Indiana Tribüne, Volume 29, Number 305, Indianapolis, Marion County, 18 August 1906 — Page 4
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Indiana Tribüne. Hnaucdn von dn tdg G. Indianapolis, Ind.
varry O. Zhdiu f ntfoent. Geschäfts local No. 31 Süd Delaware Straße. TELflPHONE SV. Wrtered at the Pott Office ot Indianapolis ai ccond clas matter. Der Teutsch - Amerikanische Ratioal-Vund. In einem zweiten offenen Briefe wendet sich nochmals der Vorstand des Deutfch'Amerikanis chen NationalBun deS an die deutschen Wühler WiScon. fin'S um die Wiederwahl des Richters John I. JenkinS, dem bisherigen Ver treter deS 11. KongreßDiftriktS, zu sichern. Der NationalBund verfolgt mit scharfer Aufmerksamkeit die Bor gange im Lande und greift überall da thätig ein. wo eS gilt die Interessen der Deutsch. Amerikaner zu wahren und die freiheitlichen Institutionen deS Landes aufrecht zu erhalten. Der zweite Brief lautet wir folgt: An die Deutsch.Amerikaner von WiS confin ! Der Vorstand des DeutschAmerika Nischen National.BundeS ist im Besitze eines Schreibens von Richter John I. Jenkinö, dem Vertreter des 11. Kongreß'DiftriktS von Wisconsin, worin er für die Mithilfe zur Erlangung einer Wiedererwühlung seinen Dank auSspricht und im Weiteren darauf hin weift, daß die Prohibitioniften den Versuch machen werden, ihn bei den Primärwahlen am 1. September aus dem Felde zu schlagen. Schon in dem ersten offenen Brief sagten wir: Betheiligt Euch an den Vorwahlen und seid vor den Schlichen der Prohibitioniften auf der Hut." WaS wir vermutheten, ist eingetroffen: Richter JenkinS soll um seine Wieder nomination gebracht werden, weil er als Vorsitzer des JuftizKomiteS des Repräsentanten'HauseS bei Berathung der Hepbum Dolliver ProhibitionS Borlage die strikteste Unparteilichkeit walten ließ. ES wäre eine Schmach, wenn die liberal gesinnten Wähler seines Di strikt die zulaffen würden. Darum, ihr Wühler der EountieS Barron. Bay. field. Burnett, Ehippewa, Douglas, Dunn, Gates, Pier, Polk, St. Eroix, Sawyer und Washburn, die den 11. Kongreß'Diftrikt bilden, stimmt bei der nächsten Primärwahl für Richter Jen kinö ! Nur dadurch können Kongreßmün ner, die den Muth haben, der Beein fluffung durch die Prohibitioniften zu widerstehen, geschützt und überzeugt werden, daß ihr muthiges Verhalten auch anerkannt und geschätzt wird. Nur wenn ttongreßmänner wissen, daß sie eine liberale Wählerschaft hinter sich haben, werden sie veranlaßt werden, ihr muthigeS Verhalten fortzusetzen, dadurch gleichzeitig Andere ermuthi gend, dasselbe zu thun. Nur auf die sem Wege kann die Macht der Prohi bitionifien über den Kongreß gebrochen werden. Für den Vorstand des National. Bundes, Dr. S. I. Hex am er, Präs. Adolph Timm, Sekretär. Phila., im August 1906. Eine Periode praktischer Reformen in Rußland. Mit großer Zuverficht kündigten die englischen und fränzöfischen Zeitungen bei der Nachricht von der Auflösung der Reichs. Tuma eine jetzt unvermeidliche grausig'grandiose Katastrophe in Ruß. land an. Sie haben sich als schlechte Propheten erwiesen und suchen jetzt ihre Verlegenheit durch die fadenscheinige Ausrede zu verdecken, das russische Volk sei augenblicklich mit der Ernte deschüf ttgt und verspan sich seinm Zorne. auSbruch auf den Oktober. ES ist aber sehr stark zu bezweifeln, ob im Volte die leidenschaftliche Erregung für die Erkkmpfung der Freiheit bis dahin an halten wird.USchon der alte Goethe hat bemerkt: Begeisterung ist kewe Hü ring -Waare, die man einpökelt." In der That ift die Situation in Rußland gerade in Folge der Duma Auflösung eine viel geklärte und be uhigtere. ES stellt sich heraus, daß die DumaMajorität, ebenso wie die englische und französische Presse, sich von dem Kongreß der Kadetten beein
fluffen ließ, der für den Fall, daß die Regierung seinen Beschlüssen nicht ge horchte, mit dem Eintreten eines ganz fürchterlichen EreigniffeS drohte, für das er die Verantwortung von sich ab wälzte. Nun hat sich aber die russische Regierung nicht schrecken laffen. Der Mann, der allen leidenschaftlichen An griffen und Kraftworten der BolkSver treter gegenüber feine Kaltblütigkeit bewahrte, der damalige Minister deS Innern Stolypin, hat die Berantwor. tung dafür übernommen, daß die für den Fall der Auflösung der Duma an gedrohten Schrecknisse nicht eintreten werden. Er hat jetzt als Premiermini fter bereits bewiesen, daß er sich die falsche Alternative: Entweder Parla mentsherrschaft im Sinne der Duma Majoritäl oder brutalste Gewaltherr fchaft" nicht aufdrängen läßt. Seine Kundgebungen und die ruhige Haltung deS russischen Volkes bedeuten da? Ende der Gewaltausbrüche im politischen Le den Rußlands. Die Sehnsucht nach geordneten Zuständen beherrscht äugen blicklich die Situation. Stolypin wird nicht viel Energie zu entwickeln brauchen, um den negativen Theil seines Programms durchzu setzen: Weder Reaktion noch Revolu tion, kein weißer und kein rother Schrecken, keine Verhetzungen oder Einschüchterungsversuche durch die Bu reaukratie, die schwarzen Banden, die Sozialrevolutionäre oder den jüdischen Bund". Sowie die Ueberzeugung durchdringt, daß am Hofe die Parteien nicht mehr die Vorgänge in den Pro vinzen als Symptome der Volksftim mung ausnutzen können, um den Zaren für sich zu gewinnen, ift der dringendste Theil seiner Aufgabe bereits erfüllt. Hat die Ueberzeugung von der unpar teilichen Strenge der Eentralregierung erst wieder Platz gegriffen, so ist auch die Armee ausgeschaltet aus den politischen Kämpfen. Jede Woche der Ruhe erleichtert den schließlichen Erfolg, den Stolypin vorhergesagt hat. Der positive Fortschritt des neuen Ministeriums wird sich aber in seinen Verwaltungsreformen offenbaren. Stolypin ift kein Bureaukrat oder Scha blonenmenfch; er weiß sehr wohl, daß eine sittliche Hebung des Beamtenftan deS und eine schärfere Kontrolle der Administration die Bedingung deS dauernden inneren Friedens in Ruß land find. Aber ohne die Bureaukra tie läßt sich ein solches Reich nicht regie r r i r
ren. Ntcyt mn manenyasken an, sungen oder schroffen Maßregeln ift da durchzuringen, sondern durch Bele bung deS Ehrgefühls, Heranziehung zu klar vorgeschriebenen Pflichten im Dienste deS Volkswohles, Ermunterung der ehrlicheren und arbeitsameren Ele mente in der Beamtenschaft. Vor al len Dingen will er dem VerwaltungS dienfte durch die Lösung der agrarischen Frage einen neuen Inhalt geben. Die Bewältigung der lokalen Schwierigkei ten hofft er durch Verbindung von Staatsbeamten mit lokalen ehrenamt lichen Kommissionen zu bewältigen. Ein Programm dazu behauptet er schon fertig zu haben. Zu den friedlichen Reformen will er sehr gern geeignete ehemalige Duma Mitglieder heranziehen. Da die Füh. rer der Kadettenpartei nicht mit ihm zusammenarbeiten wollen, so bietet er eben die Portefeuille den Mitgliedern deS Verbandes '.vom 30. Oktober, den ehemaligen Duma Mitgliedern Graf Heyden und Stachowitfch, an. Um so weniger kann die Fiction aufrecht er halten werden, daß eö sich auch in Zu kunft um einen Kampf der Bureaukra tie gegen dieDuma handelt. Sehr zu Statten kommt dem verant wortlichen Staatsmann Rußlands, daß er ja ganze Gruppen von sozialen Ge setzen nach dem Muster des Auslandes, speziell Deutschlands im Zarenreiche einführen kann. Er läßt bereits Ent würfe zur Einführung der Kranken und Unfallversicherung, zur Schaffung von gesunden Arbeiterwohnungen, zur Verbesserung der Fabrikgesetzgebung u. s. w. anfertigen. Wenn die neue Duma dann zusammentritt, kann er ihr reichen BerathungSftoff von prak tischer Bedeutung '.vorlegen, damit sie nicht wieder aus Mangel an anderer Beschäftigung in allgemeine DlSkusfio nen über polttischeZJdeale zu verfallen braucht. Die .wichtige Aufgabe, bei der Kontrolle der Verwaltung mitzu arbeiten, könnte die Duma freilich am besten vollziehen, wenn er ihr ein ganz detaillirteS Budget zur Durchberathunz vorlegte. Das wird wohl aber erst ge schehen, wenn sich die neue Duma fähig gezeigt hat, nüchtern und ruhig die Geschäfte zu erledigen, für die ein Par lament da ift. i
Sin schönes Bild, diese Zehntan
sende von alten Soldaten, die da gegen wärtig in MinneapoliS versammelt find, um die kameradschaftlichen Bande zu erneuern, die vor mehr als vierzig Jahren auf dem Schlachtfelde geknüpft wurden. Es ist ein stolzes Wort, wenn ge sagt wird, das Volk sei der Staat, und daö Volk allein habe das Recht, sich zu regieren. Jene aber, die das am lau testen betonen, vergessen nur zu leicht, daß sie nicht da einzige Volk im Staate find, und nicht das ganze. Bei einem farbigen Ehepaare in Eleveland ift der Storch in einem Zeit räume von fünfunddreißig Jahren vierundzwanzig Mal eingekehrt. Und sämmtliche 24 Kinder 16 Kna den und 8 Mädchen leben. Mit solchem Segen in den Familien unserer Multimillionäre würde die Vertheilung der großen Vermögen fich von selbst regeln. Bauerlaubnißschein e. I. H. Hoffman, Wohnhaus, Washing ton, nahe Colorado Str., $2,500. Howard M. E. Eloan, zweistöckiges Wohnhaus. 3323 Graceland Ave., tzl.775. Charles Bradburn, Anbau, 9 Ehester Ave., K600. Security Trust Company, Reparaturen, St. Clair und Illinois Str., 1500. M. L. Van Horn. Wohnhaus, 214 Süd Au. dubon Road, $3,150. Alice L. Walker, zwei Wohnhäuser, Roache, nahe Clifton Str., $3,800. Terre Haute Brewing Company, Anbau, 317 Süd New Jersey Str., $1.300. Gottlieb Leukhardt, Die gemüthliche Ecke", Ecke Noble und Market Str. Schiffsnachrichten. Havre: La GaScogne" von New Jork. Nicht zu helfe. ' Arzt: Herr Baron sollten 'mal einen Wechsel in Ihren Lebensgewohnheiten eintreten lassen." Baron (verschuldet): Schon versucht, Neber Doktor, es pumpt mir keiner mehr!" O diese Kinder! Die kleine Trude will wieder ew mal, allem Zureden zum Trotz, ihre Suppe nicht essen. Mama: Wie manches arme Kind wäre ftoh. wenn es nur die Hälfte hätte!Trudchen: Ich auch, Mama!" Auf dem Sterbebette. Ein stark Verschuldeter liegt auf dem Sterbebette. Ach," seufzte er. könnte ich doch nur noch so lange leben, bis ich meine Schulden bezahlt habe!" Herr," versetzte der Arzt, wollen Sie denn ewig leben?" Ein praktischer Vater. Vater lzu seinem Sohne, einem jungen Mediziner): WennDu schon werden willst Spezialist, so werd doch lieber Zahn- als Ohrenarzt; Zähne hat der Mensch zroeiunddreitzig und Ohren nur zwei!" Hooligan ursprünglich der Nanr einer irischen Verbrecherfamilie. Der Prozeß gegen diese Verbrechersamilie erregte weit über Irland und England hinaus ungeheures Aufsehen. Seit dieser Zeit hat man Verbrechern solcher Art, PMnderern, Räubern u. s. w., namentlich den Londoner Wegelagerern, die ihre Opfer durch den Kopfstoß gegen den Magen widerstandsunsähig machen, den Namen Hooligan beigelegt. in er Schätzung nachbedecken die Eisfelder im Inneren Grönland's gegenwärtig eine Fläche von mehr als iy2 Millionen Quadratkilometer (d. h. dreimal so viel wie das deutsche Reich) durchschnittlich in der Dicke von 25Q0 Mete,;,
,,HauswZsche."
Si praktisches Verfahren der HauSrelnb (lit3 durch ?amp. In großen Städten, ganz besonders in Jndustrieaegenden, erhalten die Häuser gar bald durch die der Luf. beigemengten Verunreinigungen ein schmutziges, den GesammteindrucZ störendes Aussehen. In ganz besonders starkem Maße hat stch'dies in Hausrcinigcr bei der Arbeit. London bemerkbar gemacht, wo noch der Nebel das Seinize zur starken Veranreinigung beiträgt. Man ist daher dort zu einer neuen, sehr praktischer Methode übergegangen, die Fassade der Gebäude mittelst Dampfstrahl zu reinigen. Die gesammte für eine solche Reinigung erforderliche Anlage besteht ani einem einfachen kleinen Dampfkessel, der für schnelle Inbetriebsetzung eingerichtet ist und leicht an jeden Ort gefahren werden kann. Hinter einem wenig Raum .einnehmenden Verschlage wird diese Dampferzeugungsanlagc aufgestellt und an sie sind lange Gummischlauchleitungen angeschlossen, die in Düsen ausmünden und von Arbeitsleuten gehandhabt werden. Letztere sind in wasserdichte Anzüge gekleidet und werden durch flaschenzugartigc Vorrichtungen mittelst Seilen an den Gebäuden hochgezogen. Der Schlauch ist seitlich an dem im Flaschenzug eingehängten Sitzbrett befestigt, so daß der Arbeiter die Düsc mit einer Hand bequem handhaben und den Dampfstrahl auf die zu reinigend? Fläche dirigircn kann, während er sich mit der anderen Hand an irgendeinen! Vorsprung des Gebäudes festhält. Gcncral von Marchtaicr. Rastye Karriere des neuen württembergische Kriegsministers. Die erste der Personalveränderungen, die sich in jüngster Zeit im württembergischcn Staatsministerium vollzogen haben, wurde durch den Rücktritt des bisherigen Kriegsministers General der Infanterie von Schnürlen O . Generalleutnant v. Marchtalcr. veranlaßt. An seiner Stelle ist Generalleutnant v. Marchtalcr zum Kriegsminister ernannt worden. General v. Marchtaler. der am 9. Juni 1854 in Wiblingen geboren ift. wurde im Dezember 1870 zum Leutnant im 4. Jnfanterie-Regiment ernannt. 1876 zum Oberleutnant befördert und 1884 als Hauptmann in das Jnfanterie-Regiment Nr. 120 versetzt. Im März 1886 wurde v. Marchtaler als Adjutant zum Generalkommando kormandirt und 1890 zum Major ttßfeteri Ende Dezember 1893 wurde er als Flügeladjutant z. r Dienstleistung beim Militärkabinei' des Äe& scrs nach Preußen kommandirt. In dieser Stellung rückte er im No. "nter 1894 zum Oberstleutnant, 1897 im Oberst auf. bis er im Dezember 1898 unter Belassung in dem Verhältniß als Flügeladjutant als Abtheilungschef im württembergischen Kriegsminisierium Verwendung fand. Im Juli 1900 erfolgte seine Ernennung zum württembergischen Militärbevollmächtigten in Berlin, und als solcher wurde er 1301 zum Generalmajor befördert. Nach dreijähriger Thätigkeit als Militärbevollmachtigter wurde General v. Marchtaler am 14. November 1903 zum Kommandanten von Stuttgart ernannt und 1904 zum Generalleutnant befördert.
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Europäische Nachricht.
yKMWij Sbctfcn TZlaflau. Kassel. Der erwachsene Schüler Herbold. Sohn eines Webmeisters, wurde im Stadtpark erschossen aufge funden. Die Thatumstände sind unaufgeklärt. Das 30jähriae Arbeits. beitsubiläum feierte der in der Klempnerei von Eduard Lorenz in der Rosenstrahe in Arbeit stehende Altgeselle Franz Seidel. In der festlich geschmückten Werkstatt überreichte ihm der Obermeister Basse mit einer Ansprache das Diplom der Handwerkskammer. Bie brich. Anläßlich der Einweihung des neuen Rathhauses wurde Bürgermeister Vogt zum Oberbürgermeiste: ernannt. Der Landrath des Kreises. Hertzberg, erhielt den Kronenorden 3. Klasse. Commerzienrath Kalle wurde zum Geheimen Commerzienrath ernannt. Marburg. Auf dem SüdbahnHof ereignete sich unlängst ein schrecklicher Unglücksfall. Der dort mit Rangiren beschäftigte 27jährige frühere Buchbinder Conrad Eckhardt von hier gerieth so unglücklich zwischen einen Wagen und die Rampe, daß ihm die Brust total zerquetscht wurde und der Tod alsbald eintrat. Nentershausen. Letztens ist der Grubenarbeiter Konrad Wetterau von Weißenhasel, ohne daß es bemerkt worden war, so unglücklich in einen Schacht gestürzt, daß er lebensgefährliche Verletzungen erlitt. In dem Wasser, das sich m dem Schachte befand, wäre er beinahe ertrunken. Rodel heim. Vor einiger Zeit fand man hier den 56jährigen Bahnarbeite? Wagner und seim 16jährige Tochter Rosa erhängt hmter der 5düchenthür vor. Wagner soll mit seiner Tochter einen sträflichen, Verkehr unterhalten haben. Er war Wittwer und hatte 5 Kinder. Mtterdeutsche Staaten. Bernburg. Ihre goldene Hochzeit feierten hier der Rentner Julius Roth und seine Gattin Sidonie. geb. Türcke. Beide entstammen hiesigen Familien. Braunschweig. Der KammerHerr Regierungsrath Günther v. Unger hat seinem Leben durch einen Schuß in die Schläfe ein Ende gemacht. Er war in den Garten hinter seinem Hause gegangen, hatte sich dort dicht an das Ufer der Oker gestellt und dann den tödtlichen Schuß abgefeuert. Die Leiche fiel in's Walser und wurde späer an's Land gebracht. Delligsen. Letztens ist das Ljährige Söhnchen des Maurers und Hausschlächters Heinrich Hase, das in der Nähe des unseren Ort durchfließenden Wispeflusses spielte, ertrunken. Dessau. Der mehrfach vorbestrafte jugendliche Arbeiter Lorenz, der letztens in der Chaponstraße. als er wegen eines Einbruchsdiebstahls vo?: einem Schutzmanne verfolgt wurde, aus dem vierten Stockwerke auf die Straße herabgesprungcn war. ist den beim Aufschlagen auf das Straßenpflaster erlittenen Verletzungen erlegen. E n g e ! a d e. Dieser Tage beging der hiesige Landwehrverein sein 25jähriges Jubiläum. Im Auftrage der hiesigen Frauen und Jungfrauen widmete Fräulein Fuhrmann mit poetifcher Ansprache eine kostbare Fahnenschleife, namens des LandwehrVereins Seesen Lehrer Förster von dort einen vergoldeten Fahnennagel. G e r a. Einen Selbstmordversuch unternahm der verheirathete Weber Kaspatis aus der Lützowstraße. Er brachte sich am Ferberthurm mit einem Revolver zwei Schüsse bei. Als Kaspatis ausgefunden wurde, war cr bewußtlos, gab aber noch schwache Lebenszeichen von sich . Er wurde in das Krankenhaus gebracht. Der Grund der That ist unbekannt. G r e m s h e i m. Bei einem kürzlich über die Heberbörde hinziehenden Gewitter schlug der Blitz in das Wohnhaus des hiesigen Eisenbahnar beiters Kreiensen und zündete. Das Haus stand sofort in hellen Flammen und ift bis aus den Grund niedergebrannt. L e i m b a ch. Der vor iy2 Jahren mit seiner Familie hierher verzogene Stellmacher Funck hatte auch seine 60jährige Mutter bei sich, die vor ungefähr einem Jahre plötzlich verschwand und nach Angabe einer Anzeige bei der Salzunger Polizei wurde im' Funk'schen Anwesen eine Haussuchung vorgenommen Man fand in einem abgelegenen dunklen und dumpfigen Raume die alte Frau, die fast zu einem Gerippe abgemagert war. Als Lager diente ihr ein Haufen verfaultes Stroh. Die Staatsanwaltschaft hat sich des Falles angenommen. Sachsen. Dresden. Unlängst starb im Krankenhause der hiesigen Diakonissenanstalt nach langem Leiden im Alter von 63 Jahren die Diakonissiri Minna Reichelt, eine Persönlichkeit von hervorragenden Gaben des Geistes und Herzens. Seit 1872 hattc sie das Seminar für Kleinkinderlehrerinnen mit großer Treue und gesegnetem Erfolge geleitet. Gegen 70C
Kleinkinderlehrerinnen sind unter ihr ausgebildet worden. C o s ch ü tz. Das seit längerer Zeit vermißte Dienstmädchen Kühne, das zuletzt hier bedienstet war und dessen Eltern in Copitz wohnen, ist am Ser kowitzer Elbheger als Leiche ange schwemmt und geborgen worden. Die aus dem Auffinden des Hutes und des Dienstbuches des Mädchens am Klein-Zschachwitzer Elbufer hergelei. tete Vermuthung, daß sich die 1? jährige Person in der Elbe erttäntt habe, bestätigr sich somit. Die Eltern haben die Todte als ihre Tochter erkannt. Falkenfte-tn. Em blutiges Familiendrama spielte sich letztens hier in der Herderftrcche ab. Der von seiner Frau getrennt lebende Bergarbeiter Riva versuchte in der Trunkenheit, seine Frau, während sie mit einem jährigen Kinde auf dem Sofa saß, zu erstechen. Er brachte ihr mehrere gefahrliche Stiche am Halse und im Rücken bei und tödtete sich dann selbst durch mehrere Stiche in den Hals. Die Frau wurde in bedenklichem Zustande nach dem Krankenhause gebracht. Riva war dem Trunke eraben. G u n d o r f. Während etner Fahrt von Zuckwitz nach hier stürzte der hier wohnhafte Geschirrfuhrer Karl Tandel so unglücklich von dem mit Kohlen beladenen Wagen, daß er vom Vorderrade angefahren wurde. Der Unglückliche erlitt hierbei meh rere Rippenbrüche und eine Querfchung der Lunge. Er mußte sofort nach dem Diatonissenhaus in Leip-zig-Lindenau geschafft werden. ' H a i n i ch e n. Hier beging unlängst das 60jährige Bürgerjubiläum der Tuchmachermeister Kretzschmar. Leipzig. Vor einiger eit vollendeten sich 25 Jahre, seitdem der Reisende Franz Däne ununterbrochen in dem nicht nur hier, sondern auch im ganzen deutschen Reiche und darüber hinaus rühmlichst bekannten. 1814 gegründeten Hanse Ludwig
Gerber & Co. thätig ist. Es haben e:t der Begründung dieser Fnma 'chon eine Reibe von Jubiläen Angetellter stattgefunden, darunter ein 60- und ein 50jahriges. Lichtende in. Beim Baden ertrunken ist m hiesigen Herrenteiche der 13jährige Schulknabe Tetzuer aus Callnberg. Marsdorf. Das hiesige Meißner'sche Gut wurde ein Raub der Flammen. Keffe' ZanSadt Darmstadt. Vor Kurzem beging Hoftaxawr Karl Strauß seinen 80. Geburtstag. Dem alten Herrn, der sich großer Rüstigkeit erfreut, wurden viele Ehrungen erwiesen. B ü t t e l h o r n. Letztens fand die Feier des fünfzigjährigen Dienstjubiläums unseres Glöckners und Kirchendieners Adam Bott II. statt. Zunächst hielt Pfarrer Adolph eine den 82 Jahre alten Jubilar sehr ehrende Ansprache, verlas dann Glückwunschschreiben vom Oberkonsistorium und Dekan Beyer und überreichte die Geschenke. Später veranstalteten der Ortsvorstand, der Kirchenvorstand und alle Vereine unter Vorcrntritt einer Musikkapelle einen Fackelzug. Gießen. Beim Spielen am offenen Herdfmer verbrannte sich daö 3 Jahre alte Töchterchen des Arbeiters Fuchs derart, daß es alsbald in der Klinik seinen Verletzungen erlag. Mainz. Der Kapitän Anton Dickert vom Salonboot Deutscher Kaiser- der Köln - Düsseldorfer Gesellschaft, feierte sein goldenes Berufsjubiläum, wobei er durch zahlreiche Geschenke ausgezeichnet wurde. Gleichzeitig trat er in den wohlverdienten Ruhestand. Ni er st ein. Ein trauriger Unglücksfall ist unlängst jenseits des Rheins vorgekommen. Der Metzgermeister Engel von hier hatte seinen Burschen beauftragt, am Schusterwörth" ein Rind zu holen und auch die beiden Söhne des Engel gingen mit. Auf dem Heimwege scheute das Thier und sprqng in den Altrhein. Der Bursche hielt das Rind am Stricke fest und kam dadurch auch in'S LÄ!5!ÄÄ Dä55Ä: Wechsel, Creditdriese, Postanweisungen, auf alle Städte Europas. Schiffsscheine . von und nach Europa. An- und Verkauf auslandi scheu Geldes.
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No. 35 Süd Meridian Str. Merchante National Bank. fI (
