Indiana Tribüne, Volume 29, Number 300, Indianapolis, Marion County, 13 August 1906 — Page 5

Indiana Tribune, 13. August 1906;

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Jntcrmban Zcit-Tabcllc. , I. N. T. System. t 3 Kraft Sonntag, den 20. Mai 1906. Züge verlassen Indianapolis. Muneie & Marion Division. Lawrence, Fortville,' Pendleton, Anderson, ZZorttown, Muncie, Middletown, Alexandria, Lummitville, Fairmount, GaS City, Jones

ro und Marion. 4 00 Vm. 1 05 Nm. 5 05 Vm. . 2 00 Nm. 5 00 Vm. 3 05 Nm. 7 05 Vm. 4 00 Nm. S 00 Vm. 5 00 Nm. S 05 Vm. 5 05 Nm. 10 00 Vm. 6 00 Nm. 11 00 Vm. 7 05 Nm. 11 05 Vm. 8 00 Nm. 12 00 MttzS. 9I05 Nm. 11 30 Nm.

Limited. LoganSvortS? Peru Division. Marmel, Noblesville, Cicero, Arcadia, lllanta, Tipton, Kokomo, Galveston, Oalton, Logansport, Miami, Bunker Hill,

Peru und Elwood. 5 00 23m. 1 45 Nm. 6 45 Vm. 3 00 Nm. 7 00 Vm. 3 45 Nm. ? 45 Vm. 5 00 Nm. 9 00 Vm. 5 45 Nm. 45 Vm. 7 00 Nm. 11 00 Vm. 7 45 Nm. U45Vm. 9 00 Nm. 1 00 Nm. ill 30 Nm.

Limited. rer Zug um 11:30 Abends der Jndiana yottS-LoganSport sDivision geht nach Peru TnftaU LoganSport. Reue spezielle Bedienung nach Ft. Wahne. Züge verlassen Indianapolis um 7:00 und 11:C0 Uhr Vormittags und 3:00 und 7:00 Ahr Nachmittags, machen die Fahrt nach Ft. Wa?ne in 4 Stunden und 40 Minuten. Reuer Zug Marion Flyer Verläßt Varion 7:55 Vormittags und 1:55 Nach mittags ; Verläßt Indianapolis 11:00 Bor ittagS und 5:00 Nachmittags ; halt bloS in nderson und Alexandria an. Anschließende Linien erreichen Dayton, Ohio, Ft. Wayne, Huntington, Wabash, afontaine, Swayzee, Greentown, Hartford ity, Montpellier, Bluffton, Winchester, Union City, Greenville, O, und Zwischen Nationen. Fracht und Passagier.Osfice Termin Wartezimmer. Telephon M 175. Judianapolis & Eastern. Limited Züge für Richmond und allen Punkten in Ohio, welche verbunden sind mit riettrifärn Linien, Zum 8:10 und 11:10 Vor mittags, 2:10 und 5:10 Nachmittags und 8:10 Abends. Locale Züge für Richmond nb Ztvischenstationen von 6:00 Uhr Vor ittagS an und dann jede Stunde, ausge onnnen die Limited Zeit. biS 9:00 Ab end S (7:00 Uhr Abends ausgelassen). Letzter Zug ach Greensield um IlÄO Uhr Abends. Indianapolis & Martinsville. Erste Morgen-Car um 5:10 Uhr Morgen?. Dann von 6:30 Uhr Morgens jede Stunde bis 11:30 Uhr Abends; ausgenommen die Stunden SSO und 10:30 Uhr AbendS. Indianapolis Coal Traction Co. Jüge laufen stündlich von Indianapolis ach Plainfield von 5:00 Uhr Morgens bis 11:00 Uhr Abends ; ausgenommen die Stun den 8:00 und 10:00 Uhr AbendS. Indianapolis & Northwestern. Züge laufen stündlich von 5:00 Uhr Mor gens biS 9:00 Uhr AbendS. Anfchluß in Lebanon für ThorntoronundjCrarofordSville. Der Zug um 10:00 Uhr Abends fährt bloS bis nach Lebanon. Der Zug um 11:30 Uhr Abends fährt bis nach Frankfort,' Anschluß in Lebanon für CrawfordSville; derselbe fährt in der Sonn tag Nacht bloS biS nach Lafayette. Limited Züge für Lafayette fahren ab um 8:10 und 11:10 Uhr Morgens, und 2:10, 5:10 Nachmittags und 7:10 Abends. Für CrawfordSville um 110:45 Vormittags und 4:25 Nachmittags. EDWARD W. MESSMERv 1022 Madison Ave. " lleiaign Agent bet berühmten Williams pumpen NO TRIX' "TO FIX". JSataatirt eine Holzvumve asl Eisen gemacht.' Reparaturen an Pmzea erben vrompt und billta ankgefihri. Reparaturen an Häusern wie Einlege neuer Rinnen der bringen euer bflutzröhre au Zinn der galvanifirte Eisen werden a jeder Zeit gemacht.I LEO LANDO, 142 N. yeansyldania Str. Hauptquartier für Brilleu m Operngläser Brillen werden nach den testen Methoden den Augen angepaßt. XÜkftli: Anger, werten .schmerzKS eku SNt. - .

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Der deutsche Tag in Fort Waync. prächtiges Wetter und groß, artiger Besuch. Ein schöner agitatorischer Erfolg.

Vom schönsten Wetter begünstigt fand gestern in Fort Wayne die Feier des deutschen TageS im Anschluß an die am Tage vorher stattgehabte Convention des StaatSverbandeS deutscher Vereine statt. Wenigstens achttausend Perso nen hatten sich im Centlivre Park ein gefunden, um den Deutschen den Tag feiern zu helfen. Ein ausgezeichnetes Programm war aufgestellt worden und gab es nebenbei Unterhaltungen und Belustigungen in Hülle und Fülle. Das offizielle Programm war das folgende: 1. Musik Packard Kapelle 2. Massenchor ..Steh' auf, du deutscher Eichenwald" Jsenmann Vereinigte Sänger von Fort Wayne. A. Simminger, Dirigent. 3. Musik Packard Kapelle 4. Gefangverein Concordia" .Konig in Thule" ... Veit 5. Musik Packard Kapelle 6. EesangSsektion KreiS Stolzenau Mein Heimaththal Sturm 7. Musik Packard Kapelle 8. Gefangverein Sazonia Stilles Sehnen" Bürger 9. Festrede Herr Philipp Rappaport, Indianapolis. 10. Massenchor .Das deutsche Lied" Kalliwoda Vereinigte Sänger von Fort Wayne. Die Rede deS Herrn Rappaport war entschieden das Ereigniß des TageS. Die gespannte Aufmerksamkeit, mit welcher das Publikum den AuSführun gen folgte, zeigte, daß die EtaatScon vention nicht spurlos vorüber gegangen ist und daß der Eindruck, den die Feier deS deutschen TageS hervorrief, nicht so bald verwischt werden wird. Herr Rappaport sagte: $3 ist ein schöner und lobenSwertber Brauch, daß wir Deutsche unS einmal im Jahre ohne Unterschied der religiö sen und potttischen Ueberzeugung zu sammensinden und unS, unbeschadet unseres amerikanischen BürgerthumS, unserer gemeinsamen Landsmannschaft freuen, und unS vergnügen, wie es deutscher Brauch und deutsche Sitte ist; daß wir uns vergnügen in der Gesell' schast unserer grauen und Kinder, be ren Gegenwart unS keinen Zwang auf erlegt, weil sie eins find mit uns in der Art das Leben zu genießen und sich deS Lebens zu freuen. ES ist ferner ein ganz lobenSwerther Brauch, dem deutschen Tage neben dem Vergnüg? eine ernste Seite abzuge winnen und der Wichtigkeit des deut schen Elementes in dem Vaterlande unsern Wahl, seiner Theilnahme an der Entwicklung desselben und seiner Thä tigkeit in den verschiedenen Phasen sei ner Geschichte zu gedenken. Nur müs sen wir uns dabei hüten in den Ton gegenseitiger Bewunderung zu Versal len. ES kommt nichts Vernünftiges dabei heraus, wenn wir uns gegenseitig lobhudeln und einander versichern, daß wir Deutsche doch eigentlich ganz famose Kerle seien, von deutscher Treue, deut scher Ehrlichkeit und deutscher Gemüth, lichkeit schwärmen, und dann am nüch ften Tage, wenn wir ausgeschlafen ha ben, mit großer Selbstzufriedenheit und noch größerer Selbstgefälligkeit einander versichern, daß eS gestern gar so schön gewesen sei. Ohne Zweifel wird der gerechte Ge schlchtSschreiber dieses Landes viel Ver. dienftvolleS von den Deutschen zu sagen haben und die Blätter der amerikani schen Geschichte find voll von Namen Deutscher, die sich Ruhm und Ansehen verdient haben; ohne Zweifel haben die Deutschen außerordentlich viel zu der beispiellosen Entwicklung unseres Lan deS zu seiner heutigen Größe beigetra gen, aber eS ist doch besser, daß wir das Lob darüber aus anderem Munde hören, als unserem eigenen. Doch braucht unS dies nicht zu hindern, daS Wirken deS deutschamerikanischen Ele menteS auf allen Gebieten deS öffent llchen Lebens historisch festzustellen. Und noch weniger braucht unS dies zu hindern, das Bewußtsein unserer Würde und das Gefühl unseres Stol zes als Deutsche in unS und unseren Nachkommen zu entwickeln. Wovor wir unS hüten müssen, daS sind Dünkel und Selbstüberfchädung, zwei Dinge grundverschieden von Stolz und Selbst bewußtsein hindern nicht die Anerken nung des Guten, wo immer wir es sin den. Auch andere Nationen haben große Männer hervorgebracht, auch an dere Nationen haben GeoßeS in .Krieg

und Frieden, auf allen Gebieten der Kunst und Wissenschaft uno deS öffent. lichen Lebens geleistet, und wahrlich unter ihnen steht die amerikanische nicht in letzter Reihe. Wovor wir unS aber noch weit mehr hüten müssen, als vor Dükel und Selbstüberschätzung, daö ist Selbst, niedrigung. Und Hand auf's Herz, denn ich bin nicht zum Zwecke der Lob Hudelei gekommen, haben wir darin nicht hundertfach gesündigt? Ich könnte, wenn die Zeit eS mir ge. stattete, dafür manches Beispiel ansüh ren, aber eines ist genug. Ist, Hand aufs Herz, unter uns, die wir unS hier befinden. Keiner, der Ursache hat, sich zu schämen, daß seine Kinder nicht deutsch mit ihm reden? Ist unter unS Keiner, der eS versäumt hat, die zuwei len, früher mehr als heute, unter Kkn dern herrschende Scham zu bekämpfen, daß sie Deutsche find und statt dessen Stolz auf ihre deutsche Abstammung in ihnen zu erwecken? Müssen wir uns nicht schämen, daß oft, wenn nicht schon in der zweiten, so doch in der dritten Generation die deutsche Sprache aus deutschen Familien verschwindet? ES ist selbstverständlich, daß unsere Kinder dieL andeSsprache lernen müssen, jeder Einwanderer soll aus praktischen und moralischen Gründen die Landes spräche , lernen, aber aus praktischen und moralischen Gründen sollen wir auch unsere Muttersprache im Fami

lkenkreise erhalten und fortpflanzen bis in späte Generationen. ES giebt keine Sprache, welche sich in Bezug auf den Reichthum ihres Wortschatzes mit der deutschen messen kann.keine, welche fich mit solcher Leichtigkeit dem Gedanken und dem Gefühle anschmiegt und für deren feinste Schattirungen den Aus druck bereit hat, keine welche auf allen Gebieten de? Denkens und Wissens eine reichere Literatur aufzuweisen ver mag. Und anstatt diese unsere Sprache so zu pflegen, daß unsere Kinder und Kindeökinder fich ihrer mit Stolz und Liebe, wenigstens im Familien, und Freundeskreise bedienen, haben wir zwar vielfach den Mund vollgenommen von unserem Deutschthum, darüber aber vergessen, daß alles Denken und Fühlen eines Volkes in seiner Sprache zum Ausdruck gelangt, daß in der Sprache eines Volkes fich dessen Eigen arten aufbewahren und widerspiegeln und daß man nicht deutsch sein kann, ohne deutsch zu sprechen. Mit großer Genugthuung muß eö uns erfüllen, wenn wir heute bemerken, daß in der gebildeten, besonders der ge lehrten Welt Amerikas ein eifriges Streben vorhanden ist, fich mit deutscher Sprache und deutscher Literatur bekannt zu machen und daß eS kaum mehr eine höhere Lehranstalt giebt, in welcher dem Studium darin nicht besondere Auf merksamkeit geschenkt wird. Wer aber die Literatur eines Volkes kennt, der lernt auch das Volk selbst kennen, der lernt eS auch mit der Zeit lieben und schätzen, selbst wenn er eS nie mit eigenen Augen gesehen. Weil ich gerade von der Pflege der deutschen Sprache rede, will ich Ihnen ein kleines zwar nicht wichtiges, aber doch bedeutsames Geschichtchen erzählen, das ich aus dem Munde eines der Be theiligten selbst erfahren habe. ES war vor mehreren Jahren, als ein Jndkana poliser Tapetenhändler, ein Bekannter von mir, in Verbindung mit einer ge. schSftllchm Angelegenheit daS HauS deS früheren Präsidenten Harrison besuchte. Auf sein Klingeln wurde ihm die Thüre von einem kleinen Mädchen geöffnet, daS ihm auf fein Befragen, ob Herr Harrison zu Hause sei, in deutscher Sprache antwortete. Auf weiteres Be fragen erfuhr er. daß er mit dem Töch terchen deS Herrn Harrison sprach und als er feinem Erstaunen darüber Aus druck gab, daß das Kind fich der deut schen Sprache bediente, wurde ihm die Aufklärung zu Theil, daß eS eine deut sche Gouvernante habe und daß Papa ihm zur Zeit nicht erlaube anders als deutsch zu sprechen. Glauben Sie nicht, daß die Lehre welche in diesem kleinen Geschichtchen liegt, beschämend für manchen deutschen Vater sein dürfte? Doch nun zu etwas Anderem; denn die Erhaltung und Pfl'ge der deutschen Sprache ist nur eine unserer Aufgaben. Wie find Bürger dieses Landes, das uns gastlich aufgenommen und feine schützende Hand über unsere Person und unser Eigenthum hält. Darum gehören ihm vor allem unsere bürger lichen Pflichten. Und so sehr wir dieö Land auch lieben gelernt, ein Theil des Herzens bleibt immer an der Scholle haften, auf der wir geboren. Wer aufhören kann das Land zu lieben, . in

dem fein Elternhaus stand, in dem seine Wiege gestanden, in dem zuerst die Worte Vater und Mutter über seine Lippen kamen, der hat überhaupt kein Herz für irgend ' ein Land; auch nicht für das, da er fich felbft zum Aufent. halt gewählt. Zwischen der treuen Erfüllung unserer Bürgerpflicht und der Pflege lieber Erinnerungen an das Land unserer Geburt besteht kein Wi derspruch. Was wir aber von ganzem Herzen hoffen, und auch hoffen dürfen und sollen, ist, daß nie Verhältnisse eintreten, in welchen unsere Bürger Pflicht in einer dem Lande unserer Ge burt feindlichen Welse auf die Probe gestellt wird. Darnm kann für uns nichts wünfchcnSwerther fein als daS Bestehen freundschaftlicher Beziehungen zwischen dem deutschen und dem ameri kanischm Volke. Ich stimme ganz mit der Anficht mei neS Freundes Bartholdt überein, daß eS eine der Hauptaufgaben deS ameri konischen DeutschthumS sein müsse, im Allgemeinen alle anzustreben, waS daS gute Einvernehmen zwischen beiden Na. tionen fördert, im Besondern aber kräftig einzutreten für daS Zustande kommen eines SchiedSgericytSvertragS zwischen Amerika und Deutschland, so daß alle Zwiftkgkeiten, welche entstehen mögen, auf friedlichem Wege geschlichtet werden. Der Jingo ist hüben und drüben stets an der Arbeit, allezeit ist er thätig Völker gegeneinadder zu Hetzen. Der Jingo ist einer der schlimmsten Feinde ruhiger friedlicher Entwicklung der Völker und nichts ist besser geeignet, ihm den Boden zu entziehen, als SchiedSgerichtSverträge. Und nun habe ich noch über einen anderen Gegenstand zu sprechen, über den zu sprechen mir aber kein Vergnü gen macht, weil wir dabei so leicht Mißverständnissen ausgesetzt find. Ich meine daS, waS wir persönliche Frei heit nennen. Dabei laufen wir immer Gefahr beschuldigt zu werden, daß eS fich für unS bloß um'S Trinken handle. Wenn das der Fall wäre, dann brauch ten wir unS mahrlich weder aufzuregen, noch anzustrengen, denn eS giebt keinen Staat und keinen Ort, wie sehr er auch immer unter dem Joche der Temperenz ler stehen möge, wo man nicht im Stande ist. den größten Durst zu befriedigen, ohne deshalb zu klarem Brunnenwasser oder zu trübem Fluß wasser feine Zuflucht nehmen zu müssen. .. Nein, es handelt fich dabei um ganz andere Dinge. ES handelt fich dabei um den Kampf einer heiteren Lebens auffassung, die in einem vernünftigen Lebensgenusse keine Sünde sieht, gegen über einer finsteren düsteren Lebens anschauung, welche jedes bischen Le benöfreude durch die Regeln strenger Dogmatlk unterdrücken möchte. ES han delt fich darum. daSPrinzlp festzustellen, daß die Funktionen deS Staates fich nicht auf das Gebiet rein persönlicher, blos das eigne Ich angehender Hand lungen erftrccken.und daß der Staat kein Recht hat dieHerrschaft deSMenschen über sein eignes Ich anzutasten. Es handelt fich darum, den großen Irrthum zu be fettigen, daß FreiheitZund MajoritätZ. Wille gleichbedeutend seien u. zu zeigen, daß zwischen Recht und Macht ein Un terschied besteht. Vielleicht aber handelt eS fich nicht einmal darum, denn ich bin geneigt zu glauben, daß die große Mehrheit deS amerikanischen Volkes aus vernünftigen Leuten besteht, die 'im großen Ganzen in diesen Dingen die Richtigkeit unserer Anschauungen begreifen. Schon vor mehr als fünfzig Jahren drückte fich das Obergericht unseres Staates in einer Weise aus, die erkennen läßt, daß un sere Art über diese Sache zu denken dem Amerikanerthum nicht ganz fremd ist. Da heißt eS: Unsere Verfassung er

klärt, daß alle Menschen von ihrem Schöpfer mit gewissen unveräußerlichen Rechten begabt find, unter denen fich Leben, Freiheit und da? Streben nach Glück befinden. Wir haben also unter unserer Verfassung einige natürliche Rechte, welche nicht aufgegeben find und welcher die Regierung uns nicht be. rauben kann. Die Sicherung des Ge nusseS dieser Rechte ist Zweck und Auf gäbe der Verfassung selbst. ES er scheint demnach als zugegeben, daß Rechte exiftiren. welcje älter find als die Versassnng, daß wir also diese Rechte nicht durch die Verfassung erhielten, sondern fie nur darin feststellten, um fie zu sichern, und eS ist wichtig feftzufiel. len, worin diese Rechte bestehen. Der Gerichtshof citlrt dann verfchie dme Schriftüeller und führt dann fort: .Wir . erklären deshalb, daß das Recht auf Freiheit und das Streben nach Glück, das durch die Verfassung gesichert wird, das Recht jedes zurech

nungSfähigen -Menschen einschließt' selbst zu bestimmen, waS er essen und trinken will, und daß die Legislatur ihm dieses Recht nicht durch direkte (!) Gesetzgebung nehmen kann. Wenn daS Volk durch die Gesetzgebung in Bezug auf seine Getränke kontrollirt werden kann, so kann eS auch in Bezug auf Kleidung, in Bezug auf die Stunden des Wachens und Schlafens kontrollirt werden. Wenn die Regierung thun kann, was fie will, kann sie auch das Trinken kalten WcsserS verbieten." Das Alles ist ganz im Geiste unserer Auffassung, ur daß wir noch' ein wenig weiter gehen und sagen, daß daS, was eine Regierung nickt direkt thun kann, fie moralischer Weise auch nicht indirekt thun kann. Die Henche lei des indirekten Verfahrens ist ethisch ein noch größeres Unrecht und weit wi derlicher als direkte Gesetzwidrigkeit. Hier aber ist eS, wo am meisten gesündigt wird. Und nicht etwa, well man grundverschieden von unS fühlt und denkt denn ich glaube nicht, daß der Freiheitsgedanke im amerikanischen Volke so unentwickelt ist , sondern weil unser politisches System die poli tische Feigheit, die politische Heuchelei und das verächtliche Wesen der Oppor tunität großzieht, welche? Parteizweck' Mäßigkeit höher stellt, als Grundsätze des Rechts und der Freiheit. Hier ist es, wo wir befreiend auftre ten und wirken müssen. Wir müssen zeigen, daß Grundsätze deS Rechts und der Freiheit höher stehen als Partei Zweckmäßigkeit, wir müssen dem feigen Politiker die Ueberzeugung beibringen, daß es im Staate ein starkes Element giebt, welches andere Begriffe von Frei heit als das Muckerthum, ja daß, wie ich glaube, diese? Element das stärkere ist, und wir dürfen nicht länger müßig zusehen,wle man unterdemRechtZbegriffe der Polizeimacht deS Staates elaSyftem indirekter Vergewaltigung großzieht, die direkt nicht ausgeübt werden kann. Und wenn wir das, was wir thun müssen, wirksam thun wollen, so kann eS nicht durch große Worte ' Und' Reso lutionen, nicht durch Frageund Ant Wortspiel, sondern nur durch die That geschehen. Wir müssen handeln, und zwar in einer Weise, die ebenso wirk sam ist, wie eine Tracht Prügel auf das Rückenende eines bösen Jungen, und die auch Ähnlichkeit mit einer Tracht Prügel hat. Wir müssen die politische Atmosphäre von einem Elemente reinigen, daS nichts als Heuchelei, Gesetz, lofigkelt und Korruption erzeugt und mit einer Arroganz ohne Gleichen daS Volk tyrannifirt. Und wenn Sie wissen wollen, wie man das macht, so erinnere ich Sie daran, daß Jesus die Geldwechsler nicht aus dem Tempel hinausgeküßt, sondern mit der Peitsche hinausgejagt hat. Je eher wir den Kampf aufnehmen, desto besser, und dann müssen wir es nicht als Deutsche, sondern als ameri kanische Bürger thun und müssen alle liberalen Elemente ohne Unterschied der Nationalität mit unS vereinigen. Der brausende Beifall, der erklang als Herr Rappaport schloß, ist ein Be

weis dafür, daß die Deutschen in It. Wayne den Bestrebungen deS Verban des deutscher Vereine volles Verftänd. niß entgegenbringen, und daß fie wenn immer eS gilt in der ersten Reihe der für elne mehr liberale Gesetzgebung Kümpfenden zu finden sein werden. Aber auch die Nichtdeutscben. welche in großer Anzahl der Feier beiwohnten, konnten fich dem gealtigm Eindruck, den die gestrige Kundgebung ausübte, nicht entziehen; an dem Deutschthum Ft. Wayne'S wird eS nunmehr liegen, diesen Eindruck zu einem nachhaltigen zu machen und die Angehörigen anderer Nationalitäten zu Mitstreitern in den Bestrebungen deS Verbandes zu machen. Die Deleguten zur-Convention nah men selbstverständlich an der Feier in voller Stärke theil. Der Commerz am Samstag Abend bildete einen recht angenehmen Schluß der Convention; eS betheiligten fich an demselben nicht nur daS gesammte Deutschthum, sondern auch viele der angesehendften Bürger anderer Nation der Stadt, denen man e3 zum Theil deutlich ansehen konnte, daß ihnen daö lebensfrohe Treiben etwas unerwartet Neues war und daß fie fich trotzdem bei demselben recht wohl fühlten. Frisch und munter versammelten fich die Delegaten bereit um 9 Uhr gegem Morgen und fuhren mit der Straßen bahn nach dem Schützenpark, um dort das obligate Kater Frühstück einzu nehmen. Um 11 Uhr wurde die Fahrt nach dem prächtigen Roblfon'Park an getreten und nach der Rückfahrt zur Stadt im Randall Hotel tz Mittag.

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