Indiana Tribüne, Volume 29, Number 306, Indianapolis, Marion County, 20 August 1906 — Page 7
Jdta Tribüne, SO. August t0.
Tyrann Ehre
Roman
von
ß. lubowski
(Fortfttzung.)
c-o-ö
Der Diener führte sie in das schwarz ausgeschlagene Gemach, in desfen Mitte auf mächtigem Unterbau, die Leiche der Freifrau aufgebahrt stand. Sie hatten das alles schon hundertmal bei ähnlichen Gelegenheiten gesehen. Und doch wirkte es hier so ganz anders. Viel packender und ergreifender. Von dem blassen wundersckönen Gesicht aus den seidenen Kissen ging ein Zauber aus. der auch denen Thränen gab. die kalten Herzens hierher gekommen waren. Zu Häupten der Leiche, umflossen von dem leuchtenden Sckein der Kerzen, stand der greise Prediger. der ernst d?e Ehe der Freifrau eingesegnet hatte. Sie hatte den alten Mann sehr lieb gehabt und ihn ausdrücklich in einem von Tarenberg aufgefundenen Schreiben um diesen letzten Dienst gebeten. So ich komm?, so komme ich vom Herrn. Eo ich gehe, so gehe ich zum Hrrn! Das war ihr Reisespruch. Tarenberg hörte kein Wort von alledem. was der Greis sagte. Wie erstarrt stand er da. An seiner linken Seite Jürgen, der ihn nicht mit den Augen losließ. Er wollte den ZeitPunkt, wo er den Freund stützen mutzte, nicht verpassen, denn er merkte, daß es mit dessen Kraft zu Ende ginge. Aber er hielt aus. Zweimal hatte es den Anschein, als wenn er umzusinken drohe. Er zuckte zusammen unfr stolperte ein wenig vorwärts. Das erste Mal, als der Geistliche die Worte sprach: So Jemand dereinst die Krone der Reinheit tragen wird, so muß sie es sein.Tann stand er wieder starr und aufrecht, wie zuvor. Das zweite Mal neigte er sich tief zur Erde herab. Zu seiner Rechten stand schwarzverhangen die hohe Säule mit dem Bären, in dessen Tatze das Schild mit dem Wappenspruch seines Hauses ruhte. Der schwarze Schleier, der das Gold der Buchstaben verhüllte, hatte sich gelöst und war herabgesunken. Nun lohten sie im Schein der Sonne über dem feierlichen Dunkel des Creps. der die Wände zierte, und redeten in ihrer mächtigen Sprache zu dem letzten Tarenberg'schen Sproß. Deine Ehre sei ein blankes Schild in Dir!"
Deine Kraft sei der des Bären gleich, aber sie thue niemandem Weh!" Deine Reinheit sei ein schneeweiß Tuch, aber sie richte nicht, auf daß sie nicht unrecht richte!" Hans Weddo brannten von dem Flimmern der goldenen Lettern die müden Augen. Er hing mit zitternden Händen den Schleier wieder über den Bärenkopf. Draußen auf dem Friedhof zeigte es sich, wie gut man der' Totchen gewesen war. Im Schloß dämmte ihnen die Ehrfurcht und die Scheu vor den Trägern der edlen Namen das tiefe Gefühl ein. Hier waren sie wieder freie Menfchen. Sie traten alle herzu und warfen ihre drei Hände voll Erde in die Gruft hinab. Ein Jeder sagte seinen Spruch dazu, trotzdem mancher gar nicht paßte. Aber sie wollten doch ihre Liebe zeigen. Es ist nicht die schlechteste und geringste, die von der Armuth gegeben wird! Sie hatten ja nichts anderes zu verschenken, als ein leises, schüchtern gestammeltes Wort, aber es wog so schwer wie lauteres Gold, weil es mit Thränen und Aufrichtigkeit gegeben wurde. Ein gebeugter Greis, der auf Krücken einherschlich, griff ganz zuletzt in die losen Erdschollen, die statt der Seide und Spitzen nachher über ihrem Haupte liegen würden. Er sagte nur zwei zitternde, thränenvolle Worte Schlop gaud." Das war sein Dank für die hundertfach bewiesene Menschengüte der Freifrau, die sich nichr gescheut hatte, seine Hand zu fassen, trotzdem sie schmutzig und verkrüppelt war. Dann sprach der Geistliche das .Vater unser" und der Trauerzug bewegte sich rückwärts. Jürgen von Wachenhusen wich nicht von Hans Weddos Seite. Sie standen beide noch ein Weilchen am Hügel, nachdem die andern bereits gegangen waren. Jürgen nahm die Hand des Freundes und sagte leise: Adda läßt Dich grüßen. Mit -ihren Gedanken ist sie bei Dir. Daß sie es nicht auch mit ihrer Person sein durfte, daß sie bei Deinem Schmerz abseits stehen muß. wird ihr schwerer, als Du ahnst. Aber sie trägt darum doch mit Dir. Wenn Dir das Herz zu voll und zu schwer ist. mein Alter, dann komm zu uns. Wir wollen Dich nicht mit Fragen cmälen, wir wollen Dir nur unsere Liebe geben." Ars er das gesagt hat. verschwindet die unnatürliche Starrheit aus Hans Weddos Geficht. Mit einem leisen Wehschrei stürzt er an Wachenhusen Brust. Endlich kann er weinen. DieTrauergäfte blieben nachher noch ewe Stunde im Schloß. ES wurde Kuchen und Wein gereicht und für die Alten ein heißes Getränk. Man hatte es immer so gehalten und wollte der
G
anen Gewoynyen mcyt umreu werven.
Nur der Oberst bestieg sofort den Schlitten und fuhr zur Bahn. Jürgen
hatte mit feinen Betrachwngen :m
Kouve recht gehabt. Er fühlte sich so
elend, daß er zum Arzt wollte.
4. Kapitel, s war Thauwetter geworden. In breiten, trüben Lachen stand das Wasser auf den Straßen der alten fröhlichen Stadt
München. Das ganze Regiment der reinigenden Frauen war in Thätigkeit.
Mit langstlellgen Besen und breiten Schiebern wälzten sie den Unrath vor sich her. Das gab ein eigenthümlich
schluchzendes, beinahe zorniges Geräusch, wie es eigensinnige Kinder aus-
zustoßen pflegen, wenn sie ihren Wü. len nicht haben sollen. Allmälig verlor sich der Grimm. Es wurde dumpftx und leiser und hörte schließlich. ll sich der feuchte Eigensinn mit dem bereits unschädlich gemachten zu Häuflein siethürmten. verband, ganz auf. Die Frauen schimpften in ihrer gemüthlicken Weise über das Hundewetter und ihre kleinen, schutigen Hüte, auf denen die Zeichen ihrer Würde mit den blanken Blechbuchstaben St. R." prangten, schössen dabei aufgeregt hin und her. Eine von ihnen, die gerade ein Trinkgeld erhalten hatte, weil sie ein paar weihbeschuhter Kinderchen über den Damm trug, holte aus dem Zacherlkellcr von nebenan ein Maß Märzenbier. Sofort wurden sie alle fröhlich. Nacheinander thaten sie einen herzhaften Schluck, klappten den Deckel mit eiii?r stolzen Handbewegung zu und fuhren über den feuchten Mund. Dann panschten sie kreuzfidel in ihrem Tagewerk weiter. Die blaugelben Elek trischen fuhren surrend und rücksichtslos mitten in ihre Arbeit hinein, hoben mit dem Schmutzblech den gesammelten Brei auf. ihn von neuem nach allen Seiten vertheilend.
Zwei junge Mädchen waren eben im Begriff, über den Zwingliplatz zu queren. als eine kecke, graue Welle an ihnen empor spritzte. Schauen's blos." sagte die Aelterc der Beiden, während sie ihr Kleid graziös ausschwenkte,, der Herrgott nimmt wirklich ka bissel Rücksicht auf mein einzig Gewand." Warum haben Sie auch nur das eine. Fräulein Brandhuber?" fragte die andere und sah die Gefährtin -bei-nahe vorwurfsvoll 2n. Tu meins Haben's denn immer noch nit gemerkt, daß i a armes Dinge! bin! Na? Das freut mi aber diebisch! Meinen's denn, i lauft aus eitel Menschenfreundlichkeit mit Ihnen alle Tacz zwei Stunden spazieren, oder i hol' aus Barmherzigkeit mit der ranwachsenden Jugend der Frau Pechbar lern ihre bösen Buben aus der Schule ab? Na! Aus Noth thu i's, aus Muß!"
Tas muß wunderschön sein, Fräu-
lein Brandhuber."
Die so Angeredete sah einen Augenblick mit einem seltsamen Gemisch von Mitleid und Spott zu der überschlanken Gestalt ihres Schützlings empor. Sie verglich im stillen deren feine Kinderhände mit ihren harten, ausgearkeiteten und ein bitteres Gefühl wallte in ihr auf. Könnt' i nit behaupten, Fräulein Fiedler." sagte sie dann kurz. Was denken's sich denn dabei so ara hübsch?" Das rothwangige, wenig hübsche Gesicht der Münchnerin sah das zarte Mädchen an ihrer Seite scharf an. Daß Sie einen Zweck in der Welt haben. Einen Platz ausfüllen und den Menschen unentbehrlich sind." So red't ein Blinder von der Sonn'." sagte Emmi Brandhuber energisch. denken's' sich's denn auch ,wunderschön.' aufhören zu müssen, wenn's grad am besten schmeckt, oder ganz gemeines Wasser zu trinken, weil ma ka Geld zu a Maß'l hat, hm, oder gar a Loch im Schuh zu haben, wenn's a Wetter wie heut ist? Na. Fräulein Nora Fiedler, da sind's auf dem Holzwege. All Weichheit und Zartheit geht dabei hops. Ja ja, aber lassenddas man. Plauschen's lieber a bisse! über sich! Warum tragen's seit ein paar Tagen eigentlich Trauerkleider?" In Nora Fiedlers weiße Stirn stieg ein helles Roth. Sie suchte verzweifelt nach Worten. Weil. w.eil " dann schüttelte ein trockenes Schluchzen den jungen Kör-
per hin und her. Emmi Brandhuber.
strich ihr mitleidig über den Aermel der Pelzjscke. ..Lassen's das Antworten ruhig. Neugierig bin t niemals gewesen. I hab auch manchmal nit reden können, weil mir s Herz auf die Worte gedrückt hat, 's thut sehr, sehr weh!"
Plötzlich fiel ihr Auae auf die
Thurmuhr der Frauenkirche. Ihr Mund blieb vor Schrecken offen ste-
hen. So was unsere Stunden sind längst vorbei," schalt sie mißmuthig. Das kommt von dem verflixten Geplausch. Nun machen's aber trapp, sonst verdirbt mir Frau Annette Hüssingers Sorgenflunsch wieder den gan;en Tag." Damit zog sie den Arm der Gefahrtin durch den ihren und geleitete sie sicher durch das Wirrniß der Elektrischen, Droschken und Lastwagen hindurch, bis sie in die Maximilianftraße, in der di$ Hüssinger ihr Quartier hatten, einbogen. Nsra Fiedler ließ sich ruhig mitziehen. Es war ihr voll kommen gleichgiltia. wohin sie die Schritte lenkte. Sie war willenlos
und lebensmüde. Und sie war doch noch I so wno. Erst siebzehn Jahr. Dazu
Ichön. oqax wunderschön. Wo ste
ging drehten sich oxt Kopfe nach ihr um! Und die Männer liefen ihr mit heißen, begehrlichen Augen nach. Ihr machte das keine Freude. Ihre Eitelkeit ichlief noch, wenn überhaupt ein derl rtiges Gefühl in ihr wohnte. Das zudringliche Anstarren trieb ihr die Röthe der Scham in die Wangen, weil es ihr immer von neuem ihre Schutzlosigkeit zum Bewußtsein brachte. Sie gehörte niemand an. Von ihrem Vater hatte sie niemals gehört und ihre Mutter. war Dorette Fiedler gewesen. Erst an ihrem sechzehnten Geburtstag hatte es der schönen fremden Frau, die sie alljährlich besucht hatte, gefallen, ihr die Wahrheit zu enthüllen. Sie begriff ganz gut. Man schämte sich ihrer. Ueberall. wo die Sonne schien, war sie im Wege. Sie mußte eben zeitlebens im Dunkeln bleiben, immer ängstlich bemüht, ihre Herkunft zu verbergen, immer heucheln, immer lügen, o, wie sie das haßte. Wenn es nur einen auf der Welt gäbe, der sich zu ihr bekennen würde. Aber die Einziqe. die wohl die Pflicht dazu gehabt hätte, ihre Mutter, war gestorben. Auf der Anzeige mit dem ".fdringlichen Trauerrand stand es. Niemand hatte sie gerufen: ..Komm, nimm Abschied von Deiner Mutter, wir wollen Dir Dein Recht nicht nehmen, das Recht d?s Kindes, das bestanden hat. solange die Welt ist." Sie. die nicht den Namen der Mutter tragen durfte, war nicht werth an ihrem Sarge zu knieen. Unwürdig, ohne ihre Schuld, darüber kam sie nicht fort. Frau Annette Hüssinqer. die seit dem Tode der alten Dorette die Pfleae für 'coras auneren vcenichen uoernommen hatte, und durch Emmi Brandhubers Engagement meinte, sich auch mit den Pflichten gegen den innern genügend abgefunden zu haben, kam ihnen bei der verspäteten Heimkehr aufgeregt entgegen.
Wo bleiben's blos? Schon zweiundvierzig Minuten über die bestimmte Zeit. Der Otto ängst' sich rein todt, daß Ihnen was zugestoßen sein könnt." Emmi Brandhuber sah plötzlich böse und roth aus. Hat er denn gar nix gescheute zu thun?" fragte sie spitz.
Sie hatte sofort heraus gemerkt, daß
das Interesse von Frau Hüssingers Emzigem nicht dem Bewußtsein der Ver antwortlichkeit entsprang, sondern der Eiferstlcht. Gegen jeden, der länger mit Nora zusammen war, als es un-
umgänglich nöthig gewesen, zeigte er
sich feindlich. S fragte sich heimlich, wohin das führen sollte. Zu dem ein-
fachsten und natürlichsten Abschluß
der Heirath sicherlich Nicht. Dazu war die Fiedler zu schön und zu vornehm. Fraa Hüssinger neigte sich geheim-
nißvoll zu Nora herunter und flüsterte
ihr in's Ohr:
Fräulein Fiedler .Sie haben a
Brief aekrieat."
Nora lächelte ein wenig. Vann
schüttelte sie den Kopf.
Das wird ein Irrthum sein. Frau hüssinger. Wer sollte mir schreiben?"
Nun hör' blos aner so was." schalt
sie halb gutmüthig, halb ärgerlich
.Manen's denn vielleicht, t spräch die
Unwahrheit? Drinnen ist er." Wirklich lag auf dem Nähtisch, a: dem Nora. ein Buch in der Hand hal tend, ihre Tage verträumte, ein gro ßer. weißer Umschlag mit eckigen, stei len Buchstaben.
Als Emmi Brandhuber endlich ge gangen war und Frau Hüssinger zu
ihrem Otto zurückkehrte, verriegelte
Nora ihre Thur und riß hastig den
Brief auf. Ihre Augen wurden starr und groß und um ihren Mund zuckte
es was stand da ? Liebe Schwester!
Die kurze Mittheilung von dem
Tode unserer Mutter ging Dir vor acht Tagen zu. Warum ich Dich nicht rufen durfte, weißt Du. Aus einem aufgefundenen Briefe ersah ich, daß
Du über das Nothwendigste unterrich
tet bist. Ach habe nun vor, auf den
ausdrücklichen Wunsch der Mutter mich Deiner hinfort anzunehmen, d. h
die Pflichten getreulich auszuüben, die
ein Bruder an seiner Schwester zu er-
füllen pflegt. Zu diesem Zwecke komme
ich am 16. 2. zu Du, nachdem ich vor
her mit Deinem Vormund Rücksprache
genommen haben werde. Dein Bruder Hans Weddo von Tarenberg.
Immer wieder glitten ihre Augen
über die Zeilen. Es war ein Jubelge fühl beim Lesen derselben in ihr auf
gewacht, an dem sie innerlich frei und
glucklich wurde. Aus freien Stücken.
unbezahlt und ungezwungen, wollte sich ein Mensch ihrer erbarmen. Ein
Bruder! Sie sagte es in scheuer Lieb
kosung vor sich hin und ihre Hände
falteten sich zum Tanken.
Der Sanitätsrath Dunker war all zeit mit offenen Augen durch die Wel gegangen. Nur, wenn es sich mit sei nem Gewissen vereinen ließ, hat er r?e
niger scharf in eine wehe Seele hinein
geschaut, als das sonst in seiner gera-
den Art lag. Auch damals vor
siebzehn Jahren als sie ihn zu dem
todtkranken Kinde und den beiden Frauen gerufen hatten. Er sah das
zarte, großäugige Dingelchen mit den
schwachen Lungen noch heute in der
Wiege vor sich, daneben die schöne, vor
nehme Frau und die schlichte aus dem Volk. Er fühlte, daß sie alle ein Geheimniß mit einander verband, das zu
ergründen ihm jedes Recht feblte
Mochte es so sein. Er stieg darum doch dreimal die steilen Treppen zu
hfm keuchenden Kinde emvor und aaö
sein Bestes. Er hatte es auch glücklich
ourchqebracht. Als er eines Tages
envgiitig erklaren konnte, oafr nun sein Kommen nicht mehr nöthig wäre, wandte sich die schöne ffrau. die fich
Freiin von Tarenberg nannte, mit der
Bitte an ihn. bei dem Kinde das Amt emes Vormundes zu übernehmen. Er
überlegte nicht lange. Ein Ablebnungsgrund vor dem Gericht stand ihm kaum zur Seite. Deshalb nahm er an.
Er hatte auch bisher aern die kleinen
Angelegenheiten erledigt, nur heute.
oas gmg ihm wider oen Strich. Wie kam dieser Leutnant von Tarenberg dazu, ihn nach allen Richtungen hin
ver sein Mündel auszufragen, ein .nteresse an ihrem Ergeben beweisend.
das bei seiner fugend wobl aeeianet
war. ernste Besorgnisse hervor zu rufen.
Er antwortete kurz und mürrisch und wurde erst freundlicher, als Tarenberg die Erkläruna abaab. bah er im Auf
trage seiner todten Mutter, lediglich
um ihren Wunsch zu erfüllen und in Erfahrung zu bringen, ob irgend eine
Aenderung in dem Leben des Mündels
wun!Äenswerty Ware, diese Auskünfte ermittele. Wiederum hatte der alte Sanitätsratb das nämliche Gefühl wie
vor siebzehn Jahren. Und wie damals
die Schönheit der Mutter, nahm ihn heute die ernste, feste Männlichkeit ihres
Sohnes gefangen.
Nun erörterten sie die Hohe der zu zahlenden Monatsrate und den Auf
enthalt bei Frau Hüssinger. Doktor Dunker fand ihn für das zarte, sensible Mädchen nicht sonderlich glücklich
gewählt.
i yaln es tut meine ißrucot ais Vormund und Arzt, Sie noch ganz besonders auf den überaus zarten Gesundheitszuftand der Nora Fiedler aufmerksam zu machen. Noch mehr auf die starke geistige Depression, die stetig zugenommen hat. Dieser letzte Umstand läßt eine Aenderung in ihren Lebensgewohnheiten als dringend nothwendig erscheinen." Und wie hatten Sie sich dieselbe gedacht?" fragte Tarenberg. Sehr einfach, weil naturgemäß. Man gebe ihr das, was der Jugend zukommt, ernste Arbeit, ein wenig Zerstreuung und viel Liebe." Welchen Weg schlägt man dazu am besten ein, Herr Sanitätsrath?" Doktor Tunker räusperte sich verlegen. Verstehen Sie mich nicht falscb. Herr von Tarenberg, wenn ich Ihnen den Vorschlag mack e, sie in Ihrer Nähe unter zu bringen. Sorgen Sie für eine würdige, respektable Dame und sehen Sie öfter nach ihr! Ihre scheue, geängstigte Seele muß sich erst an der Barmherzigkeit eines uneigennützigen Menschen aufrichten, ehe wir weiter
kuriren. Ich habe keine Zeit dazu. Ich schaue ab und zu im Fluge nach ihr
und werde höchstens grob, wenn tck
merke, daß sie wieder dünner und elen der geworden ist." Tarenberg schüttelte den Kopf. Was Sie da vorschlagen. Herr Sa
nitätsrath. ist leider für mich völlig unausführbar. Ich möchte sie nicht
von hier fortnehmen. Wenn Sie viel
leicht eine Dame Ihrer Bekanntschaft wüßten, welche die in brem Sinne auszufüllende Stelle annehmen
würde?" Dunker sann angestrengt nach.
Hm." machte er endlich, meine Schwester, die seit einem Jahr verwitt-
wete Frau Pastor Hedding, steht ganz allein. Sie übernimmt sicherlich gern eine Reihe von Pflichten. Wenn Sie
also zu mir genügendes Vertrauen ha
ben, dann kann ich Ihnen heute im
Namen meiner Schwester versprechen, daß sie am ersten nächsten Monats zu
Fraulem Fiedler gehen wird.
Tarenberg drückte dem alten Herrn
warm die Hand. Tarnach verabrede
ten sie noch den Ankauf eines voi?
Dunker auszuwählenden Häusleins
mit Garten, am besten draußen tm
Starenberg. (Fortsetzung folgt.)
Entschuldigt.
Frau: Unerhört: Du fühlst, wie Dir im Gedränge das Portemon-
naie aus der Tasche gezogen wird und
wagst nicht, den Dieb festzuhalten? -
Mann (kleinlaut): Ach. ich dacht:-
ja. Du wärst es gewesen, Annele!" Theologische Stiftung. Durch eine Stiftung des im Jahre 1886 verstorbenen Straßburger Theologen Eduard Cunitz ist die Hochschule in den Besitz eines bedeutenden Fonds gekommen. Der Gelehrte hatte der Universität sein Vermögen mit der Be-
stimmung hinterlassen, daß es 20
Jahre ruhen solle. Erst dann sollte rnr Zinsverbrauch nicht zur Unterstützu.'tg von Studenten, sondern zur Förderung der evanclif.-h-theologischen Wissenschaft, zu Beisteuern zur Pflege wissenschaftlicher Arbeit verwandt werden, die im Sinne eines freien, durch keinerlei Dogmenzwana behinderten Protestantismus geschieht. Eine aus 15 Ordinarien der Universität zusammengesetzte Repräsentation" leitet Verwaltung und Verwendung des Ver-
mögens und der Zinsen, die sich jetzt
auf 13.060 Mark belaufen.
Das durchschnittliche
Lebendaewicht eines Schafes
betrug in Deutschland im Jahre 1836
aeaen 44 Vrund. im ?lahre iuw rnn
gegen etwa 64 Pfund, ein Beweis für
den erfreulichen Fortschritt der oeu: schen Schafzucht.
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