Indiana Tribüne, Volume 29, Number 299, Indianapolis, Marion County, 11 August 1906 — Page 6

Jndiana Tribüne, 1i. August 1906

6

F3&ISI

Ein Packet Mann-Medizin für einen Dollar frei. P5m Bollpacket für einen Dollar der NZann-Medizin ist frei zu beziehen, wenn man nachfragt und die Adresse angiedt. Tiese Mnn'Medt;in giebt shnen nochmals den Sprudel jugendlichen Glücks den Puls und das Zittern phvstschen Wodlbebazens: sie macht den Mann männergleich, manneskräftig und mannesstark. ?ie Mann-Medizin kwird tyun, ttaJ man von ihr crmanet. IMann-Medizin kurirt frühzeitigen Verfall, derstimmte Mannbarkeit, Nervenschwäche, ffunktionsftönincj, Abnahme der Lebenskraft, Krasllosigkeit, 5'erluste der GeschlechtSkrast, Gedirnermattuig, Rückenschmerzcn, Zerrüttung, Nierenleiden und Nervosität. Man kann die Kur zu Hause vornehmen. Wir verlangen keine Bezadlung irgend welcher An keine Quittungen keine Versprechungen. ?as Einzige, was wir verlangen, dafj man nicht die Mann Medizin aus vurer Neugier fordert. Wir wünschen, daß man die Medizin m billiger Weise txvroot und man wieder zu seiner früheren starken Natur gelangt. Tieies qratis verschickte Vollpacket ist der Beweis, was die Mann-Medizin zu thun vermag. Wir schicken es im einfachen Papieruulschlaq.verschloss?n verpackt sranko abgeliefert. Nur der Name und die Adresse ist nothwendig. Interstate Remedq Co., 1284 Luck Builöinz, Tetrott, Mich. äMiltMl-Bllffl V ?ln 43 Stunde werd! oiwrriSa nrA usstu? au, (fit urm Organe durch Sntal-Mi5y anfgeboben ohne Undcquemlichkeikn. Preis $1.00. ll allen Druggiffe od P. . or 2081. 9Jra vork. Alöbel, Teppiche, Ofen und ansausftattungen. Das neueste und vollständigste Lager der Siebt. Die mäßigsten Preise, welche je für Waaren erster Klasse verlangt wurden. Ein Besuch in unserem 93 kausölokale vird sich für Sie bezahlen. Sie erden zuvorkommende Behandlung erhalten. WILLIG'S 141 West Washington Str. Beachten Sie unser Schaufenster für Montags oder Freitags BargainS. 801 Süd Delaware Str. Der beliebteste und beftausgeftattete Tanzsaal ans der Südseite. Hauptquartier für alle deutschen Vereine und UnionS Cluo und Versammlungszimmer zu mäßigen Preisen zu verrniethen. 6eo. P. Hämmerte, Nkt Telephon SSZ7. LEO LANDO, 142 N. Pennsyldania Str. Hauptquartier für Brillcu t Opernglaser Brillm werden nach den besten Methoden den Augen angepaßt. kükftliche Augen Verben schmerzlos sin, 8i$t. Eine ganz merlwuroige Mittheilung kommt aus Menominee. Mich. Der bekannte Bandit und Mörder Holzhay tu m seinen ver brecherischen Anlagen durch eine Operation geheilt worden sein. E. D. Mosher. der frühere Warden des Gefängnisses von Marquette, soll sich um die Begnadiauna Holzhays be mühen. Dieser hat eine jahrelange Carriere von Verbrechen hinter sich und ist zuletzt zur Abbükung einer lebenslänglichen Sefangnißstrafe nach -Marauette aesandt worden.

tl'-' t I v V v jfesfe MWMU Sw Hi HvWM ßWttii

M

mu

OMer

Europäische Nachrichten.

'Flycinprovmz. Köln. Vor kurzem ist der lang jährige Opernkapellmeister Wilhelm Mühldorfer. der im vorigen Jahre sein 50jähriges Künstler - Jubiläum feierte, in den Ruhestand getreten. Aachen. Aus Anlaß seines 70. Geburtstages, mit dem zugleich mehrere Arbeiter ihr LSjähriges Jubilä um feiern konnten, hat der Inhaber der Nadelwerke Hugo Heusch & Co., Hugo Heusch, einen weiteren Betrag von 20.000 Mark gestiftet für die bei der Firma seit 1892 bestehende Arbeiter - Ausschußkasse. Vredeney. In der Ruhr unierhalb des Voothauses wurde in der Nähe von hier die Leiche des Gelegenheitsarbeiters Hermann Wessels gefunden. Es scheint Selbstmord vorzuliegen. Düsseldorf. Der in Aachen kürzlich verstorbene Rentner Hettges hat seiner Vaterstadt seine kostbare Sammlung von Kunstgegenständen aller Art, Gemälden usw. im Werthe von über 350,000 Mark unter der Bedingung zum' Geschenk angeboten, daß für die Sammlung ein besonderes Museum am Horfgarten errichtet wird. Für den Fall der Annahme erhält die Stadt auch sein Vermögen im Betrage von ktwa 150,000 Mark, mit dem die Baukosten bestritten werden können. Lehnt unsere Stadt die Schenkung ab, so soll sie einer Reihe anderer Städte angeboten werden. Horrem. Der Pionier Fourstreuter von hier, der im zweiten Iahre diente, ist beim Pontoniren am Oberwerth in den Rhein gefallen und ertrunken. Ein Kamerad hatte den Ertrinkenden von einem Ponton aus an den Achselklappen erfaßt, um ihn zu retten, aber diese zerrlz und der Soldat verschwand in den Wellen. Elberfeld. Der hier borgemene Fall, daß sich ein Hausbesitze? aus Aerger über seine Miether erbangt, dürfte wohl vereinzelt dastehen. Der Sattler Wilhelm Halbach besitzt in der Erlenstraße zwei Häuser. Wiederholt ist es zwischen ihm und seinen Miethern zu Disserenzen g;kommen, und als letzthin einer der Miether mit der Miethe ausrückt?, verlor Halbach derart den Kopf, daß er sich erhängte. Solingen. Aus Anlaß des 175jährigen Bestehens der bekannten Stahlwerke Zwillingswerk I. A. Henckels, deren Fabrikzeichen, die Zwillinge, am 13. Juni 1731 eingetragen wurde, ist dem Mitinhaber der Firma Kommerzienrath Fritz Weckmann der Titel Geheimer Kommerzienrath, dem Prokuristen Robert Grah der Kronenorden vierter Klasse und den Werkmeistern Ern und Hammesfahr das Allgemeine Ehrenzeichen verliehen worden. Völklingen. Der Hilfsjäge: Meiser von hier stieß mit einem geladenen Gewehr nach einem Hund; die Waffe entlud sich und der Schuß tödtete Meiser. 'Arovinz Kosscn-'Arassarr. Bad Sooden. Dieser Tage kannte unser Bürgermeister Büß auf eine 25jähr!ge Thätiqkeit als Bürgermeist zurückblicken. Aus diesem Anlaß wurden ihm von den vorgesetzten Behörden zahlreiche Beweise ehrender Anerkennung. Frankfurt. Kürzlich hat sich der 22 Jahre alte Lackirer Mar Schneider im Untersuchungsgefängniß erhängt. Schneider war hier 'auf Grund eines Steckbriefes der V:eslauer Staatsanwaltschaft verhaftet worden. Fronhausen. Ein bedauerlicher Unglücksfall, der eine hiesige Fainilie mit tiefer Betrübniß erfüllt, ereignete sich beim Neubau des hiesigen Amtsgerichts. Der dort mit der Anbringung eines Blitzableiters beschäftigte 17 Jahre alte Mechanikerlehrling Schott stürzte so unglücklich, daß man ihn schwer verletzt in die hiesige Klinik bringen mußte. Gudensberg. Schaffner Rotte war kürzlich beim Zusammenrawnren eines Zuges auf der hiesigen Eisenbahnsiation zwischen die Puffn gerathen, wobei er einen Arm- und mehrere Rippenbrüche erlitt. H a n a u. Der an dem Kennecke'schen Neubau in der Lamboysiraße beschäftigte Stukkateurlehrling Goy auS Heldenvergen und in Lehre bei dem Reinhardt'schen Stukkateurgeschäft zu Heldenbergen, warf aus dem fünften tOckwerk einen 2Yi Meter langen und 10 Centlmeter dtaen Gerllstyebe: herunter, der den unten beschäftigten Taglöhner Schädel von hier traf und sofort tödtete. T res ja. Eine in der Schwalm aufgefundene Leiche wurde als diejenige des Schneiders Hofmann aus Sebbeterode festgestellt. Trendelburg. Der etwa 60 Jahre alte Arbeiter Temme von bier legte sich in schwer berauschtem Zustände bew: Kalkofen vor der Stadt zum Schlafen nieder und wurde später todt daselbst aufgefunden. Ob der Tod alö Folge des Alkoholgenusses oder de? aus dem Ofen aufsteigenden Dämpfe eingetreten ist, weiß man nicht. Wetter. Daö 7jährige Töchterchen deö Gastwirths Müller von hier stürzte so unglücklich über das Treppengeländer aus dem 2. Stockwerk, daß es infolge der schweren Verletzung am Larb.

Mttekdeutsche Staaten

Braun schweig. Die Firma G. E. Röhü, Miliiar - Efselten-, Schnur- und Posamentenfavrik, beging kürzlich ihr 100jähnges Gclchäitsiublläum. Das Verlonal bat oer tfinim einen praHlvouen ücuüh aufs atz und ein geslicttes urinne rungsvlatt gestiftet. Bund heim. Selbstmord durch Ertränken im Teiche an der Elsenecke verübte die unverehelichte Agnes Mathies von hier. Dessau. Der erst vor einiger Zeit wegen andauernder schwerer ttrankheit in den Ruhestand getretene Amtsgerichtsrath a. D. Geh. Justizrath Albert Henning ist, 74 Zahre alt, gestorben. Fohlenplacken. Vor Kurzem entstand in dem Wohnhause des HolzHändlers H. Noack sen. aus unerllärliche Weise Feuer. Das Haus brannte bis auf den Grund nieder. Gera. Vor einiger Zeit feierte das sünsundzwanzigjahrige Arbeitsjubiläum der Färbereiarbeiter Herm. Fleischer von hier bei der Firma Morand & Co. Der Jubilar wurde aus diesem Anlaß von seinen Arbeite bern mit einem namhaften Geldgeschenk bedacht. Greiz. Das sechsjährige Töchterchen des Eisenbahnbeamten Winkler fiel beim Spielen in die hochgehcnde Elster und ertrank. Heinrichsball. Vor Kurzem konnte der Direktor Rißmann der Vereinigten Thüringischen Salinen AG. auf eine 25jäyrige ersprießliche Thätigkeit als Leiter dieser Etabtisse. ments zurückblicken. Jrchwitz. Letztens hat sich hier der 20jäh?ige Fabrikarbeiter Zvärker zu erschießen versucht, sich dabei jedoch nur eine schwere Verwundung zugefügt. Liebeskummer soll die Ursuche des bedauernswerthen Schrittes gewesen sein. Nienburg a. S. Letztens fiel der 17jährige Sohn des Hofdachdeckermeisters Weißgerber von hier beim Umdecken eines ziemlich hohen Stallgebäudes in Gerbitz so unglücklich herab, daß er das Genick brach und auf der Stelle todt war. Roda. Sanitätsrath Dr. med. Joseph Kipping, eine im ganzen Amtsbezirk bekannte und hochgeschätzte Persönlichkeit, ist im Alter von 65 Jahren aus dem Leben geschieden. Der Verstorbene hat über ein Menschenalter hier als Arzt gewirkt. Ronneburg. Vom Gerüste gestürzt ist der Maurer Otto Heilmann, der an einem Hause in der Schloß, straße Ausbesserungen vornahm. An das zu diesem Zwecke aufgestellte Maurergerüst war eine Leiter gelehnt, die Heilmann mit einem Eimer Wasser besteigen wollte. In der . Höhe eines Stockwerkes brach eine Sprosse und Heilmann stürzte, rücklings auf das Vflaster. Sachsen. Dresden. Oberbürgermeister Veutler beging kürzlich mit seiner Gemahlin das Fest der silbernen Hochzeit. Er verheiratete sich im Juni 1881 als Bürgermeister von Meerane mit Frl. Marie Loeser, der Tochter des Rechtsanwaltes Loeser in Gohlis. Beim hiesigen Amtsgericht schied kürzlich Obersekretär Schneider nach 40jähriger Dienstzeit aus dem Amte. Vom Vorstande des Justizbureaube-amten-Vereins und von den Kollegen wurden ihm Geschenke und Ehrungen zu theil. Vorstendorf. Aus Anlaß des 50jährigen Geschäftsjubiläums stiftete die hiesige Firma C. G. SchönHerr 50.000 Mark dem Arbeitcrpensionsfonds, dem Frauenverein 10,000 Mark und der hiesigen Kirche 25,000 Mark. Die Arbeiter brachten dem Fabrikherrn einen Fackelzug dar. Ehrenberg. Auf der Zschopaubrücke zu Neudörfchen bei Mittweida wollte die 34 Jahre alte Ehefrau Buschmann von hier, die neben einem von ihr geleiteten Geschirr herging, einem ihr entgegenkommenden Fuhrwerk ausweichen. Dabei gerieth sie zwischen beide Wagen und erlitt schwere innere Verletzungen, denen sie nach kurzer Zeit erlag. Treiber. Der ordentlicbe Vrofcssor der Eisenhüttenkunde, Salinenkünde und mechanisch-metallurgischen Technologie an der hiesigen Bergakademie, Geheimer Bergrath Adolf Ledebur, ist hier gestorben. Georgenthal. Infolge eines Wirthshausstreites kam es kürzlich vor dem hiesigen Restaurant .Zur Krone" zu einer Messerstecheret. Ein Bäckergeselle, Namens Herold, kam mit einem Gaste in Wortwechsel, in dessen Verlauf er nach seinem Gegner mit einem Bierglase warf. Er traf jedoch einen anderen Gast, Namenö Schädlich, der durch den Wurf am Kopfe verletzt wurde. Durch den beim Streite verursachten Lärm erwachte der im Restaurationsgebäude wohnende Bruder des Verletzten und begab ich aus die Straße, um den inzwichen aus dem Lokale weggegangenen öäckergesellen zu? Rede zu stellen. Dieser griff zum Messer und brachte dem Schädlich schwere Verlegungen am Kopfe und an der Brust bei. Der Messerheld wurde verhaftet. Hartenstein. Kürzlick feierten hier das Mjährtge Bürger-Jubiläum die Herren Hartel, Seidel. Forster und Leichsennng. .Lobstädt. Kürzlich ist der bei der Gewerkschaft Viktoria beschäftigte

Äeramann ' Wittek dadurch' 'beruft

glückt, daß hereinbrechende Kohle auf thn fiel, wodurch er derartige Verlejungen am Rücken erlitt, daß er nach dem hiesigen Stadtkrankenhause gebracht werden mußte. Mittweida. Dieser Tag beging der Baumeister Karl Herrmann Riedel das 60jährige BUrgerjubiläum. Aus diesem An7aß wurde ihm vom Rathe ein Glückwunschschreiben, sowie ein Ehrengeschenk überreicht. Mörtelgrund. Durch Feuer zerstört wurde das Wohnhaus des Wirthschaftsbesitzers Carl SpiegelHauer hier. Pöhla. Vor kurzem feierte daö Ehepaar Stemmler Hierselbst die goldene Hochzeit. Pegan. Im hiesigen Gasthof .Zum Schwan" haben sich der Student der Chemie Karl Köbke auS Brohl am Rhein, der 29 Jahre alt war. und die Kaufmannstochter Grete Törber aus Braunschweig erschossen. Im Fremdenbuch hatten sie sich als Ingenieur Karl Köbks und Frau auS üalle eingetragen. Wenn Candy-Genutz schadet. Bis zum Ueberdruß ist schon darüber geklagt worden, daß die Amerikaner zu viele Süßigkeiten genießen; aber der Verbrauch von Ktckerwerk hier und anderwärts nimmt beständig zu, und in der einen oder anderen Gestalt wird dasselbe auch offiziell immer mehr anerkannt. Und das ist bis zu einem gewissen Grade berechtigt. Nach verläßlichem sachverständigem Urtheil wären gute Zuckerspeisen als regelrechte Beigabe der Nahrung im Allgemeinen stets empfehlenswerth, wenn wir nur von Fleisch, Eiern und nicht-stärkehaltigen Gemüsen, wie Erbsen, Bohnen, Spinat und Kohl leben würden. Der normale Körper muß Zucker in irgend einer Form haben, denn dieser bildet hauptsächlich die Kohle" für den Betrieb unserer Körpermaschine. Aber der Gebrauch von zuviel Kohle schadet dieser, wie jeder anderen Maschi ne. Zu Mahlzeiten, welche zum großen Theil aus stärkehalt igen Stoffen bestehen, wie Kartoffeln, Reis, Brot u. s. w. ist die Beigabe von Zuckerwerk unbedingt schädlich, da jene Stoffe ohnedies von den Verdauungssäften in Zucker verwandelt werden. Verstopfung der, Leber, Gallenkrankheiten, Gicht und mitunter Zuckerkrankheit sind die Folge. Bei tüchtiger körperlicher Arbeit übrigens kann der Körper selbst ein Uebermaß von Süßigkeiten bewältigen; aber Frauen und Männer mit sitzender Lebensweise sollten sich besonders vor einem starken Zuckergenuß hüten! Die höchste Kirche Deutschlands. In einem interessanten Aufsatz über die Hamburger Kirchen schrieb Marx Möller u. a., die Nikolaikirche in Hamburg sei nächst dem Kölner Dom die höchste der Welt. Es ist dies ein Irrthum, den Marx Moller freilich wohl mit reichlich neun Zehnteln aller Deutschen, die überhaupt über diese Frage ein Urtheil abzugeben vermögen, theilen wird. Auf die Frage nach dem höchsten Bauwerk von Deutschland wird man in den weitaus mei sten Fällen den Kolner Dom nennen hören, und die richtige Antwort wird nur einem sehr kleinen Kreis bekannt sein. Aber der Kölner Dom, der die stolze Hohe von 157 Meter (525 Fuß) erreicht, wird noch von einer anderen Kirche Deutschlands übertrosfen, die sonderbarerweise trotz ihrer hervorragenden Größe und Schönheit sehr viel weniger berühmt und bekannt ist als der Kölner Dom oder das nur 142 Meter hohe Straßburger Münsier. Es ist dies das Münster von Ulm, das mit einer Höhe von 161 Meter (540 Fuß) den Kölner Dom noch um einige Meter schlägt und somit den Vorzug hat, wirklich die höchste Kirche der Welt zu sein. Die Hamburger Nikolaikirche sieht somit nicht an zweiter, sondern erst an dritter Stelle, da sie bei 145 Meter Höhe das Straßburger Münster noch um 3 Meter übertrifft.' Die berühmteste außerdeutsche Kirche, der Dom von Mailand, bringt es nur auf 103 Meter Höhe. Stoßseufzer. Aelteres Fräulein: Da heißt's immer, unsere Erde sei gar nicht so groß, und doch findet mich keiner!" Ein lieber Dienstbote. Herr des Himmels, Kathi, sind Sie aber ungeschickt; ich möcht' aus der Hau fahren! .Aber gna' Frau, da blieben ja nachher mr mehi die Beiner übrige

II '

Meik Zjabersack's Lchreibebrief.

tf0.457. Seohrter Mister Editkor! Es Zs sonnig, ich hen noch me so viele Affe gehabt, als wie seit die Zeit wo ich Temperenz sin, awwer es war e jgutes Ding, es Hot mich Niemand I die Kcmdtschen gesehn un for den Riesen Hot auch alles en schrecklich hohe Riespeckt for mich gehabt. So e Lewe gleich ich, das meint ich gleich's eigentlich nit; bikahs ich komme mich immer wie so en rechter Mucker un Scheinheiliger vor un ich hen gar nit Rörf genug die Piebels sireht in die Äuge zu ucke. Mehbie ich iwwerkome das Fühling noch mit die Zeit, wenn ich erscht e wenig mehr Eckspierienz hen, awwer es Hot mich der alte Weg doch besser gesuht. Sehn Se, do hen ich in gute Komp-enie gehockt, mer hen uns von diesem un von jenem unierhalte un do Hot mer sei Vierche dazu gedrunke un is fröhlich un häppig heim gange. Jetzt duhn ich nur drinke, wann ich heim sin un e arnscit mehr als wie früher. Ich denke immer, es duht nit so viel koste un dann sieht's auch Niemand um do kann mehr schon e wenig mehr duhn. Und das duhn ich denn auch immer. Das Riesolt is. daß ich am Morgen immer so fonnie fühle un immer inkleind sin, e Hettehk - Pauder odder zwei zu nemme, Awwer was kann mer mache, die Mensche wolle betröge sein un do kann mer nit helfe, do muß mer se betrüge. Der Christ Hot das nämliche Lewe auch einführe wolle, awwer die Selma Hot ihn gestappt. Se Hot zu ihn gesagt, wann er' sich das Drinke abgewöhne wollt, dann wär sie arig froh; awwer er sollt nur nit denke, daß er in das Haus en Saluhn uffmache könnt. Wann ich drinke deht, dann wär das mein Vißneß un ich könnt in mei Ruhm mache was ich wollt. Wann er awwer sein ganze Suppli in's Haus einnehme wollt, dann deht sie die Lein ziehe. Do Hot der Christ denn sättisfeit sein müsse, bikahs gege das Wort von die Selma do kann der Christ nicks mache. Den annere Dag sin ich aus e Mietung von die Zittiehahl komme. Die annere Membersch un der Mister Mehr wäre bei mich un wie mer an die Stritt komme sin, do is e Hitz gewese, daß mer gedenkt hst mer war in den Beulerruhm von en Ohschcnstiemer. Mei Jnseid Mailche is mich so drucke gewese, als wann ich nicks wie Kattenbätten un Sahdost drin hätt. Die annereSchentelmänrr hen den nämliche Weg gefühlt un mit einem mal sagt einer: Seh Beus. mir besser gehn emol ejn täckele," Nat mie, hen ich gesagt, awwer ich hen in denselwe Mohment e Fiehling gehabt, als ob ich in e glieniges Feuer stehn deht. Die Zung Hot mich en Fuß lang eraus gehängt. Der Mister Mehr Hot gesagt: Nau Meik, sei kein Fühl, ich sin auch kein Tohper. awwer bei die Temperetschuhr kann mer sich schon emol eins genehmige. Komm, sei gescheit un mach kein Fühl aus dich; mer kann auch ebbes gutes zu Welt treiwe, so was mer uff deitsch ecksäcktscherehte nenne duht. Ich hen for e halwe Seckend nachgedenkt. Meik, hen ich zu mich gesagt, du besser guckst aus. Mehbie die wolle dich nur e Trapp stelle un wann du enei gefalle bist, dann hen se den Lähf an dich. O no, so iesig is der Meik doch nit. Dann hen ich gesagt: Schentelmänner, was ich gesagt hen. geht. Ich glauwe nit mehr an's Drinke un nicks in die Welt kann mich tempte, mei Pletsch zu breche. Die annern hen so ebbes wie darn Fühl zu mich gesagt un wie mer an den nächste Saluhn komme sin, do sin se inseit un ich hen gubei gesagt. Wie se in den Saluhn verschwunde Ware, do hen ich awwer e Vielein for Heim gemacht. Wei, ich hen's ja for Dorscht nit mehr stende könne! Wie ich heim komme sin, do hen ich mich in mei Ruhm gehockt, awwer off Kohrs hen ich scht e ganze Latt Battelcher aus die Eisbacks geholt gehabt. In mei Ruhm do hen ich mich's iesig un komforttebbel gemacht un dann hen ich gestart mei Dorscht zu lösche. Ich kann Jhne sage, das erschte Glas Hot gezischt, wie es meine Droht enunner gelaufe is, ecksäcktlie, als wann mer e retthattes Eise in Eiswasser stecke duht. O, du mein, wie Hot )as so gut getehst. Wie das erste Glas gedrunke war, do hen ich, for lauter Stolz, daß ich die Temtehschen von meine Freunde so gut widverstände hen, noch eins gedrunke un weil es so gut getehst Hot do hen ich noch einS bis mehrere nachlge losse. So bei un bei sin ich dann i e Stimmung komme, wo der Mensch for gar nicks mehr kehre duht. wo die Welt pink UN blau ausgucke duht UN wo denk ich der Schiller gehabt Hot, wie et gesagt Hot .Seid umschlunge

r J yLiil:iiM

Millijone, diesen Kuß der ganzen Welt." Ich hen so lustig gefühlt, daß ich uff eemol die Eidie krieat hen, e iedche zu schmettern un do hen ich das Lied, Ich weiß nit, was das breite soll", angestimmt. Ob's schön gesaund Hot, das kann ich nit sage, awwer es is mich auch ganz Gottlieb Schulze gewese. Wie ich so in meine schönste St..umung gewese sin, do hör'n ich uff cemol in Front von die Dohr e Neus; ich hen gedenkt, mehbie es sin den Christ seine Kids. Awwer, uff eemol werd die Diehr uffgemackt un do steht der Mister Mehr mit die annere Membersch von den Kommithe. Aha, Hot der Mister Mehr gesagt, ecksäcktlie wie ich's eckspecktet hen. Do sitzt der Mißjiöh un schmettert eins nach den annere un uns duht er die Storie verzähle, daß er daZ Drinke gekwitt hätt. Well, ich hoffe, daß mer noch ebbes hen könne." Ich muß sage, ich hen arig emberrest gefühlt, awwer es war nicks mehr zu mache; ich hen die Schentelmänner zu en Drink eingelade un es Hot jeden so gut geschmeckt, daß mer nit ehnder gestappt hen, als bis die letzte Battel geleert war. Gesunge hen mer un geschmohkt un am End Hot der Mister Mehr e Hoch uff die TemperenzMuhfment propohst un do hen mer all Hurrah gehallert. Oh, ei tell juh, seitdem ich temperenz sin, do hen ich viel mehr Fonn als wie früher. Mit beste Riegards, Juhrs trulie Meik Habersack, Eskweier un Scherisf von Appel Jack. Hotte Terrer Kauntie. Fatales Wortspiel.

JL r

4 iv.f .' L-f;ifv?s-.Xj lim Ar Jt , O, M J ' ' IV i i ! S ' VVk'' tSSS'-;. -jvijgj'.'-yA. -t. w. - -r V"j 3 V- i Cv V&-vv JvV V..i J ?',.Zg.' 1 Tante: Nun, hast Du schon Antwort?" Dichterling: Hm... ja, ich war neulich bei meinem Verleger. Er sagte, er wolle meine Gedichte gerne verlegen, aber momentan hätte er sie leider verlegt!" Die Farmer in der Ge gend östlich von Palouse, Wash., haben in der heißen Sommerzeit das Pflügen während der Nacht vorgenommen. Dadurch werden die Pferde nicht so angestrengt, wie in der Hitze des Tages, und die Arbeit wird bedeutend leichter bewältigt. Der Staat Texas hatte in dem am 30. Juni abgelaufenen Fiskaljahre 330 Nationalbanken auf zuweisen, mit einem Kapital von 513,990,000. Von diesen 330 Banken waren nur 97 mit einem Kapital von mehr alZ $50,000 organisirL Stepbanus Paul Krüger Smit, ein Enkel des Präsidenten Kruger, wurde im Distrikt Rüstenbürg unter der Anklage des Mordes verhaftet. Es verlautet, daß der Fest genommem; feit einiger Zeit mit einem Manne Namens Davis wegen eines vergrabenen Schatzes, von dem er Kenntniß haben wollte, in Verhandlung stand. Dieser Schatz soll den Werth von mehr als einer Viertelmillwn Dollars haben. Herr DasiS glaubte die Geschichte und setzte sich sogar mit der Regierung in Verbindung. Am 21. Juni holte Smit den Davis ab und fuhr mit ibm nach Daspoort, UM den Schatz zu suchen. Seitdem hat man von den beiden nichts mehr gesehen, bis Smit allein in der Nähe von Pretoria in einem Hotel abstieg. Frau Davis beunruhigte sich über das Ausbleiben ihres Mannes und wandte sich an die Polizei, die die Entdeckung machte, daß die von Smit benutzte Karre blutbespritzt war und ein Schußloch zeigte. Nach längerem Suchen fand man die Leiche des Davis 6 Meilen von Pretoria. Sie wies vier Schußwunden ans. Smit wurde in seinem Hause in Rhenosterfontein im Bette verhaftet. Er behauptete, über den Verbleib des Davis nichts zu wffsen. Eine Schwägerin SnritS sagte ans, daß dieser von ihr die Karre geborgt habe. Am Morgen nach seiner Rückkehr habe er sich von ihr veravschiedet und dabei gesagt, sie möge Niemand sagen, biß er die Karre gehabt habe. Durch v'en Zusammensturz deS Thurmes der Michaeliskirche in Hamburg, die durch die große FeuerSbrunst am 4. Juli vernichtet worden ist, wird für die nächsten Jahre die Verwirklichung eines eigenartigen Vermächtnisses unmöglich. Ei ne vor etlichen Jahren verstorbene Hamburaerin hat nämlich den ZinSertrag eines kleinm Kapitals für die Besoldung eines Hornbläsers bestimmt, der täglich Morgens und Abends von der Höhe des Michaelisthurmes herab einen Choral in daS geschäftige Getriebe d:r Hafenstadt blasen soll. Mancher Arbeiter in jenem Stadtviertel wird diese seelische Erfrischung nur ungern so lange vermissen, biö der Thurrn au! seinen Trümmern wieder neu erstanden ist.

tyj

4 nr i

fr'

( I ! r i t