Indiana Tribüne, Volume 29, Number 306, Indianapolis, Marion County, 20 August 1906 — Page 5
nuana jripune, zv uguil Zv
5
Jlltmuban Zcit-Tabclle. I. N. T. Syfte. I Sonntag, den 2. Mai 1906. gKg verlassm Indianapolis. Muncie & Marion Division. Kannen, Fortville, Pendleton, nverson, Vorttown, Muncie, Riddlewwn, Alexandria, Gummitville, Fairmount, Gas City, Jones ho und Marion.
4 00 5 05 00 7 05 00 9 05 10 00 11 00 11 05 12 00 Pm. Am. Bm. Vm. Bm. Vm. Bm. Vm. Vm. Mttz. 1 05 Nm. 00 Nm. 3 06 Rm. 4 00 Rm. 5 00 Rm. 6 05 Rm. 6 00 Nm. 7 05 Nm. 8 00 Nm. 905 Rm. 11 30 Nm. Limited. Lozansport fc Peru Division. Tarmel, Noblesville, Cicero, rcadia, llanta, Tipton, okomo, Galvefton, alton, Logansport, Miami, Bunker HM, Peru und Elwood. 5 00 Bm. 1 45 Nm. 5 45 Bm. 3 00 Nm. 7 00 Bm. 3 46 Rm. , 46 Bm. 5 00 Rm. 9 00 Bm. 5 46 Nm. , 45 Bm. 7 00 Nm. 11 00 Bm. 7 46 Rm. 11 46 B. 9 00 Rm. 1 00 Rm. 11 30 Rm. Limited. Der Zug um 11:30 bendS der Jndiana V0li-Loganplrt lDwision geht nach Peru rftatt Log, port. eue spezielle Bedienung nach Ft. Wahne. Auge verlaffen Indianapolis um 7KX) und 11:00 Nhr Bormittag und 3:00 und 7:00 Uhr RachmittagS. machen die Fahrt nach fi. Wayne in 4 Stunden und 40 Minuten. euer Zug Marion Flyer Verläßt Marion 7:65 Lormittags und 1:65 Nach, ittagS ; Verläßt Indianapolis 11:00 BorMittags und 5:00 Nachmittag ; hält blos in Underson und Ale- indria an. Anschließende Linien erreich Danton, vhio, Ft. Wayne, Huntington. Wabash, Mfontaine, Swayzee, Greentown, Hartford Gity. Montpellier, lusfton. Winchester. Union City, Greenville, O.. und Zwischen Kationen. Fracht und Passagier, Office Tennina Wartezimmer. Telephon R 175. Indianapolis Eaftern. mnted Züge für' Richmo.id und allen fünften in Ohio, welche verbunden find mit ektrischen Linien, um 810 und 11:10 Bor Mittags, 2:10 und 5,:10 Nachmittags und 10bendS. Locale Züge für Richmond id Zwischenftationen von 6:00 Uhr Bor mittags an und dann jede Stunde. auSge ommen die Lim-.ted Zeit, bis 9:00 Abend (ItfO Uhr Abends ausgelassen). Lehter Zug ach Sreenfield um 11:30 Uhr Abends. Indianapolis & MartinSville. Erste Morgen Car um 5:10 Nhr Morgens. Dann von 6:30 Uhr Morgens jede Swnd SiS 11:30 Uhr Abends; ausgenommen die Stunden 8:30 und 10:30 Uhr Abend. Indianapolis Coal Tractioa Co. Züge laufen stündlich von Indianapolis ach Plainfield von 5:00 Uhr Morgens bis 11.-00 Nhr bendS ; ausgenommen die Stun den 8:00 und 10.00 Uhr Abends. Indianapolis & Northwestern. Züge laufen stündlich von 5) Uhr Mor genS bis 9.00 Uhr Abends. Anschluß in Lebanon fürThorntownund'CrawfordSville. Der Zug um 10:00 Uhr Abends fährt blos bis nach Lebanon. Der Zug um 11:30 Nh, bendS fährt bis ach Frantfort, Anschluß in Lebanon für ErawfordSoille - derselbe fährt in der Sonn tag Nacht blos bis nach Lafayette. Limited Züge fürILafayette fahr ab um 6:10 und 11:10 Uhr Morgens, und 2:10, 6:10 Nachmittags und 7:10 Abends. Für ErawfordSville um 10:45 Vormittags und 4.26 Nachmittags. INDIANAPOLIS BREWINS CO. Düsseldorfer... DaS Vier, welches auf der Weltausstellung zu St. LouiS den Preis erhielt als Der Welt Standard Für Vollkommenheit 3 Ptnts uud Quarts, lasche Tep't. Tel. 578 und 690. Indianapolis Brewing Co. Rewholv Stark, Haus-, Schilder-, ... .und. ... Fresco-Maler, Holzmalerei, ( Gralnlng ) meine Spezialität. 0. 408 Weft aymond tr. Reuer Telephon 9753.
Vdend BM 9t Von Albert Koerth. Die Smne ist im Meer versupken; Die Wellen glühen purpurrotb, Ais hätten sie ihr Blut getrunken! Zum Strande treibt mein kletneS 93ooi ie schaumgekrönten Wogen jagen In wilder Hast dem Lande zu: Vier sterben sie mit dumpfen Klagen! So bist, o Menschenkind, auch du!.... Doch nun wird'S still: der Wind ging schlafen; Es kommen aus der wetten Fern' Die letzten Schiffe still zum $afen; Im West' grüßt mild der Abendstern. Es breitet ihren dunklen Schleier Die Nacht leif' über Meer und Land! Mein Herz hält seine Abendfeier. Am Meer ich sel'gen Frieden fand!
Ein Häuschen Asche. Rovellette von Hennie Rache (Hamburg). Vor einer Stunde war das junge Paar von seiner Hochzeitsreise zurückgekehrt. Als Roland Bergmann feine kleine ffrau in ihr neues Heim führte, das sie noch nicht kannte, sah sie ihn mit einem unbeschreiblichen Blick an. Bangen und Vertrauen, Scheu und Neugierde lag darin eine ganz Skala von Empfindungen. Das Dienstmädchen, das ihnen den Wagenfchlag aufriß, hatte die junge ffrau mit einem halben Lächeln begrüßt. Die Art, wie das DienftmLdchen die Thür öffnete und das Shrpaar eintreten ließ, war ein wenig vertraulich und doch unterwürfig. Es ift alles !n Ordnung, gnädige ffrau. Der Theetisch ift gedeckt, und ein ffeuer habe ich auch im Kamin angezündet. Ich dachte, die gnadige Üfrau würde vielleicht im Wagen ge froren haben." Ja, es war kalt," antwortete Frau Charlotte, ich danke Ihnen ... ja, wie heißen Sie denn?" Dora, gnädige Frau." Also, Sie haben es sehr gemüthlich gemacht, Dora," meinte Charlotte und blickte sich immer noch ein wenige befangen um. Ich habe auch in jedem Zimmer Gas angezündet, damit die gnädige Frau das neue Heim besehen kann." Ja, schon recht Dora," mischte sich jetzt Roland hinein, nun bringen Sie uns, bitte, Thee. Wir sind yungrig und durstig." Daö Mädchen verschwand, und Roland wandte sich zu seiner Frau. Sie soll doch hinausgehen, damit ich Dir endlich einen Kuß geben kann, nicht wahr, Lotte? Einen Kuß mit dem innigen Wunsch, daß Du hier immer glücklich sein mögest, mein liebeö, süßeö Weib . . . Ich bin ja schon so glücklich," dersichert die junge Frau und sah ihren Mann strahlend dabei an. Wenn man sich so lieb hat, wie wir beide, waö kann uns da zum Glück fehlen?" Wollen wir. ehe der Thee kommt. Dein neues Reich besichtigen? Wenn erwaS nicht nach Deinem Geschmack ist, Liebling, so sag' es, dann wird es geändert." Verwöhn' mich doch nicht so, Ro land." lachte die junge Frau, ich weiß doch, daß Du einen ausgezeichneten Geschmack hast und schließlich ... ich arme, kleine Landpomeranze bewundere ja doch alles, waL ich sehe!" Na. das wird sich ja zeigen." gab Roland zurück und zog seine Frau an sich. Weißt Du. em Mann versteht doch so manches nicht ... Die kleinen Intimitäten das, was das Interieur ausmacht die Behaglichkeit. die schafft ihr Frauen uns doch erst." Hoffentlich kann ich das, ein ganz klein bischen Angst hab' ich doch ... in einer großen Stadt ift doch alles so ganz anders, als bei unö auf dem Lande." Ach. Du wirst Dich schon gewöhnen." tröstete er, schließlich auf unserer Reise ist Dir doch auch manches Neue begegnet. Und nun paß auf: Also dieses Gemach soll unser Wohnund abendliches Theezimmer sein, wenn es Dir recht ist. Ich liebe es nämlich nicht, unsere t6te&.t4te Mahlzeiten in dem großen offiziellen Speisezimmer einzunehmen. Und Du?" Ich auch nicht, natürlich!" Nun. also das Speisezimmer ist hier nebenan" und er führte sie weiter durch alle Räume der Wohnung. Als sie in sein Arbeitszimmer kamen, stieß er einen tiefen Seufzer aus. Schau nur. Schatz, den Stoß Briefe. Gelt, Du mußt nachher lesen helfen, ja?" Endlich kamen sie wieder zurück und fanden den Thee duftend und appetitlich ihrer harrend. Die junge Frau fühlte sich in ihrer neuen Würde als Hausfrau noch ein wenig beklommen, und dre Befehle, die sie dem Mädchen gab, klangen mehr wie Bitten. Aber nach und nach wurde sie zutraulicher, und als Roland ihr ein wenig Cognak in den Thee aoß, da wurde sie ganz luftig und plauderte fröhlich darauf los. .Jett meine geliebte Cigarre," bat Roland nach dem Essen aber komm. Schatz, die rauche ich in wei nem Zimmer, und dabei lesen wir die Briefe." Er rollte für seine Frau einen Sessel an den Schreibtisch. und nahm neben ihr Platz. Eifrig griff er iv
den Haufen Briefschaften, öffnete und las. Lotte folgte seinem Beispiel. Plötzlich blickte sie auf und sah ihren Mann an. In der Hand tielt sie einen Brief auf einfachem weißen Papier. Hier. Roland." sagte sie ruhig, und nur ein ganz leises Einern m ihrer Stimme verkündete eine gewisse Aufregung, hier, ich glaube nicht, daß dieser Brief für meine Augen bestimmt war." Roland griff nach dem Brief und sah sie etwas erstaunt an. Als sein Blick auf die Handschrift fiel, überzog eine heiße Röthe sein Gesicht. Er las die wenigen Zeilen: Lieber Roland! Wenn Du mich noch nicht ganz vergessen hast, dann nimm einen Glückwunsch an von der, die Dich mehr geliebt hat, als sich selbst. Ich wünsch Dir und Deiner Frau so viel Glück, gls Du mir einst gegeben hast, und wenn Du manchmal, nur manchmal an mich denken willst, wie an eine liebe Erinnerung, dann will ich Dich segnen und mich bescheiden. Martha.' Er legte den Brief fort und sah schweigend vor sich nieder. Lotte hatte inzwischen einige blaue Geschäftsbriefe ergriffen und begann sie zu öffnen. Lotte!" bat er leife. und legte seine Hand auf ihren Arm. Roland?" fragte die junge Frau zurück. Ihre Augen waren ernst, aber sie sahen ihn freundlich an. Lotte, willst Du wissen, waö für eine Bewandtniß eS hat mit diesem Brief?" Nicht, wenn eS Dir unangenehm ist, davon zu sprechen. Ich vertraue Dir vollkommen. Ich weiß, daß Du dem Mädchen nichts versprochen hast, was Du ihr nicht halten konntest oder wolltest . . ." Versprochen habe ich ihr nichts." meinte er nachdenklich, und doch, ich weiß, sie hat mehr von mir erwartet. Darf ich Dir erzählen?" Wenn Du willst " Er führte mechanisch die Cigarre zum Munde und stieß den Rauch durch die Lippen. AuS feinen Augen brach ein verlorenes Leuchten, und Lotte, die ihn genau beobachtete, emPfand einen stillen, uneingeftandenen Schmerz. Siehst Du," fing er endlich langsam an, Du weißt, ich war ein armer Student, ein armer Schlucker, der sich mit Freitischen und Stundengeben mühselig durchschlug. Es war ein armseliges Leben . . . und wenn man eben nicht jung gewesen wäre zwanzig Jahre und im Herzen ein Lachen, daö über Glück und Unglück triumphirte wer weiß, ob ich es ausgehalten hätte. Nun, ich Hielt'S aus. Da war mir'S oft schwer, meine Zimmermiethe aufzubringen. und Gott mag wissen, wie viele Buden ich gehabt hab', weil mir jede immer noch auf die Dauer zu theuer war. Aber einmal hatte ich Glück. Ein ganz hübscheS Zimmer . . . und billig! billig! ... Die Frau war die richtige Studentenmutter, hilfreich, theilnehmend, zum Pumpen bereit, und manchmal verschmähte sie auch eine kleine Gardinenpredigt nicht. Das Schönste an ihr war ihre Tochter." Roland schwieg einen Augenblick und blickte geradeaus, als sähe er in seiner Erinnerung ein Bild auftauchen. Ein so liebes Geschöpf war die Martha weißt Du. das richtige süße Mädel. Braune schelmische Augen, braune Locken und den hübschefien rothen Mund. Sie war mit ihren siebzehn Jahren anmuthig und unschuldig wie ein Kind und doch wieder gütig und taktvoll wie ein reifes Weib. Jugend zu Jugend findet sich schnell . . . Es war eine Liebe, die zart war und doch voller Leidenschaft, unschuldig und doch gluthvoll und heiß . . . Eine Sonne, die bluthroth aufgeht und einen glük enden Tag verspricht... Ach Lotte, begreife, was mir diese Liebe damals war! . . . Sie machte mir mein armes Leben so reich, daß ich kaum mehr empfand, wie entbehrungsvoll und trüb es eigentlich war ... sie war eS recht eigentlich, die mich anspornte, meine Kräfte au verdoppeln, um möglichst bald eine gesicherte Existenz zu erlangen. Dann natürlich wollte ich Martha heirathen. Wir sprachen zwar nicht darüber, aber eS war unS beiden so selbstverftändlich, daß wir kein Wort darüber verloren. Nein, versprochen habe ich ihr nilbtS ., . . aber MS ich dann meine Studien beendigt hatte und sich mir eine bescheidene Stellung bot, in einer anbeten Stadt, da war unser Abschied nicht einmal allzu thränenreich. Ich war lebensfreudig und voller Hoffnung, und diese Stellung war natürlich in meinen Augen nichtö wei ter als die erste Stufe zu Geld und Ehren und unendlichem Glück. Martha war trauriaer. aber ebenso hoffnungsfreudig wie rch . . . ach, und so voller Vertrauen." Wieder schwieg n und zog heftig av der erloschenen Cigarre. Sein bewegteS Gesicht nahm allmSlich einen ruhtaren Ausdruck an. und gleichmüthiger fuhr er fort: Nun, eS aina so, wie eS gebt. Anfangs schrieb ich jeden Tag. und tck
wunderte mich, daß meine Briefe nicht
verorannten ob der glühenden Sehnsucht, die ich darie gffernrnen ließ. Dann nahm mZch das neue Leben mehr und mehr gefangen ... ich lernte andere Frauen kennen, ich verglich zwar nicht, aber Martha war mir doch nicht mehr die Eine, die Einzige. Sie muß das gemerkt haben mit ihrem warmen, empfindsamen Herzen, denn die Briefe wurden zurückhaltender und ein klein wenig trübe. Das beschämte mich dann, ärgerte mick aber zugleich, weil ich mich im Unrecht fühlte, und meine Antworten wurden kürzer und kürzer . . . Ich sah sie dann auf der Durchreis; nach drei Jahren noch einmal wieder. Sie war blaß geworden und mager, aber über ihrem Gesicht lag noch immer die keusche Lieblichkeit, die mich einst so entzückt hatte. Dennoch stand ich ihr jetzt fast wie einer Fremden gegenüber und wußte nur em paar nichtssagende Redensarten zu ftammeln. Nicht, daß sie mir gleichgültig gewesen wäre ... aber es war alles so anders. Ich trug mich jetzt elegant und nach neuester Mode ... sie ging noch genau so einfach und billig gekleidet wie damals und es war mir. als ob unsere Kleidung erft recht eigentlich einen Abstand zwischen unS schuf. Ich verließ sie dann mit einem Herzen voll Freundschaft für sie und schrieb ihr später noch hie und da eine Karte. Von ihr selbst hörte ick nichts mehr. Dies ift die erste Nachricht seit zehn Jahren ... Aber sie war nmal der Stern in der Finsterniß meiner Armuth . . . mein guter Engel in harten Stunden . . . Er schwieg und glättete den Brief, der vor ihm lag. Lotte blickte vor sich nieder, ihr Gesicht war ernst geworden. Hast Du nicht ... hast Du nicht ein Bild von ihr?" fragte sie nach einer Weile stockend und schüchtern. . Roland zögerte einen Augenblick mit der Antwort. Dann zog er langsam eine Schieblade seines Schreibtisches auf und reicht? ihr eine Photographie, die in einem einfachen gestickten Rahmen steckte. Lotte blickte in ein reizendes, lachendes Mädchengesicht, daö von Anmuth und Güte strahlte. Du mußt sie sehr lieb gehabt haben ... dieses liebe Mädchen," sagte sie leise und versuchte ihrer Stimme einen ruhigen Klang zu geben. Sie war meine einzige Liebe vor Dir." antwortete Roland und griff nach dem Bild. Da sah er. wie ein heller Tropfen auf daö GlaS fiel, und bestürzt sah er seine Frau an. Lotte! Was ist? Du weinst? Lotte!" Nichts, Roland ... laß mich . . Lotte, bist Du ... eifersüchtig?" Sie schüttelte nur stumm den Kopf. Er aber fand keine andere Erklärung für ihre Thränen, und mit kurzem Ep.tschluß ergriff er das Bild und den Brief Und warf beides in das lodernde Kamirtfeuer. Roland!" schrie Lotte entsetzt und eilte zum Kamin. Es war zu spät. Mit leisem Knacken zersprang das Glas, und die Flammen leckten gierig an dem Bilde, daS sich krümmte uno wand, als litte eS tausend Schmerzen. Bist Du nun zufrieden, kleine Eifersucht?" fragte Roland lächelnd und versuchte seinen Arm um ihre Schulter zu legen. Sie entzog sich ihm aber und blickte starr in die Flammen, die niedriger und niedriger brannten und jetzt nur noch ein Häufchen Asche umzüngelten. Ein Häufchen Asche! DaS war das einzige? Das war übrig geblieben von dieser Liebe, die ihn doch einmal ganz erfüllt und beglückt hatte? Ein Häufchen Asche? Ein sonderbares Gefühl überkam sie. Mitleid und eine seltsame Zusammengehöriakeit mit diesem unoekannten Mädchen erwachten in ihr und Trotz und stolze Abwehr gegen dett Mann an ihrer Seite. So schnell warf er etwas fort, daS doch jahrelang ihm lieb und theuer gewesen sein mußte? &o wenig wußte er von Treue? Es war ihr, alS ob beim Knacken des Glases etwaS in ihrem Herzen zersprungen sei ... Gewiß, er hatte das Bild ihr zuliebe geopfert weil er ihre Thränen mißdeutet hatte aber so schnell, so ohne Kampf ... wie, wie, wenn er eines Tageö auch sie so schnell und kampflos einer anderen opferte ...? Seinen Stern hatte er fxt genannt, seinen guten Engel ... und doch erbarmungslos hatte er ihr Bild in die Flammen geworfen ... Und jetzt wußte Lotte, was in ihrem Herzen gesprungen war . . . das war der Glaube der Glaube an seine Treue. Kleine, blaue Flammen züngelten auS dem Häufchen Asche hervor, und jede Flamme hinterließ ein Brandmal in Lottes Seele . . . Kleine, blaue Flammen leckten aierig an dem Altar, den sie ihrer Liebe erbaut hatte. Ach, sie fühlte, eine Tages würde er zusammenstürzen. Die kleinen, blaum Flammen leckten gierig und schadenfroh weiter ...
E i n grauenhafter Mord wurde in dem etwa 500 Einwohner zählenden pommer'schen Dorfe Natelfitz bei Greifevberg verübt. Man fand die Frau des Eigenthümers Albert Fell in ihrer Wohnung todt und in geradezu bestialischer Weise verftümmelt auf. Die Nase war völlig abgeschnitten, die Augen waren ausgestoßen und die Wangen ausaebohlt. Im übrigen war die Leiche in nscht wiederzugebender Weise gefchiindet. Der That dringend verdachttg ift der Ehemann bet Ermorbeten, der verschwunden ift. Er soll schon seit längerer Äeit von SäuferWahnsinn befallen sein und dürfte die That in diesem Zustande begangen haben. Ein heiteres Erlebnis des Großherzogs von Baden wird aus Villingen bekannt. Der GroHherzog und die Grohherzogin weilen dort für einige Zeit zum Luftkuraufenthalte. Bei einem Spaziergange im Walde trafen sie einen alten Waldarbeiter, den der Großherzog anredete und allerlei fragte, ohne daß ihn der Mann zu kennen schien. Als er dann angab, daß er schon 6V Jahre Waldardeiter und 77 Jahre alt sei, da meinte der Großherzog theilnehmend: Da sind Sie ja nur drei Jahre jünger als ich!" Jetzt blinzelte der Alte den Großherzog an und sagte: Dann seid Ihr der Großherzog un sälli ischt Euer Frau!" Und als beide lächelnd beiahten, erklärte der Alte sehr herablassend: Sell kann ich Euch sage, 's Volk ischt aber au sehr z'friede mit Euch!" Ueber dieses unverlangte Zeugniß haben sich Großherzog und Grohherzogin nicht wenig gefreut. Die Offiziere und Soldaten des dritten französischen Afrika - Bataillons, daö in Tunis steht, haben unter der Leitung des Hauptmanns Benet an dem Orte, an welchem sich früher die Stadt Bulla Regia befand, Ausgrabungen veranstaltet und interessante Funde an's Licht gebracht. Sie haben ein großeS Gebäude freigelegt, in dessen Nähe man einen Kolossalkopf des Kaisers Vespasian gefunden hat. DaS Bauwerk besteht aus einer gepflasterten Area, die auf drei Seiten von einer prächtigen Säulenhalle umgeben ist Nach den Archäologen dürfte diese Entdeckung viel zur Aufklärung gewisser dunkler Punkte aus der Geschichte dieser tunesischen Gegend beitragen. Man entdeckte ferner eine schöne Stawe, die eine Frau darstellt, dann eine Stawe der Cereö, zwei Kriegerftawen, eine kleine Statue ohne Kopf, die auf der Brust die Aegide mit dem Haupt der Gorgo trägt, endlich noch zwei andere Statuen, von denen die eine Jupiter, die andere eine geflügelte Minerva darstellt. Ueber ein Touristenunglück am Hohen - Jfen wird aus München berichtet: Dr. Höfer auö Koburg, der als Tourist vorzüglich ausgerüstet war und beim Abstieg von Hohen - Jfen im Walserthal abstürzte, ift durch einen von einer weidenden Schafheerde verurfachten Steinschlag veranlaßt worden, vom rechten Wege abzuweichen. Er verlor das Gleichgewicht, und sein schwer bepackter Rucksack riß ihn in die Tiefe. Höfer kollerte etwa 12 Meter ab und verletzte sich innerlich so. daß er sich nicht mehr von der Stelle bewegen konnte. Er blieb 30 Stirn den liegen. Erft am anderen Bormittag hörten Touristen mit einem Bergführer Hilferufe und fanden den Verunglückten nach langem Suchen an einem ziemlich exponrrten Platze. Mit Hilfe eines Seiles, das sie ihm zuwarfen undDr. Höfer sich umband, zogen sieihn über die überhangende Schneewand, wobei der innerlich Schwerverletzte gräßliche Schmerzen ausstehen mußte. Er wurde dann nach Oberstdorf m's Krankenhaus gebracht. D'ie enalische Presse beschäftigte sich seit einiger Zeit mit EnthülluuEen über die Thätigkeit von Agenten, die Paaren vom Contd' nent eine Eheschließung in England ermöglichen. Nach dem englischen Gesetz kann eine Eheschließung bereits stattfinden, wenn das Paar noch nicht einen Monat in dem Orte der Ehefchließung ansässig gewesen ift, und die Eheschließenden sind ferner frei von allen möglichen Belästigungen, die mit Eheschließungen in ihrer Hei math verknüpft sind. Einige gewandte Agenten machen sich dies zunutze. Sie veranlassen die Heirathsluftigen, in einem von ihnen gemietheten Hause zu wohnen, und besorgen sodann die nöthigen Trauzeugen und die nothwendigen Formalitäten. Daß sie sich dafür schwer bezahlen lassen, ift selbstverständlich. Hat die Ehe stattgefunden, so bleibt dem Consul kaum etwas anderes übrig, als dies zu bescheinigen, und die Ehe ist gültig. Aus Zürich wird nun der Daily Mail" gemeldet, daß man dort bei der Verhaftung ewes öfterreichischen AnarchlftenpaareS Namens Blarek die Entdeckung gemacht habe, daß das Ehepaar Blarek in London getraut wurde, ohne überhaupt m London gewesen zu sein. ES ift sehr wahrscheinlich, daß ew gewissenloser Agent einfach ein anderes Paar unter Vorlage der Papiere BlarekS und seiner Verlobten in London trauen lieft und nach der Trauung die Trauscheine nach Zürich sandte.
Geschäftö-Kalender.
Blech' und Metall-Dächer. B"Zi? VS Dachrinnen an ge. fntigt und pari, lho. . Hadley, m entucky ve. Reuer Vhone !. äffen , Ihre lech.. galvanifirte fen. und Schuser.Dachdkuu sowie Kurne Reparaturen besorgen von . P. Hbbard. 14 Oft Odi, tratze. euer Phone 57. Spezialifteu. treb4 kurirt ohne Messer, ohne Schmerzn. Di, be m bekannte Behandlung der euzeit. Lprechk vor und lernt meine Methode. Dr. E. . Vrigham. i Weft artet Straße, gegenüber Terminal Station. Krebs Spezialift. Zr. Howard, über dreißig Jahre erfolgreiche reb,Behandlung in Indianapolis. Office 114 Süd Jllinos Straße. Aerzte. Z)r. E. . Thomas. Spezialität : Herzkrankheiten f Stunden 8 u. s-s Nachm. 66 Virginia ve. Neu 9188 ; lt. Prospect Mi . Optiler. EMERSON DRULEV, 229 Maffachusett v im ersten Square, zweitem Stock, ugen untersucht. Linsen geliefert, u onsu ttionen eingeladen. Feuerverficherung-lSrundeigenthu. "acob Buennagel, Zimmer 5 und , V Ro. )j Süd Delaware Straße. Möwe ivkenhöser. 141 Oft arket Straße. r Telephon, alt. Main 26. Automobiles. glekaust, verkauft, vermiethet, aufbewahrt und reparirt. gentur für eliance asolin Sar und Chicago Tampf Ear. It, Main 14, Ren W&. entral arage. UZ Oft Market Str. Tapeten. cz-apeten. Ich hange und liesere Tapeten. 's Telephon, Main 4. Waaren-Ablieferung. Maaren abgeholt und abgeliefert. Mäßige reise Schnelle Bedienung, li Süd Pennsylvania Str Reu 61; lt, Main 1439. k. T Austin, Gig. Leichenbeftatter. Mhitsett & ulver, Leichenbeftatter. 218 9t Jlliuoi Str. Telephon : Neu 664; lt. Main 680. 3ohnson, Haßlei & George. 367 Maffachusett ve., Telephone : Reu 963 ; AU. am 1430. ö sprechen deutsch. Grundeigenthum. William P. Socwell, Srundeigeuthumi Agent, 3 s und 4 aldwin lock. Südweil Ecke arket und Delaware Straße. Reuer Phone im I ohn Freeman, 3 3S Baldwin Block. New Pvone 5090; cid, am 600. Patent'Anwalt und Ingenieur. chompson R. Bell, 401 Satt ebäude. Zweig ' Office : Washington, D. ., ew Phone 190. Jnvalidenftnhle und Bruchbänder. Wruchbänder. Wir passen und garankiren Brnch bander. Invaliden-Stühle jn erkaufe ode? j ve . niekhen. resette-Pugh ko., 159 Süd Jllinoi Straße. SHMHMH.HWHMM.MHM Finanzielles. gtr leihen Geld aus dbeln und Via, ohn, di, selben wegzunehmen. Ebenso ans Uhr, und Diamaaten entral oan Co., 203 State List Vldg. WA W. ME8SMR I02S Madifon ve. tttttLm einiger gent der berühmten Williams Pumpen NO TRIX" "TO FIX". aranrirt et, Holzpump, au Eisen gemacht," Reparaturen an Pumpen werden prompt und billt lugesi.drt, Reparaturen an Hänsern wie lege neuer Rinnen oder bringen neuer bffurbhre au Zinn oder galvaniftrtem Eisen werden zu tbtt Ant gemacht. I LEO LANDO, 142 R. Pennsylvania Str. Hauptquartier fit rillen Operngläser MT Brillen werden nach den besten Kechoden den Augen angepaßt. Xünftliche Augen werden schmerzlos eingesetzt. h. G. ponsel ' Bäckerei. 1030 Süd aft Straße, k Butterringe 10c. Echter Pumpernickel. Feinstes Roggenbrod. Malzbrod. Marktftand 5 und Columbia Grccery Cs. euer kelepho 9361 5
ftMftiU
