Indiana Tribüne, Volume 29, Number 302, Indianapolis, Marion County, 15 August 1906 — Page 5

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Verlorenes deutsches Blut. Bon Walter v. Rummel. Wer langsam zu Fuh oder zu Rad über die Höhenpässe weg nach der Südseite der Alpen niederfteigt, wer die prächtig leuchtenden, südlichen Gebirgsthäler durchstreift oder die fruchtbare lombardische Tiefebene durchquert, den lachen oft blaue und ftahlgraue Augen an. er begegnet Menschen, kerndeutsch in Wesen. Haltung und Gestalt, aber alle grüßen sie mit romanischem Gruß, daß es den stillen Wanderer oft wie leise Trauer begleichen will: Verlorenes deutsches Blut!" Wohin immer wir Deutschen auch ziehen mögen, nach Süden, Osten oder Westen, überall fühlen wir wehmüthig diesen Pulsschlag verlorenen deutschen Blutes noch hämmern und schlagen manchmal auch nur mehr ganz leise und abgetönt zu uns herüberzittern! Und dies nicht nur auf den allernächsten Grenzwachten gegen Roma-nen-und Slaventhum! Da stehen weit weit im Osten von Ungarn und Rumänen dicht umklammert und bedrängt, brave deutsche Brüder auf schon verlorenem Posten. die Siebenbürger Sachsen, die von Mofel und Rbein kommen, gu

te, beste deutsche Kulturarbeit in fremdem Lande vollbracht, sich viele JahrHunderte lang in heißen, schweren Kämpfen gegen Türken, Rumänen und Ungarn mit zäher 5raft ihr Deutschthum voll bewahrt haben und nun ihre schöne, grüne deutsche Insel langsam aber unvermeidlich sicher in dem sie umbrandenden Meer des östlichen Vötterchaos untertauchen sehen müssen! Gewaltige Ströme deutschen Blutes sind spurlos im Sande verronnen! Verschwunden sind so viele der mäch tigen, großen deutschen Stämme, die zu den Zeiten der Völkerwanderung sich brausend nach Süden und Westen ergossen! Nicht Burg und Thurm, kein Bau und kein Stein, kein deutscher Laut kündet mehr von ihnen, nur uralte Sage spinnt noch weißgraue Silberfäden von ihnen zu uns Sage und manchmal eine ganz leise bebende, nicht zur Ruhe kommende Welle verwehten deutschen Blutes: Blond, hellblond sind oft die Haare einer dunkeläugigen und schwarzbewimperten Spanierin, licht und goldig lachen die dichten Locken so mancher reizenden Sevillanerin aus schwarzen Spitzenschleiern heraus! Ja selbst da, wo einst die Vandalen faßen, am Riff in Marokko, ist da und dort ein Blondkopf zu sehen! Aber auch heute rmnt mancher Strom deutschen Blutes in fremdes Land, dort spurlos zu versickern! ' Die Wege der Auswanderung, auf denen unfer Blut aus unseren Ädern in die Fremde rinnt, sind meist breit und wohlbekannt. Aber auch abseits dieser großen Heerstraßen geht in verborgenen größeren und kleineren Betten noch mancher Tropfen guten deutschen Blutes verloren uqd stirbt lautlos in fremder Erde! Und von einer solchen still in den Sand verronnenen kleinen Welle deutschen Blutes, von einem tief im Süden versunkenen deutschen Dorfe möchte ich hier ein paar Worte erzählen. Ganz zufällig habe ich in einer Spelunke von diesem Dorf gehört! Ueber sonnenversengtes Land marschiere ich darauf los und zum Schlusfe meiner Wanderung macht ein verrissenes arabisches Bettelmädchen meine Führerin. Zwischen Zwergpalmen und Korkeichen hindurch geht der Weg, erst allmählich beginnt gut und fleißig angebautes Land dem verbranntenStep-pen-und Grasboden Platz zu machen und. aus einem Myrtengebüsch heraustretend, sehe ich unter hohen Eschen einioe weiße Häuser heraustauchen. Ein"Hund schlägt wüthend an. Meine kleine Beduinin stutzt, macht ängstlich Halt und bedeutet mir. da? dies das gesuchte Dorf sei. Ich schenke ihr eine Handvoll Sous, gehe auf Hie Häusergruppe zu, mache vor dem ersten Haus Halt und öffne das Thorgatter. Ein hoch und stämmig gewachstner Greis mit einem glattrasirten markigen und ausgearbeiteten Bauernschädel. der von dichtem schneeweißem Haupthaar umrahmt ist, tritt in die Hausthüre. Seine noch ganz aufrechte, sehnige Gestalt hat in Haltung und Bewegung etwas Jugendfr:fches. und er muß sich bücken, um beim Heraustreten den oberen ThürPfosten nicht zu streifen. Forschend und fragend blicken unter dicken, buschigen. ebenfalls schneeweißen Brauen die hellen, stahlgrauen Augen auf mich. Dann fragt er auf Französisch, womit er dienen könne. Ich at.worte deutsch. Er horcht erstaunt auf. lächelt und antwortet auch deutsch: Ah! ein Landsmann! Das ist aber schön! Kommen Sie nur herein!" Ganz langsam bat er gesprochen, als ob er erst mühselig jedes Wort aus seinem Gedächtniß auslösen müßte ganz langsam und irrn einem halb franzofisdfcn, halb gut platten Accente. An der einen Wand eine große ReProduktion des Kölner Domes, wohl aus der Mitte der vierziger Jahre stammend, an den anderen Wänden Jagdtrophäen. Waffen und Bilder von Familienangehörigen. In der Mitte des ZimmerS ein großer. heNfarbiger Eichentifch. um ihn herum ein paar geschnitzte Holzstühle, in

einer Ecke ein niederer Divan mit orientalischen, schweren Decken belegt. Und vor allem ist der Raum so herrlich kühl, wie ich seit Monaten keinen betreten habe. Ich werde zum Sitzen genöthigt und mein Gastgeber setzt mir eine Karaffe Wein vor. Ich erzähle ihm, wie und wieso ich hierher gekommen bin. Das ist aber wirklich hübsch von Ihnen, daß Sie uns besuchen!" meinte er kopfnickend. Seit Jahren ist kein Deutscher mehr bei uns gewesen. Wir liegen eben zu weit abseits der großen Staatsstraße. Aber kommen Sie und besehen Sie sich, so lange es noch Tag ist, ein wenig unser Dorf und unsere Felder. Alle unsere Leute sind sowieso noch bei der Arbeit draußen." Damit1 erhebt er sich und geht mir voran. Er zeigt mir Alles. Zuerst das Dorf. Wir würden es Weiler nennen. Sieben oder acht schöne geräumige, mit schweren Steinen gebaute Häuser, jedes von einem Garten umgeben, und alle um einen gemeinsamen DorfPlatz gelagert. Großblätterige Winden der verschiedenartigsten Gattungen ranken sich an den Mauern empor, faustgroße lilafarbene und blaue

Blumenkelche blicken mit tiefen, satten Farbentönen aus dem etwas verstaubten Grün des Laubwerkes hervor. In der Mitte des Dorfplatzes ist eine starke Quelle in einen Brunnen gefaßt und um das leise plätschernde Wasser herum drängt sich eine wahrhaft tropische Ueberfülle von herzlichen, rothglühenden Oleandern. Feigen- und Palmenbäumen, zwischen denen sich üppiggrüne Schlinggewächse hindurchziehen. Und mein Mentor führt mich weiter hinaus auf die Felder, die auf allen Seiten das Dorf umgeben. Er zeigt mir mit Stolz, wie prächtig Korn und Mais stehen, wie sorgsam gepflegt und in Stand gehalten die Wein-. Oliven- und Tabakpflanzungen sind. Ja! ja!" nickt der Alte, mit einem blick vollster Befriedigung all' die gesegnete Fruchtbarkeit überschauend, so etwas können Sie in Deutschland nicht sehen. Aber bis das alles glücklich so weit war, hat es auch viel Schweiß und Mühe und die Arbeit eines langen Menschenlebens gekostet!" Und er spricht weiter, und je länger er redet, desto racher spricht er, desto leichter scheint ihm wieder das deutsche Wort yon be Lippen zu fließen, desto mehr sieht man ihm die Freude an, daß er sich einmal wieder mit einem Landsmann aussprechen darf. Er erzählte mir, wie er. unterhalb von Köln zu Hause, als ganz junger Mensch Mitte des vorigen JahrHunderts mit einer großen Anzahl anderer Deutschen nach Algerien ausgewandert sei, wie sie alle unter den unsäglichsten Mühen und Entbehrungen das Land hier urbar gemacht und kultivirt hätten, wie alles und alles mehrere Male durch die Aufstände der Araber vernichtet worden, und so mancher deutsche Landsmann im fremden Lande elend verdorben und gestorben sei, wie aber die kleine Schaar der Ueberbleibenden immer wieder unverzagt und unentwegt von neuem begonnen habe, bis endlich die schwere Arbeit die ersehnte Frucht getragen. Das Dorf hier sei von ihrer fünf gegründet worden, von ihm, zwei Rheinpfälzern, einem Hessen und einem Sachsen. Zweimal sei er wieder in Deutschland zu Besuch gewesen, aber er habe sich nicht mehr dort wohl gefühlt, und wenn die feuchten grauen Herbstnebel und die kalten Frostwintertage eingesetzt hätten, danu habe es ihn immer wieder rasch nach Algerien zurückgetrben. Lächelnd blickte er der scheidenden Sonne nach. Gar zu gut meint sie es manchmal. unsere liebe Sonne. Aber wenn man sich einmal an sie gewöhnt hat. kann man sie nicht mehr entbehren. Man muß hier bleiben, ob man will oder nicht. So ist es auch uns allen fünf hier im Dorfe, so ist es noch so vielen anderen Deutschen ergangen. Keiner, der hier ein paar Jahre gelebt, kehrt so leicht nach Hause zunick!" Und da wir, als wir jung waren und uns beweiben wollten, weder Geld noch Zeit hatten, uns aus Deuischland Frauen zu holen, haben wir Französinnen geheirathet, und all unsere 5ttnder und Kindeskinder sind ganze Franzosen. Manchmal war es mir leid, daß es so gekommen. Aber was wollen Sie? Die Kinder richten sich immer mehr nach der Mutter, und mitten im französischen Land ist es ja' wohl auch so das Beste. Nur die alte Garde sie besteht noch aus mir und einem Rheinpfälzer, die anderen sind längst zum himmlischen Korps eingerückt radebrecht noch ein wenig das Deutsche!" Als wir in's Dorf zurückkehrten, begann es schon langsam zu dämmern. Auch die Dorfbewohner waren nun schon alle von der Feldarbeit zurück. Theils saßen sie schon auf den Ruhebänken vor den Häusern, theils machten sie. am Brunnen stehend, ein wenig Abendtoilette, theils arbeiteten sie noch in Scheunn und Ställen. Es versamn elte sich sofort ein groher Kreis von Menschen um uns man sah deutlich, daß die Ankunft eines Fremden hier ein Ereigniß war. Der Alte stellte mich alsLandsmann

vor und viele sonnenverbrannte HLnde streckten sich mir, herzlich bewillkommend, entgegen. Dann geleitete mi chmein Gastgeber wieder in die gute Stube seines Hauses. Wir setzten uns an den appetitlich gedeckten Tisch und nahmen ein reichliches Abendesien bester französischer Küche, bestehend aus Huhn mit prächtigen Gemüsen, ein. Zum Nachtisch wurde herrliches Obst servirt. große saftige Pfirsiche, faustgroße Feigen und die ersten Trauben des Jahres. Mein Wirth und ich waren allein geblieben, die Honneurs machte seine sechzehn- oder siebzehnjährige Enkelin, Lucienne mit Namen. Wie eine verwunschene Prinzeß aus dem deutschen Märchenwald muthete sie mich an, als ich ihr gegenübertrat. Das deutsche Wort war ihr von einer bösen Fee weggezaubert worden, aber wie sie mich aus ihren großen goldbraunen Augen, die von ounklen, fein und schlank geschnittenen Brauen beschattet waren, fragend und verwundert ansah, wie sie etwas verlegen mit der schmalgebauten Hand über ihr ganz lichtblondes Lockenhaar ordnend hinweg strich und eine Oleanderblüthe darin fester steckte, vermeinte ich deutlich den Pulsschlag verlorenen deutschen Blutes leise grüßend zu mir herüberrauschen zu hören. Nach dem Abendessen kamen die Nachbarn mit ihren Frauen und erwachsenen Kindern an, sonnverbrannte, kräftig und zufrieden aussehende Menschen, alle in Sprache. Ausfehen und Temperament ganze Franzosen. Auch der Rheinpfälzer. der letzte der alten Garde", rückte lärmend mit seinen gesammten gen" an. Er begrüßte mich mit allergrößtem Enthusiasmus als engeren Landsmann. Er war nicht mehr so rüstig wie mein Wirth, aber sein gutes pfälzisches Mundwerk hatte sich im Sturm und Drang der Zeiten vollkommen frisch und intakt erhalten. Ich mußte erzählen: von Deutschland, vom Kaiser, vom alten und vom junaen, von Bismarck und all den großen Namen, die auch in das versunkene deutsche Dorf im fernen Süden ihren Weg gefunden hatten. Der weiße, süße, selbst gekelterte Wein stieg bald in die Köpfe, lebhafter und lauter ging die Rede her und hin, und zum Schlüsse stießen wir begeistert auf Brüderschaft von Deutschland und Frankreich an. Als es später wurde, empfahl sich ai und zu einer von den Aelteren, auch mein Wirth schützte sein Alter vor, und als es gegen Mitternacht ging, hatten uns auch die Jungen alle verlassen. Lucienne und ich waren allein. Durch die vielen Menschen, die sich im Zimmer aufgehalten hatten, war eine schwere, dumpfe Luft herein gekommen. Lucienne öffnete die Fenster. Ein kühler Hauch würziger frischer Nachtluft drang herein, leise tönte das Rauschen des Brunnens herüber, und fast unmerklich bewegten sich die Kroren der Palmen hin und her. ' Und Lucienne wollte noch nichts vom Zu-Bettgehen wissen, sie wollte noch so manches hören und erfahren von der großen, ihr unbekannten Welt da draußen, und beim hellen Glanz der südlichen Gestirne saßen wir plaudernd bis in den erwachenden Tag hinein. Früh am Morgen nahm ich mit einem herzlichen Händedruck dankend von meinem Wirthe und dem ganzen Dorfe Abschied. Vertraulich wie eine gute alte Freundin plaudernd, brachte mich Lucienne bis zum nächsten, nach der Staatsstraße führenden FußPfad. Da ihr Großvater sich geweigert hatte, irgend welchen Ersatz für seine reichliche Bewirthung zu nehmen, steckte ich ihr beim Abschied einen schmalen Goldreif mit einem schönen Türkis, den mir einmal ein anderes blondes Mädchen geschenkt hatte, an den Finger. Sie wollte sich anfänglich weigern, schüttelte ganz energisch abweisend den hübschen Lockenkopf, aber dann verfing auch bei dem romanisirten Gretchen das alte Goethesche Wort: ..Am Golde hängt. Nach Golde drängt Doch alles. Ach wir Armen!" Schließlich hatte sie doch Gefallen an dem glänzenden Reif gefunden, schob ihn am Finger hin und her, vor und zurück, hob die Hand empor und ließ das Sonnenlicht auf den Stein niederfunkeln, um mir endlich dankend die Hand zu schütteln. Dann zog sie aus ihrem hellblonden Haar eine darin angebrachte große blaue Windenblume und reichte sie mir. 3ute, gute Reise!" Rasch war sie davon gesprungen. Aber auf der nachsten Terrainwelle hatte sie wieder Halt gemacht und sich umgewandt. Mit ihrem weißen Taschentuch winkte sie mir noch einmal Abschied zu. Auf Wiedersehen!" klang ihre glockenhelle junge Stimme zu mir herüber. Langsam schritt ich auf dem schmalen holperigen Fußpfad der Staatsstraße zu. Erbarmungslos glühend brannte die Sonne hernieder, und nach einer Viertelstunde, während der meine Gedanken zu dem versunkenen deutschen Dorfe und dem blonden Mädchen zurückeilten, hing die blaue Windenblüthe fchon welk und schlaff in meiner Hand.

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Der Schlaf. Wie lane dr Mensch in MorphenS Statte lieget soll. Es ist zweifellos, daß der Schlaf die beste Stärkung des menschlichen Organismus ist, und daß er ganz besonders das Nervensystem leistungsfähig erhalt. So erhalten denn die meisten Menschen daran fest, daß acht bis neun Stunden Schlaf zur Erhaltung der Gesundheit unerläßlich sind. Ein Gegncr dieser Ansicht ist Edison, der berühmte Erfinder. Er behauptet, dieser acht- bis neunstündige Schlaf sei nichts weiter als ein Nachklang aus jenen Urväter-Zeiten, da man noch kein künstliches Licht kannte und also bei Anbruch der Dunkelheit nichts weiter mit sich anzufangen wußte, als daß man sich auf's Ohr legte und schlief. Nach seiner Theorie, die er selbst defMM, sind zwei bis drc! Stunden Schlaf von den 24 Stunde, eines Tages für den gesunden, erwach senen Menschen völlig ausreichend. Das ist ja nun ein so geringes Maß von Schlaf, daß Edison darin nicht viele Nachahmer finden dürfte. Wer aber Gelegenheit hat, einen Einblick zu thun in verschiedene Berufsarten der Menschen, der muß doch zugeben, daß unzählige Leute mit sehr viel weniger als acht Stunden Schlaf auskommen und sich kerngesund dabei erhalten. Ein Beispiel dafür sind die Seeleute. Matrosen sowohl wie Offiziere auf den Ozeandampfern haken immer abwechslungsweise vier Stunden Ruhe und acht Stunden Dienst. Das macht auf 24 Stunden allerdings auch acht Stunden, die dem Schlaf gewidmet werden können. Indeß werden sie nicht dafür verwendet. Einmal vier Stunden schlafen die Leute; nachdem aber dann ihre acht Stunden um sind, verschläft nur selten einer die nächsten vier Stunden. Eine Stunde höchstens, unserer Mittagsruhe entsprechend, genügt ihnen im Durchschnitt vollständig zum Ausruhen. Den Rest dieser zweiten Ruhperiodc wenden Mannschaften sowohl wie Offiziere zur an derweitigcn Erholung an. Ekenso genügen sie dem großen Heere der Nachtarbciter. Wer an Stelle der durcharbeitenden Nachtstunden einen Theil seiner Tagesstunden für den Schlaf hergeben muß, braucht dazu lange nicht so viel wie in der Nacht. Das weiß auch jede Krankenpf.'egerin. die in der Nacht gewacht hat und am Tage den verlorenen Schlaf nachholt. Vier bis fünf Stunden genügen ihr dazu. Ter Ritt auf der Tckildkröte. Vor etwa einem halben Jahrzehnte machte in London ein Mann Namens De Nougemont dadurch viel von sich reden, daß er behauptete, einst, wie weiland Orpheus auf einem Delphin, sich durch einen Ritt' auf einer Schildkröte aus dem nassen Element gerettet zu haben. Diese Erzählung war gläubig hingenommen worden. Später hat man darüber gelacht, heute aber ist de? Schildkrötenritt Wahrheit geworden, denn Rougemont hat jetzt einen derartigen Ritt im Teiche des Hippodroms in London thatsächlich vorgeführt. Die !zu hcrbeigeschafftne Schildröte war ihm vollständig unbekannt. Durch Striche über den Kopf und über den Nacken, fowie durch zugeflüsterte Worte behauptete er. das Thier niesmerisirt" zu haben, und er hat denn auch wirklich, auf der Schildkröte sitzend, den Teich durchschwömmen. Er nef dabei beständig Jahtallah." ein Wort, dessen Uebersetzung in Ermangelung eines Wörterbuches für Schildkrötensprache nicht möglich ist.' Das Publikum war begeistert und Rougemont erklärte, daß er demnächst auf einer größeren Schildkröte von Margate aus einen Ritt m die See unternehmen werde. Im 79. Lebensjahre starb in Paris der Landschaftsmaler und Schriftsteller Jules Breton, dessen Meisterwerk Erntesegen- im Besitz des Luxemburg-Museums ist.

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