Indiana Tribüne, Volume 29, Number 298, Indianapolis, Marion County, 10 August 1906 — Page 4

Indien Tribüne, 10 August 1900?

Zndiana Tribüne. Hnaugtzcbu vo bet Gtdg Indianapolis, Ind.

öantz O. Thudium Präsident. VeschäftSlocal: No. 31 Süd Delaware Straße. TELEPHONE 269 Ent.r.d &t the Pott Office oi Indianapolis ai tcood das matter. Der Standard Oil Co. Prozek. Erdrückend soll, wie versichert wird, das BelaftungZmaterial sein, welche die Bundesregierung gegen die Stand ard Oll Company für deren in Chicago begonnene Prozesfirung gesammelt hat. Hoffentlich bestätigt sich diese Angabe in möglichst vollem Umfange; ob man sie aber wörtlich nehmen darf, ob der alte John D. wirtlich davon erdrücktwerden wird, dürfte wohl noch bis auf Weiteres zu bezweifeln fein. Bei dem letzten gerichtlichen Vorgehen gegen den ttohlenöl'Truft in Cleve land, O., vermochte man leinen großen Erfolg zu erzielen. Freilich hat sich seitdem das Zuftizdepartement die ge machten Erfahrungen zum Nutzen die nen lassen und hat fein BeweiZmaterial gegen die Standard Oil Co. sehr be deutend verstärkt. Der alte FuchZ Rockekeller würde aber wohl seine Europareise nicht abgekürzt haben, wenn er im Ernst befürchtete, daß eö ihm an den Kragen gehen könnte. Wörtlich also wird man die Angabe von dem erdrückenden BelastungSmate riale" in dem gegen die Standard Oil Company begonnenen Prozesse nicht nehmen dürfen. Wenn aber auch nur dabei erreicht wird, daß der Gesellschaft für die Zukunft ihre gemeinschädlichen Vetrieb-methodenund ihre GesetzeSüber tretungen unmöglich gemacht werden, ' so wird DaS eine der größten Errun genschastensein indem epochemachenden Kampfe, den zur Zeit die Roosevelt'sche Administration gegen die großen In duftrieTruftS und VerkehrSmonopole führt. Dm BundeSbehörden soll eS gelun gen sein, neue Belastungszeugen aufzu finden, die früher selbst im Dienste der Standard Oil Co. gestanden hatten und von denen man unanfechtbares Zeugniß, erlangen kann über die Ra battbewilligungen. welche die Standard Oil Co. noch bis in diese Tage von den Bahngesellschasten erzwungen hat, und über ihre ungesetzlichen Methoden zur Unterdrückung der Konkurrenz. Das Zuftizdepartement hat seine Taktik im Kampfe gegen die großen Trusts bedeutend geändert. ES hat aus seinen bisherigen Erfahrungen gelernt, daß eS diesen großen Korporativ, nen nur beikommen kann, wenn eS kriminell gegen deren am meisten bela stete Mitglieder vorgeht, und danach zielt, daß sie nicht nur zu Geld, fon dern auch zu Freiheitsstrafen verurtheilt werden. Geldstrafen thun diesen In duftrlemächtm um so weniger weh, als sie regelmäßig die Konsumenten dafür bezahlen lassen. Empfindlicher dagegen werden die Freiheitsstrafen gefühlt werden. Wenn fle sich von denselben ernstlich bedroht sehen,? werden, sie sich rasch genug dazu verstehen, sich künftig hin ebenfalls unter die Gesetze zu beu gen, von denen sie bisher geglaubt zu haben scheinen, daß sie nur dazu da seien, um von ihnen umgangen zu werden. DaS Resultat solchen kriminellen Verfahrens hat zu wiederholten Malen bereits für die Angeklagten so ernste Folgen gehabt, : daß die angeklagten Trusts alle Veranlassung haben, das Vorgehen derZ Regierungsbehörden zu fürchten. Der e-stündige Arbeitstag angeregt. Die australischen Arbeiter haben eine cn .. rr! rn .1 r . j ewegung inx lliiuyruiig eines ieqs ständigen Arbeitstages begonnen und Beschlüsse gefaßt, in denen sie die Ar beiter Großbritanniens und Amerikas auffordern, lihrem Beispiele zu folgen. ES heißt darin: .In Erwägung, daß die Methoden zur Produktion deS RelchSthumS väh rend der letzten Jahre in schnellerer Weise sich entwickelt haben, als je zu vor, und ln Erwägung, daß keine ver hältnißmäßigeZ Herabsetzung der Ar beitöftunden oder keine Zunahme der Konsumsähigkelt der Arbeiter ftattge funden hat, undZdaher die ArbeitSlofig keit und in Folge dessen die Verarmung süz. eine wachsende Zahl der Arbeiter zugenommen yat, o eruarl vieles tzoun

eil fich zu Gunsten eines sechsstündigen

Arbeitstages oder einer solchen Annähe rung dazu, wie eS den Arbeitern in rn Ländern, in denen die wirkungsvollsten ProduktlonSmethoden herrschen, geboten erscheint. Wir ersuchen die Arbeiter Amerikas und Großbritanniens, uns ihre Anschauungen über diesen Gegenstand mitzutheilen." Antworten werden wohl nicht auL bleiben, ihr Inhalt aber dahin gehen, daß, so lange der achtstündige ArbeitS tag noch eine umstrittene Forderung ist. die Agitation für einen sechöftündi. gen hierzulande als verfrüht bezeichnet werden muß. DaS Recht anf Faulheit" sollte bei dem gegenwärtigen Wetter Jeder mann eingeräumt werden. ES kommt aber nur wenigen Privilegirten zu gute, und die Anderen, ach die Armen, müssen ihr hartes Brod im Schweiße ihres Angesichts buchstäblich verdienen. Nachdem der neueste Generalstreik in Rußland ein so unrühmliches Ende gefunden hat, könnten ja die Mord gesellen, Judenschlüchter, Bombenwerfet und verwandte Berufszweige an den Streik gehen; die russische Regie rung würde mit diesem Streik sehr ein verstanden sein. Welcher Art die Werkzeuge sind, deren fich die russischen Anarchisten zur Ausführung ihrer Pläne bedienen, geht daraus hervor, daß die schlimmsten Unthaten von halbwüchsigen Jungen und Mädchen verübt werden. Erst kürzlich wurden zwei Frauen, die vor Gericht gegen einen verhafteten Revo lutionür hatten aussagen müssen, von einem Haufen unreifer Burschen in grauenvoller Weise umgebracht. Die halbwüchsigen Mordgesellen banden ihre Opfer an einen Baum und jagten ihnen nach und nach 80 Kugeln in den Körper. In Riga verdingte fich kürz lkch ein 15.jühriger Junge für 50 Ru bel zur Ausführung eines politischen Mordes, und in Saratow stach ein zwölfjähriges Mädchen für zehn Rubel einen Gendarmerie Offizier nieder. Während die Hauptführer der Bewe gung ihre kostbare Haut schleunigst in Sicherheit bringen, sobald die Situa tion einen ernsten Charakter annimmt, müssen Knaben und Mädchen sür ste die Geschäfte besorgen, und daS nennj man dann ein völkergeschichtliches Drama. Im Ctaate Illinois hat in der letzten Woche das neue Primärwahlen Geses seine erste Probe zu bestehen ge habt. Ueber das Resultat gehen die Meinungen, soweit fie in der Presse zum Ausdruck gelangen, weit aukein ander. Diejenigen Zeltungen, welche mit dem Ergebniß der Wahlen zufrle den find, erklären das Gesetz für auS gezeichnet. Nach der Meinung der an deren ist eS' höchst fehlerhast. That sache aber ist jedenfalls, daß in Chi cago zum Beispiel die Betheiligung der Wählerschaft eine recht geringe war. Von 375.000 regiftrirten Stimmen wurden nur etwa 120,000 abgegeben. Daraus erklärt es fich, daß in vielen Distrikten die professionellen Politiker freie Hand behielten. So ist zum Bei spiel im sechsten Kongreßdiftrikt der berüchtigte Demagog? Lorimer wieder nominirt worden, der weiter nichts ist als der ttongreßvertreter der Schlacht Hausbesitzer und der daher auch die vom Präsidenten befürwortete Fleifchinfpek tion wüthend bekämpft hat. Der frühere Gouverneur JateS, welcher dem Senator Cullom sein Mandat streitig machen wollte, ist kläglich damit her eingefallen. Schlagfertige Damen und traurige Männer scheint eS drunten in Georgia zu geben. Ein angesehener Geschäfts mann kam vor einigen Tagen zum Richter und bat ihn flehentlich, ihn von feiner besseren Hälfte zu befreien. Er sei seines Lebens nicht mehr sicher. Eben habe fie ihn mit dem Besenstiel schwarz und blau geschlagen, weil er gewagt habe, ihr zu wiedersprechen. Der Richter zuckte die Achsel und be deutete dem Jammerlappen, er könne ihm nicht helfen. Wenn er daheim seiner ScheidungSgelüfte wegen mit einer neuen Tracht Prügel bedacht wor den ist, wird ihn Niemand bedauern. In einem anderen Falle kam ein jun ger Mann zum Richter, um einen Haftbefehl gegen feine Gattin zu erwir ken. Er sei heimgekommen und habe vergessen, seine Frau zu küssen. Da' für habe fie ihn mit dem Rohrstock durchgeprügelt, bis ihr der Athem aus gegangen sei. Der Richter schickte auch diesen Heldencharakter heim; ein Mann müsse beim Nachhausegehen seine Frau küssen oder die Folgen tragen. So sprach der Richter, aber um die Küsse besagter junger Frau würde er wahr scheinlich nicht verlegen sein.

9 NubensHauS in Antwerpen.

In Antwerpen hat fich ein AuSfchuß gebildet, um das dortige ehe malige Wohnhaus Peter Paul Rubens' von dem jetzigen Besitzer anzu kaufen und- in ein Rubensmuseum umzuwandeln. DaS Unternehmen kann jetzt schon alS gesichert gelten, denn abgesehen von den Privatsamm lungen, die seine Urheber zu veranstalten beabsichtigen, werden sich auch der belgische Staat sowie die Provinz und ole Stadt Antwerpen zweifellos an den Kosten betheiligen. Seit langer Zeit hat fich die Sage erhalten, und sie besteht noch heute, daß ein am Meirplatz gelegenes Haus das eigentliche Rubenshaus sei. Es ist dies jedoch ein Irrthum, denn dieses Gebäude diente dem Vater des Malers als Wohnung. Das Haus dagegen, wo Rubens selbst den größten Theil seines Lebens gewohnt und geschafft hat, lag in der heute nach dem Namen des Meisters benannten Straße. Rubens kaufte es am 24. Januar 1611 von dem Dr. Vackaert für 7500 Gulden. Es war ein geräumiger Bau mit großem Thor, einem Hof, einer Küche, mehreren Zimmern, Grundstücken, Nebengebäuden und Bleiche", und der Maler fand seinen Genuß daran, es fortwährend umzu gestalten und zu verschönern. Von diesem herrschaftlichen Anwesen sind noch Zeichnungen erhalten. Die Fas sade läßt drei Gebäude unterscheiden, wovon das nördliche unten neben dem Thor fünf und in dem darüber liegenden ersten Stockwerk sechs Fenster besaß. Das Ganze war von drei Giebeln überragt. In diesem Hause wohnte der Maler mit seiner Familie. Daneben hatte Rubens einen Mittelbau als Atelier errichten lassen. Er zeigt fünf riesige, fast 20 Fuß hohe Bogenfenster. Das dritte Gebäude endlich hatte Aehnlichkeit mit der Wohnung des Künstlers, war aber an Privatleute vermiethet. Auf dem Hofe befand fich ein prächtiger Säulengang. wovon noch Reste vorhanden sind. Eine Hauptzierde der Rubensschen Wohnung war das großartige, mit Wandgemälden und Marmorbüsten geschmückte Treppenhaus. Hinter den Gebäuden erstreckte sich ein geräumiger, sorgfältig gepflegter Garten, in dessen Hintergrund sich ein Herkulestempel erhob.. Ueber die innere Ausstattung des Rubenshauses finden sich widersprechende Nachrichten. Der Däne Otto Sperling, der es im Jahre 1621 sah, schreibt: Wir besuchten den höchst berühmten und hervorragenden Maler Rubens, den wir bei der Arbeit trafen und der, während er diese fortsetzte, sich aus Tacitus vorlesen ließ und einen Brief diktirte.' Wir schwieen aus Furcht, ihn zu stören, aber er sprach uns an und antwortete, ohne, seine Arbeit oder die Vorlesung unterbrechen zu lassen und zwischendurch den Brief weiter diktirend, auf unsere Fragen, als ob er unS den. Beweis se:ner gewaltigen Geistesgaben hätte liefern wollen. Dann beauftragte er. einen Diener, uns durch seinen präch--tigen Palast zu führen und uns seine Alterthümer und die griechischen und römischen Statuen zu zeigen, die er in beträchtlicher Zahl besaß. Auch sahen wir noch einen weiten Raum ohne Fenster, der sein Licht durch eine große in der Mitte der Decke angebrachte Oeffnung empfing. Dort war eine gehörige Zahl junger Maler dersammelt, wovon jeder eine andere Arbeit unter der Hand hatte. Rubens hatte ihnen dazu eine Kreidezeichnung geliefert, die stellenweise durch Farben hervorgehoben war." Die erwähnten griechischen und romischen Statuen befanden sich in einem runden Kuppelsaale, den der Maler zwischen Hof und Garten hatte erbauen lassen. Am 16. September 1680 wurde das Rubens'sche Anwesen, nachdem seine reichen Kunstsammlungen aus ihm verschwunden waren Rubens selbst hatte noch einen Theil davon für 100.000 Fl. an den Herzog von Buckingham verkauft , von einem Sohne des Meisters, Philipp Rubens, an einen gewissen Jacomo van Eycke veräußert. Seitdem hat es durch Besitzwechsel die verschiedensten Veränderungen erfahren. Ein geplagtes Menschenkind ist offenbar Edwin Thrall, ein 18jähriger Jüngling, der mit seinen Eltern kürzlich von Ohio nach Gloucester City, N. I., kam. Der Vater des Knaben ist ein Geistlicher, der sich in's Privatleben zurückgezogen hat. Dem jungen Mann fehlt es an nichts; aber doch wird er seines Lebens nicht froh. Eine Bande Jungen ist nämlich hmter ihm her, sobald er sich auf der Straße sehen läßt, und hänselt ihn, weil er einen Bart trägt, der allerdins noch ziemlich spärlich ist. So schttmm ist dieBelästigung, daß Thrall die Polizei um Schutz ersucht hat. Den Bart läßt sich Thrall nämlich wachsen, weil ihm Frau E. G. Webster von Brooklyn, die sehr wohlhabend ist, vor einem Jahre das Versprechen abnahm, er würde sich nicht rafiren lassen, bis er 21 aifit alt ist. Ms Belohnung würde sie ihm dann ein kleines Vermögen schenken. Thrall hat nun seiner Tante 'geschrieben, waö er leiden muß, und diese hat ihn um seine Photographie ersucht. Der junge Mann hofft, daß ihm seine Tante dann das Geld auch ohne längere Jnnehaltung des VersvreckenL aeben wird.

Ein Richter in Suverior.

Wis., hat entschieden, daß Getreide, welches in Getreideelevatoren aufbewahrt wird, nicht zur Besteuerung eingeschätzt werden kann. Diese Entscheidung ist von großem Interesse für alle Punkte, wo sich Elevatoren befinden. Diese Frage ist jahrelang umstritten worden, und es ist dies die erste Entscheidung, welche in dieser Frage abgegeben worden ist. Man erwartet, daß Berufung an den obersten Gerichtshof eingelegt werden wird. Die Grandfather Falls, die größten Krafterzeuger am Wis-consin-Flusse, werden jetzt auch gezäumt und der Industrie dienstbar gemacht werden. In Merrill, Wis., hat sich zu diesem Zwecke eine Gesellschaff mit einem Kapital von $20, 000 gebildet. Der Contrakt zum Bau des Dammes ist schon vergeben und mit der Arbeit begonnen worden. Er wird ungefähr in der Mitte der Fälle gelegen und 600 Fuß lang und 40 Fuß breit sein. Die Gefalle des Flusses sind bei den Grandfather Falls sehr stark. Rechttheuerifidemwohlhabenden Farmer Tabor Thurston aus der Gegend von Crookston,Minn, eine Heirathsanzeige zu stehen gekommen, welche er in ne Zeitung eingerückt hatte. Durch diese Anzeige kam es zu einem Briefwechsel zwischen dem 30jährigen Farmer und der 30i'ährigen Mary Bertha Homme in Marshall County, Minn. Die Corresponvenz führte zu einer Verlobung. Da Thurston indeß keine Anstalten zur Hochzeit traf, verklagte Frl. Homme den Farmer auf Zahlung von $5000 wegen Bruchs des Eheversprechens. Der Farmer wurde zur Zahlung von $3000 verurtheilt. Ueber Missouri's WaldProdukte meldet der staatliche Ackerbau-Commissär Anderson: Die Industrie aus Missouri's Wäldern nimmt beständig zu und lieferte im letzten Fiskaljahre Erzeugnisse zum Werthe von $26,319,348, fast $6,000,00 mehr, als im Jahre zuvor. Und dabei arbeiten Missourier Sägemühlen keineswegs nur für den heimischen Bedarf, sondern aus Missourier Hartholz gefertigte Eisenbahnschwellen und Faßdauben finden im ganzen Lande einen Markt, und das Holz des Black Walnut"Baumes wird sogar nach Deutschland exportirt, um dort in den Möbelfabriken verarbeitet zu werden. Vier Wölfe, welche fich in der Obhut Dr. Edward Baumeisters befanden.. entkamen aus einem Käfig in der Qld Kentucky Whiskey - Brennerei an her Worthouse Road. nahe der Stadtgrenze von Louisville. Einer davon wurde von einem Farmer, den er angriff, niedergeschossen, die anderen drei wurden in des Doktors Automobil Verfolgt und wieder eingefangen. Die- Wölfe gehörten einem Freunde Baumeisters, der für den Sommer verweist ist, und welckr ein Ecrf6, mit einer Menagerie verbunden, besitzt. Die Wölfe entkamen Morgens gegen 5 Uhr und tödteten in einem Hühnechause an der Workhouse Road achtzehn Stück Geflügel. Zwei der Wölfe n?urden nahe der Brennerei wieder eingefangen, als sie ein Huhn verzehrten. Der dritte wurde nahe dem Cherokee Park festgenommen. Frau Elizabeth Hunt von Brooklyn ist zwar bereits 106 Jahre alt, aber sie erfreut sich einer Frische des Körpers und des Geistes, um die sie manche um mehrere Dezennien jünqere Menschenkinder beneiden können. Nicht weniger als 39 Kinder, Großund Urgroßkinder hängen in inniger Liebe an ihr und jedes Jahr unternahm sie eine Rundreise, um alle Verwandten und Freunde zu sehen. Dieses Jahr hat nun Frau Hunt eine ganz besondere Ueberraschung für ihre Angehörigen, indem sie sich ein großes und bequemes Touren - Auto miethete und darin eine Reise durch Connecticut und die Neu - England - Staaten macht. Auf dieser Tour wird sie bei ihrem Großsohn in Middletown, Conn., ihren 106. Geburtstag feiern. Die Greisin sagt, sie habe sich noch nie Sorgen gemacht und deshalb ein so hohes Älter erreicht. Der bedeutende Postverkehr, in dem Centrum der Stadt hat den Postmeister von Pittsburg, Wm. H. Davis, veranlaßt, das Post - Departeme in Washington um Autorität zur Anschaffung eines Automobils für die Einsawmlung der Postsachen zu ersuchen. Der Kraftwagen soll für das Stadtviertel westlich von Roß Straße und zwischen den beiden Flüsfen verwendet werden. Gegenwärtig sammeln dort acht Mann zu Fuß und sieben Karren die PosrsaHen ein, während die 74 Briefträger ebenfalls beträchtliche Mengen Briefe etc. nach dem Postamt schleppen. Die Kollc'koren verlieren jedoch sehr viel Zeit mit dem Hm- und Zurücklaufen zwischen ihren Revieren und dem Postamt. Nach Postmeister DavZS' Plan soll das Automobil regelmäßige Runoen machen, alle Kollektoren zu bestimmter Zeit an bestimmten Stellen treffen und ihnen ihre Bürde abnehmen. Die Kollettoren würden für ihre vollen Posttafchen leere erhalten und könnten ohne ZeitVerlust sofort wieder an die Arbeit gehen. Postmeister Davis glaubt, daß er mit Hilfe deS Autos die Zahl der Packetkästen in der Unterstadt verdoppeln und um em Viertel mehr BriefMen anbiinaen kann.

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'Ein großes g m e i n n ü-tzigeS-Unternehmen ist soeben ,in Leipzig festgelegt worden. Dort tagte dk neunte Hauptversammlung des Altersheims für Freimaurer Johnnis stift" zu Embeck. Nach Erörterung der wirthschaftlichen Verhältnisse und oer vornegenven Bauplane und Aoranschlage wurde einstimmig beschloss sen, mit dem Bau sofort nach Erledigung einiger Formalitäten zu begin, nen. Der Bau soll mit Ende Novemder d. I. unter Dach und Fach gebracht werden. Die Eröffnung .deS Altersheims wird für September 1907 in Aussicht genommen; es ist das erste Altersheim für betagte Freimaurer in Deutschland, ein solches für Hinterbliebene verstorbener Freimaurer besteht bereits seit Jahren in Dahme. Eine kleine Pofige. schichte erzählte dieser Tage in einer Tischrede an der Tafel des Lord Mayors der Erzbischof von Eanterbury, der Primas der englischen Staatskirche. Es traf eines Tages ein Brief aus Frankreich in London ein mit der Aufschrift: .ArchevHqu: de Canterbury." Bei der Sortirung der Briefe muß ein weiser Mann auf den Gedanken gekommen sein, der Archevöque." für den der Brief bestimmt sei, könne nur ein französischer Tingeltavgelkünstler sein, der wohl in dem großen Bari6t6theat, das als Canterbury Hall" oder auch kurzweg The Canterbury" bekannt und beliebt war, sein Wesen ireibe. So wurde der Brief denn in diesem Tempel der leichtgeschürzten Muse abgegeben und erreichte den anglikanischen Kirchenfürsten erst ein paar Tage später mit dem Vermerk der .Canterbury Hall: Hier nicht bekannt. Eine interessante jli bische historische Bibliothek geht in diesen Tagen mit den dafür durch öffentliche Beisteuern gesammelten U0terhaltungsgeldern in die Obhut des Londoner University. College über. Diese Sammlung, bestehend aus feltenen Büchern, Handschriften rntfe sonstigen Seltenheiten zur Erläujerung der jüdischen Geschichte, war im Laufe langer Jahre von dem verstorbenen Herrn F. D. Mocatta, einem sehr angesehenen Mitglied? der älteren Londoner Judencolonie, mit großem Kostenaufwand zusaittmengestM wor den. Durch letztwillige Verfügung überließ der Besitzer dann seine Schätze der Jüdischen Historischen Sesellschaft, einem noch junge Verein, der in derselben Weise wie der Stifter fortwirkt. Die Uebergabe an dai University College, daL in Gown Street, nur wenige Minuten von: Britischen Museum gelegen ist, hat wohl den Zweck, diese Sonderbiblwthek Gelehrten und Studirenden leich. ter zugänglich zu machen. 1

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