Indiana Tribüne, Volume 29, Number 300, Indianapolis, Marion County, 13 August 1906 — Page 3
Jndkana Tibüne, 13. August 1906
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Condcntion
Mit Abcssynim giebt Franlrcich, Italien und England große Vorrechte. Zum Besuch nach Schottland gereist. Noch immer unrniige Zustände. Eine Kugel kam geflogen. Ohrfeige für den Czarcn. Unter Geschützdonner. Sultan sehr krank. Kamps nm Kontrolle. (5n thusiastischcr Empfang. Konsuln bedroht. Ku gelp keifen übt Wirkung ans. Dieb einer Kaiserkrone verbastet.
Italien. Abessynische Convention. Rom. 12. August. Kaiser Menelik von AbeffynZen hat heute eine Franzö. fisch. Italienisch Britische Convention unterschrieben, welche hauptsachlich Be zug auf den Bau von Eisenbahnen in Abessynien hat. Außerdem erhält sie Bestimmungen, welche die Integrität de- abessynischen tteiserreich? gewährleisten, und offener Handel mit allen Ländern. Eine Eisenbahn soll sofort von Frankreich von Addis Ababa, der Hauptstadt Abeffyniens, nach der Küste erbaut werden. England und Italien sollen durch Vertreter im Eisenbahn Direktorium Sitz und Stimme haben. Die Abmachungen dieser Convention werden den Parlamenten der drei europäischen Ländern zur Guthelßung vorgelegt werden. Großbritannien. Zum Besuch nach Schott' land gereift. C o w e 8, 12. August. König AI fonso und Königin Victoria von Spa nien reiften heute von hier ab zum B such des Lords Leith of Fyvie in Schottland, wo fle sich mehrere Tage aufhalten werden. König Alfonfo be abfichtizt in Schottland viel auf die Jagd zu gehen. Lady Leith war vor ihrer Vermählung mit dem Lord Frl. Marie January von St. Louis, Mo. Rubland. Noch immer unruhige Zustünde. St. Petersburg. 20. Aug. Die Lage in Rußland ist und wird auch noch längere Zeit interessant bleiben. Im Kaukasus dauern die Gemetzel zwischen Tartarm und Arme niern fort; in Finnland verfolgen die KontreRevolutionäre die Bauernver treter und alle Jene, die es mit der Sache des Volkes aufrichtig meinen. In Moskau und der Umgebung herrscht noch ein Zustand vollständiger Anarchie. Bewaffnete Räuberbanden führen stünd lich Ueberfälle auS. ohne daß die Polizei ihnen energisch entgegenzutreten wagt. Selbst die Kirchen werden nicht von den plündernden Horden verschont. Eine Abtheilung derselben durchstreift auf Zveirädern die Dörfer in der Nach barschast der alten Hauptstadt und treibt, wo sie nicht einfach plündern, gewaltsame Kontributionen für die Krieg-kaffe der Revolutionäre ein. Wie eine Depesche aus Werkijank in Sibi rien meldet, ergriff eine Bande von Cirkaffiern von dem dortigen Bahnhof Besitz und sqleppte die. 85,000 Rubel enthaltende StationLkaffe fort. Die Regierung setzt große Hoffnun gen auf die Bemühungen der neuen Partei der friedlichenReorganisation'-. Diese Partei, die sich zum größten Theile aus den Oktobriften (Anhänger des kaiserlichen Manifestes im Oktober !. I.) rekrutirt, versucht alle gemüßig, ten. fortschrittlichen Elemente zum Kampfe gegen die Revolutionäre zu ' vereinigen und rechnet zuversichtlich darauf, siegreich aus den im nächsten Frühjahr stattfindenden Parlaments wählen hervorzugehen. Sämmtliche General Gouverneure haben die Provinzialbehörden instrulrt, den Bauern klarzumachen, daß der Czar die ParlamentAbgeordneten nur nach Haufe geschickt habe, weil sie ihre Zeit mit unnützen Reden über unmögliche Forderungen vergeudeten und dem Cza ren zumutheten, die in den Zuchthäu fern und in Sibirien schmachtenden Räuber und Mörder auf das russische Volk loszulassen. Die Situation' in der starken See feftung Kronstadt ist auch noch immer sehr kritisch, denn die Regierung trifft außerordentliche Vorbereitungen. Die Wachen an dem Militär . Gefängniß find verdoppelt worden und der störn Mandant der Feftung hat eine Prokla mation erlassen, in welcher er ankün digt, daß jeder fernere Aufruhr mit Schnellfeuer'Kanonen begrüßt werden wird. ' '
Anleihe a m o r t i s i r t. St. Petersburg, 12. Aug. Die erste Finanzoperation der Regierung feit der Auflösung des Parlaments be steht in der Amortisation der inneren Anleihe im Betrage von 312,500,000, welche 3.3 Prozent Zinsen trug, durch Ausgabe einer neuen Anleihe, die mit 3.6 Prozent verzinst wird. Kugelpfeifen übtWir. k u n g aus. St. Petersburg. 12. Aug. Großfürst Nickolaus Nicholajewltch hat
den Posten des Ober Kommandeurs sämmtlicher Truppen Rußlands, wo das Kriegsrecht proklamirt ist, dankend abgelehnt. Der Czar hatte ihn schon am 4. August von seiner Ernennung unterrichtet, aber dann kam das Ma nöoer bei SkarSkoe Selo, wo die Ku geln dem Großfürsten recht dicht um die Ohren Pfiffen, und jetzt will er von der ihm zugedachten hohen Ehre nichts mehr wissen, was ganz natürlich und sehr vernünftig ist. An Stelle des verabschiedeten Gene ral'GouverneurS, Strijoff, von Polen, ist General von Barsly zum General Gouverneur von Warschau und Polen heute ernannt worden. Frankreich. Ohrfelge fürden Czaren. Paris, 12. Aug. - Die leitenden Senatoren und Deputirten, frühere Minifter und Mitglieder des Instituts so. wie der Akademie, haben an die Mit glieder deS aufgelösten russisch: Par lamentS eine gemeinsame Adresse er lassen, in welcher sie dieses als den Grundstein, auf dem Rußland'S Hoff uungen beruhen; preisen. Die Adresse lautet: Die Geschichte lehrt unS, daß eine repräsentative Regierung und persön liche Freiheit die einzigen sicheren Grundlagen bilden, auf welchen eine Nation Fortschritt und Wohlstand auf. bauen kann. Als Freunde Rußlands beobachteten wir mit tiefem Interesse die Schaffung des russischen Parlaments und fein Ringen um fein Fortbestehen. Der Triumph der Freiheit in Rußland, der, wie wir hoffen, nahe ist, wird es dem russischen und französischen Volke ermöglichen, die französisch russische Allianz auf der Basis, gleicher Ideale und Interessen loyal zu unterstützen. Das russische Parlament ist todt! Lange lebe das russische Parlament!" Senator Pierre Berthelot, der frühere Minister des Auswärtigen, hat diese Adresse dem Prof. Muromtseff, Prüst denten des Unterhauses deS aufgelösten russischen Parlaments, übermittelt. Eine Kugel kam geflogen. Paris, 12. Aug. Eine Depesche von Tanger an die TempS- berichtet, daß von der Küste ein Kanonenschuß abgefeuert wurde und die Kugel fast eine Dampfbarkasse deS französischen Nord'GeschwaderS, welches im Hafen von Tanger vor Anker liegt, traf. Der französische Admiral hat sofort eine ein gehende Untersuchung über den Vorfall anstellen lassen. , Japan. Unter Geschützdonner. Yokohama, 12. Aug. An Bord deS amerikanischen Flaggschiffes Ohto" fand heute zu Ehren des am 4. August in Chefoo, China, verftor benen Rear Admirals Charles I. Train eine eindrucksvolle Leichenfeier ftatt. Die Offiziere der Kreuzer .Chat tanoyga- und Raleigh- sowie deS Ka nonenbooteS El Cano" waren als Vertreter der Marine erschienen. Bot schafter Wright und Konsul Miller auS Yokohama, - Konsul JoneS au? Port Dalny sowie Konsul Heyvard aus Soeul reprüsentirten die diplomatischen Körperschaften. . Die japanische Regie rung war durch LeutnantCommander Grafen Sawo, Adjutanten deö Admi ralö Togo von der japanischen Marine vertreten. Nach Beendigung der Feier, welche unter Leitung des Exekutiv Offiziers CovleSdon der Ohlo- stand.
wurde die Leiche unter dem Donner der
Geschütze und begleitet von zahlreichen Booten, an Bord deS Dampfers (5m preß es China- gebrach:. Der Sarg war von vielen Blumenstücken, darun ter ein prachtvoller Kranz von Admiral Togo, bedeckt. Die Leiche des Admirals wird von seinem Sohn. Leutnant Charles Ruf sell Train, und dem FlaggM'Leutnant Bollock von der Ohfo" in die Heimath begleitet werden. Türkei. Sultan sehr krank. Konstantinopel, 12. Aug. Eine Depesche aus Konstantinopel be richtet, des Sultans Unpäßlichkeit habe die Absagung des Selamick nöthig gemacht. Die Ausland Vertreter, die sich versammelt hatten, der Zeremonie beizuwohnen, zogen sich zurück, die Truppen marschirten vom Moscheeplatze ab. ES verlautet, daß der Sultan sich einer Operation unterziehen müsse, oder gar schon unter dem Messer deS Chirurgen war. Die Nachricht von der Erkrankung Abdul HamidS erregt de greiflicher Weise in Wien daS größte Interesse. China. Kampfum Kontrolle. H o n k o n g, 12. Aug. ES herrscht hier grocke Beunruhigung im Hinblick auf die zunehmenden Anzeichen, daß eS die Absicht der neuen chinesischen Zoll kommljsion in Peking ist, die Machtvoll kommenheiten deS fremdländischen Ge neral.JnspektorS Sir Robert Hort z schmälern. Die Abschaffung der neuen Behörde und die Reftitulrung der frühe ren Machtvollkommenheiten von Sir Robert werden von der hiesigen fremd lündischen KaufmannSwelt als noth wendig erachtet, um die Interessen der ausländischen Bondbesitzer zu schützen und die gute Behandlung von Handel treibenden zu sichern. Syrien. Konsuln bedroht. Beirut, 12. Augnft. Unter den hiesigen europäischen Bewohnern hat das Eintreffen eines anonymen Droh briefeS der fanatischen Mohammedaner beträchtliche Ausregung verursacht. Der Brief enthält TodeSdrohungen gegen alle ausländischen Konsuln in Beirut, falls sie nicht ihren Einfluß zwecks Her belsührung der AmtSentfetzung deS je tzigen Vali Khalil Pascha aufwenden sollten. Der Vali wird beschuldigt, er nehme Bestechungen an und bedrücke das Volk. Portugal. Dieb einer Kaiserkrone verhaftet. Lissabon, 12. August. Ein Brasilianer, NamenS Guerreiro, wurde heute hier verhastet, der im Verdacht steht, die Krone Ser brasilianischen Kai ser gestohlen zu haben. Die Krone hatte einen Werth von $500,000 und war mit vielen großen Edelsteinen ge schmückt. Uruguay. Enthusiastischer Empfang. M o n t e v i d e o, 12. August. Die pittoresk belegene Hauptstadt der Re publik Uruguay hat dem Staatssekretär Root und dessen Gesellschaft gestern einen Empfang zu Theil werden lassen, wie er herzlicher, aufrichtiger und fest licher schwer gedacht werden kann. Schon in früher Morgenstunde hielten große Menschenmassen den Landungs platz und die Straßen, durch welche der Zug sich bewegen sollte, dicht besetzt, und als der Kreuzer Charlefton- von Weitem in Sicht kam, war faft die ganze Bevölkerung der Hauptstadt in Bewegung. Die erste Ovation wurde dem ameri kanifchen Gesandten Ed. C. O'Brien dargebracht, welcher sich auf einer Dampfbarkasse einschiffte, um der Charlefton- entgegenzufahren. Als der amerikanische Kreuzer majestätisch in den Hafen einfuhr, wurde Sekretär Root, der mit seinen Damen und Rei sebegleltern auf dem obern Deck deut lich fichtbar war, mit enthusiastischen Rufen, wie Hurrah für Root!-, .Hoch lebe Präsident Roosevelt!-. Lang lebe die große nordische Republik!- etc., empfangen. Auf dem Dampfer Tri ton" war dem Sekretär eine aus Staatsbeamten und hervorragenden Bürgern bestehende Deputation entge gengefahren, in deren Gesellschaft Herr Root und seine Begleiter sich an Bord deS festlich geschmückten Dampfers In geniero- kegabm, welcher sie an die Küste brachte.
Vom Jnianre.
Beim Pflügen fand John Wilcox, ein bei Bridgeport in der Nähe von Prairie du Chien. Wis., wohnender Farmer einen großen Zahn, der, wie man annimmt, von einem antidiluvianischen Thier stammt. Der Zahn mißt vier und einhalb Zoll in Ux Breit und acht Zoll in der Länge. Er ist augenscheinlich von den jüngst eingetretenen Ueberfluthungen des Mississippi auf das Feld geschwemmt worden. An ezne; Wunde, ie er sich selöer beibrachte, als er einen vermeintlich toll gewordenen Hund tödten wollte, starb Jakob Boyer. ein bekannte? Bürger von Carpenterville, Warren Co.. N. I. Als sein Hund Tollwuthsymptome zeigte .folgte ihm Boyer in den Hof und schoß ihn; der Hund krepirte aber nicht sofort und als Boyer ihn mit dem Revolver schlug, entlud sich die Waffe und die Kugel drang TSötpx in den Unterleib. Als der Arzt erschien, war die Hilfe bereits zu spät. Eines eigenartigen Mitt e l s bediente sich in Gamben, N. I.. Polizist Dall, um den Friedensrichter Chas. M. Baldwin zu veranlaffen, ein Pinochle-Spiel zu unterbrechen und sich nach seiner Office zu einer Trauung zu begeben. Drei Pärchen standen vor der Office des Friedensrichters und fragten Dall, der des Wees kam, nach dem Richter, da zwei Paare getraut zu sein wünschten. Dall. der wußte, daß sich Baldwin im 6. Ward-Club aufhielt, telephonirte dorthin. Der Herr Richter aber spielte gerade Pinochle. hatte eine gute Hand" und wollte nicht abbrechen. Da sandte Dall einen Jungen nach dem Club mit der Nachricht, daß es in Baldwin's Office brenne. In kürzerer Zeit, als Dall vermuthete, kam der Friedensrichter angekeucht, um sich den HeirathsCandidaten zur Verfügung stellen zu können. Ehe er indessen kraft seines Amtes die beiden Mannlein und Weiblein ehelich verbinden konnte, mutzte er sich erst 13 Minuten Erholung gönnen. Eine für Eisenbahnen und Passagiere wichtige Entscheidung wurde in Elizabteh, N. J abgegeben. Durch das von einer Jury mit Zustimmung des Gerichtes abgegebene Verdict wird es einer Person ermöglicht, irgend einen Zug zu benutzen, um nach einem Bestimmungsort zu kommen, trotz der Regulationen der Vahmn, die sich auf Excursionsoder andere Tickets beziehn. HezeNah Vedrick. ein früherer Angestell ter der Standard Oll Co. m Vayonne hatte am 5. April in Bayonne einen Zua der New Jersey Central-Bahn bestiegen, um nach einem Punkte auf der Long Vranch-Vahn zu fahren. Um eine halbe Stunde Zeit zu sparen, verließ er in Elizsvethport den Zug, aber als er einen anderen Zug bestreg. wurde ihm das Billet abaenoimnen und er mußte wieder beahkm. Am nächsten Tage ging es :hm wieder so, und er wurde in Bergen Point vom Zuge gewiesen, weil tt in Bayonne nicht einen durchgehenden Zug bestiegen hatte. Bedrick verklagte die Bahn auf Schadenersatz und die Jury sprach ihm $200 zu. Die Bahn wird natürlich appelliren, unter der Begründung, daß sie ein Recht habe, vorzuschreiben, welchen Zug der Passagier benutzen könne. EineTra.uungs-Ceremo-nie in einem blutigen sizilianischen Liebesdrama spielte sich dieser Tage in der Brooklyner Borough Hall ab, wo Swdtrath John Deimer Felici Tanzillo, einen vierschrötigen Burschen, mit der ISjährigen Anna Capuda für's Leben verband. Anna wäre heute noch eine drelgefeierte Schönheit, wenn Tanzillo vor etwa acht Monaten nicht in blinder Eifersucht ihr Gesicht mit einem Rasrrmesser zerfleischt hätte. Der mörderische Ueberfall, der das Mädchen beinahe das Leben gekostet hatte, raubte dem hitzigen Liebhaber zwar die Freiheit, gewann ihm aber die Liebe der Angebeteten, denn als diese wieder hergestellt war, willigte sie gern ein, dieLebensgesiihrtin ihres Angrerfers z-u werden. Das Paar lernte sich vor fünf Jahren in Sizilien kennen. To:rzillo verliebte sich sofort in das junge Mädchen, und die Beiden trafen darauf oft zusammen. Die Eltern Anna's waren dem Verhältniß abgeneigt, und um die Tochter aus der Nähe Tanzillo's zu entfernen, schickten sie dieselbe zu Verwandten nach Brooklyn. Kaum vier Wochen nach ihrer Ankunft in Brooklyn landete auch der Verehrer an dem merikanrschen Gestcrde und begann sofort seine Suche nach der Geliebten. Schließlich entdeckte er sie, und nach einer helichen Begrüßung ersuchte er sie, sich mit ihm trauen zu lassen. Da das Mädchen von einer Heirath nichts wissen wollte, zog der Sizilianer ein Rasirmesser aus der Tasche Und stürzte sich auf die Geliebt .Du sollst keinem Anderen begehrenswerth scheinen!" schrie Tanzillo und beqrub das Messer in das Gesicht des Mädcheys. Letzteres stürzte bewußtlos nieder, worauf der Angrufer entfloh, aber bakd eingefanaen wure. Im Polizeigericht weigerte sich das Madchen. Aussagen gegen den Mann zu machen, und als der Richter erklärte, daß er die Klage niederschlagen wolle, wenn das Paar sich heirathe. erklärten such Beide sofort dazu be-reit.
Vom Auslande.
Ueber einen lustigen Vorfall, der sich kürzlich auf einem Postamt in Straßburg zugetragen haben oU, wird berichtet: Em Herr hatte einen lebendigen üamster zur Beförderung nach einem französischen Orte als Paket aufgegeben. Die Einfuhr von diesen Thieren ist aber für Frankreich nicht aestattet, und so kam es. .daß die Senoung an der Grenze angehalten und wieder zurückbeordert wurde. Der Absender wurde aufgefordert, seine Sendung wieder abzuholen. Wie groß aber war sein Schreck, als er zu Hause ankam und an Stelle des einen abgesandten Hamsters fünf Stück hatte. Der Hamster hatte unterwegs Nachkommen erhalten. die sämmtlich trotz der Reisebeschwerdsn lebend in Straßburg wieder antamen und sich jetzt noch ihres Lebens freuen. Unter den Bienen auf der Insel Wight ist eine schwere Krankheit ausgebrochen, die sich in einer Art Eirschlafsung und Lahmung äußert. D Gründe für diese Erscheinung werden lebhaft diskuttrt. und während die Einen der Ansicht sind, daß es eine Folge von schlechter Ernährung sei, vertreten andere Bienenkenner die Anschauung, daß sich unter diesen hocykultivtrten Bienen Degeneratiouserscheinungen bemerkbar machten. Wie die Menschen, so sollen auch die Bienen bei einer immer HLheren Entwickelung zugrunde gehen. Auch die Bienen haben ja, bevor die modernen Verbesserungen in der ZLchrung der Bienen eintraten, ein ruhigeres und glücklicheres Leben geführt. Die Biene des 20. Jahrhunderts aber scheint durch den Komfort, mit dem man sie umgibt, durch die Erleichterung aller ihrer Arbeiten sich in der Dekadenz zu befinden. Jedenfalls ist die Krankheit von Amerika ausge gangen; sie laßt sich am besten durch Ersetzung der Königin durch eine andere, durch Verpflanzung der Bienen nach einem anderen Theil des BienenhaufeS und durch ähnliche Mittel beseitigen. Sine aufregende Droschkenfahrt gab dieser Tage der Pari ser Po.'izei Veranlassung zum Sinschreiten. Zwei Nadfahrerpoliziften bemerkten des Nachts in der. Avenue du Trocadero eine im tollsten Galopp dahinsausende Droschke, aus deren einem Fenster eine weibliche Person sich weit hinausbeugte und mit gellender Stimme um Hilfe rief. Die beiden Beamten schwangen sich sofort auf die Räder, sausten dem geheimmßvollen Gefährt nach und versuchten, dn Kutscher der Droschke zum Halten zu bringen. Der Rosselenker überhäufte die Polizisten statt dessen mit Schimvfworten und hieb nur noch wilder auf das. Pferd ein. Um die Spur nicht zu verlieren, blieben die Radfahrer dem Ausreißer nahe, und die wilde Jagd ging nun durch eine Reihe von Straßen, bis das Pferd endlich an der Ecke der Rue de Passh und de Grenelle vollständig erschöpft zusammenbrach. Nunmehr konnten die Polizisten sich des Kutschers bemächtigen und die Frau aus ihrer aefährlichen Lage in der Droschke befreien. Wie die sofort angestellte Untersuchung ergab, handelte es sich um die eigene Frau des Droschkenkutschers. Dieser hatte sie mit einem anderen Manne zufammengesehen, glaubte, Grund zu haben, an der ehelichen Treue seiner Frau zu zweifeln, und unternahm nun mit der Untreuen die tolle Fahrt, bei der es auf Leben und Tod gehen sollte. Die Laternen der Droschke hatte der eifersüchtige Gatte mit breitem Trauerflor behängt. Ein raffinirter Ordensschwrndel, dessen Urheber unauftndbar sind, hat sich ,n Wien abge'pielt. Der Direktor eines Budcweter Bankhauses erhielt jüngst aus Wien einen anonymen Brief, dessen Absender ihm mittheilte, es sei ihm durch seine Verbindungen möglich, dem Adressaten einen hohen Orden zu verschaffen. Der Bankdirektor fuhr infolgedessen zu dem angegebenen Rendezvous nach Wien, wo ihm eröffnet wurde, daß er gegen Zahlung von 20,000 Kronen diesen Orden erhalten würde. Nach einigen weiteren, in vornehmstem Tone gehaltenen VerHandlungen kehrte der Bankdirektor nach Budapest zurück, bis ihm ein zweites Schreiben wieder nach Wien rief. Diesmal erschien nun in dem betreffenden Hotel, wo sich die Sache abspielte, ein älterer, eleganter Herr, der sich als Hofbeamter vorstellte, und dem ein lwrirter Diener mit einer Tasche folgte. Der angebliche Beamte entnahm skiner Brieftasche eine Quittung auf 20,000 Kronen, die ordnungsmäßig ausgestellt und mit dem entsprechenden Stempel versehen war. ließ sich da Geld übergeben und überreichte dem Direktor ein Ewi mit dem Franz Joseph - Orden. Er forderte ihn auf den Orden nicht früher zu tragen, bis die Verleihung im Amtsblatt publizirt worden sei. was spätestens in drei Tagen erfolgen werde. Hocherfreut fuhr der Bankdirekter nach Budapest zurück und wurde ein eifriger Leser , deS Amtöblatteö. Als die wichtige Nachricht nicht erschien, kam er nach Wien und erkundigte sich, wodurch der Schvindel enthüllt würd?.
Aerzte.
Dr. Paul F. Martin, Vrakiischer Arzt und Chirurg. Eprechstunden: 11.oo-12.so 2.30- 4.00 täglich Sonntags: Bus Verabredung. WNIoughby Gebäude, ? ord Meridian traßei Tel., Maln im' VZohnung: 1206 NordZNew Jersey tir. Telephon: Malu 9; New SSi. 8r. 3. A. Sutcliffe, Wnnd.Arzt, $tf$U& t., Urin. unÜÄectonb Krankheiten. 01 : 155 OS Market Stt. Tel. 41 Offtce,Ttundkn: 9biS10Uhr Vm. ; l lil 4 Ut Nm. Dr. Carl Q. Winter Deutscher Arzt. handelt alle akute und'chronischelrankl,eilk. Sveziell Rheumatismus, Nectn und Frauen'Krankheiten. Vffice : 14 weft Ohio Straße. Ofsice.Stunden : 10-11 Vm. 34 Nm. Sonntags : 8.3010.30 Vm. Tel. neu 43. Wohnung: 1250 Madison Avenue Telephone : Alt, 2025. Neu, 9282. r. LEO HERBERT Wiener Arzt, yaut-, Geschlechts n. Nervenlrankheit US Oft Ohi ettaße Ster Floor. Neue Tel. 444. Svrechftundtn, 11, 4. 76 Abend. 5 z y. G. Sponsel,? Bäckerei. J030 Süd Caft Straße. t Butterringe 10c. Echter Pumpernickel. Feinstes Roggenbrod. Malzbrod. j $ Aitarrtltanv 5 uns lisliiirnota 3r y iw . r rocern od. 3teuer Telephon 9301 - F. J. Hack & Co. Öous- und Schilder-Maler. eorationS und. JreSeo Malerei. Scenerie - Slnöftaffirnng. ...26 Kentncky Avenne... NeueS Televbon 1726. " immmmmty IIIDIAHAPOLIS BREVH16 CD. Düsseldorfer... Da5 Bier, welches auf der Weltausstellung zu St. LouiS den Preis erhielt als Der Welt Standard Für Bollkonnenheit In Kittts uud Quarts, Flaschen Dep't. Tel. 578 und 690. Indianapolis BrewingCo. Züge ersten Ranges Schnelle Zeit! Zu bequemen Stunden ! A Züge zwischen Indianapolis und Cincinnati. 10 Züge zwischen JndianapoltS und XL Dayton. 6 Züge zwischen Indianapolis und Toledo und Detroit. 6 Züge zwischen Indianapolis und Decatur, Illinois. 4 Züge zwischen Indianapolis uns Spnngsield, Illinois. Varlor Waggon! c.a oHen Xagel und C&laT aggonl an allen ?acht-Zügen. Indianapolis Office!: Union Bahnhof und 8'Nord Illinois St. R. P. Algeo, D. P. A. LAKE E0IE MVESTEnil M. tRdtTlke0sffce : lOfikvashingtoaLK. Vhone 571. ..Fahrzeit der Züge. bsahrt nkunkt v. Soltta, Ottos nutz tchta 7.15 N0.II Nm. . . St. okdo,VtrU nd Chicago ri......NT.a f ' ' '' - - Cb. SJi C?4Ci,!ncUK.E?aVtitC;Lt faul t NzliZ. csits0sini Crasts;!.
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