Indiana Tribüne, Volume 29, Number 308, Indianapolis, Marion County, 22 August 1906 — Page 7
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Tyrann Ehre
oman von K. I u b o ui 9 k i K-O0--0-O-0-C-O-0 (Fortsetzung.) etc meinen oay Emmi Brandhuber vollen deie unbarm herzig. Daß ihm an kaltes Bad nix schaden kann, gar nix. Im Gegentheil" Aber wenn er das gute Kind " Kind hin Kind her an Waschläppen ist er springt er nein springt er auch wieder 'naus. Verlasserr's sich drauf." Damit stellte sie die Kaffeetasse hin und ging energisch zur Thür. Es that ihr um den Otto Hüssinger leid. Sie hatte ihn herzlicH' gern. Lieb? bewahre, wenn man so wenig hübsch, so arg arm und dazu verständig für zwei ist. läßt man solche Gedanken fein bei Seite. Nein, sie ärgerte sich blos, daß die Lange und die Kurze" mit ihren goldenen Brillen auf den Nasen, die neulich im Klub der Aufgeklärten." in den sie die alte Frau Stemer begleiten mußte, so klug und doch so thöricht geredet hatten, dielleicht doch nicht so ganz im Unrecht waren, wie sie es in dem ersten Entsetzen gemeint hatte. Die batten mit Zahlen und fremdlandischen Worten beweisen wollen, daß die Männer ein schwaches Geschlecht wären. Viel schwächer, viel nachlässiger, wie die Frauen. Und weil es so und nicht anders stimmte, sollten die Frauen ihnen fortan mit gutem Beispiel vorangehen dürfen. Vielleichi lernten sie's dann mit der Zeit, wie ein richtiger, geistiger Kraftmensch beschaffen sein müßte. Emmi Brandhuber hatte zuerst schrecklich über die ganze Geschichte gelacht. Aber als sie gar aus einer Saalecke Bravo, Hurra" und großartig, genial." schrieen und die beiden Bebrillten zu einer Zugäbe den Mund auftnun wollten, hatte ihre Erregung über den Unsinn lichterloh in Flammen gestanden. Sie war aufgestanden und hatte ganz laut geschrieen, damit den beiden Gefeierten auch kein Wort verloren ginge: ..Sie. i will Ihnen mal was sagen. Schmeißen's doch das ganze, weise Naturgesetz nit einfach über den Haufen. Wissens. Ihre Brillen taugen nix. Sie sehen alles v:rkehrt durch die Gläser an. Das ist's. Kommen's mir blos nit mit Ihren lateinischen und griechischen Brocken. Die verstehen's selbst nit ordentlich. Hören's lieber mal zu. Das kleine Fräulein da, mit dem Doppelgucker, soll sich gefälligst draußen bei Sturm und Wetter hinstellen und Bäume fällen, oder auch recht zähes Buchenholz spalten oder drei Scheffel Korn auf dem Buckel zur Mühle tragen, oder, wenn ihr das nicht fein genug ist, einen verlodderten Bauernhof wieder auf den grünen Zweig bringen. Und wenn sie das eine oder das andere ein paar Jahr ehrlich durchgeführt hat, dann soll sie wiederkommen, und die Red' vom richtigen Kraftmenschen und dem guten Beispiel noch mal halten!" Nach diesen Worten, die nicht in dem sorgfältig ausgewählten Programm der Rechtlerinnen standen, hatte sich ringsumher ein großes Hallo" erhoden. Emmi Brandhuber hatte sich furchtbar geschämt, daß ihr innerliches Gifttöpfchen wieder einmal überkochte, aber nun war es doch einmal geschehen. Vielleicht schadet es auch nichts, wenn ihnen ein Kind aus dem Volk sein? Ansicht klar legte. Die vorher Hurra" und da capo" gerufen hatten, schwiegen jetzt ganz still. Nur ein paar alte, weißhaarige Frauen verließen ihr? Plätze und gaben ihr die Hand. Ein vornehmer Herr mit gütigem, klugem Gesicht sagte ganz laut: Schade, daß die ganze Welt nicht aus lauter solchen verständigen Frauenzimmern besteht, es könnte viel Unglück verhütet werden!" Und nun kam Otto Hüssinger und Kräfte ihre gute Meinung Lügen. Na. 7 sollte es aber hören, wenn er ihr mal in den Weg lief. Und als sie das kaum ausgedacht hatte, kam er die Treppe empor, ihr entgegen. Er sab elend und verwacht aus und sein sons so elastischer Gang war langsam und schwerfällig, wie der eines alten Mannes. Sie stand still und sah ihn scharf an. so daß er niäzt einfach an ihr vorübergehen konnte. Na wie wars denn im Waffer Sie Held?" Er zuckte zusammen. Woher wiffen'S daß wollt?" Sie antwortete nicht auf die mübsam gestotterte Frage. Pfui," sagte sie kurz. Zugeber thut er's auch noch. Schämen's sich! Wegen an Mädel " Er begehrte wild auf. Was verstehen's denn von der Lieb. Sie!" Ein heißes, trotziges Gefühl quoll m ihr hoch. Das Nxrr ja gar nicht Verachtung das war ja Eifersucht. Aber sie preßte sie mit harter Hand in den Winkel zurück, aus dem sie scheu und verzagt hervorkroch. Weil i häßlich bin. meinens Das thut dabei nir. Die Lieb ist nämlich im Herzen, wissen s! Und an tiefe stille Geschicht, aus der nit jeder
ZINN Svott oder zur Unterhaltung
'nauslaufen soll. Die darf wohl packen und zu Boden schlagen, wenn's gar niemand sieht. Aber wenn sie so ist. daß sie an alt. hinfällig Fraule m Angst und Schrecken bringt, dann ist sie an Jammerlappen sein Gedröbn. Und im nächsten .Aufgeklärten' halt i an Red über Ihnen ia ja speziell über Ihre Tapfer wenn's o,s dabin nit wieder arg vernünftig geworden sink?" Damit sauste sie an ihm vorüber. denn sie hatte soeben durch das Flurrentier ine Elektrnche yaroendergÄwinaliürake" vorbeiflitzen sehen, die sie haben muß, um zur Exvedition zu kommen. tto Hüssinger sieht ihr kopfschüt telnd nach, aber er lächelt doch ein ganz klein wenig dabei. 6. Kapitel. in heller, warmer Septernbertag ergießt sein Licht über Trautenberg. Die breite Kastanienallee. durch die das Oberhofich? Artillerieregiment heute aus dem Manöergelände in ine kleine Garmion einrücken wird, steht im Zeichen dis Herbstes. Vom tiefsten Roth bis zum zartesten Orange leuchten die Blätter. Die Fäden des Altweibersommers ziehen sich, spinnweöenfeinen Guirlanden gleich, ton Ast zu Ast. Ueber dem leidenschaftslosen Naturgemälde strahlt das milde Gold der Sonne. Es ist alles wunschlos und abgeklärt. Ein? stille und dennoch gewaltige Prediot von erfülltem Hoffen und Sehnen gel)t durch die Welt. Auch den Menschen hat sich dies Gefühl der Zufriedenheit mitgetheilt. Sie sind glücklich, daß sie ihre blauen Jungen" wiederhaben werden. Es war doch ohne sie eine recht trübselige Zeit. Zwar bat der stete Aerger mit den Dienstmädchen gefehlt, aber dafür auch jenes andere, jung und fröhlich erhaltende Zaubermittel, das die frische Kraft und der kecke Uebermuth hergeben. Der Raum zwischen den einzelnen Kastanien ist von Trautenberger Bürgern ausgefüllt. Die Jungen, für die heute die Kartoffelferien begonnen haben. balanziren in der Höhe auf den Aesten herum. Sie halten die Augen starr nach der Gegend zu gerichtet, in welcher sie Kl. Malchow. das letzte Quartier deZ Regiments, wissen. Endlich wälzt sich eine dicke Staubwolke heran. Die einzelnen Geschütze und Pferde kann man freilich noch nicht unterscheiden. Nur zuweilen blitzt es hell an dem dunklen Grauschwarz auf. Wie Sternschnuppen, die erfüllte Wünsche verheißen, schießt es hervor und verschwindet wieder. Die Staubwolke kommt näher. Die Sternenaugen erweisen sich als die Kugelknöpfe der Helme . Jetzt sind sie da. Hurra hurra uns' Artillrie!" Dicht an den Stamm einer Kastanie gepreßt, steht ein altes Mütterchen. Sie wischt sich mit dem Schürzenzipfel die nassen Auzen. Ihr Wilhelm, der einzige der ihr von Sechsen geblieben ist, marschirt im 3. Glied der 5. Batte:ie an ihr vorüber. Min oll Jung ," flüstert sie zärtlich. hei süht brov ut un müsse is hei ok no." Neben ihr schlägt eine dralle Köchin die Hände zusammen. Sie weiß sich kaum dor Staunen zu fassen, als sie endlich ihren Herzallerliebsten herausgefunden hat. Nee. Frau Müllern, wie sieht der Mensch blos aus! Braungebraten wie 'ne knuspcrige Gans." Und sie lacht und zeigt die Reihe der weißen, gesunden Zähne. Dann rückt sie das Häubchen kokett nach vorn und drückt den Marktkorb, den sie zur Beruhigung ihrer mißtrauischen Gnädigen mitgenommen hat, zärtlich an's Herz. Die Sonne spielt weiter mit den goldenen Uniformknöpfen und den Helmkugeln. Ihre blanken Strahlen huschen vergnügt über die blonden und braunen Mädchenzöpfe. Es ist ein heimliches Küssen hin und her! Ein Vorgeschmack der abendlichen Wiedersehensfeier. Jetzt stimmt einer, dessen Militärzeit ihr Ende erreicht hat, ein Lied an. Schmetternd und jubelnd fallen die andern mit ein: .Rcscrve hat Ruh Und wenn Reserve Ruhe hct, Tann hat Reserve Ruh. Bald verstummen sie jedoch wieder. Sie reiten in die Stadt. Zuerst an bei Obersten Villa vorbei. Die jungen Leutnants, die noch nicht sehr lange im Regiment sind, schauen verstohlen zu den Fenstern hinauf, in der Hoffnung, die schöne, stolze Adda zu sehen. Aber ihr Hoffen bleibt unerfüllt. Dichte Vorhänge verwehren den Einblick in die Reihe der Zimmer. In der unteren Etage sind sogar die Läden geschlossen. Leutnant von Tarenberg lächelt glücklich. Er versteht sein Lieb. Keiner, außer ihm, soll sie sehen, wie damalS beim Auszug. Als er hart an der Fliederlaube des Wachenhusenschen Gartens vorüber reitet, gleitet eine schmale Hand durch das Gewirr der Blätter. Ein dunkler Kopf wird sichtbar. Ad das tiefe, sehnsüchtige Augen strahlen ihn an. Die anderen merken es nicht. S sitzen ganz allem in ihrem Paradies und feiern die Weihefekunden des Wiederhabens. Er hält sein Pferd ein wenig zurück, ihre Blicke ruhen in einander, sie sagen sich ein seliges, jauchzendes Wort, gottlob. daß wir uns wiederhaben. Dann geht es wetter trab trab trab. Tarenberg legt die Sehenkel fest an
feinen Gaul und nimmt ihn scharf
heran. Er mochte letzt allein fern. Ueber die flachen grünen Felder hinter der Stadt galoppiren. Graben nehmen und Hmdermsse sprmqen. oamtt oav wilde, sehnsüchtige Gefübl, das, sobald me Geliebte seinen Bltcken entschwand, stärker wie vordem in ihm brennt, in der tollen Kraftprobe unterginge. Im Kasernenhof auf der Lafette seineZ Geschützes sitzt der Einjährige der 5. Batterie, Klaus Wiedenthal. Was hat der wohl hier zu suchen? Noch dazu um die Zeit, in der er sonst mit großer Pünktlichkeit zum Mittagessen zu geyen pflegte? Der lustige, von tollen Einfällen geradezu überschäumende, neuenzehnjährige Springinsfeld, der direkt nach bestandenem Abitür in die langschäftigen Artilleriestiefeln hineingeschlüpft ist, dem sie alle gut sind, von der dic'en Regimentsmutter an bis zum Herrn Major aufwärts, warum bläst er Trübsal? Er hat den kurzgeschorcncn, blonden Kopf tief geneigt und den Arm auf das Geschützrohr gestützt, xl: müßte er etwas zum Festhalten habe::. Er ist heute entlassen worden. Sein Jahr ist zu Ende. Er kann gef-er.. Soweit ist alles in Ordnung. Aer das Andere, das Unfaßbare. tai wider die Gerechtigkeit und das Mensch?ne fühl geht, das darf nicht sein. 5r orponirt dagegen. Womit hat er bei verdient? Das das Wenn er nur mit seinen Gedanken sich durchfin. den könnte. Sie haen es ihm doch ein ganzes Jahr fast jeden Tag auf's neue zu verstehen gegeben, daß er der beste, zuverlässigste Soldat der 5. Batterie sei. verwöhnt und gehätschelt haben sie ihn, und dennoch zuletzt nicht würdig und rein genug befunden, den Ossiziersrock dereinst zu tragen, nicht werth, das silberne Portepee an der Seite zu haben. Als er die Nachricht erhielt, daß er zum Offizierexamen nicht zugelassen sei, hat er das ganze für einen Scherz gehalten und gelacht. Sein klingendes, übermüthiges Jungenlachen. Wenn sie ihn nicht brauchen konnten, ja dann wußte er, was ihre Verheißungen und Neckereien, die ans fein Avancement Bezug hatten, für einen Zweck gehabt haben sollten. Mai erlaubt sich mit dem heiligsten Wunscb eines begeisterten Herzens doch keinen Spott. Sie hatten es ihm hundertmal ange deutet, wie sie sich auf ihn freuten und ihn dadurch zu immer größerem Pflichteifer angestachelt. So stolz und glücklich war er auf das Vertrauen und die Zufriedenheit seiner Vorgesetzten gewesen. Gestorben wäre er für jeden einzelnen, wenn sie es verlangt hätten. Und doch hatte er es zuletzt dem Jnstruktor, Leutnant v. Tarenberg, der es ihm ganz zart, als thäte es ihm auch weh. mitgetheilt hatte, glauben müssen. Darnach war er in die dunkelste Ecke des Kasernen Hofes getaumelt und dort 3ufa1mner.gr brochen. Irgend jemand hatte ihn aufgehoben. Wer doch nur? Ach so, sein Hauptmann. Der hatte auch zu ihm gesprochen. Wenn Sie das Bedürfniß naef. Klarheit haben, Wiedenthal, dann kommen Sie heute Nachmittag zu mir. Um zwei Uhr am besten. Da stört uns niemand!" Klaus Wiedenthal schöpfte tief Athem. Das war ein Lichtblick, vielleicht konnte er das Schreckliche mit starker Hand in Trümmer schlagen, nachdem er es kannte. Er taumelte von der Lafette herunter, setzte sich die Mütze, die ihm vom Kopf geglitten war. wieder auf und stolperte in den hellen Sonnentag hinaus. Ein paar Soldaten lachten hinter ihm her. Kiekt blos den Wiedenthal. War ja immer ein kreuzfideler Mensch! Aber so nüchtern, so schlimm nüchtern. Zum Schluß hat er sich nu doch gehörig eingeseeft!" Eine halbe Stunde später stand er vor Hauptmann von Wegeleben. Ein Ruck ging durch die schlanke, sehnige Gestalt des Vorgesetzten, als er Wiedenthals verzerrtes Gesicht und die qualvollen Augen, die in heißem Flehen die seinen suchten, auf sich gerichtet fühlte. Warum mußte das auch an die große Glocke gehängt werden? Es hatte ja doch nicht das Geringste von der untadeligen Ehrenhaftigkeit des jungen, tüchtigen Menschen genommen. Setzen Sie sich. Wiedenthal." sagte er guttg. Ntcht bahrn, hier zu nur her. Sie sind mir nach wie vor ein lieber Mensch, den ich hochschätze! So. und nun geben Sie mir Ihre Hand!" Herr Hauptmann verzeihen, die Hand, die nicht werth sein soll, den Offizierss'äbel zu führen, darf auch nicht werth sein, in der des Herrn Hauptmanns zu liegen!" Doch, Wiedenthal, und nun hören Sie mir zu. Ich nehme mir selbst das Recht. Ihnen diese Enthüllungen zu machen, weil ich fühle, daß Ihnen die Ungewißheit an's Leben gehen würde." Vor vierzehn Tagen erhielt der Oberst von Wachenhusen ein anonymes Schreiben, in dem mitgetheilt wurde, daß Ihre Mutter eine voreheliche Tochter hat, die bei ihr im Hause lebt. Es standen noch viel häßliche, schmutzige Sachen darin, die ich Ibnen nicht mittheilen will und kann. Der Herr Oberst hat die Angelegenheit untersuchen lassen und die Bestätigung der ersten Mttheilung erhalten, sowie Kenntniß darüber, daß man in allen Kreisen Ihrer Gegend von dem Vorkommnih unterrichtet ist. Er meint nun, daß es gegen die Standesehre verstoße, einen Menschen, auf dessen Familienehre ein Makel ruht, ein öffentlich bekannter, in
auen Geieuichaftskretien vetrittelter Makel, als Offizier im Heer zu dulden. Damit ist in dürren Wortm der Ablehnn ngsgrun.d dargethan." Klaus Wiedentdal wollte aufsteben. aber er vermochte es nicht. Er fiel matt auf seinen Sitz zurück. Heiß und athem beraubend ftiea es ibm in die Kebl? och. Er biß die Zähne zusammen und grub die Fingernägel in das harte Hol des Stuhles. Es half ihm nichts. Die Thränen, die auf seinem
Herzen zelezen hatten, stiegen in die Augen. Es war ein jammervolles, herzcrsckmtterndes Schluchzen, das den Hauptmann von Wegeleben im Innersten traf. Und doch tonnte er ihm nicht helfen. Er fühlte nur, er mußte nach diesem etwas Großes, Tröstendes thun, er mußte Mensch sein. Er neigte sich zu dem Weinen dn und nahm ihn in seine Arme. So warm und herzlich, wie es ein Vater mit seinem verzweiselten Kinde nicht anders hätte thun können. deinen Sie sich aus." sagte er leise und weich. Ich verstehe Sie. Arcr nach dem Weinen seien Sie wieder der Alte. Frohe und Strebende, mit dem tiefen Gefühl und dem scharfausgeprägten Pflichtgefühl, um dessen willen wir Sie alle lieb haben. Denken Sie daran. dcj Ihnen die ganze, reich? Welt offen steht. Sie haben mir einmal erzählt, daß Sie Jura studiren wollen. Die fröhliche, ungebundene Studentenzeit wird das Weh Ihres Innern allmälig ausheilen." Wiedenthal zuckte in seines Hauvt manns Armen empor. Er machte sich frei von ihnen und zwang sich nun doch ?um Stehen. Ich wollte in das alte Korps meines todten Vaters eintreten. Heidelberger Rhenanen. Sie hatten mich schon gekeilt. Das ist nun auch vorbei. Einer, der nicht gut und ehrenwerth genug zum Offizier ist, taugt auch zum Korpsstudenten nicht. Seien Herr Hauptmann doch barmherzig, was kann ich für die Sünde meiner Mutter, die mit Thränen und Schmerzen tausendmal gesühnt sein mag!" Wiedenthal, wenn es in meiner Macht läge, weiß Gott. Aber der Alte will nun einmal nicht. Dagegen gib: es nichts!" Nichts, Herr Hauptmann, gar nichts? Ist bei ihm ein Menschenleben denn gar leinen Pfifferling werth?" Ein Menschenleben o ja! Aber das Leben und die Ehre jenes äußerliche Dokument meine ich jetzt, wenn ich ,Eh?e' sage sind doch zweierlei." Klaus Wiedenthal hört nicht mein: auf ihn. Er schnallt den Säbel um und will die Hände an die Naht legen. Es gelingt ihm aber nicht. Sie zittern ?.u sehr. Seht Euch den Einjährigen Wiedenthal mal an," hat sein Wachtmeister oft genug gesagt, wie der die Knie durchdrückt. Ihr waschlappigen Kerls kapirt in zwei Jahren nicht so viel, wie er an einem einzigen Tage." Heute kriegt er es auch nicht zustande, trotzdem er es ein ganzes Jahr so gut gekonnt hat. Wegeleben sireckt ihm zum Abschied beide Hände entgegen. Er sieht sie nicht. In seinen Augen liegt ein irrer Schein und das schöne, übermüthige Jungengesicht sieht alt und verfallen aus. Wohin gehen Sie jetzt, Wiedenthal?" Nach Haufe, in meine Wohnung." Und was wollen Sie da begin nen?" Ausschlafen, Herr Hauptmann." Ja. thun Sie das, Wiedenthal. Verschlafen Sie die erste, schwere Enttäuschung Ihres jungen Lebens und wachen Sie mit dem Bewußtsein auf. daß Ismen eine ganz besonders ernste, heilige Pflicht daraus erwachsen ist den Zweifelnden zu beweisen, daß trotzdem der Sohn Ihrer Frau Mutter ein ganzer, fester Mann werden kann, der den Ruhm der Ehre in sich trägt. Merken Sie wohl auf. Ich behalte immer Interesse an Ihnen und Ihrem Ergehen. Wenn Sie später einmal Ihr Weg nach Trautenberg führen sollte, so wird es mir eine Ehre sein. Sie in meinem Hause begrüßen zu dürfen." Wiedenthal schlagt die Richtung nach seiner Wohnung zu ein. Er geht die enge Straße, zwischen der Bürgermeisterei und dem Spritzenhaus, hindurch. Sonst hat er sich stets über das holperige Pflaster geärgert. Heute fühlt er es nicht. Sein Gang ist auch nicht mehr unsicher oder taumelnd, sondern wie bn eines Menschen, der fest und zielbewußt in ein neues Leben hinein steigt. Aber der Weg, der dahin führt, muß freudlos und steinig sein, denn in seinem Gesicht liegen die Schatten wilder Verzweiflung. (Fort etzung folgt.) Die Sonntagsreiter. Diefen Morgen ist mir etwas recht Unangenehmes vassirt; treffe ich da unterwegs meinen Todfeind Meier, der volle zwei Stunden neben mir herreitet." Konntest Du denn nicht zurückbleiben?" Bewahre, die Pferde kannten sich!Soslraft. x a n : Fühlen Sie sich nicht zuweilen recht einsam und fehnen sich dann nach Eheglück?" I u n g g eseile: Wenn mich einmal eine solche Stimmung überfällt, besuche ich einen verheiratheten Freund, und flugs bin ich kurirt."
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