Indiana Tribüne, Volume 30, Number 1, Indianapolis, Marion County, 24 August 1906 — Page 5
Jndiana Tribüne. 2T. August 1906
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Jntcrnrban Zcit-Tabcllc.
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Vor meinem Kinde.
Von Karl Susse. Seit durch dich mir Traum und Streben 3:ärfer in die Zukunft mündet, Fühl ich starker auch mein Leben, Icr Vergangenheit verbündet. Nicht mehr als der Einsam-Freie schweif ich, nur mich selbst verpflichtet. Zögernd :ret ich in die Reihe, Gleich erhoben wie vernichtet. Unterdrückt halb und zerschlagen, Neu gestärkt doch und gerettet, Bin ich trazend und getragen Ewig nun als Ring verteilet. Und ich fühl es überschwenglich: co gehcimnihvoll gebunden, Ward ich selber unvergänglich, Und der Tod ist überwunden. Nimmer sterb icb. wenn ich sterbe, Und kein Grab .winqt zianz mich nieder, Denn mit jedem, der ein Fxbc Meines Bluts ist, leb ich wieder! Fcricttstimmung. Jovellctte von Emma Kaushoftt. Ein köstlicher Moment, wenn alle Abschiedsbesuche, alle Scherereien des Einpacken, der Abreise vorüber sind, wenn man sich behaglich in die Ecke seines Wagens zurücklehnen und denken darf: So! Nun beginnen die Ferien! Nun einmal heraus aus dem Alltag!" Malwine Krane genoß diesen köstlichen Moment eben mit höchstem Wohlgeühl. Sie war fleißig gewesen, hatte m Frühjahr zwei Porträts gemall und nun eine qrohe Kopie vollendet. Oh, diese letzten Juli-Wochen in der heißen Gemälde-Sammlung! Sie hatte ich wirklich ein Ausruhen verdient. Nun stand das Bild beim Kunsthänder. Vielleicht fand sich ein Käufer. Aber daran wollte sie jetzt gar nicht denken. Sich nur ganz der freudigen Erwartung neuer Eindrücke hingeben, heimlich vor sich hinjubeln: Du fährst nach München! Tu fährst in's Gebirge! Freiheit! Sommer! Verbummelte Wochen! Wie schön das ist! Es war chr zumuthe, wie in ihrer allerersten Jugend, wenn es Frühling wurde. Damals hatte sie auch zuweien solch eme wonnige, berauschte Stimmung, als müßte nun etwas ganz Schönes, Merkwürdiges kommen, das große Erlebniß. Aber immer war der Maienzauber vorübergeflogen und für ste hatte keine Wunderblume geblüht. Sie hatte wohl in ihrer ersten anspruchsvollen Jugend z u Absonderiches, zu Unerreichbares erwartet. Doch jetzt, als kluges, achtundzwanzigahnges Madchen, warum sollte sie ietzi nicht etwas Lustiges, Fröhliches erleben, wenn ste nur wollte? Irgend ein nettes kleines Abenteuer, einen reizvollen pikanten Flrrt, als hübsche Ennnerung für den Winter! Wofür galt sie denn in ihrer Familie, bei den verzerratheten Schwestern, für schrecklich emanzipirt, wenn sie die vielgerühmte 5ünstlerfreiheit so wenig zu nützen ve?stand wie bisher? Kem Mensch sah ihr etwa an, daß ste eine Malerin war. Mit ihrem blonden Gesicht, ihrer korrekten Erscheinung machte sie immer den Eindruck eines braven Haustöchterleins. In München wollte sie sich sofort einen grünen Gebirgshut mit einer Sptelhahnfeder kaufen, damit sie etwas schneidiger ausschaute. Früher hatte sie sich immer ein paar belegte Brötchen mitgekommen und war im DamenKouve gefahren. Jetzt saß ste NR Nichtraucher" und begab sich Mittags in den Speisewagen, um als flotte, moderne Reisende aufzutreten. Die kleinen Tische waren alle besetzt. Sie nahm neben zwei dicken älteren Damen Platz, die nicht sehr anregend wirkten. In einiger Entfernung, ihr gegenüber, saß ein Herr von etwa dreißiz Jahren mit blondem Vollbart und einem hübschen, lustigen Gesicht. Er war auch in Ferienstimmung und weidete sich von Zeit zu Zeit an dem Anblick seines Rundreisebillets. Er hatte noch mehr Ursache als Malwine, sich über den Urlaub zu freuen; denn er kam nicht aus dem schönen Dresden wie sie, sondern aus Kronach, wo er als Eisenbahn-Jngenieur seit ein paar Jahren vergraben war, und er mußte in der kurzen Erholungsfrist, die ihm vergönnt wurde, so mancher lang aufgespeicherten Sehnsucht Genüge thun: nach Kunst, nach Theater, nach schöner Natur, nach Großstadtmenschen, nach seinen Geschwistern und Freunden Kein Tag durfte ungenützt bleiben. Der ganze Plan stand schon fest. Aoer er hoffte auf verschiedene hübsche Araoes ken, die sich um sein Programm herum schlingen sollten. Er blickte voll Interesse auf, als ein junges Mädchen in den Speisewagen trat:' er hatte sich schon mit emem Seufzer gefragt: ob denn nur ältere weibliche Semester unterwegs seien? Wer ste wohl sein mag? dachte er. Eine Lehrerin? Aus guter Familie gewiß Sie ißt sehr hübsch. Em feines, liebes Gesicht! Aber sehr kühl, sehr stolz! Sie wäre sicher empört, wenn man sie ansprechen würde! Schade! Aber ein paar freundliche Blicke flogen doch zwi schen ihnen bin und her und. mit den Augen knüpften sie Bekanntschaft -an Ein paar Tage später trafen ste sich in München in der Lenbach-Ausuel limg. Sie schauten zu gleicher Zeit die VJlappt 31 Mit Photographien an. Aber es war so still in dem Saal. Erwin Sto5mann wagte bei dem friedlichen Schweifen keine Annäherung. Er reichte &:r hübschen Unbekannten nur einmal eine Mappe, er grüßte höflich, als sie
sich erhob, ßeiber fand er keine Gele
genheit mehr, das Wort an sie zu richten, und wie er sich auch in den nächsten Tagen, in der Kunstausstellung, im Theater, in der Pinakothek nach der einsamen Fremden umschaute, er konnte das feine, blonde Köpfchen nicht mehr entdecken. Dann reiste er in's Gebirge ab und vergaß natürlich die flüchtige Begegnung. Aber als er eine Woche später in Berchtesgaden in den Omnibus stieg, der ihn an den Königsee bringen sollte, da saß sie plötzlich dicht neben ihm. Nun trug sie auch das grüne GebirgsHütchen mit der kecken Feder und sah viel flotter aus. Ist das ein schöner Zufall, gnädiges Fräulein!" rief er in seiner freudigen Ueberraschung. Ich weiß nicht, ob Sie sich erinnern, daß wir im gleichen Zuge nach München gefahren sind!" Sie war ein wenig roth geworden, denn eine Dame vor ihr blickte sie mit vor Neugier förmlich überquellenden Augen an. Aber sie sagte heiter: Gewiß, ja! Ich glaube, wir waren auch zusammen in der Lenbach-Ausstel-lunq!" Nun war die Unterhaltung eröffnet. Man plauderte über München, über den Anfang der Reise. Die schöne Fahrt auf der schattigen Straße, an Prachtvollen alten Ahornbäumen und üppig grünen Hügeln vorüber, über denen die Bergriesen auftauchten, erschien höchst kurzweilig. Alles drängte dann am Königsee sofort an das Ufer, wo schon die Boote bereitstanden. Erwin und Malwine trachteten, ohne weitere Verabredung, bei der Massentrift beisammen zu bleiben. Das gluckte ihnen auch. Aber mit der übrigen Gesellschaft hatten ste es nicht günstig getroffen. Mit ihnen in dem großen Kahn saß eine Familie mit Kindern, deren mangelhafte Erziehung gerade m dieser Stunde gebessert werden sollte. Wahrend man über die dunkelgrüne Fläche dahinglitt und Malwine voll Begeisterung zu den gewaltigen weißen Felswänden emporblickte, erklang immer wieder das Zanken der Mutter: Ach, Elfe! Halt Dich doch ruhig!" oder der drohende Ton des Vaters: Wart, ich komm Dir, Paul!" Schließlich mußte ein Streit der Geschwister, bei dem der Kahn in bedenkliches Schwanken gerieth, durch Obrieigen geschlichtet werden und ein zweistimmiges lautes Weinen weckte ein klägliches Echo. Als man das Ufer erreichte, -eilten die jungen Leute mit raschm Schritten voraus, um wenigstens auf dem Weg zum Obersee nicht von der idyllischen Fami lie gestört zu werden. Sie suchten stch auch in Bartolmä, wo man die Mittagsmahlzeit einnahm, ein kleines Tischchen, fern von den ungezogenen Rangen. So waren ste vom Zufall und dem beqrelflichen Wunsch nach rumaem Naturgenuß überraschend schnell in eine ganz reizvolle Vertraulichkeit hrnerngedrangt worden; ste bekamen zusammen servirt wie ein junges Ehepaar und theilten einträchtiglich ihren Fisch und ihren Schmarren. Aber schon näherte stch diese angenehme Pause ihrem Ende; die Schiffer mahnten zum Aufbruch. Wissen Sie was, gnädiges Fräulein!" rief Erwin, der sich inzwischen vorgestellt hatte, mit raschem Einfall Lassen wir die glücklichen Eltern abfahren, verzichten wir auf unsere Plätze! Bevor es Abend wird, miethe ich dann einen Kahn für uns beide und wir gmießen wenigstens oie Heim fahrt." Ich bin unter der Bedingung einverstanden, daß wir den Kahn zusammen miethen." erwiderte Malwine mit liebenswürdigem Lächeln, aber sehr bestimmtem Ton. Es hieß deutlich genug: Ich lasse mich von einem fremden Herrn nicht einladen, wenn ich mich ihm auch anschließe. Vergessen Sie nicht, daß Sie eine Dame vor stch haben! Er verbeugte stch versiändnißvoll. Ab famos ist das!" rief er. als die Kähne mit den geräuschvollen Insassen in den See hinausschwammen und sie noch in der herrlichen Stille am Ufer saßen. War's nicht eine gute Idee!" lachte er später voll Uebermuth in dem kleinen Boot, das sie über den einsamen See brachte, während über dem Wasser schon tiefe Abendschatten lagen und nur die hohen Felsgipfel noch in weißem Glänze standen. Gnädiges Fräulein!" bat er dann mit einschmeichelnder Stimme. Heute noch keinen Abschied, nicht wahr? Der Tag ist zu schön gewesen. Ich habe einen prachtrollen Plan. Wenn wir morgen auf die Gotzen-Alm steigen würden! Sie waren noch nie auf einem Berg! Sie müßten solch einen unvergeßlichen Eindruck mitnehmen. Es wäre mir eine kolossale Freude, Sie begleiten, Ihnen gewissermaßen das niegekannte Vergnügen einer Bergwandeung verschaffen zu dürfen!" Im ersten Moment fand ste den Vorschlag etwas keck. Mit einem fremden Mann sollte sie stundenlang allein in der Wildniß herumsteigen! Was ihre Schwestern sagen möchten, wenn sie das erführen! Doch dann fiel ihr ein. daß sie sich vorgenommen hatte, alle Engherzigkeit über Bord zu werfen sie wollte doch ihr kleines Abenteuer haben. Wozu hatte sie sich denn ihren grünen Gebirgshut gekauft, wenn sie immer nur auf den gebahnten Wegen blieb? Ich möchte schon sehr gern," sagte sie zögernd und blickte ihn prüfend an. Er sah wirklich sehr vertrauenerweckend aus. Wie lieb und glücklich er sie anschaute! Es war doch
wirklich nett, daß sie diesen Begleiter
gefunden hatte! Als sie sich zu früher Morgenstunde trafen, um an den Kesselfall zu fahren, begrüßten sie sich schon wie recht gut; Freunde. Erwin dachte freilich unterwegs einige Male: Du bist doch ein rechter Esel! Gehst in der größten Einsamkeit neben einem netten Mädel und riskirst nicht die kleinste Vertraulichkeit! Aber sein Taktgefühl rieth ihm von jeder Zudringlichkeit ab. Sie war doch auf ihn angewiesen. Er durfte ste nicht kopfscheu machen; ste nicht zu einer &JftMm veranlasse P 5 der Hütte trafen ste dann lustige Gesellschaft. Es wurde gesungen, getanzt, geschuhplattelt. Malwine hatte solche Almfröhlichkeit noch nie erlebt. Wie ihr die Schnaderhüpfeln, die schnei digen Juchzer gefielen! Nach einer solch urwüchsigen Lensfreude hatte sie sich immer gesehnt. Sie weckte ein überwüthiges Echo in ihrem eigenen Wesen, das bisher von der biederen Umgebung im Zaume gehalten worden war. Mit glühenden Wangen tanzte sie in dem kleinen Hüttenraum zum Klang der Zither: sie versuchte das Jodeln und fand den Tag da oben so originell, so hübsch, so lustig, daß ste gar nicht mel,.- fort wollte. Bleiben wir doch!" Bleiben wir nur!" rief Erwin entzückt. Jai irnll gerne auf dem Heu schlafen. Wou überhaupt schlafen? der Mond wird kommen' Es wird gar nicht Nacht werden!" Der Bergwind zauste an ihrem Haar, und wirre Löckchen flatterten um ihre Stirn, als ste dann auf einem Felsblocke draußen saß und die Hütte mit dem Brunnen zeichnete, dahinter das bleiche Schneefeld der vergessenen Alm. Er lag neben ihr im Gras und schaute ihr bewundernd zu. Um ste war teile Bienensummen. Berqstille, und tiefe Schatten stiegen auf. Da neigte er seinen Kopf zu dem ihren sie wußten kaum so recht, wie es geschehen war mit einem Male hatten sie sich umschlungen und küßten sich in seligem Uebermuth. .Das ist mehr als ein Abenteuer!" dachte ste in einem tollen Rausche. Das ist Glück das ist ja Glück!" Und das Glück jubelte durch ihre Herzen und goß seine Freudenfülle über sie in dieser Sommernacht. Sie blieben nur fünf Minuten allein. Die lustige, fremde Gesellschaft rief immer wieder nach ihnen. Ein drolliger Backfisch, der eine besondere Zärtlichkeit für Malwine an den Tag legte, hing sich an ihren Arm und wollte ihr Skizzenbuch sehen. Aber die erhäschten Momente, in der märchenhaften Schönheit, in der gewaltigen Landschaft, die in Glanz und Luftschimmer schwamm, waren süß. Wie sie diese Zaubernacht mit heimlichen, heißen Küssen feierten! Am Morgen dann, nach schlechtem Schlaf auf hartem Lager war freilich der Uebermuth verflogen. Fröstelnd im kühlen Wind, in der ersten kalten Dämmerung vor Sonnenaufgang seufzte Malwme in weicher Stimmung Wie bald werden Sie mich, den schönen Abend vergessen haben, wenn wir nun heute für immer auseinander ge henZ- Ihm lag ein Vorwurf, eine An klage in ihren Augen. Auch er war be weat, gerührt: Müssen wir denn aus einanderqehen?" fragte er zärtlich. Als der erste rostge Sonnenhauch über die höchsten Spitzen flog, hatten sie stch ver lobt. Sanft und elegisch, als Brautpaar, das stch in der neuen Situation kaum zurechtfand, legten sie den Abstieg zurück, saßen dann, obwohl sie sehr müde waren, noch zusammen auf einer emsamen Bank und sprachen über die gemeinsame Zukunft, bis der Zug kam, der die Trennung brachte. Ihre Rundreisekarten führten sie verschiedene Wege; Erwin wurde in Tirol von seinem Bruder erwartet; er mußte fort. Ein bewegter Abschied noch, ein letztes Versprechen: Schreibe bald! Heute noch! ern Winken, dann war Malwine allein. Sie verschlief den Nachmittag, und als sie erwachte, erschien ihr das süße Erlebniß wie em Traum. Wenn sie eine Karte von Erwin erhielt, dann klopfte ihr Herz freilich mit einer sehnsüchtigen Unruhe, und während der ganzen Reise zitterte die Erinnerung an die Glücksstunde in ihr nach in einer formlichen Verklarung. Anfang September kamen sie beide heim, in die alte Umgebung, in die Werktagsstimung. Malwine freute stch wieder recht über ihr hübsches Ätelier. ihre behaglichen Zimmer. Sie fand angenehme Nachrichten vor: ihre Kopie war verkauft, ein Porträtauftrag stand in Aussicht. Eine Zeitung hatte eine günstige Kritik gebracht. Sie fühlte sich angeregt, gehoben, voll neuer Schaffenslust. Aber dann erschrak sie plötzlich: Mit dem Malen hatte es ja kin Ende. Sie war doch verlobt. Sie mußte nach Kronach, fort aus ihrer hübschen Wohnung, fort von Dresden. Sie suchte sich mit Gewalt in die verliebte Stimmung zurückzuversetzen, in der sie lächelnd ihrer Freiheit entsagt hatte. Doch es wurde ihr von Tag zu Tag schwerer, sich ein klares Bild ihres Verlobten vor Augen zu rufen. Wenn sie nur wenigstens eine Photographie von ihm gehabt hatte. - Auch Erwin war sorgenschwer. Es war immer sein Plan gewesen, in's Ausland zu gehen, sobald er'M ein kleines Kapital erspart hatte, nach imle oder nach Australien, wo man rasch Geld bediente. Nun hieß es m Jfto nach bleiben oder in irgend einem anderen Nest und im Staatjorenst aus harren! Ob Malwwe eine gute Haus
frau wLrde! Eine Malerin! Sie
würde sich gewiß schwer eingewöhnen. Ach Gfcrr-' Ein bischm unüberlegt war die Verlobung ja gewesen! Aber nun mußte er sein Wort halten. Er war ein Ehrenmann. Und wenn er sie nun erst wiedersah. Malwine hatte seit hrer Ruckkehr nach Dresden nrcht mehr geschric'. Endlich kam ein kleines Paket: In einem reizenden Rähmchen die Skizze, die ste auf der Alm gezeichnet hatte. Lieber Freund," schrieb ste. Ich glaube, man darf vom Glück nicht zu viel verlangen. Einmal grüßt es uns da oben auf der Berghöhe in seiner herrlichen Laune. Ob es uns auch in das Thal folgen möchte wer weiß es? Ich habe nicht den Muth, den Versuch zu wagen. Ich meine, wir outen uns zufneden geben mit der einen unvergeßlichen Erinnerung. Zürnen Sie mir nicht. Was einmal war ist Ewigkeit!" Erst war er verblufft. Dann athmete er erleichtert auf. Ich werde ste immer lreb behalten!" dachte er zärtlich und dankbar, als er die kleine Skizze auf den besten Platz auf seinen Schreibtisch stellte. Karl der Füiiste und sein Jäger. Der Stammvater der spanischen Grafen d. Punonrostro war Jägermeiter im Dienste Karls des Fünften. Er befand stch einmal mit dem Kaiser auf der Rebhübnerjagd, und beide räumten mit stets zunehmender Leidenschaft uner den Hühnern üuf. Die Jagdtaschen der Diener waren überfüllt, und der Kaiser gedachte die Jagd zu beenden. Da scheuchten die Hunde noch ein RebHuhn auf, Kaiser und Jägermeister legten gleichzeitig an, und das RebHuhn lag am Boden. Wer hat das Huhn erlegt?" fragte der Kaiser den Jägermeister. Ich, Majestät," sagte dieser. Tu lügst!" fuhr ihn der Kaiser an. Ich lüge nie!" gab der Jägermeister zurück und schlug dem Kaiser mit der Faust in's Gesicht, daß er taumelte. Die Diener stürzten stch auf den Verwegenen, und er wurde in's Gefängniß nach Madrid gebracht. Der Kaiser kehrte gedankenvoll nach der Hauptstadt zurück; ihn beschäftigte weniger der Schimpf, den erner seiner Diener vor Zeugen ihm angethan hatte, als der Charakter des Mannes, der eine Beleidigung auch von dem mächtigen Kaiser nicht ertragen wollte. In Madrid angelangt, ließ der Kaiser den Jägermeister vor stch führen und fragte ihn, ob er dabei bleibe, daß er selbst und nicht der Kaiser das Rebhuhn geschössen habe. Ter Mann bejahte und fügte hinzu, er könne es beweisen, wenn man das Rebhuhn herbeibrächte, denn er habe stch während der ganzen Jagd anderer Geschosse bedient als der Kaiser. In der That fand man rm Korper des Rebhuhns eines der Geschosse des Jägermeisters. Das konnte aber natürlich nichts an seinem Schicksal ändern; er hatte stch an der Person des Kaisers vergriffen und mußte den Tod erleiden. Gefaßt bereitete er sich darauf vor. Der Kaiser, dem es um den Mann leid war, ließ ihn vor Ausführung des Todesurtheils noch einmal zu sich kommen und machte ihm Vorstellungen wegen seines Benehmens. Der Jägermeiste? aber erwiderte mit Ruhe: Majestät, wenn ich hundert Leben hätte und hundert Mal den Tod erleiden müßte, ich würde doch jeden, der mich nen Lügner nennt, m's Gesicht schla gen (punjo en el rostro)." Nein," sagte der Kaiser. Du sollst leben, ein Mann wie Du wurde mu nem Reiche fehlen, sie sind nicht häu fig." Dr Kaiser schenkte ihm aber nicht nur das Leben, er erhob ihn später sogar in den Grafenftand und legte ihm in Erinnerung an jenen Vorgang den Namen Punonrostro bei. Er versteht es. Es war im Jahre 1658, als die Schweden unter dem Komg Karl X Gustav zur Winterszeit in Dänemark emdrangen und die Hauptstadt des Landes belagerten. Ganz in der Nähe von Kopenhagen wohnte damals ein ehrsamer Landpfarrer, Joachim Brügge mn Namen, bei dem schwedische Off:ziere sich sehr oft zu Gaste einluden und sich dabei keineswegs immer einwandfrei betrugen. So ließen sie eines Tages das sämmtliche Silberzeug von des Pastors wirthlicher Tafel verschwinden. Der Prediger sah es, schwieg jedoch und schwieg auch gegenüber dem König Karl Gustav, der bald darauf der Gast des Pfarrers war. Er sparte sich die Vergeltung liuf, bis er ewige Zeit später zur königlichen Tafel geladen wurde. Er ließ sich Speise und Trank wohlschmecken und steckte nach Aufhebung der Tafel mit der harmlosesten Miene der Welt von den silberTien Bestecken und Löffeln sowie goldenen Trinkbechern in seine Taschen, was er stecken konnte. Darob allgemeine Verblüffung und eine verwundernde Standrede seitens der schwedischen Majestät, worauf Pastor Brägge unbefangen erklärte, es läge ihm lediglich daran, die schwedischen Tafelsitten nachzuahmen, da doch des Königs Offiziere bei ihm kürzlich in der gleichen Weise gehandelt hätten. Die Offiziere erbleichten. König Karl Gustav aber verabschiedete tiefernst seinen Gast und sorgte dafür, daß ihm aller Schaden ersetzt wurde.
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