Indiana Tribüne, Volume 29, Number 304, Indianapolis, Marion County, 17 August 1906 — Page 3
ZüvtanA onne, R7. August ISO.
Rrvolntionärc
Schnauben Rache und begehe zahlreiche Mordthaten. Mord und Ruhestörungen werden fortgesetzt. Borstadt in Flammen. Deutsche Marine fetirt. Entzwei gebrochen. Ein Aufstand wegen Steuer. Papst bleibt fest. Attentat ans Präfi dent Palma geplant. Schach dem Tollen Mullah".T rohen mit Ermordnng. Gefahrliche Situation in d?n Balka. staaten.
Rußland. Mord und Ruhestörungen werden fortgesetzt. St. Petersburg, 16. Aug. Die gestrigen Morde und Rrheftörun gen in Warschau und in ganz Polen war ein Racheakt der Revolutionäre für die Verhaftung von zehn so. zialiftischen Arbeitern in einer Fabrik. Auch heute noch wurden in Warschau die Ruhestörungen fortgesetzt und viele Personen getödtet. In dem War schauer Judenviertel find alle Ge schüfte geschloffen und die Straßen find verödet, da starke Militüradtheilungen von 20 bis 25 Mann die Straßen beständig durchziehen und alle Bürger, die fie treffen, mit dem Gewehrkolben niederschlagen. Eine Dynamitbombe wurde heute Nachmittag durch ein Fenster in eine Polizeiftation geworfen und 17 Poli ziften und 20 Paffanten auf der Straße bei der Explofion der Bombe gefährlich verwundet. In Plotzk. einer Stadt ungefähr 20 Meilen von Warschau, wurden heute fünf Polizisten getödtet und zwei lebensgefährlich verwundet. Ein Junge warf heute Abend um 9 Uhr in der Cholodlaa Straße in Warschau eine Dynamitbombe in eine störn me Prozession, welche vom Schrein der heiligen Jungfrau von Rokitno gezogen kam. ES wurden nur zwei Personen durch die Bombe verletzt, aber daS Militär, als eS die Erploston der Bombe hörte, feuerte eine Salve aus ihren Gewehrm ab und verwundete dreißig Personen. Diese find nur die größeren heutigen Unruhen, aber viele anderen, bei denen eine oder mehrere Personen getödtet oder verwundet wurden, kamen in Polen noch massenhaft vor. Infolge der Vorstellungen der aus ländischen BergbauJntereffenten im Becken des Donez bezüglich der Schwie rigkeiten ver Lage in Usowka und an deren Orten hat die Regiernng den von den Unruhen betroffenen ganzen Koh. len und Eisendiftrikte in ein besondereö Gouvernement verwandelt, um beffer im Stande zu sein, die gefährliche Streiklage kontrolliren zu können. Die Regierung hat ferner den ungewöhn lichen Schritt gethan, eine besondere Berathung Sbehöroe von Grubenvertre tretern zu ernennen, welche in Gemeinschaft mit dem neuen Gouverneur des Distriktes handeln soll. Seiner Jurisdiktion unterstehen das Gouvernement JekaterinSlaw, der südliche Theil deS Gouvernements Charkow und Theile deS Gebietes der Donischen Kosaken. Dieser Schritt ist mit der Errichtung der so stark verurtheilten Satrapien zu vergleichen, welche dazu bestimmt wa ein, die agrarischen Unruhen im mittleren Rußland letzten Herbst zu unterdrücken, in deren "einer der ermordete General Sacharow Gouverneur war. ES läßt sich daraus schließen, daß die Regierung zur Zeit die Lage für gerade so schwierig hält, wie damals. Unruhen und Zusammenstöße mit Truppen dauern fort. In Usowka wurde eine Versammlung von Kosaken mit Knuten auseinandergetrieben. Vorstadt in Flammen. Nischnei.Rovgorod, 16. Aug. Die Vorstadt Gordievka steht in Flammen und daS Feuer greift um sich, allein die Gebäude, in welchen die große Messe abgehalten wird, schweben bis jetzt noch nicht in Gefahr. Man fürchtet, daß eine Anzahl Menschen in den Flammen umgekommen find. Eme Leiche ist benNS aufgefunden worden. Drohen mit Ermordung. Odessa. 16. August. GeneralGouverneur KauldarS empfängt täg kich eine Anzahl Drohbriefe, die feine und aller hohen Offiziere Ermordung ankündigen. In Folge deffen hat er heute den höheren Offizieren feines Stabes und der Militür.Garnifon de fohlen, nicht ihre Wohnungen zu ver laffen, da dieses sicherer Tod sei. Er hofft, daß die gefährlichen Zustände in w rr r r . i n rr . fk. uoena naj oatoign oen.ern weroen.
Bermuda-Jnsel. Teutsche Marine fetirt. Hamilton, 16. August. Ein herzliches Verhältniß hat sich zwischen den Mannschaften des deutschen Kano nenbooteS Panther", der z. Z. im hie figen Hafen liegt, und den Einwohnern entwickelt. 48 Mann und 2 Offiziere wurden von ihnen bewirthet und Trink sprüche auf Kaiser Wilhelm und König Edward wurden ausgebracht. Die Offiziere gaben einen Ball an Bord, zu dem die ersten Leute der Stadt kamen. Die Offiziere des Schiffes wurden später im Gouvernements Gebäude zu Eardiff von Dr. D. C. Trotta und Frau, sowie den Offizieren des 2. Hampsh'.e Regimentes empfangen. Der ..Panther" kehrt im Oktober nach Bermuda zurück. Spanien. Ein Aufstand wegen Steuern. Madrid. 16. Aug. In dem kleinen Städtchen Ciclana kam es heute anläßlich der Steuerhebung zu einem bösen Tumult. Der Mayor und ein Stadtrath wurden durch Steinwürfe verletzt und ein anderer Stadtrath mit einem Messer gestochen. Die Bürger wehr schoß auf die Tumultanten, wobei mehrere verletzt wurden.
Entzwei gebrochen. Eartagena, 16. Aug. Der gescheiterte Dampfer Cirio" ist ent zwei gebrochen. Sein Heck verschwin det, während da? Vordertheil deS BugS zwischen den Klippen eingeklemmt bleibt. Italien. Papst bleibt fest. Rom, 16. Aug. In seinen Wei sungen an den französischen KleruS ver wirft Papst PiuS fest und entschieden das Prinzip der Unterordnung kirch licher Angelegenheiten unter Laiendrüderschaften, wie das französische Gesetz, die Trennung von Kirche und Staat betreffend, eS vorschreibt. Heute wurde seine diesbezügliche Encyklika im Wort, laut veröffentlicht. Obwohl der Papst eS für ausgeschlossen erachtet, die katho lische Kirche in Frankreich von Laien Händen leiten zu laffen. hält er, selbst auf der Basis einer vollständigen Tren nung von Kirche und Staat, ein Kon kordat immer noch für möglich. Um die Gesundheit deS Papstes scheint eS nicht so schlecht zu stehen, als die über London einlaufenden Berichte melden. Dem Heiligen Vater selbst machen diese Alarmbomben" viel Staß, und la chend äußerte er sich heute über dieses den. man scheine ihn mit seinem Vor gänger zu verwechseln. Anfangs September findet hier die Wahl eines neuen Jesuitengenerals statt. Amerika wird durch Pater T. I. Gannon aus New York, den Pro vinzial von Maryland, und Pater H. M. Oeler. den Provinzial vonMiffouri, vertreten sein. Cuba. Attentat auf Präsident Palma geplant. H a v a n a , 16. Aug. Die Unzu friedenheit der kubanischen Soldateska mit ihrem Präsidenten, welcher nach ihrer Anficht zu wenig Interesse für Militärwesen zeigt, führte zu einer Ver. schwörung gegen das Leben von Eftrada Palma. Sieben Artilleristen hatten teceits den vollen Plan zu der Ermor. dung des StaatSooerhaupieS entwor fen, als ein Leut um! Kennwiß von dem Vorhaben erhielt, und dafür sorgte, daß die Verschwörer verhaftet wurden. Die Regierung versuchte den Vorfall zu verheimlichen. Großbritannien. Schach dem Tollen Mullah". London, 16. Aug. Laut Meldung deö Korrespondenten der Daily Mail" in den, hat der Tolle Mul lah", nachdem er neunzehn Ogaden Dörfer verwüstet, trunken von seinem Erfolg, das Gebiet des Sultans von Mijertain angegriffen. Beide Seiten
erMen starke Verluste. Neun nahe Verwandte deS Sultans un.) 700 sei ner Krieger wurden getö)tet; schließlich aber schlug der Sultan den Mullah ge gegen Jllig und die Küste zurück. Oefterreich'Ungarn. Gefährliche Situation in denBalkanftaaten. Wien, 16. Aug. Hervorragende Diplomaten aller Länder sehen die Lage in den Balkanftaaten als höchst geführ lich an. Man erwartet mit Bestimmt heit, daß die Mächte eine gemeinsame Note nach Sofia und Athen schicken werden, um Bulgarien und Griechen land zur Raison zu bringen. Oefter reichische Diplomaten erklären, daß Griechenland den Schlüssel zur Lösung der gefährlichen Situation in Händen halten, indem eS die vielen griechischen D nden unterdrücken und dafür sorgen müsse, daß dieselben keine Einfälle oder Plünderungen in Bulgarien und Ma cedonien unternehmen können. Deutschland. Kaiserpaar zur Hochzeit von Frl. Krupp. B e r l i n. 16. Aug. ES ist nunmehr definitiv bestimmt, daß der Kaiser und die Kaiserin der Vermählung von Frl. Bertha Krupp, der ältesten Tochter deS verstorbenen Kanonenkönigs, mit Dr. Gustav von Bohlen und Halbach, ehe maligen Sekretär bei der preußischen Gesandtschaft am püftlichen Stuhl bei wohnen werden. Die Hochzeit wird im Oktober in der Villa Hügel zu Essen stattfinden und sich zweifellos zu einer glänzenden Ceromonie gestalten. Südafrika. Argentinien nicht gut. Johannesburg, 16. Aug. Die Regierung hat vor der AuSwan derung nach der argentinischen Repu dlik gewarnt und auf die Schwierig ketten und die Nachtheile, die sich den Auswanderern erweisen, hingewiesen. Viele Buren, die nach Argentinien ausgewandert waren, sind schon zurückgekehrt und andere gaben sich alle Mühe, nach Südafrika zurückkehren zu können.
Beschlüsse gegen Nativ i st e n. A t l a n t i c E i t y, N. I., 16. August. Die Nationale jüdische Ehau tauqua Gesellschaft, welche in den letzten Tagen Hierselbst ihre zehnte Sommer-Konferenz abhielt, hat auf Antrag deö Herrn Edw. Levy von Philadelphia, dem Vertreter der Li beral Immigration League, beschlossen, für die Abweisung deS augenblicklich dem Kongreß vorliegenden Gesetzen! wurfeS einzutreten, nach dem der Ein Wanderung weitere Beschränkungen auferlegt werden sollen. Die Gesell schaft verwirft den Vorschlag, daß die EinwanderungSfteuer erhöht und daß die Erlaubniß zur Einwanderung von dem Umstände abhängig gemacht wird, daß die Zuzulassenden lesen und schreiben können. Auch ist sie damit nicht einverstanden, daß drei Jnspek toren daS Recht haben sollen, Einwan derer wegen unzulänglicher Lebenskraft und geringer physischer Kraft von der Einwanderung auszuschließen. Eisenbahn als Eis Händler. Toledo, O., 16. August. Jud son C. Elements von der Kommission für den zwischenstaatlichen HandelSver kehr, führt im Auftrage der Bundes regierung die Untersuchung über die Beziehungen zwischen den hier einmün dendm Eisenbahnen und den EiSgesell schaften. welche daS Eis über diese Bahnen beziehen müssen, und Herr Elements glaubt heute, mit der Ver nehmung der vorgeladenen 40 Zeugen fertig werden zu können. Als erster Zeuge wurde Joseph . Miller, der Betriebsleiter der Toledo Jce & Eoal Company, vernommen, welcher zu den von Richter Kinkade wegen Verschwö rung zur Beschränkung deS Handels verkehr verurtheilten Mitgliedern deS EiStrufteS gehört. Er bekundete, bis vor fünf Jahren, um welche Zeit er feine derzeitige Stellung erhielt, sei er Einkaufsagent der Ann ArdorEisen bahn gewesen, habe aber auch schon in dieser Stellung EtS sür die EiSgesell schaft verkauft und sei dafür von der Bahn bezahlt worden. Der Präsident der Ann ArborBahn, und ihr Generalbetriebsleiter, waren auch Direktoren der Eisgesellschaft, deren Aktionäre sich ganz ausEisenbahn leuten zusammensetzte. Auch die Ge schüftSräume der Eisgesellschaft befin den sich auf Grundbesitz der Bahn und sie bezahlt dafür keine Miethe.
wundersame Kosmetik. Echöntieitpftrge i.n 10. ?at,rI'..,l:Ver, d ihre nvsc,:dcriici)ctt Rittet. Tas Bestreben, durch WnKlrche Mittel äußerliche körperliche Mängel zu verbessern, fehlende Reize zu ersetzen oder vorhandene zu erhöhen, die Spuren des nahenden Alters zu verwischen u. f. w.. ist jedenfalls so alt wie die Menschheit; nur weichen die zu diesem Zwecke eingeschlagenen Wege je nach den jeweiligen Schönheitsbegriffen und dem Bildungsgrade der verschiedenen Völker wesentlich von einander ab. Nach dem heutigen wissenschaftlichen Standpunkt beruht die wahre Schönheit in naturgemäßer Lebensweise und Pflege des ganzen Organismus, und doch ist auch in unseren Tagen die Zahl der angeblichen sonstigen Schönheitsmittel noch Legion. Kein Wunder, daß man zu den Zeiten, als die Wissenschaft noch unter dem Einfluß des tollsten Aberglaubens stand, in der Kunst, die Schönheit des Körpers zu erhalten und zu befördern, zu den wundersamsten Dingen seine Zuflucht nahm. Eine hübsche Blumenlese solcher Mittel veröffentlicht ein Pariser Blatt. Sie ist einem 1562 in Venedig erschienenen Werke über Frauenschönheit entnommen, das einen Arzt Namens Marinello zum Verfasser hat. Wollte eine etwas hagere Dame ihrer Gestalt mehr Fülle geben, so mußte sie sich lange unbeweglich in einem kühlen Zimmer aufhalten, das durch Riechfläschchen mit Rosen- und Lilienwasser, Amber und Kampfer frisch zu erhalten war. Dabei hatte sie Essig und Gesalzenes, vor allem aber jede Zornerregung zu vermeiden, nebenher ein Bad von Kamillen und Malven zu nehmen und Einreibungen mit Veilchenwasser zu machen. Dazu war so viel wie eine Kaftanie" von einer Latwerge aus Mandeln, weißem Mohnsamen, Terpentin und Butter vorgeschrieben. Entfet-
iungskuren auf die Marinello übrigens weniger Gewicht legt, da die damalige tonangebende italienische Damenwelt mehr für eme gewisse Leibesfülle schwärmte waren viel einfacher, denn es bedürfte dazu nur eines Destillats aus Wein. Ingwer. Rosmarin und einer Garofilet (Nelke) genannten Pflanze, wovon jeden Morgen ein Glas zu trinken war. Als Haarwuchsmittel empfiehlt das Buch eine Abkochung von Myrthenkörnern, Galläpfeln und Mirobolanten in Rosenwasser. Blieb danach der Erfolg aus. so mußte allerdings em emgreifenderes Mittel benutzt werden, das aber auch so sicher wirkte, daß es beim Einreiben selbst auf der Handfläche Haare erzeugte. Es bestand aus Mäusedreck und einem Pulver aus gebrannten Bienen, welche Stoffe mit Rosenöl geknetet wurden. Auch ein Enthaarungsmittel führt Marinello an; es wurde durch Berreibung je einer Unze Epheuharz, Auripigment und Kolophonium mit Ameiseneiern, gebrannten Blutegeln und Froschblut hergestellt. Runzeln verschwinden nach Marinello bei dem Gebrauch einer Salbe, die dadurch gewonnen wird, d man geraspeltes Hirschhorn in etwas Wasser so lange kocht, bis sich auf diesem eine Art Fettschicht bildet, die dann mit Bohnenmchl zu vermengen ist. Zur Pflege der Zähne schreibt das Buch nicht etwa deren Reinigung, sondern einen Auszug aus Myrthenblättern und -Beeren vor, der löffelweise einzunehmen ist. Das Werk Marinellos, der sogar ein Mittel dafür weiß, daß die Damen beim Flötenspiel die Backen nicht in unangenehmer Weise aufblasen, war seinerzeit in Italien und Frankreich weit verbreitet. Gemischte Größen. Wer sind die zwölf bedeutendsten lebenden Deutschen? Für die Beantwortung dieser Frage hat die Berliner Wochenschrift Die Arena" jüngst ein Preisausschreiben veranstaltet. Das Ergebniß wird jetzt bekannt gemacht. Eine Einigkeit über die zwölf lebenden Deutschen auf einem Stimmzettel hat sich natürlich nicht erzielen lassen. Man ist daher so verfahren, daß man die Namen, die bei den Einsendungen am meisten genannt wurden, auf einer Liste vereinigte. Nach dem Verhältniß der für sie abgegebenen Stimmen sind also, nach dem Urtheil der Leser der Arena.- die zwölf bedeutendsten lebenden Deutschen: Kaiser Wilhelm, Gerhart Hauptmann, Robert Koch, Ernst Häckel, Professor Röntgen, Reichstanzler Fürst Bülow, Max Klinger, R:chard Strauß, August Bebel, Generaloberst Graf Haeseler, Professor Behring und Reinhold Begas. Dieses Ergebniß hat das stumpfsinnige Preisausschreiben völlig verdient! meinen dazu die Münchener Neuesten." Vom Ochsen zum Motor. In Bombay wurde bisher der gesammte Waarenverkehr von und nach den Hafenanlagen, den Markthallen und dem Schlachthaus durch sögenannte Hörnerochsen bewerkstelligt, von denen täglich über 15.000 diese Arbeit verrichteten. Die zur Zeit dort Herrschende Rinderpest hat nun solche Stockungen im Frachtverkehr mit sick gebracht, daß die Stadt sich entschloß, an Stelle der Hörnerochsen wenigstens vorerst für die Wagen der Fleischhallen und Schlachthäuser MowrLastwagen anzuschaffen. Die Abzugskanäle der Stadt New York haben eine Lange von 1710 Meilen.
Bestrafte Eitelkeit.
Hin ordenslttstcrne? ankdirektor vo. Schw'l'.d!. : ü:-.'.:pft. Der Direktor eines Budapestei Bankhauses erhielt jüngst aus Wier einen anonymen Brief, dessen Aosew der ihm mittheilte, es sei ihm durck seine Verbindungen möglich, btr: Adressaten einen hohen Orden" v verschaffen. Der Briefschreiber focderte den Direktor auf, falls er einer Orden wolle, an einem bestimmter Tage in Wien in einem Stadthote! z.i erscheinen. Das geschah. Der Bankdirektor traf einen sehr eleganten Herrn, der sich ihm als Schreiber dieses Briefes vorstellte und ihm erzählte, er sei mit einem Grafen eng befreundet, der zu hohen Persönlichkeiten" in Beziehungen stehe. Während sie sprachen, erschien ein sehr distinguirt aussehender Herr, den der erstere als Grafen Friedrich L. vorstellte. Der Graf bestätigte, daß er in der Lage sei, einen Orden zu besorgen, wofür 'der Vankdirektor 20,000 Kronen (etwa $4000) bezahlen müßte. Am nächsten Tage erschien der Graf wieder im Hotel und erzählte, die Sache sei bereits geordnet," der Direktor möge ruhig wieder nach Hause fahren und die vereinbarten 20,000 Kronen an die Adresse des ungarischen Ministeriums senden. In Budapest aber, fand der Ehrgeizige ein Telegramm des Grafen vor. der ihm mittheilte, es sei besser, wenn er den Betrag nicht mit der Post sende, sondern wenn er mit dem Gelde selbst wieder nach Wien komme, da dann die Erledigung rascher erfolgen könne. Der Bankdirektor kehrte thatsächlich nach Wien zurück und traf hier im Hotel mit dem Schreiber des ersten Briefes zusammen. Beide fuhren in einem Fiaker zum ungarischen Ministerium in der Bankgasse, wo sich der Graf aufhalten sollte. Während der Freund des Grafen in's Ministerium ging, wartete der Bankdirektor im Fiaker. Schon nach wenigen Minuten kam der Mann zurück, erklärte, der Graf sei weggegangen, habe aber die Post hn.terlassen, daß er in's Hotel kommen werde. Beide fuhren in's Hotel zurück, wo sie auch den Grafen antrafen. Dieser erzählte, die Sache sei endgiltig in Ordnung. Bald darauf erschien ein älterer eleganter Herr, der sich als Hofbeamter vorstellte und dem ein livrirter Diener mit einer Tasche folgte. Der angebliche Beamte entnahm seiner Brieftasche eine Quittung über 20,000 Kronen, die ordnungsgemäß ausgestellt und mit dem entsprechenden Stempel versehen Ynnr Tii ftHh hnS, ßtaTh itfWnpTvn itnN V . V U I V V- V V. K V V -V V 5 überreichte dem Direktor ein Etui mit dem Franz Josefs-Orden. Er forderte ihn aber auf. den Orden nicht früher zu tragen, bis die Verleihung im Amtsblatt publizirt worden sei, was spätestens in drei Tagen erfolgen werde. Hocherfreut fuhr der Bankdirektor nach Budapest zurück und wurde em eifriger Leser des Amtsblattes. Als die wichtige Nachricht immer noch nicht erschien, kam er nach Wien und erkundigte sich, und nunmehr kam der Schwindel, dessen Opfer der Vankdirektor geworden, an den aq. Billets zur Reise um die Welt. Wer so glücklich ist, heutzutage eine Reise um die Welt machen zu können, hat dazu nicht mehr als fünf Fahrkarten nöthig. So einfach hat sich in der Zeit des Verkehrs das Reisen auf riesigen internationalen Strecken bereits gestaltet. Nimmt man z. B. an, der Ausgangspunkt einer Weltreise wäre Hamburg, so nimmt man dort ein Billet für die Fahrt von Hamburg nach New Aork, ein zweites führt uns von New Aork nach Vancouver, das dritte von Vancouver nach Hongkong, das vierte lautet für die Strecke von Hongkong bis Genua und das fünfte Billet ist für den Rest der Reise von Genua nach Hamburg zu lösen. Natürlich hat der Reisende die Berechtigung, die Fahrt beliebig unterbrechen zu können. um nach allen Orten, die er besuchen will, Abstecher zu machen. Die Fahr karten, die dem Reisenden den Schie nen- und Schifffahrtsweg um die ganze Erde erschließen, haben in Anbetracht der großen Entfernungen, auf die sie lauten., ein zierliches Format; sie erreichen bis auf eines nur die Größe einer halben deutschen Reichspost karte, können also bequem in einer Westentasche untergebracht weroen. B e e r e n s a m m e l n in der Rheinprovinz. Große soziale Bedeutung für die arme Bevölkerung der Venndörfer hat die seit 16 Jahren m Kalterherberg bestehende Genossen schaft zur Verwerthung von Beeren und Waldprodukten, wie der Bericht über das verflossene Geschäftsjahr zeigt. So sammelte z. B. eine arme Frau mit ihren unerwachsenen Kindern im Berichtsjahre für 212 Mark Wald- und Preißelbeeren. eine andere Familie lieferte der Genossenschaft sogar für 247 Mark Beeren. Im ganzen kaufte und versandte die Genossenschaft im Jahre 1905 22.854 Pfund Beeren und zahlte dafür rund 5000 Mark an die Sammler aus. Im gan zen hat die Genossenschaft bisher rund 75,000 Mark an arme Beerensammler ausgezahlt. Eine Brieftaube, welche vor etwa 2 Jahren nach der Insel Man entsandt worden war, kehrte kürzlich nach ihrem Heimathsschlag in Blackburn, England, zurück.
Aerzte.
Dr. Paul F. Martin, praktischer Arzt und hirrg. Sprechstunden: 11.0012.30 .so 4.00 täglich Sonntag : Auf Verabredung.' WMoughby Gebäude, SS 4 ord Wkeridi Gtratze Tel., Main 4414.' Wohnung: 1 Nord New Jersey Str. Telephon: Main 9; New ssu. Dr. LEO HERBERT Wiener Arzt. pant-, Geschlechts' u. NervenkrankheUe HO Oft Ohio Straße 2ter Floor. Reue Sei. 444. Sprechstunden, 9 11, 4. 78 Abend. 5r. j. A. utcliffe. Wnnd'Vrzt, !ch!e5rs.,UriN' unleeia Rranlheitsn. emt : 155 OK Market Str. Tel. 941 Cf fue. St im den: 9 bis 10 Uhr 33. ; 2 bti 4 Uhr Nm. Dr. Carl Q. Winter Deutscher Arzt. gehandelt alle akute undZ chronischelKrankdeU. Sveziell Rheumatismus, Rectm' und grauen-Krankheiten. Vffice : 14 weft Ohio Straße. Office,Stunden : 10 11 Vm. 34 Nm. Sonntags : 9.3010.30 Vm. Tel. neu 48. Wokmuug : 1250 Madlion vcnne Telephone : lt, 025. Neu, 8282. arstaclt Bros. Dampf Färberei und Reinigungsanftalt. Haupt . Off ie.e: 1435 N. Illinois Str. Branche: 249 Virginia ve. 206 Jndiana Ave. 218 Vt. Illinois. Beide Vhones 4 I AM F0R W0MEN - Water Motor WashingMachines Cor. Noble and MIehigan New Phone 1139 Maas Bros. IHHrtHHrtriHrtHHHHHrtHrtrtrtrtHHHriHi Reinhold Stark, Haus-, Sckiloer-, .... und ... Fresco-Maler, Holzmalerei, ( Graining ) mein; Spezialität. No. 408 Weft Raymond Str. Neuer Telephon 9758. Züge ersten Ranges Schnelle Zeit! Zu bequemen Stunden ! 14 I? ö 6 tüge zwischen incinnati. Züge zwischen Dayton. Indianapolis und Indianapolis und Züge zwischen Indianapolis und Toledo und Detrott. Züge zwischen Indianapolis und Decatur, Illinois. 4 Züge zwischen Indianapolis no Spnngsield, Illinois. Parlor Waggon am alen Tage und Schlaf waggon an alle Racht-ZSgeu . Indianapolis Office': Union Bahnhof und 8.Nord JllinoiS St. R. P. lgeo, D. P. . LAKE ERIE & WESTERN R. R. Gtckdt'Ticket.cfce : 1 Oft Washington 6t . Vhones an. Fahrzeit der Züge. Absah nkuist vm. Udo. Sha,o vd chiaa rrreß. WM ti o.it 9h. Nm. oltdo. Detroit und huago tm tu.so t S.M . 9t. ulziaa ftlh, Stattete u.8afattttefJLt 6.50 t IM t Täglich, au genommen Konntag.
