Indiana Tribüne, Volume 29, Number 304, Indianapolis, Marion County, 17 August 1906 — Page 1

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: 0B& Tage und 5onntazsbsatt lOe per Woche. CslOf nnft J S5MttgAdtchU i 1K pn WDche. Erscheint sehen Nachmittag. Jahrgang 29. Indianapolis, Ind., Freitag, 17. August 1906. No. 304.

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Große Parade in Fort Sarrison. Vice.PrSsident Fairbanks wird dieselbe beftchtigen.

Die große Parade der 5000 Bundes und Milizsoldaten in Fort Harrtson am Samftag wird von BundeSVice AairbankS besichtigt werden. Große Vorbereitungen find zu Ehren des zweithöchsten Beamten der Der. Staa ten getroffen und General Earter und die Soldaten werden Alles was in ilj ren Kräften steht, thun, um Herrn Fairbanks die schuldige Hochachtung zu bezeugen. An der großen Parade wer den fich sechs Regimenter Infanterie, eine Schwadron Kavallerie, das Hospitalund da Signal Corps und sechs Musikkapellen betheiligen. Bon einem starken Schwindelnfall befalle. Der 61 Jahre alte George Stump, ein Angestellter der StraßenbahnTrac tion Co., wurde am Freitag Vormit tag gegen 10 Uhr von einem starken Schwindelanfall, der jedenfalls von der schwülen Hitze verursacht wurde, befallen und stürzte bei der Arbeit ohnmüch tig zu Boden. Dr. Rißler mit der DiSpensariumS.Ambulanz wurde g rufen und der Schwerkranke mußte nach seiner Wohnung, Ecke Sanders und Edgewood Straße, gebracht wer den. Bei dem Schwindelanfall han delt es fich wahrscheinlich um eine:, leichteren Sonnenstich, da der alte Mann auf der Straße in der Sonne arbeitete. Zwei Wirthe in Trubel. Die acht Jungen, welche am Dienstag vergessen" hatten, wie der Wirth hieß, der ihnen Bier und Schnaps ver kauft hatte, erschienen gestern wieder vor Richter StubbS im Jugendgericht und theilten demselben mit, oaß die Namen der Wirthe, von denen sie die Getränke erhielten Harry G. Luede man 2333 English Avenue und Henry L. Luedemann 807 West Pratt Str. find. Auf Beranlaffung des Richters wurden sofort Anklagen gegen die beiden Wirthe wegen Verkaufs von Getränken an Minderjährige erhoben. Angst vor strenger Strafe veraulaßte die Jungen, die Namen der Wirthe preiszugeben, die feit der Uebertretung der bestehenden strengen Vorschriften ihr Geschüft an der Maryland und Davidson Straße aufgegeben hatten. DerWirth AlSawyer, 464 West Washington Straße, wurde von Sergeant Streit und Polizist ttie f er verhaftet, weil er berauschende Ge tränke an Minderjährige verkauft hatte. Gegen Stellung von 5500 Bürgschaft wurde er bis zur Verhandlung auf freien Fuß gesetzt. Joseph Flor y. 41 Jahre alt, 1417 Temple Avenue wohnhaft, wurde gestern von dem Beamten Demoß auf der Straße angehalten und unter Anklage der Vagabundage nach Nummer Sicher gebracht. Eine Beschuldigung wegen böswilligen VerlaffenS seiner Frau wurde ebenfalls gegen ihn gemacht. Wegen beider Vergeben wird er fich heut? vor dem Polizeirichter ver antworten müssen. Chicago 'S Waaren. Tief, bahn. Chicago. 16. Aug. Die Un tergrund. Güterbahn der Illinois Tun nel Company ist nach öjährigem Bau, welcher mit dem Koftenaufwande von Z30.000.000 geführt wurde, heute dem praktischen Verkehr übergeben worden. Die Gesellschaft verfügt über 45 Meilen Tunnelbahn, welche mit einem Stra. ßenbahnEyftem in Verbindung fteht, über 50 mächtige, elektrische Lokomo tiven und mehrere 100 Güterwagen, während weitere 500 solcher und 35 neue Lokomotiven bestellt find. Die Gesellschaft hat bereits den Anschluß ihrer Bahn an 30 der bedeutendsten Eisenbahnen hergestellt, welche Netz erheblich weiter ausgedehnt werden soll.

Polizeiliches.

Der Farbige Robert Neal wurde auf Veranlassung der Frau Frank H. Mill, welche 4102 North Illinois Str., ein Milchgeschäft betreibt unter der Beschuldigung der Un terschlagung verhaftet. Neal war bei Frau Mill beschäftigt und soll zwischen $50 und 860 von dem Gelde, welches er für letztere kollektirt hatte, unter schlagen haben. Der Wirth David Holme. 121 South West Straße, wurde auf Antrag der Frau Sarah Riley ver haftet, weil er der noch nicht 15 Jahre alten Othia Wright gestattete, in seiner Wirthschaft Bier zu trinken und fie zum Bier trinken verleitete, ein Vergehen, welches je nach den näheren Umstünden schwer bestraft werden kann. John C a r t e r , 521 Sciota Straße, bearbeitete gestern seine bessere Hälfte mit der Faust, bis die Nachbarn die Polizei riefen. Die Radler Shine und Schlangen steckten ihn ein. Erst gestern Abend wurde der Polizei gemeldet, daß der Neger Bert Wcold in einem Jce Cream Parlor in Norwood am Mittwoch Abend gegen 10 Uhr von einem anderen Neger bei einer Schlägerei durch einen Messerstich in die Seite schwer verletzt wurde. Der Name des Thäters soll Sefil Win lock sein. Von Frankfort. Ind., wurde der Polizei gemeldet, daß von einem Unbekannten dortselbst ein Pferd und Wagen gestohlen wurden. Der Dieb soll fich nach Indianapolis gewendet haben. Der Eigenthümer setzt eine Belohnung von 325 für die Wteoerer langung des von ihm genau beschriebe nen Fuhrwerks aus. Auf einen Haftbefehl hin, in welchem die 37-jährige Negerin Sarah Sims, 717 Ogden Straße der Kup pelei beschuldigt wird, wurde dieselbe von den Beamten Field und Pope gestern nach der Baftille abgeführt. Sie soll einem jungen Negerpaar in ihrem Hause Gelegenheit gegeben haben, intim zu verkehren. Auf eine Aussage der 14 jährigen Othen Wright hin, welche im Jugendgericht vernommen worden war, wurde gestern Lee Scalf, 16 Jahre alt, 2336 Yandeö Straße von den Beamten Beckmann, Bernauer und Sergt. Cox rn Haft genommen. Eine Anklage in intimen Verkehr mit der Minderjähri gen gestanden zu haben, wurde gegen ihn erhoben. Schlechte Aussichten für die Depositoren. Chicago. Jll.. 16. August. Der Verdacht, daß große Beträge von Kollateralien, welche als Unterlage für Wechseldarlehen in der Milwaukee Ave. State Bank deponirt worden waren, einfach gestohlen wurden, ist jetzt zur Gewißheit geworden, da man im Hause des flüchtigen Präsidenten StenSland in Byron Str. und Lawn dale Avenue einen auf $9000 lautenden Wechsel vorfand, dessen Echtheit unfraglich ist. Die Nachforschungen nach den hierfür deponirien Kolla teralien waren bis jetzt vergeblich. Diese Entdeckung eröffnete ein fast unbegrenztes Feld für Vermuthungen, wie weit die Unterschlagungen und Be trügereien gediehen seien. Sollten die GrundeigenthumS und anderen, der Bank übergebenen Eekuritäten geftoh len sein oder sich als werthlos erweisen, würde für die Einleger wohl nicht mehr als 25 Prozent ihrer Forderungen in Aussicht stehen. Mord im 1. Grade. Bridgeport, Conn., 16. Aug. Alexander Herman wurde dem Krimi nalSuperiorgericht unter der Beschul digung des Mordes im ersten Grade überwiesen. Er ist angeklagt, Martin KorschinSki erschossen zu haben, als die. ser in seine eigene Wohnung trat, in w:lcher Herman ihm aufgelauert hatte. Zeugen bekundeten, Herman sei in ttorschinöki'S Frau verliebt gewesen, und darin wird das Motiv zu dem Morde gesucht.

O, welche Lnfi Soldat z fei.

Daß daS Soldatenspielen auch seine Schattenseiten hat, mußte der 830 West 30. Straße wohnhafte Leihftallbesitzer JaSper I. Henry erfahren. Henry gehört der Compagnie C deS 2. Regiments der Jndiana National Garde an und als sein Truppentheil vor einigen Tagen nach gort Benjamin Harrison ausrückte, zog er nicht mit in'S Feld, sondern blieb zu Hause und widmete fich der mehr friedlichen Thä tigkeit in seinem Geschäft, wozu er an geblich die Erlaubniß seines Kapitäns eingeholt hatte. Der I dienstthuende Kapitän Fofter E. Shirley erhielt jedoch von dieser Erlaubniß keine Kenntniß und sandte zu wiederholten Malen Unteroffiziere und Mannschaften ab, um Henry als Deserteur zu seinem Truppenteil zu rückzubringen. AIS dieS nicht gelang, machte er fich selbst in Begleitung deS Sergeanten McDaniel auf den Weg und kam gerade zur rechten Zeit, als Henry vor dem Polizeirichter stand, um fich wegen DeferttrenS zu verant Worten. Nachdem dem Polizeirichter die Sach läge auseinandergesetzt war, erklärte er. keine JuriSdiction Über den Fall zu haben, und gestattete dem Cap;tün Shirley und dem Sergeanten McDa niel, den Deserteur abzuführen. Mc. Daniel legte Henry darauf Handschellen an, und mit diesen geschmückt, mußte er die Fahrt nach Fort Harrison antreten. Der Anwalt Henry'S, Edward Little, versuchte die Verhaftung desselben zu bindern, wurde aber auf Verlangen deS CapitänS Shirley wegen dieses Vergehens gegen die Militärgewalt vom Polizeisergeanten Stoddard selbst verhaftet und erhielt erst gegen Erle gung einer Bürgschaft von $50 seine Freiheit bis zur Verhandlung seines Prozesses zurück. Bevor fich dieser Vorgang im Poli zeigericht abspielte, hatte Friedensrichter Smock den Capitün Shirley und den Sergeanten McDaniel unter eine Friedensbürgschaft von y $500 gestellt, weil Henry und sein Anwalt Little be fürchteten, die Soldaten würden Henry unter Anwendung von roher Gewalt nach Fort Harrison zurückbringen. Anwalt Little behauptet, daß nach den StaatSgesetzen ein Mitglied der Miliz erst dann als Deserteur zu be trachten ist, wenn er länger als zehn Tage von der Garnison abwesend ist und daß dann erst die Verhaftung auf Grund eines von einem Kriegsgericht erlassenen Haftbefehls erfolgen kann; beides trifft hier nicht zu. Henry will im Stande fein, zu beweisen, daß er von seinem Capitän vom Einrücken in seine Compagnie entschul digt war. Charles Stone, 45 Jahre alt, in Portland, Me., zu Hause wurde gestern auf die Beschuldigung, gefälschte Milch verkauft zu haben, ein. gesteckt. Er wird fich heute dieserhalb vor dem Polizeirichter verantworten müssen. Die Verhaftung wurde von dem Beamten Rodemacher vorge. nommen. Ein ziemlich j eitertet schwebt vor den Gerichten w . . . wai turtflf.n sauren etn junger Zhc,nÄmz d tfottß ÄuttnrbalreS tn Kavftavi ftfoi Leben zu Gunsten einet jungen Pame, Alö letztere sich einige Zelt spöter mit einem Anderen verheirathete, ging der junge Wlnn zu der Agentur derselben Äersicheruui Gesellschaft in JohanneSbura und Iteft die VerncherrmgSsumme auf den Namen seiner vttheiiatheten Schweizer üoersmteiben, was auch geschah, doch unterlrey die Agentur, d Hauptaelellschaft in Kapstadt von der Abänderuna zu benachrichtigen, wodurch auch die erste Inhaberin nichts von der Aenderung erfubr. Vor kurzer Zeit verunglückte der junge Viaun aus der Jagd und jetzt treten beide Pamen alö Klägerinnen für dte Vn-ftcherungS-Summe gegen die Gesellschaft auf. Man ist lehr Aefpannt ans den AuSaang. Viele erwärten, day die Verficnczs-Geftllschaft beide Damen entfchädrgen muß.

Auch im Nachbarstaat entncky

Wird ein Staats'Verband Deutscher Vereine gegründet. Der Turngemeinde in Louiöville, Ky., gebührt das Verdienst, wenigstens einen Versuch gemacht zu haben, die übrigen dortigen deutschen Vereine aus ihrer Gleichgültigkeit aufzurütteln und die Gründung einer lokalen Organisa tion anzuregen mit der Abficht, fich später als StaatSVerband von Ken. tucky dem Deutsch.Amerikanischen Na tional.Bund anzuschließen. Der Sekretär des Nationalbundes, Herr Adolph Timm in Philadelphia, richtete an die LouiSviller Turnge meinde und an den LouiSviller Liederkränz ein Schreiben, in welchem er seine und deS Präsidenten des Deutsch-Ame rikanischen Nationalbundes Dr. Hexa mer Anwesenheit zu der auf den 6. Oktober festgesetzten Feier deS Deutschen TageS in Louiöville ankündigt, um die Organisation eines Staatsverbandes deutscher Vereine vorzunehmen. Der Louiville Anzeiger" bemerkt hierzu: Die Turngemeinde war bei der letz ten National.Convention des Bundes bereits durch einen Delegaten in der Person deS Herrn Carl Neumeyer ver treten. An einer Organisation aller deutschen Vereine in Louiöville fehlt eS schon lange, und eS wäre nun ange bracht, wenn sofort Schritte gethan würden, um eine solche zu begründen. Natürlich muß die Bewegung von den Vereinen selbst ausgehen, und vielleicht würde es am Besten sein, wenn von Seiten der Turngemeinde, die fich in d r Sache am thätigsten gezeigt hat, eine Delegatenversammlung einberufen werden würde. Die Turner würden damit dem gesammten Deutschthum ei nen großen Dienst erweisen." Avondale Seights. Nellie" der tauchende Hund ist noch immer die HauptAttraktion in Avon, dale Heights. Alle Besucher drängen fich förmlich dazu, das kleine Thier zu beobachten, wenn eS seinen halsbreche rischen Sprung von der vierzig Fuß hohen Leiter in ein unten auSgespann tes Netz macht. Alle auf dem Pro gramm dieser Woche stehenden Künstler ernten jeden Abend reichlich wohlver. dienten Beifall. Heute Abend werden nach Schluß des regelmäßigen Programms eine Anzahl Amateur.Darfteller auftreten, die fich um den allwöchentlich ausgesetzten Preis bewerben; eS giebt unter diesen Künft ler, die eS verdienten, mit einer Num mer auf dem regulären Programm ver treten zu fein. Wunderland. In Wunderland wird heute Abend ein Feuerwerk auf dem Wasser der Lagune abgebrannt werden, eine Neue, rung in pyrotechnischen Borführungen, die in Indianapolis noch nie gesehen wurde; Schwäne, Kranische, Frösche und andere Kreaturen, die in und am Wasser leben, werden in feurigen Um rissen zu sehen sein. DaS reguläre wöchentliche Feuerwerk wird anstatt heute Abend am Dienstag Abend abge brannt werden. Drake'S dresfirte Bären tragen mit ihren Kunststücken viel zur Unterhal tung der Besucher, die fich nach wie vor jeden Abend in großen Massen in Wunderlandeinfinden, bei. UeberauS spaßig ist eS anzusehen, wenn die klu gm Thiere mit ihren scheinbar so un deholfenen Körpern durch Reifen sprin gen, Seil tanzen, Kugeln rollen und zuletzt gar andächtig Schule spielen. ES muß Madame La Verde viel Mühe gekostet haben, den von Natur wilden Thieren so vielerlei Sachen beizubrin. gen. die sie jetzt scheinbar spielend den Zuschauern zum Besten geben. Von den Virginia FlatS wurde ein Einbruch berichtet. Der oder die Spitzbuben hatten sich Ein. gang in den Keller verschafft und drei Gasmesser ihres Inhaltes beraubt. Im Uebrigen war nichts gestohlen.

Aus dc Gerichten.

Scheidungsklagen. May Hall strengte gegen ihren Aat ten Walter Hall eine Klage auf Schei düng an. Die Hochzeit fand am 13. September 1899 statt, und das Paar lebte bis zum Mal 1903 zusammen. Böswilliges Verlassen ist der Grund der Klage. Bertha Crose verklagte ihren Gatten Edward Crose auf Scheidung. Der Ehedund wurde am 9. April 1894 ge schlössen und die Verheiratheten lebten bis zum 20. Oct 1904 zusammen. Pflichtvernachläsfigung und Trunk sucht find die Gründe der Klage. Patience Reff verklagte ihren Gatten Marion A. Neff auf Scheidung. Der Bund wurde in Franklin, Ind., ge setzlich geschlossen und die Eheleute leb ten bis zum 12. Juli 1906 zusammen. Pflichtvernachläsfigung ist der Grund der Klage. Sie fordert $1500 Ali mente, die Bezahlung von $50 Ge. richtskoften und die Erlaubniß, ihren Mädchennamen Patience M. Ray wie der führen zu dürfen. Eva L. VarviS strengte gegen ihren Gatten Thomas E. YarviS eine Klage auf Scheidung an. Die Ehe wurde am 27. April 1903 geschlossen und das Paar lebte bis zum 9. August 1906 zusammen. Der Klagegrund ist grau same Behandlung. Sie fordert 81500 Alimente und $40 per Monat für ihren Unterhalt. Schadenersatzklage. Freda Forey strengte gegen Jameö Chriftiflex wegen Bruchs deS lEhever sprechen- eine Klage auf 510,000 Schadenersatz an. Jugendgericht. Der 16.jährige John Donahue, No. 7 Nord EaftStraße wohnhaft, welcher wegen VagabondirenS vor demlRichter StubbS erscheinen mußte, wuroe nach der Julia E. Work Training School geschickt. Charles Cook. 10 Jahre alt, in Fort Harrison wohnhaft, der fich'wegen grau samer Thierquälerei im Jugendgerichte verantworten mußte, wurde'.lvon dem Richter nach derselben Anstalt gesandt. Der Knabe hatte einem Pferde neun Kornähren in den After gesteckt, wo durch das Thier beinahe getödtet wurde. Ein Thierarzt verschaffte dem imißhan delten Pferde Linderung. Was den Burschen zu dieser unbegreiflichenZHand lung bewogen hat, ist mehr als mensch licher Verstand fassen kann. Dieser Fall ist der grausamste, welcher je im Jugendgerichte.vorkam. Deutsch - Amerikanischer DemokratenKlni. Obiger Klub hielt gestern Abend seine regelmäßige Versammlung in seinem Klublokal, Germania Halle, ab, welche trotz des heißen Wetters gut besucht war. Nach den Ausdrücken der Anwesenden zu urtheilen, wird das Deutschthum des Countys fich in sehr reger Weise an der kommenden Wahl betheiligen. Ohne Rückficht auf die Parteiangehörigkeit machten die An wesenden die republikanische Partei dafür verantwortlich, daß daS Mucker element in so dreister Weise die Rechte der Bürger beschneidet. Allgemein wurde die Anficht ausgesprochen, eS wäre Zeit für das liberale Element, fich um die Fahne der demokratischen Partei zu schaaren. n f ä l l e. D e r 14. j ä h r i g e Jke EpearS, 21. und Nice-Straße wohnhaft, der bei der Cleveland Vapor Co. beschäftigt ist. ging beim Anzünden von Laternen leichtfinnig mit einem brennenden Streichholz um, indem er mit demsel den einer gefüllten Gasolinkanne zu nahe kam. Die Flüssigkeit fing Feuer und SpearS wurde an Händen und Armen nicht unerheblich verbrannt Die Ambulanz schaffte ihn in'S ftäd. tische Hospital.

Die Yeröa-Matc. Heimath, Kultur, Konsum und Bereitung des ParaguaytheeS.

fttt S)erba ate aum Älter Anbau-Ein-sammeln und Behandlung der Theeblitter. Verpackung und Trausporr -Bekömmliche Wirtnng des Getränks. In einem großen Theile Südamerikas werden die in Europa und Nordamerika gebräuchlichen Getränke Thee. Kaffee und Kakao durch die dort einheimische Aerba-Mate. auch Paraguaythee genannt, ersetzt. Ter Thee stammt von einem Baum, welcher bis 33 Fuß hoch wird, dessen immergrüne, lederartige Blätter länglich-eiförmige Gestalt besitzen und bis etwa 1 Zoll lang werden; seine Blüthen sind klein, unansehnlich und von weißer Farbe; die erbsengroßen, dunkelvwletten Früchte enthalten einen sehr harten, schwarzen Samen. Der Baum wächst hauptsächlich in Paraguay; sein Verbreihmgsbezirk erstreckt sich aber darüber Hinaus bis in die südlichen Staaten Brasiliens und bis in die Gegend am Corrientes in Argentinien. Der Gebrauch der Ferba-Mate in Südamerika ist ein sehr alter; denn in den altperuanischen Gräbern auf den Todtenfeldern bei Lima hat man die Blätter der Pflanze gefunden. Die Guarani-Jndianer. die Ureinwobner von Paraguay, pflegten die Blätter zu kauen als Kräftigungsmittel bei starken Anstrengungen. Als dann die Jesuiten in Paraguay zu größerem Einflusse gelangten, legten diese großen Werth auf die Kulwr der Pflanze, und es entstanden zu dieser Zeit große AnPflanzungen von Aerba-Mate, die aber zum größten Theil nach der Vertreibung des Jesuitenordens aus Südamerika wieder eingingen. Die Kultur der Pflanze ist nicht leicht, weil die Samen außerordentlich schwer zum Keimen zu bringen sind, und erst in neuerer Zeit ist es gelungen, durch vorheriges Beizen der Samen diese Schwierigseit zu überwinden. Das Einsammeln der Ferba-Mate-Blätter vollzieht sich in folgender Weise: Die dünneren Zweige der Bäume werden mit langen Waldmesfern, den sogenannten Machetes, ßbgxzschlagen, zu Bündeln vereinigt ' und darauf mit großer Schnelligkeit durch ein möglichst rauchloses Feuer gezogen, um dadurch das Schwarzwerden der Blätter zu verhüten. Sodann werden die Zweige über einem offenen Feuer auf einem Rost getrocknet, wobei die Blätter trotz aller Vorsicht doch meist einen rauchigen Geschmack annehmen. Aus diesem Grunde benutzt man auch bei größeren Anlagen kanalartige Oefen, über denen man die Blätter trocknet. Wenn die Zweige genügend getrocknet sind, werden sie kleingeschlagen, die Holzstücke von den Blättern gesondert und die letzteren in besonderen Mate-Mühlen in Stampfen, die jetzt meist mit Dampf getrieben werden, zerkleinert. In Argentinien und Uruguay liebt man den Thee Ziemlich fein pulverisirt, während man in Brasilien, Chile und in den übrigen Staaten der südamerikanischen Westküste die grob zerbrochenen Blätter vorzieht. Die Verpackung für den Transport geschah früher fast ausschließlich in ungegerbten Ochsenhäuten; jetzt nimmt man dazu Fässer, Säcke oder Kisten. In Südamerika genießen etwa 20,000.000 Menschen die Yerba-Mate als tägliches Getränk; in Argentinien wird der jährliche Konsum auf 18 bis 20 für den Kopf berechnet, in Uruguay auf 22 Pfund und im Staate Parana sogar auf 44 Pfund. Bei der Bereitung des Getränkes werden die Blätter mit kochendem Wasser aufgebrüht, worauf sie einige Minuten stehen bleiben; am wohlschmeckendsten ist das Getränk, wenn es goldgelbe Farbe hat. Der Gehalt an Coffein schwankt bei der Der-ba-Mate zwischen 0.2 und 1.8 Prozent, je nach den verschiedenen Sorten: er ist also geringer als beim Kaffee und beim Thee; in runden Zahlen ausgedrückt besitzt der Kaffee Ifc Mal und der chinesische Thee 2 Mal so diel Coffeingehalt als der Paraguaythee. Auch der Gehalt an ätherischen Oelen ist erheblich geringer beim Paraguaythee; dafür sind aber auch die daraus entfiehenden schädlichen Wirkungen auf den Magen und die Nerven geringer, als beim Kaffee und Thee. Selbst bei größeren Quantitäten verursacht der Paraguaythee weder Herzklopfen noch Schlaflosigkeit oder Kongestionen; dabei ist er besonders zur Stillung des Durstes unübertrefflich. Seltene Leistung. Im Gymnasium zu Kempten. Bayern, hat der 28jährige Sebastian Beck. der sich bisher mit orientalischen Sprachen abgegeben hatte, nach nur zweijährigem Swdium, die Absolutorialprüfung mit (STnni ffttTiNn j Hll ...H W.W.W.