Indiana Tribüne, Volume 29, Number 300, Indianapolis, Marion County, 13 August 1906 — Page 4

Jndiana Tribüne, 13. August 19001

Indiana Tribüne. Ctanlfieijtlea von bet Vutg S. Indianapolis, Ind.

öarrh O. Thudinm .... yräftdent. SeschäftSIoealt No. 31 Süd Delaware Straße. TELEPHONE Jg9. .trcd t thc Poit Office of Indianapolis aa iccond cliti matter. Gutes Beispiel. Ein löbliches Beispiel hat der Bun deörZchter Bethea gegeben. Als die Anwälte einer hiesigen Fabrikgesell schaft vor ihn mit dem Gesuch um einen EinhaltZbesehl gegen streikende Arbeiter kamen, hat er das Gesuch nicht ohne Weiteres bewilligt, wie das sonst richterlicher Gebrauch ist in derartigen Füllen, sondern hat angeordnet, daß die verklagten Arbeiter benachrichtigt werden von de-i Gesuche, und hat eine Verhandlung anberaumt, die l$nm Gelegenheit giebt, gehört zu werden; und Gründe anzugeben (falls sie solche haben) warum der Besehl gegen sie nicht erlassen werden sollte. Während man sie sonst immer erst anhört nach Erlassung deS Befehls, schreibt die , .Chicagoer Abendpog." Richter Bethea ist nicht der erste, der so handelt. Wohl in jedem Staate giebt eS einzelne Richter, die auch im Cinhalt-verfahren des Grundsatzes ge denken, daß Eines Mannes Rede keine Rede" ist : man muß sie hören beede." Und die eS sich deshalb zur Regel ge. macht haben, ElnhaltZbefehle nicht ohne vorherige Anhörung beider Parteien zu bewilligen außer in Fällen, wo wirk lich Gefahr im Verzüge ist. Solche Fälle, wo durch vorherige Benachrich tizung der verklagten Partei der Zweck des Verfahrens vereitelt werden würde, bilden eine Klasse für sich. Zum Bei. spiel, wenn jemand durch betrügerische Vorspiegelungen zur Ausstellung eines Schuldscheines veranlaßt worden ist und dann, das Gericht angeht, dem Be trüger die Veräußerung des Schuld schelneS zu verbieten, damit der Schein nicht in die Hände eines unschuldigen Dritten" komme, gegen den der AuZ. stell keine Vertheidigung hätte. Oder wenn eine Telephon oder Straßen bahngesellschast, um Platz sür ihre Pfosten undZ.Drähte zu bekommen, eines Hausbesiers Schattenbaume zu vernichten droht. In derartigen Fällen würde, neunmal aus zehn, vorherige Benachrichtigung der verklagten Partei nur die Folge haben, daß die Partei sich beeilenZwürde, zu thun was ihr ver boten werden soll, vor Erlassung deS Verbotes. In Streiksällen pflegt die Sache we sentlich anderSxzu liegen. Eine VerzugSgefahr besteht da nicht, oder doch nur ganz ausnahmsweise. Trotzdem ist eS gerade in diesen Füllen die Regel, daß Einhaltsbefehle! bewilligt werden, ohne vorherige Anhörung der Verklag, ten. Der Anwalt einer ftrelkbedrohten Eisenbahn, Bergwerks oder sonstigen Korporation kommt zum Richter mit einer Anzahl AfsidavltS", in denen vielleicht ganz unverantwortliche Per sonen daS Blaue vom Himmel herunter fchwören; und bringt auch gleich six und fertig den verlangten Einhaltsbefehl mit, unter den der gefüllige Richter nur noch feinen Namen zu setzen braucht. Ost wird daS Gesuch nicht einmal im GerichtZsaale gestellt. Der Richter wird in seiner Wohnung aufgesucht, dielleicht nachtschlafender Zeit. Und am nächsten Morgen erscheint dann solche .MitternachtSJnjunktion-, die den Arbeitern alle möglichen Dinge der bietet ; nicht blos das ungesetzliche, son dern oft durchaus gesetzliche Dinge; und sie dadurch hindert, so ihre Interessen t zu wahren,wie eS nöthig ift.zum Erfolg ihrer Sache. Ist es doch sogar schon vorgekommen, daß CinhaltSbefehle thatsächlich den Streit selber verboten. Wie vor einigen Jahren an der Wa bash'Eisenbahn, als den Beamten der EisenbahN'Geverkschasten die Erlassung einer StreikOrder verboten wurde. Die Arbeiter Hütten dann allerdings, ttie man ihnen sagte, noch selbständig streiken können, jeder für sich. Da sie jedoch nach den Gesetzen ihres Verban des nur streiken dürfen auf Anordnung der Beamten des Verbandes, so war der Streik durch den Einhaltsbefehl unmöglich gemacht: durch einen Be fehl, der vermuthlich niemals erlassen worden wäre, wenn die Beklagten die .Gelegenheit gehabt, rechtzeitig Einspruch dagegen zu erheben und auf ihr gesetz licheS Recht sich zu taufen. Auf alle Fälle kommt,' praktisch ge nsmmen,' die Ellaffung solcher .Streik

CinhaltSbefehle von vornherein einer

Verurtheilung gleich. ES wird ange nommen, daß die Verklagten die Ab sicht haben, ein Unrecht zu begehen, an dessen Begehung sie durch Androhung gerichtlicher Strafen gehindert werden müßten. Und wann immer dieö ge fchieht, also eine richterliche Entschei dung gegen die Beklagten ergeht und ein Eingriff in deren vermeintliche Rechte erfolgt, ohne daß die Beklagten vorher gehört worden sind so ist eS unvermeidlich, daß die Beklagten das Gefühl haben, daß ihnen Unrecht ge fcheye. Und ist eS nur natürlich, wie bedauerlich eS auch sein mag, daß zu folge solchen dem öffentlichen Recht gefühl und der sonstigen RechtSübunz widersprechenden Vorgehens daS ganze Einhalteverfahren, ja mehr oder weni ger das ganze Gerichtswesen in Welten Kreisen deS Volles in Verruf gelom. men ist. Hätten die Richter des Landes, StaatSrichter sowohl wie BundeSrich Kr. In loljen Slmlfäfon W Man delt wie in dem vorliegenden Falle der Richter Vethea handelt, Hütten sie Ein haltSbesehle nicht erlassen aus Grund einseitiger, ungeprüster und unerwie sener Darftellungen hin, sondern den Verklagten stets Gelegenheit zur Ver. theidigung und Rechtfertigung gegeben. ehe sie gegen sie entschieden und sie in Nachtheil versetzten, so bestünde heute der große Haß nicht gegen daS Ein haltsverfahren. Und eS würde besser um das Ansehen der Gerichte und um die allgemeine Gesetzlichkeit begellt sein. . Handel und Wandel. Ueber die Geschäftslage im Allge meinen läßt sich von der letzten Woche nichts Neues berichten. Dieselbe Pro sperltüt in allen Zweigen deS Handels und der Industrie, im Einklang mit den Berichten über eine gesegnete Ernte. Diese ist nicht nur außerordentlich er giebiz, sondern auch von besonders guter, 'QualiptGroße Bestellungen au Getreide kamen vom Auslande, so daß',cine bedeutende Goldelnfuhr dabei herauttommen dürfte. Die Erntebe richtS Kommisston deS statistischen Bureaus des landwlrthschaftlich:n De partementS veröffentlichte bezüglich deS Standes der Ernte des Landes auf Grund der Berichte der Korresponden ten und Agenten deS Bureaus die fol genden. Angaben: Der Stand des Maises war am 11. August mit 83.1 zu verzeichnen gegen 87.5 am 1. Juli, uns die anderen Getreidearten find ebenfalls in den letzten anderthalb Mo naten im Prozentsatz um mehrere Punkte gestiegen. Die Eisenbahnen haben weitere große Neuanschaffungen ihres BetriebZmate rlals und Bestellungen gemacht. Die Bauthätigkeit läßt nicht nach, nur find immer noch örtliche Störungen durch Differenzen zwischen Arbeitern und Baukontraktoren vorhanden. Dem KleiN'Geschäft war allerdings die große Schwüle in der letzten Woche hlnder lich, sonst giebt es kaum eine todte Saison" in der Ellenwaaren und Be kleldungS Branche. Die beliebten SommerAuSverkäufe hatten in allen Stüdten immer großen Zuspruch. j Durch die Staatsplatform, welche die Demokratie von Iowa angenom! men hat, wird man wieder einmal an die Zeit erinnert, zu welcher die Demo kraten fest zur Demokratie hielten. Rußland liefert wieder der Welt einen weiteren Beweis, daß vorher an gekündigte Revolutionen nicht einzutreten pflegen. Revolutionen werden nicht auf Bestellung gemacht, sondern müssen sich entwickeln. . Der Kampf zwischen Kirche und Staat, der das ganze nationale Leben Frankreich'S wührend der letzten Jahre erschütterte, scheint in Spanien ein weltgeschichtliches Nachspiel finden zu wollen. Unsere Alles umgestaltende Zeit rüttelt mit Macht an den geschicht lichen Traditionen aus verflossenen Zeitaltern. R. P. Hobson glaubt, wie dies vor einigen Tagen die Nowoje Wrem ja- ausdrückte, daß eS demnächst zwkschen den Vereinigten Staaten und Japan zu einem Kriege kommm würde, wobei die . Philippinen'Jnselrs futsch gehen würden. Hobson bafit seine Anficht auf den neuesten, gerlngfügi gen AleuteN'Zwischenfall. Wir woll ten. diese Schwarzsehereien !würden verwirklicht und wir den Phlltdpinen Archipel baldigst . loS. DaS würe ein wahrer Segen für unser KulturZater land, wenn e5 des philippinisch? An HÜngselS ledig Isürde.

üi$ im Sommer ist jetzt ein solch' dringendes Bedürfni' geworden, wie Kohlen im Winter, Das Publikum verlangt nach größerem Comsort,, wie ihm auch die sanitären Vortheile deS EiSverbraucheS zum Bewußtsein ge langt sind. Allein dieser steigenden Nachfrage steht eine erkünstelte Be schrünkung deS Angebots im ganzen Lande entgegen. ES bietet nicht die geringste Schwierigkeit, so viel EiS zu liefern, als das Publikum braucht. Die EiSlieferanten glauben aber, daß eS in ihrem Vortheil liegt, weniger EiS zu hohen Preisen zu verkaufen und handeln demgemäß. ES ist festgestellt worden daß EiS bedeutend billiger verkauft werden kann, als zu den jetzi gen Preisen und dem Fabrikanten doch noch ein guter Profit verbleiben würde. Da man diesen den Preis nicht vor schreiben kann, so entsteht die Frage, ob eS nicht angebracht würe, städtische Eisfabriken anzulegen, welche das Eis in kleinen Quantitäten, also nur für MMonsMenlkn, zum ostcnpttlsl liefern. DaS wäre in prinzipieller Sinstcht woil nicht einwandfrei, aber Noth kennt kein Gebot und keine Monomischen Theorien. Deutschland. Pflege des deutschen LiedeS. Berlin, 12. Aug. Bei seiner An Wesenheit in Essen, wo der Kaiser soeben zum Besuch der Familie ttrupp weilte, hat er abermals Gelegenheit ge nommen, seiner Vorliebe sür daS deut

fche Volkslied beredten Ausdruck zu ver leihen. Nachdem ihm der dortige Ar beiter.Gefangverein Gemeinwohl- ein flottes Ständchen gebracht hatte, hielt der Kaiser eine Ansprache an die Sän ger, in welcher er, unter herzlichen Dan keöworten sür den gediegenen Vortrag der gewählten Lieder, die Pflege des Volksliedes auf . das Entschiedenste be fürwortete, statt daß man an den ttunstgesang und geschraubte Partitu ren Können und Zeit verschwende. Er erwühnte dabei die neue deutsche Volks liedersammlung. welche in seinem Auf trage und mit seiner Unterstützung von einer Anzahl bewährter Fachmänner unter Leitung deS Freiherrn Rochus v. Liliencron hergestellt worden ist. ZusammenkunftmitSpan n u n g erwarte t. B e x n, 12. Aug. Der bevorst? henden Begegnung zwischen König Cd ward und Kaiser Wilhelm bei Hom bürg v. d. f. wendet fich mehr und mehr die allgemeine Aufmerksamkeit zu. ES verlautet heute, daß der ReichSkanz ler Fürst v. Bülow, nachdem die Zu sammenkunft der beiden Monarchen beendet, seine Kur in Norderney unter brechen und nach WilhelmShöhe bei ttas sel reisen werde, um mit dem Kaiser, der dann dort weilen wird, zu konferi ren. Diese Meldung bedarf aber noch der Bestätigung. Sicher ist, daß bei der Begegnung zwischen König Edward und Kaiser Wilhelm keine Minister anwesend sein und die beiden Herrscher ihre politischen Erörterungen unter vier Augen abma chen werden. Man ist ziemlich neugie rig darauf, wie fich die britische Chau vlnisten.Presse dem Ereigniß gegenüber verhalten und ob fie die gewerbZmüßige Brunnenvergiftung eine Zeltlang ein stellen wird. Nach früheren Erfah. rungen ift dZS Vertrauen darauf nicht groß. Bezüglich der politischen Be deutung der Entrevue zeigt fich die hie fige Presse noch immer sehr zurückhal tend. Belgien. Kunde vonUnglückzur See. O st e n d e, 12. Aug. Eine Flasche ist nicht weit von hier an den Strand gespült worden, welche die nachstehende undatirte Depesche enthielt: .Gescheitert in der Nähe von Kap Florida an Bord deS Segelschiffs Esperance". Dünkirchen. Zehn ge rettet an Bord von Boot. Acht Tage Mundvorräthe. Kapitän steril." Schießerei bei einer Excursion. Beim Abgang des Dampfers Bonanza der für eine Ercursion von Cattlesburg, Ky., nach Aronton, O., gechartert worden war, spielten sich in Jronton Excesse ab, bei welchen fünf Personen geschossen und ein Carl Mayenochim von Jrönton erschössen wurde. Mehrere junge Leute von Jronton hatten sich aus den Dampfer gedrängt und wurden von -einem Polizisten hinausgewiesen. Sobald der Dampfer sich m Bewegung setzte, fiel ein Steinregen vom Lande her auf denselben unter die Menge auf dem Deck. Darauf schössen mehrere auf dem Dampfer befindliche Leute nach, der Stelle am öande, woher der Steinregm gekommen war.

Europäische Nachrichten.

Kessen.Darrnstadt. Darmstadt. Dieser Tage feierte der Präsident der Zweiten hessischen Kammer, Geh. Regierungsrath Haas, das 25jährige Jubiläum als Abgeordneter. singen. Die im März d. I. eröffnete elektrische Bahn hat den ersten Unglücksfall zu verzeichnen. Letztens wurde auf der Büdesheimer Straße am Fuße des ScharlachkopfeZ der Briefträger Franz Burger von einem Motorwagen überfahren und getödtet. Groß - G e r a u. Kürzlich wurde auf der Strecke von Nauheim nach hier der Streckenarbeiter Heinrich Köth, als er einem von Mainz komwenden Zuge ausweichen wollte, von einem Güterzuge überfahren. Es wurde ihm das linke Bein abgefahren; außerdem erlitt er schwere SchädelVerletzungen. LindenfelS. Vor einiger Zeit konnte der hiesige Gesangverein Harmonie" das Fest seines aoldenen Jubiläums, verbunden mit Fahnenweihe, iegen. Michelstadt. Wäbrend die Frau des Arbeiters Schmitt auf der Wiese mit Heumachen beschäftigt war, ließ sie ihr zweijähriges Kind eingeschlössen in der Wohnung zurück. Aus den Fenstern dringender Rauch veranlaßte die Nachbarsleute, dieThür einzuschlagen. Sie fanden das Kmd verkohlt vor; jedenfalls hatte es in Abwesenheit der Mutter mit Streichhölzern gespielt. Ober-Erlenbach. Xtx Groß. herzog hat der Gememdehebamme Marie Schröder, geb. Feucht, hier, die silberne Medaille des LudwigsOrdens mit der Inschrift Für langjährige treue Diensie" verliehen. Schlierbach. Hier ist die SteinHauersfrau Keil durch unvorsichtiges Hantiren mit Petroleum beim Feuermachen um's Leben gekommen. Sie hinterläßt fünf unerzogene, Kinder. Wayern. München. Letztens ist der Veamte der bayerischen Filiale der Deutschen Bank hrerselbst. Joseph Lipf. in der Gegend der Gruttenhütie im Kaisergebirge abgestürzt und todt geblieben. Der Privatdozent für allgemeine Pathologie und pathologifche Anatomie am pathologisch-anato-mischen Institut der Universität Kiel. Dr. R. Rößle. hat sich in der hiesigen medizinischen Fakultät niedergelassen. Aschaffenburg. Franziska Fischer wurde in dem nahen Anzen brunn mit zwei Knechten bei Kieöarbeiten verschüttet. Die Fischer war sofort todt, während der Bauer Peter Haslbeck erst einige Zeit später den erlittenen Verletzungen erlag. E n k e r i n g. Anläßlich der Fronleichnamsprozession wurde beim letzten Schuß dem Schuhmacher Peter Crasser von hier der rechte Arm förmlich zerrissen. Kitz in gen. Unweit von hier wurde der bei Baumeister Hofmann an der Errichtung der Wegüberführung beschäftigte Taglöhner Adam Hering von Sulzfeld von einem Schnellzug überfahren und getödtet. Der bedauernswerthe Unfall ist dadurch entstanden, daß sich Hering bei Annäherung des Zugeö unmittelbar neben dem Geleise befand. Lager Lechfeld. Vor einiger Zeit feierte Magazinsoberaufseyer Sill des hiesigen Proviantamtes das 40jährige Dienstjubiläum. Musiker deS 3. Feldartillerie-Regimentö. bei dem ein Sohn des Jubilars als Wachtmeister dient, brachten ihm ein Ständchen. DaS Dienstlokal war außen und innen gärtnerisch reich geschmückt. Nürnberg. Hier erschoß der 24jährige Trödler Wilhelm Hirschmann in dem Hausflur eines Hauses die 21jährige Charkutierstochter Eleonore Bauer, weil deren Mutter das Liebesverhältniß der beiden jungen Leute nicht zugeben wollte. Nachdem Hirschmann den tödtlichen Schuß in die lwke Schläfe des Mädchens abgegeben hatte, richtete er die Mordwaffe gegen sich, verletzte sich aber nur am rechten Auae. N e u - U l m. . Der bei der in unserer Stadt liegenden Schwadron des 4. bayerischen Chevauleger-Regiments dienende Cheveauleger Freihardt von !ier nahm bei der Heimkehr zur Kaerne den Weg über die für Fußgänger gesperrte Eisenbahnbrücke. Hierbei rjutb er von einer Maschine erfaßt und lebensgefährlich verletzt. Er trug eine schwer Kopfwunde davon, außerdem wurde ihm ein Fuß oberhalb des Knöchels und fünf Fin ger einer Hand abgefahren. Seenheim. Kürzlich toz-tn in einer hiesigen Gastwirthschast der Erachtschiffer Thomas Hirn und der auer Kranz Höffner von Holzhausen sn Streit gerathen, der auf der Landftraße fortgefetzt wurde. Im Verlauft vefc Streites wurde der Schiffer von dem Bauern erstochen, der darauf bermging und sich vor seinem Anwesen die Gurgel durchschnitt. Die LeiQen wurden später gesunden. Beide Männer waren verherrathet. Der Bauer hinterlaßt Frau und fünf Kinder. im Alter von 1 Jahren. Württemberg. Stuttgart. Die äliefte Sinwohnerin unlerer Stadt, Fray dfyftf

Sie werden kaum glauben, daß ein Soda Cracker" so vollkoumlm sein kann bis Sie den einzigen vollkominenen Soda Cracker" (Uneed2 Biscuit versucht haben. Er ist so köstlich gebacken so zatt und locker so jvnnderbar erhalten in einem feuchtigkeitdichtm Packet. Es ist dies der eillzig wirkliche Soda

Cracker." NATIONAL BISCUIT lotte Wechsler, geb. Vreitschwerdt Wittwe des Begründers der Württembergischen Privat-Feuerversicherungs-Gesellschaft, vollendete kürzlich in körperlicher und geistiger Frische ihr 103. Lebensjahr. Im Alter von 74 Jahren ist unlängst Hoftbeaterintendant a. D. ö'eh. Hofrath Friedrich Kiedaisch dahier gestorben. Der Verewigte war 1832 in unserer Stadt geboren als Sohn eines Veteranen von 1813. Aalen. Letztens wurden dem Wasenmeister Sauter hier 300 Mark gestohlen) Die polizeilichen Nachforschungen ergaben, daß dessen 19 Iahre alte Tochter Katharine die Thäterin war. Aus Scham und Reue hierüber hat sich das Mädchen bald darauf mit einem Jagdgewehr erschössen. Reutlingen. Ein vom Kinderfest auf dem Markwasen heimkehrendes Vreak stieß in der Gartenstraße mit einem Zug der Eninger Lokalbahn zusammen. Der Lenker des Fuhrwerks, Kutscher Brändle, und der auf dem Bock sitzende PolizeiUnteroffizier Gerlach erlitten schwere Verletzungen am Kopfe, während die zahlreichen Insassen mit demSchrecken davonkamen. Das Gefährt selbst wurde stark beschädigt; die Pferde blieben unverletzt. S i n d e l f i n g e n. Letztens wurde hier unter sehr zahlreicher Bethe:ligung der Einwohnerschaft der im Alter von 84 Jahren unerwartet rasch aus dem Leben geschiedene Oberlehrer a. D. Schäfer beerdigt. Ueber 50 Jahre war der Verstorbene hier als Lehrer thätig. Tübingen. Der seit 1. April 1905 in Ruhestand lebende ordentliche Honorarprofessor Dr. Fr. Hegelmaier ist im 73. Lebensjahre gestorben. Weißenstein. Kurzlich fiel das zweijährige Kind des Metzgers Schielein in einen mit Wasser gefüllten Kübel und ertrank darin. 'Maden. Karlsruhe. Das Korps Saxonia hat unlängst unter lebhafter Theilnahme seiner alten Herren, unter denen noch drei Gründer waren, sowie einer, ' der aus Amerika gekommen war, sein 60jähriges Stiftungsfest gefeiert. B ü r ck a u. Während eines schweren Gewitters, das kürzlich über daö große und kleine Wtesenthal zog, wurde trcs Wohnhaus des hiesigen Landwirihs Pftifer durch Blitzschlag eingeäschert. Außer den ffahrnissen verbrannten mehrere Stücke GroßVieh. Daö 18jäbrige Dienstmädchen Frida Wild, das sich in daS brennende Hauö beaeben hatte, um zu retten, erbielt dabei. namentliH im Gesicht. so schwere Brandwunden, daß es ins Krankenhaus gebracht werden mutzte. Eppelheim. Dekan D. Kneucker wurde auf fein Ansuchen wegen vorgerückten Alters und leidender Gesundheit in den Ruhestand versetzt. F r e i b u r g. D?r Professor der Geologie und Paläontologie an der kiesigen Universität, Dr. Gustav Steinmann, hat einen Ruf an die Universität Halle erhalten. KöniasbaH. Dieser Tage konnten die Eheleute Jakob Bauer. Schneider, das Fest der diamantenen Hochzeit begehen. Mannheim. In einem Fabrianwesen in StengelHzf wurde der 36 ?kahre alte verheiratete Gußputzer Andreas Wollschläger, wahnhaft in Rheinau, von ewer im Gange befindlichen Drehscheibe, unter welcher er durchkriechen wollte, erfaßt und zu Boden geschleudert. Er erlitt dabei zwei komplizirte Unterschenkelbrüch, einen Armbruch und schwere Kopsverletzungen. OberharmerLbach. Kürzlich schlug der Blitz in daö Anwesen des öofbauern Christian ÖaaS auf dem Herrgisenberg, welches bald ein Raub der Flammen wurde. . Riedichen. D ledige, etwa 60 JaHre alte. Auaust Wachn von. hier

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COMPANY wurde beim Holzfällen von einem Baumstamm erdrückt. S inS heim. Vor einiger Zeit brannte das Farbmühlwerk der chemischen Fabrik von Stephan Nachf. vollständig nieder. Das Feuer war durch umlaufen der Maschinen entstanden. T o d t m o o s. Vor kurzem brannte daS mit Schindeln und Stroh bedeckte Anwesen des Tagelöhners Ebner hier bis auf den Grund rnö der. Der Schaden beträat etwa 4.600 Mark. Die ffahrnisst waren nicht versichert. Nur den Anstrengun gen der anwesenden FeLervehr vtt eS au verdanken, daß die mit Stroh bedeckten Nebengebäude gerettet wurden. Flyernpfakz. S p e y e r. Das Automobil deS hiesigen Fahrradhävdlers Holzwgn überfuhr den siebzehnja'hrigen Sohn des Landwirths Wenig und todtere ihn. F recke nfeld. Hier trug ein er wachsenes Mädchen das zwei Iah alte, einzige Kind deS Metallgießers Michael Latour auf dem Arm. Ein sieben Jahre alter Knabe versetzte dem Mädchen zwei Stöße in die Seite, so daß es auf die Knie fiel, wobei ihm daS Kind entglitt und mit dem Kopf so stark auf den Boden schlug, daß es eine Gehirnerschütterung davontrug. Nach kurzer Zeit starb daS Kind an den Verletzungen. Erklärlich. . . . Wie, Sie sind der einzige Geldbrrefträger hier am Ort? Ja, da wundert'ö mich nicht, daß Sie so selten zu mir kommen!" --lnf'Ver MargarethenJnftl in Budapest ist derBau der schiennstoÄn Bcchn beinahe beendigt. D ErMdunH flammt von dem srrurzöstfchen WerLen Rena; sie wurde von dem JnMZtcur Hebest vervollkommnet. Der Zug, der aus mehreren Waggons und artornySilsrtlger Lokomotive beficht. derZeÄri sehr schnell, wird sicher äeleöet und gebremst. Dieser erste schienertboft Bchnzng verkehrt von et nem Acht der Insel zmn anderen und legt den Weg in 35 Minuten zurück. S Europäisches epartya Wechsel, Kreditbriefe, Postanweisungen, auf alle Städte Europas. Kchiffsscheine von und nach Europa. Cln unfe Verkauf auöländi scheu Geldes. No. 35 Süd Meridian Ltr. t ' ' Merchants National Bank.

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