Indiana Tribüne, Volume 29, Number 305, Indianapolis, Marion County, 18 August 1906 — Page 7
Jndiana Tribüne, 1 August 1906.
Tyrann Ehre l I Vornan A X K. i u b o lü s li i jj
(Fortsetzung.) Das Blatt sank aus Hans Weddos Händen zu Boden. Ein Schluchzen kam aus seiner Brust. Arme, geliebte Mutter was magst Tu damals gelitten haben." Ihre matte, weiche Stimme begann wieder zu sprechen: Jetzt kennst Du den Inhalt. Noch am nämlichen Abend, als ich von ihm wußte, habe ich unter Klarlegung des zwingenden Grundes mein Jawort zurückgefordert. Dein Vater Hai Recht behalten, als er an meine Mutterliebe glaubte. Ueber die Tage, die nun für mich hereinbrachen, laß mich schweigen. Ich erhielt keine Antwort auf meinen Brief. Der Smpfänger erwies sich als ein feiner Diplomat, der einen snstematischen Plan mit seinem Schweigen verfolgte. Ich mußte erst verzweifelt des Willens beraubt haltlos und mürbe sein, ehe er kam. Und das war ich denn auch. Er hat gebeten und gefleht, daß ick mich besinnen möge ich bin hart geblieben. Er hat geweint wie ein Kind. Ich habe den Kopf geschüttelt und ihn von mir gewiesen! Da hat er es mit dem letzten, ver zweifelten Mittel versucht! Ich war ja so schwach und so willenlos nach dem allen. Und siehst Du, Hans Weddo da verlor ich meine Frauenehre und Würde." Sie schluz die Hände in heißer Scham vor das Gesicht. Er verstand sie nicht. Warum, Mutter?" Sie ächzte leise. Ihr Athem flo und ihre Wangen brannten. Ich gab ihm nach. Ein kurzer Rausch! Ich ich verstehst Du mich nun. Hans Weddo? Und diese Stunde ist die Sühne für meine Sünde!" Er war aufgesprungen und packte sie bei den Schultern. Mutter nimm's zurück sag. daß Du Dich geirrt hast Mutter gute, einzige Mutter besinne Dich doch das Fieber spricht aus Dir es kann ja nicht wahr sein." Doch ist's wahr tausendmal wahr!" Dann will ich den Namen wissen." Den Namen, mein Kind den nehme ich mit mir in's Grab! Was soll Dir der? Wozu hassen, wo ich doch nur lieben konnte? Aber ich bin noch nicht zu Ende. Es kommt noch schlimmer. Ich war dem Wahnsinn nahe ich ging auf Reisen ich mußte vergessen. Aber ich konnte es nicht! Die Folgen stellten sich ein! Ich wurde Mutter eines Mädchens. Er hat es niemals erfahren. Einen Augenblick gab es, wo die zertretene Frauenehre nach ihrem Recht schrie! Ein Wort und ich wäre sein Weib gewesen. Das Wort blieb ungesprochen. Es war der Wille des Todten, der mich drohend und bittend zwang. Hatte ich ihn auch niemals mit der tiefen Frauenliebe geliebt er war doch Dein Vater gewesen! Die Macht des Todten und die Macht des Lebenden die Deine, mein Sohn verbündeten sich mit einander und wurden zu dem starken Willen, der mein Herz bezwäng. Wäre es anders gewesen, würde mir diese Stunde erspart geblieben sein. Ich übergab das Kind der Obhut meiner treuen Dienerin Dorette Fiedler die Einzige, die um mein Leid wußte. Es wurde auf ihren Namen getauft und heißt .Nora.' Sie lebte mit ihr in München, bis sie vor drei Monaten starb. Da übernahm eine andere Frau Annette Hüssinger die ich bei meinen alljährlichen Besuchen als eine brave Frau kennen gelernt hatte. Noras Pslege. Ich hoffte immer noch, daß ich mich selbst von ihrer Tauglichkeit überzeugen könnte aber es hat nicht sein sollen. Nun mußt Du es für mich thun, Hans Weddo denn sie ist mein geliebtes Kind, wie Du es bist und Dein-: Schwester. Das ist meine erste und letzte Bitte an Dich. Nein doch nicht aber willst Du mich, bevor ich weiter spreche nicht einmal ansehen?" Ich kann noch nicht! Laß mir Zeit!" Viel Zeit hast Du nicht mehr, mein Kind. Nun wohl ich bitte Dich trotzdem um das Köstlichste und Größte, was ein Mann zu vergeben hat um Dein Ehrenwort, Hans Weddo!" Was soll Dir das?" Es soll mir zum ruhigen Sterben verhelfen! Ich fordere von Dir, daß niemand aus Deinem Munde erfahrt, daß Du eine Schwester hast. Von Nora habe ich dies Versprechen. Ich weiß wohl, warum ich das thue. Kein Schern der Verachtung darf jemals auf meinen Namen fallen um Dei netwillen! Denn Deine Ehre wurzelt m der memen?" Sie suchte mit dem alten, zwingenden Blick seine Augen. Sehnsüchtig streckten ihre Arme sich nach ihm aus! Er aber sah starr gerade aus.
Dein Ehrenwort will ich Hans Weddo." gurgelte sie, ich fühle n.... m
Das Wort zerrt an ihm. es reißt
ihn aus seiner Betäubung heraus. 23enn Tu es verlangst gut so gev5 ich Dir mein Ehrenwort, daß es so sein soll, wie Du es willst." Ich dank? Dlr. .ans Weddo aber warum gibst Tu mir nicht mehr den Mutternamen, seitdem Du weizt?" Tu hast thn wohl nur überhört." Vielleicht! Aber wenn es mich doch ruhig macht, so wiederhole ihn noch einmal." Er antwortet nicht. Sein Gesicht st sehr blaß, nur seine Augen flammen. Oö sie denn nicht ahnt, was sie ihm zerbrochen hati Seinen Glauben an die Reinheit, seine Kindheit, sein Paradies. ..Wird Dir das Wort so schwer. mein Kind? Meinst Du, die Opfer, di; ich Dir gebracht babe, sind nicht doch noch schwerer gewesen?" Eö :rürgt in ihm! Es packt ihn an der Ke )le und preßt ihm die Brust zusammen. Er kann das Wort nicht aussprechcn, wenn er selbst wollte. Da gebt ein Zucken durch ihren Körper! Tie Augen werden starr! ,.2o sag's doch," keucht sie mit hörbarer Anstrengung. Ta stürmte er auf die Kniee wirft die Arme über ihr Lager und krampst seine Finaer in ihr langes, schweres Haar. Er beißt in den Zipfel der seidenen Kissen. ..Tu Tu mein Junge. Da schreit er es heraus, wild, halb wahnsinnig von dem Kampf, der zwifchen seinem Schmerz und dem gemißhandelten Glauben war. Mutter! Meine geliebte Mutter!" Sie richtet sich mühsam auf und lächelt ihn an. Mein guter Sohn." Und er legt seinen Kopf an ihre Brust mitten hinein in das rotbe. warme Herzblut, das tropfenweise über ihre Lippen fließt! So bleiben sie eine lange Zeit. Als Hans Weddo endlich empor taumelte liegt sie still und weiß in den Kissen sie ist todt! Von seiner Liebe zu Adda hat er ibr nun doch nicht gesprochen. Vielleicht war sie auch zu jung und zu rein dazu! 3. Kapitel. ie 5. Batterie hatte Geschützter3 1 :e:en. Es war ein Hunde wetter. Der Wind fing sich an der Ecke des Kasernenhofes und fegte ingrimmig die obeie Schicht der kürzlich aufgeschippten Schneehaufen der Mannschaft in's Gesicht. Wie die Schneemänner sahen sie aus. Leutnant von Wachenhus n war der eint, dem es noch lang? nicht toll genug stürmte. Er hatte eire Wuth auf das Schicksal. Mitten in sein behagliches Dämmern hinein war des Freundes Botschaft von der schweren Erkrankung seiner Mutter gekommen. Auch dem Mädel wurde das junge Glück dadurch verkürzt und verkümmert. Ganz abgesehen von den bösesten Konsequenzen, welcbe die Krankheit haben konnte. Er schrie die Kerls an. daß ihnen vor Schreck die feinen Eisnadeln von den Schnurrbärten flogen. Wie die Posaune des jüngsten Gerichts klang seine Stimme, als er das nächste Kommando schmetterte. Schrapnells Aufschlag!", darnach ein klapperndes Hasten! Ein paar, die immer zu spät kamen, hinkten auch jetzt wieder hinterdrein, über all ein verbissenes, stummes Gehorchen und ungeschickte, langsame Bewegungen, weil sie die Augen nicht ordentlich aufmachen konnten. Endlich, nachdem die Mäntel bereits wie riesige BlechHelme vom Körper abstanden, der Er lösungsruf Ablegen!" Gott sei Tank," murmelte Wachenhusen. Noch niemals hatte er das Ende des Vor mittagdienstes so heiß, wie heute, herbeigesehnt. Er bekam Addas blasses, erstarrtes Gesicht nichr aus der Erinnerung. Und mit dem Herzen voll Angst und Sorge sollte man heute Abend zu T?ttaus. Teiwel. nich mal! Aber es half nichts. Ter Alte ließ ein Absa gen im letzten Augenblick nicht durch: gehen. Tas Mittagessen im Wachenhusen' schen Hause verlief heute sehr einsilbig Selbst Fräulein von Mechtritz, die langjährige Hausdame, die sonst niemals ein Empfinden für die Stimmungen der Hausgenossen zu zeigen pflegte, löffelte schweigend ihre Suppe Ter Oberst aß hastig und nur ein paar Bi?sen und Ada sah zum Erbarmen aus; Jürgen, der sonst m den faulen Taaen. eifriger denn je. seine dienstfreien Stunden zum Studium der ruf sn'chen Sprache ausnutzte, zog nach be endeter Mahlzeit den Arm der Schwefter durch den seinen und ging mit ihr. die leichte Mädchengesralt dabei mehr tragend wie führend, die Treppe emvor. Sie sollte mit ihrer Angst und Unruhe nicht ganz allein bleiben. Er setzte sich auf den zierlichen Diwan mit den großblumigen Rosensträußen und blies dicke Rauchwolken in die Luft. Unsicher, wie verlegen, schwebten sie in dem leisen Jasminduft des bellen Stübchens umher. Adda saß neben ihm auf der steifen Lehne und hielt den dunkeln Kopf an seine Wange geschmiegt. Sieh mal. Addachen." begann Jürgen endlich, sie wird ja doch nicht gleich sterben. Du hast sie noch sehr, sehr nöthig und Hans Weddo auch." Sie nickte. Dieser Gedanke quält mich nicht so sehr, wie das. was hiernach für Hans Weddo käme. Das schnitte tief und hart in sein Leben ein und wer weiß.
ob es all meine Liebe wieder heilen könnte. Es lieat etwas unsagbar Zar-
tes in seinem Verhältniß zur Mutter. gleichsam ein heiliges, scheues Danken. daß er sie hat. Immer, wenn er von ihr sprach, lag es in seinen Augen. Das hat mich ihm zuerst so nahe gebracht. Wir haben doch auch einen Vater. Aber hast Du jemals die Hände gefaltet, jemals, auf den Knieen gebeten, daß er Dir bleiben möge?" Adda. wohin verirren sich Deine Gedanken?" Das ist kein Verirren, Jürgen. Das ist ein einfaches Ablesen jener Wirrnisse, die seit langer Zeit in meiner Seele sind. Es liegt etwas Fremdes. Kaltes in unserm Verhältniß. Sei ehrlich. Ein Strom von untadeliger Ehre, der das überwallende Gefühl eiskalt werden läßt, geht von ihm aus. Alles an ihm und in ihm ist korrekt und unerbittlich! Er findet die kleinsten Flecken in den Menschen! Kurz, weil er selbst niemals gestrauchelt ist, fehlt ihm das Verstehen für die Schwäche Anderer." Jürgen von Wachenhusen war aufgesprungen und stand jetzt schlank und hoch vor seiner Schwester. Wolltest Du. daß es anders sei. Adda? Gerade das liebe ich an meinem Vater. Darum ordne ich mich ihm blindlings unter. Solche Menschen wie er. müssen sein, um d.is Ehrgefühl in dem jungen Nachwuchs zu wecken und ihre Ehre groß zu ziehen. Glaube mir. mit Menschengüte und Verzeihen ist das nicht gethan. Es muß etwas im Korps vorhanden sein, das wie ein Fels dasteht, der den Weg durch die Brandung anzeigt. Gleichviel, ob der Fels hart und kantig ist, und ob man sich an ihm blutig schlägt. Er gehört nun einmal dahin. Solch ein Fels ist unser Vater! Dagegen sage mir kein Wort, das verstehst Du nicht." Adda von Wachenhusens große, dunkle Augen sahen den Bruder fest an. Und wenn nun. um bei Deinem Beispiel zu bleiben, sich eines Tage?' herausstellen würde, daß Dein FelZ wankt, was dann? Die Liebe, die darüber forthelfen würde, hat er Dir doch nickt einzuflößen verstanden." Jürgens schönes, fröhliches Gesicht ist blaß geworden. Ein seltsam harter Ausdruck liegt um seinen Mund. Dann schösse ich mir vielleicht eine Kugel durch den Kopf, wenn ich keine Rechtfertigung für ihn fände." Sie sah träumerisch in die Weite. Wenn Dich und ihn jenes Gefühl, von dem ich vorher sagte, verbände, hättest Du anders gesprochen." Hören wir endlich damit auf, Adda. Es gibt Bäume, die groß und stark werden, ohne daß sie jemals Sonne gehabt haben. Und wieder andere sind da, die, weil sie ein ganze? Leben lang zu geschützt standen, bei plötzlichem Sturm und plötzlicher Kälte eingehen. Unser Vater weiß, warum er sich so und nicht anders mit uns gestellt hat. Und Du darbst doch jetzt auch nicht mehr, seitdem Du Hans Weddo hast!" Nein, Jürgen, seitdem bin ich so reich, so glücklich! Zuerst hab ich's nicht glauben können, daß er mich wieder liebt. Ich habe gekämpft und gerungen. um ihm mein Gefühl nicht zu verrathen. Und doch wäre es gar nicht nöthig gewesen. Ich bin so stolz in dem Bewußtsein seine? Liebe. Sie hebt mich über meine Fehler hinaus, sie nimmt mir meine Stachlichkeit und meinen Starrsinn ich ich " Und sie legte in athemlosem Jubel die Arme um den Hals des Bruders und ihre Wange fest an die seine. Er wagt nicht, sich zu rühren, weil er fühlt, daß sie weint. Das greift ihm an's Herz. Bisher war alles eindruckslos an ihr abgeglitten. Es war. als ob ihr Bestes so lange geschlafen hatte bis Tarenberg es weckte. Und er dankte seinem Gott, daß es gerade diesem, dem besten und vornehmsten von allen, ver gönnt gewesen, die schlummernden Schätze zu heben. Als er. eine Weile später, ihre Arme von seinem Hals löste, erschien sie ihm eine ganz andere, als vorher. Die tiefe. heilige Frauenliebe lag in ihren Augen und in dem zarten Gesicht ein Ausdruck von Demuth und Hingebung. der ihn rührte. Er hatte bis jetzt noch gar nicht gewußt, daß sie so wund:r schön sei. Bei Tettaus war nun doch abgesagt worden, wenigstens für die jungen Wachenhusens. Als sie die Treppe hinuntergingen, um in das Koupe zu steiaen, erhielt der Oberst das Tcle gramm von dem Tode der Freifrau v. Tarenoerg. Jurgen erklärte seinem alten Herrn hierauf Mit vollster Be stimmtheit. daß er nach dieser Mitthei lung auf keinen Fall zu dem Fest gehen würde und Adda war plötzlich ohnmächtig geworden. Da mußte der Oberst wohl oder übel die Entschuldi gung für seine Kinder ausrichten. Er selbst sah keinen Grund für sich, abzusagen. Tettau war sem bester Ma jor, hatte Verbindungen zu hochstehen den Persönlichkeiten und Addas UnWohlsein würde vorübergehen. Dafür war Fräulein von Mechtritz da. So fuhr er denn allein in den dunklen Abend hinaus. Oberst von Wachenhusen und sein Sohn, der lange Oberleutnant Augen und der kleine dicke Hauptmann Mul ler. fuhren zum Begräbnin. Adda Wunsch, sie begleiten zu dürfen.. hatte der Oberst mrt emem schroffen nern abgelehnt. Er verstand sein stolze Kind nicht. Selbst wenn sich zwischen
ihr und Tarenoerg etwas entspinnen sollte, so begehrt man doch nicht zu der Trauerfeierlichkeii einer bisher Unbekannten zu fahren, nur mit der innerlichen Rechtfertigung, daß sie die Mutter denen, der ihr vielleicht einmal näher stehen wird, gewesen ist. Schweigsam rollten sie in dem überheizten Abtheil dahin. Ter Oberst mochte in der letzten Nacht nicht gut geschlafen haben. Sein Gesicht hatte einen blaßgrauen Schein und um seine Augen lagen tiefe, dunkle Schatten. Das kommt von den ewigen Bällen und Abfütterungen." philosophirtc Jürn im stillen und nahm sich fest vor, in Zukunft scharf auf seinen alten Herrn aufzupassen. Augen sah aelangweilt und der dicke Müller, der sein Frühstück vergessen hatte, hungrig aus. Jüraen wünschte die Beiden in's Pfefferland. In ihrer Gegenwart konnte er sich nicht mit dem Vater besprechen, wie man Tarenbergs Schmerz am erfolgreichsten beikommen konnte. Er war ordentlich böse, daß sie quasi den Befehl zum Mitfahren erhalten hatten. Was Hans Weddo wohl darnach fragte, ob ein paar gleichgiltiger Leute mehr oder weniger auf dem Friedhof umher ständen. Endlich war Raaschm erreicht. Sie nahmen auf dem Hohen -'Litzener Schlitten Platz. Vorwärts, im Fond, der Oberst und der dicke Müller, rückwärts Jürgen und der lange Augen. Wie eine Brücke von hinüber zu herüber lag auf ihren Knieen der mächtige vom Regiment gestiftete Kranz mit der schwarz-weißen Schleife. Scharf trabten die Trakehner an. Ihre feurigen
Augen glänzten und die Nüstern zuckten beweglich auf und nieder. Sie hatten leichte Arbeit. Es war mehr ein Zurückhalten der gleitenden Last, als ein Vorwärtsschieben, denn die Bahn war glatt wie ein Spiegel. Die Felder, rechts und links von derEhaussee. dehnten sich in blendender GleichMäßigkeit aus. Unabsehbar, schlicht und gewaltig. Keine Erhebung. Kein Thal. Wie Geistesriesen, die über alle Unebenheit erhaben, jedes Beiwerk äußerer Abwechslung verschmähen, weil sie einzig durch ihre Größe wirken wollen. Hell und scharf beleuchtete die Sonne die schimmernde Weite. Ihre Strahler, hatten eine eigenartig rothe Färbung. Sie entzündeten in den Fenstern der umliegenden Gehöfte ein sprühendes Feuer und lagen mit rostgem Schein dicht über den Schnccfeldern. Als die ersten Gebäude von Hohen-Litzen in Sicht kamen, richteten sich die Insassen des Schlittens aus ihrer lässigen Haltung straff empor. Viereckig, wie ein riesiger Würfel, lag das alte Schloß vor ihnen. Die Trauerfahne mit dem Tarenberg'schen Bärenkopf wehte vom Dache herab und auf dem breiten Wege lagen Tannen zweige und Blätter vom Lebensbaum. Sie muhten sich beeilen, um zum Anfang der Feierlichkeit zurecht zu kommen. An der Schloßtreppe bildeten die Dorfkinder bereits Spalier und unzählige Erwachsene standen neugierig und erwartungsvoll herum. Auf der Diele kam ihnen Hans Weddo ent gegen. Jürgen hatte ihn sich nach dem Schlage anders vorgestellt zerschlagen gebrochen von der Wucht des Schmerzes. Das war er nicht. Sein Gang war genau so straff und aufrecht, wie früher und sein Gesicht trug den Ausdruck eherner Ruhe. Nur viel älter und hagerer sah er aus. Oberst von Wachenhusen sparte sich die üblichen Beileidsworte. Ein stummer, fester Händedruck wurde zwischen ihnen gewechselt. Es hatte zuerst den Anschein, als wenn er Tarenberg in die Arme ziehen wolle. Aber es kam nicht dazu. Die starre Haltung seines Leutnants machte ihm die Zärtlichkeit, die er um seines Sohnes willen beabsichtigte. zur Unmöglichkeit. Jürgen überwand sie. Er zog den Freund an's Herz und strich ih.m leise über das Haar. Nur einen Augenblick hielten sie sich umschlungen. Aber er war doch lang genug, um zu zeigen, was jener litt! Wachenhusen hörte deutlich den Schlag des Herzens durch die dicke Uniform. Wie ein wildes Hämmern war es an seiner Brust gewesen. Dann kamen andere, it sich in glatten Worten und wehleidigen Reden erschöpften. Und über den Thränen und Seufzern schwebte ein schwerer Duft von Rosen und Cvvressen. (Fort etzung folgt.) Mnitcrstolz. Frau A.: So. so, also a großer Herr ist cc worden in der Stadt, der Franel?" F r a u B. (Mutter eines Trambahn-Kutschers): Dös is wahr, wenn mei Franzel kimmt, weich: all's aus" Zu den besten deutschen Schafrassen gehören die Heidschnucke im Lüneburgschen, das Wesermarschschaf und das Rkönschaf. Höchstens. Sommerfrischler: Sagen Sie mir, warum sind denn die Klöße heute gar so schwarz?" Wi r -t h i n : Ja. das muß höchstens von de Händ' sein!" Gin Srieffragrnet. ...Unser Vureauchef Meier ist sehr krank. Gebe der Himmel, daß er uns erhalten bleibt! Leider wird er wohl aber nicht zu retten sein und also dürfte mein sehnlichster Wunsch, zum Bureauchef ernannt zu werden, endlich in Erfüllung gehen."
Ejsenbukn
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