Indiana Tribüne, Volume 29, Number 305, Indianapolis, Marion County, 18 August 1906 — Page 6

6

Und doch d doch

Bon Georg Grötzfch. Ist eine eigene, närrische Welt. Vehe so einsam über das Feld, ElückSfroh und lächelnd im Sonnenschein. ichts Bitt're. Häßliches drängt sich mir ein, Ist recht eine Stimmung voll Feiertag. Ein Mittag ohne Scry' und Plag'. Ein gnädiges Stündleni im WeÜengeschick. Cin köstlicher Tropfen vom Götterglück. Und wo ich geh', die Blümlein gruken. Und wo ich steh', die Knospen sprienen. Und Falter an Falter in luftiger Reihe Ein Frühlingstag ist's in blühendster Weihe! Und doch und doch ist eine eigene Welt. enn plötzlich durch die Heide gellt Ein Lachen, schneidend und höhnisch kalt. W'e Teufelsfpuk im Hinterhalt. In keiltet zu sehen auf weiter Flur, Nur ich und meines Weges Spur, Ist nichts zu fühlen als Wärme und Licht. Und nichts zu ahnen, als cin Gedicht fton weißen Rosen im Monat Mai Und doch und dock eS war ein Schrei, Eo frühlingsmordend und hcrßentbrannt. Zdaß mir mein Herzschlag stille stand. Ist eine eigene, närrische Welt. Cupidos Schelmenstreich. Humoreske von Klara Baumbach. Amt t Nr. 249. Hofiraiteur Ziller." Bitte rufen." Hier HMer; wer dort?" Hier Eckhardt. Bitte senden J6fc morgen, Sonntag Abend, 8 Uhi. 6 Kuverts ä 8 Mark zu Eckhardt. Leipziger Straße 17. Verstanden?" Ja. gewiß. Soll pünktlich besorgt werden!" .Schluß." .Schluß." Frau Geheimrath lächelt befriedigt; auf Hiller kann man sich verlassen. Also. Männchen." wendet sie sich geschäftig an ihren sich sorglos im Echcutkelstuhl wiegenden Gatten, die Weinfrage übernimmst wohl Du. sorgst auch wohl für Blumen auf dem Tisch oder sonst irgend eine ntte Ueberraschung; aber so rühre Tich doch Deine Ruhe kann einem ganz kribblig machen !" Seufzend erhebt sich der Gatte, eingedenk seiner ihm aufgetragenen Pflichten, nimmt Hut und Stock und steuert mit gefurchter Stirn den Linden zu, um sich vorerst beim BlumenSchmidt seines Auftrags zu entledigen. Die Geheimräthin begiebt sich hierauf zu ihrer Tochter und stürmt auf diese ein: Marga, ich habe miYs überlegt, Du ziehst morgen lieber Dein hellblaues Tuchkleid an Du siehst dariii vortheilhafter als in dem weißen Spitzenkleide aus." Aber Mutti das Tuchkleid ! Das heißt ja: ersticken müssen. Bedenke doch die Absolvirung eines acht Mark-Kuverts von Hiller und die süßen Tiraden des scheußlichen Bo-.on don Ulffheim." Du wirst ihn weniger sehe l ßluh" finden, sobald Du erst Frau Baronin bist." Nein, Mutti; das thue ich mir nicht an!" Was?" Baronin Ulffheim zu werden." Es paßt Dir wohl nicht einmal?" Es klänge gar nicht so übel nur müßte er nicht dazu gehören." Du undankbares Kind! Da schicke ich Papa zu Schmidt, ich bestelle das Menu bei Hiller und das alles, .weil ich sehe, daß Du auf den Baron Eindruck gemacht hast." .Meinethalben hättest Du Dir wahrhaftig die Mühe sparen können!" Tief aufseufzend verläßt die Räthin wieder das Zimmer. Marga blieb allein und marterte ihr Hirn, was sie thun könnte, um diesen widerwärtigen Gecken" unschädlich zu machen, dber so sehr sie auch grübelte und sann etwas Annehmbares fiel ihr nicht ein. .Frau Baronin," flüsterte sie leise und nickte ihrem Ebenbilde im Wandspiegel schlemisch zu. ..klingt ja ganz nett aber der Mann als Zugabe?! Jedenfalls ziehe ich mir nur das Spitzenkleid an, weil es mich nicht besonders kleidet. Am nächsten Abend erschienen mit -militärischer Pünktlichkeit Baron Tdolar von Ulffheim mit seiner Schwester bei Geheimrath Eckhardt zum Souper und wurden von der Familie vorerst im Salon empfangen Dem Sohne des Hauses. Arthur EckHardt, Ingenieur, war für heute die anmuthige" Aufgabe zugefallen, daö Fraulem von Ulffheim zu unterhal ten. und wer die junge Dame in ari pokratischer Unnahbarkeit. Stolz und Dünkel in jeder Miene des nichtssagenden Gesichtes, an seiner Seite sah. mußte aufrichtiges Mitgefühl mit dem Ingenieur, ob dieser Sisyphus erbeit, empfinden. Das strohblonde Haar trug sie gescheitelt und so straff ungekämmt, daß sie wohl um zehn Jahre älter erschien, als sie sein lochte, und das dunkelgraue Woll tleidchen, welches als einzigen Auf putz am Kragenschluß eine Bernstein brosche aufwies, trug nicht dazu bei, den Eindruck ihrer Persönlichkeit zu hohen. DaZ Redebächlein aller rann so leise dahin, daß es jeden Augenbli

m Sande zu verlaufen drohte, denn Marga hatte es sich zur Aufgabe gestellt, ihrerseits nichts zur Unterhaltung beizutragen, sondern den mo nokeltragenden Adolar zu vergraulen", und Fräulein von Ulffheim war trotz übermenschlicher Anstrengung des Ingenieurs nicht über ja" ode? .nein" hinauszubringen. Dazu kam als erschwerendes Moment, daß die Geheimräthin alle Augenblicke in der Küche vergebliche Nachfrage hielt, ob Hiller noch nicht geschickt habe," waö zur Verbesserung ihrer Stimmung auch keineswegs beitrug, und dem Geheimrath war die geschraubte Conversation im höchsten Grade zuwider da redete er lieber gar nicht. Inzwischen waren die Hillerschen Boten mit dem Souper Leipziger Straße 70 nngelangt und begaben sich daselbst an allen Entreethüren auf die Suche nach dem Namensschild von Eckhardt. Det is ne faule Kiste die scheinen hier nicht zu Hausen," mente der eine, als sie bereits erfolglos im Parterre, ersten und zweiten Stock ge sucht hatten. Nu, dann suchen wir och mal im dritten Stock," erwiderte der andere, So jeh' doch man jleich ufn Kreuzberg." Ersetzte der erste, wer bei Hillern bestellt, wohnt man nich uf'm Olymp." .Immer man los uf alle Falle muß man jesehen haben, ob biö im term Dach kein Eckhardt oder so was ähnliches wohnt." Aechzend schleppten sie die schweren Körbe weiter, und ein Küchenjunge, ebenfalls beladen, folgte ihnen. Viktoria! Hier stehts: Aeggert det stimmt." Triumphirend rissen sie an der Klingel, eine ältere Frau off nete. und mit den Worten: Det is hier von Hillern abzujeben, 6 Mverts." stellten sie die Vorräthe an

der offenen Küchenthür ab. froh, endlich von ihren Lasten befreit zu sein. Die mnze Jeschichte is mir Unklar." meinte der eine im Heruntergehen, so ruppig sad's da oben aus und nich mal'n Trinkgeld!" Nich een Meter wollt' ick dafür. die janze Bagage los zu sein." entgegnete der andere. Die Wirtftau Kanzleiinspektor Aeggert sah halb betäubt auf alle auserlesenen Gerichte: Wer kann das nur anonym geschickt haben? Ah! Schildkrötensuppe ach! Ragout hm! Rehbraten." Geschäftig guckte sie unter alle die Deckel und entzückte sich an dem Anblick der kulinarischen Genusse. Im Zimmer begann ihr Fernbleiben aufzufallen, und als der junge Poftassistent Winkler, der bei der ftamilie zu Besuch war, nun nach der Küche kam, rf ihm Frau Aeggert dankerfüllt entgegen: O, lieber Winkler, das können nur Sie geschickt haben; nein, diese Aufmerksamkeit!" Was soll ich denn geschickt haben?" Verstellen Sie sich nur nicht! 6 Kuverts von Hiller. das war doch niemand anders, wie Sie." Lächelnd wehrte er ab und versiUCllt, IUIUUUS UllJUUlUll tylClUU gu -X t- K i .4n P X X. t T k sein, aber Frau Aeggert ließ es sich nicht ausreden, daß man die Sendung nur ihm zu danken habe. Dabei hantirte sie eifrig in der Küche und wärmte die Speisen, während ihre Tochter den Tisch deckte. Das war eine Aufregung! Die hoffnungsvollen Söhne des Hauses, 14 und 16 Jahre alt, umtanzten die Speisen wie das goldene Kalb, uud der alte Großvater wackelte die drei Treppen hinunter, um beim Kaufmann zwei Flaschen Wein zu holen; er mußte doch auch das Seinige zum Schmause beitragen. Winkler wurde allseitig als Spender des lukullischen Mahles gefeiert, was er zwar ablehnend, aber doch geschmeichelt über sich ergehen ließ. Es mundete vortrefflich. Die beiden Söhne kauten mit beiden Backen, um quantitativ nicht zu kurz zu kommen, und schließlich trug der Wein, hier ein seltenes, ungewohntes Naß, wesentlich zur Erhöhung der Stimmung bei. Man war ganz frohe Laune", die sich von Gang zu Gang noch steigerte. Als Winkler beim Braten angelangt, in tollem Uebermuth sein Weinglas hob und zu toasten anfing, hingen aller Augen erwartungsvoll an seinen Lippen. Er begann: Gibt es in Berlin wohl ein Hj, wo sich's so gemüthlich leben läßt, wie bei Familie Aeggert? Nein so was jibts ja gar nicht! Der trauliche Ton, der in diesen Räumen herrscht, ließ mich bald da heimisch werden, und ich kann mir überhaupt keinen Abend mehr vorstellen, den ich nicht bei Aeggerts verlebe. Der gute Großpapa, die freundliche Hausfrau, Wilhelm und Karl," hierbei gab einer der edlen Sprößlinge dem andern einen Rippenstoß .sie alle haben mich hier gefesselt. Doch ist noch ein ganz besonderer Magnet, der mich dauernd anzog trotz all der erkünstelten Versuche, abstoßend" zu sein und mich so fest hielt, daß ich nie wieder loskommen könnte! Es ist dleS Elise, meine holde Nachbarin." Mein Gott," stammelte diese. Der Schreck, die Ueberraschung überwälrigten sie. Und wenn mich nicht alles trügt," fuhr er freudigen Tones fort, .so

yaoe icy auch Gnade w. turen Augen

gefunden. Nicht wahr. Mama Aegert? Sie könnten also so aut fern und uns Ihren Segen geben." Sprachlos blieben zuerst alle aus ihren Platzen. Winkler schlang die Arme um Elise, welche sich erröthend an ihn schmiegte. Frau Aeggert schlug die Hände zusammen: .Aber Kinder nu sagt man bloß wie ist denn das möglich!" Dem Großvater rollten große Thränen in den Bart, und die beiden Brüder riefen: Nrni sind wir die Me los." und sorgten in ihrer lümmelhaften Ausgelassnheit dafür, daß die Stimmung nicht rührselig wurde. Fast 9 Uhr war es, als Frau Geheimrath Eckhardt, ganz außer sich über die Unpünktlühteit von Hiller. an das Telephon trat und sich bitter hierüber beschwerte. Aber das Souper ist ja seit fasi einer Stunde bei Ihnen," wurde ihr zur Antwort. .Bei mir? Das ist aber stark! Es ist ja nichts angelanat." Ja. gewiß. Leipziger Straße 70. bei Aeggert." Was 70?" ruft sie fassungölos. ich sagte Ihnen doch: 17. .Da habe ich falsch verstanden bitte tausendmal um Entschuldigung" Mein Gott was soll man da thun? Die Gäste sitzen schon dreiviertel Stunden da; können Sie mir sofort andere sechs Kuverts schicken?" .Nun eine Stunde wird wohl darüber vergehen." Setzen Sie alle Hebel in Bewegung. das Souper so schnell wie möglich zu senden." Ich werde mein Möglichstes thun." In peinlichster Verlegenheit, fieberhaft erregt, mußte sich die Geheimräthin nun entschließen, ihren Gasten den ganzen Sachverhalt klarzulegen, um die Wartezeit einer weiteren Stunde zu rechtfertigen. Fräulein von Ulffheim wurde, wenn möglich, noch einsilbiger als zuvor, und Baron Adolars Versuche, geistreich zu sein, scheiterten mehr denn je. Das ariftokratische Empfinden beider fühlte sich durch diese Art der geheimrathlichen Speieanmiethung im hochtzen Grade erschüttert, und den regulären Hunger", der durch Zulangen aus einer Schale mit Cakes nicht gestillt wden konnte, fanden sie durchaus nicht comme il faut". Die allgemeine Stimmung blieb unerquicklich, als endlich nach 10 Uhr servirt toir.be. Marga schwieg, ihrer Absicht getreu, mit Fräulein von Ulffheim um die Wette, und diese bedauerte ausrichtig, den Bruder überHaupt begleitei zu haben; mochte Marga Eckhardt immerhin die gute Partie sein, die Adolar verlockend erschien. Letzterer fand heute Fräulein Eckhardt, im Gegensatz zu sonst, ge radezu langweilig, und die Geheimräthin war so empört über die ablehnende Haltung ihrer Tochter und das Fiasko mit dem zwei Stunden zu spät erscheinenden Abendessen, da sie jedes Wort Anstrengung kostete. Der Geheimrath ließ dies alles wie ein unabänderliches Verhängniß über sich ergehen. Gott sei Dank! Der wäre für immer unschädlich gemacht." seufzt Marga erleichtert auf. als sich das Geschwisterpaar um 12 Uhr empfahl. Die Verlobungslaune bei Aeggerts war die denkbar froheste, als es in der 10. Stunde wiederum klingelte. Der neugebackene Bräutigam begab sich hinaus, öffnete doch wer schildert sein Erschrecken, als die Boten von Hiller nach dem Souper fragen, das irrthümlich" abgegeben wäre. I du meine Güte! Das haben wir ja gegessen," rief er entsetzt. Denn muß ick Ihnen zu meinem Bedauern die Rechnung präsentiren," grunzte der eine, im Stillen vergnügt, sich einigermaßen für das nichtempfangene Trinkgeld zu rächen. .Was 48 Mark; aber " Im selben Augenblick rief Elise zur Stubenthür hinaus: Wer ist denn da?" Winkler steckte rasch die Rechnung zu sich, flüsterte: Ich werde morgen bezahlen kommen." und sich an seine Braut wendend, meinte er: Es war nur ein armer Reisender." Den wahren Sachverhalt durfte er keinesfalls merken lassen; lieber blieb er wirklich der noble Essenspender, als der er bis jetzt gegolten. Und schließlich war es ja doch sein Berlobungsmahl geworden wer weiß, wann er ohne dieses den Muth, sich zu erklaren, gefunden hätte! Wünsche. Karl Joseph Fürst von Ligne, der als geistreich bekannte österreichische Staatsmann und Feldherr (1735 1814), wurde bei einem der opulenten Gastmähler, die er auf seinem bei Wien gelegenen Schlosse zu geben pflegte, von einer aristokratischen Dame gefragt, was er wohl für persönliche Wünsche hätte, falls er noch einmal geboren würde. Flugs entaegnete er: .Bis zu meinem 30. Leoensjahre möchte ich eine schöne, aerstreiche Frau, wie meine reizende Fragerin; bis zum 60. Jahre ein tüchtiger. glücklicher Feldherr und bis $um 80. Jahre ein hochmögender Kardinal sein."

Allerlei für' Hau.

Federposen mechtmanam besten hart, indem man ihnen das Fettige entzieht. Entweder erwärmt man sie über Kohlen, in warmer Asche oder warmem Sande, oder man legt sie auf ein Tuch und stricht mit einem starken Messer drückend über hie Spule hin. wodurch sie oben und unten einen glasartigen Streifen bekommt. Ein anderes Verfahren besteht darin, daß man die Asche in erwärmten Spulen in kalte Lauge, Aetznatron. taucht und dies zwei- bis dreimal wiederholt.Man kann auch die Federn in der Lauge kochen. Wasserdichte Schuhe. Um Schuhwerk wasserdicht zu machen, ist das einfachste Mittel eine Auflösung von bestem weichen Paraffin in Benzin, welches allen Anforderungen genügt. Das Paraffin wird fein geschnitten, in eine halb mit Benzin gefüllte Flasche geworfen, diese öfter umgeschüttelt und die gesättigte Lösung mit einem Haarpinsel oder einer weichen Bürste aufgetragen. Das Benzin verdunstet schnell und läßt das Parafsin in den Poren zurück, so daß man in der Regel mit einer einzigen Ueber. streichung das Oberleder sättigt, während die Nähte in den Fugen zwischen Sohle und Oberleder noch besonders sorgfältig überpinselt werden müssen. Die Schuh? nehmen bald wieder Schwärze oder Wichse an. Erst nach längerer Benutzung macht sich eine abermalige Behandlung mit Paraffinlösung zur Erhaltung der Wasserdicht tigkeit nöthig. Verblaßte Stoffe. Farben, ausgegangene, stellt man in Stoffen wieder her: 1. wenn man die verblaßte Stelle mit Baumwolle, die man in Natron taucht, reibt, wobei die gleiche Baumwolle höchstens zweimal benutzt werden darf. 2. Bei farbigen Stoffen. welche durch Soda oder scharfe Seifen gelitten haben, betupft man die verblaßten Stellen mit einer Lösung von einem Theil Alaun auf drei Theile Wasser, bedeckt die Stellen mit einem feuchten Leinwandlappen und hält ein paar Minuten ein mäßig heißes Plätteisen darüber. 3. Ist durch Waschen mit Soda blauer Wollstoff grünlich geworden, so legt man ihn in Essigwasser. Frühkartoffeln auf einfache Art zu erzielen. Um vier Wochen vor dere gewöhnlichen Reifezeit Kartoffeln zu erhalten, nehme man mitelgroße Kartoffeln mit aus gereiften Augen und zwar Frllhsorten wie Viktor, Erstling, Frührosen oder dergleichen, breite diese Knollen dann auf einem Brette aus und lasse sie ungefähr vier Wochen an einem warmen Orte ruhen. Während dieser Zeit richtcn wir den zum Anbau der Kartoffeln bestimmten Platz her. indem wir Grä ben von 12 Zoll Tirfe graben. Die Entfernung der Gräben untereinander soll ungefähr 112 Fuß betragen. Auf die Sohle dieser Gräben bringt man Laub und Mist und bedecke das dann mit einer handhohen Schicht Erde. Jetzt erst werden die geleimten Knollen gelegt und zwar in einer Entfernung von iy2 Fuß. Man nehme sich jedoch in Acht, daß keine Keime abbrechen. Die stärkeren Triebe werden nach oben gelegt. Nachdem die Knollen alle gepflanzt sind, decke man sie handhoch mit Erde zu. Zu dieser Art des Kar toffelanbaues ist ein warmer sandiger, leicht durchlässiger Boden nöthig. Gährung des Mo st es. Zum günstigen Verlauf der Gährung bedarf der Most einer ihm zusagenden Temperatur. Dieselbe schwankt Mischen 50 und 70 Grad Fahrenheit. Um dem Most diese Wärme zu v:rschaffen. gebe man genügend erhitzten Most zu dem kalten hinzu. Ersterer darf aber nicht in's Kochen kommen, da er sonst den sogenannten Koch- oder Brandgeschmack bekommt. Besser noch ist es. den ganzen Most zu erwärmen, indem man ihn durch ein Schlangenrohr leitet. welches im heißen Wasser steht. Blank gewordener Ehev i 0 t. Um aus noch gutem Cheviot den Glanz zu entfernen, bringt man einfach Wasser zur Anwendung, dem man Salmiakgeist und ein wenig Seifenbrühe zufügt. Auf einen Eimer Wasser rechnet man einen Löffel voll Salmiakgeist. Fettflecke entfernt man am besten mit reinem lauwarmen Wasser. Man legt unter die Flecke ein reines, weißes Tuch, wäscht dann mit einem Läppchen vorsichtig aus und. reibt sie mit einem anderen reinen Tuch. Dauerhaftes Schuhwerk. Um das Brüchigwerden des Leders zu verhindern, wird empfohlen, von Zeit zu Zeit dem Leder den verloren gegangenen Lohstoff auf's Neue zuzuführen. Zu diesem Zwecke macht man eine starke Abkochung von Eichenrinde, weicht die Stiesel oder die Schuhe darin ein und schmiert sie vor dem Trockenwerden mit Ricinusöl ein. Obstflecken in farbigen Stoffen lassen sich leicht entfernen, indem man die frisch befleckte Stelle über einen Topf hält und oben aus einem Gefäß einen dünnen Strahl kochenden Wassers durchlaufen läßt. Bei waschechten und weißen Stoffen verwende man stets Seife. Heiße Milch statt Wasser durch den Stoff gegossen, leistet noch bessere Dienste. Später kann man die Flecken mit warmem Wasser in gewöhnlicher Weise vollständig und leicht auswaschen.

Die Offene Thür in Her Mschu. HU

Vor einigen Wochen begaben sich vier hervorragende Kaufleute aus Schanghai nach der Mandschurei, um sich persönlich davon zu überzeugen, was der Grund für die jetzigen Schwierigkeiten sei, mit der dortigen Gegend Handel zu treiben, und ov die Japaner wirklich, wie vielfach behauptet wurde, einen unbillige Bortheil daraus zögen, daß ihre Truppen noch im Lande stehen. Die vier Reisenden sind vor Kurzem zurückgekehrt, und einer von ihnen, Herr Wrighton. hat alsbald einem Vertreter der North China Daily News eine Unterredung über die Angelegenheit gewährt. Er äußerte sich zunächst über die kaufmännischen Aussichten in der Mandschurei und meinte in Ueberernsiimmung mit früheren Beurtheilern, daß sie recht bedeutend wären. Dann ging er auf den eigentlichcn Zweck der Reise über. D japanischen Behörden", sagte Herr Wrighton, empfingen uns überall mit der größten Höflichkeit und erleichteren uns unsere Aufgabe in jeder Weise. Unter gewöhnlichen Umständen hat es für Westländer jetzt noch seine Schwierigkeiten, im Innern zu reisen und bis nach Mukden zu kommen, aber ein Pah, den wir uns aus Tokio verschafft hatten, räumte diese Schwierigkeiten für uns weg. Doch beschränkten wir uns keineswegs darauf, Anfragen an die japanischen Beamten zu richten, sondern wir wandten uns außerdem an möglichst viele größere chinesische Kaufleute. Alle unsere Nachforschungen haben uns nun zu der Auffassung geführt, daß es sehr schwierig, wenn nicht unmöglich ist, einen Beweis dafür beizubringen, daß die japanischen Behörden die augenblickliche Lage dazu benutzen, anderen Nationen bei dem kaufmännischen Eindringen in diesen wichtigen Theil des chinesischen Reiches absichtlich Steine in den Weg zu werfen. Wenn in der großen, fruchtbaren und dicht bevölkerten Mandschurei die Nachfrage nach fremden Baumwollwaaren und anderen Gütern augenblicklich nicht größer ist. so hat man das in erster Linie einfach den Nachwirkungen des Krieges zuzuschreiben. Ein großer Theil des Landes wurde, wie man sich erinnern wird, während der Kämpfe von den beiderseitigen Heeren verwüstet. Dabei fiel das Getreide in großen Massen der Vernichtung anheim, und ganze Dörfer gingen in Flammen auf. Von dem Umfang, den die Verwüstung annahm, kann man sich noch jetzt durch den Augenschein überzeugen. Die Chinesen machen indessen auch hier ihrem Ruf Ehre, daß sie sich in solchen Fällen ungemein schnell wieder erholen. Die Einwohner der Dörfer und Städte sind zurück gekehrt, und der Wiederaufbau der Häuser schreitet rüstig vorwärts. Nun ist während der letzten Jahre in der Mandschurei allerdings nicht nur viel vernichtet worden, sondern es sind dafür auch große Summen Geldes in's Land gelangt. Aber man wird wohl ziemlich allgemein zugeben, daß das von den russischen und den japanischen Truppen ausgegebene Geld hauptsächlich der Klasse der Kulis, also Menschen, die nur von der Hand in den Mund leben, sowie ferner Abenteurern und Schlachtenbummlern mancherlei Art zu Gute gekommen ist, den kaufmännischen Kreisen dagegen nur in geringem Grade. Es ist immer wieder darauf hinzuweisen, daß noch kein Jahr ver, gangen ist, seitdem der Friede in Portsmouth dem langen und verzweiselten Kampf ein Ende bereitet hat. Wenn ich mich nicht irre, so waren nach der Einstellung der Feindseligkeiten in Südafrika auch viele Kaufleute bald sehr enttäuscht; sie hatten starke Einkäufe gemacht und konnten ihre Waaren bei weitem nicht so schnell absetzen, wie sie gehofft hatten, weil es geraumer Zeit bedürfte, bis die Dinge wieder vollständig in das alte und friedliche Geleise kamen. Ebenso kann in der Mandschurei der Großhandel das alte Gebiet nur allmählich wieder erobern, um so mehr, als die ftkkheren Verbindungen zu Wasser und zu Lande noch immer zu wünschen übrig las. sen; die Eisenbahn von Port Arthur nach Mukden ist erst ganz kürzlich wieder heraestellt worden. Für alle, die an dieser Frage interessirt sind, muß deshalb Geduld tfe Hauptparole sein. Nach meiner festen Ueberzeugung ist aber ein Wiederaufleben des Handels in weit bedeutenderem Umfange als früher das Endergebnitz." Schließlich bemerkte Wrighton noch, man könne es den Japanern gar nicht verdenken, wenn sie auf dem Gebiete des Handels aus dem Umstände, daß noch 40,000 Mann in der Mandschurei ständen. Vortheile zu erlangen suchten. Sobald das Land erst wieder vollständig in chinesischem Besitze wäre, würde dies wahrscheinlich von selbst anders werden. Die fremden Mächte möchten aber der langsamen chinesischen Regierung ihre guten Dienste anbieten, damit dieser ZeitPunkt eher herankclme. und sie möchten außerdem darauf hinwirken, daß alsdann Dalny eine ähnliche zollamtliche Stellung erhielte wie Tsingtau. Die Stad"t Berlin befitzt ein Vermögen von rund 665 Mißto nen Mark.

FREI Ei Packet Man-Medi;i für eine Dollar frei.

Ein Bollpacket für einrn Dollar der Mann-Mediün ist frei zu beziehen, wenn man nackfragt und die Ädreffe angiebt. Diese Mnn-M,di,in giebt Innen nochmals den Sprudel jugendlichen Glück den Puls und das Zittern vhvsiic.'en Wohlbehagens: sie macht den Mann männergleich, manneskräftig und mannesstark. Die Mann-Medizin wird thun, wa man von ihr erwartet. Mann-Medizin kurirt frühzeitigen Verfall, verstimmte Mannbarkeit, Nervenschwäche. Funktionstöruna, Abnahme der Lebenskrast, Liranlosigkeit, Verluste der Geschlechtskraft. Gedirnermattung. Rückenschmerzcn, Zerrüttung, Nierenleiden und Nervosität. Man ka.".n die üur zu Hause vornehmen. Wir verlangen keine Bezahlung irgend welcher Art keine Quittungen keine Versprechungen. Das Einzige, was wir verlangen, da man nicht die Mann Medizin aus purer Neugier fordert. Wir wünschen, da man die Medizin in billiger Weise ttprovt und man wieder zu seiner früheren starken Natur gelangt. Tieses gratis versckiickre Vollpacket ist der Beweis, was die Mann-Medizin zu thun vermag. Wir schicken e im einfachen Paxierumschlag,verschloss?n verpackt franko abgeliefert. Nur der Name und die Adresie ist nothwendig. Interstate Remedy Co., 1284 Luck Building. Tetroit, Mich. EIWAKD W. MESSMER, 102 Madifon ve. 'er u Alleiniger Agent der berühmten Williams Pumpen "N0 TRIX" "TO FIX". .Sarantirt eine Holzvumve au Vifen gemacht.' Reparaturen an Pumpen werden prompt und btllia ausgesiihrt. Reparaturen an Häufern wie Einlege neuer Sttnnen oder Anbringen neu bflufzrdhre au Zinn oder galvaniftrtem Eisen werden zu jede steit gemacht. I Karstadt Bros. Dampf Färberei und Reinigungsanftalt. Haupt, Ofltt.t: 1435 . Illinois Gtr. Branche: 248 Virginia Ave. 206 Jndiana ve. 218 -X Illinois. Beide Vhone Ln l 3n 43 Stund werden VonarrdSa nah uftu aus den llr'.n . Organen durch Santal'Mtdy aufgehoben ohne Unbequemlichkeiten. Prei $1.00, bei allen Truggift oder P. O. Bok 2081. New florf. Bereits seit längerer Zeit wünschte man in Frankreich ein Versuchsbassin zur AuSprobirung der Schiffsmodelle es handelt sich hauptsächlich um Modelle für Kriegsschifft zu besitzen, von denen man wußte, daß es deren mehrere in Deutschland, England, Italien und den Vereinigten Staaten gibt und daß die betreffenden Staaten den größte Nutzen daraus gezogen haben. Jetzt endlich ist auch in Grenelle, einer Bastion in dem beftfiigten Gürtel von Paris, ein Versuchsbassin für französische Schiffsmodelle eingeweiht worden. Das Bassin selbst ist 160 Meter lang, 10 Meter breit, und hat eine Tiefe von 4 Meter. Der Gebäudekomplex, in welchem daS Bassin sich befindet, besteht aus einer CentralHalle, der Bassinhalle, den verschiedenen KonftruktionsbureauS, einem Kesselhaus, einer Schmiede, einer Schmelzanlage und der elettrrschen Anlage, die alle Maschinen mit elekirischer Kraft speist. Die Gesammtfläche, die von den Gebäuden bedeckt ist. beträgt 2700 Quadratmeter. Die Ausgaben für die ganze Anlage belauftn sich auf 625,000 Franks. Die Modelle werde aus Paraffin hergestellt, das sich bekanntlich sehr leicht kneten, umformen und glätten läßt, wenn man es nur ein wenig erwärmt. Sie haben durchschnittlich eine Länge von ungefähr vier Meter, die für anzustellende Swdien völlig ausreichend sein soll. Die Panama - Hüte sind in diesem und dem vergangenen Jahre ein außerordentlich begehrter Artikel gewesen. Der Gesammtexport dieser Hüte betrug im Jahre 1906 rund 21,500 Dutzend; davon entfielen allein au5 Deutschland 228 Dutzend, das sind 26,736 Stück. Den größten Verbrauch hatten die Vereinigten Staaten mit 6876 Dutzend und England mit 2620 Dutzend.