Indiana Tribüne, Volume 30, Number 1, Indianapolis, Marion County, 24 August 1906 — Page 7
Jndiana Tribüne. August 1906.
I Tyrann Ehre I X Vornan X O von A X K. ilubowski A
(Fortsetzung.) Sie hatten damals den Sohn des Kommerzienraths Fritzhelmi aus der Nachbarftadt Krampe als blutjungen Leutnant in der fünften Batterie gehabt, einen lieben, nicht sonderlich Zlugen Kerl, der ein opferwilliger Kämexab und ein guter Frontsoldat gewesen war. Sein Vater war als schwer reicher Mann bekannt Die allzeit offene Hand und das vornehme, außerordentlich gastfreie Haus verschafften ihm Freunde in Fülle. Die Offiziere des Oberhof'schen Artillerieregiments, dessen damaliger Kommandeur der Oberst von Falkenberg war, verkebrten ausnahmslos bei ihm. Ihr Ooerst. der ein Jugendfreund des alten Fritzhelmi war. hatte eö ausdrücklich gewünscht. Als die ersten Gerüchte über allzu grotze Verbindlichketten, die er zur Zeit nicht einlösen konnte, in's Regiment getragen wurden, glaubte zunächst keiner oaran. Die Kleinstadt ist vielzüngig und erfindungsfreudig, weil sie auf andere Weise kaum für Unterhaltung zu forgen weiß. Aber bald wurden sie inne, daß doch wohl etwas Wahres an den Nachrichten setn mußte. Das Regiment beaann sich von dem Fritzhelmi'schen Hause zurückzuziehen. Eines Tages wurde der Kommerzienrath wegen Verdachts des betrügerischen Bankerotts in Haft genommen. Der Sohn war untröstlich. Er glaubte nicht an eine Schuld seines Vaters, und auch die Kameraden waren überzeugt, daß nach der Voruntersuchung die Freilassung sofort erfolgen müsse. Seine Kohlengruben in Qberschlesien. die Petroleumquellen in Peansylvanien und die reichen Erzbergwerke im Riesengebirge. das warm sämmtlich alte, gut fundirte Anlagen, deren Einnahmen nicht im Handumdrehen versiegen konnten. Sie bitten bereits durch Fritzhelmis Vater einen Weltruf erlangt. Tausende von Arbeitern wurden durch sie ernährt. Der Name .Fritzhelmi" war zu einer Macht geworden, die jeder stillschweigend respektirte. Daher konnte sie auch jetzt, trotz des unglückseligen Vorfalls, nicht einfach verlöschn. Dazu hatte sie zu viel Seyen gestiftet. Durch Verwendung des Oberst von Falkenberg, welcher um dn langährigen. treum Freundschaft willen sich zu diesem Dienste verpflichtet hielt, erwirkte der junge Fritzhelmi die Er laubniß, wöchentlich einmal den Vater im Gefängniß zu Krampe besuchen ?u dürfen. Der alte Mann soll damals dem Wahnsinn nahe gewesen sem und aues aufgeboten yaven. um gegen stung einer Sicherheit auf fteien Fuß gesetzt zu werden. Er bekam nicht sei nen Willen. Man hatte sogar, mi. Rücksicht auf seinen Wunsch, ernsthaft Bedenken, dem Sohn den Autritt zu ihm zu gestatten, weil man fürchtete, daß er Mittel.. die dem Vater zurzeit fehlten, anwenden könne, um dessen Flucht zu ermöglichen. Da legte sick der Oberst scharf in's Mittel. Er nahm dem jungen Fritzhelmi daZ Ehrenwort ab, nichts zu thun, wairgendwie die Flucht begünstigen könne. Leutnant Fritzhelmi gab es ohne Zögern. Er hatte im Anschluß an die ernste Unterredung sehr richtig ausge-
führt, daß dadurch ja sein Vater eine Schuld, die er gar nicht begangen habe.
einqestände.
Später mag ihn der völlig gebro-
chene emsnge Mmwnar woyl emes an
dern belehrt haben. Denn man glaubte im Regiment auf keinen Fall, daß der Junge den wahren Sachverhalt bereits gekannt hatte, als er sem Ehrenwort
gab.
Kurz und gut, gehalten hat er das
Ehrenwort nicht. Die Ltebe des Soh nes war stärker als der Ehrbegriff. Eines Morgens war der Kommer
zienrath, dem man alle nur. erlaubten Erleichterungen zukommen hatte lassen, aus der Haft verschwunden. Just nach
derselben Nacht, die sem Sohn nachweislich m seiner Trautenberger Wohnung zugebracht hatte. Tarenberg entsann sich des Folgenden so deutlich, als sei es gestern geschehen. Sie hatten ahnungslos, die Ereignisse der vergangenen Nacht noch nicht kennend, beim Mittagstisch im Kasino gesessen. Der kleine Fritzhelnn trank ganz vergnügt seine alte Marke deutschen Schaumweins mit eiskaltem Selters vermischt. Da war der lange Ausen, der sich dazumal stark für oie Frißhelmi'scbe Tochter interessirt hatte, herein gekomwen. Er hatte sehr blaß ausgesehen, sich dicht vor Fritzhelmi aufgestellt und ganz langsam, jedes Wort betonend, gesagt: Der Kommerzienrath Fritzhelmi ist heute Nacht aus seiner Zelle entwichen. Somit ist jetzt einn unter uns. der nicht mehr zu uns gehören darf. 1. Weil sein Dater durch die Flucht seine Schuld zugestanden hat. 2. Weil dies eine, trotz seine? Ehrenworts, bei der Flucht geholfen haben soll.Wie etwas Auöwendiggelnntes hatte er es heruntergesagt, ntzbelmi batte noch bei Settglas
zum Munde fuhren wouen. 2lverti brachte es nicht mehr fertig. EZ entglitt ihm und zersplitterte. Dann war er vom Stuhl getaumelt
und hatte sich hinaus getastet.
Am Abend desselben Tages fand man ihn mit einer Kugel im Herzen todt auf seiner Bude. Es hatte ihnen .damals allen schrecklich leid gethan und verständlich fanden sie es auch, aber es war nun doch mal nicht anders gegangen. Tarenbergs Seele zuckte in heißer Qual. Nein, es ging nickt anders. Er sah es ein. Es war ja auch andererseits 'nieder so etwas Wunderschönes, daß ein einfaches Wort zu dem Fels wurde, auf den man bauen und vertrauen konnte, den nichts erschüttern durfte, weder die Wahrnehmung des eigenen Vortheils, noch die Liebe zu irgend jemand. Nur daß ein Tritte? darunter leiden sollte, ging gegen sein stark ausgeprägtes Genchtigkeitsgefühl. Er dachte an den Brief der Schwester, der in seiner Brusttasche knisterte. Monatlich zweimal gab sie ihm über ihr Ergehen Nachricht. Frau Pastor Hedding schien nach allem, was sie über das Zusammenleben mit ihr berichtete, eine kluge, liebevolle Frau ,zu sein, llnd dennoch lag ein Zittern des Schmerzes in Noras Zeilen. Keine offen ausgesprochene Unzufriedenheit, kein Hadern mit dem Schicksal, nur das zuckende Bewußtsein, man schämt sich meiner." Tarenberg konnte verstehen, was das für eine reine Mädchenseele bedeuten mußte. Aber er konnte ihrem stillen Verlangen doch nicht nachgeben. Warum nimmst Du mich nicht zu Dir?" schrieb ste. Aenstigst Tu Dich so sehr vor den Menschen? Könnten wir nicht bei einander leben, ohne daß man ahnte, wer ich sei? Könnte ich nicht als Deine Magd. Deine Dienerin gelten, wenigstens so lange, wie Tu noch allein bist?" Tarenberg lächelte schmerzlich. O. das Kind! Sie kannte eben die Welt noch nicht, jene gehässige, bitterböse Welt, die manchmsl durch ein unreines Herz geschaffen wird. Er gab dem Fuchs die Sporen und setzte sich tief in den Sattel. Dann ließ er ihm die Zügel locker und feuerte ihn durch leisen Zuruf an, das Hinderniß der übe? einander gestapeien Holzstamme in der Breite zu nehmen. Leicht und sicher svranq der Gaul. Jetzt umfing ihn die Buchener Haide. Taren.bkrq stiez ab und schlang die Zügel um sein Arm. Seine Brust weitete sich und sein Blick wurde klarer. Kein Geräusch in dem weiten Wald. Es schien alles vor Bewunderung den Athem anzuhalten. Regungslos die tiefrvthen Blätter der Blutbuchen, gelblich getönt die stolzen Kronen der Eichen und in schimmerndem Graugrün die hängenden Schleier der Birken. Dazwischen das tieft Schwarz der Zinnen, das seine Schatten über die Goldstreifen der schräg hinein fallenden Sonnenstrahlen wob. Der weiche Moosboden dämpfte den
Schall seiner Schritte und den Klang der Hufe. Das Bild der Schwester und damit all die Wirrnisse und Kämpfe der letzten Monate entglitten Tarenberg, geistigem Auge. in andexes Bild erstand ihm dafür, rein un5 leuchtend. In diesem wurzelte seine Zukunft und sein Glaube, seine Kraft und das Erreichen des hohen Zieles, das er sich gesteckt hatte. Addas Bild. Als er so, ihrer gedenkend, weiter ging und den Blick wieder freudig in die Ferne schickte, entdeckte er, zwischen niederem Erlenqestrüpp, auf einem gefällten Baumstamm sitzend, eine schlanke Mädchengestalt. Die Haltung des Kopfes mit der ein wenig zur Seite geneigten, trotzigen Bewegung und die kastanienbraunen Nackenlocken, die eigensinnig über dem schlichten Weiß des Kleides schimmerten, kannte er doch. Oder sollte es das alles in gleicher Lieblichkeit zum zweiten Mal auf der Welt geben? Er band seinen Fuchs an den Ast einer Buche und glitt, vorsichtig, jedes Geräusch vermeidend, auf den Platz zu, an welchem sie saß. Jetzt stand er hart hinter ihr, ein Athem beraubendes Glllcksgefühl in der Brust. Sie war es seine Adda! Niemand in dem großen, stillen Gottesreich außcr ihnen beiden. Kum ersten Mal würden sie an
I allein sein.
Hin und wieder hatten sie freilich ein heimliches Wort tauschen können. Auch im Hause ihres Vaters, bei den wöchentlichen Thees, zu denen Tarenberg, als Jürgens bester Freund, einfür allemal eingeladen war. Aber es blieben doch immer nur armselige Brocken, die ihnen der Zufall mitleidig hinwarf. Immer ein paar beobachtender Menschen ihnen zur Seite. Tb durch Jürgens List ihnen verschafften Minuten des Alleinseins waren so,kurz und kärglich mit einem Beiwerk von ängstlichem Horchen auf die Schritte anderer untermischt, daß ihn das hier förmlich berauschte. Adda." sagte er ganz leise, meine einzig geliebte Adda!" Mit einem Schrei fuhr sie zu ihm herum. Hans Weddo. Du?" Dann wich die großf. heilige Stille im Wald plätzlich. Es war ein Stammein und Jauchzen um sie her. sie hatten sich so viel zu sagen, lauter süße, thörichte Sachen. 20k habe ich mich nach Dir gesehnt. Geliebter!" .Adda. sag mir's ein einziges Mal.
hast Du mich lieb? Ich habe das Wort
noch nicht von Deinen 'Lippen gehört." Ach Hu. nur lieb! Gibt es denn gar kein anderes Wort dasür? Das ist mir viel zu armselig und gering." Und doch will ich's hören." Ich habe erst ein anderes gesucht. So " Sie neigte sich dicht an sein Ohr und flüsterte, erglühend in heißem Glück und keuscher Mädchenscham: Ich könnte für Dich sterben, Hans Weddo das ist meine Liebe und Du?" Er küßte sie. Ich habe Dich lieb, meine Adda. mit dem kleinen. Dir zu winzig erscheinenden Wort, das doch so groß und stark ist. daß es eine Welt voll Zweifel zerbrechen kann." Sie siet ihn fragend an Eine ganze Wett voll Zweifel ? Wo soll die denn versteckt sein, mein Philosoph?" Sie is. es noch nicht, mein Liebling. Aber sie kannte doch in dem langen Leben. das hoffentlich vor uns liegt, heran wachsen und uns in ihr Dunkel einhüllen." Das glaube ich nicht. Hans Weddo. Das Licht in uns vertreibt jcben Schatten, ehe wir ihn überhaupt seien. Und wenn es nun doch nick: so wäre. Adda?" Wie sonderbar ernsthaft Dr hol sagst." Er küßte sie zärtlich auf Mund und Augen. Sonderbar? Sage lieber überongstlich, Herzlieb, weil ich zu glücklich in Deinem Besitz bin. Lach mich doch aus. damit meine Angst verweht." Aber sie lacht nicht. Hans Weddo," sagte sie und legt die seinen Hände auf seine Schultern, ich könnte alles ertragen. Armuth und Elend mit Dir. nur nicht das Bewußtsein, daß Du mir jemals etwas in Deiner Sle vorenthiclteft Sie ist ganz blaß geworden. Ihre dunkeln Augen flammen ihn in heiße? Bitte an. Er denkt an das Geheimniß, das zeitlebens zwischen ihnen liefen wird und sein Herz ist voll Jammer. In das kühle, weiche Moos zu ihren Füßen gleitet er und legt seinen Kof in ihren Schooß. Ihre leichte, schmale Kinderhand ruht auf seinem blonden Haar. Um sie her leuchtet das Gold der Sonne. Und die große, heiliae Stille geht wieder durch den Wald, di: trotz ihrer Lautlosigkeit doch so beredt ist. daß man meinen muß. sie besäße tausend Zungen. Sie legt zum ersten Mal die Arrne um seinen Hals und preßt ihren Mund auf den seinen, den jungen, stolzen Mund, der ibm mit seinem eiqenthümlicken. leuchtenden Roth zuerst an ihr aufgefallen ist. Sie hat sich die aanze Zeit zu sehr nach ihm gesehnt. Damals, als seine Mutter gestorben war und sie nicht zu ihm durfte, weil ihr Vater es nicht schicklich fand, hatte sie einen kurzen Augenblick an eine sofortiqe Veröffentlichung ihres Verlöbnisses gedacht, ohne Rückstcht auf das Trauerjahr, gerade um seines Berlusis
halber. Jetzt dachte sie nicht mehr
daran. Es war ein demuthiges Beu gen vor dem stärkeren Willen in ihr. Das echte Frauengefühl, das die Mei-
nung des geliebten Mannes allzeit zu der eigenen gemacht hat, nachdem sie sein geistiges Uebergewicht erkannt hat. Tu mußt mir heute von Deiner
Mutter erzählen." bat sie leise und zog
lyn zu lici) empor.
Er zuckte zusammen. Sie legte die ruckartige Bewegung als ein Nachbeben
seines großen Schmerzes aus.
Kannst Du nicht verstehen," fuhr
sie flüsternd fort, rote gern ich derjem
gen. die Du so lieb gehabt hast, nacheifern möchte. In jenen Stunden, die
Deiner Nachricht von ihrer schweren
Erkrankung folgten, habe ich den un-
barmherzigen Formenkram hassen ge
lernt. Ich hätte zu ihr eilen und mich
vor ihrem Bett auf du Kniee werfen
mögen, um doch auch ein einziges Mal zu empfinden, wie Mutterliebe und
Segen thut." Er schwieg immer noch.
Hast Du ihr von unserm Glück ge-
sprachen, Hans Weddo? Nein. Adda." Befremdet sieht sie ihn an. Warum nicht?" Er sucht nach Worten. Weil sie bereits im Sterben lao
als ich zu ihr kam." entringt es sich
mühsam seinen Lippen.
Sie neigt den feinen, dunkeln Kopf
und sieht p Boden. Ein feuchter Schimmer liegt in ihren Augen. Ich kann verstehen. Hans Weddo. daß Du über das alles noch nicht zu
sprechen vermagst. Auch zu mir nicht.
Aber wenn es verheilt :st. dann er-
zahlst Tu mir von ihr.
Er nickt und nimmt sie an sein
Herz. Sie lag regungslos w seinen Ar
men. Deutlich fühlte sie das Beben,
das durch seinen Körper flog. Sie
hatte aus Mitleid mit seinem Schmerz
wnnen können. Aber sie nahm sich zu
sammen. Für ihn wollte sie stark und
tapser sein. Hast Du Jürgen heute schon ae
sprachen?" fragte sie nach einer Weile
des Schweigens und lost sich aus sei-
nen Armen.
Nem. mein Lieb, Ich hatte den
ganzen Vormittag Dienst und Nach
mittag, als ich ihn aufsuchen wollte.
war er zu semem russischen Lehrer ge gangen."
ßo weißt Pu auch noch nichts pon Frau Doktor WsedenthalS Brief an
meinen maitxr Tarenberg schüttelte den Kopf. Nein. Adda. Jft daS KlauS Wie dentbals Plutfer?"
.Ja. Die alte Vtxau ist in Ver
zweiflung um ihren Sohn. S denkt.
lern einstiger Oberst wird ein Mensch
mit einem warmen, verstehenden Vaterherzen sein. Wie sebr irrt sie da-
mit. Denke Dir. der ehemalige Einjährige ist nicht nach Hause gekom-
men.
Und was sagt Dein Vater zu die-
sem Brief?"
eie schaudert zusammen. Dann
preßt sie das Haupt an das Tuch seines Aermels.
Es sei am besten so. bat er aesaat.
Sei barmherziq. Hans Weddo und
sage mir. ob das menschlich gedacht ist.
:sq wciN ia nicht, was der Wiesen-
tbal gethan hat. daß Ihr ihn nicht als
Offizier nepmen durftet, aber das weiß
ch, daß ich meinen Vater in dem Au-
genblick, als er diese Worte auf den
Wadnsinnssmrei eme? Mutter batte.
hassen mußte. Ich öffne stets des Vaters Privatkorrespondenz und kannte
daher den Inhalt ihrer Zeilen."
.arendera ubcrgina ihre leiden-
schaftliche Frage mit Stillschweigen.
.Hat Dein Vater xxatnb welch?
Schritte gethan, um nach seinem Verbleib zu forschen?"
Das alaube ich nicht. 5kn seinen
klugen ist er ein Nichts, um dessentwillen er seine Zeit nicht hingibt. Heute
lollen eine Menae Leute bei dem fru-
heren Burfchen gewesen sein. Sie ha-
den aüt Forderungen an ihn und
fürchten, ihr Geld einzubüßen. Fräu-
lein ron Mechtriß hat das m der
Küche erfahren. Seine Sacken sollen
bei der Wirthin stehen, auch mancher-
lei Bucher und alte Geschenke. Kannst Du Dich dessen nicht annehmen, damit
der Mutter doch wenigstens die An-
denken an ihren Sohn erhalten blei-
ben."
..a. das will ick. AddaSen. Auch
semer Mutter werde ich schreiben und
die sonstigen Angelegenheiten ordnen."
Tann nahmen sie Abschied von der
schönen, stillen Stunde des Alleinseins.
Tarcnberg besteigt den Fuchs und gasrthhrrl Xitvcfi St C"YtX fitmVnÄr42
iu i'uiu; i'iv tyuiw i'uiiivi.i.. Adda von WachenHusen hat noch lange auf ibrem Platz gesessen und über ihr
reiches Gluck und ihre Liebe nawqe-
dacht.
Klaus Wiedenthals Mutter ist mit keiner Rechnung geängstigt worden.
Leutnant iion Tarenberg hat die Schulden ihres Sohnes stillschweigend
beglichen. Es ist ihm, als empfände
er für das Opfer der weit zurück liegenden Familientragödie ein aus Mit-
leid und Liebe bestehendes Gefühl. Den
Brief, den er an die weißhaarige Frau
geschrieben hat, trägt sie auf dem Herzen. Wir haben hren Sohn alle lieb gebabt. gnädige Frau." heißt es unter anderm darin. Er ist allzeit ein braver, pflichttreuer Soldat gewesen, den wir als Vorbild hinstellen konnten." Das tröstet sie in ihrem Schmerz und macht ihr das Warten leichter. 9. Kapitel.
uf dem Sommerbahnhof in
Jj München schob sich drängend
w und stoßend der Menschenschwärm durch die viel zu enge Pforte nach dem Bahnsteig Drei. Ein echter, kreuzfideler Sonntagstrubel. Tie durch Werktaasarbeit und Pflicht-
gefühl eingedämmte Fröhlichkeit wollte
sich heute an dem klaren, wunverlcho
nen Oktobertage austummeln. So
recht nach Herzenslust, ohne daß sie am jemand Rücksicht zu nehmen hatte.
Während der Wochentage galt es in
den ftickiaen ?vabrilraumen und staub
erfüllten Komptoiren auszuharren, anderer Meinung zu der eigenen zu
machen und innerlich mancden Pu
hinzunehmen. Das alles mußte dc
Sonntag gut machen. Heute pufften sie. Die Ellbogen in weitem Bogen
von sich haltend zuweilen nach rech'.c
und links einen kleinen Stoß ausführend kreuzfidel und nichts übelnehmend fo ersckupsten, erzwanacn
und crschimpften sie sich ihren Platz in
den uberfuten Abtrcuen. Unter me-
sen Umständen würde die Eisenbahn-
fahrt bis Starcnberg nicht gerade e? frischend sein. Aber die dreißig Mi nuten auälten sie sich schon hin. Nach
he? entschädigte sie die Dampferfahrt
über ihren See für alle erlittenen Quetschungen reichlich. Ja. das war
wirklich ihr" See. Jedem Einzelnen
geHorte er. Wie du Panftr :y?e
Boulevards, die Berliner ihren Grüne
wald und die Wiener ihren Prater ba-
ben. so hat der Münchener ne Vc
müthlichkeit. sein Bräu und seinen
starnberqer See.
Rücken's g'fälligst einen Athemzug nach linls." sagte im Abtheil der dritten Wagcnklasse eine frische Mädchenstimme zu ihrem korpulenten Nachbar.
der sich mit dem rotbkarnrten Taschen
tuch die hellen Schweißtropfen von der
(bnni wischte. (Fort etzung folgt.)
o t X
Die Tabakernte.
Srde beträgt jährlich 850,000 Tonnen, und das der Taöakkultur gewid-
mete Land umfaßt 2,485,000 Acle
Der hoch st gelegene Fluß
der Erde ist der Tesaauaoero m
Bolivia. Seine mittlere Erhebung
über die Mecresfläche beträgt 12,870
Fuß.
Der K o n i a von Siam
M ein s'ebr geschickter Koch. Zu jeder
feierlichen Staatstafel bereitet er die verschiedensten Gerichte mit eigener
Hand.
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