien, hatten Nachbarn während einer Abwesenheit des Hausherrn einen Panther beobachtet und ihn gewarnt doch vermuthete der Oberst, das das Thier der gezähmte Panther eines Kameraden wäre. Als er aber in das Haus trat, sah er in dem Schlafzimmer einen gewaltigen Panther. Er schloß die Thür und zielte durch eine kleine Oeffnung, feuerte und verwundete das Thier. Der Panther stieß nun mit einem einzigen Sprunge d.e Thür auf, fprang mit einem Sate auf Rundle los, verfehlte ihn aber. Mit einem Kameraden suchte nun Rundle das ganze Haus ab, um den Panther aufzufinden. Schließlich stießen sie auf das Thier, das sich in einem leeren Raum hinter einem Haufen von Matten verborgen hatte. Der Oberst legte darauf eine Leiter an das Fenster dieses Raumes, um dort hindurch auf das Thier zu schießen, aber der Panther sah ihn und sprang durch die offene Thür. Nun begann eine wilde Jagd, während deren es endlich gelang, das Thier tödtlich zu treffen.
