Indiana Tribüne, Volume 29, Number 303, Indianapolis, Marion County, 16 August 1906 — Page 6
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Wanderamcisen.
Ei Abrnteurr mit dicsen gelräfzigcn Zn festen in Äfrika. Ein Mitarbeiter von ChamberJournal," der eine Zeitlang in NordNigeria. Afrika, wohnte, erzählt folgendes Abenteuer mit Ameisen: Gewöhnlich in der feuchten Jahreszeit, von Mai bis November, ziehen die Wander-Ameisen, die schwarz und mittelgroß sind, im Lande umher, da sie durch die großen Regenmengen von ihren Plätzen vertrieben werden. fio kann man Millionen in langem Strom in derselben Richtung nach Nahrung und trockenem Land suchen sehen, und jedes Insekt oder Reptil, das ihren Pfad kreuzt, fällt den wandernden Horden zur Beute. Ich wohnte damals in einem Grashause, d. h. das Dach war aus Gras, die Wände aus Schlamm, und die Zimmer ohne Tecke standen nach dem Dach zu offen. Eines Abends hatte ich noch spät schreibend aufgesessen, und als ich mich in mein Schlafzimmer zurückziehen wollte, hörte ich ein klatschendes Geräusch, wie wenn Regen auf das Schutzdach von Seqeltuch über meinem Bette fiele. Als ich nach der Ursache des Geräusches forschte, fand ich, daß Hunderte von Ameisen vom Dache sielen, die Wände herunterkletlerten und durch die Fenster genannte Oeffnung hindurchkamen. Jetzt krochen aus allen Spalten zahlreiche Insekten hervor, die alle aus dem Xcd), ihrem gewöhnlichen Aufenthaltsort, aufgestört worden waren. Spinnen aller Arten. Eidechsen. Grillen, Schwaben, alle vor dem gemeinsamen Feind fliehend. Auch ein Skorpion wurde sichtbar, auf den sich sogl?ich die Ameisen stürzten. In rotnigen Sekunden hatten sie ihn verzehrt. Nun sah ich eine kleine sehr giftige Schlange, die ich schnell von dem Segeltuch herunterschlug und tödtete; am nächsten Morgen war nur noch das Rückgrat von ihr übrig. Inzwischen war das Zimmer zieml:ch voll geworden, und da ich keinen Raum hatte, kletterte ich auf mein Bett, dessen festzugezogene Moskitovorhänge mich vor den Ameisen schützten. Von meinem Zufluchtsort aus konnte ick alles, was um mich herum vorging, sehen und hören. Von Zeit zu Zeit lief eine unglückliche Eidechse über den Boden und bemühte sich krampfhaft, die Wand hinaufzuhuschen. Da die Ameisen sie schon angenagt hatten, war sie zu schwach und fiel erschöpft herunter, um sogleich unter der gefräßigen Masse zu verschwinden. Erst nach drei Stunden verließen die Eindringlinge zu meiner großen Erleichterung das Zimmer. Am folgenden Morgen sab ich sie massenhaft auf den Pfählen sitzen, die das Dach stützten. Sie warteten auf die Sonne, die sie vor ihrem Aufbruch wärmen sollte. Dann schien sich eine Anzahl von ihnen gleichsam anzufassen, sie bildeten den ganzen Pfahl entlang eine lebendige Brücke, während die Hauptmasse unter ihnen oder über ihre Köpfe hinwegzog." Die neueste Krankheit. Die neueste Krankheit ist nach einer englischen medizinischen Zeitschrift die Automobilführer-Lähmung. Sie besteht m einer Lähmung einzelner Glieder und einer Erschütterung der Nerden. Dr. B. I. Burroughs beschreibt einen Fall, bei dem er zu einem großen kräftigen, 34 Jahre alten Manne gerufen wurde, der der Führer eines Automobilomnibusses war. Ter Mann befand sich in einem Zustande höchster nervöser Erregung und war unfähig, das rechte Bein zu beweqen, da er sogleich einen starken Schmerz in der rechten Hüfte fühlte. Er konnte erst nach drei Wochen wieder geheilt werden. Dr. Burroughs bemerkt hierzu: ..Es scheint mir kein Zweifel zu bestehen, daß die Ursache dieser Krankheit in der Beschäftigung des Mannes zu suchen sei; die fortwährende starke Anspannung der Muskeln, die gespannte Aufmerksamkeit, die große Verantwortung können zu einer Zerrüttung des Nervensystems führen. 9hrch mehrere andere Führer von AutoRiobilommbussen erklärten, daß sie die neue Beschäftigung viel schlechter vertrügen als das frühere Lenken der Pferde. Sie seien schon nach kurzer Zeit völlig erschöpft und bedürften großer Erholung, um dann wieder zu dem anstrengenden Dienst fähig zu sein. Das kürzeste Testament hat ein gewisser Thorn in Streatham iei London verfaßt, da er in drei 9Q3otten über seinen Nachlaß verfügte. Einen Tag vor seinem Tode hatte er einen Schlaganfall, lieh sofort seine Frau und )tnt beiden Söhne zu sich kommen und schrieb auf em Stuck Pa vier: Alles für Mutter." Der Zet tel wurde von den beiden Söhnen als Zeugen unterschrieben und später von dem Richter als rechtskräftig erklärt. Letzterer erwähnte in seinem Schieds spruch, dies sei dc-.s kürzeste Testament, das ihm während seiner langjährigen Erfahrung unterbreitet worden sei. Da es sich um Eigenthum im Werthe von 840.000 handelte, muh man sich wun bern. daß Thorn die Pflicht des Testamentmachens hinausgeschoben, bis der Sensenmaun tm Zimmer stand. Winzige indische Gummi stiefelchen werden gegenwar tig in London zum Kauf angeboten für die Schooßhündchen von reichen Damen. Die Stiefelchen werden mi:telst Seivenschnur an den Füßen der Thiere befefilgt.
Gtetkengletzeret. Die Verfertigung von Kirchmglocken ist durch Schiller vielleicht zu der populärsten oder wenigstens zu der am meisten klassischen Art industrieller Bethätigung geworden, aber vielleicht gerade deshalb haftet der Glockenzießerei im Besonderen etwas Dichterisches und sogar Märchenhaftes ui, zum Theil allerdings schon seit schr alten Zeiten. Zu iin ältesten Sagen, oie auf die Glockengießerei Beug haben, gehört der Glaube, daß eine BeiMischung von Silber zur Glockenspeise der fertigen Glocke einen besonders schönen Klang verleihen sollte. Diese Vorstellung ist auch in den Spract?gebrauch übergegangen, denn man spricht vom Silberklang einer Glocke. Wahrscheinlich ist jedoch mit Absicht niemals weder in alten, noch in neuen Zeiten Silber zu den Glocken genommen worden, obgleich die Glockengießer ihr eigenes Interesse darin sahen. ivn Volksglauben zu erhalten. Es kam nämlich oft vor, daß beim Glockenguß bestimmte rclegiöse Zeremonien vor-
genommen wurden und daß dazu von frommen Chrrsten sildergeld zum Glockengusse gespendet wurde. Das Silber wurde dann auch in den zum Schmelzen des Glockenmetalls dienenöen Ofen hineingeworfen, aber unter besonderen Vorsichtsmaßregeln, damit die Münzen durch die Stäbe des Rostes in den Aschenraum hinunter fielen, von wo sie nachher wieder unbeschädigt aufgelesen werden kannten. Freilich war eine Vorbedingung zur Ausführung dieses Betruges ein Ernverständniß aller beim Glockenguß beteiligten Leute, weil das Silber nur dann unvermindert zu Tage gefördert werden konnte, wenn die Arbeiter die Feuerung in dem gegebenen Augenblick besonders gründlich durcheinander schürten. Eine Glocke wird möglichst genau in die Form gegossen, die sie erhalten soll, sodaß fk nachher keine weitere Bearbeitung mehr erfordert, außer der Politur. Diese geschieht aus einer gewöhnlichen Drehbank. Zuweilen, wenn es sich daraum handelt, einen Satz Glocken von genau bestimmter TonHöhe zu schaffen, ist es außerdem nothwendig, den Rand der Mündung in gewissem Grade zuzuschärftn, was meist im Zusammenhange mit der Politur geschieht. Das Glockenmetall nimmt an der äußeren Fläche eine gewisse krystallene Struktur an. und wenn diese Außenfläche bis zu einer erheblichen Tiefe 'beseitigt wird, so kann der Klang der Glocke von Grund aus verändert und geschädigt werden, wenigstens für das musikalische Ohr. Fast überall wird die Glockenspeise in Luft- oder Flammenöfen geschmolzen, also Oefen, die eine Feuerung an einem und einen Schornstein am anderen Ende besitzen und dazwischen ein; Kammer, die zur Aufnahme der Tiegel mit Glocken,metall bestimmt ist. Usber der Schmelzkammer befindet sich noch ein Bogen, der die Hitze auf dem Durchzange von der Feuerung zum Schornstein zurückwirft. Wenn man sich einen solchen Ofen vorstellt, kann man auch noch leichter begreifen, wie der erwähnte Schwindel mit den Si!bermünzen möglich war, die eben einfach an den Schmelztiegeln vorbei in die Feuerung geworfen wurden. Die Geheimnisse des Glockengusses, wenn es überhaupt solche gibt, bestehen nicht in der Herstellung der Mischung, sondern in der Feststellung der Glock?nform, für die die einzelnen Glockengreer gewohnuch ryren erzenen, lelojtgewählten Brauch haben. Auf die Größe der Glocke können sich diese willkürlichen Unterschiede nicht bezie hen, da sie sich nach der verlangten Tonhöhe der Glocke richten und zu diesem Zwecke mathematisch berechnet werdne muß. Unglückliche Liede und Wagner Schwärmerei. In das noch nicht völlig ailfgc-klär te Mciw dc-s Tclvstmordc-s eines hin gen Liebespaares in Leipzig, wo bet Kaufmann Ewald Kittel und die Tochter des Universitäls-Oberbiblio-thekars Dr. Abcndroth sich gemeiiisam erschossen haben, spielt in eigen artiger Weise die außergewöhnlich schwärmerische Veranlagung der beiden mit herein. Zusammena?fülrt wurden beide durch eine krankhafte Begeisterung für Musik, speziell für Wagnersche. eie hatten noch am Tage vor ihrem Selbstmorde gemein schafilich Tristan und Isolde" gcse hen. In einem vor seinem Tode bin terlassenen Briefe spricht der niuge Mann von bei Wonnen", die ibnen bevorständen, da sie in jenes Wun derland" zurückkehren würden, aus dem sie gekommen seien. Hier klingt offenbar die Stelle aus Tristan und Isolde" an, in der das Sterben als etwas Köstliches und Süßes bleichnet wird. Kittel war von seinen iiitern ins Ausland geschickt werden, um sich im Bankfach auszubilden. :eine Schwärmen für Wagner zog ihn bald wieder nach Leipzig zilrück. Erst beabsichtigte er, allein in den Tod zu gehen, und zeichnete sein Te stament auf, in dem er seine Noten bibliothek, sämmtliche Waqnerschen Opern und einen Bethoven seiner Celiebten vermachte, die ihn allein ver stände. fjltl ,-umr. .In dem Bericht über den Ausflug des Automobilklubs kommt das Dorf Tuntendorf nicht vor." Existirt seit dem Ausslug mcht mehr."
Der aus Wien wegen ei mö Jmvelendiebstahl verfolgte Hers mann Stern wurde infolge eineZ Steckbriefes im Kurort Baden, Kanton Aargan, verhaftet. Äuf dem Rücktransport vom Verhör entkam er dem ihn begleitenden Schutzmann und lief m oenHausgang einer Wirthschaft. Durch ein offenes Fenster gelangte er auf das Dach eines Nachbarhauses, sprang von hier in tollkühnem Sprung auf das Dach der tiefer liegen'den mittleren Mühle hinunter und erreichte dann die Limmat - Promenaden. Als ihn die Verfolger nachezu eingeholt hatten, stürzte er sich kurz entschlossen in die lxchgehende Limmat, in die ihm keiner der Verfolger folgte. Es hätte auch weiter keinen Znxck gehabt, denn der Mann verschwand in den Fluthen. Den Tod der eigenen Mutter hat der Landwirth Wilhelm Vieregge in Lüneburg dadurch ver schuldet, daß er eine Häckselmaschine in Betrieb sete, die nicht mit den vorgeschriebenen Schutzvorrichtungen versehen war. Die hochbejahrte Frau wurde, als sie beim Häckelschneiden helfen wollte, von einem Schaufelstiel, ver ins Schwungrad gerathen war, so heftig gegen den Leib getroffen, daß sie nach einigen Tagen ftarb. Die Lüneburger Strafkammer verurtheilte Vteregge zu drei Wochen Gefängniß; in Betracht gezogen wurde, daß der Angeklagte an und für sich schon durch den Tod der Muter hart genug gestraft war. Eine eigenartige Hinterziehung des Briefportos hat sich eine jugeMiche Bewohnerin des Vn viers - Vorortes Hodimont erlaubt. Sie fandte an ihre Freundinnen Ansichtspostkarten, die scheinbar nichts Schriftliches enthielten und daher als Drucksachen befördert wurden. Der Zufall aber wollte, daß schließlich auf diesen Karten unter den nur mit den Rändern aufqeklebtenFreimarken Mitthetlungen in ganz kleiner Schrift entdeckt wurden. Das Polizeigericht verurtheilte die findige Maid zu fünf 5 sanken Gelobuße, die sie aber, falls t nicht rückfällig wird, nicht zu bezahlen braucht, denn vie Verurtheilung ist nur eint bedingte. Die Frau eines Altonaer Gastwirths befindet sich zur Zeit in einer benachbarten Ortschaft in der Sommerfrische. Kürzlich vermißte sie ihren wertbvollen Brillantring, den sie am Abend vorher auf die Kommode gelegt hatte. Nach längerem Suchen entdeckte sie den Ring schließlich hinter dem Sofa oberhalb der Wandleiste. Am anderen Tag war das Stubenmädchen im Zimmer beschäftigt, als es plötzlich auf der Kommode eine iftaite bemerkte, die sich
bei dem dort liegenden Ring zu schaffen machte und schließlich mit diesem unter dem Sofa verschwand. Sofort holte sie die Besitzerin des Rings herbei. die ibn dann auch an derselben Stelle, wie am Tag vorher, hervor holte, nur mit dem Unterschied, daß er diesmal in einem Loch lag. Jetzt bat die Dame eine Falle aufgestellt, damit der langschwänzigen Diebin die Gelüste nach Brillanten em für alle mal vertrieben werden. e m resoener c schichtsmaler Professor E. A. Dona dini ist es, trotz aller außerordentlichen Schwierigkeiten, gerungen, das über 100 Quadratmeter große, f. Z. mit Wasserfarben unmittelbar auf die Kalkfläche aufgetragene berühmte Deckengemälde des kursächsischen Hofmalers Louis Silvestre (gest. 1760), das bis zum Abbrüche des -Brühl' schen Palais in, der Augustusstraße dessen Festsaal zierte. Nicht blos von der Decke abzulösen, sondern auch in der Aula der neu errichteten Korngl Kunstqewerbeschule wieder anzubriw gen. Nach einigen Restaurirunasarbeiten wird sich das den Triumph der Tugend über das Laster darstellende Gemälde in seiner alten Schönheit präsentiren. Bekanntlich hat Dona dini auch Ichon die 7 Preller'schen Odyssee - Landschaften und die 6 nach den (lomposltionen öchttnnbs vom Professor Nane gemalten Aschenbrödelbilder, die das letzt niedergerissene Römische Haus in Leipzig schmückten. auf gleiche Welse vor dem Schicksal der Vernichtung bewahrt. D u r ch e i n e Stiftung des rm Jahre 1886 verstorbenen Straß burger Theologen E-duard Cunitz ist d Hochschule n den Besitz eines be deutenden Fonds gekommen. Der Gelehrte hatte der Universität sein Ver mögen mit der Bestimmung hinterlassen, daß es 20 Jahre ruhen sollte. Erst dann sollte der Zmsvel4rauch nicht zur Unterstützung von Studenten, sondern zur Förderung der evaugelrsch - theo logischen Wissenschaft, zu Beisteuern zur Pflege' wissenschaftlicher Arbeit verwandt werden, die im Sinne eines freien, durch keinerlei Dogmenzwang behinderten Prorestannsuius geschieht Eine aus 15 Ordinarien der Universi tät zummengeietzte Repräsentation leitet Verwaltung und Verwendung des Vermögens und der Zinsen, die sich setzt auf 13.000 Mark belaufen Im Zufanrmenhanqe damit, wenn auch unaDhäncstg von der rrftung ist die Bildung einer Gesellschaft beschlossen worden, die ewerfeits jener Repräsentation" als begutachtende Instanz die nen wiU, anderseits beabsichtigt die Ge fellschaft unter Vermeidung konfessioller Schranken, dem crkadenrrschwissenschaftlichen Leben an der Uni oerfitöt w im Reichslande überhaupt einen Sammelpunkt und Halt zu ver-schaffen.
Allerlei sür's Haus. Fehlende HolztheUchen
zuergänzen. Wenn die fehlenden Theile an Möbeln, Bilderrahmen und Kunstgegenstänoen nur geringe Dimensionen haben, kann man sie aus Kitt nachformen und ergänzen. Aus Bleiglätte und Glvzerin ist leicht ein haltbarer Kitt herzustellen. Das Glyzerin hierzu muß dickflüssig fein, sollte s zu dunn sein, so dampft man es auf dem Wasserbade ein. Die Bleiglätte wird in einer Porzellanreibchale möglichst fern gerieben und mit o viel Glyzerin durchknetet, daß eine harte, gleichmäßige Masse entsteht, die aber doch so thonähnlich sein muß, daß sich formen und modellnen läßt. An der Stelle, wo die Ersatzstückchen itzen sollen, muß das Holz etwas aufgeraut und nachher mit Glyzerin angeeuchtet werden, dann haften sie nach dem Trocknen fest. Nach Erforderniß önnen die Ersatztheile auch noch mit leinen Drahtstiftchen befestigt werden. Die Masse wird nach einziger Zeit steinhart, sie nimmt Oel- und Lackarbe.an und kann auch nach Bedarf bronzirt und vergoldet werden. GegenPhosphor - Brandwunden. Um sich gegen die schlimmen Folgen solcher Wunden durch Abspringen von Phosphor - Streichholzchen zu schützen, bereite man sich sofort tarkes Sodawasser und in weses halte man das verbrannte Glied. Der Phosphor bildet mit dem Sodawasser eine chemische Verbindung, das völlig unchadliche phosphorsaure Natron. Fensterscheiben. Wenn Maurer längere Zeit in der Wohnung gearbeitet haben, sind oft die Fenstercheiben so beschmutzt und bespritzt, daß sie selbst mit Schlemmkreide nicht rein zu bekommen sind. In diesem Falle befeuchte man sie mit verdünnter Salzsäure und spüle sie mit reinem Wasser nach, wodurch sie tadellos rein und durchsichtig werden. Seide zu behandeln. Man vermeide es, seidene Stoffe zu bürsten, man reinige sie vielmehr mit Flanellläppen, seidenen Tuchern oder seiner: reinen Lederlappen. Auffrischen von Schmuckedern. Allerlei bunte Hutfedern werden folgendermaßen gewaschen und renovirt. Man bereitet heiße Seifensuppe (so heiß, daß man noch die Hand darin halten kann), legt die Federn 3 Stunden lang hinein, drückt sie von Zeit zu Zeit mit der Hand aus, spült sie erst in lauem, dann in kaltem Wasser, drückt sie zwischen welchen Leinentüchern aus und breitet sie in der Sonne aus. Bevor sie noch ganz trocken sind, schlägt man sie leicht in der Luft hin und her, bis sie auf diese Weise völlig getrocknet sind. Eine Straußenfeder ist trocken, wenn sich die kleinen Haare nicht mehr an einander hängen. Ein farbiges Musselinkleid darf behufs Reinigung nicht gekocht werden. Dem lauwarmen Waschwasser aus guter Kernseife setzt man auf einen Eimer Wasser etwa eine Tasse Essig und eine Handvoll Kochsalz zu. In dieser gut verrührten Flüssigkeit wäscht man das Kleid durch, muß dabei aber beachten, daß es stets unterhalb der Oberflache des Wcffers sich befindet. Nach vollzögener Wäsche legt man das Kleid in reines Wasser, das nach obigem Verhaltniß gleichfalls mit Essig und Salz gemischt ist, und läßt es eine halbe Stunde liegen, damit sich die Farbe befestigt. Dann hängt man es zum Trocknen auf. Wenn die Butter einen ranzigen Geschmack angenommen hat, so ist das verursacht durch ein Zerfallen des Butterfettes in seine Bestand theile, d. i. Glycerin und Buttersäure; letztere ist es, welche, frei geworden. das Ranzigwcrden veranlaßt. Diese stets eintretende Zersetzung kann vollständig nur vermieden werden, wenn die Butter in luftleer gemachten Gefä ßen, von Luft und Licht abgeschlossen. aufbewahrt wird. Gefördert wird die Zersetzung du? U aus der Milch abstammenden Käsestofftheilchen. welche sich in die Butter einlagern, weil diese für die die Zersetzung einleitenden Bakterien einen sehr guten Nährboden bilden. Es ist daher, um die Butter möglichst lange gut zu erhalten, erste Bedingung, sie durch wiederholtes Waschen mit reinem Wasser von den Käsestofftheilchen möglichst zu befreien. Durch Zusammenschmelzen erzielt man zwar eine größere Haltbarkeit, es geht jedoch dadurch der größte Theil der flüchtigen aromatifchen Bestandtheile verloren, welchk gerade der frischen Kuhbutter den angenehmen Geschmack verleihen. Emaillirte Milchtöpfe und Kannen werden in heißem Wasser abgewaschen, in kochendheißer Boraxlosung sorgfaltig gespült, abge trocknet und gründlich ausgelüftet Alsdann bleiben sie offen stehen. Die auf diese Weise behandelten Milchgefäße sind vollkommen geruchlos und bazillenfrei. Kaffeesatz läßt sichverwerthen zum Kehren von Fußböden, Teppichen, Treppen usw. Mar kann auch den Kaffeesatz zum Reinigen von Glasgefäßen verwenden. Mit Wasser gemischt ist er ein vorzügliches Mittel zum Beziehen des Epheus und der Rosen. Durch Verbrennen des getrockneten Kaffeesatzes erhält man eine schwarze Farbe.
S p ä h e.
Im Jahre 1134 wurde der erste Kanal in England gebaut. Ein Centner Zuckerrohr gibt durchschnittlich zehn Pfund Zucker. Eine ausgewachsene Coc o s p a l m e liefert jährlich etwa 80 Nüsse. Die erste Brille wurde im Jahre 1285 von Alexander del Spina angefertigt. SeitdemJahre 1820 sind in diesem Lande 24 Millionen Ausländer gelandet. Kaffeebohnen verlieren beim Rösten an Gewicht, nehmen aber an Umfang zu. Auf einen Hektar kommen ungefähr 30- bis 50.000 Tabakspflanzen zu stehen. Das kleinere Bayern baut über achtmal soviel Hopfen, wie das viel größere Preußen. Europa liefert zahrlich 80,000 Tonnen Honig im Werthe von 11 Millionen Dollars. Eine sehr geschickte Handstrickerin vermag in der Minute höchstens 100 Maschen zu stricken. Die Körner der Reis st ä r k e haben einen Durchmesser von nur 6 7taiicnDuel Millimeter. Charles C u r t i s von Kansas ist das einzige Congreßmitglied, in dessen Adern Jndianerblut flieht. Ein Balsambaum (Totrn tera) liefert bei schonender Behandlung jährlich 3 Pfund Perubalsam. Ein Hektar Land soll in Vcnezuela 15,000 Stück Zuckerrohr im Gewicht von 60,000 Kilogramm ge ben. Eine s ü d a m e r i k a n i s ch e N e s s e l a r t hat Brennhaare, die sogar durch die Kleider hindurch siechen. In Jamaica können die Pflanzer jetzt ihre Ernte und Wohnungen gegen Sturmschaden versichern lassen. Die O b e r f ö r st e r e i" Nikola. jewsk an der Mündung des Amur übertrifft an Größe den preußischen Staat. In den Goldminen des Rand in Südafrika waren Ende Juni 77,557 Eingeborene und 52.329 Chinesen beschäftigt. Vom Moldavit weiß man nicht, ob er eine natürliche Lava oder Schlacke einer sehr alten böhmischen Glasindustrie ist. Von der Bambusart. dre Lanzenschäfte für die englische Armee liefert, wird ein guter Stock mit $2.50 pro Stück bezahlt. Die PerlmutterknopfIndustrie von Birmingham, England, ist, da diese Knöpfe wieder modern sind, im Aufblühen begriffen. Aus Japan wurden letztes Jahr für $2,543,498 Matten und Mattenteppiche ausgeführt. 90 Prozent davon nach den Ver. Staaten. Mehr als ein Fünftel aller Juden in Rußland haben in den letzten fünf Jahren ihre Wohnsitze gewechselt; die größere Zahl wanderte aus. Die Kiswahfeier. d. h. das Ueberbringen des Teppichs, den Aegypten jährlich der Kaaba in Mekka schenkt, kostet dem Lande immer 4 Millionen Piaster. Die Anfertigung echter Panamahüte in der Provinz Manabi in Ecuador geschieht nur in bestimmten Abendstunden, wenn die Sonne die Faser weniger brüchig macht. Der gewöhnliche Mensch ist einer uninteressirien Betrachtung, welches die eigentlich Beschaulichkeit ist, nicht anhaltend fähig. Er kann feine Aufmerksamkeit auf Dinge nur insofern richten, als sie irgend eine Beziehung zu seinem Willen haben. Das Haupttelegraphenamt in Berlin hat im Jahre 1905 insgesammt 21,684.102 Telegramme befördert. Ueber 20 Millionen dieser Telegramme entfallen auf den Durchgang. Der innere Verkehr des Telegraphenamtes umfaßt etwa IY2 Millionen Telegramme. Der Geograph Smedleh Norton hat am oberen Nil eine Papyruspflanze gefunden, aus deren Gras die Tonne Papier angeblich zum zwanzigsten Theil des bisherigen Preises hergestellt werden kann. Das aus Papyrusgras gewonnene Papier soll wesentlich besser sein als das aus ftfli, trtftni Bei Hyazinthenknollen, die auf Wasser getrieben werden, sorge man für rechtzeitige Ergänzung des verdunsteten Wassers. Das Wasser darf die Knollen nicht berühren, sondern soll nur bis zum Wurzelboden reichen. Gegenleistung. Der kleine Pepi (zu seiner Schwester): Du, Emma, gib mir ein bischen von Deinem Kuchen! Ich werde dann unser Klavier so ruiniren, daß Du 'n paar Wochen lang keine Klavierstunden mehr zu nehmen brauchst!" Auch eine Auszeichnung. Jt&xt kommt denn der Bierbrauer Panischer! mit seinem miserablen Griff zu einer goldenen Medaille?" Die hat er auf der letzten hygienischen Ausstellung für hervorragende Leistungen gegen die Trunksucht erhalten!"
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