Indiana Tribüne, Volume 29, Number 299, Indianapolis, Marion County, 11 August 1906 — Page 5
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Jndlana Tribüne, 11. Augllst 1906 s
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Jntcrurban Zcit-Tabcllc. I. U. T. System. I Krait Sonntag, den 20. Mai 1906. Züge verlassen Indianapolis. Muncie & Marion Division, awrence, Fortoille,' Pendleton, Anderson, Vorltown, Muncie, Middletown,Alezandria, Lummitville, Fairmount, Gas City, Jones
,ro und Marion. 4 00 33m. 1 05 Nm. 5 05 Vm. 2 00 Nm. 6 00 Vm. 3 05 Nm. 7 05 Vm. 4 00 Nm. 8 00 Vm. 5 00 Nm. 05 Vm. 5 05 Nm. 10 00 Vm. 6 00 Nm. 11 00 Vm. 7 05 Nm. 11 05 Vm. 8 00 Nm. 12 00 MttzZ. 9I05 Nm. 11 30 Nm.
Limited. LoganSportck Peru Division. .armel, Noblesville, Cicero, Arcadia, llanta, Tivton, Kokomo, Galveston, Walton, Logansport. Miami, Bunker Hill, eru und Elwood. 5 00 Vm. 1 45 Nm. 5 45 Vm. 3 00 Nm. 7 03 Vm. 3 45 Nm. T 45 Vm. 5 CO Nm. 9 00 Vm. 5 45 Nm. S 45 Vm. 7 00 Nm. "II 00 Vm. 7 45 Nm. 11 45 Vm. 9 00 Nm. 1 00 Nrn. ill 30 Nm. Limited. Der Zug um 11:30 AbendS der Jndiana ,oliz-LoganSport lDivision geht nach Peru anstatt Logansport. eu; spezielle Bedienung nach Ft. Wahne. Züge verlassen Indianapolis um 7:00 und il.-CO Uhr Vormittags und 3:00 und 7:00 Uhr Nachmittags, machen die Fahrt nach Ft. Wa?ne in 4 Stunden und 40 Minuten. euer Zug Marion Flyer Verläßt Station 7:55 Vormittags und 1:55 Nach ittagS ; Verläßt Indianapolis 11:00 Vor ittagS und 5:00 Nachmittags-, halt blos in nderson und Alezandria an. Anschließende Linien erreichen Dayton, Ohio, Ft. Wahne, Huntington, Wabash, Lafontaine, Swayzee, Greentown, Hartford ity, Montpellier, Blusston, Winchester, Union City, GreenviLe, O., und Zwischen Patronen. Fracht und Passagier Office Termin Wartezimmer. Telephon M J75. Indianapolis & Eastern. Limited Züge für Richmond und allen unkten inDhio, welche verbunden sind mit ektrifchen Linien, sum 8:10 und 11:10 Vor mittags, 2:10 und 5:10 Nachmittags und 8:10 Abends. Locale Züge sür Richmond nd Zwischenstationen von 6:00'Uhr Vor mittags an und dann jede Stunde, ausge nommen die Limited Zeit, bis 9:0 Abends (7:00 Uhr Abends ausgelassen). Letzter Zug nach Greenfield um 11:30 Uhr Abends. Indianapolis & Martinsville. Erste Morgen-Car um 5:10 Uhr Morgen!. Dann von 6:30 Uhr Morgens jede Stunde bis 11:30 Uhr Abends; ausgenommen die Stunden 8:30 und 10.30 Uhr Abends. Indianapolis Coal Traction Co. Züge laufen stündlich von Indianapolis aq Plainsield von 5:00 Uhr Morgens bis 11:00 Uhr AbendS ; ausgenommen die Stun dm 8:00 und 10:00 Uhr AbendS. Indianapolis & Nortyniestern. Züge laufen stündlich von 5.-00 Uhr Mor gens bis 9:00 Uhr AbendS. Anschluß in Lebanon sür ThorntoronundlCrarofordSville. Der Zug um 10:00 Uhr Abends fährt blos tiS nach Lebanon. Der Zug um 11:30 Uhr AbendS fährt lil nach Frankfort, Anfchlutz in Lebanon für CrawfordSville ; derselbe sährt in der Sonn tag Nacht blos bis nach Lafayette. Limited Züge für Lafayette fahren ab um 8:10 und 11:10 Uhr Morgens, und 2:10, 5:10 Nachmittags und 7:10 Abends. Für Erawfordsville um ',10:45 .Vormittags und 4:25 Nachmittags. y. G. Sponsel , Bäckerei. J030 Süd Gast Straße. $ Butterringe 10c. Echter Pumpernickel. Feinstes Roggenbrod. '- Maljbrod. Marktstand 56 und Columbia Grocery Co. Reiter Telephon 9361 AAAAA Dr. L H, er Teutscher Thier.Arjt Offlce: Echelhouse'SLelh-Stall S2Sftbsh t. Telephone?: Neu. tiu Kit. Vlava lies. Wohnung: 1731 difon ve. Neuer 'Phone 9685. F. j. slack & Co. Saus- und SchUder-Maler. eoratiouS. und! JreSeoNalnei. Scenerie SlnSftafflrnng. ....26 Kentnckh Adenue... 5!eueS Telwöon 1726.
Dämmerungs-Schattm. Oon Thomas P. Kragh.
Die rothm Herbstwolken tauchten die öde Ebene in einen seltsamen Glanz. Es sah aus, als wäre die Erde voll Purpurblumen und als regnete die Luft goldene Blätter. Es war aber nur em Trugbild der Sonne. In Wirklichkeit sah man weit und breit nur steifes, vertrocknetes Heidekraut -ind Zwergklrken, die ihr armseliges Laub schüttelten. Gegen Abend ging die arme Häu !ersfrau Hanna Seli aus. um Gras für die Sau zu schneiden. Hinterm Walde würde sich wohl etwas finden. Sie schritt rüstig aus. In der rechten Hand hielt sie das Messer zum Schneiden und den Rechen zum Zusammen (arken, mit der Linken hielt sie ihren Rock zusammen, der vorn so lang war, ban sie fast darüber fiel. Während sie so vahinschritt, sah sie klein und verlassen aus. Sie war ja das Einzige, was sich auf der ganzen weiten Ebene rührte. Doch nein plötzlich tauchte ein anderer auf. Ein Ulann, groß und stark, mit einem humvelnden Gang. Er holte mit großen Schritten aus, spuckte hin und wieder und starrte vor sich hin wie einer, der an etwas denkt, das ihn ganz gefangen nimmt. Ab und zu aber wachte er gleichsam auf und sah sich lange und spähend um. Als er bei einem solchen Rundblick die alte Frau gewahrte, blieb er stehen und kehrte vorsichtig, um. machte einen Umweg und verschwand hinter dem Hügel. Hanna Seli aber hatte ihn doch ge sehen. Und gleichzeitig hatte sie bemerkt, daß er auswich, als er ihrer gewahr wurde. Sie murmelte etwas zwischen den Zähnen und sah ihm nach, (is er hinterm Hügel verschwunden ?zr. Gerade als er auf der Spitze des Hügels stand, sah sie ihn am deutlichften. Sie sah den großen, schiefen Körper, der bei jedem Schritt humpelte, bis er verschwand. Als alte, neugierige Frau blieb sie ncdj eine Weile stehen und starrte in die Richtung, wo er verschwenden war. Da er nun aber einmal fort war und blieb, ging sie weiter und erreichte bald die Wiese. . Dort saßen viele Krähen, zraue Vögel, die mit,den,Jlügeln schlugen und wahnwitzig, krächzten, wahrend sie umherging und Gras schnitt. Sie wollen die Früchte des Feldes für sich haben," murmelte sie, aber das ist nicht des Herrn Wille. Denn allcZ diene dem Menschen zum Guten. So steht es in der heiligen Schrift zu lefen." Nach und nach wurde es still. D'c Vögel kannten die alte Frau, die so ruhiz umherging und die dünnen Grashalme abschnitt. Sie fürchteten sie nicht. Der nächste Vogel saß nur einige Schritte von ihr entfernt und fraß einen Regenwurm. Plötzlich aber wurden sie wieder un-. ruhig, viel unruhiger als vorher. Einige schrien mit large'.l. traurigen Tönen und flogen weuer fort. Ja. fast die oanze Schaar stob davon. Dies veranlaßte Hanna Seli aufzusehen. Denn es wunderte sie. Sie ginz doch sonst stundenlang hier umher, ohne daß jemand sie störte. Zuerst konnte nichts gewahr werden; aber plötzlich sah sie, wie etwas sich weit hinten rührte. Wieder kam ein Mann gegangen.' Er war ganz klein und schritt hastig aus wie eine Wanderratte. Er ging denselben Weg, den der große, hinkende Mann vor ihm gegangen war. Die eine Hand hatte er auf die Brust geschoben, die andere hielt den Stoc! umschlossen, mit dessen Hilfe er sich rasch vorwärtsbewegte. Die alte Frau stand und sann, während sie ihm nachsah. Dann fiel ihr plötzlich etwas ein sie machte einen Schritt vorwärts und rief hinter dem Kleinen her: o in!" Aber der Mann blieb nicht stehen. Ho iii!" Auch diesmal schien cr nicht zu h'6 ren. Es wird wohl der taube Aancn Gisle sein", flüsterte sie. Und kurz darauf fügte sie hinzu: Nicht den Weg gehen ... da ist schon ein anderer gcgangen." Nach einer Weile hob sie den Kopf, als wolle sie wieder rufen; aber sie rief nicht. Schwer lagerte die Stille um fi her. Sie begann wieder Gras zu schneiden. Einmal hob sie den Kopf und sah dem kleinen Mann nach. Er wurde kleiner und kleiner. Zuletzt verschwand er hinter dem Hügel, demselben Hügel, hinter dem der große, hinkende Mann verschwunden war. Die rothe Sonne, war so tief hinter den Bergen versunken, daß die Wolken des Westens verblaßt waren. Alles wurde noch stiller als vorher. Die Krähen flogen zum Walde, wo sie ihre Nester hatten, ein kalter Wind pfiff durch das dünne Gras, und die Dunkelheit senkte sich langsam herab. Die alte Frau hob plötzlich den Kopf und starrte vor sich hin, als fiele ihr l.twas ein. Humpel - Kaare kam zuerst, dann kam Aanen Gisle. Kaare wußte sicher, daß Aancn diesen Weg gehen würde... Humpel - Kaare geht immer wie auf der Lauer ... er kommt ans Ziel, mag er auch noch so sehr hinken." Sie fing wieder an zu schneiden, abcr jetzt ging es ibr langsamer von der Hand. DaS Messer war wohl stumpf geworden, es schaffte nicht recht mehr. Es fängt an dunkel zu werden
munneVe ste. will. a lcL will nach
Hause gehen... Hm... ja, ich sah, daß er einen anderen Weg einschlug, damit ich ihn nicht sehen sollte ... Allmächtiger Gott, sieh' mir bei, ich bin so bedrückt heute Abend!" Sie redete weiter. Es war, als wolle sie Gesellschaft haben. Aber es wurde ihr immer wunderlicher zumu the; sie erhob sich und blickte sich um und r:ef Hu!", wenn em Vogel au dem Walde schrie. Ach ja. ach ja, Gott im Himmel mag wissen, wie es um mich steht.... so, ist mir doch nocb me zumutye ge wesen. Mir ist's, als wolle mich etwas packen. Gütiger Vater, nimm die Dunkelheit von uns und alles, wovor wir uns fürchten. Mir wird so kalt, so schaurig. Allmächtiger Gott, steh' mir bei!" Sie blieb noch eine Weile stehen und schüttelte den Kopf und beugte sich über das Gras. Dann harkte sie es zu sammen und stopfte eZ in den kleinen Sack, den sie mitgebracht hatte, und ging denselben Weg, den die beiden, der Große und der Kleine, vor ihr geZangen waren. Sie mußte- denselben Weg gcf ?n . . ., sie konnte nicht anders. Aber i$:e Schritte waren lang und furchtfern, und sie spähte jedesmal umher. H':ox sie den Fuß niedersetzte. So gelangte sie an die andere Seite des Hüg:ls. wo die alten Bäume standen, an dem Teich vorbei mit den weißen Li-li-n. Alles war still nur ab und zu kam ihr der Wind entgegen. Aber er war schwer und müde, er pfiff nicht, strich langsam ein Stück über die Ebene id legte sich wieder. Sie ging und ging. Das that ihr gut. Sowie sie einen Augenblick stehen blieb, wurde sie von Kälteschauern geRüttelt, und sie schritt rascher aus als vorher. Plötzlich aber ließ sie den Sack mit dem Gras fallen, und das Messe: entglitt ihrer Hand. Sie lauschte und lauschte, und ihre Augen erweiterter sich, ihre Lippen preßten sich aufeinander, so daß sie weiß wurden. Dann erwachte sie wieder und schütt leite gleichsam etwas von sich .ab, u:-.i sie trottete eiligst davon, weiter, wei !er. Ein langes Stück kroch sie an p.llen Vieren. Hinter einem alten Fich tenbaum hielt sie inne, erhob sich langsam, streckte den Hals, schüttelte danY den Kopf und schloß die Augen, al' rättc sie etwas Häßliches gesehen. Dann kroch sie zurück, fiel schließli.l um und blieb liegen. Der Teufel hat mich gepackt . . Allmächtiger Gott, steh' mir bei!" Sie blieb liegen, bis sie Schritt' hörte. Sie ließ sich nichts merken, bU sie neben ihr innehielten. Dann sah sie auf und strich sich über die Augen, als hätte sie geschlafen. Ach, du bist es, Kaare?" Der Mann kam einen Schritt näher Er trat einen Schritt zurück un sizirte sie scharf. Was fehlt dir?" O je, mir wurde so schwach." Und sie erhob sich und ging wie irr. Traum davon. Er folgte nach. Mi einem Satz war er vor ihr. Du hast heute wohl nicht Aane7. Gisle gesehen?" Die alte Frau antwortete nicht; siu starrte ihn nur mit offenem Munde an. Er trat, näher und fuhr fort, sie zu fixiren. Hast du Aanen Gisle heute geschen?" Hast du ihn gesucht?" stieß sie her oor. Da bohrke er seinen Blick in fcer. ihren. Hast ... du ... ihn gesehen?" frag c er heiser. Nei n," kam es so leise, daß ma:: es kaum hören konnte. Das wollte ich auch meinen." Die alte Frau wackelte mit dem Kopf, und ihre Lippen zitterten, alZ wolle sie weinen und könne es nicht. Oh je, oh je, eine alte Frau so zu erschrecken." Ich fürchtete nur, du hättest ihn gesehen. Denn... hättest du ihn gesehen .... dann wär' es mit dir vorbei gewesen .... verstanden, Hanna Seli!" Dann wandte er ihr den Nucken und ging langsam davon, drehte sich hin und wieder um und sah sie an. Dann schlenderte er weiter auf seinen starken, humpelnden Beinen, während die alte Frau zurückblieb und ihm nachsah mit weitgeöffneten, starren Augen, wie von einem schauerlichen Entsetzen gepackt. Qanna Seli wobnt nock. drinnen im Walde. Sie lebt allein und gehört zu denen, die vom Unglück heimgesucht werden. Sie hat keine Familie und keine Freunde, und neuerdings hat sie ihre gute Gesundheit zugesetzt. Aber all das wäre erträalick. wenn nur nickt das mit dem schlechten Gewissen dazugekommen Ware, das sie wunderlich macht wie diejenigen, die von heimlichen Sünden bedrückt werden. Niemand weiß etwas Bestimmtes... aber alle glauben, daß die alte ??rau etwas erzählen könnte von dem plötzlichen Verschwinden des tauben Aanen Gisle. Vor dem Gericht hat sie allerdings geleugnet, etwas davon zu wissen aber das eine oder das andere könnte sie doch wahrscheinlich erzählen. Etwas, was ihr Gewissen beschwert, das sie aber trotzdem nicht zu sagen wagt. Sehr musikalisch. .Ist Ihre Frau musikalifck?" Gewiß, sie fährt jetzt blo noch mit dem Harmonuazug."
Sie reisen an die Zee!
Humoreske von E. Fourier. Deutsch von A. Friedheim. Herr und Frau Schlächtermeister Rigodon. deren Geschäft in der Amsterdamerstraße lag. hatten seit langer Zeit, den sehnlichen Wunsch, das Meer zu sehen. Immer wurde in ihrer Gegenwart vom Strand, vom Meer gesprochen und sie konnten nicht mitsprechen. Sie mußten schweigen, während ihre Nachbarn, der WeinHändler Kravendar und seine Frau des langen und breiten zu erzählen wußten, wie es gewesen, als sie vor zwei Jahren einen Tag in Havre gewesen waren. Das war für die Rigodons eine Demüthigung, die sie nicht länger ertragen konnten! Es fiel ihnen ein, daß sie in der Bretagne einen entfernten Verwandten besaßen, einen Vetter, so nach dem Scheffelerbsensystem noch mit ihnen verwandt; der lebte in Parame an der See; den wollten sie besuchen und ZU dem 5Zweck einen der Ertrazüge benutzten, welche die Eisenbahn um oie ett der Sommerreisen emzu stellen vkleat. Die projektirte Reise wurde das einzige Gejprachsthema der Nlgo dons. Wir werden drei Tage nicht im Geschäft sein", sagte Frau Rigodon zu einer Kundin, während sie sür zeyn Pfennige Schweizerkase em wickelte. Sie fahren wohl zu einer Hochzelt'i" fragte die Käuferin neugle ria. O nein, einer SSo&xtii weaen wür den wir nicht beide im Geschäft fehlen. . . wir wollen an die See. Da sind Sie aber zu beneiden. Frau Rigodon. wenn Sie sich eine soicye irtctfc leisten können , en?gegnete die Kundin mit neidischem Ton. Und der Be- und Verwunderung war kein Ende: Ja. wer's auch so gut hätte !" . . . Das muß schön sein!" Schrecklich schön soll es sein!". . Zu nah heran darf man sich nicht an das Meer wagen! Zur anderen sagte Frau Rigodon: Es ist wirklich nicht möglich, den ganzen Sommer in Paris zuzubringen. Wir reisen in diesem Jahr: wir gehen an die See." Herr Rigodon war in seiner Freude weniger mitthellsam. Er beschrankte sich darauf, dem jungen Kommis alle möglichn Verhaltungsmaßregeln zugeben. Während wir an der See sind, mußt Du von Deinen Därmen das Fett loslösen." .Jawohl." Dann mußt Du Deine Füße abkochen und einpökeln." Jawohl". Wenn ich zurückkomme, will iaz Deinen Kopf ganz sauber und mariniert vorfinden." Gewiß, Meister, es soll alles geschehen." Abends, wenn das Ehepaar allein war. erzählten sie sich gegenseitig, wie sie, sich das Meer dächten. Frau Rigodon stellte es sich stets in Unruhe vor, mit haushohen Wellen, die mit furchtbarem, donnerähnlichem Geräusch an den Strand schlugen und alle Fenster zehn Meilen weit in der Runde klirren ließen. Rigodons Ansicht war eine andere, ruhigere. Er hatte gehört, daß das Wasser des Meeres salzig sei; nun beschäftigte ihn hauptsächlich die Frage, ob sich das Salzwasser njcht zum Conserviren von Schweinefleisch benutzen ließe; die Schlächter in Parame verwenden es doch gewiß, so ging's Herrn Rigodon durch den Sinn. Vier Wochen vor der Reise beschäftigte sich Frau Rigodon schon mit den Vorbereitungen, sie war nie aus ihrem Pariser Viertel herausgekommen. Nur war sie in großer Verlegenheit, was mitnehmen, was zu Hause lassen. und wenn Herr Rigodon sie nicht verhinderte, so hätte sie am liebsten ihre ganze Garderobe mitgenommen. Endlich beschränkte sie sich auf einen großen Koffer, der mit Kleidern, Wäsche und Hüten vollgepackt war. Es sah aus, als wollte sie eine Reise um die Welt unternehmen. Das Ehepaar nahm dreitägige Billets bis nach Sankt Malot und ließ das Geschäft schweren Herzens unter der Aufsicht des Kommis und des Mädchens. Beide erhielten unzählige Ermahnungen und Verhaltungsmaßregeln. Der Zug fuhr um sieben Uhr früh; um vier Uhr gingen Herr und Frau Rigodon aus dem Hause. Sparsam, wie Herr Rigodon war, trug er mit dem Kommis den Koffer zur Bahn. Ganz erschöpft von der Last, langte Herr Rigodon auf dem BahnHof an. Frau Rigodon hatte einen Riefenproviantkorb gepackt. Würste und Schinken und Sülze, ein ganzes Brot und zwei Literflaschen mit Wein waren dazugefügt worden. Die Restaurants lassen sich alles so theuer bezahlen!" Rigodons stiegen m em Coupe dntter Klasse, in dem schon viele Reisende waren. Einige rauchten: der Rauch schnürte Frau Riaodon den Halö zu. Sie, glaubte ersticken, zu.
müssen, und da sie den Korb auf dem
Schoß halten mußte, so fühlte sie sich t1m .. .. rtje. ' ' ' 17
jny. uuucyugucg. Rigodon faß zwischen zwei dicken YÜrttn i L rs.. ü'ii uuycicui, uno oas Ätvmen VnitK rjc, vuivt lifui Israel. Frau Riaodon fcklua ihnm MINNvor, etwaszu essen. Sie machte den oro aus und entnahm ujm eaiatni, Brot und Wein. Die Mitreisenden hielten sich die Nasen zu und fingen an laut zu prolllli.CU. Was rieöt denn bier so?" saate eine Frau und sah Frau Rigodon iqars an. Nanu. tb.i ist dock tirnt ??leisck Waaren - Ausstellung", bemerkte ein Dritter. Allgemeines Hallo und Ge lächter entstand. Rigodons machten verschüchtert den aozti wieder zu uno wagten nicht zu enen. Es war eine troviscke .fiifce. . . Rigodons Sehnsucht nach dem Meer wurde fast verdränat durck das Bedauern, solche Fahrt unternommen zu qaDzn; es war lynen geraoe, a:s wurder: sie lebendig nicht mehr nachSankt uJlaio kommen. Aber sie kamen doch an; um elf Uhr Abends, ganz erschöpft, in Schweiß gebadet, hungrig und so verstaubt, daß ihreGesichter ganz schwarz waren. Es .regnete. Der Vetter erwartete sie. Nach den üblichen Begrüßungen fragte Frau Nlgodon, die sich kaum noch aus den Fußen halten tonnte, ob es bis Parame noch weit sei. Ach nein, wenn wir ein bißchen stramm zugehen, ist es nur noch eine gute Stunde. Von neun Uhr ao fabren die elektriickien ÜHanrn nickt mehr; so müssen wird schon zu Fuß geyen. Das war ein arger Schlag für Rigooons. Und unser Gepäck?!" rief Frau Rigodon. Ja, habt Ihr denn für einen Tag Geväck mitaebrackt?" Man muß doch was anzuziehen haben, entgegnete Frau Rigodon aus die Frage des Vetters. Auf seinen Rath wurde dann der r? -r r . 3 .."n v . cr atoijci ausgcioji uno ocirn spani des Baynyoses zum viusoewayren oe vonirt. . ??rau Riaodon stuft einen tiefen Seufzer aus: ihr bestes Kleid lag im osser. Nei tmim nnknltenden vrübre gen stampften sie auf der aufgeweicht ten Landstraße nach Parame und langten dort so gegen zwei Uhr Mo: gens, vis aus me Haut vurcynaiZi, an. Am nächsten Tag standen sie gegen elf Uhr auf. . . verdrießlich - waren die Gatten, und ... es regnete noch immer zu, derselbe feme Spruhre gen. Na, endlich würden sie ja doch das Meer sehen! Der Vetter führte sie an den Strand. Es war ganz windstill, kein Lüftchen regte sich. Das Meer laa alatt und regungslos, als wäre Oel darauf gegossen worden. Kaum, daß aanz. aanz kleine Well chen zu sehen waren, die im Sande verliefen. Unter ihren Regenschirmen rissen die Reaodons die Augen wen aus. Das ist das Meer?!. . . Na, das ist auch was recht's!" rief Frau Rigodon enttauscht. Seit Monaten träumte sie nun von haushohen, wildschäumenden Wellen, 1 ' . w rf von furchtbarem (stürm, von iSchiss bruch, von Menschen, die in dem tobenden Element umkamen, und nun zeigte man ihr einen friedlichen, stll len, langweiligen See! Wann kann man denn einmal ei nen Sturm sehen?" fragte sie. Ach, dann können Sie manchmal drei Monate drauf warten. Jetzt ist die Jahreszeit nickt danach; um diese Zeit ist das Meer immer ruhig." Riaodon bückte sich, schöpfte et was Wasser in die hohle Hand und führte es zum Mund, um zu sehen, ob es wirklich salzig sei. Hm, hm", meinte er dann mit Kennermiene, zur Lake ginge es wohl zu verwenden. Die Ebbe trat ein, und bald blieb nur noch der feuchte, schlammige Sand, in dem man bis an die Knöchel versank. Wir wollen fort, das ist ja scheußlich!" nef Frau Rigodon. Plötzlich schrie sie entsetzt auf: sie hatte eine Seekrabbe gesehen. .Ack. die gräßlichen Thiere! Auch Rigodon war, genau wie seine Frau, vollständig enttauscht. Am selben Abend fuhren sie , ab. Von ihrer Sehnsucht nach der See waren sie für Lebenszeit geheilt. Nichtsdestoweniger konnte Frau Rigodon nicht genug erzählen, als sie wieder hinter dem Ladentisch stand. O, wenn Sie wußten, wie wundervoll das .Mr ist", sagte sie begeistert und paßte auf, wie schwer die Eervelatwurst war, die auf der Wage lag. Es thut uns nicht leid, daß wir die Reise gemacht haben!" Haben Sie denn auch gebadet?" El natürlich, wir werden doch nicht an die See gehen, ohne zu baden. Wundervoll war es." Seebäder sollen ja so kräftigen." .Ja. gewiß. : . Seebader thun dem Körper sehr gut; denken' Sie kack nur: Salzwasser conlervirt ial"
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