Indiana Tribüne, Volume 29, Number 303, Indianapolis, Marion County, 16 August 1906 — Page 3
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Jndianck Tibüne. 16, August 1006
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Monarchen-Zusammenkunft Rüttelt die Politiker aller Lander aus ihren Sommcrtröumcn aus. Die Liberalen unterliege. Mllitär schießt scharf. Größere Rnheftörnngen befürchtet. Herzlicher Empfang. Bulgaren die Brandstifter. Fürst Ferdinand bedroht. Das Volkslied bei Volksfesten. Hauptstadt verlegt. Des Sultans Befiuden. Die Ordnungspatteien. Arbeiter-De-monstration. Mordthaten.
Teutschland. Herzlicher Empfang. K r o n d e r g , Heffen.Naffau. 15. Auguft. König Edward von England traf heute Morgen in einem Spezial zuge, von Frankfurt a. M. kommend, um 8 Uhr 45 Minuten hier ein. Er wurde am Bahnhofe von Kaiser Wil' Helm und dem Prinzen und der Prin zesfin Friedrich Karl von HeffenNaffau empfangen. Kaiser Wilhelm half sei nem Onkel beim AuSfteigen aus dem Zuge, worauf sich beide Herrscher ge genseitig küßten. Die Begegnung war in jeder Hinficht äußerst freund schaftlich. Nachdem die gegenseitige Vorstellung deS Hofstaates der beiden Monarchen stattgefunden hatte, fuhr die ganze Ge fellfchaft mit Automobilen nach Schloß Friedrichshof; KSnig Edward, Kaiser Wilhelm und der Prinz und die Prin zesfin Friedrich Karl im ersten Automo dil vorauf. Die Straßen waren prüch tig mit Fahnen, Blumenkränzen, Ehrenpforten und Guirlanden dekorirt. und das zahlreich erschienene Publikum und die zu beiden Seiten deS FahrwegeS aufgestellten Schulkinder bereiteten den beiden Majestäten einen sehr herz lichen Empfang. König Edward war heute der Bast des Prinzen Friedrich Karl von Hessen, dessen Frau, die Prinzessin Margarethe von Preußen, eine Schwester des Kai serS ist. Morgen früh fetzt König Edward feine 9Hfe nach Marienbad fort, wo er bis zum 6. September bleiben wird. Bon den schier endlosen Vermuthungen über die politische Bedeutung dieser Monarchenzusammenkunft, ist eine erwühnenSwerth, da sie auf die gegen wärtige Lage paßt. Ein Handschreiden deS Kaiser Nikolaus von Rußland soll jüngst durch einen Kurier der russischen Botschaft an den König Edward persönlich überbracht worden sein. Zu gleicher Zeit wären Schreiben der Kaiserin von Rußland an ihre Verwandten in England gelangt. Das Schreiben des russischen Kaisers an Kö nig Edward enthält dem Vernehmen nach, ein Ersuchen um Rathschläge in Betreff der Sachlage in Rußland. Eine Antwort soll gesandt worden sein, und fast unmittelbar darauf wäre die Zusammenkunft zwischen König Edward und Kaiser Wilhelm vereinbart worden. Nach der Konferenz auf Schloß Fried richshof wird voraussichtlich an den Kaiser Nikolaus ein gemeinschaftliches Schreiben mit den Räthschlägen des Königs Edward und des Kaisers Wil Helm gesandt werden. Fürst Bülow reift nach WilhelmShöhe. Kassel. 15. Auguft. Reichskanzler Fürst von Bülow wird seinen Kuraufenthalt in Norderney unterbre chen und am nächsten Freitag nach Wil helmShöhe kommen, nachdem die Zu sammenkunft deS Königs Edward mit dem Kaiser in Schloß Friedrichshof stattgefunden hat. Fürst Bülow wird auch der Taufe des Kronprinzensohnes beiwohnen, welche definitiv auf den 29. Auguft festgesetzt ist. In Berlin wird dann ein Minifterrath abgehalten wer den, in welchem wichtige Fragen zur Besprechung gelangen sollen. Wahr scheinlich wird auch der Kolontalskan dal, der stetig weitere Kreise zieht, einen der Gegenstände der Erörterungen bilden. DaS Volkslied bei Volk-. festen. Berlin, 15. Aug. Nachtrüg lich wird eine Bemerkung deS Kaisers aus der Zeit seines jüngsten AufentHaltes in Essen, wo er zum Besuch der Familie Krupp weilte, bekannt, die nicht geringe Aufsehen macht. Als der Kaiser nach der Serenade, welche ihm der dortige ArdeiterGesangverein Gemeinwohl" gebracht hatte, mit dem Dirigenten sprach und die Pflege des Volksliedes auf da Entschiedenste be fürwortete. fügte er noch hinzu, er er wäge die obligatorische Einführung des Volksliedes bei Volksfesten.
Runland. Die Liberalen unter liegen. St. Petersburg. 15. Aug. Bei den jetzt im russischen Reiche statt findenden Wahlen der Mitglieder des Semftwo erleiden nicht allein die Kon ftitutionellen'Demokraten. sondern auch die weiter links stehenden zu den liberalen Faktionen gehörenden ehemaligen Mitglieder überall große Niederlagen. Seit Jahren bildeten die Provinzial SemftwoS den Mittelpunkt der lidera len Bewegung und nahezu alle Führer der Demokraten haben in den SemftwoS eine hervorragende Rolle gespielt. Aber als Kandidaten für die jetzige Wieder wähl unterliegen sie. Die glänzendsten Redner, wie Ro ditfchew. Kokoschena und Andere, find einem solch' notorischen Reaktionär wie Graf Scheremetjew unterlegen. Diese Wahlergebnisse lassen einen Umschwung der Stimmung gegen das Fortschrittsprogramm, allerdings zur großen Freude deS Premierministers Stolypin, deutlich erkennen, aber der gessen darf nicht werden, daß der Adel und die Großglundbefitzer den aus schlaggebenden Einfluß bei den Semftwo.Wahlen haben. Die Niederlage der konstitutionellen Demokraten spie gelt wahrscheinlich mehr Abwehr gegen das von Letzteren vertretene Prin zip der zwangsweisen Landenteignung, als Opposition gegen den rein politischen Theil ihres Programms, wider. Immerhin ist nicht zu bezweifeln, daß Reaktionäre und Liberale, so weit sie den Großgrundbesitz vertreten, sich zu sammenschließen und auf Seite der Regierung gegen das radikale Agrarpro gramm des Parlaments Front machen.
Mllitär schießt scharf. Lodz, 15. Aug. Eine Dynamit bombe wurde heute in das Polizeige bäude deS 3. Diftrictö geworfen, wo durch dasselbe bei der Explofion in Brand gerieth. Militär wurde aufgc boten, um daS Publikum von der Brandstätte fernzuhalten und als das selbe nicht schnell genug Platz machte, schoß daS Militär mehrere scharfe Sri ven auf die Fliehenden ab, wobei 20 Personen getödtet und ungefähr hun dert mehr oder weniger verwundet wurden. Größere Ruhestörungen befürchtet. Warschau, 15. Aug. Mehrere Versuche wurden heute in verschiedenen Straßen der Stadt angestellt, um Po lizeibeamte zu ermorden. Drei Dyna mitbomben find in verschiedenen Stadt theilen geworfen worden, wobei über hundert Personen verletzt wurden. Hier herrscht eine Panik und man erwartet wieder den Auöbruch größerer Ruhe ftörungen. In Wlochrwek wurden der Polizeichef Nirwowicz und der Polizeihauptmann Pietrow ermordet. Die Ordnungsparteien. St. Petersburg, 15. Aug. Das Ergebniß einer Sitzung des Cen tral'AuSfchusseS der alten Partei der Oktoberiften, welche gestern Abend spät zum Abschluß gelangte, läßt auf eine Verschmelzung der Oktoberiften mit der neuen .Partei der Wiedergeburt", welche eine friedliche Ausgestaltung der Reformbewegung auf thre Fahne ge schrieben hat, schließen. Sämmtliche Redner erklärten fich zu Gunsten eines solchen Programms, und schließlich wurde die Resolution angenommen, Zweigverbünde der neuen Partei auf. zufordern, über die Frage der Ver einigung abzustimmen. Zahlreiche Mordthaten, St. Petersburg, 15. Aug, Aus allen Theilen Polen'S und aus dem Kaukasus find heute viele -Berichte über Ruhestörungen und Mordthaten hier eingetroffen. Im ganzen Kaukasus, mit Ausnahme von wenigen Di strikten, ist der Belagerungszustand er klärt und in den Distrikten von Ehusha und Sangesur durchziehen zahlreiche Banden von mohamedanischen Mord
brennern das Land, rauben und plün dern und greifen die Truppen mit gro ßem Erfolge an. In Polen führten heute die Terro riften und Anarchisten eine Blutherr, schaft aus. Mehr als hundert Poli ziften und höhere Beamten wurden in über 30 Städten ermordet nnd stets gelang es dm Mordbuben unter dem mit ihnen sympathifirenden Volke un erkannt zu verschwinden. Oesterreich. Ungarn, Bulgaren die Brand ifter. Wien. 15. Aug. Eine Depesche meldet, daß die am Dienstag, den 14. Auguft in Ahiolu stattgehabten Ruhe ftörungen in Folge von griechenfeind lichen Demonstrationen entstanden, de nen die Griechen mit Gewehrfeuer ein Ende zu machen suchten. ES entspann fich ein langer Kampf, in welchem beide Seiten schwere Verluste an Todten und Verwundeten erlitten. Daraus steckten die Bulgaren die Stadt an vier Stellen in Brand. DaS griechische Kloster wurde, während ein Te Deum" ge sungen wurde, erstürmt. Die Situa tion wurde schließlich so ernst, daß Truppeu aus BurgaS an Ort und Stelle beordert werden mußten. Die Depesche meldet weiter, daß in Ruftschuk 20.000 Bulgaren das grie chische Konsulat zu erstürmen versuch
ten, daß sie aber von Truppen vertrie ben wurden. Eine Depesche auS Wien an dieselbe Agentur sagt, daß die Ausschreitungen gegen die Griechen in Oftrumelien große Aufregung und Entrüstung verursacht Hütten. ES werde erwartet, daß Grie chenland fich gezwungen sehen würde, die diplomatischen Beziehungen mit Bulgarien abzubrechen. Fürst Ferdinand be droht. Wien, 15. Aug. Eine heute an eine Nachrichtenagentur gelangte Depesche meldet, daß Janne SandauSky (der mazedonische Führer, welcher zu der Räuberbande gehörte, welche im Jahre 1901 die amerikanische Misfio. narin Fräulein Helen M. Stone in Gefangenschaft führte und erst nach Be zahlung eine? LöfegeldeS wieder frei gab) in dem Beftritza Walde, welcher die Villa des Fürsten Ferdinand um giebt, im Hinterhalt lkegt, um den Fürsten zu todten. Die Villa wird stark bewacht und der Fürst verläßt sie nur fetten. Belgien. Arbeiter'Demonftration. Brüssel, 15. Auguft. Um die Agitation für Reduktion der ZArbeitS stunden mit Nachdruck zu unterstützen, veranstalteten heute die hiesigen Arbei ter eine gewaltige Demonstration, ' an der fich 80,000 Personen betheiligten. Sie hielten durch die Hauptstraßen der Stadt ein' Parade ab, in der mehr als hundert Musikkapellen spielten. Türkei. Des Sultans Befinden. K o n ft a n t i n o p e l, 15. Aug. ES heißt, daß das Befindendes Sultans heute etwas besser ist und der Pa tient eine gute Nacht gehabt hat. Das Sträuben des Kranken, fich einer ange messenen ärztlichen Behandlung zu im terziehen, hat den Fall erschwert, doch einer der Palaftärzte bewog schließlich den Sultan, die Anwendung eines ein fachen Mittels zu erlauben, das so fortige Linderung brachte. Der Dok tor wurde in Anerkennung seiner Dienste zum Range eines Paschas be fördert. Frankreich. Monroe Doktrin einseitig. Paris, 15. Aug. Ein Artikel in dem offiziösen TempS" erörtert die vom Staatssekretär Root in Süd'Ame, rika gehaltenen Reden und die Monroe Doktrin. Das Blatt sagt: Das lateinische Amerika empfindet das Bedürfniß nach Garantien gegen die Ver. Staaten wie gegen Europa. Die Monroe.Doktrin schützt die Repu bliken gegen Europa, läßt sie aber den Ver. Staaten gegenüber schutzlos". Der Temps" weift darauf hin, daß Brasilien wegen seiner Kaffee, und Gummiausfuhr sich nach den Ber. Staaten hinneigt, und führt dann fort: .Aber eö ist zu wünschen, daß die brasilianischen Staatsmänner nicht den Pan AmerikaniömuS dem MonroeiS muS opfern werden, ausgenommen so weit dies mit dem, was die lateinischen Republiken Europa und ihrer eigenen Zukunft schuldig find, vereinbar ift."
Die Auden in Ruszl'cmd.
Jhrr Anzahl, Vrrussgliedcrung und sozialen Verhältnisse. Bertheilung der Jude in Ruhland-Ratür: ttch Bermehrumg Die Jgnatiewschcn Ge-setze-MaffenauswanSeruug - Handwerker, Handelstreibende und Landwirthe. Einem Berichte, den das Berliner Bureau für Statistik der Juden über die sozialen Verhältnisse der Juden in Rußland veröffentlicht, entnehmen vu das Folgende: Das russische Reich zählte bei der Volkszählung im Jahre 1897 125.600.000 Einwohner. Davon waren 5.250.000 Juden. Auf das euro päische Rußland kamen 3.790.000. auf Polen 1.321.000. den Kaukasus 57.000, Sibirien 35.000 und auf Mittelasien 14.000 Juden. Da seit der Volkszählung 9 Jahre verflossen sind, so ist mit Bestimmtheit anzunehmen, daß heute erheblich mehr Juden in Rußland leben als im Jahre 1897. Denn so beträchtlich an sich die Zahl der Juden ist. die alljührlich Rußland verläßt, um in anderen Ländern einen neuen Wohnsitz zu begründen, so werden die Lücken durch die natürliche Vermehrung mehr wie ausgefüllt. Was zunächst die Auswanderung anlangt, so nahm diese erst seit dem Jahre 1881 den Charakter einer Massenbewegung an. Neben den Jgnatiew'schen Gesetzen war es eine im selben Jahre stattgefundene Judenverfolgung, welche ganz plötzlich die bis dahin ziemlich stabile jüdische Bevölkerung in Bewegung brachte. Die AusWanderung wandte sich hauptsächlich nach den Ver. Staaten. Vom 1. Juli 1904 bis 30. Juni 1905 wanderten daselbst 92.000 russische Juden ein, die sich dem Beruf nach hauptsächlich aus Handwerkern (Schneider, Tischler. Schuhmacher) nebst Angehörigen zusammensetzten. Die Gesammtzahl der jüdischen Auswanderer aus Rußland seit dem Jahre 1880 hat man auf 1,250,000 berechnet. Wie die Jgnatiew'schen Gesetze vom Jahre 1881 die Freizügigkeit der Juden dadurch beschränkt hatten, daß sie ihnen den Fortzug aus dem Ansiedlungsrayon nach dem übrigen Rußland untersagten, so brachten sie für das eigentliche Rußland, außer Polen, noch die weitere Beschränkung, daß den Juden der Fortzug von der Stadt auf das Land verboten wurde. Es ist begreiflich, daß hierdurch die Städte überfüllt wurden und eine Nothlage der Juden eintreten mußte, da eine gleichmäßigere Vertheilung eben ausgeschlossen war. Die natürliche Vermehrung der jüdischen Bevölkerung im europäischen Rußland ist im Gegensatz zu den Juden in den westeuropäischen Ländern recht beträchtlich. Denn die Geburtsziffer ist ziemlich hoch, die Sterbeziffer niedrig, sodaß sich ein bedeutender GeburtenÜberschuß ergibt. Die Berufsgliederung der russischen Juden weicht von derjenigen in Westeuropa wesentlich ab. Es hängt dies naturgemäß mit der Verschiedenheit der wirthschafilichen Verhältnisse Rußlands und der westeuropäischen Länder zusammen. Rußland ist vorwiegend ein Ackerbaustaat, und seine Industrie ist vorwiegend Kleininduftrie und Handwerk. In einem Punkt freilich stimmt die Berufsgliederung der russischen Juden mit derjenigen der Juden aller anderen Länder überein. nämlich darin, daß der Handel unter ihnen weitaus am stärksten vertreten ist. Mehr als 42 Prozent der jüdischen Bevölkerung in Rußland (im Deutschen Reiche 55 Prozent) suchen ihren Erwerb im Handel und Verkehr. Der Industrie gehören in Ruhland 35 Prozent der jüdischen Bevölkerung an, im Deutschen Reich nur 19 Prozent. In der Industrie überragt alle anderen Zweige an Bedeutung das Bekleidungsfach, in dem 254,000 Juden (203.000 Männer und 52,000 Frauen) erwerbsthätig sind. Einschließlich der Angehörigen beträgt die Zahl der aus der Bekleidungsindustrie ihren Erwerb ziehenden Juden 782,000. Zu dem Berufszweige zählen, neben den Handwerksmäßigen Schneidern, auch die Schuhmacher, Hutmacher und Modistinnen. Die Schneiderei ist im Ansiedlungsrayon so gut wie ausschließlich in jüdischen Händen, insbesondere soweit die Anfertigung von Männerkleidung in Betracht kommt. Aber aucb das Schuhmacherhandwerk kann als ein vorwiegend jüdisches Handwerk bezeichnet werden. Außerdem liefern die russischen Juden noch Handwerter der verschiedensten Art, insbesondere Maurer, Zimmerleute. Glaser. Schlosser. Klempner und Tischler. Nur 3.2 Prozent der jüdischen Bevölkerung in Rußland finden ihren Erwerb in der Landwirthschaft. Kein anderer Volksstamm in Rußland weist eine so geringe Betheiligung an der Landwirthschaft auf. Noch glücklich abgelaufen. Ein Kanadier Namens Thomas Scharff ist in Niagara Falls in der Gorge" 100 Fuß abgestürzt und ist wunderbarer Weise mit einer gebrochenen Schulter, einer Hautabschürfung am Kopf und einigen Quetschungen davongekommen. Scharff wollte einem Freunde eine Höhle zeigen, welche sich in halber Höhe der Gorae" befindet, rutschte jedoch auf dem schlüpfrigen Pfade aus und stürzte in die Tiefe. Es dauerte zwn Stunden, ehe die Rettungsmannschaften zu ihm gelangen konnten.
i - i I "i'V'I Ausland I Die Sprach- wiedererlangt hat infolge eines Schrecks ein Bierkutscher in Mühlhausen, Provinz Sachsen, nachdem er eine volle Woche, infolge eines Blitzschlages, des Sprachvermögens beraubt gewesen. Nobler Automobilist. Ein gutes Jahrmarktgeschäft machte ein juckerbudenbesttzer in Saalfeld. Thüringen. Ein des Weges fahrendes Automobil streifte die Holzblöcke der Bude, so daß dieselbe mit allen leckeren Süßigkeiten zusammenbrach. Der Besitzer des Kraftwagens ließ sofort halten und vergütete prompt und reichlich den entstandenen Schaden mit einem 50 Markschein. Der noble Fahrer war der Erzherzog Eugen von Oesterreich. Zufriedene Fahrgäste. Eine angenehme Ueberrraschung hat die Fahrkartensteuer den Passagieren der Königswusterhausen - Mittenwalde -Töpchiner Kleinbahn gebracht. Der bisherige Fahrpreis für die Strecke Königswusterhausen-Mittenwalde und umgekehrt betrug sur bxt dritte Wagenklasse 60 Pfennig. Um nun ihren Fahraästen die Gablung der Billettsteuer zu ersparen, hat sich die Betriebsgesellschaft entschlossen, den Fahrpreis sur öteie Strecke auf 50 Pfennig herabzusetzen. Ungeheure Heuschreckenschwärme haben die Gegend von Debreczin, Ungarn, heimgesucht und weithin die Ernte vernichtet. Verzweifelte Mitte! sind angewendet worden, um die Heuschreckenschaaren fern zu halten, aber ohne Erfolg. Feuer, welche angezündet wurden, sind von den sich abwärts bewegenden Insekten ausgelöscht worden, worauf die überlebenden Massen ihren Weg fortsetzten. An einem Orte wurden zwölf Dampfwalzen in Thätigkeit gesetzt, um die Heuschrecken zu zermalmen, jedoch ohne sichtlichen Erfolg. Jung-Astors wackere That. Bei Windsor, England, rettete neulich der Leutnant John Jacob Astor in heldenmüthiger Weise einen Reiter seines Regiments, des ersten Leib-Garde-Regiments, vom Tode des Ertrinkens in der Themse. Leutnant Astors Zug war mitSchwimmübungen beschäftigt, als eines Reiters Pferd mitten im Fluß undirigirbar wurde und nach seinem Lenker ausschlug. Der Letztere versank in tiefem Wasser. Der junge Astor tauchte unter und brachte den Soldaten noch rechtzeitig an die Oberfläche, so daß er in's Leben zurückgerufen werden konnte. Findige Maid. Eine eigenartige Hinterziehung des Briefportos hat sich eine jugendliche Bewohnerin des Vorortes Hodimont von Verviers, Belgien, erlaubt. Sie sandte an ihre Freundinnen Ansichtskarten, die scheinbar nichts Schriftliches enthielten und daher als Drucksachen befördert wurden. Der Zufall aber wollte, daß schließlich auf diesen Karten unter den nur mit den Rändern aufgeklebten Freimarken. Mittheilungen in ganz kleiner Schrift entdeckt wurden. Das Polizeigericht verurtheilte die findige Maid zu fünf Francs Geldbuße, die sie aber, falls sie nicht rückfällig wird, nicht zu bezahlen braucht, denn die Verurtheilung ist nur eine bedingte. Vettlerfrechheit und Erbsensuppe. Zu einem Kieler Meister kam unlängst ein Geselle, um nach Arbeit zu fragen, und da solche nicht vorhanden war, bat er um eine Unterstützung. Weil er angeblich recht hungrig war. reichte ihm die Meisterin eine wohlgefüllte Schüssel mit Erbsensuppe. Anscheinend war diese aber nicht nach seinem Geschmark, denn er benukte eine vorübergehende Abwesenheit der Frau, um d.ie Suppe in den feingebügelten Cylinder des Hausherrn zu schütten und den Hut dann wieder an seinen Platz auf den Kleiderschrank zu stellen. Natürlich war das Entsetzen groß, als der Meister seine theure Kopfbedeckung zum Schützenfest aufsetzen wollte und sie fast bis zum Rande mit dickem Erbsenbrei angefüllt fand. Wahlkuriosum. Bei der jüngsten Stichwahl in Altena-Jser-lohn. Westfalen, trat ein schlichter Mann, bewaffnet mit dem Wahlkoudert, an den Wahltisch und nannte seinen Namen. Der Protokollführer, der bei der Hauptwahl einen Blaustift zur Feststellung der erschienenen Wähler benutzt hatte, gebrauchte bei der Stichwahl einen Rothstift. Nachdem der Name tn der Liste festgestellt und bezeichnet war. bemerkte der Wähler, er habe geglaubt, die Wahl sei geheiin. Der Wahlvorsteher gab zu verstehen, daß daS auch Thatsache fei. Der Wähler sprach jetzt seine Verwunderungi darüber aus. daß trotz der geheimen Wahl der Protokollführer wisse, daß er. der WLHler. Haberland (den sozialdemokrattschen Kandidaten) gewählt Kabe. Auf Veftagen erklärte der Wähln. er schließe das daraus, daß sein Name mit einem Rothstift bezeichnet worden sei. Eine komische Entgleis u n g passirte in Mailand dem Bürgermeister Ponti bei der Enthüllung des Cavalotti-DenkmalS. Im Entwurf zu seiner Rede sprach er von einem Denkmal aus Erz und beim Ablesen merkte er nicht, daß das Denkmal aus Marmor ist.
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