Indiana Tribüne, Volume 29, Number 302, Indianapolis, Marion County, 15 August 1906 — Page 7
Jndiana Tribüne, 15 August 1906
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RZthsrl der Liebe R o m a von Dietrich Thcden 5 (Schluß.) Ich maufe aber nicht gleich halbe Hunderttausende! Und fälsche keine Wechsel!" trumpfte Stoltenberg dreist. Nein, die Großen find Ihnen nicht mehr erreichbar. Sie fauqen die Armen aus . . . Ter Wechsel hat mit der Klage gegen Sie aber nichts mehr zu tbun. Lange war der Aussteller nicht. Er batte somit auch nicht das Geld, nnd Cie konnten es iknn nicht ranken w.D, oas kommt nicht meyr m BeNacht . . ." Willens fühlte während der kurzen Zwiesprache eine Pein. Aber dann wurde der Wechsel nicht mehr erwähn'. Vom Vorsitzenden und Staatsanwal nicht und nicht vom Vertheidiger . . . Ter öffentliche Eklat vom Gerichtssaal aus ging zum Glück an dem alten, gu ten Hause Wilkens vorüber... Tie Verhandlung schleppte sich bis zum Nachmittag hin. Die ganze Beweisführung mußte noch einmal wiederbolt werden. Die alten Zeugen erschienen; das Bild war fast das unverrückte. Eine kleine Abwechslung brachte den Richtern ein im Laufe des Tages an den Vorsitzenden eingehendes Schreiben des Reese'schen Kutschers, in dem der brave Rosselenker seine verdienstliche Mitwirkung bei der Ermittlung des Mörders" Stoltenberg in Erinnerung brachte und die Bitte wiederHolle, ihn bei der Vertheilung der Belohnung" nicht etwa doch noch zu übergehen. Das Schriftstück erregte am Richtertische einige Heiterkeit. Aber da die Belohnung für einen Fall ausgeschrieben war, der nicht vorlag, so konnte dem Verlangen des Mahners nicht Folge gegeben werden. Nur die Akten Stoltenberg" wurden durch den gelben Konzeptbogm des Kutschers um ein Kuriosum bereichert. Ter Staatsanwalt dehnte die Anklage auf den Uhrendiebstahl und die Abschwindlung des Sparkassenbuches aus, und der Vertheidiger mühte sich oeraeblick mit einer Mohrenwäsche... Ter Präsident formulirte scharf und kurz die Schuldfragen. Drei. Und die Geschworenen zogen sich zurück und beriethen . . . Nicht allzu lange. Eine knappe halbe Stunde. Und der Obmann verkündete, daß alle drei Fragen, mit mehr als sieben Stimmen bejaht" seien. stoltenberg riß an der Holzwand der Angeklagtenbank, daß sie krachte. Er tobte, und Aufseher und Saaldiener mußten hinzuspringen, um ihn zu bändigen. In dem Ringen bückte er sich, zerrte an einem Fuße, schnellte empor und schleuderte einen ausgezogenen Stiefel blitzschnell nach dem Vertheidiger. Hundsfott! Du wirft Dein Lebtag ein Maulfauler bleiben!" schrie ei wild. Nichts im Kopf drin da kann nichts 'rauskommen! Affe, zieb' den Straßenfegerkittel an, aber 'raus da aus der schwarzen Amtskledaqe!" Ein Aufseher wollte ihm den Mund zuhalten: der Wüthende biß nach der Hand und spie den Bändiger an. Menschenfänger! Aaszeug! Gemeines . . ." Er mußte gefesselt und hinausgetragen werden . . Der Auftritt zeigte die gemeinge fahrliche Verbrechernatur auch denen. die immer noch nicht ganz von Zweifel frei gewesen waren. Und überzeugte auch sie. Das Zuckthaus sollte ihm noch er spart bleiben. Der Gerichtshof er kannte auf eine Gesammtstrafe von drei Jahren Gefängniß . . . Der Vertheidiger war von dem Wurf nur leicht an der Schulter getroffen worden. Er sah lächelnd auf das un gewöhnliche Geschoß, das an der Balu strade vor den Richtertischen abgeprallt und m den Saal zurückgefallen war . . . Ja, auch ein Vertheidiger von Ernst konnte es seinen Klienten nicht immkr recht machen. Namentlich nicht denen. me Kunststücke von Verdrehung erwar teten . . . 18. Kapitel. hatte -Telle und war zufrieden damit. War er kein Mordbube, gut; aber auch sonst hatte er genug auf dem Gewissen. Und nun war er wenigstens für eine kleine Reihe von Jahren unschädlich gemacht. In der Villa kamen friedliche Tage Vater und Tochter ergingen sich oft zuweilen Arm in Arm. in den schönen schattigen Parkanlagen, machten zusammen Spazierfahrten, empfingen den Besuch der Frau Senator Kuhlenhoff und besuchten sogar wieder das Stadt theater oder das Deutsche Schauspiel Haus. Freilich, still und blaß war das schöne, junge Mädchen noch; und so viel Freundlichkeit von ihr ausstrahlte daneben war immer auch noch etwas Abgedämpftes. Nachwirkendes, das selbst ihrem Lächeln meist keine rechte Freude geben wollte. Nur wenn Briefe mit einer oder mehreren fremdländi-
CLfa verbrecherischer Mensch 3fj seinen Lohn erb, Iten
v7 las es in den Blättern
schen Marken und dem Poststempel
Chicago ankamen und Telle sie ihr auf dem kleinen, silbernen Tablettchen überreichte nur dann belebten sich hre Züge und ihre Worte zu emer naürlichcn. ungesucht frohen, verklärenden Herzlichkeit. Zt-k hatte nie bessere Tage kennen qelernt. Er half zwar immer dem nrtner, harkte, putzte, sprengte den ieben I.rnfiin Taa. faßte das aber selbst nickt att eine ernst zu nehmende Mühe auf, sondern band, wie er meinte, im Grunde genommen die Schürze doch nur vor, um die Arbeit von sich aUiu halten. Ja. früber, im Kontor am Nödingsmarkt. da ron alles anders zugegangen, da war das Tagewerk noch das gewesen, was es sein sollte: Arbeit, nicht floS Zeitvertreib. Aker er gewolmte sich an das faule Leen." und als sein Spezialfreund, der Gärtner, ihm eines Morgens in einem Laubwinkel eine Papptafel mit der anzüglichen Aufschrift angebracht hatte: Wer die Arbeit kennt und sich nicht drückt, der ist verruckt." da lackte er über den Witz und nickte beifällig. ..Na, Tu." sagte er nur zu dem grienenden Gartenbeherricher, wenn ich Dir mal 'n Stammbuch schenke. denn muß ich das aber für Dich zuerst hineinschreiben . . ." An einem Sonntag mitten im heißesten Juli das Thermometer zeigte auf ganze vierundzwanzig Grad Reaumur druselie" er gerade ein blschen in seiner schattigen Ecke, als von der Gartenpforte her die Klingel gezogen wurde. Er wischte sich dieSchlummerigkeit aus den Augen, blinzelte durch den blendenden Sonnenschein nach der Straße zu und erkannte in einem eleganten Herrn an der Pforte den H?rrn Heinz Moller von der Frrma Wickhorst. Ter! Was wollte denn gerade der wieder! Ter, um dessentwillen er sckon einmal einen Schnauzer hatte einstecken müssen, der einer der bösesten gewesen war. Er fühlte einen nachtragenden Groll. Nee, Herr Konkurrent, ein zweites Mal war man gewitzigt. Wünschen?" fragte er, als er angelangt war . . . Melden Sie mich, bitte, Herrn Wilkens." Melden Sie' na nee. ich werde mich hüten . . . Herr Wilkens ist nicht zu sprechen." Ist er nicht zugegen?" Nicht zu sprechen," wiederholte Telle. Haben Sie Auftrag, mir das zu sagen?" fragte Mollcr mit geradem Ernst. Das klang zwar etwas dringlich, be wog ihn aber nicht, von seiner Ableh nung abzugehen. Sie waren schon einmal hier, und da hab' ich mir 'ne Nase geholt, die schon mehr 'n Rüffel war " Ich muß Herrn Wilkens dringend sprechen!" Tann gehen Sie in's Geschäft morgen, übermorgen . . . Hier nein, ich gebe nicht 'nauf." Ich ersuche Sie ernstlich . . . So? Man zu. Aber aufmachen thu ick nicht . . ." Anscheinend zufällig kam der KaufHerr selbst aus dem Hause. Telle! Ich lasse Herrn Moller bitten . . ." Der Angerufene verstand, ließ den Besuch ein und war perplex. Er sah mit einem Schielen, wie der Hausherr den Gast etwas förmlich, aber höflich begrüßte und mit ihm in die Villa ging. Das war wieder einmal eine der Ueberraschungen unglaublich! Ich lasse . . . bitten!" Einmal raste man wie ein Tobsüchtiger und dann bat" man . . . Einmal stand der Barometer auf Sturm, und dann zeigte er obne daß ein Mensch darauf vor bereitet sein konnte ohne Uebergang auf aut Wetter! Wunderlich un begreiflich . . . Ach. wie so unzähliges andere schon die ganze Zeit. Zum Bei spiel auch mit der Jüngsten, mit dem Fräulein Ange. Die immer noch nicht wieder da war, die noch krank sein mußte, und die der Vater doch noch nicht einmal besucht batte und Fräulein Eva wahrscheinlich auch nicht Und die nie genannt, von der nie ge sprochen wurde. Die war wie eine Verschollene . . . Oder wie eine Ge storbene . . . Unbegreiflichkeiten. Alles alles'. Und der Alte fühlte sich vorübergehcnd wieder einmal gar nicht behaglich. konnte nicht mehr druieln, sondern hockte in seiner Ecke und schluckte an einem Schmollen und Grollen . . . Die Unterredung zwischen dem Hausherrn und dem Gaste war eine nur kurze. 5err Wilkens" der Besucher sprach ruhig und ernst , ich habe Ihre Tochter Eva kennen gelernt, und ich liebe sie. Ich liebe sie lange schon und ich hatte die beglückende Gewiß: heit. daß sie meine ehrliche Neigung erwiderte. Plötzlich trat ein Wandel ein. Sie zog sich zurück, forderte Ged. ld. Und ich wartete und hoffte. Und nun ist auch das Hoffen zerschellt. Mi einem kurzen, grausamen, mir unver ständlicken Briefe hat sie abgebrochen Herr Wilkens. ich gestatte mir die Frage: ist das aus Ihre Einwirkung hm geschehen? Wilkens antwortete offen. Ich war gegen die Verbindung ftüher. Ich war es jetzt nicht mehr. Was hatten Sie gegen mich?" fragte &tm Moller.
Lassen wir das ruhen.Herr Wilkens, meine Familie ist geachtet " Ja. ich weiß." Ich habe wohl kein großes Vermögen: aber auch ich bin ein freier, geachteter Mann in geordneten VerHältnissen " Es ist mir bekannt," sagte Wilkens ruhig. Wo liegt da das mich und Ihr Kind Scheidende?" Wollen Sie die Fragen nicht lieber an die selbst richten, die sie allein be-
antworten kann?" Wenn es Ihr Wunsch ist." Ja. mein größter." Der Hausherr bat um Entschuldiyung und ging selbst. Ich will meme Tochter unternchten." Ei blieb lange, dann kam er in Begleitung Evas. Bitte, fragen Sie sie leibst. Er trat zur Seite. Fräulein Eva!" Ein Bangen in dem Anruf. Das blasse Mädchen stand aufrecht und entschlossen. Herr Moller, ich hatte gehofft, daß Sie mir den Schmerz ersparen würden, das Nein noch einmal wiederholen zu müssen." Der stattliche Mann guckte zusammen. Das Nein!" Er konnte ein Beben nicht meistern. Fräulein Wilkens. Sie haben mich nicht geliebt? Sie haben sich getäuscht oder mich?" Nein, keine Täuschung. Und wenn ich dürfte wenn ich dürfte es wäre mein Höchstes! " Wenn Sie dürften?" fragte er verständnißlos. Ja" ... Ein Zunicken. Herr Moller. dringen Sie nicht in mich. Ich flehe darum . . . Wenn Sie mich wahrhaft lieben so so wie ich Sie kein Bitten, kein Drängen . . . Kein Forschen nach den Gründen ... Es muß sein ich muß entsagen . . . Und ich bitte: vergessen Sie! Vergessen Sie! Gott, wie Sie mich ansehen . . . Nein, ich habe nicht mit Ihnen gespielt! Es zerreißt mich selbst! Ich ich werde so schwer vergessen wie Sie! Aber was zwischen uns ist " So sprechen Sie es aus!" forderte der Mann bleich und erregt. Sie trat einen Schritt zurück. Niemals! In der Brust meines Vaters, in meiner eigenen soll nun bis an das Grab bewahrt bleiben, was mich einsam sein, was mich Sie den mir theuersten Menschen fliehen läßt. Ich muß schweigen . . . Weil ich Sie liebe, muß ich schweigen . . . Und das sei Ihre Liebe zu mir, Heinz: Glauben an die meine. Glauben und Gewißheit. daß nichts mehr, als mein Entsagen, mich Ihrer Liebe werth macht! Ihrer Liebe. Ihrer Trauer Ihrer Achtuna. 5Zhres Schmerzes . . . Lebe wohl!" Sie schien am Ende ihrer Kraft. Eva! Theure " Er streckte ihr beide Hände hin. suchte die ihren zu fassen. Eva!" Sie entzog sich ihm. Noch ein langer Blick, dann wandte sie sich schwankend um. ging stumm, das Auge thränen los, das Antlitz blutleer und ohne Leben. Heinz Moller hielt sich ringend. Also doch . . Und kein Hoffen . . . Keines mehr . . . Nein, die traurige Gewißheit, sagte Wilkens bedauernd. Ach. wie ist das auszudenken !" Ein echter Schmerzensruf. Ja. Herr Moller. ich stehe da wie Sie. Räthsel . . . überall ... der Liebe in allen ihren Formen und Bczie hungen. Zwischen Vater und Kind, zwischen Mann und Weib aus allen Trieben Eigensüchtigen und opfernd eigenlosen . . . Räthsel . . . Aber der Liebe " Ja . . . Räthsel. Dieses eine werde ich niemals lösen . . ." Nein," dachte Wilkens. Und ist gut so . . ." Ein Schütteln der Hände und drei Lebenswege gingen von dem Kreu zungspunkte auseinander, der wohl für immer der letzte war. Telle wurde noch einmal gestört. Ein Telegraphenbote war da. Wilkensohn Hamburg." Eine einstündige Verspätung infolge Nachlchlagens der Privatadresse. Eine Kabeldepesche aus der Ferne... Gegen Abend mußte Bogumil Gott fried zwei Briefe nach dem Postam tragen. Der Kasten am Postgebäude war zufallig der nächste. Herrn Walter Ostfeld." las er aus dem einen, dem größeren, mit der ihm vertrauten Handschrift des Chefs. Chicago." Und ein merkwürdiger Straßenname . . . Natürlich wieder die übliche Ueber raschung. dachte Telle. Er betrachtete auch die Aufschnf des zweiten, kleineren. Merkwürdig fast die gleiche steile Schrift. Und doch etwas anderes. Das war natür lich von dem Fräulein geschrieben. Er blieb plötzlich wie anqewurzel stehen. Was las er da? Träumte er mit offenen Augen und wachen Sin nen An Frau Angele Ostfeld" . . .? Frau Angele Ostfeld?? Die war nicht mehr krank, die war vielleicht gar nicht krank gewesen - Die war ah, das war doch das Sonderbarste aus all dem Sonder baren heraus! Und das mochte ver stehen, wer da konnte ihm stand
der Verstand da einfach still! Einfach still . . . Frau Angele Ostfeld . . . Er konnte, als er wieder in der Villa war, den Blick nickt von dem
Hausherrn und seiner Tochter wenden. me oa sie an seinem Arm im Garten herumwandelten 9ViN ernst, und beide doch auch angeregt und die Unterbaltuna ansckeinend oft sogar lebhaft . . . Telle!" hörte er sich einmal zuaerufen. Ich habe meine Ciaarrentaicke auf dem Schreibtisch liegen lassen. Springen Sie doch mal hinauf!" Sawcü.." Er ..sprang." Er war nicht indiskret. Aber die rothe Saffiantasche mit den schönen Silberbeschlägen laa aerade ans Um ffen hingebreiteten grobem Tevesckenformular, und was da stand, das dränate und bobrte sich ibm förmlick in die Augen: Tausend Dank Herzinnige Grüße Glück groß Angele Walter." Cfr sah sich scheu um; aber es war kein unliebsamer Zeuge seiner häßlichen Neugier da . . . Er sprang" wieder hinunter. Bitte. Herr Wilkens." Ter Tank aus dem Munde des Gestrengen klang ordentlich freundlich. Und fast herzhaft freundlich und gerade so ganz anders als früher, so gar nicht mehr schroff und tyrannisch blieb der Mann in all den herrlich schönen Sommerwochen, die sich dann da aneinander reihten . . . Und ließ sogar eines Tages, an dem in der Frühe gerade eine große Kiste angekommen war, den alten Hauswart zu sich arf's Zimmer rufen, wies auf eine fast lebensgroße, inFarben ausgefübrte Photographie in breitem, mattgoldenem Rahmen die Staffelei dafür hatte Wilkens mittags selbst im Wagen mitgebracht und fragte mit einem richtigen Schalkslachen: Na, Alter, kennen Sie die noch?" Ja, ob! Das junge Fräulein Ange!" Und der daneben?" Natürlich ... der Herr Assessor Ostfeld . . . Wegen dem ich mal " Was, haben Sie das immer noch nicht vergessen? Na, mein lieber Bogumil Grottfried, von heute an streichen Sie's aber endlich aus! In so'n paar Monaten, wenn da 'ne große Freude kommen soll bei den beiden da, Telle ja, da will meine Tochter Eva zum Besuch hinüber, und da sollen Sie Sie mit " Ich, Herr Wilkens?" ..Sie, als Schutz, als Rather. Alter. Und da dürfen Sie den jungen Herrschaften nichts mehr nachtragen, müssen Sie den Rüffel und die zoologischen Ehrentitel,, die ich Ihnen mal an den Kopf warf, gründlich vergessen haben . .. Na?" Herr Wilkens ach. ich hatte geglaubt, ich würde nie mehr froh werden es gibt doch viel herrlich Schönes . . ." . Er war fast außer sich. Ja, Alter." sagte Wilkens. Viel Großes selbst gegen unser kleines Wollen . . ." Ende. Die Strafe des Sabcs." Zu den furchtbarsten Qualen, welche die finstere und rachsüchtige Republik Venedig bei ihren politischen Gefangenen zur Anwendung brachte, gehörte auch eine ganz besonde-"s raffinirte Marter, bei deren Beschreibung man vor Entsetzen schaudert. Man nannte sie die Strafe des Bagno (Bad), und das Wasser der Lagunen, das in dem Strafsystem der Venezianer eine so hervorragende Rolle spielte, wurde auch bei dieser furchtbaren Marter benützt. Der Verurtheilte wurde in eine Kufe gesetzt, deren Ränder etwa die Durchschnittshöhe eines Menschen hatten. Man öffnete dann einen Hahn, und ein kleiner Strahl begann in die Kufe zu rieseln. Nun gab man dem Gefangenen einen breiten Holzlöffel, mit dessen Hilft der Unglückliche das Wasser über den Rand der Kufe zurückwerfen durfte. Einige Zeit, manchmal auch mehrere Tage, gelang es ihm, dem Tode des Ertrinkens zu entgehen. Endlich erlag selbstverständlich jeder. Man kann sich leicht die Qual des Unglücklichen vorstellen, wenn er die todbringende Fluth trotz seines verzwei selten Widerstandes immer yoyer imgen sah. Er erschöpfte sich in den entsetzlichsten Anstrengungen, bis er. von Mattigkeit gebrochen und vor Kalte er starrt, nicht länger gegen das Schicksal anzukämpfen vermochte. Nun erreichte das ansteigende Wasser fast unmerZlicb, Millimeter für Millimeter, die Brust. den Hals und den Mund des Unglücklichen. der endlich nach einem grausa men moralischen Todeskampf den Er stickungstod fand. pic Siagirojc. Arzt: ..Sie haben Glück, denn vor drei Wochen hätte ich Sie noch auf Appendizitis operirt; heute kann ich Ihnen ganz bestimmt sagen, daß es Nbeumatismus ist."
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