Indiana Tribüne, Volume 29, Number 306, Indianapolis, Marion County, 20 August 1906 — Page 1
WTw i ifchWMWWMW t iTTgs.'l m r ä j fs A.Ist. tlUh i I ronntagsMatt 10 per Woche. i Erscheint feden Nachmittag. Jahrgang 29. Indianapolis, Ind., Montag, 20. August 1906. No. 306.
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Knabe gerettet, Maun schmerz- " hast Verletzt.
r 30 Iah alte Bert Bruce von Ho. 1137 Olive-Straße versuchte am Montag Morgen, ein in wildem Ga lopp laufende Pferd, daö vor einen Wagen des Fleischer Wößner gespannt war, in der Nähe deS FeuerwehrhaufeS an der Prospect'Straße aufzuhalten, verfehlte aber die Zügel zu fasten, wurde fünfzig Schritt weit geschleift und erhielt schmerzhafte Verletzungen an der rechten Hüfte und am linken Fußgelenke. Der Kutscher deö Wa gen? war in ein HauS gegangen, um bestelltes Fleisch abzuliefern, und hatte einen kleinen Knaben auf dem Wagen gelassen. Das Pferd scheute vor einem Straßenbahnwagen und brannte durch. Bruce, der glaubte, daß der Knabe auf dem Wagen gefährdet sei, stürzte sich dem Pferde entgegen, wurde aber über gefahren und schmerzhaft verletzt. Das Pferd konnte aber gleich darauf aufge. halten und der Knabe vom Wagen ge nommen werden. Durch Unvorsichtigkeit tötztlich verbrannt. Frau Francis Watson von 728z MaffachusettS Avenue hatte am Montag Bormittag einen Keffel voll Kleider auf einem heißen Ofen stehen, um die selben auszukochen und zu reinigen. Sie beging die Unvorsichtigkeit und goß eine geringe Quantität Gasolin in den Keffel. Mit einem Knall entzündeten sich die Dämpfe de Gasolins und die Flammen ergriffen auch die Kleider der Frau, welche in einer Secunde lichter loh brannte, uf ihre Hülferufe eilte der Klempner Samuel Neiburger her bei. der die brenenden Kleider vom Korper der Frau riß und einen Eimer mit Waffer über dieselbe goß, wodurch die Flammen gelöscht wurden. Frau Watson wurde sofort in da Stadthospital gebracht, wo die Aerzte sehr daran zweifeln, daß sie am Leben erhalten werden kann. Die Unglück liche Frau ist entsetzlich am Kopfe, im Gesicht und and an der Brust Der. brannt, und ihr Haar ist vollständig abgesengt. Frau Watson ist 25 Jahre alt. Eibrch. Langsinger drangen durch ein Jen fter des Schlafzimmers in das Haus 520 Süd Süd Capital Ave. und such ten mit einer Hose, in welcher sich 810 in baarem Gelde sowie eine silberne Uhr befanden, das Weite. Die Polizei fahndet nach dem Diebe. Gefiohle. Frau Negers. 926 West 30. Straße beklagt ben Verlust eines großen kupfer nen KeffelS, der ihr in der Freitag Nacht von der Veranda gestohlen wurde. Verloren. W. I. Heintz an der Parry Ave.. in der Nähe der Bandalia Eisenbahn, wohnhaft, hat seine Börse auf dem Wege vom Circle bis zum Denison Hotel verloren. In demselben defan den sich ein Passepartout der Pennsyl vania Eisenbahn, ein Billet gültig für eine Fahrt von EolumduS zu Chicago und 3 bis 4 Hl Billet mit obigem Namen versehen. Berabt. Marion Gallimore, 39 Süd West Straße benachrichtigte gestern die Po. lizei, daß er in der Nacht von Samstag auf Sonntag um 14.00 beraubt wor de sei. Dieseldm find ihm au sei nem Zimmer entwendet worden und Vermuthet er, daß Jemand vm den HauS gen offen die That begangen "tat. Gott lieb 8 e u k h a rd t, Die gemüthliche Ecke-, Ecke Noble und Market Str.
Erfolgreiches Skat-Turuier. Acht schöne Preise kommen zur Vertheilung.
Der Lyra.Skatclud" hatte gestern im Turnerpark zum ersten Male in dieser Skatsaison einen PreiS'Skat ar. rangirt. n elf Tischen wurde müh. rend deö Nachmittags fleißig gedroschen, und hohe und schwierige Spiele, bei denen die vier Wenzel in schöner Ew. tracht zusammen waren, oder fehlten, erhöhten das Jntereffe der Drescherei. Die außerordentlich schönen acht Preise wurden von folgenden glücklichen Wenzelbrüdern gewonnen. 1. PrelS Paul Durzewicz; 17 ge. wonnene Spiele. 2. Preis Alwin Seim. höch fteS Spiel. 566. 3. Preis Hermann; KreuzSolo gegen fünf Matadore 4. Preis Hermann Borchert; 16 gewonnene Spiele. 5. Preis I. Becherer; 475 Punkte. 6. Preis Christ. Rathert; höchstes Spiel von 96. 7. Preis August Hook; Turnee gegen vier Matadore. 3. Preis Alwin KarftaU; 451 Punkte. Nachdem festgestellt werden war, wo die glücklichen Gewinner waren, fand eine höchst gemüthliche Nachfeier statt. bei der den Wenzeln zu Ehren zahlreiche Gambrinusopfer gebracht wurden. Hiermit schloß das erste erfolgreiche Ekat.Turnier. Verwüstungen durch de starke Rege. Nach dem starken Regen wurde die Polizei auf verschiedene Straßenbeschü dtgungen ausmer.zam gemacyx, um durch Anbringen von rothen Laternen Unfälle zu verhüten. An der Ecke der Lock und Walnut Straße war etn tiefes Loch vom Regen ausgewaschen worden, welches für Paffanten sehr gefährliche folgen haben konnte. DaS Pflaster an der West 23. und Illinois Straße war loSgespült worden und an der Brücke, welche über den Kanal führt, war ein Brett zerbrochen. Sämmtliche gefährliche Stellen wurden von der Polizei mit Laternen versehen, bevor irgend welche Unfälle vorkamen. höchst amüsante GebnrlstagSseiet. Hoch ging eS heute bei den Lieder. krünzlern" im GermaniaPark her, wo das sehr geschützte Mitglied deS In dianapoltS Liederkra.iz", Hr. Christian Veagle, seinen halbhundertjührigen Ge, burtstag im Kreise seiner werthen Sängerbrüder feierte. Bei 'fröhlicher Unterhaltung und lustigen Liedern, die im Walddome gar herrlich klangen. verlebten die Sänger vergnügte Zeiten und als der Regen vom Himmel 'zu strömen begann, ging die ganze luftige GeburtStagSgesellschaft in den Pavillon, wo die Feier mit verdoppeltem Eifer fortgesetzt wurde. Ein exquisites Sup per wurde von anmuthigen jungen Damen servirt und GambrrauS hatte ebenfalls nicht vergessen, ausgiebigen Stoff" zu der gelungenen GeburtS. tagSfeier zu liefern. Verlöre. W. F. Dalton, 813 Oft Washing ton Str.. meldete gestern der Polizei den Verlust seines Rockes. Er will den selben vom Wagen an der Süd Oft Straße zwischen Süd und Prospekt Straße verloren haben. Sohe Aerkeg. Die KolonialwaareN'Hündler Verei nigung. die am Mittwoch den 20. Juni ihr Picknick abgehalten hatte, bedankte sich schriftlich bei dem Polizeichef Metzger über die ausgezeichnete Füh. rung des Sergt. Stoddard und die übrigen Beamten, die die Aufficht beim Picknick gehabt hatten. Zur Anerken nung der guten Dienste, stiftete sie dem Pensionsfond des PolizeidepartementS $15.
S Vereinskreise.
Südseite Schwaben B e r e i n. Zahlreich hatten sich die Schwaben zu der regelmäßigen Versammlung, welche in der Halle deS Südseite urnVereins abgehalten wurde, eingefundev. Nachdem die Routine.Gefchäfte erledigt waren, wurde ein Kandidat als Mit glied aufgenommen. Das Komite, welches die Borden itungen für das Eannftatter Volksfestes übernommen hatte, berichtete, daß dieselben in bester Ordnung voranschreiten. Die Einladung des Protestantischen Waisenver. eins wurde angenommen und vom Der ein beschlossen, sich zahlreich daran zu betheiligen. Nachdem der Verein den Monat Oktober für die Feier deS Stif. tungöfefteS bestimmt hatte, trat Vertagung ein. heruöker Loge D. O. der H. S. Unter sehr starker Vertretung fand gestern die regelmäßige Versammlung der HermannEöhne in der Columbia Halle statt. Schatzmeister Moritz Eschenbach reichte seine Resignation ein, worauf Peter Hammerle als Schatz meifter der Loge eingesetzt wurde. Da keine wichtigen Geschäfte vorlagen, so trat bald nach der Erledigung der Routine'Geschüfte Vertagung ein. Concordia Verein No. 2. Die regelmäßige Versammlung deS Concordia Vereins erfreute sich gestern eines recht guten Besuches. Da sich der Präsident des Vereins auf einer Vergnügungsreise nach Deutschland de findet, so führte Guft. Merz den Vor. sitz. Einem Mitglied wurde vom Ver. ein Unterstützung bewilligt. Die Rou tine Geschäfte waren bald erledigt. worauf Vertagung eintrat. Deutscher Gegens eitig e r UnterftüßungS. Verein. Unter reger Betheiligung hielt gestern der Deutsche Gegenseitige Unterstütz. Verein seine regelmäßige Versammlung in der Columbia Halle ab. Zwei Kandidaten wurden als Mitglieder aufge. nommen und zwei weitere zur Mitglied fchaft vorgeschlagen. Da keine wich tigen Sachen vorlagen, so waren die Stoutinegeschäfte bald erledigt, worauf Vertagung eintrat. Ervin Zimmerman. 1111 Woodlawn Ave., beklagt den Verlust seines Fahrrades. Dasselbe wurde ihm vor Etout'S Schuhladen an Mas. sachusettö Avenue von der Straße ge stöhlen. Ein BambusloblicÄ. Die überaus vielseitige, man sönnt fast sagen die Universalverwendbarkei: des Bambusrohres schildnt ein Chinarersender in der folgenden originellen Weise: Der Hausherr Li-Schi kehrt von der Jagd, auf der er irnt emem Bambusbogen und Bambuspfeil reiche Beute im Barnbusdschungel erlegt hat. m fein Bambushaus zurück. Auf einen Bamkussessel an emem Bambus tisch läßt er sich nieder, seine mit Bambussandalen rerleweten Fuße ruhen auf einer Bambusfußvank, auf seinem ä . i m . m - r . . i ?auple tragt er nen amousyui. ?ein Weib setzt eine Bambusschale. gefüllt mit Gemüse aus jungen Bambustneben. vor ihn hin, das er mit einem Bambuslöffel verzehrt. Ein Schoppen Bambuswein, aus einem Bambusvecher getrunken, würzt die Mahlzeit. Nach Beendigung des Mahles, das aus einem Feuer aus Bambusholz bereitet wurde, säubert der Diener den Tisch mit einem Bambus--wch und fächelt mit einem Bambus fächer dem Herrn Kühlung zu. der sich auf emem Bambusruhebett mit Bam vusmatraye uno amduskilien zur Siesta niedergeleqt hat. Sein Weib schaukelt indessen das mit einem Bam ouLpielzeug p:eienoe Kmo m emer Bambus wiege. Nach der Siefta raucht der Herr snne Bambusvfeife und nimmt feine Bambusschreibseder, um aus Aamouspapier emen Brief zu schreiben. Dann geht er mit einem Bambuskorb am Arm und einem Bam busschirm als Schutz über seinem Haupte spazieren. Sein Weg führt ihn über nne Bambushangebrucke. Da er späht er seinen ältesten Buben, der die Schule geschwänzt hat. um mit seinem Bambusrohr und einer aus Bambus safer gedrehten Schnur zu fischen. Er nimmt ihm das Rohr ab und bläut ihn mit dem Unwersalbambuö den Rücken u. s. w. biö tn's Unendliche.
Polizeiliche. Die adlerpoliziften
Morgan und Woodward brachten ge ftern Mike Larway, 22 Jahre alt. 2110 Oft Washington Straße, unter Beschuldigung des Einbruchs hinter Schloß und Riegel. Larway wurde in der Wirthschaft von Leonard Shep. pard, 543 O. Georgia Straße erwischt. Als die Polizisten ankamen, hatte er gerade fein diebisches Handwerk begon nen, welches er jedoch unvollendet auf geben mußte. Der Privat.Polizift Harry Hemp hatte zwei Burschen in der Wirthschaft gesehen; der eine war aber vor Ankunft der Beamten spurlos ver fchwunden. In einer Schlägerei in Fort Harrison, welche zwischen Soldaten und dem Reger Red Stereson, 516 Jndiana Ave., wohnhaft, gestern statt fand, wurde der Farbige von den Deputy'SheriffS Duncan und Condon unter der Anklage des Angriffs mit der Abficht zu tödten, abgeführt. Der Re. ger hatte mehrere Flaschen Bier ge kauft, die er nicht sorglich genug ein gewickelt hatte. Kaum erblickten ver schieden? Soldatm die Flaschen, als sie über den Farbigen herfielen und ihm dieselben zu entreißen suchten. Der B. drängte setzte sich zur Wehre und schlug mit einer der Flaschen um sich, wobei er. einige von seinen Angreifern schwer verletzte. Die Ruhe wurde von den Beamten wieder hergestellt und der Farbige in Haft genommen. William P e n k. 1711 Mc. Guffin Alleck wohnhaft, Eharleö Steinford 948 Fletcher Avenue und Sdward BrunS 948 Fletcher Avenue wohnhaft, wurden beschuldigt, ge fälschte Milch verkauft zu haben, wo rauf ihre Verhaftung von dem Sergt. Stoddard und den Beamten ß offin und Green erfolgte. Dieselben werden sich am Montag dieserhalb vor dem Poli zeirtchter verantworten müssen. Rut nach Mitternacht trafen die Geheimpolizisten Kurtz und Dugan, William Lancafter, 22 Jahre alt, 783 Kinney Straße wohnhaft, unv verhaf teten ihn, wett er seinen Rassegenossen Cooper in einem Streit mit einem Messer geKochen hatte. William M. I o h n s o n, 28 Jahre alt, 624 Oft Pearl Straße, wohnhaft, wurde auf eine An klage, ein HauS unerlaubt betreten zu haben, um zu ftehlen und unter Klein diebftahl von den Geheimpolizisten Duncan und Lancafter hinter Schloß und Riegel gebracht. Derselbe wird beschuldigt, daS Hau? von C. L. Stew art, 116 R. Liberty Str.. ohne Er. laubniß betreten und $2.65 entwendet zu haben. Frank Dempsey, 36 Jahre alt und 1239 Marlow Ave. wohnhast, wurde von den Beamten Mur phy und Leamon unter der Anklage der Thierquülerei nach der Baftille abge führt. Der Unmensch hatte in betrun kenem Auftande ein Gespann in der Stadt herumgetrieben, daß die abge hetzten Thiere vor Erschöpfung zitier ten. als die Beamten das Gespann an hielten. Edward HelmS, 536 Leon Str. wohnhaft. kam in gereiz tem Zustande nach Hause und fing Händel mit seiner Shzhülfte an. Im Verlauf diese Streites zog er eine Waffe und legte auf die Frau an. Glücklicher Weise waren die Radler. Polizisten Müllen und Hall prompt zur Stelle, bevor ein Unheil angerichtet wurde, und schafften den Wütherich nach Nummer Sicher. Sine Anklage, gefälschte Milch verkauft zu haben, brachte gestern Wm. O. Sheet, 1416 Cornell Straße wohn haft, hinter das eiserne Gitter. Der selbe wird sich dieserhalb heute vor dem Polizeirichter verantworten müssen. Die Verhaftung wurde von den Beam ten Green und Latta vorgmommm. Rene Wirthschaft Century 28 Süd Pennsylvania Str. hartes Klotz, ar. Capital City Bier an Japs. Gnter Lnnch fttt jeder Zeit,
Verschwundene Stödtc.
Bahnarbeiter in schrecklicher weise urn's (eben gekommen. Allerlei aus Jndiana. Salem. Vor etwa 75 Jahren gab eS in Clark Eounty Ortschaften, von denen jetzt nur noch Landkarten melden. So ist kein Stein mehr da von dem ledhaften Orte Springville, der sich auf dem Platze von Charles town befand und Countyfitz war. Wo das Courthaus stand, ist jetzt ein Ge büsch. Die alten Akten zeigen, daß Jacksonville am 5. Juli 1830 auöge legt wurde, aber wo eS lag, weiß Nie mand zu sagen. Sehr hübsch geplant war ferner Harrisonville, da in Kreu zeöform ausgelegt war. Im Zentrum sollte sich ein großer, öffentlicher Park befinden. Die Auslegung fand durch Robert Sheppard in Oregon Townfhip am 24. Juli 1830 statt, eö küßt sich aber nicht nachweisen, daß eine einzige Baustelle verkauft wurde. Innerhalb einer Meile von diesem Orte wurde New Market im Jahre 1339 auSge legt, und dieses besteht wenigstens heute noch. '' M i ch i g a n City. Einen schreck lichen Tod Ifand heute Abend Thomas M. Ward in Laporte. Ward war als Bahnarbeiter an der Lake Erie beschüf tigt und mußte heute Abend etne Lokomotive nach Laporte begleiten, weil der ExcurfionSzug bis nach Laporte zwei Lokomotiven gebrauchte. Beim Los koppeln der beiden Lokomotiven in La Porte wollte er auf das Trittbrett der abfahrenden Lokomotive springen, kam aber zum Fall und wurde von der Lo komotive vollständig zermalmt. Ward war 53 Jahre alt und hinterlaßt seine Wittwe und sechs erwachsene Kinder; vor sechs Jahren kam er von Walkerton, wo er eine Farm betrieben hatte, nach hier und fand Beschäftigung bei der Lake Erle Bahn. D u b o i S. Heute wird die Cvang. Luth. St. PeterSgemeinde hier, ihr neues, schönes Pfarrhaus einweihen. Die Gemeinde freut sich über das, was sie zustande gebracht hat, und ladet daher alle Freunde derselben recht herz lich ein an dieser Feier theilzunehmen. ES finden zwei Gottesdienste statt und zwar Morgens um 10 Uhr und Nach mittags um 2 Uhr. Herr Pastor Schlundt von Tell City wird den Ehrw. Präses des Jndiana Distrikts (Dr. I. U. Schneider) vertreten, und Nachmit mittags die Festrede halten, Pastor Paul Repke von der hiesigen Cvang. Salemskirche wird des Morgens die Festrede übernehmen. Die Weide des Hauses wird von dem OrtSpagor, W. Holz, vollzogen werden. H a m m o n d. Die Unsicherheit hier und in der Umgegend nimmt im mer mehr zu. etn Sag vergeht. wo nicht in Häusern eingebrochen wird und Raubanfälle verübt werden. Zwi schen hier und Saft Chicago, auf der 150. Straße soll eine ganze Bande w den späten Abendstunden ihr Unwesen treiben. DaS ist ja im Verhältniß noch schlimmer, als in Chicago. Eine Vermehrung von Rachtpoliziften wäre daher sehr am Platze, im andern Falle müssen sich die Bürger selber be schützen. Schadenersatzklagen. Hany T. Retter strengte gegen bis Jndiana Traction Company eine Klage auf 10.000 Schadenersatz an. Am 15. Dezember wurde der Kläger durch Nach lüsfigkeit von Angestellten der Gesell schaft beim Auöfteigen au einem Wag gon schwer verletzt. Aus diese Ver letzung begründet er die Klage. Henry Fischer verklagte die Jndiana poliS Traction fc Terminal Company auf 125,000 Schadenersatz. Am 7. August 1905 wurde der Kläger, wel cher ein Anstellte? auf einem HülfSwa gen der Gesellschaft war, durch die Nachlässigkeit und Schuld von anderen Angestellten schwer verletzt. Hieraus t ist nun die Klage begründet.
Fremdkörper im Menschen. rten. Fundort, Wirkungen und WanXrungkn vr1chluckr eg,nlünd,. Der oder jener hat schon gehört, daß Kirschkerne und ähnliche kleinere Körder mit Vorliebe im Blinddarm oder im Wurmfortsatz stecken bleiben. Das ist ohne weiteres erklärlich, da an dieser Stelle der Darm scharf umbiegt und der Darminhalt sich äußerst langsam bewegt. So verfingen sich nach einer Mittheilung Grafs von 9 verschluckten Fremdkörpern 5 im Blinddarm oder Wurmfortsatz. Im Verhältniß zu den Blinddarmentzündungen im allqemeinen finden sich aber selten Fremdkörper. Bell fand bei 1000 Operationen wegen Wurmfortsatzentzündung nur siebenmal Fremdkörper: zweimal Nadeln, einmal Fischgräte, einmal Flachssamen, zweimal Gallensteine, einmal Aepfelgehäuse. Kirschkern war keiner dabei. Wenn man früher solche häufig als Ursache der Entzündung ansah, so lag dies daran, daß sich oft kirschkernartige Gebilde im Wurmfortsatz finden. Tiefe sind aber gewöhnlich keine solchen, sondern Kothsteme. Verschluckte Fremkörper können aber oft recht unangenehme Nebenwege einschlagen. So ist es schon sehr bedenklich, wenn sie beim Verschlucken in die unrechte" Kehle, d. h. in die Luftröhre oder gar noch weiter nach unten bis in die Lunge gelangen. Ein ganz schlimmer, allerdings höchst seltener Fall war der jenes Mannes, der bei einem Swrz die Pfeifenspitze abbrach und den Gaumen verletzte, ohne aber dort gefunden zu werden. Erst nachdem mehrere Tage darauf der Tod unter Athemnoth eingetreten war, zeigte sich, daß die Spitze durch die Weichtheile des Kehlkopfes durch bis in die Halsschlagader gedrungen war. Anderseits können die merkwürdigsten Dinge in unglaublich großer Zahl ungestraft vertragen werden. So wurden bei einer Hysterischen durch Eröffnung des Magens aus diesem entfernt: ein Schlüssel, eine silberne Gabel, Nägel, Haarnadeln, 37 Glasstücke im Gewicht von über Pfund. Ein Geisteskranker hatte 125 Nägel verschluckt, von denen 10 auf natürlichem Wege abgingen, die anderen durch Operation entfernt werden mußten. Ein Fremdkörper war 16 Jahre im Magen gelegen. Auch Gebißtheile werden öfter verschluckt und können eventuell ohne Schaden vertragen werden. Gräten lösen sich im normalen Magensaft auf. Haben sie aber den Magen passirt, dann bleiben sie erhalten. Ein norwegischer Bauer, der an drei Jahre dauernder Diarrhöe litt, schied unter entsprechender Behandlung 1535 Gräten, Flossenstrahlen und Fischrippen, außerdem ein taubeneigroßes Konglomerat von Gräten aus. Auch Glasscherben und Stecknadeln werden oft gut vertragen. Merkwürdiger sind die Wänderungen. die auf anderem Wege als durch Verschlucken in den Körper einaedrungene Fremdkörper machen. Daß Nähnadeln weit wandern können, nimmt bei ihrer Glätte. Spitzigkeit und Feinheit nicht Wunder. Wie beim Nähen die Finger sie durch den Stoff schieben, so drängen Muskelbewegung oder äußerer Druck sie durch die Gewebe durch. Aber auch größere Gegenstände, die aus Versehen bei Operationen, z. B. in der Bauchhöhle, zurückgeblieben sind: wie Wattebäusche. Pinzetten wandern evenweV in den Darm und mit dem Koth dann nach außen. Der sonderbarste Fall ist aber der eines französischen Soldaten vom Jahre 1870. Dieser erhielt damals einen Beinschuß, wobei die Kugel auf das Portemonnaie auf-
schlug; 33 Jahre später wurde ihm dann aus einer allmälig entstandenen Geschwulst in der Kniekehle ein stark verbogenes ZweHsousftück durch Ein schnitt entfernt. Schützenappetit. Welch gesunden Appetit die Schützenbrüder auf dem jüngst in München abgehaltenen 15. deutschen Bundesschießen entwickelten, geht aus folgenden Angaben hervor: Der Konsum während des Festbanketts betrug 1200 Liter Suppe, 18 Centner Rheinsalm, 50 Centner Rinderrücken. 15 Centn:r Gemüse, 1700 Hühner, 1000 Liter Eis und für 16.000 Mark Wein. Fünfunddreißig Köche unter der Oberleitung des Stadtkochs Rinck-Leipzig und eine Bedienung von 130 Kellnern. 130 Soldaten und 100 Kellnerinnen waren thätig. In der Festhalle war der BierUmsatz 150 Hektoliter. Der sonstige ? roßte Umsatz fand in der Löwenbräualle mit 225 Hektoliter Bier, 15,000 Paar Schweinswürsten, 10.000 Paar Wiener. 8 Centner Schweinsripperln. 35 Schinken. 150 Gänsen und 250 Hühnern statt. Das KaffeehauS verbrauchte 120 Pfund Kaffee und 110 Torten. Gffenlscrzig. .Henathen willst, und Kinder möch'st haben, Simmerl? Geh. geh! Die Dummheit stirbt so auch net a!
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