Indiana Tribüne, Volume 29, Number 299, Indianapolis, Marion County, 11 August 1906 — Page 3

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Bolkskertrctung Bom Schah für das persische Reich gclvahrt.

Hohe Pathcn. Passagicrdampfer aufgelaufen. Gcueralstochter als Terrv' ristin. Ver. Staaten werden ihr Recht behaupten. Schah gewährt eine Volksvertretung. Zn Schutz und Nutz. Schlimmer Gast. Haarsträubende Tiebercien. Ein Kardi nal geohrfeigt. Grlklzstrcitigkcitcn. Franz Joseph's Reisepläne.

Persien. Schah gewährt eine Volks Vertretung. Teheran. 10. August. Der Schah von Perstm hat heute dem Lande eine Volksvertretung bewilligt, welche alle Civil' und ttonöitutionelle.Gesetze berathen und annehmen soll und die vom Schah unterschrieben, in Kraft treten sollen. Die Volksvertretung wird aus einer gleichen Anzahl von Prinzen, Geistlichen, hohen Beamten, Adelsgeschlechtern, Kaufleuten und Ver tretern der Korporationen zusammen gesetzt werden. Die Sitzungen dersel den werden in Teheran, der Hauptstadt des Lande?, alljährlich stattfinden. Anlaßlich dieses für Perfien hochbedeu tenden Ereignisses Hot der Schah be stimmt, daß der 10. August in jedem Jahre als NattonalFeiertag im gan zen Reich gefeiert werden soll. Deutschland. Hohe P a t h e n. Berlin, IC. August. Wie man heute in Erfahrung gebrachthat, haben König Edward von England, Kaiser Franz Joseph von Oesterreich und Zar Nikolaus von Rußland Pathenstellen bei der Taufe ves GroßlohneS des Kai fers Wilhelm übernommen. Der kleine Prinz erfreut sich einer vorzüglichen Gesundheit und die Vorbereitungen zu seiner Taufe am Montag, den 27. August, werden mit großem Eifer ge. troffen. ZuSchutz undNutz. K ö n i g S d e r g, 10. August. In einer Versammlung deS Fleischerver bände, welche heute hier stattfand, wurde beschlossen, die Reichsregierung um Vorsichtsmaßregeln anzugehen, da mit der deutsche Flchchhandel vor un skrupulösem amerikanischem Export ge schützt werde. DaS Geringste, das ver langt wird, ist eineSperre gegen fremd ländisches Schmalz und Talg und daraus fabrizirte Waare, Verbot der Einfuhr von Fleisch in Fässern und die NichtVerwendung von fremdländischem Büchsenfleisch für die Armee oder Ma. rine. In Anbetracht der Thatsache, daß die Zunahme der Fleischpreise eine beschränkte Produktion verursacht hat. wird die Regierung ersucht, die Einfuhr von dänischem, holländischem und fran zösischem Schlachtvieh in den Bezirken Deutschland?, welche an jene Länder grenzen, zuzulassen. Der deutsche Fleichverband zählt 33,000 Mitglieder. England schreitet ein. Berlin, 10. August. Der neu. liche Aufstand in Natal und die jktzigen Unruhen in Kapstadt haben die eng lische Regierung endlich zum Elnschrei ten gegen die farbigen amerikanischen Missionäre veranlaßt, welche Südafrika seit zwei oder drei Jahren nach allen Richtungen durchstreifen und die Ein geborenen mit dem Motto: Afrika für die Afrikaner- gegen die Europäer auf. stacheln. Da da? hiesige Kononialamt schont vor längerer Zeit Beweise dasür erlangt hatte, daß die Rebellkon in Deutsch Südwestafrika ihren Haupt, gründ in den Hetzereien der schwarzen .GlaubenZboten" hatte, war der eng lischen Regierung ein gemeinsames Vorgehen gegen diese gefährlichen Hetzer vorgeschlagen worden. Man wollte je doch in London, da man sich über den Ausstand in der deutschen Kolonie weid l!ch freute, davon nichts wissen. SchlimmerGaft. Hilde öhe im, 10. August. Unter den Mannschaften deS hier gar nisonirenden Infanterie Regiments von VolgtZ.RHetz (3. Hann.) No. 79, ist die Malaria auSgebrochen. Dieselbe soll durch Angehörige der Südwest Afrikanischen Schutztruppe, die auf ihrer Rückkehr in Hlldeöheim geweilt, eingeschleppt sein. Seitens der MM tär.Verwaltung sind sofort umfassende Vorkehrungen getroffen worden, um eine Verbreitung der tückischen Krank heit zu verhindern.

Rußland. Generalstochter als T e r r o r i st i n. Odessa, 10. Aug. Ein unze. führ 18 Jahre altes elegant gekleidetes Mädchen nahm heute Morgen ein Zim mer im Hotel St. Petersburg. Gegen Abend fragte dasselbe den Hotelportier, wo da Palais des General. Gouver neurZ KaulbarS liege. Der Portier zeigte dem Mädchen das ganz in der Nähe liegende Palais, woraus dasselbe dahin ging. Nur wenige Schritte vom Palais entfernt, ließ es eine Handtasche

fallen und eine gewaltige Detonation erfolgte. DaS Mädchen war wie durch ein Wunder von der Bombenexplosion unverletzt geblieben und kehrte in'S Hotel zurück. Bald darauf hörten mehrere Hotelangeftellten einen Schuß fallen und nachdem die geschlossene Thüre geöffnet war, fand man daZ Mädchen in seinem Blute schwimmend auf dem Fußboden im Zimmer liegen. Bei Untersuchung der Sachen der Un bekannten, fand man Briefschaften, die nachwiesen, daß die Todte die Tochter des Generals Printz sei. Wechsel im Oberkommando d e r A r m e e. St. Petersburg, 10. Aug. Obwohl sich die allgemeine Lage durch den Zufammenbruch der Streikbewe gung gebessert hat, meldet die Nowoje Wremja", daß es noch die Absicht des Kaisers sei, den Großfürsten Nikolaus Nikolajewitsch unverzüglich mit dem Oberkommando der ganzen Armee zu betrauen und damit die direkte Ver fügung über die Truppen, welche die besonderen KorpS und Divisionen bil den, in seinen Händen zu konzentriren. Die Zeitung fügt hinzu, die Bekannt, machung der Ernennung deS Groß fürften fei in wenigen Tagen zu erwar ten, doch werde die neue Befugniß ihn nicht zum Diktator machen, da die ad miniftrativen Funktionen in Händen des Kriegsministers bleiben würden. ES heißt,- daß Kriegsminister Rüdiger gegen den geplanten Schritt des Zaren entschieden protestirt habe, waS zu der Meldung, daß General Trepoff sein Nachfolger sein würde, Anlaß gab. Allem jetzigen Anschein nach wird jedoch General Rüdiger auf seinem Posten bleiben. Neufundland. Grenzftreitigkeiten. St.JohnS, 10. August. Die Re. gierung von Quebec, welche im verflos senen Jahr in Hamilton Inlet eine An zahl Inspektoren zur Untersuchung der Bauholzwälder unterhalten hatte, hat heute 40.000 Baumstämme mit Be schlag belegt, welche von einer daselbst auf Grund eines Kontrakts mit der Re gierung von Neufundland arbeitenden Gesellschaft geschlagen worden find. Die Regierung von Quebec macht auf das erwähnte Territorium Anspruch, wäh rend Neufundland das Gegentheil be hauptet. Durch diesen Zwischenfall wird der latente Grenzftreit zwischen Canada und Neufundland in ein aku teS Stadium gedrängt, welches baldige Vermittlung seitens der Londoner Re gierung nothwendig machen dürfte. Brasilien. Panamerikanische C o n greß. RiodeJanairo, 10. Aug. In dem Bericht des Unterausschusses der panamerikanischen Konferenz bezüglich der Reorganisation des Bureaus der amerikanischen Republiken wird em pfohlen, dasselbe zu einem beständigen VerbindungSgllede zwischen den Konfe renzen, fetale zu einem Organ für die Erlangung von Information über wis senschastliche konsulare und öffentliche Verhältnisse zu gestalten. Das Kom mlttee für internationale Verträge nahm heute den Vermittlungsvertrag bezüglich pekunitärer Ansprüche an, und zwar behielt er die in der panamerika Nischen Konferenz in Mexico ihm gege bene gorm mit geringen Abänderun gen. '

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Großadmiral Prinz Heinrich. Kaiser wird Grobadmiral v. Köster feierlich verabschieden. Kiel 10. August. Von beftun terrichteter Seite verlautet, daß Kaiser Wilhelm als offiziellen Schluß der dem nächftigen großen Manöver der Flotte einen besonders wichtigen Akt in Aus ficht genommen hat. Er wird bei der Gelegenheit den Großadmiral v. Küster, den verdienten Chef der aktivenSchlachZ flotte, in feierlicher Weise verabschieden und das Kommanoo an seinen Bruder, den Admiral Prinzen Heinrich von Preußen, übertragen. Diese Aenderung in der Leitung der Marine war schon vor längerer Zeit ge plant, und man erhielt Kenntniß da von, als Großadmiral v. Küster in das preußische Herrenhaus berufen wurde, eine Ehrung, die nur dann einen Zweck Balte, wenn Herr v. Küster sich in der That an den Verhandlungen der ersten preußischen Kammer hetheiligen konnte. Prinz Heinrich löst damit den Admiral v. Köster zum zweiten Mal ab. Letz terer war Ches der Marineftation der Ostsee, ehe er Ende August 1903 an die Spitze der Schlachtflotte trat. Und Prinz Heinrich rückte damals von der Stellung des Chess deS ersten Geschwa derS der aktiven Schlachtflotte zu seinem jetzigen Posten an der Spitze der Ma rineftation der Ostsee auf. Serbien. Haarsträubende Diebereien. Belgrad, 10. August. Hier ist soeben ein haarsträubender Sumpf von Korruption aufgedeckt worden. Die bekannte französische ttanonenfabrik SchneiderCanot hat an die serbischen Minister, um die Firma Krupp aus dem Felde zu schlagen, zwei baare Mil lionen Francs BeftechungSgelder be zahlt. Dies ist bereits festgestellt, obgleich die Untersuchung, welche Zweifel loS weitere sensationelle Enthüllungen bringen wird, kaum begonnen hat. Italien. Ein Kardinal geohrfeigt. Rom, 10. August. Ein unliebsa. meS Abenteur erlebte nach, einer Depe sche heute Morgen der greise Kardinal Dolla Volpe. Beim Verlassen deS 23atikanS näherte sich dem Kirchenfürften ein Mann Namens Barbacci, -um ihm eine Rechnung zu Präsentiren. AIS der Kardinal beftritt, den Betrag zu schul den, wurde er von dem ungestümen Mahner geohrfeigt. Der Mensch er griff hierauf die Flucht, wurde aber später verhaftet. ) Oesterreich'Ungarn. Kaiser Franz Joseph's R e i s e p l ü n e. Wien, 10. August. ES verlautet hier auf daS Bestimmteste, daß Kaiser Franz Joseph zu Ende September den Mavövern der öfterreichischungarischen Marine auf der Höhe von Pola beiwoh nett wird. Er besucht darnach Liffa, die westlichste der an der dalmatischen Küste liegenden österreichischen Inseln, in deren unmittelbarer Nähe am 20. Juli 1866 die große Seeschlacht zwischen der österreichischen und der italienischen Flotte ausgefochten wurde. Der Mo narch wird bei der Gelegenheit des Sie gerö, deS am 7. April 1871 verftorbe nen Admirals Freiherrn Wilhelm von Tegetthoff, in ehrender Weife gedenken. Hierauf wird der Kaiser Ragusa in Dalmatien und die Herzegowina be suchen. Vielleicht wird sich die Fahrt bis nach Bosnien ausdehnen. ES ist daS der erste Besuch deS Kaisers in den okkupirten, ehemals türkischen Provin zen, welche durch den Berliner Vertrag vom 13. Juli 1873 der österreichisch ungarischen Regierung zur Verwaltung und militärischen Besetzung überlagen worden sind. SzoreN'Jnseln. Passagierd am p ser auf gelaufen. Ponta del Gada, 10. Aug. Der Dampfer Brooklyn von der ZottiLinie, mit!330 Auswanderern von MÜfeilleS nach New York an Bord, lief heute in diesem Hafen auf Grund. Mehrere größere Schlepper dampften sofort zur Unterstützung des Brook lyn" ab und versuchten, ihn in tiefes Wasser zu bugstren. Es wurden die größten Anstrengungen gemacht, ihn abzuschleppen, aber alle Bemühungen waren erfolglos. Der Brooklynliegt heute Nacht noch fest. Gefahr für die Passagiere ist nicht vorhanden, da eine größere Anzahl kleiner Dampfer in der Nähe des ausgelaufenen Schisses ankern.

Ein Dricfmarkrnhaus.

In dem Oertchen North Berstead. einem Dorfe in der englischen Grafschaft Sussex, liegt das Wirthshaus Zur aufgehenden Sonne," das zu den merkwürdigsten und interessantesten Gebäuden der Welt gehört. Aeußerlich unterscheidet sich das Haus durch nichts von den Tausenden von Schenken, die sich in England vorfinden, doch das Innere trägt ein so eigenartiges Gepräge, daß alljährlich wahre Karawanen das Wirthshaus zum Gegenstand ihrer Besuche wählen. Seit langen Jahren hat Richard Sharpe, der Besitzer, ein Kenner alter Briefmarken, seine Mußezeit dazu benützt, di Wände und Decken der Zimmer mit Briefmarken aller Länder und Staaten der Welt vollzukleben. Er ging dabei so eifrig zu Werke, daß es äugenblicklich nur wenige Stellen im Hause gibt, die nicht damit bedeckt sind. Außerdem ist nicht nur jedes Zimmer des Gasthauses mit Briefmarken beklebt, sondern auch die Stühle und Tische sind in ähnlicher Weise ausgeschmückt. Die Briefmarken bilden nämlich Bilder, welche die Bewunderung der Vesucher erregen. Der Wirth kam auf diese Idee, als man in England den Gedanken anregte, zum Jubiläum der Königin Viktoria im Jahre 1887 eine Nationalstiftung zu begründen. Er wünschte das Jubiläum auf seine besondere Weise zu feiern, und so verwandelte er zunächst das Gastzimmer seiner Schenke in einen Jubiläumsmarkenraum, indem er eine große Sammlung ausländischer Marken mit dem Bildniß der Königin an allen möglichen Ecken und Enden aufklebte. Trotzdem brauchte er, um das Zimmer so herzustellen, wie es jetzt aussieht, fünf Jahre, und die Ausdauer, die er bei diesem originellen Unternehmen an den Tag legte, ist wirklich zu bewundern. Jeder Zoll der Wände und der Decke ist mit Briefmarken bedeckt, die so sorgfältig arrangirt sind, daß sie die interessantesten Bilder darstellen. Als Sharpe mit seinen Zimmern fertig war. hatte er noch viele Briefmarken übrig; aus diesen machte er Bänder. Schleifen und chinesische Lam pen, die er von einer Wand zur anderen aufhing. Auch die Thüren und Gänge, die in dieses Zimmer führen, sind mit Briefmarken geschmückt. So ist namentlich eine Thür mit seltenen australischen Marken bedeckt, die Sharpe schon längst für schweres Geld hätte verkaufen können. Im Garten ist ein kleiner Pavillon ähnlich ausgestattet. Wenn man bedenkt, daß jede Briefmarke einzeln befestigt werden mußte, und daß jede derart zu arrangiren war, daß sie einen Theil eines bestimmten Bildes darstellte, so wird man begreifen, daß das Werk kein leichtes war. Die bisher benutzten Marken schätzt Sharpe auf mehr als 3,000.000 Stück, deren Werth er auf etwa 40,000 veranschlagt. Viele Marken hat er selbst gesammelt, während ihm andere von Leuten aus allen Theilen der Welt zugeschickt wurden, die von seinem Unternehmen gehört hatten. Sackweise treffen oft die Marken ein. Wie groß das Interesse an diesem eigenartigen Werke ist, geht daraus hervor, daß das Wirthshaus zwecks der Besichtigung von ungefähr 200.000 Personen jährlich besucht wird. Viktor Emanucl und die Anarchistm. Im Anschluß an das in Ancona geplante Attentat gegen König Viktor Emanuel von Italien bringt der Jx$u garo" einige interessante Einzelheiten über die Art und Weise, wie sich der König bei seinen Ausflügen gegen anarchistische Attentate schützt. Seine erste und beste Schutzwehr ist ein Automobil, das auf seinen Befehl, wenn er es nicht selbst lenkt, so schnell fährt, daß die den König auf. dem Rade begleitenden Sicherheits - Mannschaften ihm nicht zu folgen vermögen. Eines Tages nun befand sich Viktor Emanuel im Automobil des amerikanischen Botfchafters Meyer, der selbst das Fahrzeug lenkte. Plötzlich und unvermittelt fragte ihn der König: Wanim fahren Sie so langsam?" Um Ihre hinter uns radelnden Gendarmen nicht zu ermüden. Majestät war die Antwort. Glauben Sie denn," rief ihm darauf der König entgegen, daß ich auf ihren Schutz rechne? Die armen Teufel werden nur einmal die Nachricht von meiner Ermordung in den Quirinal zu bringen haben; vertheidigen muß ich mich schon allein." Dabei zog der König einen neuen Revolver aus der Tasche. Auch ich möchte Eurer MaZestät den Beweis liefern," bemerkte darauf der Botschafter, daß ich nicht auf den Schutz der Polizei rechne." Mit diesen Worten öffnete er einen Kasten neben dem Sitze des Fahrers und zeigte dem Könige eine Anzahl von Revolvern verschiedenen Kalibers. 4 Gedankensplitter. Wahrlich, leichter ziehst du einem Narren Alle Zähne aus, als seinen Sparren! Wenn man dich auf dem Meere deS Lebens untergehen sieht, dann thun alle so, als könnten sie nicht schwimmen. Zn früher Beifall ward manchem Talent zum Fallbeil. Wer den Hut zu tief zieht, dem geschieht eanz recht, wenn ihm einer einmal ein Trinkgeld hineinwirft. . Je kleiner der Ort desto größer da Stgiß.

Die Dlive. Tie Heimath der ffrucht und ihre Berw,r. thung-ProsttabltS Unternehme:,. Der Süden Europas, die Sabinischeu Vorberge, die toskanischen Thä. ler, besonders aber der Küstenstrich der Ponente zwischen Cenua und Cannes, find die Heimath des Olivenbaumes. Schon der Baum an sich ist des Be, sehens" werth. Aus zertheilten Wurzeln wuchert der knorrige Stamm cmpor, um sich schon in geringer Höhe in eine breite, streiche Krone auszudehnen. Oft scheint der Stamm in mehrere Stämme zertheilt, oft ragt er s'äulenartig empor, manchmal verdiät er sich in kopfähnlichen Auswüchsen zu erheblichem Umfang. Im Frühjahr bemerkt der Beobachter, daß in dem Silberlaube, das den Winter überdauert hat, sich neues Leben, neues Wachsthum meldet. Bald brechen die Blüthen hervor, die sich indeß nur eines kurzen Daseins erfreuen; an Stelle der Blume tritt die Frucht in Gestalt eines winzigen grünen Knöpfchens. Nun bedarf es der Sonne des Südens, um die Olive wachsen gu lassen. Wehe, wenn starke Regenguß e, wenn heftige Stürme die Anfänge bz Fruchtbildung zerstören. Aber nur in seltenen Fällen gelingt es den Unbilden der Witterung, in dieser Zeit jede Hoffnung auf Ernte zu zerstören. Mag hu Boden unter dem Baum auch bedeöi sein von den kleinen grasgrünen Kügelchen, immer noch trägt dieser genin Früchte in seinem blendenden Laubwerk versteckt. Von Monat zu Monat vergrößert sich die Beere. Schon im Frühherbst hat sie ihre natürliche Größe erreicht, aber erst gegen Ende Oktober beginnt die Zeit der völligen Reife, die der Frucht eine röthlichbraune bis schwarze Farbe gibt. Im November ist die Olive in guten Jahren soweit, daß mit der Ernte begonnen werden kann. Die eingeheimsten Früchte wandern nach den Olivenmühlen, wo schwere eiserne Mörser sie zu Brei zerstampfen, der fortwährend mit heißem Wasser aufgegossen wird. Die so entstandene Masse wird nun in bastgeflochtene ringförmige Schläuche gefüllt, die Ringe werden aufeinandergelegt und schmiegen sich unter dem Druck einer Presse immer enger aneinander, so daß aus dem Flechtwerk trüber rother Saft quillt, der sorgsam in ein großes Faß geleitet wird. Wiederum begießt man das so ausgequetschte Mark der Frucht mit kochendem Wasser, um auch das letzte Tröpflein des dunklen Blutes der Olive auszupressen. In großen Bütten dampft nun die undurchsichtige Brühe. Je mehr sie erkaltet, desto mehr zeigen sich spiegelnde Fettaugen auf der Oberfläche. Behütsam streift man mit flachen Schöpflöffeln darüber und nimmt so das erste Oel aus dem Saft der Olive. Aber noch ist das Oel nicht gebrauchs- oder versandtfähig. Erst wird es in ein weites, offenes Faß gefüllt. Tage vergehen. Das reinste Oel steigt zur Oberfläche, das mit Fremdkörpern versetzte fällt auf den Boden. Wieder beginnt man abzuschöpfen Nun ergeben sich die verschiedenen Qualitäten. Das oberste Oel ist das beste. Das unterste ist trüb und schmierig. Es wird nicht mehr als Speiseöl verwendet. Trotzdem besitzt es einen gewissen Werth, da es natürlich für gewerbliche Zwecke gut verwendbar ist. Ja. selbst das ausgepreßte Mark ist noch nicht unbrauchbar. Es ist ein vorzügliches Feuerungsmaterial. In mittleren Olivengegenden, wie z. B. in der römischen Provinz, verzinst sich der Oelbaum mit 20 v. H. bei einer schlechteren Ernte; mit 40. ja sogar mit 50 v. H., wenn das Jahr ein besonders glückliches gewesen ist. In den Krater. Ein junger japanischer Edelmann Namens Aamada Nokuma, welcher Selbstmord beging, indem er sich in den Krater des Aso-Bulkans stürzte, hinterließ folgenden merkwürdigen Brief, der am Rande des Abgrunds in seinem Notizbuch aufgefunden wurde: Der stärkste Wille ist der. der sich ruhig dem Tode überliefert, welcher die Menschen sonst schon schaudern macht, wenn sie nur davon hören. Die meisten Leute sind Feiglinge, die sich vor dem Tode entsetzen, mögen auch ihre Verhältnisse noch so verwirrt sein. Die Gesellschaft ist nur ein Schlachtfeld von Sorgen und Leiden, und ihr ganzes Leben hindurch sind die Menschen, gkich hungrigen Dämonen, von marterndem Zweifel genährt. Ach, wie gering und jämmerlich ist so!ch ein Menschenleben! Die hohen Vergspitzen ragen in den Himmel, der weite Ozean breitet seine unendliche Bläue aus. aber das Mcnschenleben ist wte der Thau des Morgens. wie das Aufzucken des Blitzes. Es wächst nur auf, um zu vergehen; es blüht empor, um zu welken. Alles Irdische ist in Dunkelheit versenkt, und niemand weiß, wonach er blicken soll. Gnade und Güte sind wie die jäh verschwindenden Gefühle eines Traums. Warum soll man sich mit endlosen peinigenden Gedanken quälen? Warum soll der Mensch weiterwandern in den Abgründen der beschmutzenden Sünde? Ist es nicht die gesegnetste Beendigung menschlichen Lebens, einzugehen in das Innere der Erde, am Busen der reinen Nawr zu ruhen und für immer den Staub des Daseins zu verlassen? Und weil ich so denke, gehe ich in iß" Scblund des Aso-KraterS!"

Aerzte.

Dr. Paul F. Martin, VraUischer Arzt und Chirurg. Sprechstunden: 11.00 12.30 1.30 4.00 täglich Sonntags: Auf Verabredung.' WNloughby Gebäude, 214 Kord Meridlin 2trei Tel.. Main 4414 Wohnung: 1205 NorvINew Jersey Str. Telephon: Main; Re SLU. Dr. LEO HERBERT Wiener Arzt. paut-, Geschlechts' u. Nervenkranlheile 10 Oft Ohi Straße Lter Floor. Reue Irf. 44. vrechftunden, 9 n, 24. 7 bend. 5)x j. A. 8utcliffet Wlmd'Arzt, i&tfält&xs; Uriti- nnvÄecwne Xranötzsitsn. QMkk ? !55 OS Market Cle. Tel.SU Olstce.Ctunden: 9 lii 10 Uhr Ein.; l lil 4 Uhr Nm. Dr. Carl Q. Winter Deutscher Arzt. thaudelt alle akute unb; chronische? Jtnrar&eitett. Sveziell Rheumatismus, Rtttmn und FraueN'Krankheiten. (Office : 14 weft Ohio Straße. Ossice.Stunden : 10-11 Vm. 3-4 Nm. Sonntags : 9.30 10.30 Vm. Tel. neu 43. Wohnung : 1250 Madiso Avenne Telephone : Alt. 2025. Neu, 9282. Karstadt Bros. Dampf-Färberei und Reinigungsanftalt. eaupt.Offtt: 1435 N. Illinois Str. Branche: 249 Virginia Ave. 205 Jndiana Ave. 218 N. Illinois. V&onf. EDWA11D W. MESSMEß, 1028 Madison Ave. Alleiniger Agent der berühmten Williams Pumpen N0 TRIX" "TO FIX". Sarantitt eine Holzvumpe an Eisen gemacht.' Reparaturen an Pumpen werden prompt nd bUli auigeskhrt. Reparaturen an Häusern wie Einlege neuer innen oder Anbringen neuer Ldslukrbhre au Lina oder galvanisirtem Eisen werden tt jeder Zeit gemacht.! Reinhold Stark, Haus-, Schilder-, ... .und. . . . Fresco-Maler, Holzmalerei, ( Graining ) meine Spezialität. No. 40 West Raymond Str. Neuer Telephon 733. Zuge ersten Ranges Schnelle Zeit! Zu bequemen Stunden ! 14 I? 6 6 tage zwischen Indianapolis und incinnati. Züge zwischen Jndianapolti und Dayton. Züge zwischen Indianapolis und Toledo und Detroit. Züge zwischen Indianapolis und Decatur, Illinois. 4 Züge zwischen Indianapolis Sprrngsield, Illinois. uns Parlor Waggon! an alle lagel und Schlaf aggon an allen Nacht-Zügen. Indianapolis Office:: Nklon Bahnhof und 8Nord Illinois St. R. P. lgeo, D. P. A. IM ERIE & WESTERII R. R. Gttdt'Tlcktt.Ofsict: 1 0ft Washington E. phone, 371. ....Fahrzeit der Züge... bsahrt nkunst vm. SS Toledo, khteazo und ichigav zpreZt 7.15 tio.15 Nm. Nm. koledo. TetroU Hicago ta......ti.so f s.m Nm. 7tau ichiaa iry, SBancfe .Lash,ttpl4 6.50 f f Täglich, nlgkuommen Vonutag.

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