Indiana Tribüne, Volume 29, Number 299, Indianapolis, Marion County, 11 August 1906 — Page 1

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Erscheint sben Nachmittag. Jahrgang 29. Indianapolis, Ind., Samstag, 11. August 1906. - No. 299.

ZZnuf volle Tage dauert die Staatösair.

Die Jndiana EtaaiLfair wird am Montag Morgen, den 10. September, für Besucher geöffnet werden und eine neue Anordnung verlangt, daß alle AuZstellungZ.Objekte schon bis 10 Uht des Morgens an dem Tage an Ort und Stelle sein müssen, widrigenfalls die. selben ausgeschlossen werden. Alle Au-fteller, welche in früheren Jahren erft mit ihren Waaren am Nachmittage des Eröffnungstages der Fair schienen, werden in diesem Jahre zurück gewiesen werden, wenn sie nicht bis 10 Uhr Vormittags da find. Seit über 50 Jahren hat der Staat Jndiana nur jedes Jahr eine dreitügige Fair in Wirklichkeit gehabt, da eS faft zehn Tage nahm, dieselbe zu arrangiren und in Stand zu setzen. Die Besucher erschienen meistentheilö erft in der Mitte der Woche und wenn eS dann ein oder zwei Tage schlechtes, regnerisches Wetter war, so blieb die ganze StaatSfair ein Mißerfolg. Von diesem Jahre an soll die Staatösair jährlich fünf volle Tage dauern. Polizeiliches. Der Pferdehändler George Keöler. 50 Jahre alt. 2715 North. western Ave., wurde geftirn unter der Beschuldigung der Fälschung von dem Thierschutzbeamten Al. Smith eingelocht. Derselbe soll ein Pferd an Frank Sheier, einen Fuhrmann, ver kauft haben, das er durch allerlei Me dikamente recht hitzig gemacht hatte. Nachdem dieselben ihre Wirkung ge than hatten, war.daS Thier nicht zu ge brauchen. Eine Anklage auf Diebstah! brachte gestern JameS P. Moore, 16 Jahre alt, 1527 Svruce Straße, Fred Kennedv, 16 Jahre alt. 1721 Shelby Straße, und Carl Russell, 16 Jahre alt, 1634 Naomi Straße wohnhaft, hinter Schloß und Riegel. Dieselben wurden von den Geheimpolizisten Hauser und Simon erwischt, als sie einen Waggon, oer auf den Union Geleisen stand, erbrochen und ungefähr 20 Flaschen Bier in ihren Besitz pachten. F r e d. A. M a x w e l l, 31 Jahre alt, Charles D. Anderson. 23 Jahre alt, von Chicago und JameS Bennett, 29 Jahre alt, von Iowa City, wurden gestern von den Geheimpolizisten Ger der, Manning und Samuels und dem B.'amten Wilson eingelocht, weil sie in betrunkenem Zustande auf der Straße herumbummelten. Eine Bürgschaft von $1000 wurde für ihre Freilassung ge. fordert, da man sie stark verdächtigt, das Handwerk der Taschendieberei zu betreiben. Unter gleichem Verdacht wurde Richard G. Whalon. 32 Jahre alt, von Chicago, von den Beamten Ormfton und Hoffbauer eingesteckt, der ebenfalls 'in bezechtem Zustande den Tag vergeudete. Seute Abend TurtelSuppe im Taubenschlag. Jacob Schulmeyer. Politische Arbeiter Partei. N e w B o r k, 10. August. Eine neue politische Partei, die sich die im abhängige Arbeiterpartei" nennt, wurde hier am Donnerstag Abend gegründet. Die Mitglieder aller Arbeiter.Unionen sollen h:rangezogen werden. Die Par tei will hauptsächlich darauf sehen, daß nur den Arbeitern freundliche Leute in die Legislatur oder zu anderen Aemtern erwählt werden. SüiffsnaSnSten. Cherbourg: Prinzeß Alice" von New York nach Bremen. Hamburg: Patricia" von New York via Dover. Bremen: Brandenburg" von Bal timore. Liverpool: Cedrlc" nach New York; Tymrkc nach Boston; Empreß ' os Britaill" nach Quebec.

Der Deöel ist zu.

County- und Militär-Behorden in ihren Bemühungen erfolgreich. Den vereinten Bemühungen deS She riffs Soulbler und des Kommandeurs der Jndiana National Garde, Generals Mcttee, ist eS gelungen, eine trockene Zone mit einem Durchmesser von einer Meile ringS um Fort Benjamin Har rison herum zu schaffen. Deputy.She'-' riffS und Militär-Patrouillen find be stündig im Dienst, um.den ungesetzlichen Verkauf von berauschenden Getränken in dieser Zone und im Lager zu ver hindern. Soweit die in der Nähe des Lagers etablirten Wirthschaften in Betracht kommen, ist der Zweck erreicht, anderer seit? hat eS jedoch bisher immer noch nicht verhindert werden können, daß fliegende Händler die Soldaten mit dem begehrten Stoff versehen. Diese Personen schmuggeln Schnaps und Bier in Körben und Fässern, die an scheinend mit Kartoffeln und anderen Vegetabilien gefüllt find, in das Lager und machen ein glänzende Geschäft; der Stoff ist schneller vergriffen, wie die sprüchwörtlich gewordene warme Semmel bei'm Bäcker. Vielleicht mag eS sogar vorkom men, daß National Gardisten zuerst ihren Bedarf an Spiritussen decken und dann auf Posten ziehen, um den Verkauf eben dieser Spiritussen in der Meilenzone verhindern zu helfen. Etwas unbedingt Gutes hat die Eta blirung der Meilenzone im Gefolge ge habt, und zwar in sanitär?: Beziehung. Wo die Wirthschaften und sonstigen VerküusSstände sich befanden, hatten sich in der kurzen Zelt, seitdem die Truppen im Lager sind, Unmassen von Fruchtreften usw. angesammelt, die iin beachtet weggeworfen waren, in Füul niß übergingen und durch ihren nichts weniger als angenehmen Geruch die Luft verpesteten. Nach der Vertreibung der Krämer hat eine gründliche Rei nigung der Umgebung des Lagers statt gefunden und die Möglichkeit deS Aus bruchS von Krankheiten im Lager in Folge der verdorbenen Luft ist jeden falls bedeutend vermindert. Neuer Kreuzzug gegen die Fleischhändler.' Obgleich die ersten Versuche der StaatS'Behörden. die Händler mit Fleisch und Wurstmaaren dafür zur Verantwortung zu ziehen, daß sie ihren Waaren gesundheitsschädliche Chemika llen zusetzten, kläglich scheiterten, hat die StaatS.GesundheitS.Behörde wie derum Proben von den Fleischstünden im städtischen Markthause entnommen, um dieselben zu analyfiren und im Fall wiederum schädliche Substanzen gefun den werden, gegen die betr. Händler von Neuem Strasverfahren anhängig zu machen. Die StaatZ.GesundheitS Beamten glauben nunmehr Erfahrun gen genug gesammelt zu haben, um eineBeftrafung herbeiführen zu können. Thierqnaler bestraft. Henry Wienke, 1529 Pleasant Str., wurde gestern im Polizei'Gericht wegen Thierquälerei zur Zahlung einer Geld strafe von $10 nebst Kosten verurtheilt, weil er ein dem LeihftallBefitzer Fred. W. Sanders gehöriges Pferd beinahe zu Tode gehetzt hatte. Sanders selbst. der Mitglied deS Thierschutz'VereinS ist, traf Wienke in der Nacht vom Don nerftaz zum Freitag in der Nähe deS Viadukts an der Virginia Ave.; das Pferd war so abgetrieben, daß eS kaum mehr lausen konnte. Er hielt den jungen Mann ax: und benachrichtigte die Polizei. Wienke gestand vor dem Polizelrichter seine Schuld zu und kam er deßhalb mit einer so gelinden Strafe davon. IHM i William Anderson, 13 Jahre alt. 411 Süd New Jersey Str. wohnhast, wurde gestern des Diebftahls beschuldigt, und prompt von dem Ve zamtenHaleyabgesührt.

Zwei Personen von durchgehendem Gespanne verletzt.

Gestern Mittag rvurde ein Gespann der Cigarrenfirma Deschler durch daS Getute eines um die Ecke an Pennsyl vania und WashingtonStraße fahrenden Automobils scheu und rannte davon. Der Kutscher H. Siebert. No. 302 Dorman'Straße wohnhaft, versuchte mit allen ihm zu Gebote sie henden Kräften, die Pferde zu halten; er wurde jedoch vor dem Grand Opera Hause aus dem Wagen geworfen und bis zur OhioStraße über das Pflaster geschleift, ehe die geängftigten Thiere zum Stehen kamen. Kurz vor der Ohio-Straße wurde Fräulein Anna Mercer, No. 515 Nord ,'Capitol'Avenue wohnhast, von den Pferden umgerannt und an beiden Hüsten bedenklich verletzt; sie wurde nach ihrer Wohnung geschafft. Sie bert, der am ganzen Körper Schräm men uud blaue Fleck- davontrug, wa? im Stande, allein nach Hause zu gehen. Kleine Stadtnenigkeiten. D e r S e k r e t ä r der StaatZgesund heitS.Behörde.Dr. I. N. Hurty erhielt von den lokalen GesundheitZBeamten aus allen Theilen deS Staates Zu schriften, daß der kürzlich begonnene Kreuzzug gegen die jeder Beschreibung spottenden Zustünde in den kleinen Schlachthäusern bereits gute Früchte getragen hat. Ueberall bemühen sich die Schlächter, große Reinigung zu hal ten, um ihre Schlachthäuser in eine Verfassung zu bringen, die den sanitären Vorschriften wenigstens einigermaßen entspricht. Merkwürdig ist nur, daß die Schlächter erft mit der Nase auf den Schmutz gestoßen werden mußten, ehe sie sich dazu bequemten, Wandel zu schaffen. E ö h a t fi$ bei der Untersu. chung der Bücher in dem Bureau des Staats Auditors herausgestellt, daß auch der Auditor JamcS H. Rice, der von 1883 bis 1837 im Amte war, mit Betrügen zwischen $15,000 und S20.000 im Rückstände ist. daS heißt diese Gelder, ohne eine betrügerische Abficht dabei zu haben, in seinem Nutzen verwandte, anstatt dieselben an die Staatskasse abzuliefern. Rice starb bereits im Jahre 1892 und fein Nach laß ist lüngst unter feine Erben ver theilt. Sein Vergehen ist dasselbe, wegen dessen der frühere Auditor Sher rick sich gegenwärtig im Zuchthause be findet. Die ExAudltoren Henderson und Daily find wegen desselben Berge henZ auf Rückzahlung der von ihnen angeblich unterschlagenen Beträge ver klagt. Jn'S Zuchthaus stecken kann man Rice nicht mehr und verklagen kann man ihn auch nicht, und - ob die Erben nach beinahe einem halben Men schenalter zur Rückzahlung gezwungen werden können, ist zum Mindesten fraglich. Alter schützt vor Thorheit nicht. Die Radlerpolizisten Bernauer und Kitzmiller nahmen gestern den 72jühri gen Henry JoneS, 1517 Roosevelt Ave, unter dem Verdacht elneS schweren SittlichkeitSverdrechenS in Haft. Joneö soll das lljührige Negermädchen Maud Kimble in eine Alley gelockt und fie dort thätlich angegriffen haben. Nach dem er seine Begierde befriedigt hatte. soll er dem Müd'chen 40 Cents gegeben haben mit dem Verbot, nichts über das Geschehene zu sagen. DaS Kind er zählte jedoch den Vorfall ihren Eltern, vorauf die Verhaftung erfolgte. Unfall. John Richardson, 2143 Eng lish Ave. wohnhaft, stürzte gestern bei der Arbeit an dem Hause, 2118 Oft Maryland .Straße von dem Dache, und zog sich cjji erhebliche Verletzungen zu. Beim Sturze riß der Unglückliche ein dicke Brett in die Tiefe, welches auf ihn siel und ihm eine schmerzhafte Wunde im Rücken beibrachte. Der schwer Verletzte wurde im Ambulanz Wagen nach seiner Wohnung gebracht.

Offenes Geständnis. Mit einem Korb voll silberner Mef fer und Gabeln, goldener Ketten, Rin gen und anderer werthvollen Gegen stände, kehrten gestern Nachmittag Ka pitän Bray, Detectiv Kurtz und Fran cis Reno, Inspektor der Fidelity & Casualty Eo. von New York, in Be gleitung des farbigen Gefangenen George CoufinS von Haughville zu rück. CoufinS wurde vor ungefähr einem Monat wegen Einbruchs ver haftet: auf der Polizeikation angekom men, gab der Farbige ein reumüthigeS Geständniß ab, innerhalb mehrerer Mo nate 25 Häuser heimgesucht zu haben. Unter diesen war die Wohnung von N. Carey. 1150 Nord Meridian Straße, wo der N:ger eine Beute an Schmuck sachen im Werthe von über 81000 machte. In Folge dieses Raubes erschien der Inspektor Reno, als Vertreter der Ge sellschast von New Jork, die hier im Traction Terminal Gebäude eine Filiale hat, und bet welcher Herr Carey gegen Diebftahl versichert ist, um eine nähere Untersuchung vorzunehmen. In geschickter und gewandter Weise verstand eS der Inspektor den Neger dahin zu bringen, ihm seine Verstecke zu offenba ren, wo er die gestohlene Habe aufge

speichert hält. Eines dieser Verstecke wurde gestern in dem Hause von Frau Ford, 945 Tremont Ave., in Haugh ville entdeckt, wobei mehrere Sachen, die Herrn Carey gehören, zum Vor. schein kamen. Gestern gegen 8 Uhr Abends hatte der Inspektor den Neger wieder im Kreuzfeuer, und werden heute wahrscheinlich weitere Berge von geraubtem Gut an'S Tageslicht beför dert werden. , m , Jndiana Wetter-Wochen-Bericht. Die Jndiana Abtheilung deS Ver. Staaten Wetter.BureauS hat soeben folgenden Wetterbericht für die am Montag abgelaufene Berichtswoche ver öffentlich!: Die am Montag Vormittag zu Ende gegangene Woche war bisher die wärm fte Woche der Saison. In Jndiana poliö betrug die tägliche Durchschnitts Temperatur 73 Grad, was etwa 4 Grad über dem Normalstand ist. Die ser Ueberschuß ergab sich auS zu vielm Sonnenschrin und gleichmäßig hohen TageS'Temperaturen, welche im Allge meinen nach dem 61. Juli von 90 bis 97 Grad rangirten. Die Minimal Temperaturen waren im Durchschnitt ungefähr normal, die niedrigste, 53 Grad, kam am 30. Juli in Plymouth, Marshall Co., und am 31. Juli in Markle, Huntington Co., vor. Berichte, die die WitterungSverhült nisse bis zum Samstag decken, geden an, daß im größeren Theile der nörd lichen CountieS reichliche Schauer fielen und daß dort der Regenfall im Großen und Ganzen hinreichend war. Da gegen fehlte es an solchem überall in d-r mittleren und südlichen Sektion des Staates; es fielen nur ganz leichte Schauer und im Allgemeinen herrsch ten sehr trockene Verhältnisse. Tele graphische Berichte, die am Montag Morgen aus denStationen der Welsch korn und Weizengegenden eingingen, zeigen an, daß in allen Sektionen des Staates zwischen Samstag und Mon tag Morgen lokale Schauer vorkamen, aber daß fie durchweg ungenügend waren. Einzelberichte aus südlichen Coun tieö lauten alle dahin, daß zu wenig Regen fiel und daß die ganze Vegeta tion unter der großen Dürre zu leiden hatte. Bau erlaubnißschein e. C. P. Owen, Wohnhaus, Arllngton, nahe Washington Str., $2000. I. Brown, Jrvington Ave., nahe Wash ington Str., 1977. R. H. Day, Reparaturen, 10151723 und 353 Nord Missouri Str., $400. H. Hoff, man, Wohnhaus, 1520 Olive Str., $900. Jvy M. Smith, Wohnhaus, 36 Nord Jrvington Ave.. $2300. Charles D. Pearson, Reparaturen, 127 Oft Wabash Str., $500. Robert I. Vryce. Wohnhaus. Höht Ave., nahe St. Paul Str., $500.

Behörde für öffentliche Arbeiten.

Endgültige Beschlüsse wurden gefaßt: Für Weftremite Macadam" Fahr straße in der Capital Ave., von der Jndiana Ave. bis zum Fall Creek. Für Asphaltirung des Fahrweges, Randsteine und Backstein. Gossen in der 22. Straße, von der Central Ave. bis zu der College Ave. ' Für Kanalifirung in der North Straße, von der Bright Straße bis zu der Alley westlich der California Str. Für Kanalifirung in der Alley öft. lich der Capitol Avenue, von der Ray Straße bis 400 Fuß südlich. Für Baästeinpflafterung deS Fahr wegeS und Randsteine in der Bird Straße, von der North bis zur St. Clair Straße. Für Eröffnung der Owasso Avenue, von der Michigan Straße bis zur Mill race Avenue. Petitionen wurden eingereicht: Für Cement-Seitenwege in der In diana Avenue, von der West Straße bis zum Fall Creek. Für Cement-Seitenwege, Backstein Gossen und Randsteine in der Nord California Straße, von der Michigan Straße bis zur Jndiana Avenue. Für Cement'Seitenwege in der New York Straße von der West bis zur der Blake Straße. Für Cement'Seitenwege in der Mi chigan Straße von der West bis zu der Blackford Straße. Für Cement'Seitenwege in der Black ford Straße von der Washington Ave. bis zu der Jndiana Avenue. Für Backfteingossen und Randsteine in der Douglaß Straße von der New York bis zu der Michigan Straße. Vorläufige Anschlüge wurden gutge heißen: Für Cement'Seitenwege, Randsteine und Rasenplätze in der Mctternan Str. von der Buchanan bis zu der Sanders Straße. Für Cement'Seitenwege und Rand steine in der Karcher Straße von der Meridian bis zu der Union Straße. Entgültige Anschlüge wurden gutge heißen: Für Cement'Seitenwege in der Be ville Ave. von der Michigan bis zu der 10. Straße. Bankprüsident Stenöland trügt allein die Schuld. Chicago, Jll., 10. August. StaatS'Bankexaminator JoneS hat bei den Untersuchungen über den Stand der Milwaukee Avenue State Bank unwiderlegliche Beweise dasür gefun den, daß sich der Präsident dieses Finanzinstituts, Paul O. Stenöland, höchst verbrecherischer Handlungen schul big gemacht hat. Dagegen erklärte heute Herr JoneS, daß Henry W. Hering, der gestern verhaftete ffassirer, von dem gesagt wurde, daß er große Geldsum men unterschlagen habe, gewissermaßen von dieser Anklage entlastet werden müsse, wenigstens sind gegen ihn keine direkten Beweise gefunden worden. Als ich gestern einen Haftbefehl gegen Stenöland erlangte-, sagte Herr JoneS, war ich von der verbrecherischen Natur der Handlungen deS Bankiers vollkommen überzeugt. Gegen Herrn Hering habe ich keine direkten Beweise. Ich kann noch nicht sagen, auf welche Summen sich die Betrügereien StenS' land'S belaufen werden, nach den bis jetzt an'S Tageslicht gebrachten Bewei fen wird der Betrag aber ein sehr hoher sein. Herr JoneS bestätigte später die Meldung, daß sich , die bisher nachge wiesenen Unterschleife auf über ein: Million Dollar? belaufen. Außerdem wurde auch vorausgesagt, daß, wenn Receiver Fetzer erft mit der Revision der Hypolheken und der von Hunderten von Investoren hinterlegten Noten be ginnt, sich herausstellen wird, daß Stenöland bei den Grundeigenthums Transaktionen in seiner Jrvingion Park.ttolonie Wildkatzenpolttik trieb. ES steht jetzt schon fest, daß daS Geld der Bankdepofltoren bis zur Rate von 80 Procent deS höchst eingeschalten Werthes der Grundstücke auf Hypothe. !en ausgeliehen wurde.

Der Tifchcrhasm Grimsby. Immenser Umsah, interessante Arbeiten um lohnenvcr (vrwerbsjweig. Tcr blühendste englische Fischerhaferi und zugleich die größte Fischquelle Europas ist (rinisby, !ro heutzutage im Laufe des Jahres Fische im Werthe von 2,000,000 (1 gleich $.86) gelandet, verkauft und weneröeförderi werden. Was das bedeuten will, ersieht man erst aus einem Vergleich mit andern großen Fischplätzen. Altona. eine der Hauptcentralen des deutschen Fischhandels, erzielte im Jahre 190-1 einen Umsatz von etwas über 150,000, und Ostende, einer der wichtigste? Fischmärkte des ganzen Kontinents, brachte es im September des gleichen Jahres auf einen Umsatz von 15.000. Aus bescheidenen Anfängen gegen Mitte des vergangenen Jahrhunderts entwickelte sich Grimsby derartig, daß es dem (?efan:mtertraZ von 913,248 Centncrn Fische für das Jahr 1854 im Jahre 1904 die Riesenziffer von 3,315,534 Cenwern entgegenstellen konnte, wobei nur die mittelst Eisenbahn beförderte Waare, nicht aber die über Wasser nach dem Kontinent versandten Unmengen von Fischen berücksichtigt sind. Man vergegenwärtige sich in Grimsby eine Markthalle von der Länge und Breite der Leipziger Straße in Berlin. In dieser Halle ist fast jede Quadratyard des Bodens mit Fischen bedeckt. Haufenweise aufeinandergeworfen, in Kisten und Körben zusammengepackt, stückweise, der Größe und Gattung nach geordnet, auf der Erde ausgebreitet, in ganzen Wagenladunzen ihrer Beförderung harrend zu Tausenden und Hunderttausenden füllt die bunte Gesellschaft den mächtigen Raum. , Schellfische, Kabeljaue. Seezungen, Schollen, Heringe, Steinbutten, Rochen. Aale, Heilbutten in endlosem Strom ergießen sie sich von den Schis fen in die Auktionshalle, durch die Hände der Käufer, auf die Waage, in den Packraum und endlich in den Zug. Alles, was das Meer an genießbaren Gegenständen birgt und uns darbietet, von der winzigen Sprotte bis zur Heilbutte, die bisweilen das Riesengewicht von fünf Centnern erteicht, ist hier vertreten. Draußen in den großen Häfen liegen die Fischdampfer und -kutter. die mit der letzten oder vorletzten Fluth das heimathliche Gestade erreicht haben. zu Hunderten nebeneinander, und rastlos arbeiten hier Tausende von Händen. Da gibt es allerhand zu thun: das Schiffsdeck zu reinigen, neuen Eisvorrath zu beschaffen, die Fische auszunehmen, zu waschen und zu sortiren, aus dem Eisraum herauszuschaffen, an's Land zu befördern und die noch lebenden zu schlachten oder in die im Hafen berertliegenden Fischkästen' zu trans Portiren. Um nämlich auch den Anforderungen des verwöhntesten Feinschmeckers gerecht zu werden, bringen die Dampfer von Island Heilbutten, zuweilen auch von anderswo Kabeljaue und andere Fische lebend auf den Markt. Ein im Schiffsrumpfe angebrachtes Reservoir dient zu diesem Zwecke. Die weite Reife nach Island macht sich übrigens zumeist gut bezahlt. Eine? dieser Heilbuttdampfer brachte einst nach nur 14tägizer Abwesenheit einen Fang nach Hause, der einen W'erth von beinahe 1000 repräsentirte. Daß der Fischhandel überhaupt eine lohnende Erwerbsquelle ist. erkennt man schon an dem Aufblühen Grimsbys, das sich in dieser machtvoll emporstrebenden Seestadt überall äußert. Zuweilen ist die Fischerei sogar eine wahre Golds.rube, wi: ein unternehmender Grimsbyer Fischnändler, ursprünglich' ein schlichter Eseltreib?, erfuhr, der ' im Verlauf eines Jahres durö Fischverkauf beinahe 100.000 verdiente. ' Grimsby. dessen Fischerflotte vor etwa 15 Jahren aus ungefähr 800 Segelbooien bestand, verfügt heute über 500 Fischdampft? und nu? 40 SeeDnrchgebrannt. C. I. Ryan ron No. 616 Warren Avenue ersuchte gestern die Polizei, nach seinem 14jühr. Sohne Fred, der sei! 6. August verschwunden ist, Ausschau zu halten. Der Vater vermuthet, daß der Junge mit dem Circuö Hagendeck auf und davon gegangen ist.

Menschliche Bestie. D o w n S d l l l e, WiS.. 10. Aug. William ESler tödtete sein 7 Jahre alteS Töchterchen durch einen Schlag auf den ttovf mit einem Krug. Er hatte vorher seine Gattin mit einer Axt bedroht und aus dem Hause gejagt und sagte, er labe das ind seiner Elattln zum Trotz getödtet.

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