Indiana Tribüne, Volume 29, Number 300, Indianapolis, Marion County, 13 August 1906 — Page 6

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Wafferjagd. Plauderei von Fritz Skowronnet. Es ist eine Eigenthümlichkeit dn Menschen, die oute, alte Zeit- auf Kosten der Gegennxirt zu loben. Aber selbst wenn man mit der Thatsache rechnet, daß Jäger gern etwaö Latein sprechen, und deshalb von ihren Verichten nur die Hälfte glaubt, wird man anerkennen müssen, daß eine starke Verminderung des auf und am Wasser lebenden Wildes eingetreten ist. Die Ursachen dafür sind leicht zu sindm. Erstens hat die Jagdpassion, die früher ein Privileg der bevorrechteten Stände war. alle Schichten der Bevölkerung ergriffen und die Zahl der mit oder ohne Jagdschein jagenden Personen verzehnfacht. Zum zweiten spricht dieVcrvollkommnung der JagdWaffen mit. Nicht nur die Kugelbüchse, sondern auch die Schrotflinte hat durch das rauchschwache Pulver und verbesserte Konstruktion eine gröere Tragfähra5e!t und erhöhte DurchschlagSkraft erhalten. Die entscheidende Ursache ist jedoch fti der fortschreitenden Melioration des Landes zu suchen. Wo es irgend geht, wird der Wasserstand gesenkt, um nasse Wiesen, Brücher, Moore und kleine Wassertümvel trocken zu legen. Dadurch werden allen Entenarten die Nistgelegenheiten genommen, und die Folge ist, daß sie weiter ziehen nach dem Norden, wo sie noch ungestört brüten können. Die kleine Krickente ist infolge dessen in Deutschland wirklich selten geworden. Die schöne und werthvolle März- oder Stockente scheint sich den veränderten Verhältnissen besser anzupassen; sie nistet jetzt mehr als früher auf Bäumen und trägt ihre Jungen, nachdem sie aus dem Ei geschlüpft sind, im Schnabel zur Erde herunter, um sie dem nächsten Gewässer zuzuführen. Keine Ente nistet gern im Userschilf der Seen. Dort fühlt sie sich von den Fischern beunruhigt, mehr aber noch von den Bläßhühnern und Tauchern, die sehr unverträglichen Charakters sind und die in ihrem Revier nistende Ente selbst auf dem Neste angreifen. So ist es dahin gekommen, daß man auf Seen, die mancher Entenkette Unterschlupf und Nahrung gewähren könnten, vergeblich einen Vogel dieser Art sucht. Diese Thatsache geht etwa nicht nur die Jäger an. die über die Verminderung einer Wildart klagen, sondern sie ist auch von Volkswirthschaftlicher Bedeutung, denn das geschossene Wild kommt auf den Markt und spielt eine nicht ganz unwichtige Rolle in unserer Ernährung. Eine Statistik, die auf Vollkommenheit keinen Anspruch machen kann, weil sie nur die größeren Städte berücksichtigt, berechnet den Werth des alljährlich in den Handel gebrachten Wildprets auf acht bis neun Millionen Mark. Wie viel Wild wird noch verkauft, das sich jeder Schätzung entzieht, wie viel wird in Forst- und Gutshäusern verzehrt! Deshalb muß die Verminderuna einer früher häufigen Wildart als eine Thatsache von allgemeiner Bedeutung angesprochen werden! In auffallendem Gegensatz dazu sieht die starke Zunahme der Bläßhühner und Taucher. Sie ist ebenfalls leicht zu erklären: ihr Fleijch ist ungemeßbar! Damit fällt jeder Anreiz fort, sie zu erlegen. Die Fischwirthe. ienen diese Vögel durch Verzehren des Laichs und Weqfangen junger Fische großen Schaden zufügen, mochten rhnen gern den Vernichwngskrieg erklären, aber vergebens petitioniren sie um die Erlaubniß, diesen Schädlingen :mit Pulver und Blei nachzustellen. So führen denn die Bläßhühner auf 'den fiskalischen Seen ein vergnügtes, 'durch keine Gefahr getrübtes Dasein. Nur manche Privatleute fühlen die Verpflichtung, alljährlich eine Razzia gegen diele Wildarten zu veranstalten. Ja, in der Umgegend Berlins gibt es bereits einige findige Unternehmer, Vit solche Seen nur zu dem Zwecke pachten, schießlustigen Herren ein Vergnügen zu bereiten und dabei selbst ein Stück Geld zu verdienen.

Vor einigen Jahren flog mir die Elnlavung zu einer solchen Lietzenjagd" in's Haus. Ich beschloß, ibr zu folgen mn solch eine Veranstaltung kennen zu lernen Aber nie wieder Als ich im Morgengrauen auf den Bahnhof kam, staunte ich über die Menge der mit Gewehr. Rucksack und Hund ausgerüsteten Menschen! Ein Maler hätte eine Fülle der prächtigsten Modelle für Witzblätter gefunden! Wohl gibt es auch in der Reichsbauptstadt viele echte, rechte Waidmanner die den strengsten Anforderungen an Ausrüstuna. Verhalten und Scbiekfertigkeit gerecht werden. Aber größer ist v:e 3ai)J, ver sogenannten Schie Ux die sich selbst für Jäger" kalten sobald sie eine Dorfmari für theuren mtii gepachtet, ein Mweyr und einen funkelnagelneuen Lodenanzug mit keckem Hut und gewl.!tlgem Federstutz daran erstanden haben. Mit neun solchen Schießern führte mich das Schicksal in , einem Abtheil zusammen. Noch hatte der Zug sich nicht in Bewegung gesetzt, als bereits bie ersten Flaschen entkorkt wurden. Und dann hub ein ödes, geistloses Renourmrren mit Schießresultaten an, das mit dem witzigen, humorvollen Jagerlatein der Grünröcke nichts gemein hatte. Das an Ort und Stelle eingenommene Frühstück steigerte die .Lustbarkeit in's' Ungemessene, so daß

ick es vorzoa. keinen Kahn zu besteigen,

sondern am' Ufer die Gesellschaft zu bei rr i . . ! !z wtiSr glelien. Uiroa vierzig jxuync um!, mit ein bis zwei Schützen besetzt, dann bewegte sich die Flotllle langsam m geschlossener Linie den ziemlich schmalen, . m fe. ff I m. . aber sechs Kilometer langen cr y45 c Wild war in dem dichten Rohr und Schilf in Masse vorhanden. Schon bald krachten die ersten Schüsse, und dann begann eine Kanonade, als wären zwei feindliche Armeen aneinander gerathen. Der Vergleich pafe! aucy noch in anderer Beziehung, denn nach hüben wurde von drüben geschossen, ' . f" i 1W1 als wollte man q gegenienig wwicn. Vergebens fuhr der Unternehmer für den der Ncrme Jagdherr" sehr unvassend wäre in seinem leichten Boot von eimr zur anderen Seite und verwies in gerade nicht sehr höflicher Form auf die Jaadregeln und Strafbestimmungen, die er beim Frühstück vorgelesen und gedruckt vertheilt hatte. Sobald eine Ente aufstieg, wurde ohne Rücksicht auf die Richtung Dampf gemacht. Es fehlte eben die Selbstzucht, die jeder echte Waidmann sich auferle gen muß, damit er nicht vurch Unvor sichtigkeit einen Gefährten verletzt. Das Resultat war denn auch, daß schon bei der ersten Umfahrt ein braver Hund erschossen und vier Therlnehmer durch Schrote getroffen waren. Die unerquicklichen Szenen, die sich am Abend abspielten, als der Unternehmer die Strafgelder für Fehlschusse einziehen wollte, habe ich nicht miterlebt; ich hatte nach der ersten Umfahrt meine Flinte auf den Rücken gehängt und war nach der Bahnstation gegangen. um nach Berlin zurückzukehren. Wie ich später hörte, sind etwa 2000 Schusse gefallen und damit 106 Lietzen, Taucher und Enten zur Strecke gebracht worden. Es war mithin das Zerrbild einer waidmännisch verlaufenen Jagd, das ich kennen gelernt hatte. . i . ri v x rr' Uno nun das Gegenviio! mn Hei ner See im Privatbesttz, kaum 200 Morgen groß. Ringsum nasse Wiesen, mit kleinen, trockenen, von Gebüsch bestandenen Oasen, auf denen die Enten ganz ungestört hatten brüten können. Mindestens zwanzig Koppeln hatte der Jagdherr gezählt, die bis zur Eröffnung der Jagd flügge geworden wan ren. A)er &tt twt starr mit !L?cytts und Kraut verwachsen. Mir wurde auf einer aus Brettern hergestellten Unterlage ein Platz im Rohrdickicht angewiesen, von dem ich einen drei Meter breiten, weit m die Wiese hlneinziehenden Graben nach beiden Richtungen bestreichen konnte. Für die anderen Jäger, die ihren Hunden voran am Uftr entlang gingen, waren klafterbreite Schneusen in den Schilfgürtel geschnitten word:n. Das ist die einzige Möglichkeit, junge Enten zu Schuß zu bekommen. denn nur tm äußersten Nothfall gehen sie vor dem Hunde hoch. Sie scheinen zu wissen, daß sie ihm in dem dichten Gras und noch mehr im See, wenn der Köter, halb schwimmend, halb watend. sich durch den Moder arbeiten muß, an Schnelligkeit überlegen sind. UeberHaupt ist jede Wasserjagd für den Hühnerhund mit großen Strapazen verknüpft, und nicht alle besitzen die Passion oder den Ehrgeiz, stundenlang Irena und cruer hinter Wassergeflügel durch's Schilf zu kriechen, das ihnen die Läufe wund sticht. Am eifrigsten sind die sttchelhaarigm. Glücklicherwerfe finden sich unter den Dorfkötern ganz passionirte Entenjäger, denen nur die Lust zum Apportiren abgeht. Auch unser Jagdherr hatte seine beiden .Hofhunde mitgebracht, die merkwürdigerweise sogar etwas Appell besaßen, d. h. sie ließen sich von ihm durch Rufe und Winke leiten. Er fuhr auf einem niedrigen, schmalen Kahn. der den Namen Seelenverkäufer" verdiente, am User entlang und kam bald mehrmals zu Schuß. Auch die anderen Jäger hatten schon mehrmals Dampf gemacht, nur ich spähte vergeblich nach Beute aus, so daß es mir schon schien, als wäre ich auf einen verlorenen Posten gerathen. Doch bald erscholl der Ruf tire haut!", mit dem die Jäger sich gegenseitig auf ein fliegendes Wild aufmerksam machen. So gut es auf den schmalen Brettern ging, wandte ich mich um. Zwei dicke Erpel kamen dicht über dem Schilf schnurstracks auf mich zugestrichen. Sie wollten augenscheinlich auf dem &xJtn einfallen unMm Dickicht verschwinden. Wenige Meter vor mir wurden sie mich gewahr und hoben sich in jäher Wendung. Nun konnte ich beide Schüsse mit Erfolg anbringen. Mit einem Freudenlaut .stürzte sich mein Smipp" in's Wasser, um sie zu apportiren. Wenige Minuten spater machte er mich durch sein Gebahren darauf aufmerksam, daß Enten zu Fuß durch's Schilf herannahten. Nicht nur sein Gesicht, sein aanzer Körper zeigte die Erregung, in der er sich befand. Schnell brachte ich die Flinte an die Backe und spähte scharf auf den Graben hincuis. Alles still .... Da beginnt sich das Schilf zu bewegen. Die alte Ente erscheint mit lang vorgestrecktem Halse, in ihrer Bewegung an eine Scklange erinnernd. Kein Zweifel: sie hat mich in demselben Augenblick eräugt., denn gerade als ich den Finger am Abzug krümmen will, plumpst sie wie ein Stein in's Wasser und ist geborgen. Zwei, drei Junge führen mit demselben Erfolae daöfelbe Manöver aus, doch als die nächste Ente den Kopf w vi I aus vem cylls xtai, rraqr mem Schuß. Wie d Blitz fährt Snapp

hinterher, ohne meinen Befehl abzuwarten. Diesmal hat er das Richtige getroffen. Denn von der anderen Seite sind die beiden Fixköter herangekommen. Die Enten müssen hochsteigen. Bald hier, bald dort rappelt sich eine schwerfällig aus dem Dickicht empor, ohne Mühe holt sie mein Schuß herunter. Plötzlich ein zorniges Schmuben, ein grimmiges Beißen und Bellen, gleich danach ein klägliches Heulen. Ich wußte sofort, was es bedeutete: Snapp hatte einen Fizköter bestraft, der sich eine geschossene Ente als gute Beute aneignen und sofort veripelsen wollte. Das sah ich an dem zerrissenen Vogel, den mein braver Hund mir gleich darauf apportirte. Schritt für Schritt suchte er nun ringsum das Schilf ab. bis er alle Enten gefunden hatte. Noch mehrmals ging die Jagd rings um den See, und jedesmal kam ich zu Schuß. Also hatte mir der Jagdherr den besten Posten angewiesen! Nur für ängstliche Gemüther war derStand nicht berechnet, denn die Bretter senkten sich allmählich unter meiner Last, so daß ich zuletzt den Seelenverkäufer herbeiwünschte, der mich an's Land bringen sollte. Wenn ich mich bewegte, stiegen aus dem grünlich - schwarzen Moderwasser übelduftende Gasblasen empor. Unwillkürlich mußte ich an einen alten, graubärtigen Grünrock denken, der seiner lustigen Jagdschnurren wegen weit und breit bekaunt war. Eines Tages saßen wir mit ihm in lustiger Gesellschaft zusammen. Wir hatten eine gute Jagd gemacht, zu der sich auch ein neugebackener Assessor, der im nahen Städtchen mit der Vertretung des erkrankten Amtsrichters betraut war, eingefunden hatte. Seine Schießkunst hatte sich als sehr gering erwiesen, trotzdem renommirte der Herr Assessor mit ganz unglaublichen Resultaten. Dem alten Graubart leuchtete dabei der Schalk aus den Augen. Schließlich nahm er das Wort. Ihr Waidmannsheil in allen Ehren, Herr Assessor, aber ich habe in meinem Leben auch schon manches erlebt. So erinnere ich mich an eine Entenjagd auf einem kleinen Waldsee, der ringsum von schwimmenden Wiefen eingefaßt war. Trotz der Warnung des Pächters hatte ich allein einen alten, morschen Kahn bestiegen, um von der Wasserseite schießen zu können. Schon hatte ich ein Dutzend Enten im Kahn, als ich merkte, daß das alte, morsche Gebäude sich zur Hälfte mit Wasser gefüllt hat. An Ausschöpfen war nicht zu denken, ich mußte damit rechnen, daß es in den nächsten Minuten unter mir in den unergründlichen Moder versinken würde." Unter allgemeiner Spannung nahm der Grünrock einen langen Schluck aus seinem Glase, ehe er fortfuhr: Mir begannen sich die Haare auf dem Kopfe zu sträuben. Doch auch die Gefährten auf dem Lande hatten infolge meiner Rufe meine schreckliche Lage erkannt. Sie warfen mir mit Hilfe eines Steines das Ende einer Leine zu. die ich schnell an das Ruder band. Wenn ich mich fest daran klammerte, konnten mich meine Genossen über den Moder an's Land ziehen. Kurz entschlossen werfe ich mich in's Wasser, die Leine wird mit einem Ruck angezogen, das Ruder entgleitet mtU nen Händen, ich fühle, wie ich in den Moder einsinke Mit athemloser Spannung hatte der Assessor zugehört. Jetzt, als der Alte eine wohlberechnete Kunstpause machte, trieb ihn die Neugier, zu fra-gen:

Aber, Her Forster, was was ge schah denn mit Ihnen?" Mit dumpfer stimme erwiderte der Graubart: Ich ertrank elendiglich!" Ein nicht endenwollendes Gelächter erhob sich in der Tafelrunde. Nur der Assessor stimmte nicht mit ein. Er nahm Gewehr und Hut und empfahl sich; er hatte die Pointe verstanden. Ein schwieriges Kunststück ist es, den Haubentaucher zu erlegen. Unter allen Wasservögeln kommt ihm keiner im Tauchen gleich. Seine Geschicklichkeit ist so groß, daß er noch, nachdem er das Aufblitzen des Schrotschusses wahrgenommen hat, unter Wasser zu verschwinden vermag. Und welche weiten Strecken vermag er in dem nafsen Element zurückzulegen! Ist Gefahr vorhanden, dann taucht er erst nach zwei, drei Minuten, mehr als zweihundert Meter weit entfernt, wieder auf. Sogar seine Jungen nimmt er unter den Flügeln mit in's Wasser hinab. Sehr geschickt ist auch der Kormoran oder Flschrabe. tnz in den letzten Jahr zehnten sich an den norddeutschen Gewassern m großer Zahl angesiedelt hat. Er nistet mitten unter den ReiHern und trägt seinen Jungen so viel Nahrung zu, daß sich meist noch eine Fuchsfamilie von den Abfällen nähren rann.. Nach ziemlich genauer Schätzuna braucht der Kormoran, der die Größe einer kleinen-Gans erreicht, an jedem Tage etwa 20 Pfund Fisch, um satt zu werden. Meistens leben drei, vier Paare dieser Vögel auf einem See. weil sie gemeinsam arbeiten und durch Tauchen die Fische nach einer flachen Bucht treiben, wo jeder dann einen großen Fisch als Beute heraufholt. Ganz aenna veranschlagt, verzehrt je der Kormoran täglich ein Quantum Fische, das als menschliche Nahrung einen Werth von zehn Mark erreicht! Der FiökuS derEinzelstaaten, der nicht alles daran setzt, diese aefahrlicben Räuber auszurotten, treibt also eine

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schwendung des Nationaleigenthums, die öffentlich gerügt zu werden verdient. Das Gleiche gilt auch für die Schonung der Blaßhuhner. Taucher und Säger. Ihre Vertilgung müßte den Fischern und Forstbeamten nicht f.!l , rwi i nur zu ieoer eil uno mu jeoem VJau tel gestattet sein, sondern durch hohe Prämien gefördert werden! Eine Wassenagd voll hoher Poesie ist der Ansitz auf Enten w Herbst. Wenn die langen, weißen Faden der Wanderspinne durch die Luft segeln . V o n . t. rr c . ...fii uuv un xu auen aroen ergilly?, dann nimmt der Sommer von uns Abschied. Die meisten Vögel, die den Wmter tm uden verbringen, haben uns vereits verlassen, nun treffen die Gäste aus dem Norden ein und rasten einige Tage, von der anstrengenden Luftfahrt ermüdet, ehe sie weiter zieben. Die Wasservöael weilen länaer: die letzten verlassen Deutschland erst. wenn die großen Gewässer zufrieren. Solange der chee Wellen schlägt, liegen die Enten in Schaaren von Hunderten auf seiner Mitte. Erst nach SonnenUntergang verlassen sie die sichere Zufluchtöstatte, um auf Flüssen und Bächen Nahrung zu suchen. Das rst für den Waidmcmn eine schöne Zeit! Wird am Nackmittaa der westliche Himmel klar, so daß ein strahlendes Adendroth ztt erwarten ist, dann macht der Jager sich auf den Weg, um zeitig vor Sonnenuntergang an Ort urtd Stelle zu sein. Ein Strauch am Ufer gewährt ihm Deckung. Mitten hinein stellt er seinen Sitzstock und entfernt die Zweige, die ihn am freien Gebrauch der Flinte hindern. Kern echter Waidmann, der die Natur liebt, wird die Stunde, in der die Natur zurüsie geht, ohne Genuß verleben. Offenbart sie ihm doch vieles, was der Mensch für gewöhnlich nickt sieht und hört. Im Wasser spielen die Fische, die Ratte kommt aus ihrem Schlupfloch und schwimmt hin und her, am seichten Ufer fallen die Bekafsinen und Strandläufer ein. die mit halbausgebreiteten Flügeln den vorüberfummenden Käfern nacheilen oder mit dem Schnabel im Schlamm buddeln. von der anderen Seite des Flusses lockt der Rebhahn seine Schaar . . . Sowie der Abendstern am Hnnmel aufblinkt, erscheinen die Enten. Paarweise oder in ganzen Ketten kommen sie mit pfeifendem Flügelschlag in schneller Fahrt angesaust. Dicht vor dem Stand des Jägers senken sie sich herab, beschreiben noch einen weiten Kreis, um den Schwung zu vermindern, und fallen dann rauschend auf dem stillen Wasserspiegel ein. Einen Augenblick sichern dann alle mit hochgereckten Köpfen, ehe sie zu buddeln beginnen. Nun ist's Zeit! Langsam wird das Gewehr an die Backe gehoben. Dort schwimmen drei, vier dicht beieinander ein Feuerstrahl fährt krachend durch das Abenddunkel, und ehe der Pulverdampf sich verzieht, hat sich schon Nimrod m das kalte Wasser gestürzt, um die Beute zu apportiren. Waidmannsheil! Einem eigenartigen Betrug ist man in Deutschland auf die Spur gekommen. Es ist nämlich festgestellt worden, daß Krankenabtheile dritter Klasse mit dazugebörigen Krankenbetten von gesunden Personen bestellt und benutzt worden sind, die auf diese Weise billig und bequem reisen und namentlich nicht umsteigen wollten. Gegen die Betreffenden soll, da die Bestimmungen lediglich für kranke Personen und, zu deren Gunsten. nicht aber für gesunde Leute getroffen sind, Anzeige wegen Betrugs erstattet werden. Die Bahnhofs- und Äuabeamten sind angewiesen worden. strenge darauf zu achten, daß die ranrenavtyetle und -Betten abgesehen von den Begleitern nur von kranken Personen benutzt werden, und daß sich Mißbräuche wie die geschilderten nicht wiederholen. Die zwölfjährige Tochter Marie des Gutsbesitzers Rohde in Zanderdorken bei Bartenstein in OstPreußen hat dieser Tage unter eigener Lebensgefahr die drei 6 12jährigen Töchter des dortigen Arbeiters Taube vom sicheren Tode des Ertrinkens gerettet. Die Mädchen nahmen mit einer vierten Schwester in einem unweit des Ortes gelegenen Teiche ein Bad und bestiegen dabei ein im Wasser schwimmendes Floß, um damit die tiefste Stelle des Teiches zu befahren. Während der Fahrt kippte das Floß um, und die darauf stehenden Mädchen fielen in das Wasser. Die kleine Rohde. welche den Vorfall' vom Ufer aus bevöachtet hatte, entledigte sich sofort ihrer Kleider und sprang in den Teich. Als sie die um ihr Leben Kämpfenden erreicht hatte, kletterte die älteste der Schwestern auf ihren Rücken, und eine zweite hing sich an ihren linken Arm; so gelang es dem Kmde, schwimmend mit ihrer Bürde unter größter Ansirmaung das Floß zu erreichen und die Geretteten glücklich zu landen; hinauf brachte Ne auch die jüngste der Schwestern, die bereits das Bewußtsein verloren hatte, auf's Trockene. Leider aelana es ihr nicht, auch die vierte Schwester zu retten ; diese war inzwischen untergegangen und konnte trotz mehrfacher Tauchung nicht aefunden werden Ihre Leiche wurde spater gelandet. Die brave Lebensretterin kehrte völlig erschöpft an Land zurück, wo sich inzwischen eine größere Menge Zuschauer etngesunden hatte.

Merlei sür's HauS. DumpferGeruchder Waschschwämme läßt sich durch Ausdrücken in Salzwasser entfernen. Im Uebrigen müssen zur Vermeidung des dumPfen Geruches die Schwämme stets an der Luft hängen, nie dürfen sie in geschlossenen Schubkästen oder auf längere Zeit in Wachstuchbeuteln aufbewahrt werden. Elfenbein kann gereinigt wer-

den und wird in gewissem Maße seine Farbe zurückerhalten, wenn man die Gegenstände in starkem Seifenwasser wäscht und sie dann in die Sonne legt, ohne sie zu trocknen. So lange die Sachen dem Sonnenlicht ausgesetzt sind, muß man sie immer wieder mit Seifenwasser befeuchten; sobald sie weiß werden, spult man sie mit remem Wasser, dem etwas Zitronensaft zugesetzt ist, und reibt sie vorsichtig trocken. Beiße keinen Faden ab. Frauen, die viel nähen, beklagen sich häusig über Wundsein des Mundes und der Mppen, ohne die Ursache davon zu ahnen Regelmäßig hat sich da ergeben, daß daran die Gewohnheit Schuld ist. Zwirn und andere Fäden abzubeißen, statt sich dazu der Scheere oder des Messers zu bedienen. Was Seidenfaden betrifft, erklaren sich die schädlichen Folgen sehr leicht, weil man, um diese haltbarer zu machen und ihnen eine schönere Oberfläche zu geben, sie bei der Herstellung mit einer Lösung von essigsauerem Blei zu befeuchten Pflegt. In manchen Fällen, wo Näherinnen und Schneiderinnender Übeln Gewohnheit (des Fadenabbeißens) längere Zeit gefröhnt hatten, hat man schon wiederholt recht ernste Folgen davon beobachtet. Grüne Erbsen zu trockn e n. Frisch gepflückte Schoten werden ausgekernt, die Erbsen in kochendes Wasser geschüttet, ein paar Augenblicke darin aufgekocht, auf ein Sieb zum Abtropfen geschüttet, auf einem Tischtuch an der Luft getrocknet und schließlich in der warmen Ofenröhre auf starkem Papier langsam gedörrt. Man bewahrt sie in Glasbüchsen oder Papiersäcken auf. Wenn man sie kochen will, wässert man sie am Abend zuvor ein, läßt sie den anderen Morgen in kochendem Wasser einmal aufsieden, schüttet es dann ab und kocht sie wie frische Erbsen in Fleischbrühe oder Wasser und Butter und etwas Zucker weich, verdickt sie mit etwas ButterMehlschwitze und fügt Salz und Petersilie hinzu. Schwarze Glacehandschuhe, die schon ein wenig abgetragen sind, kann man wieder auffrischen, wenn man in ein wenig Provenceöl ein paar Tropfen schwarze Tinte träufelt, beides gut mit einander vermischt und mit dieser Flüssigkeit die abgetragenen Stellen einreibt. Die Handschuhe erhalten auf diese Weise wieder ein ganz gutes Aussehen. Glasgräthe zu feilen und durchzuschneiden. Man steckt eine Feile in starke Natronlauge und dann in groben Sand. Mit einer so bedeckten Feile kann man Glas ohne Schaden bearbeiten. Glas läßt sich auch mit einer starken Scheere in regelmäßige Stücke zerschneiden, wenn man dasselbe vollständig unter Wasser hält. Man durchschneidet Flaschen oder Ballons, indem man sie an der Stelle, wo sie durchschnitten werden sollen, mit Wasser befeuchtet, dann einen in Spiritus getauchten dünnen Bindfaden fest darum schnürt und abbrennt. Kleister für Tapeten stellt man entweder aus Roggenmehl oder aus Stärke her. Ersterer haftet besser. der letztere aber hat eine weiße Farbe. Das Mehl wird verrührt oder die Stärke wird verrieben mit kaltem Wasser, bis ein klumpenfreier Brei entsteht. Hierauf gießt man unter fortwährendem Umrühren so viel kochendes Wasser hinzu, bis die milchige Masse durchsichtig zu werden anfängt. Dann fügt man noch so viel siedendes Wasser auf einmal hinzu, bis ein nicht zu steifer, aber auch nicht ziu dünner Kleister entstanden ist. Zuletzt wird der Kleister unter Umrühren nochmal aufgekocht. Die Klebekraft wird erhöht, wenn man den vierten Theil des Gewichts der verwendeten Stärke oder des Mehles Terpentin hinzufügt. Fleckwasser . zum Entfernen von Säure-, Harz-, Theer- und Fettflecken besteht aus einer Mischung von 100 Thl. 95-proc. Weingeist. 30 Thl. starkem Salmiakgeist und 4 Thl. Benzin. Ein anderes, sehr gutes Fleckwasser wird wie folgt bereitet: 30 Thl. pulverisirter Borax und 15 Thl. Kampher werden in 1000 Thl. Wasser aufgelöst und auf Flaschen gezogen. Es ist dies ein ausgezeichnetes Mittel, um Fett- und Schmutzflecke aller Art aus Wollstoffen, namentlich auch hellfarbigen zu entfernen. Der Regen verursacht meistens nur dann Flecke, wenn er Unreinigkeiten. namentlich Ruß. enthält. Dann wäscht man einfach die verunreinigten Stellen mit reinem Wasser aus und benutzt nöthigen Falls Benzin oder Fleckwasser. Auf manchen Stoffen entstehen aber Regenflecke durch Entfernung der Appretur; solche Stellen muß man mit kaltem Wasser Vefeuchten und mit einem warmen Plätteisen darüberfahren. Bisweilen genügt auch ein Ueberstreichen mit Gummiwasser, um den Stoff wieder glänzend zu mach. ' . '

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