Indiana Tribüne, Volume 29, Number 301, Indianapolis, Marion County, 14 August 1906 — Page 3
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Demoralisirnng Des rnssichm Hccrcs den OWcrcn zugeschoben.
Verdächtige Personen verhaftet. König Edward wird Kaiser Franz Joseph besuchen. Nach Buenos Ayrcs wcitergcrcist. NabiZter Nevoltionär. Schreckliche Explosion. Von Nußland inspinrt. Keine Teutsche Gefahr". Programm der Oktoboistcn'Partei. Bauern in der Krim in Aufruhr.
Rußland. Untersuchung im Heer, über die Demorali s i r u n g. S t. P e t e r S b u r g, 13. Aug. Nach einer zweiwöchentlichen Vorunter, suchung haben die Militär und 2fla rinekommisfionen beschlossen, nicht we Niger als 2000 Soldaten und Seeleute, die an den verschiedenen Meutereien theilgenommen haben, kriegsgerichtlich Prozessiren zu lassen. Der Czar beab. sichtigt zwei außerordentliche Kommif sionen unter Leitung der Generäle Wodar m.d Guncheon, resp, der Stornirale Moeller und Makarow, einzusetzen, um die genauen Ursachen der Militärausflünde in Kronstadt und Sweaborg feststellen zu lassen und die Verantwortung sür die Demoralisa tion der Soldaten und Matrosen aus zudecken. Kriegsminister Rüdiger und Marlneminifter Blrilew sollen zu der Ueberzeugung gelangt sein, welche der Kommandeur der SchvarzemeerFlotte, Admiral SIrydlow, zum Ezaren ge, äußert hat, nämlich daß die Offiziere mehr als die Mannschaften wegen der Meiereien zu tadeln seien. Die störn Missionen werden die in der Marine und der Armee herrschenden allgemeinen Zustände untersuchen und die Folge mag eine allgemeine Aufrüttelung de OfsizierstandeZ in der ganzen russischen Armee und Maiine, einschließlich maf senhafter Entlassungen und Pen sionirungen von Offizieren, sein. Ein Vorschlag, die überflüssigen Seeleute de? baltischen Geschwaders auf unbe stimmte Zeit zu beurlauben, wird ernstlich in Erwägung gezogen werden. In Begründung einer solchen Maß nähme wird hervorgehoben, daß nicht genügende Kriegsschiffe nach dem Kriege mit Japan da seien und die Mann schaften keine ausreichende Beschäfti gung hätten, wodurch die Leute nur eine Quelle der Demoralisation würden. Verdächtige Personen der haftet. Warschau, 13. Aug. Mehrere stark mit Passagieren besetzte Züge der Weichselbahn wurden in der letzten Nacht an der Grenze der Stadt von Soldaten angehalten und Gehelmpoli zisten durchsuchten gründlich die Wag gonZ und die Passagiere. Fünfzig ver dächiige Personen wurden verhaftet. DerVorsteher der hiesigen EisenbahnWerkstätten wurde heute Morgen durch einen Schuß getödtet. Der Attentäter entkam unerkannt. Rabiater Revolutionär. Tchernivgov, 13. August. Beider Prozessirung mehrerer revolu tionärer Agitatoren, welche kürzlich bei Ardeiterversammlungen ln der Stadt Borsenoa verhaftet waren, sprang heute plötzlich einer derselben von seinem Stuhle auf, zog einen Revolver und schoß den Polizeichef todt, verwundete tödtlich den GerlchtZadjunkten und be ging dann Selbstmord. Die Schießerei war da? Werk weniger Sekunden und bevor die Anwesenden im Gerichtssaale nur wußten was geschah, lagen die drei Personen in ihrem Blute auf dem Boden. Programm der Oktobri ften'Partei. Moskau. 13. AuSguft. Das Central Komite der Oktobristen hat eine neue Platform ausgearbeitet, mit dem die Partei im Herbst vor die Wäh. ler des Landes treten wird. Sie er klärt sich für das allgemeine direkte Stimmrecht in den Städten und bei zwei Klassen im Land, und die Erwei ter:mg der Macht des Parlaments, in dem Sinne, daß das Parlament das Recht erhalten soll. Vertrüge zu revidi ren und über Anleihen, Besteuerung und Konzessionen zu berathen. Ferner Wird die Reorganisirung deö Reichs raths oder Oberhauses des Parlaments verlangt. Es soll in Zukunft nur eine BerathungSbehörde ohne legislative Gewalten bilden. In Bezug auf die Landsrage wird nur eine Vertheilung der Staats, Krön und Kirchmlän
dereien befürwortet und es wird die Aufhebung des jetzigen Kommunal Systems und aller Spezialgefetze der langt, sodaß die Bauern auf den glei chen Fuß mit anderen Klassen gestellt werden. Ferner wird verlangt: Verbesserung der Lage der Arbeiter, beschränkte Au tonomie der NichtRussen und freie Erziehung deZ Volkes. Bauern in der Krim in Aufruhr. Feodosia, 13. August. Agra rische Unruhen ln der GebirzSregion der Halbinsel Krim breiten sich in ver schürftem Maaße immer weiter aus und Viele Dörfer sollen verbrannt und zer stört sein. Die Bauern haben sich an vielen Plätzen zusammengerottet und greifen die Behörden und das wenige Militär energisch an, wobei mehrere Hundert Personen auf beiden Seiten
getödtet oder verwundet worden find. Größere Truppenabtheilungen sollen nach der Krim geschickt werden. Oesterreich'Ungarn. König Edward wird Kai ser Franz Joseph besuchen. Wien, 13. August. Halbamtlich wird bestätigt, daß König Edward von England nach seiner Kur in Marien bad nach Schloß Schönbrunn kommen und den Kaiser Franz Joseph am 9. September besuchen wird. Am folgen den Tage soll dann die Abreise de Königs nach England erfolgen. Bremer Lloyd dahinter. Wien, 13. August. Aus Liderpool wurde gemeldet, daß die Cunard Linie mit der ungarischen Regierung wegen des Verkaufes der Auswandererschiffe besagter Linie unterhandelte. Darauf hin ist die Erklärung abgegeben wor den, Ungarn habe gegenwärtig keine Absicht, ein solches Geschüft abzuschlle ßen, aber eine solche Frage kam dennoch vor ein paar Wochen zwischen Agenten der Linie und dem Minister des In nern, Grafen Andrassy, zur Bespre chung. Welter verlautet, daß eine Ge sellschast unter den Anspizien der Adria" und des Norddeutschen Lloyd" im Entstehen sei, deren Ziel der An kauf der Dampfer ist. Doch auch diese Unterbandlungen seien bis zum Herbst aufgeschoben worden. Südamerika. Nach Buenos A y r e S wel t e r g e r e i st. Montevideo, 13. August. Nachdem StaatZ.Sekretär Root heute vom Präsidenten Ordonez, dem Mini ster des Aeußeren und von dem Erz bifchof von Uruguay Abschied genom men hatte, begab er sich mit seiner Fa milie und seinem Gefolge gegen Abend an Bord des BundeSkreuzerS Charleston" und fuhr nach Buenos AvreS. La Vlata Staaten, ab. Mor gen früh wird er dort ankommen und um 11 Uhr Vormittags von den Be hörden des Landes offiziell empfangen werden. Deutschland. Die Sedanfeier bleibt bestehen. B e r l i n, 13. Aug. Mit allgemel ner Genugthuung ist ein soeben er schienen Erlaß deö preusischen Kul tuSminifterS Dr. Studt begrüßt wor den. Er weift die Schulen des Staats an, die Sedan'Feker am zweiten Sep tember in der üblichen Weise abzuhal ten. Damit ist Zeder Zweifel über daö Fortbestehendes patriotischen Brauchs beseitigt. Die Stimmen, welche vor wenigen Jahren von der festlichen B.' gehung deö SedantageS nichts meh wissen wollten, find inzwischen ver ftummt. ES wird anläßlich der mini fteriellen Kundgebung nachdrücklich be tont, daß kein Mensch in Deutschland bei der Feie? deö SedantageS daran denke. Frankreich Heraussordern oder auch nur irgendwelche mittelbare Spitz gegen die dritte Republik zu richten Was die Deutschen bei der Sedanfeier leite, sei lediglich der vorbildliche mo, ralische Werth, den eine solche Rü
schau auf dem Gebiete der vaterlündi
schen Erziehung und der Ausbildung und Pflege der pariotischen Tugenden besitze und der durch keinen Zeltlaus geschmälert werden könne. Schreckliche Explosion. Berlin, 13. Aug. Eine überaus folgenschwere Explosion in der Müh lenstraße. die im düsteren Fabriksvier, tel des östlichen Berlins gelegen ist, bil det das Tagesgespräch. In der dort belegenen großen Spritfabrik von Eisenmann explodirte ein Aetherkessel, wodurch das ganze Gebäude in Brand gesetzt wurde. Die Katastrophe hat zahlreiche Opfer gefordert, denn bisher sind bereits die Leichen von fünf Ar beitern, sowie mehrere Schwerverletzte aus den Trümmern geborgen worden. In tv.a Gebäude befindet sich auch das portugiesische Generalkonsulat. Frankreich. Erzherzog Johann soll leben. P a r i S. 13. Aug. Der seit vielen Jahren verschollene, schon so oft ent deckte und prompt stets wieder todt ge sagte österreichische Erzherzog Johann, oder Johann Orth, wie er mit seinem von ihm selbst angenommenen bürger lichm Namen heißt, soll thatsächlich am Leben sein. Der soeben von einer aus gedehnten Reise durch Südamerika zu rückg?kehrte französische Schriftsteller GoergeS Lacour behauptet, den Erzher zog als glücklichen Landwlrth und Vieh züchter in ttx Nähe von Buenos AyreS gefunden zu haben. Eines Abends fand ich auf einer Hazienda gastliche Aufnahme," schreibt der Gelehrte in einem Pariser Blatte. Obgleich mein Wirth daS Französische tadellos sprach, sah ich, daß er entweder Deutscher oder Österreicher war. Als ich am nächsten Tage seine reichhaltige Bibliothek durch stöberte, fand ich in derselben fast aus schließlich deutsche Bücher. Ueber dem Kamin hing ein lebensgroßes Bild des Erzherzogs ln GeneralS-Unisorm. Wüh. rend ich dasselbe betrachtete, trat mein Gastgeber ein und ich erkannte ihn nun. Kaiserliche Hohkit," sagte ich, man betrachtet Sie in Europa längst todt." Ich weiß das entgegnete er lächelnd. Ich bin auch wirklich todt, wenigstens für die alte Welt. Man hat mich da drüben für verrückt gehalten und ich war froh, daß ich irgend wo Ruhe und Frieden finden konnte. Bitte, sagen Sie Niemand, daß Sie mich getroffen haben. Ich bin hier auf meiner Scholle glücklich." Grokbritannien. Von Rußland inspirirt. L o n d o n. 13. Aug. Ein Mitglied der perfischen Gesandtschaft hier sagt, die Reformen ln seiner Heimath seien mit auf die Freiheitsbewegung in Ruß land zurückzuführen. Seit langer Zelt wurden die russischen Vorgänge mit größtem Interesse in den perfischen Ba zaaren besprochen. Der Schah wünschte längst den Reformsorderungen nachzu geben, doch hatte der frühere Großve zier Ained Dowleh seinen Einfluß dage gen aufgeboten. Er wurde abgesetzt und der Schah folgte nun den liberale ren Rathschlägen des Muschkred Dow leh. Brasilien. Keine deutsche Gefahr". Rio de Janeiro, 13. Aug. Der demnächftkge Präsident Penna, welcher zur Zeit daS südliche Brasilien bereift, erklärte in Santa Cathartna in einer öffentlichen Rede, daß eine sog. deutsche Gefahr" nur in der Eindil. dung bestehe und daß eö im Lande keine besseren Bürger gebe als die Deutsch . Brasilianer. Er führte den Miniüer für Jndustrleen und öffent liche Arbeiten. Dr. Lauro Müller, als glänzendes Beispiel dasür an. Marine. Sekretär über Anarchismus. Cumberland, Md.. 13. Aug. MarineSekretür Chaö. I. Bonaparte hielt gestern vor einem auserlesenen Publikum einen längeren Vortrag über Anarchismus und wie demselben entge gengetreten werden sollte. Er verglich denselben mit dem SozialiSmuS und betonte die Unterschiede. Nachdem er den Anarchismus und dessen Anhänger und Lehrer in scharfer Weise verur theilt, sagte er zum Schlüsse : Der Anarchismus ist das Produkt zweier, in einem größeren der gerln gerem Maße überall unter den weniger gebildeten Klaffen der modernen zivil! firten Gesellschaft waltenden Zustände nämlich deö Abfterbenö des religiösen Glaubens, und eines gewissen MaßeS von oberstScdUcver und deSbald febler haster volköthümlicher Bildung. Daher ist eS nothwendig, daß wir hierin so schnell wie möglich Wandel schassen.
Oerhknvcrurg von SissSzusam menftöLen durch drahtlose Tclcgraphic. Ein interessantes uno Aufsehen erredendes Patent zur Äermeidunz V2N Schiffszusammenstößen mit Hilfe der drahtlosen Telezraphie ist gegenwärtig von einem deutschen Ingenieur Namens G. Fischer genommen worden. Schiffszusammenstöße ereignen sich belanntlich besonders im Nebel, wenn die Fernsicht auf 100 und noch weniger Meter völlig verhängt ist. Plötzlich taucht aus den grauen Nebelmassen vor den Augen der entsetzten Passagiere in nächster Nähe der riesige Rumpf eines aneren Schiffes auf, und im nächsten Augenblick ist das Unglück geschehen. Wie ein Messer hat der Bug des einen Schiffes die Flanke des anderen aufgeschnitten, und Hunderte von Passagieren deckt das nasse Grab. Die genannte Erfindung arbeitet nun in folgender Weise: Die beiden Schiffe A und V. die einander nicht anrennen sollen, sind mit ganz kleinen drahtlosen Stationen versehen, die schwache elektrische Wellen von etwa bis Km. sicherer Reichweite aussenden. Sobald sich nun die beiden Schiffe in bedrohlicher Weise einander nähern, gelangen die elektrischen Wellen des Schiffes A zum Fritier des Schiffes B, erregen hier in bekannter Weise einen Stromkreis und bethätigen mit Hilfe eines Relais einen kräftizen Elektromagneten, bti den Dampf auf Schiff B absperrt, so daß es liegen bleibt otex doch nur noch ganz lingsam fährt. Nun wäre aber noch Gefahr vorhanden, daß Schiff A selbst schnell weiter fährt und Schiff B anrennt. Infolgedessen geh! de? Vorgang auf Schiff B noch weiter. Sobald der arone Elektromagnet auf
Schiff B unter dem Einflüsse von Schiff A zum arbeiten kommt, sperrt er nicht nur den Dampf ab, sondern er schaltet auch die Erregerwellen von Schiff B ein. Diese eilen nun zu Schiff A und sperren in gleicher Weise dort den Dampf ab. Der praktische Erfolg beruht also darin, daß zwei mit diesen Apparaten ausgerüstete Schiffe, soöad sie in gefährliche Nähe kommen, selbstthätig den Dampf absperren und in ein ungefährliches Schrittemipo verfallen. Bei klarem Wetter wird man die Stationen natürlich außer Betrieb stellen. Bei Ne bel dürften sie einen viel größeren Schutz gewähren als Nebelhorn und Nebelglocke, deren Töne nicht genügend weit reichen, um die ganze Gefahrzone zu schützen . Fidele Festungshaft. Auf der 5?estuna Weickselmünde an der schönen blauen Ostsee verbüsttGrai Pückler aus Klein-Tschirne seine Fejmngsyast ... uz sollte es wenigstens von Rechts weaen. Statt dessen bat er den ibm bewilligten Urlaub nach Belieben ausgedehnt und genießt die Wonnen eines Volksredners" in vollen 5Züaen. Neulich aab er Abends eine neue Vorstellung in den ArminSälen in Berlin. Die Polizei, die an dem Dreschgrafen eine Lammsgeduld bezeiat. bekam die ersten Hiebe: denn so führte Graf Pückler aus sie hat nicht mehr den nothigen Ernst. Durch die häufiaen Auflösungen meiner Versammlungen versündigen sich die Leutnants an dem gefammten deutschen Volke. Bei den Höflingen fehlt es auch an Ernst. Es ist eine ganz große Luderbande, noch viel schlimmer, als es die öereros und die Zulukaffern sind. In Rußland herrscht wem Geist. Leider habe ich keine 3eit gehabt, nach Bialystock zu fahren und mich an den Judenmassakers zu betbeiliaen. weil ich entweder dreschen oder brummen muß. Dort sind die Proletarier durch die Plünderungen reiche Leute aeworoen. Die Berliner rothen Brüder sollen es auch so machen; denn von der Arbeit allem kann man nicht leben!- Das schlug dem Faß -den Boden aus, und die Versammlung wurde aufgelöst. Graf Pückler hat übrigens vor Kurzem ein Sanatorium in Blankenburg aufgesucht und dort, wie er in der Versammlung erklärte, ein ärztliches Attest bekommen, auf Grund dessen er Nachurlaub beantragt hat. Automobile und Motorräder im Katsermanöver. Die Zahl der an dem diesjährigen Kaisermanöver in Schlesien theilnehmenden Mitglieder des Freiwilligen Automobilkorps wird sehr beträchtlich sein, da nicht weniger als fünfzig Kraftwagen für den Dienst der Heeresleistung, der Parteiführung und der einzelnen Verbände herangezogen werden sollen. Ferner sollen auch, umfangreiche Versuche mit der Verwen dungsfähigkeit von Motorradfahrern und der Haltbarkeit und Leistungsfähigkeit der Motorräder vorgenom men werden, und zwar wird hierzu ein durch Abkommandirung von anderen Truppentheilen gebildetes Motorradkommando verwendet, das gegenwartig bei den Verkehrstruppen seine Spe zialausbildung erhält und das aus zwei Offizieren und achtzehn Mann besteht. Man darf gespannt sein, ob sich der gegenwärtige Stand der Motorradtechnik den kriegerischen Verhältnissen gegenüber gewachsen zeigt. Fttrclx die Slumo. . . . O, von meinem Mann höre ich n ein unfreundliches Wort! So! Ist der so rücksichtsvoll?- JRtin blos so vorsichtig!
AUcs Nahrzcichcn zerstört. Sie rcfze Gt. Mickaeliskirche in Hamburg in Flammen aufgcgangen. Seit dem großen Brande in den Maitagen des Jahres 1842 hat Hambürg kein ähnliches Brandunglück betroffen wie das Feuer, dem dieser Tage die Große St. Michaeliskirche und mit ihr eine Anzahl umliegender Gebäude zum Opfer fielen. Die gesammte Bevölkerung der Hanfastadt empfindet die Zerstörung gerade dieses Gotteshauses überaus schmerzlich, weil die Große St. Michaeliskirche ganz besonders populär war und bereits sind die einleitenden Schritte zum Wiederaufbau gethan. Der Michaelisthurm, der grote Michel," galt als Wahrzeichen der seebeherrschenden Welthandelsmetropole; er war für Hamburg ungefähr dasselbe, was das Münster für Straßburg, der Stephansdom für Wien, der Kampanile für Venedig ist. Da die Kirche auf einer Bodenschwellung lag, so sah
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Der Thnrm knr; vor dem Zusammensturz. man ihn und seine kupferbekleidete, mit grüner Patina bedeckte Kuppel, die auf freistehenden Säulen ruhte, weithin auf dem breiten Elbstrom. Die charakteristische Gestalt des Thurmes winkte den Seefahrern aus ihrer Ausreise ein letztes Lebewohl zu. sie begrüßte zuerst die Heimkehrenden wie ein lieber, alter, guter Freund. Der Michaelisthurm war den Leuten von der Waterkant gleichsam ein unentbehrliches Familienstück geworden. Im Stadtbild Hamburgs überschnitt seine charaktervolle Gestalt kühn und hoch den Horizont; man sah ihn nicht nur von der Elbe, sondern auch von der Alster und den umliegenden Höhen. ' außtaitiis ncncr Premier. Eine Politik der Reform mit starker Hand. Tie fortgeschrittenen Partelen. Peter Arkadjewitsch Stolypin, der, als Nachfolger Goremykins. bei der Auflösung der russischen Duma die Premierschaft übernommen hat, war bisher Minister des Innern und hat dieses Portefeuille beibehalten. Er P. A. Sto'.ypm. Wurde 1853 als der Sohn eines seinerzeit sehr populären Generals . geboren und zog schon an der Petersburger Universität die Aufmerksamkeit seiner Lehrer auf sich. Im Jahre 1884 erhielt er einen Posten im Ministerium des Innern und zwei Jahre späte? im Ackerbauministerium. Auch hier blieb er nur zwei Jahre und zog sich dann, behufs Verwaltung seiner Güter in Kovno, m's Privatleben zurück. Als Großgrundbesitzer verstand er es, sich allseitiges Vertrauen zu erwerben, so daß er zu verschiedenen Ehrenposten erwählt wurde. Im Jahre 1899 übertrug ihm die Regierung das Amt des Vizegouverneurs von Grodno und 1901 wurde er Gouverneur in Saratoff. ' Bei den fortgeschrittenen Parteien des heutigen Zarenreiches steht Stolypin freilich nicht besonders in Gunst, und man sieht der von ihm proklamirten Politik der Reform mit starker Hand nicht nur in seinem Hermath lande mit gemischten Gefühlen entgegen. Reiches Vermachtniß. Dem Gymnasium in Eisleben, Provinz Sachsen, hat ein früherer Schüler desselben, der kurzlich :n Berlm ver storbene Botaniker August Garke, L0. 0QO Mark vermacht. Die Zinsen davon sollen von dem Lehrerkollegium an würdige und bedürftige Schüler als Stipendien vuthent werden.
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Aerzte.
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