Indiana Tribüne, Volume 29, Number 308, Indianapolis, Marion County, 22 August 1906 — Page 1

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Wrsctfeint jeden Nachmittag. Jahrgang 29. Indianapolis, Ind., Mittwoch, 22. August 1906. No. 303. ,

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Einbricht mehren sich. Frecbe Einbrecher entkommen unbelästigt.

In der letzten Zeit find Verhältniß, müßig für diese Jahreszeit sehr viele Einbrüche und Räubereien hier in In dianapoliö mit großer Frechheit auSge führt worden, ohne daß eS der Polizei bisher gelungen ist. den oder die richti gen Räuber zu verhaften. Daß die meisten der frechen Einbrüche von ein und denselben Personen ausgeführt werden, ist wohl mit Bestimmtheit an zunehmen, jedoch find die Herren Rit ter der Nacht" bisher zu schlau gewesen, unsererPolizei in'S Garn zu laufen. In der Dienstag Nacht wurde gegen Morgen noch ein verwegener Einbruch in der Wohnung des Herrn Otto D. Marble, 824 Edison Str., ausgeführt, wobei ein bissiger Hund erst chlorofor mirt werden mußte, bevor die Einbre cher in das Haus gelangen konnten. Frau Marble sah in der Nähe deS Fen fterS den Kopf eines ManneS und zog einen Revolver unter dem Kopfkissen hervor und schoß. Herr Marble sprang auS dem Bett und verfolgte die Einbrecher, aber diese waren schon in der Dunkelheit entflohen. Die Einbrecher er beuteten S30 Baargeld. einen Diamant ring im Werthe von $50. einen Perlenring und mehrere Silberwaaren. Hr. Marble ist bei der Big Four Bahn als Lokomotivführer angestellt. Die Polizei hat bisher noch keine Spur von den Verübern dieses Einbruchs entdecken können. i Charles Baden. j Nur wenigen Jndianapoliser Deutschen war Herr Chas. Baden, der am Dienstag Rachmittag in seiner Wobmincj 124 Süd Delatvare Str. im Al lex von nahezu 58 Jahren gestorben ist. unbekannt. Charles Baden, der uner mudliche Sangesbruder und Freund guten Humors, ist nicht mehr. Zu den Vielen, denen er schon über dem Gra beShügel den letztenSüngergruß brachte, ist er eingereiht worden, aber sein Andenken wird bei den vielen Freunden. die. er fich in den Jahren seines Hier, seinö erworben hat, nicht verblassen, bis auch über dem GrabeShÜgel des allerletzten der alten Garde das Lied erschallt: Ueber allen Wipfeln ist Ruh'". Carl Nicol Baden wurde am 9. Jan. 1849 in Merzig.Neuerburg bei BiSburg geboren. Als Sohn eines Bürger meifterS erhielt er eine gute Schul bildung. Er ging zur deutschen Marine und blieb daselbst bis er am 15. März 1872 ehrenvoll entlassen wurde, wie sein Abschied aufaieift. worauf er sehr stolz war. Im Jahre 1873 kam er nach Amerika und sofort nach Indianapolis und am 29. Dez. 1375 ließ er fich mit Fräulein Louisa Rohner in die heiligen Ehefesseln schließen. Er praktizirte Jahre lang als Advokat, war Reporter und Eollek tor für die Tribüne" und den Tägl. Telegraph"; auch war er mehrere Jahre Sollektor der Papst und AnheuferBusch Brauereien. Bor 4 Jahren bernahm er die Wirthschaft, No. 124 Süd Delaware Straße, die er bis zu feinem Tode führte. Er war Mitglied des Pionier Vereins und des JndianapoliS Liederkranz. Seine Wittwe und fein Sohn Franz und viele Freunde betrauern das frühe Dahinscheiden deS ehrhaften deutschen ManneS. Die Beerdigung findet am Donnerstag Nachmittag um zwei Uhr von dem Trauerhause, No. 124 Süd Delaware Straße aus, statt. Lei gebrochen. Der 15 Jahre alte Walter Schwier war am Mittwoch Morgen gegen acht Uhr auf einen hohen Telephonpfoften geklettert und wollte denselben zum Vergnügen, wie er es schon häufig gethan hatte, herunterrutschen. Durch irgend einen Zufall verlor er seinen Halt und stürzte aus beträchtlicher Höhe auf das Straße Pflaster, wobei ihm das linke Bein zerschmettert wurde. Der Knabe wurde mit der Ambulanz nach der Wohnung seiner Eltern, 315 Tecumseh Straße, gefahren.

Wahnsinn vorgeschützt.

Jameö O. Miller, der für den Tod des 65'lahrigen Robert Munson ver antwortlich gehalten wird, verweigerte gestern im Polizeigerichte irgend welch Aussage und wurde in Folge dessen vom Polizeirichter den Großgeschwore nen überwiesen. Die von dem HülfS Eoroner Robertson vorgenommene Autopsie hat ergeben, daß Munson an den Folgen deS von Miller verursachten Falles gestorben ist; zugleich ist der Coroner jedoch der Anficht, daß Miller geistig nicht gesund ist. Miller soll von Danville, Ind., hierher gekommen sein, um Emma JoneS von No. 333 West Market-Straße zu heirathen. Er benahm fich auch dort so merkwürdig, daß auch das Mädchen der Anficht, daß er seine fünf Sinne nicht bei einander haben kann. Die Verwandten Miller'S wurden benachrichtigt, doch hat fich biS jetzt noch keiner derselben um ihn be kümmert. Den Großgeschworene überwiesen. Der der Falschmünzerei und der Der auSgabung falschen Geldes angeklagie W. H. Linninger wurde gestern von Commissär SharleS MooreS den Bun desgroßgeschworenen überwiesen; seine Bürgschaft wurde auf 31000 festgesetzt. Allerhand Winkelzüge LinningerS hol fen ihm nichts; er versuchte daS Ver fahren zu verzögern, indem er die Er Nennung eines Anwalts verlangte und die Verlegung feines Prozesses vor einen anderen Richter zu erreichen suchte. Nach Schluß des Verhörs er. klärte Linninger, daß er fich an den Präsidenten Roosevelt und Bunde. Richter Anderson wenden würde, um einen gerechten Prozeß zu erlangen. In der Wohnung des Linninger wurden nach seiner Verhaftung verschiedene Werkzeuge zur Herstellung falschen Geldes gefunden. Etvildienft-Prnsnngt. Mehrere Eivildienftprüfungen werden im Laufe deö kommenden Monats stattfinden. Am 5. und 6. September sollen Prüfungen für die Stellung eines Assistenten in dem Patentbureau abge halten werden. Die Prüfungsobjekte umfassen Phyfik, Chemie, Technik, Ma thematik. Zeichnen, Deutsch oder Iranzofisch; die Prüfung erstreckt fich aus zwei Tage. Am 19. September findet die Prü fung eines Druckers für die RegierungS. druckerei statt. Schulkenntnisse find für diesen Platz nicht erforderlich, nur praktische Erfahrung wird verlangt. Am 12. und 13. September werden Prüfungen für die Stellung eines e hülfen im Küsten und geodetischen Ver messungödienft abgehalten; am 19. September finden Prüfungen für die Stellungen eines HülfS-Photographen und eines Botanikers im '.Philippinen dienst und am 1. October für die Stel lung eines Ingenieurs im geologischen Vermessungsdienst statt. Einbrnch. Durch ein Fenster des Schlafzimmerö verschaffte fich gestern ein Ein dringling Eingang i die Wohnung von Otto D. Marble. 824 Eddison Str. und bereicherte fich um 880 in baarem Gelde. Frau Marble sah den Burschen nach gethaner Arbeit durch das Fenster wieder verschwinden und sandte eine Kugel hinter ihm her, ohne jedoch zu treffen. Sie konnte nicht angeben ob tt schwarz oder weiß gewesen war. Indem Freudenhause von Frau N. E. Sering, 329 Oft Court Straße wurde gestern die 16jührige Marie Greenlee vorgefunden. Da das Müd chen minderjährig ift, so wurde Frau Sering unter Beschuldigung einer Min derjührigen Gelegenheit gegeben zu haben, intimen Verkehr zu halten, der hastet. Marie Greenlee wurde von der Polizei in Obhut genommen.

i Caspar Sek. i Nach langer Krankheit, die ihn zwar nicht stets an'S Bett fesselte, ist am Montag Abend Herr Caspar Heß in seiner Wohnung, 2201 Süd Meridian Straße gestorben. Herr Heß war im ter den Deutschen, besonders auf der Südseite, sehr wohl bekannt und allge mein geachtet. Durch deutschen Fleiß und Ehrlichkeit brachte er es zu einem gesunden Wohlstand, der ihm seinen Lebensabend angenehm machte. Herr Heß wurde am 17. Oktober 1833 in OberaSpe, Kreis Biederkopf, Regie rungSbezirk Wiesbaden geboren und kam im Jahre 1865 mit seinem Sohn Friedrich Heß nach Indianapolis. Als tüchtiger Maschinist trat er bei der Firma Sinker & Davis ein, die zu da maliger Zeit die größte Dampfmaschinen SBerlftftiie im Staate besaß. Bei der Explosion der Dampfmaschine im Jahre 1869 auf der StaatS'Fair, wo viele Menschen ihren Tod fanden, ver unglückte auch Herr Heß, der für seine Firma bei der Unglücksmaschine thätig war. Von den damals erhaltenen Verletzungen hat fich Herr Heß nie ganz erholt und waren seine häufigen Beschwerden stets diesem Unglück zuzu schreiben. Einige Jahre darauf etablirte Herr Heß ein Grocery und SaloonGeschüft an der Madison Ave. und war darin sehr erfolgreich. Vor einigen Jahren setzte er fich in den wohlverdienten Ruhestand. Herr Heß war bei allen, die ihn kannten, sehr 'beliebt und sein Freundeskreis hat fich stets erweitert. In seinen jüngeren Jahren war er Mitglied sehr vieler deutscher Logen und Vereine. Sein Sohn Friedrich, dessen Familie und Frau Marie Keitzel, seine Schwester, sowie ein großer Kreis auf richtiger Freunde trauern um den Ver ftorbenen. Die Beerdigung findet heute Nach, mittag um 2 Uhr vom Trauerhause auS statt.

Behörde für öffentliche Arbeite. Resolutionen für Verbes. serung wurden ange n o m m e n : Für BituminouS Macadam" Fahr weg in der Woodlawn Ave., von der Virginia Ave. bis zur Shelby Str. Für Cement Seitenwege an der Nordseite in der 22. Straße, von der Central bis zur Park Ave. Für EementSeitenwege und Rand steine in der 17. Straße, von der Tal dott Ave. bis zur Delaware Straße. Für Cement Seitenwege in der Harris Straße, von der Washington bis zur Victoria Straße. Für Cement'Seitenwege in der Blake Straße, von der Washington Straße bis zur Jndiana Avenue. Für Freilegung der ersten Alley süd lich der Süd Straße, von der Oftseite der Pennsylvania Straße bis zu einem Punkt 140 Fuß östlich der Oftseitß der Pennsylvania Straße. Für Backfteinpflafterung des Fahr weges und Randsteine in dem Whittier Platze, von der Washington Straße bis zur Lowell Avenue. Für HolMockpflafterung in der Edi fon Straße, von der Massachusetts Avenue bis zur ersten Alley nördlich der 10 Straße. Für Cement'Seitenwege und Rand steine in der 34. Straße, von der Me ridian Straße bis zur Central Avenue. Anschlüge wurden geboten: Für ASPhaltirung der Lexington Avenue, von der Virginia Avenue bis zur Pine Straße, wo noch nicht AS phaltpflafter vorhanden. Gartenfest, verbünde mit Konzert nd Tanzkrünzchen veranstaltet von der Germania Lpge No. 1, ftrauenloge des Verbesserten Ordens der Pythias Ritter, am Donnerstag, den 23. August in der Südseite Turnhalle. intritt 10 Cents a Person. Jedermann freundlichst ei geladen.

Aus den Gerichten. Scheidungsklagen. Beach Beach strengte gegen ihren

Gatten Kittie Beuch eine Klage auf Scheidung an. Die Ehe wurde am 0. Mai 1904 geschloffen und das Paar ebte bis zum Januar 1906 zusammen. Trunksucht und grausame Behandlung find die Gründe der Klage. Minnie M. Fike verklagte ihren Gat en Charles B. Fike auf Scheidung. Der Bund wurde am 10. Auguft 1884 geschloffen und die Eheleute lebten bis zum 17. Auguft 1906 zufammeu. Der Ehe ift ein Kind entsprossen. Grau. ame Behandlung ift der Grund der Klage. Sie fordert die Obhut deö Kindes, 14 per Woche für den Unter. halt desselben und 52500 Alimente. Lavonia C. Outland strengte gegen hren Gatten Virgil F. Outland eine Klage auf Scheidung an. Die Ehe wurde am 15. März 1894 geschloffen und das Paar lebte bis zum 4. Juni 1906 zusammen. Grausame Behand ung und Pflichtvernachlüsfigung find die Gründe der Klage. Sie fordert die Erlaubniß ihren Mädchennamen Lavo nia C. Louthaine wieder führen zu dürfen und die Bezahlung von 50 Advokatengebühren. Charles Bea strengte gegen feine Gattin Mary C. Bea eine Klage auf Scheidung an. Dieselben wurden vor 30 Jahren gesetzlich getraut und das Paar lebte bis zum Jahr 1899 zusam men. Der Ehe ift ein Kind entspros. en. Die Klagegründe find grausame Behandlung und Pfltchtvernachläsfi. gung. Er fordert die Obhut deö KindeL. Schadenersatzklage. John Kitley verklagte William Fye und William Parrish auf Bezahlung von $1000 Schadenersatz. Am 13. April 1906 hatte der Kläger von den Verklagten eine Farm gekauft. Nach. dem der Kauf abgeschlossen war, stellte es fich heraus, daß di' Schweine mit einer Seuche befallen waren, an welcher sieben Schweine starben. Durch diesen Verlust wurde dem Kläger der oben er wähnte Schaden zugefügt, worauf die Klage begründet ift. Nachrichten aus Jndiana. N a s h v i l l e. Die Weißkappen haben in diesem Jahre mit ihren gesetz widrigen Ruhestörungen schon sehr früh begonnen. In der Dienstag Nacht wurde der einbeinige Georg Wooten, genannt Peg'leg-, eine bekannte und sehr unbeliebte Persönlichkeit, von einer Anzahl ..Weißkappen" in der Scheune seines Bruders überfallen und nach heftiger Gegenweh? an einen Baum gebunden und halbtodt gepeitscht. Woo ten hatte am Sonntag in einer religiö sen Versammlung im Crooked Creek Schulhause die Worte des jnngen Pre digerS laut kritifirt und den Geistlichen nach einem heftigen Streit durchge prügelt. Hierfür, so nimmt man an, haben ih die ..Weißkappen" durchgepeitscht. Wooten schlief während der Nacht in der Scheune seines Bruders William Wooten. eines hochgeachteten und be liebten Farmers in Brown Countv, als die ..Weißkappen" ihn überfielen. New A l b a n y. Der hiesige an gesehene Geschäftsmann John New houfe scheint von den Schwindlern für einen Tölpel gehalten zu werden. Vor einigen Tagen erhielt er von einem an geblichen Louis Bauny ein Schreiben aus Barcelona in Spanien. Der Mann schrieb die alte Geschichte, daß er aus politischen Gründen Jahre hin durch im Gefängniß geschmachtet habe. aber eine Menge Geld in der Bank von England besäße. Er bat Herrn New house, ihm per Kabel etliche hundert Dollars zu senden. Auch habe er eine vierzehn Jahre alte Tochter, und wün sche, daß Newhouse sie und die Gelder in Obhut habe. Der Schreiber glaubt", daß seine verstorbene Gattin eine Verwandte Newhouse'S fei. Dieser hat das Geld noch nicht abgeschickt! Chas. Baaske'S Südseite Kneipe, 1291 Süd Eaft Str.

Polizeiliche. Robert BigginS, 1923 W. Vermont Straße, beklagt den Verlust seines Fahrrades. Der Diebftahl wurde der Polizei mitgetheilt. I o h n B r a k e , 338 McPhear. fon Ave. wohnhaft, wurde gestern fein Fahrrad gestohlen. Er meldete den Vorfall der Polizei. HowardEreedle,19 Jahre alt. No. 329 Nord DelawareStraße wohnhaft, wurde gestern des Vagabun direnS beschuldigt und von dem Beam ten Gonschey verhaftet. Für die Frei, lassung deS Arrestanten wurde eine hohe Bürgschaft gefordert, da man vermu thet, daß er fich gestern in das HauS von Frau Weller, No. 417 Oft New York Straße eingeschlichen hatte und mit zwei Ringen das Weite suchte. Der Flüchtling wurde von Frau Weller

eine Strecke weit verfolgt, da fie ihn aber nicht einholen konnte, so gab fie die Verfolgung auf und meldete den Vorfall in der Polizeistation. Die Sache wurde sofort untersucht und führte zur Verhaftung von Creedle. Unter Beschuldigung deS Großdiebftahl wurde gestern John Trirett, 21 Jahre alt. von Vroad Ripple von den Radlerpoliziften Mullin und Hall in Haft genommen. Trirett wird be schuldigt, einen gewissen Eugen Shee. han das Fuhrwerk, welches an der College Ave. stand, gestohlen zu haben. Derselbe sprang auf der Straße in den Wagen und fuhr davon. Er wurde aber später ergriffen und die Polizei benachrichtigt. Als die Radlerpoliziften Mullin und Hall ankamen, war er bereits durch Einmischung dritter Per sonen wieder freigegeben, woraus er fich eiligst zur Flucht gewandt hatte. Die Beamten setzten ihm nichtsdestoweniger scharf nach und machten ihn schließlich in Broad Ripple im White City Park dingfest. A u f einen VerhaftSbefehl hin, der von Daniel W. Jackson erwirkt wurde. wurde gestern Frank L. Griff'.n von den Beamten Fletcher und Reed hinter Schloß und Riegel gebracht. Griffin wurde beschuldigt von Joseph F. Flock $34.75 unterschlagen zu haben. Frau C. I. Kennedy, an der South Eaftern Avenue, in der Nähe der Rennbahn wohnhaft, meldete der Po lizei, daß fie gestern eine fremde Person in ihrem Hühnerflall bemerkt, auf die selbe geschossen habe, ohne jedoch zu treffen. Durch das Schießen hatte der Bursche schleunigst Reißauö genommen. Von Bewohnern der Orten tal in der Nähe der Washington Str. wurden in der letzten Zeit häufig ttla gen bei der Polizei eingesandt, daß fich eine Bande Jungen an der Ecke der Oriental und Washington Straße recht unmanierlich betragen und Passanten belästigen. Um dieses Mittel abzuschaffen, wur den die Beamten Reed. Metever, Du gan und Hett in Eivilkleidern nach der betreffenden Ecke abgesandt, wo fie die Bande, welche nichts von Polizisten ahnten, antrafen. Sieben von den Burschen wurden verhaftet, deren Na men find wie folgt: L. W. RicketS, 326 Walcot Straße, James Connaughton, 101 Süd Summit Straße; James Eich, 102 Nord State Ave. ; Louis Mc Naught, 188 McKim Ave.; W. H Eotton, 708 Nod West Straße; Otto Huffmann, 1432 Oft Washington Straße, Frank Duffy, 206 Nord State Straße. efinunngslos auf der Strake gefunden. Kurz nach vier Uhr am Mittwoch Morgen wurde ein Mann befinnungL loö vor dem Hause 1932 Süd Meri dian Straße liegend von der Polizei gefunden. Eine Ambulanz wurde schleunigst nach dem Platze gerufen und der Besinnungslose in das Stadt Hospital gebracht, wo er erst mehrere Stunden später zur Besinnung kam. Der Mann nannte sich Frank Leonard, war aber noch zu schwach, nähere Mit theilungen zu machen.

Dentschland ifolirt." Für d Westmmster Revue- bat

der Advokat Charles G. Fall aus Bofton, der die deutsche Politik und die deutschen Verhältnisse genau stuout hat, einen längeren Artikel geschrieben, den eine hiesige englische Zeitung wohlgefällig abdruckt. Dem Herrn Fall hat es in Deutschland nicht besonders gefallen, dennoch hatte er seine Ansichten, wenn auch wohl in sehr gemilderter Form, auch in einer deutichen Zeitung veröffentlicht, wenn er nur der deuRchen Sprache machtig gewei:n wäre. Da er somit, wollte er überHaupt seine Beobachtungen in Deutschland und Europa veröffentlichen, auf eine englische Zeitung angewiesen war. so darf es wohl als selbstverständlich angesehen werden, daß :m Vergleich mit anderen Landern, besonders m'.t England, Deutschland den Kürzeren zog. Es war. wie man hier zu sagen pflegt, not in it". Herr Fall findet, daß Deutschland einer vollständigen Jsolirung entgegengeht, doch gibt er zu. daß dem Lanoe noch eine kleine Gnadenfrist gestellt ift. wenn auch England bereits an der Tafel der Großmächte den Ehrenplatz einnimmt und die Speisen vertheilt. Das gute Einvernehmen zwischen England und Frankreich, den zwei erleuchtetsten Nationen der Welt, welchen sich allerdings, wie Herr Fall verschämter Weife hinzufügt, die Amerikaner anreihen, müsse allen Völkern (also auch den Deutschen?) zum Segen gereichen. Italien. Spanien und Portugal. Holland und Dänemark, ja sogar Rußland hätten England so viel zu verdanken, daß sie nicht umhin könnten. Hand in Hand mit der BeHerrscherin der Meere zu geben. Daß England eines schönen Tages ohne Kriegserklärung die dänische Flotte vernichtete, ein Erbfeind Rußlands ist, Frankreich. Italien und die kleinen Mächte dazu benutzt, um die Kastanien aus dem Feuer zu holen, fällt natürlich nicht in's Gewicht. Außerdem ist der Artikel für eine englische Zeitung geschrieben, und es ist deshalb selvsw:rständlich, daß England im Völkerkonzert die erste Geize spielt. Ueber den Burenkrieg, durch welchen England seine humanen Bestrebungen in einem etwas zweifelhaften Lichte zeigte, hüpft Herr Fall mit einem eleganten Sprunge hinweg, um dann auf denHauptpunkt, auf die Verbrüderung der Vereinigten Staaten mit England, zu kommen und darauf hinzuweisen, daß allein von dem Zusammengehen dieser beiden Mächte die Fortschritte der Zivilisation abhängig sind. Vielleicht war Herr Fall zur Zeit, als er noch auf dem Straßenpflaster Bostons wandelte, ein guter Advokat, denn sonst hätte er schwerlich so viel Geld verdient, eine größere Reise zu machen; aber als Staatsmann ist er ein entschiedener Fehlschlag und als Prophet nicht minder. Die StaatsWissenschaft und die Vertretung einer Schadenersatzklage sind zweierlei Dinge. Es läßt sich indeß nicht leuznen. daß Herr Fall sich alle Mühe zegeben hat, um das gesammte Europa und die Vereinigten Staaten gegen Deutschland mobil zu machen. Wenn Deutschland trotzdem weiter besteht, wenn die Vetternschaft zwischen den Vereinigten Staaten und England nicht durch ein Schutz- und Trutzbündnrß besiegelt wird, dann ist es nicht die Schuld des Herrn Fall aus Boston. Ueber die Fideikommisse in Prcu tze entnehmcm wir dem Statistischen Jahrbuch" folgendeZahlcn: Die größte Ausdehnung hatten die Fideikom misse in den Kreisen Wittgenstein mit 53,0 Prozent, Hirschberg mit 35.6 Prozent, Plön mit 47,7 Prozent, Tost-Gleiwitz mit 35,0 Prozent, Militsch mit 42,9 Prozent, Oldenburg mit 32,6 Prozent, Tarnowitz mtt 41,8 Prozent, Reichenbach mit 32,3 Pro. ait, Plef; mit 41,8 Prozent. Schmal' kalden mit 32,3 Prozent, Adelnau mit 40,6 Prozent, Groß-Wartenberg mit 32,3 Prozent der Gesammtfläche. In allen übrigen Kreisen war der An theil geringer als 30 Prozent. Von den Regierungsbezirken ginqen Stralsund mit 20,7,OpPeln mit 19,9. Sigmaringen mit 16,3 und Breslau mit 15,1 über den Satz von 10 Prozent hinaus, während die Bezirks Gumbinnen, Danzig, Hannover. Lü neburg, Stade, Trier und Aachen nicht zwei Prozent erreichten. Getrocknete Morcheln sind unschädlich, ebenso die in heihem Wasser einmal abgespülten Morcheln, frische Morcheln hingegen enthalten ein gefährliches Gift. Der schönste Schmetterl i n g der Welt ist der Papilio blu mti" auf der Insel Celebes. ein grüngoldiger Schwalbenschwanz mit azurblauen Anhängseln.